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28.
06.08 Abstecher nach
Alesund und wieder zurück nach Andalsnes Ein ganz gewöhnlicher Tag.
Das Aquarium nennt sich offiziell
„Atlantikpark“ und soll eines der größten Aquarien in Nordeuropa
sein. Grosse Tanks sollen das Leben im Meer und in den Fjorden zeigen,
und man kann auch einmal am Tag einen Taucher beim Füttern zusehen. Außerdem
gibt es Kinderbecken mit „Tiere anfassen“. Laut aktueller
Beschreibung sollte der Eintritt 90 Kronen (ca. 11.- Euro) p. P.
betragen. Aber handschriftlich geändert/überschrieben zahlten wir nun
120 Kronen (!) ( ca 16.- Euro) p.P. Ärgerlich, aber wenn es lohnt...
Wir fuhren zurück in die Stadt, die brechend voll war mit Touristen und Autos. Der ausgewiesene Parkplatz für Wohnmobile existierte nicht bzw. war mit LKWs verstopft, die Häuser in der „Altstadt“ waren schön anzusehen bei unserer Durchfahrt. Diese Altstadt war Anfang des 1900 mal komplett abgebrannt. Dank grosser finanzieller Unterstützung seitens ganz Europa konnte die Stadt wieder im alten Stil neu aufgebaut werden - nämlich im Jugendstil. Überall an den Häusern sieht man Malereien. Nicht verscheigen sollte man allerdings, dass es im Innenbereich der Stadt zahllose mehrstöckige Hotelbauten gibt, und unzählige riesige Parkhäuser!, die das Stadt-Bild wieder kaputtmachen. Ferner ist Alesund ein "Anlaufhafen" der Hurtigrute und anderer Kreuzfahrtschiffe. Demzufolge ist der Hafenbereich sehr gross. Interessiert hätte uns eine Schiff-Fahrt zur Insel "Runde", berühmt wegen seiner millionenfachen Vogel-Kolonien. Dort findet man Papageientaucher und sogar Basstölpel, ganz zu schweigen von den Wahnsinnsmengen an Dreizehen-Möwen. So eine Rundfahrt macht - allein schon wegen des Preises nur Spass und Sinn, wenn die Sonne scheint.
Also fuhren wir wieder Richtung Andalsnes.
Zwischenzeitlich kam uns eine Kolonne Biker entgegen. Es waren so etwas
gegen Hundert Motorräder, die uns da entgegenkamen, und wir überlegten,
ob die alleine schon eine Fähre voll kriegen würden. War jedenfalls
was Ausgefallenes, und der „Sound“ der Fahrzeuge war schon etwas
Besonderes. Gefunden haben wir noch das Cafe „Tante Klara“ irgendwo
unterwegs. Wir leisteten uns dort zwei Tassen Kaffee für 38 Kronen (ca.
5.- Euro). Aber nix deutsch mit Tante Klara, aber holländisch passte...
29.
06.08 Weiterfahrt über
Trollstigen zum Geirangerfjord
Heute Nacht war wieder mal schönes Licht vom
blauen, wolkenlosen Himmel. Gegen drei Uhr wurde ich wach und konnte
beobachten, wie sich Sonne und eine dicke Wolkenwand aus dem Tal trafen.
Meist gewann die Sonne, und so entstanden tolle Eindrücke der gezackten
Berge mit ihren Schneekappen.
Unser erster Einstieg an diesem Morgen war der „Trollstigen“,
der nur so was um die 15 Kilometer von Andalsnes entfernt liegt. Man fährt
wenige Kilometer hinter Andalsnes rechts ab auf die RV 63, die auch die
„goldene Route“ genannt wird bis deren Ende in Grotli, jenseits von
Geiranger.
Ist man endlich oben, gibt es touristisch alles zu kaufen, auch die hübschen, hässlichen, kuriosen, seltsamen Trolle, die hier oben besonders aktiv sind, sagt man.
Und natürlich gibt es viel zu gucken, auch die soeben durchfahrenen Haarnadelkurven von einer extra angelegten Plattform an einem Seitenweg. Natürlich haben wir auch unsere selbst gesammelten Glückssteine dort oben aufgehäufelt. Glück braucht man ja immer reichlich.
Auf dem riesigen Parkplatz standen sehr, sehr viele Busse, aus denen Touristenschwärme aus aller Herren Länder ausstiegen. Man musste schon zusehen, dass man nicht unterging in der Menge, die ja alle das selbe Ziel hatten – Haarnadelkurven gucken. Eigentlich fehlte nur SONNE! So wirkte alles ein bisschen düster wie gehabt. Nichts desto Trotz, wir waren begeistert.
Die steile Strasse ging weiterhin noch eine Weile bergauf, aber die Landschaft war nicht zu vergleichen mit dem Trollstigen. Erst als es langsam wieder bergab ging und die Sonne ein bisschen blinzelte, wurde es wieder freundlich draußen. Auf halber Strecke ins Tal und zum Geiranger Fjord gab es noch mal Auflauf. Sechs Busse spien mindestens 300 Menschen aus, die nur ein Ziel kannten: schnell eine klitzekleine Schlucht zu sehen und zu fotografieren. Wir waren traurig, denn es war wirklich unmöglich einen Parkplatz zu ergattern, und so fuhren wir ein bisschen enttäuscht weiter – diesmal eben keine enge Schlucht durch die das Flusswasser gurgelte.
So landeten wir in einer Ortschaft namens Valldal. Dort geht eine Fähre nach Geiranger-Ort ab und man kann somit auch via Schiff hierher fahren. Sicher eine Super-Tour. Eingedenk dessen, dass da vielleicht 50 Personen vor dem Kassenhäuschen standen, die alle diese Tour machen wollten, konnten wir uns ausrechnen, dass es heute sehr spät werden würde – wenn überhaupt - für Geiranger-Ort samt Campingplatz. Und so fuhren wir weiter zur regulären Fähre von Valldal nach Eidsdal ca. 3 Kilometer weiter. Die ganze Überfahrt dauerte 10 Minuten, kostete 78 Kronen (ca. 10.- Euro) und wir mussten nicht mal warten, die Fähre kam gerade.
Und weiter ging es auf einer traumhaft schönen
Strasse mit recht wenig Verkehr. Bis wir den obersten Rand erreichten,
bevor es runter ins Tal ging. Das war dann wieder erste Sahne. Unten im
Fjord lagen vier große Kreuzfahrt-Schiffe, und die Sonne blinzelte dazu
als wir unsere Fotos machten. Ein supertolles Panorama. Der Weg ins Tal
hat nach meinem nachzählen auch 9 Haarnadelkurven, aber nicht so
spektakulär wie auch der anderen Seite. Dieser Weg heißt „Örnveien
– Adlerstrasse“.
Norwegen ist ja nun wirklich nicht arm an Fjorden, große,
kleine, zerklüftete, langweilige, traumhaft schöne. Dem Geirangerfjord,
der eigentlich nur ein Ableger des „Storfjords“ ist, sagt man nach,
dass er der schönste Fjord ist mit seinem glitzernden, grünen Wasser,
seinen Wasserfällen und seiner Lage zwischen hoch aufsteigenden
Bergalmen einerseits und Bergen andererseits. Und so qualmten „Mücke“
auch die Socken, sprich Bremsen, als wir endlich unten im Tal in der
Ortschaft Geiranger waren. Auf halbem Weg konnten wir noch ein großes
Kreuzfahrt-Schiff sehen, das den Fjord gerade verließ. Sieht alles
gigantisch und schön aus und lohnt jede Anstrengung und auch das
touristische Gedränge überall. Die Entfernung von Andalsnes bis
Geiranger beträgt gerade mal schlappe 85 Kilometer, und die Strasse
ist, von der Steigung und der Abfahrt abgesehen, einfach schön und
erlebnisreich und aufregend.
Heute Abend ist jedenfalls erst mal das Endspiel Deutschland-Spanien, und ich habe mit der Rezeption vereinbart, dort vor dem Fernseher gucken zu dürfen. Nur unsere Stühle müssten wir mitbringen, sagte die freundliche Rezeptionistin. Machen wir doch glatt, schließlich muss sie jetzt bis 23:00 Uhr oder so ausharren... 30.
06.08 Weiterfahrt
auf unserer schönsten und aufregendsten Strecke zum Ort Lom
Auch heute kann ich nur sagen: Wahnsinnstag!
Dieser Weg da hinauf ist aber so was von eindrucksvoll, dass ich dafür glatt den Trollstigen und den Adlerweg von gestern weg schmeiße! Auf dieser Auffahrt, die gute 10-15 Kilometer lang war, gab es Kurve hinter Kurve – Spitzkehren natürlich – dazu mindestens ebenfalls 10% Steigung. Manchmal heulte „Mücke“ und wollte den ersten Gang. Aber es war supertoll und aufregend und jedem zu empfehlen. Wir fanden, dass wir bis jetzt unsere Tour „richtig rum“ gemacht haben, nämlich gegen den sonst üblichen Weg der Touris. Und so hatten wir weniger Autos am Hals und vielleicht auch den besseren Blick – ist natürlich subjektiv.
Und als wir endlich oben waren, empfing uns Regen, Nebel und trotzdem eine Spitzenaussicht. Vor uns ein gefrorener See, dem man ansah, dass er eigentlich nie ganz abschmilzt. Die Eisschicht war an einigen Stellen weg, da viele Wasserfälle von allen Seiten dazu liefen. Aber an manchen Stellen war das Eis blaugrundig und somit auch schon länger nicht mehr abgeschmolzen.
Wir haben uns nicht aufgehalten in der Hütte, da waren schon drei Busse voller Touris vor uns drin. Statt dessen fuhren wir weiter auf einer weiterhin wahnsinnig engen Strasse – meine Gebete an diesen Stellen kennen Sie ja schon. Die Strasse läuft quasi am See entlang weiter bis sie dann langsam in Gefälle übergeht, aber sehr moderat. Ich habe kein einziges Foto machen können, die Strasse erforderte schon meine ganze Aufmerksamkeit, aber Anni hat filmerisch und fotografisch „zugelangt“ - sie brauchte sogar meinen Kamera-Chip. Und SIE werden heute extra viele Bilder finden.
Irgendwann kam urplötzlich um den See herum eine
Kreuzung – die A15 rechts nach Stryn links nach Grotli. Wir fuhren
rechts herum, da wir ja die Extra-grüne Strasse machen wollten. Als
erstes mussten wir durch 3 Tunnel – 4,5+3,5+2,5 Kilometer lang, und
das ziemlich steil bergab da drinnen. Als wir raus kamen aus dem letzten
Tunnel und damit rechneten, nun am See „Breidalsvatn“ gemütlich
ebenerdig entlangzufahren, sahen uns aber mächtig getäuscht.
Sie führt in ein Sommer-Skigebiet auf einer als „besonders sehenswert“ ausgewiesenen „braunen“ Strecke, die eben auch „grün“ war auf unserer Karte. Als erstes sahen wir linker Hand einen mächtigen Wasserfall, konnten aber leider nicht halten. Bei fast 15% Steigung qualmten nicht nur die vor mir fahrenden Busse. Also nicht stehen bleiben, sondern weiter mit 20 Sachen die extrem schmale Strasse hoch, samt genau so enger Kurven hinter den Bussen hinterher – denn wo die durch können...
Gottseidank für die Busse und mich kam kein einziges Auto entgegen. Und so schafften wir nach ca. 5 Kilometern alle auch die Stelle mit der Sommerski-Piste. Die Anlage war sogar in Betrieb und für uns unerwartet gab es mehr als eine Handvoll Skiläufer dort und der Lift lief auch – allerdings sah man nicht die Hand vor Augen. Der Nebel hatte alles eingedickt. Und so blieb es dann leider auch vorläufig auf unserer weiteren Strecke – Nebel ohne Ende und nur schemenhaft konnte man die Schönheit dieses Hochplateaus wirklich erkennen. Wir fuhren durch meterhohe Schneewehen rechts und links der Strasse, wir sahen einsame Seen, noch einsamere Häus´chen und eine Landschaft – grandios. Ich kann es einfach nicht richtig beschreiben. Und ich wage mir nicht vorzustellen, wie diese Traum - Naturlandschaft bei Sonnenlicht aussehen mag – und das alles in nur 1150 Meter Höhe.
Irgendwann hatten wir allerdings eine glitschige nebelfeuchte Schotterstrasse als Fahrstrecke und Gegenverkehr von „unten“ – und falls Sie denken, ich habe was gegen Holländer, bloß weil sie bei uns zu Hause um die Ecke wohnen – mitnichten! Die sind bloß immer schon vor uns an den Plätzen, wo es wirklich schön ist! Und so war es auch hier, Holländer ohne Ende, mit PKW und Wohnmobil. Und dann kamen doch tatsächlich zwei deutsche Mobile und man mag auch das nicht glauben, das waren die Jungs vom Campingplatz Pepe in Spanien, die wir schon mal auf den Lofoten getroffen hatten. Und die erste Frage war dann natürlich auch:“ ja wo treibt ihr euch denn herum?“ und die Antwort entsprechend: „ immer da, wo ihr auch rumkriecht“. Wir haben gelacht und jeder fuhr wieder seines Weges, die in den Nebel hinauf und wir ein bisschen runter.
Und endlich ließ auch der Nebel nach und wir
hatten wenigstens ein bisschen Gelegenheit diese grandiose Landschaft zu
sehen. Und wir dachten bisher, wir hätten schon tolle Flecken in
Norwegen kennen gelernt. Das hier war der absolute Höhepunkt – und
wir sind froh, diesen kleinen Umweg gemacht zu haben!
Zwangsläufig landeten wir nach unserem
2-Stunden-Extra-Ausflug wieder auf der A15 Richtung Grotli. Und ich
konnte mal richtig so entspannen und Gas geben. Und „Mücke“ war auch ziemlich froh, diese elende Schinderei im zweiten
Gang hinter sich zu haben. Lange ging das dann allerdings nicht so. Plötzlich
ein Schild: Pollfossen. Wir rein, denn bei „Fossen“ (Wasserfall)
werden wir immer weitsichtig und hellhörig. Wir landeten vor
einem Restaurant von 1889 mit `nem Troll vor der Tür, und wir
dachten, das wars.
Als wir zurück kamen, wollten wir uns in dem
Restaurant einen Kaffee gönnen, auch wenn der immer und überall ein
Vermögen von mindestens 5.- Euro für zwei kleine Tassen kostet. An der
Tür stand ein Schild: wir sprechen holländisch, deutsch und spanisch.
Auf dem Parkplatz standen 8
Autos – unseres mitgerechnet – und 7 davon mit mit holländischem
Kennzeichen. Irgendwo muss hier ein Nest sein..... Wir fuhren weiter.
Wir fuhren in den Ort Lom, weil wir Hunger hatten.
Anni wollte unbedingt wenigstens Pommes essen. Aber bei `ner Handvoll
gelber Stäbchen, die mal so eben 40 Kronen (5.-Euro) kosteten und von
denen man nicht mal weiß, wie sie schmecken, nahm Anni dann doch
Abstand. Wir gingen zurück ins Wohnmobil und machten ein Glas Würstchen
aus unserem heimatlichen Bestand auf, und die haben auch kalt
geschmeckt.
01.07.08 Weiterfahrt
von Lom auf dem „Sognefellsvegen“ nach Sogndal/Sognfjord
Die Sonne weckte mich schon um 6:45 Uhr als sie mir voll ins Gesicht schien. Ich lasse die Gardinen immer ein bisschen offen, und so erwischte sie mich voll. Ich war umgehend hellwach – Sonne! - genau das, was wir uns für diese Bergtour heute gewünscht hatten. Ich weckte Anni, die bei dem Wort SONNE auch ziemlich flott wurde. Und so waren wir schon gegen 8:00 Uhr fertig und startbereit. Wir fuhren Richtung Sognedal, ausgewiesen offiziell als „braune“ Strecke und bei uns in der Karte als „grün“ markiert, – am Jotunheimen NP vorbei und an seiner grandiosen Aussicht – dazu später...
Aber vorher sahen wir plötzlich 2 Wohnmobile am
Wasser stehen mitten in der Natur. Na, und wem gehörten die? Natürlich
den Ludwigsburgern bzw. Pinnebergern, die wir aus Pepe/Spanien kennen.
Wir hupten mal von der Strasse aus, aber nix rührte sich – die
schliefen um halb neun wohl noch fest. Anni machte ein „Beweisfoto“,
und wir fuhren weiter.
Jotunheimen Nationalpark – eine Welt für sich.
Insgesamt ist das Gebirgsmassiv namens „Hurrungane“ mit 20 Gipfeln
über 2.000 Meter ausgestattet und sicherlich ein Mekka für Berg-Fan´s,
egal ob Wanderer oder Bergsteiger. Gleichzeitig ist aber die Strasse
dahin, dadurch und wieder runter aus diesem Panorama eine nationale
Touristenstrasse (braun) und trägt die Bezeichnung RV 55 und geht von
Lom bis Luster! Sie ist so was von beeindruckend, weil sie nordisch,
wild und bestimmt voller Trolle ist....
Zwischenzeitlich waren dicke Wolken aufgezogen und wir alle wollten nur noch auf die Piste. Und so fuhren wir dann wieder unserer Wege, die drei und wir mit unserer 102 PS-Mücke hinterher – gaaanz geruhsam.
Schön ist und war es dort oben in Jotunheimen. Berge mit Schneekappen bis zum Horizont, Strassen wie in Texas – geradeaus und Berg und Tal, zugefrorene Seen und Schneewehen rechts und links der Strasse und daneben und oben drüber allenthalben. Stellenweise hatten wir zwischen den mittlerweile dicken Wolken dann Sonnen-Blicke und schon veränderte sich die Welt dort oben farblich dramatisch. Ein bisschen Gletscher vor Augen und eine Menge Langläufer, witzigerweise auch zu Fuß. Hatten dort oben wohl ein Trainingscamp. „Dort oben“, hört sich nach Alpen an – war aber nicht. Es war am höchsten fahrbaren Punkt mal gerade 1.434 Meter. Ich hatte ja gedacht, der See am Dalsnibba oberhalb von Geiranger wäre was Besonderes. Ist er nicht, hier oben gab es eigentlich See an See. Und ebenso schön und vereist wie der See gestern. Nur, dass heute stellenweise die Sonne schien.
Irgendwann, als der Weg mal mächtig abwärts ging mit offiziellen 8%, die es nie und nimmer waren, eher 12%, meinten wir,„Mücke“,und uns was Gutes antun zu müssen und `ne Pause einzulegen. Die beiden Tassen Kaffee kosteten wie gehabt 40 Kronen (5.-Euro). Aber das Ambiente dieses Hotels „Turtagro“ war schön. Sogar eine große Bibliothek mit Unmengen Büchern stand den Gästen zum Lesen zur Verfügung – ich kann bloss kein norwegisch, seufz...
Und weiter ging es dann ins Tal, vorbei an unzähligen Wasserfällen, Wiesen mit Almen wie im Lederhosen-Land und Gefälle wieder locker um 12-15%. Mücke hatte sich trotz Pause ein Gummi-Stink-Aroma zugelegt und wir waren froh, bei dem Ort „Fortun“ - wie witzig – auf die normale Strasse zurück zu kommen. Die gesamte Strecke bis hierher – und noch ein Stückchen weiter bis zu dem Ort „Graupe“ ist in den Landkarten als „grün“ eingestuft. Und bis „Fortun“ haben wir geschlagene 4 Stunden für die läppischen 80 Kilometer gebraucht – ich denke, das sagt alles. TOLL! Wir fuhren weiter an und um einem Fjord namens „Lustrafjord“. Fjorde kann ich nicht mehr sehen, aber dieser hier hatte knatschgrünes Wasser und war somit anders als all die anderen vorher. Schön. Weitere eineinhalb Stunden brauchten wir dann noch bis „Sogndal“ und ich hatte hier die Faxen dicke und wollte nur noch „Feierabend“. Es war eine fahrerisch anstrengende aber supertolle Tour. Und obwohl wir ziemlich „abgefüllt“ sind und unsere Aufnahmekapazität von Natur und Kultur gegen Null geht – es fasziniert doch immer wieder auf Neue.
Gelandet sind wir auf dem Campingplatz: „Kjörnes“, an der E5 gelegen, auf dem Weg nach Kaupanger. Ein Superplatz, vielleicht der beste bisher hier in Norwegen. Und ziemlich neu in den sanitären Ausstattungen, auch wenn auch hier für warmes Wasser zum Duschen wieder 10 Kronen extra bezahlt werden müssen. Er liegt direkt am Sognefjord und ist bestimmt schön, wenn die Sonne scheint. Zumindest ist es hier sehr ruhig.
Morgen beginnen wir unsere „Stabkirchen-Tour“.
Und ich werde mich bestimmt wieder aufregen über die Eintritts-Preise
und das Fotografier-Verbot. Aber zumindest die Kirche in Borgund werde
ich mir zähneknirschend gegen Gebühr auch von innen antun. Sie ist die
einzige, an der man seit ihrer Entstehung keinerlei bauliche Veränderungen
vorgenommen hat.
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