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02.07.08 Weiterfahrt nach Fagernes
Ein sehr, sehr sonniger Tag ist das heute... Wir gingen zu der Zeit schon nach vorne ins Service-Haus zum Spülen, der Platz ist wirklich sehr empfehlenswert, auch wenn er gegen Abend brechend voll und die Ruhe des Nachmittags dahin war. Der Platz ist sauber, in allen Service-Bereichen gut und reichlich ausgestattet, eine tolle Koch-Küche und davor viele Holzbänke und Stühle zum Essen und in der Nähe vom Wasser. Und so trafen wir denn auch vier Biker wieder, denen wir am Morgen hoch oben in Jotunheimen begegnet waren und quatschten halt so. Bis wir erzählten, dass wir drei andere Biker auch zweimal wieder getroffen hätten und das ungeplant und nicht abgesprochen am A... der Welt. Und der absolute Witz war, dass diese vier Biker „unsere“ drei Biker auch kennnengelernt hatten, am Campingplatz Saltstraumen, auf dem wir auch waren, allerdings viel früher. Soooo klein ist die Welt. Heute morgen fuhren wir dann los, willens unsere „Stabkirchen-Tour“ durchzuziehen und dann bis in die Nähe vom Großraum Oslo zu fahren. Auch Anni zieht es jetzt in deutsche Gefilde, weil sie endlich eine bezahlbare Pizza essen will und chinesisch und griechisch und bürgerlich und überhaupt... So unterschiedlich sind doch die Gründe, :-)). Aber es kam natürlich wie immer anders als geplant, und wir bereuen keine Minute davon.
Die erste Stab-Kirche befand sich bereits in
Kaupanger, wenige Kilometer von unserem Campingplatz entfernt. In diesem
Ort geht auch die Fähre nach Laerdal auf der anderen Seite des
Sognfjord ab. Es war gerade mal kurz vor halb zehn, aber schon standen
die „Guides“ startklar vor der Kirche. Ich habe mich ja schon
gestern darüber aufgeregt, aber ich muss mich wohl damit abfinden, dass
das bei allen Stab-Kirchen so ist. Hier sollten es 35 Kronen (ca. 4.50
Euro) pro Person sein. Wir fotografierten die Kirche von außen und
fuhren weiter. Zu dieser Kirche ist folgendes zu sagen: sie stammt
vermutlich von 1180 und ist der so genannte „Basilika-Typ“- mit erhöhtem
Schiff und dafür schmälerem Chor. Die sonst üblichen Andreaskreuze
fehlen. Im 17. Jahrhundert wurde die Kirche umgebaut und noch mal 1882,
allerdings sehr misslungen. Gefunden hat man allerdings bei Grabungen
unter dem Fußboden Spuren zweier früherer Kirchen. Der erste echte Höhepunkt danach war die
Stabkirche von „Borgund“. Sie ist die einzige Kirche, an der nie
etwas verändert worden war, und somit ist sie auch die am besten
erhaltene Kirche. Und darum auch ein Highlight. Als wir auf dem
Parkplatz ankamen, standen schon die ersten Busse da. Die Kirche lag ein
Stückchen weiter und war, für mich überraschend, sehr klein. Der
Eintritt betrug 65 Kronen bzw. für Rentner 55.-Kronen ( ca. 7.- Euro).
Wir einigten uns darauf, dass Anni ein Ticket kauft, um in die Kirche
gehen zu können. Auch hier war innen drin natürlich Fotografier-Verbot
– und ich wollte deshalb die Aufnahmen der Kirche von außen machen.
Und so haben wir es dann auch gemacht. Anni versuchte natürlich, was
von innen zu erhaschen, aber es war so dunkel, dass es unmöglich war,
heimlich Fotos zu machen – schade. Später kauften wir dann halt ein
Heft mit Abbildungen aller noch erhaltenen Stabkirchen. Zur Kirche ist folgendes zu sagen: auch diese
Kirche gehört zum Basilika-Typ oder auch Säulenkirche genannt. Der
hohe Raum wird von freistehenden Masten getragen. Besonders schön ist
das Kirchendach. Es besteht aus drei Stufen und auf dem obersten Dach
sitzt ein Dachreiter, der wiederum ebenfalls drei Dachreiter hat. Mit
anderen Worten: ziemlich verschachtelt, aber wunderschön. Auf den
Firsten befinden sich die drachenähnlichen Köpfe. Eine kleine Glocke befindet sich im obersten Turm.
Die anderen Glocken befinden sich separat in einem Glockenturm-Haus. Das
war aber abgesperrt, weil es gerade renoviert und restauriert wird. Da diese Kirche in 800 Jahren nie verändert wurde,
hat sie auch noch sehr viele Runen-Inschriften und Zeichnungen. Tolle
Kirche!
Wir fuhren weiter und plötzlich und unerwartet
landeten wir auf einem Hochplateau. Mal rechts mal links von uns
gurgelte ein Bach abwärts und zeigte stellenweise wunderschöne
Kaskaden, riesige Wellen oder donnerte durch ganz schmale Schluchten.
Als wir „oben“ waren – entpuppte sich dieser Bach als riesiger
See. Obwohl wir auch hier auf 1.000 Meter über NN waren, war dieser See – im
Gegensatz zu dem oberhalb von Geiranger liegenden nicht vereist, sondern
einfach nur ruhiger See. Eine lange Weile fuhren wir auf diesem Plateau
und das alles in strahlendem Sonnenschein. Und der Verkehr hielt sich
dabei in Grenzen. Bis auf eine kniffelige Stelle vor einer Brücke. Ich
hatte gehalten, weil Anni ein Foto machen wollte mit „Mücke“ und überhängendem
Felsen. Plötzlich wie aus dem Nichts tauchte hinter mir ein LKW auf,
mit Anhänger und total überhöhtem Tempo. Er kriegte gerade noch die
Kurve und auch die Brücke vor uns, ohne mich zu rammen und nur an mir
vorbei zu donnern. Viel wäre von „Mücke“ und mir nicht übrig
geblieben. Als wir wieder „im Tal“ waren fuhren wir
wiederum an Seen vorbei, vielleicht auch Fjorden. Wir konnten die Namen
dazu nicht auf unseren Karten finden, sorry.
Die nächste Stabkirche lag dann in Oeye, sie lag
direkt an der Strasse – unserer E16 und war natürlich wieder beschützt
von einer weiblichen Person, die aufpasste, dass wir ja nicht ohne
Eintritt in die Kirche gehen wollten. Wir sagten ihr, wir würden nur außen
herum gehen, und das machten wir dann auch. Zu dieser Kirche ist folgendes zu sagen: sie wirkt
erst mal klein und unscheinbar, und wirklich echt an ihr sind nur noch
156 Teile, die man 1956 an der jetzigen Stelle zusammengebaut hat. Was
mit dem Rest der echten Kirche passiert ist, weiß man nicht. Laut
Eingangstafel stammt sie von
1125, obwohl die Fachleute sie
eher im 12.Jahrhundert einstufen. Das besondere Merkmal dieser Kirche ist, dass sie
extrem niedrig ist – nur 7,60 Meter hoch. Hier liegt die
Fachmann-Vermutung nahe, dass sie irgendwann mal „verniedrigt“
wurde. Trotzdem weist sie Ähnlichkeiten mit der Kirche von Borgund auf,
und man vermutet, dass bei beiden Kirchen der Baumeister der selbe war.
Diese Kirche ist eine Rarität, denn sie ist dreischiffig, obwohl sie
auch der Typ „Basilika-Kirche“ ist.
Und weiter ging die Fahrt. Mal wieder durch Tunnel – heute waren es insgesamt 7 Stück, davon der längste fast sieben Kilometer lang – und kurz danach Polizei - und Halbstrassen-Sperrung. Es hatte gescheppert. Ein einheimisches Auto mit den grünen Nummernschildern lag links kopfüber auf dem Dach im Graben. Die Polizei war schon da, aber der Unfall musste kurz vorher passiert sein, denn Krankenwagen und Feuerwehr sahen wir erst mindestens 20 Minuten später anbrausen. Der Unfallgegner war ein Schwede, der gestern Abend auf unserem Campingplatz auch uns gegenüber und somit neben unserem „Touri“ gestanden hatte. Sein Auto sah nach Totalschaden aus, wenn auch sein Caravan unversehrt schien. Die ganze Familie saß wie ein Häufchen Elend am Straßenrand. Wir wissen nicht, was passiert ist, und wir fuhren auch von der Polizei gelenkt über den Busstreifen weiter. Aber die Bilder waren dann das I-Tüpfelchen auf mein Abenteuer mit dem LKW kurze Zeit vorher. Kurz danach allerdings erreichten wir den Abzweig zur nächsten Kirche, der Stabkirche „Lomen“. Die liegt allerdings nicht griffig direkt an der Strasse, dafür mussten wir erst mal links einen steilen Berg hinauffahren, parken und dann zu Fuß eine noch steilere Strasse hinauf gehen. Wir haben einige Male Verschnaufpause machen müssen, schließlich sind wir keine gestählten Wanderer. Endlich angekommen, lag an einer einsamen Wiese ganz oben am Berg, die Stabkirche „ Lomen“. Auch hier erwartete uns schon die unvermeidliche Kassiererin (waren übrigens bisher in allen von uns besuchten Kirchen Damen). Sie wirkte ziemlich enttäuscht, dass wir nur von außen gucken und nicht jeder 35 Kronen bezahlen wollten. Und so haben wir es auch gemacht.
Infos zur Kirche: sie liegt auf einer Anhöhe (!!!)- und stammt von ca. 1250. Sie wird von vier Säulen getragen, aber viel ist vom Ursprung nicht erhalten. Die kleine Apsis und der Mittelgang – die heute schon fehlen, wurden vermutlich im 14.Jahrhundert angebaut. Und danach wurde dauernd fleißig um- und angebau,t und seit 1750 ist da nicht mehr viel vom Ursprung erhalten. Durch die vielen Umbauten wirkt die Kirche heute klobig und kastenförmig. Die letzte Renovierung fand 1970 statt. Trotzdem hat auch sie tolle Intarsien, z.B. viele Holzschnitzereien am Eingang und an der hinteren Türe.
Beim wieder runter gehen zu unserem Auto erzählte
mir Anni, dass sie jetzt unbedingt etwas essen müsse. Am liebsten
Pizza, aber DAS Thema hatten wir schon heute morgen, also hat sie sich´ne Dose Fisch aufgemacht, und danach ging es weiter. In Ergänzung: mit
dem eingesparten Eintrittsgeld von insgesamt 180.- Kronen (25.- Euro)
pro Person hätte sie sich auch ´ne Pizza für 189.- Kronen leisten können...
Heute war mehr oder weniger „Fahrtag“. Also beschlossen wir dann doch auf der E16 weiter zu fahren – und das war eine gute Entscheidung. Denn unerwarteter weise war auch diese Route landschaftlich vom Feinsten - wieder Seen, wieder grün überall, wieder Almen, riesige Bauernhöfe, ebenso riesige Felder. Und jetzt war hier auch die Zeit der Heu-Ernte und überall wurde fleißig geschnitten, gewendet und gebündelt. Und der Geruch von frischen Heu hing in der Luft – toll. Dazwischen gab es dann mal wieder kleinere und größere Ortschaften auch mit hübschen Kirchen – irgendwie kriegt man einen Blick dafür.
Als wir in den Großraum Oslo kamen, wurde es straßenmäßig hektisch, voll und drängelig. Schon eine Umstellung, wenn man die ganze Zeit geruhsam unterwegs war. Diverse Tunnel – es waren mal wieder 10 Stück von wenigen 100 Metern bis fast 7 Kilometer Länge, begleiteten uns jetzt wieder. Und dann passierte das, was wir nicht ändern können – wir fuhren trotz aller Sorgfalt an der falschen Stelle in eine Maut-Station und haben Oslo erst mal um 25 Kronen geprellt. Wenige Kilometer weiter gab es eine erneute Mautstelle für noch einmal 35 Kronen, und der dortige Beamte sagte uns dann, das wäre kein Problem, wir würden die Forderung nach Hause geschickt bekommen und könnten dann bezahlen. Möchte nicht wissen, wieviel es dann sein wird... Auf jeden Fall wurde auch hier im Gross-Oslo-Bereich wieder unserer Meinung nach gut abkassiert. Irgendwann resigniert man dann aber schon... Und hätten wir jetzt plötzlich nicht so unbedingt heim gewollt, hätten wir auf unseren Navi gehört, der uns „außen rum“ schicken wollte – wären ja nur 100 Kilometer weiter gewesen... So bretterten wir also weiter – insgesamt 560 Kilometer, davon ein Teil Autobahn Richtung Heimat bis tief nach Schweden hinein. Irgendwo in Norwegen kurz vor der schwedischen Grenze trafen wir dann auf Mc Donald. Da konnte Anni nicht widerstehen!
Gegen 16:00 Uhr landeten wir dann in einem Ort namens „Varberg“ - küstennah.Wir hätten als Alternative noch einen anderen Platz haben können in unmittelbarer Nähe der E6, aber Anni fand, der wäre zu laut. Dieser Platz hier namens „Camping Varberg“ liegt fast am Meer, nur ca. 150 Meter Fußweg entfernt. Riesengross und von Dauercampern belegt. Eigentlich wollten wir auch auf die Seite der Tagestouristen. Aber die deutsche Rezeptionistin wollte uns was Gutes tun und platzierte uns auf dem nummerierten Hauptplatz, dicht am Ausgang und sehr nah an den sanitären Anlagen – damit wir es bequem haben. Gelandet sind wir damit ausgerechnet zwischen den schwedischen Dauercampern, für die wir wohl Exoten waren, sie würdigten uns keines Blickes. Wir waren müde und kaputt und draußen waren es 30 Grad und kaum Wind und da war uns auch das alles egal. Dass der Platz 35 Euro umgerechnet gekostet hat, war jenseits unserer Schmerzgrenze, aber wie gesagt....alles egal... Wir gingen noch einmal ans Meer, Beine vertreten und es war dort wirklich sehr schön, ruhig und friedlich. Einige Tapfere waren im Wasser und ich bewunderte diese Leute. Auch wenn die Luft zu dieser Uhrzeit immer noch 28 Grad hatte, das Wasser war sicher nicht wärmer als 15 Grad...
Und so gingen wir um 9:30 Uhr schlafen, wir wollten morgen ja recht früh auf die Piste.....
Na, das war vielleicht ne Nacht....
zweitens: an der schwedischen Westküste
entlangzufahren, um mal nachzugucken, ob es da auch so schön ist wie in
Norwegen und ein Stückchen weiter eine Steilküste zu besuchen –
alles auf dem Weg Richtung Helsingborg und damit dort zu der Fähre, die
uns dann nach Dänemark bringen sollte. Die nächste „Nähe“ an der
Küste war mehr als einen Kilometer entfernt und damit eigentlich nicht
beurteilbar, ob schön oder hässlich. Die dort liegenden Campingplätze
waren riesengroß a la heute Nacht, mit bestimmt 90% Dauercampern belegt
(sieht man an den schnurgeraden Reihen Caravans mit Vorzelt, Vorhaus
oder Schrebergarten). Und so mancher dürfte da ein Fahrrad brauchen, um
wenigstens mal die Rezeption oder vielleicht auch Dusche/Toilette in
akzeptabler Zeit zu erreichen. Nicht unsere Welt.
Ich frozzelte über Anni und ihr Karten-Info-Lesen. Und obwohl wir jedes Kuhdorf abfuhren – die im übrigen alle sehr hübsch und knuffelig waren und liebevoll ausgestattet, eines sogar mit einer Mühle – gab es einfach keine Steilküste, wenn man von ca. 20 Metern Höhe absieht, auf der ein Hotel stand. Und so zog Anni ´ne Flunsch und schickte mich zur Strafe durch ganz Helsingborg bis wir auf Umwegen dann endlich den Hafen fanden und gerade noch als so drittletzter auf die Fähre kamen.
20 Minuten später waren wir in Helsinggör, der dänischen Seite und gegenüber liegend. Und nach einigen Stau´s ging es dann zügig Richtung Kopenhagen, da durch und weiter Richtung Rödby. Natürlich gibt es mittlerweile auch eine Brücke, die auf dem dänischen Festland endet. Auch eine weitere Fährverbindung von Gedser aus nach Rostock. Wir aber wollten nur nach Rödby und von dort nach Puttgarden – ca. 130 Kilometer weiter...
Wir fuhren nach Burg, schnurstracks in den nächsten Supermarkt, entledigten uns erst mal unserer gesammelten Wasserflaschen ( waren alles in allem für gute 13:- Euro! Pfand) und kauften uns ein bisschen Frisches wie Brot, Tomaten, Hähnchenfleisch... Gegen 16:00 Uhr trudelten wir auf „unserem“ Campingplatz Katharinenhof ein, wo wir auch wieder einen tollen Platz mit toller Internet-Verbindung bekamen. Und dann gab es nur noch eines: Füße hoch, leckeren Kaffee trinken, in der Sonne sitzen und abschalten, und richtig ausgiebig mit kostenlosem warmen Wasser duschen... __________________________________________________________________________________________ Auch heute scheint die Sonne wieder auf Fehrmarn. Und es weht ein bisschen der Wind. Wir genießen die Tage, die wir jetzt noch hier bleiben werden. Ausspannen, sacken lassen, verarbeiten und bald auch wieder in tollen Erinnerungen schwelgen.
Reise: die besten Reisezeit ist, egal wohin Sie in Norwegen wollen, Mitte Mai bis max. Ende Juni. Vielleicht erwischen Sie in der einen oder anderen Gegend noch ein bisschen Schnee. Im großen ganzen aber ist diese Zeit die schönste Zeit, weil auch noch nicht sooo überfüllt. Ihre Ziele sollten nicht zu groß und weit
gesteckt sein. Die besten und schönsten Ecken findet man nicht an der
Rennstrecke E6, sondern überall. Und dafür muss man manchmal nicht mal
weit fahren. Highlight ist sicher der Geirangerfjord – aber
vielleicht planen Sie ja mit ein bisschen Zeit eine Schiffs-/Fährenfahrt
da durch. Die Lofoten- und besonders die darüberliegenden Vesteralen
sind landschaftlich ebenso ein Highlight. Aber eben auch die kleinen,
als unscheinbar eingestuften Strecken an Fjorden und Seen entlang.
Unsere nächste Tour wird eher in den Süden und vielleicht noch die
untere Mitte Norwegens gehen – wir haben gelernt. Wir werden, wenn wir
wieder zu Hause sind, gute 8.000 Kilometer alles in allem gefahren sein
- in fast 7 Wochen. Übernachtungen: zu unserem Erstaunen haben wir viele PKW-Touristen gesehen, viele Motorradfahrer und auch Radfahrer. Unabhängig von den klassischen Wohnmobilisten und Caravanern. Und irgendwie hat man sie alle wieder gefunden auf den Campingplätzen. Ich würde sagen, die heutigen Campingplätze in Norwegen/Schweden sind die Motel-Ketten der USA. Die Campingplätze liegen fast alle an schönen
Plätzen, aber auch mitten in den wenigen Städten unterwegs. Die Hütten
darauf gibt es komfortabel mit Dusche/WC und Kochgelegenheit und Stühlen/Tisch/Heizung.
Groß für bis 6 Personen, aber auch klein für 4 Personen, die auch für
zwei Personen nutzbar sind. Aber auch ganz „rustikale“ - Du machst
die Tür auf und fällst ins Stockbett. Alle Hütten sahen von außen
schnuckelig und sauber aus. Leider habe ich nicht daran gedacht, auch
mal rein zu gucken. Wer sich dafür interessiert: www.camping.no
– da stehen auch teilweise auf Deutsch die Angebote mit ihren
jeweiligen Einrichtungen. Leider keine Preise. In: www.Nafcamp.no stehen
wiederum die Preise und die Einrichtungen, aber halt nicht in Deutsch.
„Naf“ ist der norwegische ADAC. Natürlich bietet auch unser ADAC
nicht nur für den PC, sondern auch als Bücher Info´s und
Platz-Beschreibungen. Preise: Ein Norwegen-Urlaub ist nicht
billig. Je nachdem, welchen Teil Sie sich aussuchen, haben Sie auch eine
weite Anreise. Da tut der doch stellenweise horrende Benzin/Dieselpreis
dann doch weh. Über den Daumen haben wir in Norwegen pro Liter
1,60-1,80 Euro bezahlt – saisonmäßig ansteigend und abhängig von
Konkurrenz und Gegend. Schweden und auch Dänemark sind geringfügig
billiger. Auf folgender Seite können Sie die Markt-Preise abfragen –
wenn auch nicht unbedingt vor Ort zutreffend:
http://www.skandaktiv.de/index.php?option=com_content&task=view&id=170&Itemid=288 Ein anderer Kosten-Posten sind in diesem
Zusammenhang diverse Mautgebühren, für Strassen, Städte, aber
auch für Tunnel. Diese Gebühren sind manchmal auf Schildern zu finden,
die entweder den Namen „Bompenger“ tragen, oder als kleine blaue
Ecken auf Strassenschildern gekennzeichnet sind. Manchmal aber auch auf
riesigen Schildern direkt an der Strasse. Um nach Norwegen zu kommen, muss man irgendwie und irgendwo auf Fähren zurückgreifen. Wir haben lange überlegt, ob wir Fehmarn-Puttgarden und dann Helsingborg/Helsinggör, oder von Kiel nach Oslo, oder von Hirtshals nach Kristiansand mehr oder weniger direkt nach Norwegen fahren sollen. Oder ob wir den „Schlenker“ über Malmö/Schweden machen sollen, oder vielleicht direkt von Hanstholm nach Bergen. Letztendlich ist das alles eine Frage der Zeit, der Kosten und der Route, die geplant ist. Fähren sind billig, wenn man die kurzen Strecken nimmt, sind komfortabel, wenn man z.B. Kiel-Oslo oder auch Hanstholm-Bergen nimmt. Aber durch die erzwungene teure Übernachtung an Bord muss dafür auch Budget da sein. Infos über alle Angebote gibt es zuhauf im Internet. Im Notfall halt „googlen“. Übernachtungskosten: sind relativ. Hütten auf Campingplätzen kosten außerhalb der Sommerferien-Saison 300-800 Kronen, je nach Größe, Lage und Gegend - das sind ca. 40-100 Euro pro Nacht. Dafür können aber auch mal 4 Personen mit 50 Euro „wegkommen“ oder 6 Personen mit 100 Euro und da relativiert sich dann der Personenpreis. Teurer ist es sicher für zwei Reisende. Zeltplätze für z.B. Motorrad-/Radfahrer kosten nach Informationen um die 100 Kronen, sind ca. 13 Euro. Campingplätze für Mobilhomes oder Caravans kosten zwischen 150-300 Kronen incl. Strom. Stellplätze (z.B. Lödingen) kosten ca. 125.- Kronen incl. Strom. Jugendherbergen kosten je Bett ab 200
Kronen, ein „Doppelzimmer“ nicht unter 500 – allerdings mit Frühstück.
Das trifft auch für „Bed & Breakfast“ zu, wir haben
Angebote gelesen ab 500 Kronen incl. Frühstück. Ich denke mal, der Bauernhof-Urlaub
wird auch so um den Preis liegen. Was jetzt noch als größerer Posten bleibt, sind
die Kosten für die Verpflegung. Wenn man nichts oder wenig mitnehmen
kann, dann wird es essenmäßig teuer, es sei, man ist sowieso gerade
auf Diät. Zollbestimmungen: werden hier – dem
Vernehmen nach recht rigoros umgesetzt. Von anderen Reisenden wissen
wir, dass einige „herausgefischt“
wurden, und da machte man wohl auch wenig Unterschied, aus welchem Land
der Betreffende kam oder welches Fahrzeug er fuhr. Manche
Horrorgeschichte haben wir gehört, aber besonders Alkohol ist hier wohl
ein Thema. Natürlich wissen die Zöllner, dass alle Touristen ein
gewisses Maß zuviel davon mitnehmen. Und sie wissen auch, wo sie suchen
müssen. Und so sagen verlässliche Berichte, dass es zwei Mobilisten
vor kurzer Zeit „erwischt“
hat, einer musste 500.- Euro Strafe zahlen, ein anderer 1.000 Euro. Ganz
zu schweigen, dass natürlich alles an unerlaubten Sachen konfisziert
wurde. Und es scheint auch ziemlich egal zu sein, über welche Grenzen
man kommt. Die Bestimmungen, was mitgenommen werden darf und wieviel
finden Sie z.B. www.visitnorway.com. Wetter: Allen Unkenrufen zum Trotz, das
Wetter war besser als wir gedacht hatten. Natürlich hatten auch wir
schlechtes Wetter, und natürlich waren auch wir dann ein bisschen
deprimiert, wenn die Landschaft einfach super zu erahnen war, aber man
vor lauter Nebel nichts sehen konnte. Im grossen ganzen aber hatten wir
zu unserer Reisezeit besonders auf den Lofoten und den Vesteralen prima
Wetter. Und in den letzten Tagen gab es auch 30 Grad – wer hätte das
gedacht – in Norwegen. Strassen: wir können auf unserer Reise
feststellen, dass die Strassen selbst bis in die
tiefste Provinz gut waren. Einmal hatten wir eine längere
Schotterpiste, die aber „in der Mache“ war. Und eine Strasse wird
ewig Schotterpiste bleiben, wegen dem Abenteuer für die Touris. Es gab
viele enge Strassen, aber immer Ausweichpunkte. Und so war es eigentlich
kein Problem, überall durchzukommen - auch wenn mir öfters das Herz in
der Hose hing, wenn neben mir nur noch ein Fahrrad Platz gehabt hätte.
Aber was für ein Erlebnis! Hier wird übrigens mit Abblendlicht am Tage
gefahren. Tunnel: Norwegen ist für mich das Land der
Tunnel. Ist auch gut so, denn sonst könnten manche Gegenden von
Touristen nicht besucht werden. Ich habe nach 65 Tunneln aufgehört zu zählen.
Irgendwann kriegt man solch eine Routine dabei, dass zumindest ich nicht
einmal mehr die Sonnenbrille abgenommen habe, wenn mal wieder ein Tunnel
kam. Lustig fand ich nur, dass anders als bei uns, viele Tunnel innen
drin Kurven hatten, mal rechts rum, mal links herum und mal mit
„Kreuzung“, weil da noch ein Quertunnel war. Unser längster,
gefahrener Tunnel war über 8 Kilometer lang, der längste ist wohl über
24 Kilometer lang. Fjorde: DAS hat uns
ja besonders inspiriert. Fjord nach Fjord, manche namenlos in
unseren Karten, mache Ableger von großen, bekannten Fjorden. Manche
klein, heimlich, aber so was von schön. Manche wild, wellig, windig,
mache still, bewegungslos und leise gluckernd und manche farblich von
tiefgrün bis wasserklar oder gletscherhell. Manche umgeben von hohen
Bergen, manche flach und eben, mache mit Inselchen und manche mit
Delphinen oder Walen . Wasserfälle: das darf natürlich nicht
fehlen. Überall – auch um diese Jahreszeit- stürzten Bäche von den
Bergen ins Tal. Manchmal Rinnsale, manchmal richtig fette Wasserfälle.
Aber immer sehr viele. Und manchmal hatte man auch das Glück, mit der
Nase davor zu stehen und einfach zu gucken, wie das Wasser donnernd ins
Tal stürzte, riesige Bäche produzierte, die wiederum gluckernd und über
riesige Steinwege in einen Fjord oder einen See sprudelten. Internet: Auch in Norwegen hat die
Internet-Technik auf Campingplätzen Einzug gehalten. Sehr oft fanden
wir Internet-Sitzplätze in der Rezeption. Und genau so oft fanden wir
W-Lan-Verbindungen. Somit konnten wir unsere eigenen PCs benutzen. Zum
Teil wurden allerdings astronomische Preise für z.B. 1 Stunde verlangt
(einmal 50.- Kronen – 6,50 Euro) manchmal war alles kostenlos und
manchmal funktionierten die Leitungen nicht richtig. Da wird aber mächtig
daran gearbeitet, und das wird bestimmt von Jahr zu Jahr besser. Besonders schön: fanden wir es auf den
Lofoten, wo wir auch unseren Traumplatz gefunden haben. Aber auch ganz
besonders toll fanden wir die Vesteralen nebenan, leider – oder
Gottseidank? - ein touristisches Stiefkind. Natürlich auch den
Geirangerfjord und seine „wilden“ Strassen davor und dahinter. Infos
über diese Gebiete finden Sie unter: www. Visitnorway.com, ganz
besonders aber auf den Seiten der www.Norwegen-Freunde.de
, bzw. deren aufgelisteten Links von wiederum anderen Norwegen-Fans
und deren Wissen, Kenntnisse und Erfahrungen. Ende des Berichtes.
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