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Vorwort zur Skandinavien-Reise
- Ende Mai bis Mitte Juli
Endlich – nach langen Monaten des Nicht-Reisen geht’s jetzt mal
wieder „on Tour“. Wir beschlossen, noch einmal mit unserem Wohnmobil
namens „Mücke“ eine Skandinavien-Tour zu machen und da nur die Höhepunkte
abzufahren, die wir in früheren Zeiten besonders toll fanden, oder wo
uns die Zeit gefehlt hatte, das auch noch mitzunehmen. Angesichts der
Preise generell dort und seit neuestem auch den horrenden Diesel-Preisen
ist man dann schon geneigt, genauer zu rechnen, was so eine Tour kostet.
Vieles kann ich hier nur theoretisch berechnen und planen, und das
meiste wird sich dann vor Ort ergeben oder kosten. Wichtig ist nur
eines: wir kommen wieder raus. So war denn meine erste Aufgabe im
Internet zu recherchieren, was so allgemein Sache ist.
Gerade Norwegen – unser Haupt-Reiseziel – hat viele Veränderungen
vorgenommen. Es gibt jetzt reichlich Fährgebühren, auch Landesintern,
Mautgebühren auf Strassen, aber auch Stadtgebühren wenn man mit dem
Auto rein – oder durchfahren möchte. Und da fiel mir besonders Bergen
und Trondheim und Oslo auf.
Natürlich wird überall in Europa abkassiert, nicht nur in Skandinavien
und manchmal sträuben sich dann schon die Nackenhaare, wofür man alles
extra bezahlen muss. Aber die Alternative hieße nur: nicht mehr zu
reisen. Und das wollen zumindest wir nicht! Ärgerlich ist eher die
neueste Abzockmasche: die Dieselkosten. Zumindest in Deutschland sind
die Kosten für Diesel so was wie subventioniert, d.h. der MWSt.-Satz
ist niedriger. Aber welchen wirklichen Grund gibt es, dass Diesel genau
so teuer ist wie normales Benzin?
Sie merken, lieber Leser, auch ich ärgere mich. Das soll mich aber
nicht davon abhalten, trotzdem unsere Reise in Angriff zu nehmen.
Also – unsere geplante Tour wird erst mal nach Fehmarn gehen.
Von dort mit der sog. Vogelfluglinie Puttgarden-Rödby nach Dänemark
und von dort via Autobahn nach Malmö. Die Fähre kostet bis 12.6.08 - 60€, egal zu welcher Tageszeit oder an welchem Wochentag
ich fahre, vorausgesetzt mein Wohnmobil ist nicht länger als 6 Meter.
Wir haben uns zu Hause noch unseren Fahrradträger abmontieren lassen
und somit sind wir laut Papieren exakt 5,99 Meter.
Ursprünglich sollte Schweden nur eine Durchgangsstation sein. Aber Anni
schwelgt da in Jugenderinnerungen, als sie mit dem Fahrrad durch Südschweden
tourte. Und so nehmen wir diese Ecke eben mit. Danach geht es nach Stockholm,
vielleicht bleiben wir dort, vielleicht nicht. Wir kennen Stockholm und
es wäre nur ne kurze Sightseeing-Tour dort. Danach geht es weiter am
Bottnischen Meerbusen entlang auf der berüchtigten E4 (berüchtigt,
weil man dort als WoMo-Tourist leicht überfallen wird. Was früher auf
dem Weg nach Spanien in Frankreich Sitte war, verlagert sich wohl leider
nach hier). Und so werden wir zusehen, dass wir hier schnell Land
gewinnen. Fahren werden wir die E4 vermutlich bis Lulea, um dann
von dort via Jokkmokk irgendwann auf die E10 zu stoßen, die uns
dann direkt bis Narvik bringen soll. Das nördliche Hauptziel ist
Narvik. Wir werden nicht zum Nordkapp fahren. Vielmehr wollen wir die Lofoten
erobern. Und wir hoffen da ganz heftig auf Petrus, dass er ein bisschen
Sonne schickt und wir nicht eine Woche der 51 Wochen erwischen in denen
es regnet... Ob wir wieder zurück über Narvik auf der E6 südlich
fahren, oder ob wir die Fähre von den Lofoten nehmen und nach Bodö
fahren, entscheiden wir vor Ort. Von dort oder von Narvik aus werden wir
an der Küste erst eine Weile auf der E6 bleiben und dann hinter dem Svartisen
NP, bzw. Mo i Rana an die Küste wechseln und an den
unendlich vielen kleinen Inseln vorbeifahren – hinfahren via Trondheim
und Kristiansund bis Alesund.
Alesund ist wieder
so ein spezielles Plätzchen für uns. Dort gibt es nicht nur ein
Aquarium sondern Sehenswürdigkeiten satt. Und als Ausruhpunkt ist es
bestens geeignet, auch um vielleicht mal eine Bootsfahrt zu machen – hängt
letztendlich alles vom Wetter ab. Die nächsten Punkte sind sicherlich
das Gebiet um den Jostedalsbreen NP und den Jotunheimen NP.
Wie wir das im einzelnen bewerkstelligen entscheiden wir vor Ort. Aber
es wird bestimmt der aufregendste Teil unserer Reise sein. Je nachdem,
wieviel Zeit wir danach noch haben, entscheiden wir, ob wir noch mal
nach Bergen fahren und von dort die Rennstrecke A7 nach Oslo,
oder die E134 nach Oslo oder die E39 an der Küste entlang via Stavanger
nach Kristiansand fahren. Dieses würde allerdings bedeuten, dass
wir die Fähre über das Skagerrak nehmen würden. Und da bin ich
gebranntes Kind. Diese Ko-Strecke habe ich schon zweimal durchgewürgt....ganz
zu schweigen, dass wir Mitte Juli Saison haben und die Fähren für ein
Wohnmobil extrem teuer sind. Von Oslo jedenfalls würden wir wieder
runterfahren bis Helsingborg/Helsinggör und von dort entweder wieder über
Rödby-Puttgarden – wie gekommen, oder über diese neue Brücke über
den grossen Belt. Wir werden sehen...
Streckenmässig werden es gut 7.000 Kilometer werden. Zeit ist geplant 6
Wochen.

Geplante Hinfahrt: Willich-Narvik - ca. 3000 km |

Geplante Rückfahrt: Narvik-Willich - ca. 4000 km |
25.05.08 Abreise
nach Barum/Lüneburg
Ein
bisschen haben wir unseren Urlaubsstart verschlafen und so fuhren wir
nicht wie geplant um 6 Uhr in der Frühe los, sondern erst um 7 Uhr.
Aber das war noch vertretbar angesichts dessen, dass wir Frauen ja
morgens immer etwas länger brauchen... Und an einem Sonntag Morgen ist
es sowieso selbst auf Autobahnen sehr, sehr ruhig. Das Wohnmobil namens
„Mücke“ war bereits am Tag vorher gepackt und bestückt worden mit
allem, was man so braucht und auch nicht-braucht. Besonders unsere
Dolce-Gusto-Kaffeemaschine musste mit, und wir hoffen, dass sowohl die
Maschine als auch unsere knapp 100 Kaffee- und Milchdös´chen für
einen täglichen leckeren Latte Macchiato die ganze Strapaze gut
wegstecken...
Schade ist es nur, dass der Preis für Diesel so
wahnsinnig gestiegen ist. Das macht in einer Hochpreisregion wie
Skandinavien das Urlauben noch teurer. Und ob das alles dann wiederum
den Tourismus für diese Länder fördert, wage ich dann doch zu
bezweifeln. Die Konsequenz für uns war auch schon bei der Planung, so
viel wie möglich mitzunehmen an Konserven und Getränken. Frohgemut
und ohne Frühstück machten wir uns auf die 400 km lange Strecke und
fuhren erstmal bis zu einem Rasthof in der Nähe von Münster. Dort
holten wir dann das versäumte Frühstück nach. Und komischer weise
schmeckte das auch schon so richtig wie Urlaub. Da wir gut in der Zeit
waren, riefen wir spontan bei Auvo und Helga – einem der beiden Paare
aus unserem Portugal-Urlaub Anfang dieses Jahres (siehe unseren
Reisebericht Portugal) an, um zu fragen, ob sie auf eine Tasse Kaffee
Zeit hätten. Hatten sie, und so machten wir einen Schlenker nach Osnabrück.
Haben wir ja auch Glück gehabt. Wäre deren Wohnmobil nicht in der
Werkstatt gewesen, wären die Beiden wohl wieder irgendwo in Europa
unterwegs ... Ohne größere Probleme fuhren wir ein Stündchen später
auf der A1 weiter in Richtung Hamburg, um dort Stunden später kurz
vorher abzubiegen in Richtung Lüneburg. Wir waren dort in einem Ort
namens Barum dicht bei Lüneburg mit Robert und Inge – dem zweiten
Paar aus der Portugal Tour -verabredet, die dort ihr neues
Deutschland-Domizil haben. Spanien ist eben nicht alles... Und natürlich
waren wir auch neugierig auf das neue Haus. Unsere „Mücke“ konnten
wir bequem auf den Hof stellen. Und die Beiden erzählten uns dann auch
begeistert, was sie alles erneuern, umbauen und erweitern möchten. Also
ich finde die Gegend auch toll und könnte dort ohne weiteres leben.
Jetzt arbeiten wir dran, den Beiden schmackhaft zu machen, wie gut sich
doch ein kleines Blockhaus im weiträumigen Garten machen würde für
kurz- und langfristige Besuche...
Wir waren zum ersten Mal auch in Lüneburg.
Mensch ist das ´ne knuffelige Stadt. Enge Gassen, alte Giebelhäuser,
gemütliche Ecken zum draußen sitzen direkt am Wasser, einen alten Dom,
viel Fußgängerbereich, in der Nähe ein Schiffshebewerk undundund....wir
werden uns das bestimmt zu einem späteren Zeitpunkt alles mal in Ruhe
angucken. Und lecker gegessen haben wir auch in einem kroatischen
Restaurant. Kurz, es war ein schöner Tag und wir haben noch lange den
Abend vor dem offenen und brennenden Kamin sitzend mit Erzählen
verbracht.
Und so ging der erste Urlaubstag auch schon zu Ende...
26.05.08 Weiterfahrt
nach Fehmarn
Was für ein Tag – es regnete aus allen Lagen,
obwohl es nicht kalt war. Nur sooo stellt man sich dann doch nicht den
echten Urlaubsbeginn vor. Nach einem ausgiebigen Frühstück bei Robert
und Inge fuhren wir gemeinsam noch ein paar Dinge einkaufen und auch tanken.
1,41 Euro der Liter Diesel. War erschwinglich gegen die letzten Tage mit
bis zu 1,48 Euro. Trotzdem frustrierend, 70 Liter zu tanken und ´nen
glatten Hunderter hinblättern zu müssen. Wir also los Richtung
Fehmarn. Da um Hamburg herum viele Baustellen und Staus sind, fuhren wir
auf Roberts Rat hin über die Landstrasse. Klappte auch ganz gut erst
wieder hinter Hamburg auf die A1 zurück zu kehren. Und die Staus waren -
für uns erfreulich, nur auf der anderen Autobahn-Seite. Trotz
freier Piste haben wir uns an unsere neue Regel gehalten nicht schneller
als 100km/h zu fahren. Dann brauchen wir trotz unserer Gesamt-Ladung mit
knapp an die 3.5 Tonnen nur 10 Liter auf 100 Kilometer. In Fehmarn
"landeten"
wir so gegen 14 Uhr. Wer noch nie hier war – ist ´ne knuffelige Insel
mehr oder weniger in der Ostsee gelegen, mit vielen tollen
Campingplätzen und der berühmten Puttgarden-Fähre nach/von Dänemark,
die den Einwohnern hier viel, viel Tourismus beschert. Von
skandinavischer Seite zum Einkauf von Alkoholika und sonstigen
überlebenswichtigen Dingen, die man drüben nicht oder nur sehr teuer
bekommt, von deutscher Seite aus um sich noch mal mit allem einzudecken,
bevor es rüber geht nach Skandinavien. Und so ist es nicht
verwunderlich, dass ziemlich an der Auto-Rennstrecke nach Puttgarten am
Beginn der Stadt Burg alle Discounter und Gross-Getränke-Händler ihr
Angebot präsentieren. Und da ist immer was los...
Fährt man weiter in
die Stadt, findet man eine wunderbare, alte Stadt mit einem elenden
"Edel- Kopfsteinpflaster", vielen Geschäften, Kneipen und Restaurants.
Dazu die Dorfkirche und ein Museum. Noch weiter durch, landet man "kopfsteinpflasterdurchgeschüttelt" im Hafen. Von dort kann man die große
weite Welt sehen, Fischkutter, ein U-Boot, einen einzigen Souvenirladen
und natürlich zwei Fischkneipen. Und viele, viele Fischerboote und
Touristenkähne für Ausfahrten. Einen großen Parkplatz mit Extraspuren
für Wohnmobile und LKW, die erstaunlicherweise nur Geld bezahlen
müssen, wenn sie über Nacht dort stehen. Das ist alles und eben sehr,
sehr schön. Natürlich ist das nicht grundsätzlich alles. Irgendwie
hat die Insel was. Nicht nur viel, viel Natur, oder einen Deich, der
rings-herum geht und mit dem Rad abgefahren werden kann. Auch unheimlich
freundliche und patente Insulaner. Uns gefällt es hier. Wir wollten
allerdings am heutigen Tag nur einen Stellplatz oder einen Campingplatz
haben und die Füße hochlegen. Zwar ist keine Saison, aber Campen ist
hier schon teuer. Es sei, man hat eine Clubkarte von irgendeinem Campingclub. Wir hatten eine und so landeten wir auf dem uns nur wenig
bekannten Katharinenhof-Campingplatz Ost
für 14 Euro die Nacht incl. alles. Da wir nur 1-2 Nächte bleiben
wollten, war uns das zu diesem Zeitpunkt auch wurscht, wo wir
letztendlich landeten. Also hin, gebucht für eine Nacht, W-Lan
-Karte für 1 Stunde gekauft – 3.-Euro – und danach nebenan in die Pizzeria
„bei Toni“ rein. Schließlich war es mittlerweile nach 16 Uhr,
und wir hatten seit dem Frühstück nix mehr gegessen. Das erste Bier
war lecker, das Essen ebenfalls lecker und auch so was von reichlich, das zweite
Bier dann einfach nur noch entspannend. Und so beschlossen wir, eine
Nacht dran zuhängen und mal richtig so die Seele baumeln zu lassen.
Zumal uns jeder sagte, dass es Dienstag schön, sonnig, warm und toll
würde. Na denn, und warum auch nicht erst Mittwoch unsere große Tour
beginnen...
Also tauschten wir umgehend unsere W-Lan-Karte für ´ne Stunde gegen
eine für 24 Stunden für 7.- Euro. Man gönnt sich ja sonst nix. Obwohl
es irgendwann erst 21:30 Uhr war, wir waren so was von müde und so
beschlossen wir den Tag. Draußen war es bedeckt, windig und wenig
kuschelig...
27.05.08 Fehmarn
Ausgeschlafen erblickte ich an diesem Dienstag den
Morgen – blauer Himmel, die Sonne schon eifrig am Werkeln und ein
bisschen Wind. Im Hintergrund hörte man die Ostsee röhren, und es fühlte
sich gut an. War wohl doch ne weise Entscheidung, heute noch hier zu
bleiben. Wir beruhigten unser schlechtes Gewissen selbst mit Sprüchen
wie: wer weiß wie das Wetter in Dänemark oder Schweden ist, hier
wissen wir was wir haben – Sonne! Und da wir ja ordentliche Mädels
sind, beschlossen wir, „Mücke“
noch mal umzuräumen (wir wollten natürlich auch noch ein bisschen
Platz für gewisse lebenswichtige Einkäufe schaffen). Zuvor aber
wollten wir natürlich einen Erkundungsgang über den Platz und zu den
diversen sanitären Einrichtungen machen. Am Abend vorher hatten wir
schon die angenehme Erfahrung gemacht, dass die Leute hier samt und
sonders extrem freundlich und hilfsbereit sind. Bei uns ging der Strom
im Auto nicht an und erst mit Hilfe eines netten jungen Mannes fanden
wir dann hier im Auto den Grund. Unsere mobilbereichs-interne Sicherung
war unverständlicherweise raus gesprungen. Da muss frau ja erst mal
drauf kommen! Und so wollten wir denn dann einfach wissen, wo wir hier
so waren. Also, für Camper ein sehr angenehmer und sehr sauberer Platz
mit Sanitäreinrichtungen vom Feinsten, sehr großen Standplätzen für
die Mobile oder die Caravans.
Alle Anschlüsse wie Wasser, Abwasser und Strom direkt am Platz, ein
Hotspot für W-Lan, sehr stark und schnell, und in Sichtweite und viele
Dauercamper, die man aber weder sah noch hörte, auch wegen der
einzelnen Platzgrößen. Wenig Hunde, überhaupt keine Katzen! Aber
Dutzende von frei herumhoppelnden Hasen. In den Bäumen, die groß und mächtig
eine Allee im Laufen der Jahre „gebaut“ hatten, und die von unserem
Platz ungefähr 250 Meter entfernt waren, lebten Kolonien von Vögeln
– von der Möwe bis zur Krähe, von den Amseln bis zu den Meisen.
Direkt dahinter liegt die Ostsee, deren Wellen-Getöse man auf dem Platz
hört – weil es hier auch so was von ruhig ist. Und dann die Sonne...
Die Rezeption ist superfreundlich, super organisiert und sehr
hilfsbereit. Daneben gibt es einen kleinen Einkaufs-Laden und rings
herum insgesamt 3 Lokale unterschiedlicher Küche. Jetzt, in der
Nebensaison ist nicht alles ständig geöffnet, aber das muss ja auch
nicht. Zum Meer geht eine Betonrampe, man könnte möglicherweise auch
sein Boot mitnehmen. Oder wer gerne taucht, das kann man hier auch, auch
Tauchflaschen können aufgefüllt werden - und zu guter Letzt: es gibt
hier auch Ferienwohnungen in einer separaten Einheit. Internet-Adresse
zum Nachlesen von Details: www.camping-katharinenhof.de
Nach unserem Rundtour kehrten wir zu unserem Platz zurück, willens die
Sonne voll mitzunehmen. Was man hat, hat man. Anni begann alle
vorhandenen Unterlagen unserer anstehenden Tour zu sortieren, zu
markieren und sich zu verinnerlichen. Und plötzlich wurde sie, ganz
gegen ihre Gewohnheit hektisch und suchte und suchte. Verwundert dachte
ich, was hat sie bloß, bis sie mir kleinlaut beichtete, dass sie weder
einen Pass noch den Personalausweis mitgenommen hätte. Und irgendwas
Ausweisiges braucht man halt auch in Skandinavien. Ich war einerseits
mitfühlend, andererseits aber überhaupt nicht traurig. Nun mussten wir
eben noch ein paar Tage hier auf Fehmarn bleiben, bis ihr der Pass
nachgeschickt wurde von zu Hause. Und das war ja soooo schlimm! Ich muss
dazu sagen, wir waren vor ein paar Jahren schon mal hier, auch auf der
Durchreise nach Schweden. Und ich habe so lange gequengelt ,bis wir hier
drei Wochen Ferien verbracht haben – weil ICH es hier eben KLASSE fanf und danach war für Schweden keine Zeit mehr. Dieses Mal musste
ich ihr vorher versprechen, auf jeden Fall weiterzufahren, und zwar
umgehend. Nun kam eben alles doch anders...
Aber unabhängig davon, es ist wirklich schön hier. Wir haben nicht
einmal einen TV mit, wollten wir nicht. Nur DVB-T und das funktioniert
hier scheinbar nicht. Wenn es tatsächlich mal langweilig werden sollte, können
wir immer noch Filme gucken mit dem Ding über den DVD-Player. W-Lan funktioniert sehr flott
und das reicht, um über den PC am Puls der Welt zu bleiben, und im
Notfall gibt es überall ne Bild-Zeitung... Das war´s für heute.
28.05.08 Fehmarn
Auch heute wieder strahlender Sonnenschein. Wir
sind nun nicht sicher, ob der Pass von Anni via DHL-Express planmäßig
bis 12 Uhr hier eintrifft. Aber bei Versandkosten von über 13 Euro dürfte man
das eigentlich erwarten. Unabhängig davon - nach dem tollen Wetter von
gestern, und wie es aussieht auch heute, sind wir geneigt, auch mit dem
Pass noch nicht abzureisen. Und das war nicht meine Idee alleine. Anni
gefällt es hier auch sehr gut.
Aber als erstes wollen wir in Ruhe frühstücken und uns natürlich
einen leckeren Kaffee a la „Dolce Gusto“ aufschütten. Mit viel Mühe
hatten wir unsere Kaffeemaschine verpackt, weil wir uns wenigstens
einmal am Tag einen leckeren Latte Macchiato machen wollten. Also raus
mit dem Ungetüm aus seinem Kasten und angeschmissen.
Aber was ist das? Da fehlt doch der "Brühkopf". Wer
hat den Brühkopf vergessen? Nein, ich war das nicht, meint ganz entrüstet
Anni. Ich konnte mich auch nicht erinnern, wurde aber schon kleinlauter.
Oder doch, habe ich das verdammte Ding vergessen einzupacken? Und was
ist dann mit unseren 100 Kaffee/Milch-Kapseln, die wir hier mit uns
rumschleifen? Weg schmeißen oder was?
Sch...Tag. Anni rief mal wieder an in der Heimat. Ja, wir haben
noch was vergessen. Kannst Du das bitte auch noch schicken? Als Päckchen
und vielleicht gaaaanz schnell?? Ich habe nix gesagt. Manchmal ist es
besser, die Klappe zu halten... Kurz und gut, wir kriegen auch den Brühkopf
noch nachgeschickt, als Päckchen, dauert vermutlich bis Freitag. Irgendwie
schmeckte mir der Frühstücks-Tee heute morgen nicht mehr sooo gut. Und
viel gesagt habe ich auch nicht. Ich habe den Brühkopf nun wirklich
nicht absichtlich vergessen, um ein paar Tage Fehmarn herauszuschinden.
Und draußen schien die Sonne... Nach den Frühstück gingen wir dann
aber friedlich wieder Richtung Mutter Natur. Nicht ohne vorher in der
Rezeption nachzufragen, ob Annis Pass schon da wäre. War nicht. Und so
gingen wir an die Ostsee. Stürmisch, wellig und stark nach Tang
riechend. Überall lagen diese Miesmuscheln herum, die man für teures
Geld sonst in Restaurants isst, dazwischen jede Menge grüner Seetang
und viele dicke Steinwacker, vorwiegend Granit. Dazwischen auch
Feuersteine und richtiger Sand. Dazu vom letzten Sturm entwurzelte Bäume
und abgerissene Böschungen. Auch ein paar klitzekleine Seestern´chen
haben wir gefunden. Es war gerade beginnende Ebbe, aber das Meer heulte
trotzdem so, als wolle es alles verschlingen. Nachdenklich machten mich
dann aber doch ein paar einsame Gummilatschen und ein Käppi. Ja wo war
denn der Besitzer davon? Von der Ostsee verschlungen? Oder der Bruder
der kleinen Meerjungfrau, der auch mal hier auf Besuch war? Nach einer
Weile kehrten wir um von diesem windigen und momentan ungemütlichen
Strand und fragten noch einmal in der Rezeption nach, ob Post für Anni
gekommen sei. JA – war. Anni
strahlte, sie hatte nun ihren Pass. Wenigstens das hatte geklappt.
Da es mittlerweile Mittag geworden war, gingen wir zurück zu unserem
Platz und überlegten sachlich, was wir denn nun tun sollten. Das Päckchen
mit dem Brüher ist sicher nicht vor Freitag hier, und ohne diesen Brüher
wollten wir nicht weiterfahren. Also wäre Samstag der früheste Tag, um
zu abzudüsen. Aber am Wochenende ist hier „action“ an der Fähre.
Und überhaupt, wenn das Wetter weiter so bleibt wie jetzt...
Nun haben wir vorläufig folgendes beschlossen: wir bleiben bis Montag
früh hier. Morgen, Donnerstag gehen wir in der Stadt Burg einkaufen –
und wenn wir da fertig sind, ist sowieso der Tag um. Danach packen dann hier in der „Mücke“ alles noch mal
neu ein und um. Dann genießen wir den Sonnenschein der nächsten Tage
bis zum Abwinken und warten auf unser Päckchen. In der Zwischenzeit können
wir vielleicht spazieren gehen, viele tolle Fotos machen, Hasen jagen
und faulenzen. Was will man mehr. Gemäß diesem Plan haben wir heute
wirklich nur in der Sonne gesessen, notgedrungen Geschirr gespült, mit
Nachbarn Schwätzchen gehalten und unsere Pläne neu zusammengestellt für
die nächsten Wochen. Jetzt sitzen wir hier, trinken ein leckeres
Bierchen und genießen den Abend...
29.05.08 Fehmarn
Sehr unsanft wurde ich heute Nacht aus dem Schlaf
gerissen. Schlaftrunken versuchte ich raus zu kriegen, wieviel Uhr es
ist und wer da draußen so einen Lärm macht. Es war 4 Uhr in der Früh,
fast so hell, dass man Zeitung lesen konnte, dicke, graue Gewitterwolken
am Himmel, windig und eine Schar von Krähen direkt unter meinem
Fenster. Erschrocken klapperte ich mit dem Fenster und krächzend
erhoben sich Dutzende von schwarzen Alpträumen um und von unserem Auto.
Ich zog erst mal die Brille an. Jetzt kapiere ich auch, wieso unsere
Campingplatz-Strasse nicht Fliederweg oder Holunderbusch heißt, sondern
„Krähenwinkel“! Noch zweimal kamen die schwarzen Gesellen
krächzend wieder an, eigentlich nur, um Würmer vom Boden zu picken –
wie ich feststellte, nachdem ich die Brille aufgesetzt hatte. Aber
müssen die so einen Lärm dabei machen? Übermüdet schlief ich wieder
ein, nicht ohne mit der grausamen Vorahnung, das Wetter könne schlecht
werden... Wach wurde ich dann eher planmäßig so kurz nach 7 Uhr. Draußen
stahlblauer Himmel und eine aufgegangene Sonne und kaum Wind. Ich also
raus aus den Federn, denn wir wollten heute mit „Mücke“ nach Burg
einkaufen fahren. Selbstverständlich machte ich alle anstehenden
Arbeiten, wie Bett wegräumen, Sitzplatz wiederherstellen und
Frühstückstisch decken ganz, ganz leise. Ich wollte doch Anni in ihrer
Alkoven-Koje nicht wecken. Aber irgendwie fiel mir immer ein Löffel
runter, oder das Küchenregal klappte laut zu, oder das Kaffeewasser
kochte zu laut. Jedenfalls kriegte ich Anni dann doch wach in ihrer
Koje. Und da das Frühstück mittlerweile fertig war, und der Kaffee
duftete, fiel die Standpauke über mein lautes Stören nicht sooo heftig
aus. Nach einem gemütlichen Frühstück düsten wir dann los nach Burg.
Wir dachten, wir wären früh dran. Mitnichten. Ganze Busladungen
rollten zu den diversen Discountern und Supermärkten und spukten
jeweils gute Fünfzig Touri´s
aus, die nichts eiligeres zu tun hatten, als schnurstracks in den
Supermarkt rein, ans Wein- Bier-und Schnapsregal, den Einkaufswagen
turmhoch voll geladen, ab an die Kasse, bezahlt und zurück zum Bus und
alles im Anhänger des Busses verstaut. Und weiter zum nächsten
Supermarkt. Früher kannte ich so was als Butterfahrten auf Booten
zwischen den Ländern. Scheint heute nicht mehr „in“ zu sein...
Nachdem die erste Touri-Welle vorbei war, gingen wir dann auch in einen
Supermarkt. Als erstes fiel uns auf, dass es riesige Getränke-Regale
gab mit Unmengen von Büchsen mit Bier, immer in 24er Kartons. Aber auch
6er-Packs mit Schnaps oder stapelweise Wein-Pappkartons mit jeweils 4
Litern weiss-rot-oder rose´. Und darüber prangte dann ein Schild auf
dem stand, dass diese Getränke nur für skandinavische Besucher seien.
Und die Preise waren direkt in Dänen- oder Schwedenkronen ausgewiesen.
Irgendwie fühlten wir uns da schon komisch. Auch hier kann man nicht
einkaufen was man so will... Übrigens, in Burg ist nicht nur Konsum
angesagt, sondern fast mitten all der Touri-Geschäfte gibt es auch ein
hervorragendes Aquarium. Da waren auch einige Autos vor der Tür – und
nicht nur deutsche Kennzeichen. Offensichtlich haben Aquarien dann doch
noch Konjunktur. Wir fuhren zurück ins Zentrum und eigentlich wollten
wir uns dort einen Kaffee genehmigen. War aber auch die falsche Zeit,
zumal gerade auf dem kleinen Platz in der Mini-City Buden und Stände
aufgebaut wurden die das kommende Fehmarn-Sizilien-Fest einläuteten.
Also kein Parkplatz, also nicht bleiben.
Wir fuhren weiter zum Hafen.
Unsere Campingplatz-Nachbarin hatte uns gesagt, da könne man Fisch
direkt am Kutter kaufen. Wir also hin. Leider war da nur noch ein
einsamer Fischer, der seinen Fang auseinander nahm – waren Dorsche.
Auf die Frage, ob er uns einen verkaufen würde, verneinte er. Wäre nix
übrig, wäre alles vorbestellt. Na denn... So drehten wir eine kleine
Runde durch den Hafen und düsten dann wieder ab.
Auf unserem Platz im Krähenwinkel angekommen, brutzelte Anni leckere
Bratkartoffel mit Ei, und stellte dabei fest, dass unser Gas-Herd nicht
richtig funktionierte. Meine Güte – dieses Mal ist aber wirklich der
Wurm drin. Aber es macht natürlich keinen Sinn, ohne richtig
funktionierenden Kochherd durch Skandinavien zu touren. Also wieder an
die Rezeption und nachgefragt: ja, es gibt da einen Fachmann, der kommt
auch auf den Platz und hier ist seine Nummer. Na, danke schön. Also
angerufen, Problem geschildert und Termin bekommen für Freitag 16:00
Uhr. Im Stillen hoffe ich jetzt nur, dass er morgen nicht sagt: sorry,
brauche Ersatzteil, kann ich erst Montag bestellen und Mittwoch
einbauen. Irgendwie hinken wir ja schon ein bisschen hinter unseren
Zeitplänen hinterher... Wir gingen wieder zurück zu unserem Platz,
nicht ohne vorher noch im nahe liegenden Platz-Kiosk gewesen zu sein,
zwecks Bild-Zeitung. Und da erfuhr Anni dann auch, dass DVB-T - TV sehr wohl
funktioniert, man muss es nur auf diese Gegend justieren. Geht wohl ganz
einfach. Anni also hier umgehend das Gerät heraus gekramt, um TV anzuschmeißen.
Nein, ich sage es jetzt nett, aber selbst jetzt, Stunden später sucht
sie noch einen Adapter, den sie braucht, um eine größere Antenne
anzubringen. Aber ICH war es nicht!
Und so geht wieder ein Sonnentag zu Ende. Und morgen wird nur gefaulenzt
– hoffe ich...
30.05.08 Fehmarn
Ein absolut langweiliger Tag wartete da heute auf
uns.
Nach gemütlichem Frühstück und in der Sonne-herum-Sitzen haben wir
dann mal wieder umgeräumt. Schließlich müssen wir ja jeden Zentimeter
sinnvoll füllen mit unseren Notrationen, die wir am kommenden Montag
einkaufen werden. Danach waren wir sooo erschöpft, dass wir wieder
faulenzen mussten. Und die Hiobs-Wetter-Botschaften aus der Heimat ließen
uns für eine Weile ziemlich kalt, bis sich die Handy-Anrufe von
Freunden von uns häuften. Ein besorgter Anruf bei unserem direkten
Nachbarn beruhigte uns dann aber doch: kein Wasser im Keller und auch
sonst alles im grünen Bereich.
Eigentlich gab es nur ein Ereignis, das auf uns heute zukam und das war
der Handwerker für unsere Koch-Gas-Anlage. Um 16:00 wollte er kommen.
Als er um 17:30 Uhr immer noch nicht da war, habe ich mir erlaubt, ihn
noch mal auf dem Handy anzurufen, ob er uns vergessen habe? Nein, hätte
er nicht, und er käme, es sei, er sei tot....na, denn... Er kam um
18:45 Uhr und ging um 18:48 Uhr. Dazwischen pulte er sehr wortkarg mit
einem Draht in dem defekten Gasflammer, erklärte ihn wieder für
funktionsfähig, nahm 20 Euro für seine Dienste und fuhr wieder. Das
Positive an der Sache war, dass Anni jetzt weiß, wie man den Flammer
reinigt, und dass es nicht 30 Euro wie erwartet gekostet hat.
Das war es aber heute auch schon aufregendes.
So tranken wir im Schein der untergehenden Sonne ein leckeres Bierchen
und um 22:00 Uhr wurde es dann wieder Zeit für´s Heia-Bettchen.
31.05.08 Fehmarn
Heute morgen war wieder „Action“ auf dem Platz.
Einige kamen, einige reisten ab – schließlich ist ja Wochenende.
Ich machte mich auch gegen 7:30 Uhr auf die Socken in die Edel-Dusche.
Ist ja nicht so, als ob wir da nicht jeden Tag hingingen, von den
anderen hausfraulichen Sachen ganz abgesehen, die da so täglich
anfallen – ich sage nur Spülen... Aber heute morgen hatte ich 4
Duschen ganz für mich alleine, auch der Fön gehörte mir alleine, und
keiner war da – auch Anni nicht, die knackte noch tief und laut. Als
ich gegen 8:00 Uhr wieder kam, scheuchte ich sie dann doch aus der Koje,
schließlich wollten wir mit dem Bürgerbus hier nach Burg fahren. Da
findet nämlich das sizilianisch-fehmarnische Volksfest statt und so was
lässt man sich doch nicht entgehen! Wir also geschniegelt und gebügelt
kurz nach 10 Uhr los zum Bus. Und der kam und kam nicht. In der
Rezeption erfuhren wir dann, dass er Samstags gar nicht fährt. Schöne
Sch... Also, dachten wir uns, dann heben wir eben den Daumen und lassen
uns mitnehmen. Camper helfen sich doch immer gegenseitig. Von wegen –
es kam kein einziges Auto. Wir also enttäuscht zurück zu unserem Platz
und "Mücke" klargemacht. Ist ja nicht so, als wären wir
nicht mobil! Unterwegs machte ich noch ein paar Fotos von den letzten blühenden
Rapsfeldern und diesem wunderbaren Klatschmohn, der so selten geworden
ist.
In Burg fuhren wir direkt auf den Parkplatz Ost, der hat, und das wissen
wir, einige Reihen nur für Wohnmobile, also groß und breit. Kosten 1.-
Euro für 2 Stunden. Dann kreuzten wir die Gassen und landeten nach
wenigen Minuten direkt auf dem Markt – dem Mittelpunkt von Burg. Und
dort war dann der Bär los, da ja sizilianische Woche ist. Wir also hin
und neugierig geguckt. Groß ist der Platz nicht. Und irgendwie sah es
so aus, als wenn die deutschen Frittenbuden und Getränkestände auf der
rechten Seite waren, und die Käse-Schinken und Süssigkeitenstände der
Sizilianer gegenüber. Natürlich konnte ich mir nicht verkneifen die
„zwei kleinen Italiener“ – die mittlerweile groß geworden sind,
zu fotografieren. Toll, wie lieb doch italienische Männer sein können...
dass auf dem Foto hinter ihnen das Wort „Viagra“ stand, ist der
Freud´sche Gag. Eigentlich hieß das Wort „ viagrande“, aber leider
ging nicht alles aufs Foto...! Später führte uns der Weg ins einzige
Kaufhaus auf Fehmarn und Anni erstand dort eine neue Sommerhose – kein
Wunder bei diesen Temperaturen hier. Ich hatte eher ein Zwicken in der
Schulter. Fühlt sich an wie eine Zerrung, habe mir dann halt fürs
gleiche Geld ´ne schmerzlösende Salbe gekauft.
Anni wollte unbedingt noch ein Fischbrötchen kaufen, und ich wollte zurück
zur Mücke, da die Parkzeit fast abgelaufen war. Und was soll ich Ihnen
sagen, da stand sie schon, die Oberaufsicht. Aber wir hatten noch 10
Minuten, und so schloss ich erleichtert das Auto auf. Anni kam kurz
darauf auch – nur hatte sich das Fischbrötchen vervielfacht und verändert:
Pommes mit Currywurst – na denn dann.
Weiter ging die Fahrt Richtung Puttgarden, um mal da nach dem Rechten zu
sehen und um sich schlau zu machen, wie das denn am Montag mit unserer
Autogröße so funktioniert. Ist simpel. Danach wollten wir eigentlich
in diesen supergroßen Grenz-Supermarkt gehen und „schnöfen“, aber
bei Parkplatzgebühren von 4 Euro für zwei Stunden hatten wir keine
Lust mehr und fuhren wieder zurück zum Camping-Platz.
Und hier war es dann wieder wie immer – Faulenzen war angesagt, wenn
man mal davon absieht, dass Anni via jetzt funktionierendem DVB-T Fußball
guckt (Deutschland-Serbien) und rumflucht über die deutsche
Mannschaft......ich will ja nix sagen, aber bei DEN Verbesserungsvorschlägen,
die sie dauernd loslässt, sollte sich besser selbst spielen...!
01.06.2008 Fehmarn - letzter Tag vor der Abreise
nach Schweden
Über den heutigen Tag mag kann ich nun nichts Großartiges
berichten. Wir waren eigentlich nur mit aufräumen, umräumen
und sonnen beschäftigt. Dazu das obligatorische Schwätzchen mit
Nachbarn, die uns noch Tipps für Skandinavien mit auf die reise gaben.
Und dann war der Tag irgendwie schon wieder gelaufen. Noch ein paar Anrufe
und beizeiten in die Heia, denn morgen beginnt ja nun endlich unsere
Reise.
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Schweden -Route vom 2.-5.6.2008
Fehmarn- Stockholm
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02.06.08 Abreise Fehmarn
Richtung Schweden
Heute ist der große Tag der Abreise. So schön es
hier ja ist und so sehr wie die Sonnentage und die Erholung genossen
haben, jetzt wird es Zeit, um aufzubrechen. Um 6:00 Uhr in der Frühe war
ich wach, und als ich leise ein paar Minuten später zum Duschen gehen
wollte, krähte Anni aus ihrer Koje, sie wolle mitkommen. Ist ja nicht
ihre Zeit, aber innerlich gefreut hat es mich schon, und ich habe nun
wirklich keinen Krach gemacht – so weit war ich noch nicht...
Alles in allem waren wir um 8:30 Uhr auf der Piste. Alles erledigt,
bezahlt und uns von all den netten Jungs hier verabschiedet.
In Burg hatten wir noch ein volles Programm an Einkäufen. Und man glaubt
es kaum, auch um diese Zeit war schon wieder Hochbetrieb in den
Geschäften. Wir brauchten noch Wasser, Brot und Essens-Kleinigkeiten –
und auf Empfehlung unseres gestrigen Nachbarn kauften wir noch drei
Flaschen Whisky und 3 Flaschen Wodka. Angeblich kann man damit toll
Tauschgeschäfte machen. Wir werden sehen. Und so waren wir dann alles in
allem kurz nach 11:00 Uhr auf dem Weg nach Puttgarden.
Ist ja eigentlich simpel. Man fährt in die Bezahlspur, bezahlt 60 Euro
cash oder mit irgendwelchen Karten und erhält eine Quittung auf der
angegeben ist, in welcher Reihe man sich einordnen muss. Weniger üblich
ist wohl der am 15.Mai eingeführte „Bunkerzuschlag“ von 1 Euro, den
jeder zusätzlich zahlen muss. Auf meine Frage wer oder was hier gebunkert
wird, erhielt ich die Auskunft, das wäre ein Energiezuschlag – na denn.
Bei Bunker denke ich an alles möglich, nicht aber an einen verkappten
Zuschlag. Ebenfalls aufgefallen waren mir die 4 Herren, die zwischen den
wartenden Autos mit gewichtiger Miene rum schlichen und amtlich guckten.
Zwar in Zivil, aber das Beamtentum der Zöllner war kaum zu übersehen. Da
wir ein reines Gewissen hatten, na ja, wenigstens ein bisschen, guckten
wir lieber immer weg, wenn wir gemustert wurden.
Die Fähre kam um 11:00, um 11:15 Uhr waren alle an Bord – sogar ein ICE
im Schiff stand ein Stückchen neben uns, viele Busse deutscher Touristen
und jede Menge
Wohnmobile. Dazu eine Handvoll Laster. Um 12:00 Uhr waren wir dann in
Rödby/Dänemark. Aha, dachten wir, jetzt kommt die Zollkontrolle.
Mitnichten. Wir landeten fast unmittelbar auf der Autobahn Richtung
Kopenhagen. Bis dahin sind es knappe 200 km, und die zogen wir dann so
durch. Dank Annis Navi und den unübersehbaren Straßenschildern fanden
wir auch recht flott den Weg Richtung Malmö/Schweden. Auf dem Weg dorthin
ging es erst durch einen langen Tunnel, dann über eine lange Brücke und
schon waren wir in Schweden. Aha, dachten wir, jetzt kommt die
Zollkontrolle. Auch hier – mitnichten. Man wollte nur unser Geld für
die Fahrt über Brücke und Tunnel. Umgerechnet 35.-Euro zahlten wir. Ein
Spottpreis, wenn man bedenkt, wie schnell man in Schweden landet. Und
diese Kosten können wir hier locker ausgleichen, weil der Sprit hier sehr
viel billiger ist als bei uns: Fehmarn heute morgen: 1,45 Euro. Malmö
heute nachmittag umgerechnet 1,39 Euro. Wir haben aber schon gehört, dass
es ihn an anderer Stelle für 1,32 Euro gibt......wie immer.
Nun waren wir hier in Schweden und laut Annis Planung sollten wir noch bis
„Ystad“ fahren. Liegt an der Südseite von Schweden, auch gaaanz nahe
an der Ostsee. Da gibt es einen Campingplatz und wiederum ganz in der
Nähe „Gerümpel“ aller Art, das morgen besichtigt werden muss.
Auf dem Weg dorthin lernten wir unsere ersten Worte schwedisch. Mehrmals
fanden wir die Bezeichnung: „Rum & Frukost“.
Wir guckten uns erschrocken an, wenn es hier doch Rum gibt, wieso
fahren dann die Schweden nach Fehmarn und kaufen wie bekloppt Alkohol
aller Art? Und steht das „Frukost“ vielleicht für freies Essen? Schließlich,
wenn man so viel Rum trinken muss, dann braucht man zwischendurch ja mal
was zum Essen, sonst ist man ziemlich schnell weg vom Fenster und es hat
sich ausge-rum-t.
Aber irgendwie gefiel uns unsere Interpretation nicht. Und da Anni vor
Jahrhunderten mal mit dem Radl durch Schwedens Süden gestrampelt war,
erinnerte sie sich. Nein, das hat nix mit Trinken und Essen zu tun, das heißt
einfach: Zimmer mit Frühstück. AHA! Und so haben wir zwei Worte gelernt...
Der Campingplatz hier ist Standard, gut besucht – auch von Deutschen und
den natürlich allgegenwärtigen Holländern (gegen die habe ich nix, wir
wohnen ja schließlich am Niederrhein.)
Und, was soll ich Ihnen sagen, auch hier knallt die Sonne vom Himmel –
wolkenlos. Nur ist es weniger windig und so empfinden wir die Temperaturen
eher als drückend. Unser Plätzchen ist ebenerdig und unter Birken und
Kiefern gelegen, und es macht Spaß, draußen zu sitzen und die Seele
baumeln zu lassen. Zu unseren Füssen die obligatorische halbgefüllte
Aldi-Wasserflasche und in den Händen das leckere Bierchen im großen
Plastikbecher. Wir wollen ja schließlich unsere skandinavischen Nachbarn
nicht frusten. Und so beschließen wir den Tag, um morgen wieder zu fahren
und einen auf Bildung zu machen. Ich werde berichten...
03.06.08 Weiterfahrt via Käseberga
und Kivik nach Ahus
Was für eine Nacht. Was uns überhaupt nicht so
aufgefallen war, war, dass da ein Zug fast unmittelbar durch unser
Wohnmobil "bretterte" und zwar jede Stunde in jede Richtung. Und
Sie alle wissen, wie das schallt mitten in der Nacht. Dann klemmte Anni
sich den Ischias-Nerv und mit viel Mühe und Voltaren funktionierte dann
auch die weitere Nacht. Bis dann dem norwegischen Nachbarn am Morgen gegen
8:00 die gesamte Markise flöten ging – ein Windstoss und alles knallte
auf sein Auto, und die Stangen flogen nur so durch die Gegend. Wir hatten
nix abgekriegt von dem Segen, aber der Arme war noch gar nicht
aufgestanden und hatte nun schlaftrunken ein Malheur zu bewältigen. Aber
wozu gibt es denn Männer aus den Nachbarautos, die helfen? Starnberg, Bad
Uelzen und Pinneberg waren hilfreich. Wenn´s um Auto geht, sind eben alle
hilfsbereit......ich glaube, die Beule im Auto tat dann auch dem Norweger
mehr weh als der beschädigte Wohnwagen.
Gegen 9:30 Uhr waren wir wieder auf der Piste. Schließlich stand ja
Sightseeing an, und da kennt Anni kein Pardon. Wir also auf der
Landstrasse in Richtung Käseberga. Die Landschaft hier, vor allem bei dem
strahlenden Sonnenschein, ist einmalig. Stellen Sie sich vor, sie fahren
mutterseelenallein auf einer kleinen Nebenstrasse – rechts und links
sanfte Hügel auf denen Heu oder Getreide wächst. Der Wind bläst da
durch, und es sieht aus wie Wellen auf dem Meer. Dazwischen jeden Menge
Pferde und Rinder, weiße und braune. Das ist so kitschig schön, dass es
schon wieder wirklich gut tut fürs Auge des Betrachters. Aber irgendwann
21 Kilometer weiter hieß es, rechts ab und in die Natur. Anni mit
Gummischlappen und im T-Shirt, und ich mit Clocks und ebenfalls T-Shirt.
Es war so was von windig, dass ich flott zurückging, um die Windjacken zu
holen. Fetter Protest – aber da wir stellenweise wirklich Wind hatten,
der einen locker umhauen konnte, kriegte ich dann doch noch mein Dankeschön
fürs Jacke-holen. Wir also losmarschiert,
Hügel-auf-und ab, um die Ecke, und wieder rauf und runter.
Irgendwie hatte ich die Illusion, dass das ein kleiner Fußmarsch hätte
sein sollen, aber nicht mindestens 1000de Kilometer! Endlich kamen wir
aber dann doch an - am „Ales Stenar“. Ja, alles Steine
- war schon richtig. Es ist eine Ansammlung von 58 Granitblöcken
in unterschiedlicher Größe und Farbe, die angeordnet sind wie ein
Schiffsrumpf. Vermutlich stammen sie aus der Wikingerzeit, und über den
Grund dieses Denkmals streiten die Gelehrten bis heute. Fakt ist, es wurde
erst 1956 freigeschaufelt, und steht auf einem Hügel, von dem aus man von
der Ostsee fast weggeblasen wird – zumindest bei dem heutigen Wind.
Davor, dahinter und auch dazwischen tummeln sich Rinder, die recht
respektlos ihre „Fladen“ hinterlassen haben. Aber der Besuch dieser Stätte,
die meiner Meinung nach ein bisschen an „Stonehenge“ in England
erinnert, ist allemal einen Besuch wert – was zweifelsohne auch viel
Touristen, außer uns, so sahen. Nach knapp zwei Stunden waren wir wieder
zurück, und es ging weiter zur nächsten Sehenswürdigkeit.
Es gibt viele Punkte, die man in Südschweden ansteuern könnte, aber wir
wollen ja eigentlich nach Norwegen, und so beschränken wir uns auf einige
Punkte, wie z.B. den Ort „Kivik“ - vielleicht 50 Kilometer weiter.
Dort liegen unübersehbar nicht nur die größten Apfelplantagen von
Schweden, sondern hier ist im September auch der Bär los, wenn der
Apfelmarkt stattfindet. Uns interessierte aber mehr das „Königsgrab“
- Kungagraven -, das aus der Bronzezeit stammt und erst 1748 entdeckt
wurde. Das ganze besteht aus einem runden Stein-Hügel von an die 75 Meter
Durchmesser. Das Highlight ist zweifelsohne die gut 3 Meter große
Grabkammer, zu der ein gewundener Weg aus Steinen führt. Erinnert mich
irgendwie an Ägypten. In der Grabkammer befinden sich rechteckig
angeordnet 8 große Platten, jede mit Symbolen verziert, auf denen
Menschen, Pferde und Schiffe eingeritzt und mit roter Farbe sichtbar
„gemacht“ wurden. Laut Beschreibung wurde das Grab allerdings nach
seiner Entdeckung geplündert, und so ist ist nichts mehr den kostbaren
Grabbeigaben vorhanden – kennen wir doch auch aus Ägypten?
Danach hatte ich eigentlich die Faxen dicke und wollte endlich wieder
faulenzen, aber nix da, es war ja erst 15:00 Uhr, da geht noch was.
Also weiter nach „Ahus“. Ein kleiner Ort, der Anziehungspunkt wegen
seiner schönen Sandstrände ist – ja, DAS wäre es doch gewesen, aber
nix da.
Wir guckten uns statt dessen die Altstadt an. Die pittoresken Häuser,
den Hafen mit der Wodkafabrik „Absolut Wodka“ (ja wieso kaufen die
Schweden denn ihren Wodka in Deutschland???) und eigentlich am wichtigsten-
die Kirche dort. Drum herum noch alte Gräber, und man sieht, dass in und
an der Kirche Jahrhunderte gewerkelt wurde. Das äußere Höhen-Niveau
variiert sehr stark. Die Kirche als solche ist außen sehr groß mit einem
imposanten Kirchturm. Innen hat sie erst mal eine überdimensioniert hohe
Tür und einen eher schlichten weißen Charakter mit großen
Kronleuchtern. Man sieht noch uralte Zeichnungen an den Wänden. Den
vorderen Teil der Kirche ziert ein handgeschnitzer und toll bemalter Altar,
in dessen Mitte eine Art Wandteppich die Szene des Abendmahls darstellt.
Sehr schön ist auch die Kanzel, die aber neueren Datums ist. Der Schlüssel
zur Kirche hängt, einer Sage entsprechend, oben an der Decke an einem
Nagel. Die Kirche ist ungewöhnlich, nichts desto Trotz einen Besuch wert.
Wir waren laut Kirchturmuhr 30 Minuten da drin...
Danach hatte ich nun überhaupt keine Lust mehr bei DEM schönen Wetter.
Also suchten wir uns einen Campingplatz. Dazu muss man sagen: unerwarteter
weise findet man hier sehr viele Plätze. Die meisten offiziell
ausgeschildert. So auch dieser am Rand von Ahus. Er heisst
„Regenbogen-Camp“, kostet incl. Strom ca. 25 Euro, liegt ziemlich nah
an der Ostsee und befindet sich – man staune – als erste
Auslands-Dependence in deutscher Hand. Die Regenbogen-Kette ist im Osten
Deutschland beheimatet. Der Service ist sein Geld wert, und der Platz ist groß,
weitläufig, jetzt wenig frequentiert in einem Kiefernwald, aber mit all
den Dingen ausgestattet, die man für einen geruhsamen Urlaub braucht –
und keine Bahnlinie.
Wir fahren trotzdem morgen weiter...
04.06.08 Weiterfahrt von
Ahus bis Vadstena am Vättersee
Der ruhige Platz heute Nacht ohne Eisenbahn-Getöse
hat uns so richtig herausgefordert, lange zu schlafen. Erst um 8:00 Uhr
wurden wir wach. Dann aber ab in Richtung Dusche. Und schon die erste Enttäuschung.
Dieser 4-Sterne-Platz, der so einen guten Eindruck macht, verlangt 40 S-Kronen
für 3 Minuten heißes Wasser. DAS wäre sicher verbesserungswürdig! Wir
also ungeduscht zurück zur Mücke, feuchte Gesichtsreinigung-Tücher zur
notwenigsten Reinigung benutzt und dann in aller Ruhe gefrühstückt.
Uns fiel dann auch endlich auf, dass unmittelbar vor unserem WoMo der
dortige Sandweg ein vom Campingplatz ausgewiesener Joggerweg war, und so
betrachteten wir – nicht neidisch – die schwitzenden und schnaufenden
Jogger, die vorüber rannten oder so. Dazwischen das laute Klappern von Stöcken
– das waren die Walker, und ganz unverschämt eine Dame, die ihren Hund
auf dem „Pfad der Anstrengung“ Gassi führte...
Wir fuhren ab, und Anni wollte unbedingt noch den langen Sandstrand sehen,
der so angepriesen worden war. War auch nett. Dann fuhren wir aber
wirklich weiter Richtung Kristianstad, da sollte eine tolle Kirche sein
– die Dreifaltigkeitskirche aus der Zeit so um 1614, als der Dänenkönig
Kristian IV dort lebte. Das ist wirklich schon äußerlich ein tolles
dreischiffiges Gebäude. Wir fanden uns auch gut durch die Stadt – immer
der Kirchturmspitze nach. Und einen Parkplatz fanden wir auch, obwohl
gegenüber der Kirche der Hauptbahnhof war. Nur die vielen Schläfer auf
den Parkbanken rings herum veranlassten uns, getrennt in die Kirche zu
gehen. Die Kirche ist erste Sahne, eine Renaissancekirche, groß,
mehrschiffig mit einer bombastisch großen Orgel und einem Altar, den ich
leider nicht sehen konnte oder wollte. Es fand gerade eine Übungsstunde
mit dem Pfarrer statt. Bei ihm am Mikrofon eine weiß gekleidete Nonne und
ein Mädchen, ebenfalls im langen weißen Kleid. Der Pfarrer sprach ihr
vor, was sie wie laut und mit welchem Tonfall zu sagen hatte. Ich kann
zwar kein schwedisch, aber wenn immer das selbe geprobt wird – der
Pfarrer betet vor, die Mädels versuchen den selben Ton zu treffen, dann
üben die noch. Hinter mir stand plötzlich eine Frau mit einer dicken
Kladde in der Hand und
starrte mich richtig böse an. Hat mich beeindruckt, obwohl sie kein Wort
sagte. Ich machte mich dann doch durch den Seiteneingang vom christlichen
Acker.
Anni war da ganz anders. Sie benutzte den Vordereingang an den Wach-Damen
vorbei und fotografierte nach Lust und Laune – so gut es eben ging. Ich
bewachte derweil draußen unser Auto. Später erzählte sie mir, da würde
gerade eine private Feier vorbereitet mit lauter Kopftuch-Frauen.
Kopftuch? Katholische Kirche? Ich grübele immer noch, wenn ich daran
denke...
Wir also irgendwann weitergefahren Richtung Jonköpping am spitzen Teil
des Vättensee´s. Eine lange Autobahnfahrerei – und schon erinnerte
mich das alles ein bisschen an die USA. Immer geradeaus, satt und genug
Raststellen, alle mit MCDonald oder BurgerKing, Tankstellen, manchmal
riesigen Einkaufszentren – besonders wenn eine größere Stadt in der Nähe
war. Verkehr erstaunlich wenig und zivile Autofahrer.
Jonköpping ist die Stadt der Streichhölzer. Und vielleicht hätten wir
einen Abstecher gemacht. Aber wir waren müde vom Fahren, die Sonne
knallte vom wolkenlosen Himmel, und Anni hatte Hunger, und irgendwie träumten
wir beide nur von einem Platz direkt am See, mit der Nase dran und zu
unseren Füssen Wellen-Geplätschere. Am besten auch noch einen
Sonnenuntergang und keine Mücken. Diese Biester sind schon wieder recht
rege...
Und was soll ich Ihnen sagen: genau diesen Platz haben wir mehr durch
Zufall – oder war es Schicksal? - gefunden. Kurz hinter „Vadstena“,
einen Ort am Vättensee, in dem wir auf jeden Fall eine gotische Kirche aus bläulichem (!) Sandstein, das schneeweiße
Kloster der heiligen Brigitte und die herrlichen Parks besichtigen werden
– nur halt heute nicht mehr...
Wir stehen auf diesem Campingplatz namens „Vätterviksbadets Camping“
mit der Nase am Wasser, keine 30 Zentimeter davor, mit einem Ministrand,
ca. 3 Meter lang und 30 Zentimeter breit - nur für uns – aber man gönnt
sich ja sonst nix. Die Sonne klatscht vom Himmel, und Anni meint, es ist
so warm wie in Spanien. Nachher werden wir die Sonne hinter dem See und den
Bäumen verschwinden sehen, und es wird bestimmt ein kitschig romantischer
Abend werden – das Bier wird im Eisschrank schon kühl...
Und wer weiß, wenn die Mücken nicht sooo doll beißen und das Wetter
auch den 11. Tag so sonnig bleibt – vielleicht bleiben wir einfach noch
einen Tag länger hier...
05.06.08 Weiterfahrt
über Vedstena nach Skärholmen, kurz vor Stockholm
Nachtrag zu gestern Abend: bis 22:00 Uhr konnten wir
einen traumhaften Sonnenuntergang genießen. Hier ein paar Bilder...
weitere werden wir später, wenn wir wieder zu Hause sind, als Dia-Show zu
diesem Tag einsetzen.
Auch heute morgen wieder strahlend blauer Himmel. Wir
waren sehr früh wach, weil ca. 150 Meter oberhalb von unserem
Traumstellplatz die
Hauptstrasse vorbei geht und schon seit den frühesten Stunden LKW-Verkehr
vorbei bretterte. Meist 40 Tonner. Warum ausgerechnet diese Strecke eine
Rennstrecke für diese Monster ist, weiß ich nicht, aber überall gibt es
Starenkästen und Geschwindigkeitsbegrenzungen. Ob das wohl irgendeinen
LKW in der Nacht abhält, drauf zuhalten?
So waren wir jedenfalls bereits um 8:30 Uhr auf der Piste, zurück, um in
Vedstena Kultur zu gucken. Das Kloster beinhaltet heute ein Luxushotel und
war mit unserem 3,5 Tonner nur schwer durch die hübschen, engen Gassen zu
erreichen. Die dazugehörige Kirche war abgeschlossen. Die Kirche mit dem
bläulichen Sandstein lag/liegt in einer Sperrzone für unser Auto und zu Fuß
fanden wir es nicht mehr. Aber dafür haben wir dann das Schloss gefunden
und einen großen Parkplatz. Im Grunde ist das Schloss, "Palast der
Bjälbo-Sippe", ein Wasserschloss, ähnelt aber mehr einer Festung,
begrenzt von 4 dicken Rundtürmen. Auf der einen Seite gibt es eine
Steinrampe und auf einer anderen Seite eine hölzerne Zugbrücke. Auf
dieser Brücke hat man dann auch einen Blick auf die Öffnung zum See und
dort liegen natürlich Besichtigungsschiffe. Die erste Tour war aber erst
um 12:00 Uhr. Zu spät für uns, nachdem wir beschlossen hatten, doch
weiter zufahren. Horden von Touristen, mit jeweils einem Guide, waren
mittlerweile im Schlosshof eingetroffen, und so hörte man ein
Stimmengewirr von englisch, deutsch und vielleicht einheimisch. Und gerade
kam dann auch noch eine Busladung mit Kindern samt Lehrer. Eigentlich hätten
wir auch gerne eine Tour gemacht, aber der plötzliche Massen-Betrieb und
65.- Kronen = gute 7 Euro Eintritt
p.P. war es uns dann nicht mehr wert.
Wir also weitergefahren Richtung Stockholm. Waren gut
an die 200 km. Auch wenn es Autobahn war, irgendwie ist man dann immer
froh, es geschafft zu haben. Ausgeguckt hatten wir uns einen Campingplatz,
der auch W-Lan hat, und so können wir später alle gesammelten Werke noch
einstellen. Der Campingplatz heißt: „Bredäng Camping Stockholm“,
kostet um die 200 Kronen und ist schlappe 10 Kilometer von der City
entfernt. Und offensichtlich auch der Platz aller Touristen. Obwohl wir
sehr früh dran waren, waren inoffiziell alle Steckdosen belegt. Kreuz und
quer über die Strassen laufen die Kabel. Und diejenigen, die den freien
Platz nehmen, zu dem der Anschluss gehört, sind die Dummen und da wurde
es dann auch sehr laut. Andere Touristen saßen unter den Bäumen und amüsierten
sich über erboste Neuankömmlinge. Ich hatte das Glück an der Rückfront
einer „Hytter“ eine Steckdosenleiste der Handwerker, die gerade den
Platz erweitern, zu finden. Hier stand niemand, klar, weil ja kein Strom
da war. Aber an der Rezeption bekamen wir „grünes Licht“ ,eine der
Steckdosen nehmen zu können. Und nun stehen wir hier in exponierter Lage,
mit Blick auf all die anderen verzweifelt suchenden und schimpfenden –
vornehmlich deutsch-holländische Streitereien und verhalten uns so wie
die anderen amüsierten Leute – mit einem Unterschied: wir halfen einem
anderen Deutschen zu seiner Steckdose, und der sitzt jetzt auch – zwar
in einer anderen Reihe, aber zufrieden vor seinem Wohnwagen und trinkt
sein... Wasser! Und einem weiteren würden wir auch sagen, dass es da noch
eine weitere Handwerkersteckdose gibt die funktioniert – bloß ein uns
passender Camper war bis
jetzt noch nicht hier. Es ist im übrigen sehr, sehr warm (fast 30 Grad C)
und gegen eine kurze Dusche von oben hätte hier kaum einer was
einzuwenden.
Ich mache jetzt mal Schluss für heute, damit wir die
Sachen noch einstellen können. Es gibt morgen bestimmt einen Nachtrag zu
heute...
06.06.08 von Weiterfahrt von Skärholmen/Stockholm nach Sandarne/Söderhamn
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Schweden -Route vom
5.-7.6.2008 Stockholm-Umea
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Heute ist Feiertag in Schweden und alles ist ruhig und
friedlich hier und natürlich sehr warm und sonnig. Alles schläft noch von
den diversen Feiern überall heute Nacht.
Als Nachtrag zu gestern: ja, wir hatten unseren Nachbarn – einen Schweden,
und der kannte sich aus. Rapzap hat er die zweite freie Steckdose in
Beschlag genommen, seinen Caravan aufgestellt, sich fein gemacht und zack
ins Auto auf irgendeine Feier. Kurze Zeit später kam ein Franzose –
guckte nach oben ans Häuschen, sah, dass bei uns alles besetzt war und nahm
dann halt von der „Nachbar-Hytter“ deren Stromleitung, die auch da außen
angebracht war. DER muss schon mal hier gewesen sein!
Das Schöne an dem Abend aber war, dass 5 Freiluft-Ballons wie aus dem
Nichts hinter den Bäumen hervor stiegen, vier davon mit Leichtigkeit und
der fünfte mit fetten Problemen. Er kam kaum über die Bäume und man sah,
dass er fast permanent nachfeuern musste in den Gasballon, um wenigstens
diese Höhe zu halten bzw. um endlich hochzukommen. Trotzdem sah das gut
aus, weil dieser Ballon extrem groß war und wie ein Vollmond gelb hinter
den Bäumen aufstieg. Leider waren es insgesamt vier gelbe Ballons und nur
ein Roter, die aufgestiegen waren, etwas bunter hätten wir es für die
Fotos schon gerne gehabt...
Wir waren schon um 6:30 Uhr heute morgen wach und
beschlossen aufzustehen. Um 8:00 Uhr verließen wir das Camping-Gelände
nach getaner Arbeit wie Wasser nachfüllen, Fliegendreck vorne am Alkoven
abzusprühen, Toilette und Abfallwasser
entleeren. Und dann mussten wir nur noch mal Diesel tanken. Hier kostete der
Diesel 14,14 Kronen der Liter, auch was um die 1,40 Euro. Und dann ging es
auf die Piste, weiträumig um Stockholm herum.
Wir haben gestern noch darüber diskutiert, ob es Sinn macht, bei dieser
Hitze (9:30 Uhr = 28,4 Grad im Schatten!) und dem Feiertag durch die Stadt
zu latschen, die wir im übrigen aus mehreren Besuchen schon kennen. Oder
uns lieber den Luxus zu gönnen, im Herbst via Air Berlin ein verlängertes
Wochenende dort zu verbringen mit allem Zick und Zack. So haben wir
Stockholm den Schweden überlassen und sind statt dessen nach Uppsala gedüst.
Dort gibt es „Gamla Uppsala“, ein Tausend-Jahre-Trip in die
Vergangenheit: die dortigen Königsgräberhügel bezeichnen einen
heidnischen Kultplatz des Svea-Königreichs, das nicht mehr existiert. Dazu
eine supertolle uralte Kirche mit einem alten Friedhof und einer hölzernen
Stabkirche als eine Art Friedhofshalle, wie wir sie kennen. Daneben gibt es
noch ein Museum, das heute natürlich zu hatte. Aber dahinter, da waren
heute morgen die Wikinger los. Ich dachte, ich bin im falschen Film. Da
rannten Männlein und Weiblein und auch jede Menge Kinder in Säcken rum mit
Bindfäden in der Taille des jeweiligen Trägers gehalten. Einige Männer
guckten grimmig bei ihrer für mich undefinierbaren Arbeit. Ich machte mich
mit „Mücke“ aus dem Staub, wer weiß, was die von mir wollten. Später
sah ich, dass ich da, wo ich fuhr, nicht hätte fahren dürfen, weil ab
11:00 ein Wikingerfest stattfinden sollte. Aha, deswegen die seltsamen
Menschen und meine ungewollte Anwesenheit. Anni blieb noch und machte
wenigstens ein paar Bilder... ohne Wikinger, nur Königsgräber...!
In die Stadt Uppsala mit ihrer Kathedrale, dem Schloss
und natürlich der Universität sind wir nicht zurückgekehrt. Man könnte
hier locker einen kompletten Schweden-Urlaub unserer Grössen-Ordnung von
sechs Wochen verbringen, aber wir wollen ja eigentlich nach Norwegen...
Weiter ging die Fahrt auf Nebenstrecken Richtung Söderhamn, knapp 300 km nördlich
von Stockholm entfernt. Strassen – USA lässt grüssen – geradeaus,
beizeiten auf und ab, wenig Verkehr. Nur eines war anders. In den Wäldern
rings herum gab es unzählige Findlinge in allen Größen und Formen. Und so
haben wir beschlossen, etwas kleinere Stücke davon mit nach Hause zu nehmen
und zu beschriften etwa mit: “Findling aus Schweden“. Und wenn wir
gefragt werden, was das denn solle, werden wir sagen, den haben wir in
Schweden gefunden... (Augenzwinker...)
Irgendwie landeten wir dann an der Jungfrauenküste auf
einem jungfräulichen Campingplatz namens „Stenö Havsbad&Camping“. Außer
den Boden platt gewalzt, die Bäume abgesägt und Stromkästen angebracht,
ist hier noch nicht viel – außer W-Lan (aber zu teuer). Dafür vorne
einer der vielen Seen und jede Menge Badende – bei dem Wetter ist das ja
auch kein Wunder. Jetzt sind allerdings alle wieder verschwunden und die
vielen Camper hier sind wieder unter sich. Duschen werden wir hier nicht,
aber die Müll-Anlagen sind schon mal ganz toll. Ich denke, in einem Jahr
oder so, wird das hier wirklich ein Super-Platz sein!
Ach ja, die Jungfrauen hier haben auch noch keinen Dienst, obwohl die
Rezeption schon mal nette, junge Mädchen als Personal hat...
Morgen werden wir
weiterfahren – vielleicht bis Umea. Momentan ist es hier zugezogen, und
ein bisschen windig ist es geworden. So richtig bedauert das wohl keiner. Ob
das schon der schwedische Sommer war? Warten wir es ab, was uns morgen
erwartet...
07.06.08 Weiterfahrt via
Jungfrauen-Küste nach Umea
Heute morgen wieder blauer Himmel und Sonne. Das änderte
aber nichts an unserem zu frühen Wach-werden – nein, keine LKWs, keine
kreischenden Jünglinge, auch nicht die absolute Stille – nein, einfach
so.Und so waren wir vor 8:00 Uhr schon auf der Piste – nicht ohne vorher
noch die üblichen Dinge erledigt zu haben – Sie wissen schon.
Im Nachtrag kann ich da sagen, ich nehme meine gute sanitäre Bewertung
von gestern zurück. Die gegenüberliegenden Waschplätze für „Obst und
Gemüse“ waren extrem dreckig, mit einem gelben Film überzogene
Waschbecken verführen einen nicht, dort sein Gemüse zu waschen. Die
„Chemie-Toilette“ für Wohnmobil- oder Wohnwagen-Toiletten stank wie
eine Kloake und war ziemlich kaputt, und der Abwasser-Ablaufplatz für das
wenige Wohnmobil-Abwasser, das normalerweise anfällt, war
auch alles andere als empfehlenswert. Und am schlimmsten waren die
Ameisen, die nicht nur überall rum turnten, wo immer man stand und ging
auf diesem Platz. Schlimm war aber
dann auch, dass man sie nicht abhalten konnte, auch unser Wohnmobil
heimzusuchen. Klar, auch wir haben „Süsses“ an Bord.
Aber wir achten eigentlich immer darauf, kein Ungeziefer in die Mücke
zu bekommen – aber mach mal
was gegen Ameisen. Ich habe heute morgen noch den gesamten Teppich im
Innenraum heraus genommen, 12 weitere Ameisen, die sich schon häuslich
eingerichtet hatten, mit Genugtuung zerquetscht und alles gereinigt.
Sch... Arbeit morgens um 7 Uhr...
Und als Höhepunkt dieses Morgens - um 8:00 Uhr war noch niemand an der Rezeption. Jeder weiß
doch, dass Camper, egal aus welchem
Land sie kommen, morgens spätestens um 8:00 Uhr ihre frischen Brötchen
haben, oder wieder auf die Piste wollen... Schon ein Unding für einen
Platz, der jetzt schon behauptet, 4 Sterne zu haben!
Wie dem auch sei, wir fuhren erst mal zurück Richtung E4. Den
Chemie-Gestank der Fabrik vier
Kilometer weiter ertrugen wir und machten uns nur aus dem Staub. Es gibt
bessere Orte. Auf der E4, die manchmal ein bisschen Autobahn ist, dann
wieder Schnellstrasse, aber auf jeden Fall für zügiges Fahren gut ist,
fuhren wir bis „Jättendahl“, einer Abfahrt auf dem Weg zu der echten
Jungfrauenküste. Und die fuhren wir dann: zusammengefasst: war es wie
eine „Backroad in Utah“ mit einem Schlag „Scenic Drive“ – aber für
europäische Verhältnisse SPITZE. Wir haben die Jungfrauen-Küste
abgefahren, ihre echten kleinen Fischerdörfer heimgesucht und sind nach
fast drei Stunden wieder auf der E4 gelandet – und das für 30
Kilometer! Es war einfach toll! Die Strasse war wirklich jungfräulich
naturbelassen, eng, holprig und kurvig, wenn man mal von dem liebeskranken
Knaben absieht, der überall sein Herz auf die Strasse gemalt hat, mal
gebrochen, mal mit Pfeil durch. Ist nicht sooo einfach zum Zuge zu kommen
bei so einer Jungfrau...schmunzel...
Wir fuhren weiter mit dem festen Willen in „Umea“
auszukommen – jetzt noch ca 300 Kilometer weiter nördlich. Aber
unterwegs stießen wir auf die „Hoag Kusten“ und ein Führer an einem
Info-Platz beschrieb
auf deutsch, dass diese Küste „ Hohe Küste“ nicht nur Schären-super
ist, sondern auch immer noch jedes Jahr um 8 mm angehoben wird. DAS
mussten wir natürlich sehen, zumal dort am äußersten Ende einer dieser
Schären-Inseln ein toller Campingplatz sein sollte. Also runter von der
E4 und 30 Kilometer in die Walachei. Ja, die Gegend ist toll. See an See,
Schären ohne Ende und dazu die Sonne – super. Wir freuten uns natürlich
auf diesen Campingplatz. Allerdings haben sich da viele andere auch drauf
gefreut. Katastrophe! Die Rezeption war nicht besetzt. Das witzigste aber
fand ich, dass, obwohl unendlich viele Hütten zur Miete bereit standen, für
die vor- reservierten Hütten der jeweilige Schlüssel auf einem Brett vor
der Rezeption in einem Briefumschlag lag, beschriftet mit den Namen der
jeweiligen Leute, nach dem Motto, kümmere Dich selbst um Deine Hütte –
Und für die anderen Camper lediglich die Mitteilung NUR in schwedisch:
such Dir Deinen Platz selbst und zahle morgen zwischen 10:00 und 10:30
Uhr. In dieser halben Stunde ist jemand in der Rezeption.
Ich hatte ´nen dicken Hals, und Anni klemmte sich wortlos hinters Steuer,
Gestank auf den Toiletten und Müdigkeit und Lustlosigkeit auf weiteres
Fahren hin oder her - und
fuhr einfach weiter nach Umea. Fand ich erst mal ärgerlich und ne halbe
Stunde war Funkstille zwischen uns – obwohl sie natürlich Recht hatte.
Und dann fand ich es großartig, denn mit ihrer Entscheidung war klar,
dass sie das erste Fussball-Spiel der EM verpassen würde! Und das bei
Anni, die Fußball doch so großartig findet. Es dauerte schließlich noch
bis fast 17:30 Uhr bevor wir in Umea ankamen. Und wissen Sie, was sie als
erstes gemacht hat, als wir unseren Platz erreichten?? Sie schmiss ihr
schwedisches DVB-T an, und guckte schwedisches Fussball-Programm:
Schweiz:Tschechien.
Ich trank erst mal ein Bier, um meinen Frust loszuwerden. Und dann machte
ich was zu Essen und
inspizierte die Gegend. Ja, dieser Platz ist auf den ersten Blick o.k. Gehört
zur Kette: “First Camp“ - Umea. Hier herrscht Ordnung und Organisation,
und teuer ist der Platz auch nicht: 190 Kronen incl. Strom. Ein sehr
gepflegter Platz auf den ersten Blick, kinderfreundlich und
Internet-freundlich, sowohl W-Lan als auch normales Internet. Allerdings
ist das teuer. Eine 24 Stunden-Karte kostet 100 Kronen = ca. 10,75 Euro.
Der Nachteil dabei ist, wenn sie mal aktiviert wird, läuft sie los und
zwar nur auf dem Rechner, auf dem sie aktiviert wurde – und ohne mögliche
Unterbrechung.
So werden wir damit morgen früh beginnen zu inter-netten, und die offen
stehenden Berichte der letzten Tage samt Bilder, senden. Morgens früh ist
ja noch kein Fußball... Und vielleicht fahren wir weiter, aber vielleicht
bleiben wir auch noch ne Nacht....
08.06.08 Weiterfahrt von Umea
über Skelleftea ins Lappenland nach Arvidsjaur
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Schweden -Route vom 7.-9.6.2008 Umea-Arvidsjaur/Lappland
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Welch ein Sonnentag erwartete uns heute morgen
wieder. So haben wir wieder klar Schiff gemacht und sind weitergefahren
Richtung Norden nach Skelleftea, dem nächst größeren Ort auf dem Weg in
den Norden. Gestern Abend haben wir noch beschlossen, nicht via Lulea auf
der E4 und dann auf der E10 nach Narvik zu fahren, sondern quer durchs
Land nach Narvik. Ist mal was anderes nach all den Tagen auf der selben
Autobahn an der Küste entlang.
In Skelleftea gab es zwei Dinge zu erledigen: einkaufen bei „Coop-Centrum“
und bei „Max“ - einem McDonald-Verschnitt - Hamburger essen. Wir
dachten, es wäre sehr teuer in Schweden Lebensmittel einzukaufen. Aber
unterm Strich ist es auch nicht teu |