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Anni & Dagmar´s
Live-Reisebericht USA West 2005
Website:
www.ShowCreator.com
Auf unserer USA-Website gibt` s unter "Fotoalbum"
weitere USA-Fotos
sowie einen Reisebericht der USA von 2004.
(c) 2005 Texte und Fotos A. Bertrams & D. Rettig

30.08.2005
Vorwort:
Seit meinem Vorwort
vom letzten Jahr bis heute hat sich nicht viel geändert.
Wir sind ein wenig älter geworden, haben festgestellt,
dass wir für spanische Langzeit-Campingplätze immer noch
zu jung sind und außerdem kribbelt es wieder, auf Tour
zu gehen. So werden also zwei betagte Ladies Amerika mal
wieder unsicher machen. Wir – das sind zwei Mädels im
reifen Alter, immer noch flott wenn´s um Reisen,
Fotografieren und Computern geht. Neugierig und
wissbegierig, beizeiten vergesslich, aber nie
langweilig. Wir schätzen nette Leute, nette Gespräche und
ein leckeres Bierchen an den Kneipentheken dieser Welt.
Wir kämpfen ewig mit unseren Pfunden und Büffets sind
unsere persönlichen Gegner –einfach zu lecker. Aber was
soll ich Ihnen sagen – das Leben ist schön und
aufregend. Und unsere Erlebnisse quer durch diese Welt
kann uns auch keiner nehmen.
Gepackt haben wir immer noch nicht, aber aufgeregt sind
wir schon. Viel wichtiger als Packen ist ja auch, ob der
PC richtig bestückt ist und alle Kabel eingepackt sind.
Schließlich wollen wir ja live und wenn´s geht, täglich
berichten.
Eigentlich ist diese
Reise in diesem Jahr ungeplant. Ende 2004 stand der Euro
gut und Dollars waren billig zu kriegen. Ein weiterer
Grund war, dass es im Januar 2005 30% Sonder-Rabatt auf
USA-Automieten gab und Überraschung – einen Flug in
First Comfort mit „Special Promotion“ . Wir haben uns
dann gesagt, dass das dann wohl alles so sein sollte.
Nun stehen wir also in den Startlöchern und freuen uns
tierisch auf unseren Trip. Sie, lieber Leser, möchten
wir teilhaben lassen an dieser 8-Wochen-Reise, deren
Endergebnis wir auch noch nicht kennen. Geplant sind 2
Monate, das Ganze mit PKW und Motel/Hotel, ab Los
Angeles in grober Richtung nach Norden und über Utah und
Las Vegas und wieder zurück nach Los Angeles. Am
Freitag, dem 2.September geht’s los……
Vorplanung:
Alle Vorbereitungen
gingen dieses Mal flott. Wir haben einen gültigen Pass
mit Visum. Unsere Finger- und Gesichts-Bildchen liegen
schon bei den Amis vor und ich hoffe, dass es dieses Mal
auch wieder problemlos abläuft.
Knete haben wir für
diesen Trip auch
genug gebunkert, genauer gesagt Traveller Checks von
American Express. Wie ich letztes Jahr in meinem Bericht
schon schrieb, die billigste Methode ist die über den
ADAC. In deren Sondergutscheinheften den passenden Gutschein raustrennen,
ausfüllen und nach Frankfurt zu American Express faxen –
Nummer steht drauf. Der Vorteil ist, man zahlt nicht die
1% Gebühr, die sonst die Banken erheben. Ab 14:00 wird
der aktuelle Tages-Kurs eingestellt und so rechnet es
sich auch mal, das Ganze vorher im Bildschirmtext zu
verfolgen, bevor man ordert.
Natürlich macht das vorherige "Beobachten" nur Sinn, wenn man entweder
auf Vorrat kauft oder einfach mehr braucht. Ich scheue
immer die Kreditkarte, weil ich da Gebühren und eben
auch den dann aktuellen Kurs bezahlen muss. Wäre
z.B. momentan wesentlich teurer als der Kurs, den wir bezahlt
haben.
Traveller Checks
werden in den USA wie Bargeld behandelt. Einfach in
einen Supermarkt gehen, was einkaufen und an der Kasse
mit dem Scheck bezahlen. Manchmal wird nach der „ID“
gefragt. Ich habe dann immer meinen
Scheckkarten-Führerschein gezückt und die Mädels haben
die Nummer abgeschrieben und das wars. Kein Gefrage,
kein Gerenne, keine Extra-Gebühren. Außerdem sind die
Checks auch versichert, falls mal welche geklaut werden
oder verloren gehen.
Das mit dem Mieten eines USA-Autos ging auch sehr
problemlos. Hier in Deutschland gibt es einen
Gross-Vermieter für Autos namens „Holidayautos“ der
beizeiten Sonderpreise macht. Wir hatten das Glück, 30%
Rabatt abstauben zu können. Das bedeutet, das gemietete
Mittelklasseauto kostet für die 56 Tage schlappe 1.270
Euro – und das in Kalifornien. Es ist ein Alamo-Auto.
Letztes Jahr hatten wir ebenfalls von Alamo zwei mal
einen fast flammneuen Wagen, also nix Schrottkisten und
so. Den Flug haben wir wie so oft bei LTU gebucht. Und
auch da erwischten wir einen dieser Supertage - First
Comfort zu einem Spitzen-Preis. Ich liebe es, in der
ersten Reihe zu sitzen - wenn es bloss nicht immer so
teuer wäre.....Zu Hause sind wir am schönen Niederrhein,
vor den Toren Düsseldorfs und so ist ein Klacks an den
Flughafen zu kommen.
Geplant ist, via
Yosemite und Mono Lake, rüber nach Monterey an die
Küste. Danach in den Norden über San Francisco nach
Oregon. Irgendwie über Mount St. Helen nach Seattle.
Dann rüber nach Yellowstone – und ich hoffe, daß Schnee
liegt – und von dort wieder mit einigen Schlenkern
rechts und links in den Süden nach Utah. Je nachdem, wie
viel Zeit bleibt, noch ein paar Trips rechts und links
der Straße, besonders im Capital Reef NP. Und am
liebsten mit einem „Hummer“Allrad – auch wenn der 30
Liter säuft. In Moab habe ich letztes Jahr einen Händler
gesehen, der die Dinger tage-und stundenweise vermietet.
Von dort nach Las Vegas. Nein, nicht zocken, sondern
lecker Brauerei-Bier trinken und das neue Wynn-Hotel in
Augenschein nehmen. Da Las Vegas ja dieses Jahr 100
Jahre feiert, gibt’s bestimmt einige Highlights an
Shows.
Wohnen werden wir
dort wie im letzten Jahr im Wüstenort „Jean“ – 15 Minuten
jenseits vom Strip, dafür aber die Nacht fürs wirklich
tolle Zimmer für 20.- Dollar! Außer diesem Casinohotel,
einer Post, einem kleinen Privatflughafen und unendlich
viel Wüste rechts und links gibt’s da nix – von der
Interstate nach Vegas mal abgesehen - herrlich. Je
nachdem wieviel Zeit noch bleibt, steht noch ein Trip
nach San Diego auf dem Plan. Wir waren lange nicht mehr
dort.
Aber wie auch immer – Sie werden die ersten sein, die es
erfahren.
Wir werden keinen Bericht über Sehenswürdigkeiten und
Geschichte schreiben - das können andere besser -
sondern über Leid und Freud, über Erlebnisse,
Erfahrungen und neu Gelerntes. Und wir freuen uns über
alle, die diese Berichte lesen und vielleicht das eine
oder andere bei Ihrer eigenen Reise einbauen können. Und
falls Sie Tipps oder Verbesserungsvorschläge haben – nur
zu, wir sind offen für alles.
Ach ja, Bilder zu
unseren Trips finden Sie natürlich auch in unserem
Fotoalbum und nicht nur zwischen den Zeilen......
2.09.2005 gut in
Los Angeles angekommen
In aller
Herrgottsfrühe quälte sich unser lieber Freund Alfred
aus den Federn – trotz Urlaub – um uns nach Düsseldorf
zu fahren. Aufgrund der umfangreichen doppelt und
dreifachen Checkerei zu allen Flügen in die Staaten
reichen 90 Minuten vor Abflug nicht mehr aus. Und so
standen wir um 7:30 am Schalter der LTU. Die Damen hatten
schon am frühen Morgen Stress, weil gleichzeitig 2
USA-Maschinen abgefertigt werden mussten, unsere nach Los
Angeles und die andere nach Miami. Und das ergab dann leider
eine Verspätung von 45 Minuten. Abflug war letztendlich
11:30 Uhr
  
Aber im Einzelnen:
der Check-in in Düsseldorf war problemlos. Ein Vorteil First Comfort zu fliegen
ist, dass man zuerst eingecheckt wird an einem separaten
Schalter – auf rotem Teppich! – und anschließend erst
mal lecker frühstücken geht in einer Lounge. Als wir
endlich in die Maschine durften, wurden wir empfangen
mit einem Gläschen Champagner. Das Sitzen in der ersten
Reihe hatte den Vorteil, dass man niemanden hat, der
einem mit dem Sitz aus der Reihe davor auf den Schoß fällt. Im Gegenteil,
man kann hervorragend seine Beine an der geraden Wand
vor sich ausstrecken und somit ein bisschen vorsorgen von
wegen dicken Beinen und so. Apropos dicke Beine und
Thrombose-Gefahr: Anni hat sich von ihrem Doc eine
Reisespritze empfehlen lassen. Kurz vor Beginn des
Fluges in eine der "Bauchfalten" gespritzt, verdünnt es
das Blut und verhindert vielleicht was Schlimmeres. Ein
bisschen stehen und gehen und turnen sollte man aber
trotzdem während des Fluges. Ich habe mir die Spritze verkniffen.
Mir wird schon schlecht, wenn ich Blut sehe und dann
soll ich mir so ´nen Ding in meinen Rettungsring
spritzen?
Der Flug selbst war eigentlich wie immer
lang, lang, lang, ein bisschen ruppelig bis nach Grönland
und dann nur noch ein „auf die Uhr gucken, wie lange es
noch dauert“. Ich beneide alle Leute, die tief und fest
im Flieger schlafen können und sich den Stress gar nicht
machen.
Die
Daten: insgesamt 9.143 km weit, 11:40 Stunden Flug, im
Durchschnitt war es draußen -50 Grad, der Flieger flog
zwischen 10.000 und 12.500 km hoch und war ungefähr 800
km/h schnell.
Die Route verlief südlich von Grönland, ein bisschen
Kanada und der Rest quer durchs USA-Land.

In Los Angeles gelandet, erwartete uns die erste
Überraschung. Die Maschine rollte über sämtliche Felder
und an allen Gebäuden vorbei bis zur allerhintersten
Ecke. Dort befand sich nur ein Gate und man war raus aus
dem Flieger, rin in den Bus und 10 Minuten später in der
„Abfertigungshalle“. Erst dachte ich, es ist ziemlich
deprimierend, so weit abgeschoben zu werden, aber sooo
schnell waren wir noch nie abgefertigt. Dazu noch ein
netter Immigrations-Officer, der uns das momentane
Oktoberfest in L. A. empfahl und raus waren wir. Noch nie
habe ich es dort erlebt, vor den Koffern da zu sein und
auch noch darauf warten zu müssen!
Auch das Shuttle für das Mietauto stand da wie für uns
bestellt und an einem Freitag, an den halb USA auf Trip
ist und auch noch vor dem anstehenden montäglichen
Feiertag „Labor Day“ – das habe ich auch da noch nicht
erlebt. Selbstredend dauerte auch die Übernahme des
Miet-PKW
keine 10 Minuten.

Naja, danach dauerte dann aber alles länger. Ich schiebe
es natürlich auf meine Müdigkeit, dass ich dauernd die
Bremse mit der nichtvorhandenen Kupplung verwechselte
und es verdammt nötig war, angeschnallt zu sein.
(Amerikanische Autos sind nun mal alles
Automatik-Autos!) Auch
dass ich erst eine Flughafen-Rundfahrt machte, bevor ich
dann das Hotel fand, obwohl ich doch schon mit der Nase
davor war. Ende gut alles gut, dachte ich, als ich das
nötigste Gepäck auspackte für die eine bevorstehende
Nacht. Mitnichten. Anni grinste sich einen und ließ mich
weiterfluchen. Ich hatte das Super 8 Motel von
Deutschland aus gebucht und in weiser Voraussicht ein
Flughafen-nahes ausgesucht. Es war dann auch sehr „nah“.
Auf dem Balkon vor unserem Zimmer stehend, hätte ich die
Flugzeuge berühren können, wäre mein Arm 50 Meter lang
gewesen – so tief kamen die rein. Von dem dazugehörigen
Lärm will ich gar nicht reden. Kurzum, ich konnte die
Flieger, die reinkamen sogar vom Bett aus nicht nur
deutlich sehen, sondern auch bei vielen feststellen, aus
welchen Land die kamen.
Na, dann gute Nacht.

3.09.2005 auf dem
Weg Richtung Monterey
unsere heutige Route:

Wir haben
verständlicherweise nicht soo toll geschlafen. Aber pünktlich
um 7 Uhr sind wir aufgestanden. Geduscht, gepackt und
ab. Ein schönes Frühstück bei „Dennys“ stand an. Daneben
das Hotel „Travelodge“ bot sich als „gutes
Durchschlafen“ an. Kann ich nur empfehlen, als
Alternative zu den großen Hotels direkt am Airport. Es
liegt an der Ecke „Aviation“ und „Century“. Sehr zentral
zum Airport, aber nicht in der Einflugschneise! Nicht
weit von Alamo und den anderen Autovermietern. Und
daneben eben „Dennys“. Leider habe ich das nicht gewußt.

Nach dem ausgiebigen Frühstück, auf das ich mich schon
seit Wochen freue, haben wir noch ein Couponheft
mitgenommen, mit den aktuellen Rabatt-Angeboten der
Hotels. Ich schrieb es letztes Jahr schon in meinem
Bericht, wie man da dran kommt und damit umgeht.
Aufgefallen ist mir auch dabei, dass sich die Preise zum
vergangenen Jahr gewaltig erhöht haben. Auch Frühstücken
geht nicht mehr für $ 4,99 sondern kostet jetzt $ 7,99
für Ham-and-Cheese-Omelett.
Das Super 8 Motel der
vergangenen Nacht war im übrigen ok bis gut. Die
Sicherheit war hier hoch. Die Zimmer begannen erst in
der 1. Etage, alle Zugänge dorthin waren nur per
Zimmerschlüssel erreichbar. Selbst der Lift
funktionierte nur so. Die Fenster der Rezeption waren
allerdings allesamt vergittert....Die Zimmer waren gut
ausgestattet. Sogar
Bügelbrett und -eisen und Kühlschrank, Mikrowelle
und Haarfön waren vorhanden. Kostete an diesem Freitag 74 Dollar und
war komplett ausgebucht.
Nach dem Frühstück haben wir erst mal
beschlossen, die Reise an der Küste fortzusetzen. Es ist
absehbar, dass wir Probleme mit der Müdigkeit kriegen.
Ein Highlight direkt in die ersten 2-3 Tage zu setzen,
war uns darum zu schade. Unsere Weiterfahrt nach dem
Frühstück erfolgte deshalb über die 101
bis nach Santa Monica.
Einen Joke wollte ich aber noch erzählen: gestern hatte
ich bei Alamo 2 ergraute Herren gesehen, denen der
Alamo-Mann unbedingt ein teureres Auto aufschwatzen
wollte, weil das schneller zum Grand Canyon fuhr. Sollte
nur 15 Dollar mehr kosten pro Tag. Die beiden wirkten
ein bisschen unentschlossen und so wurden sie nach
draußen gezerrt, Auto angucken. Tat mir fast ein
bisschen
leid. Klar verstehe ich, dass die Amis versuchen, den
doofen Touris ein teureres Auto anzudrehen. Aber mir
gefällt es nicht. Just diese beiden Typen kamen auch zu
Dennys frühstücken. Ich denke, die waren zum ersten Mal
in den USA, denn denen passierte auch das, was uns vor
Jahren als Anfänger auch passiert ist. Nicht nur dass sie
sich 3 Rühreier plus "Zubehör" bestellt haben, nein,
auch noch Pfannekuchen. Die kamen dann etwas später.
Jeder bekam 3 Stück und jeder Stapel waren je mind.10
Zentimeter hoch. Die Gesichter der beiden waren ein
Gedicht. Und nun weiß ich endlich, wie wir geguckt
haben, als uns dasselbe passierte......


Auf der Weiterfahrt
war zwischenzeitlich
Nebel über dem Meer aufgezogen und die Sonne hatte
mächtig Mühe, da durchzukommen. Auf der US 1 in Richtung
Norden durchfährt man auch die Millionärsgegenden Santa
Barbara und Malibu. Am heutigen Samstag war da echt
„Action“. Nicht nur Surfer aller Art warteten auf die
nächste Welle, auch viele Angler standen am Malibu-Pier
und fingen im samstäglichen Familienverband das
Mittagessen. Und jede Menge Möwen warteten auf die
Angel-Erfolge, damit was für sie abfiel. Im Wasser
standen wieder dutzende von Surfern und warteten auf die
nächste Welle.
Wir kamen fahrerisch noch
bis „Oxnard“, einem kleinen Ort an der "101", dann verließen uns die Kräfte. Es macht
keinen Spaß, als lebende Schlaftablette durch die
Gegend zu wanken. Wir haben dann nur noch ein paar Shops
abgeklappert, auf der Suche nach einer billigen
„Office-Max“ Telefonkarte und einem Cooler für unsere
Lebensmittel, wenn wir dann mal welche haben.

Nächtigen werden wir in einem Motel6 – relativ neu,
modern und abweichend von dem alten Stil. Auch preislich
lebt Motel 6 jetzt auf größerem Fuß –
angemessenerweise. Die Motel6-Kette gehört jetzt zur
"Accor-Gruppe". Vielleicht haben die sich geschämt für
die vielen Bruchbuden. Morgen würden wir gerne San Louis
Obispo
erreichen – ist ca. 200 Meilen von L. A. entfernt. Wir
haben heute davon schlappe 100 Meilen oder so nur
gepackt.
Jetzt geht’s ab ins Heiabett mit möglichst einer guten
Nacht.
4.09.2005 immer
noch auf dem Weg Richtung Monterey
unsere heutige Route:

Wow, gut aber kurz
geschlafen. Dieses Motel ist wirklich eine Empfehlung
wert. Kein Nachbarskrach, kein Wasserrauschen, kein
Duschkrach, kein Getrampele und kein Geschrei. Es war
alles ruhig, trotzdem das Motel proppenvoll war. TOLL
isoliert, dieses neue Motel 6.
Wir waren um 2 Uhr nachts erst mal wach, wenn auch nicht
ausgeschlafen. Bis 6 Uhr haben wir uns rumgequält
zwischen Wachsein und dösen. Dann sind wir beide es satt
gewesen rumzudösen und sind aufgestanden um
weiterzufahren. Gepackt war schnell und weiter ging es
auf der "101" Richtung Norden. Wir suchten ein nettes
Frühstückslokal. Und wir fanden auch eines - allerdings
ungewollt. Ich hatte mich - mal wieder - ein bisschen
verfahren und landete im strahlenden Sonnenschein auf
der "33" Richtung "Ojai". Was ich als erstes sah waren
jede Menge Ölpumpen, und die nicht nur neben der Straße,
sondern im Dutzend auf den sanften Hügeln links und
rechts der Straße. Nein, ich war nicht in Texas und ich
hatte auch keine Halluzinationen. Anni suchte erst mal
die Fototasche und dann ging es knips, knips - glaubt
doch kein Mensch, dass die Pumpen auf Hügeln standen und
auch noch arbeiteten. Wir waren so begeistert, dass wir
kurz darauf in diesem "Ojai" landeten, immer noch in der
Hoffnung, mehr Pumpen zu sehen.

Gesehen haben wir stattdessen "Shandas Cafe" - mit dem
besten Frühstück im Ort. Stimmte! Zum ersten Mal, seit
wir wieder hier sind, hatte ich das Gefühl, angekommen
zu sein. Es geht eben nichts über Dorf-Atmosphäre beim
Frühstück. Anni machte natürlich ein paar Fotos, leider
wurden die nix. Naja, war ja auch noch früh am Morgen -
und auf nüchternen Magen....
Wir sind anschließend wieder zurückgefahren, in die
dicke Nebelsuppe, die sich auch um 8:30 schon einen
Kampf mit der Sonne lieferte. Eine lange Weile verlief
die Strasse sogar quasi als Scheideweg zwischen links
dicker Nebel und rechts strahlend blauer Himmel. In
Santa Barbara war Künstler-Markt. So ne Art Trödelmarkt.
Die Künstler boten dort Ihre Bilder zum Kauf. Waren ein
paar wirklich hübsche Sachen dabei, soweit ich sehen
konnte.
Deprimiert hat mich aber was ganz anderes: am dortigen
Pier hatten sich Eltern, Geschwister, Freunde, Familien
versammelt und für ihre 1.896 bis jetzt im Irak
gefallenen Söhne, Töchter, Freunde, Familienväter im
breiten Sandstrand Kreuze aufzustellen mit dem
jeweiligen Namen des Getöteten. Dazu 3 Tafeln mit den
Bildern dieser jungen Männer und Frauen - ja, die waren
auch unter den Toten. Sonst sieht man solche
Protestaktionen, wenn überhaupt, nur im Fernsehen. Das
als Außenstehender jetzt so mitzubekommen, war schon
bedrückend.

Der Besuch auf der Holzpier war zwar nett, aber dunstig
sowieso und irgendwie nicht mehr so toll. Einzig eine
Gruppe Harley-Fahrer waren auch zu Fuß! ein schöner
Anblick. Naja, ich bin da vielleicht etwas zu
euphorisch, habe halt ne Schwäche dafür.
Die Fahrt ging weiter über Santa Maria - dort gab es
endlich mal einen vernünftigen Lebensmittel-Supermarkt
namens Albertson. Wer meinen Bericht aus dem letzten
Jahr gelesen hat, weiß, dass wir dort "Member" sind. Hat
uns bei unserem heutigen Einkauf cash 7,50 Dollar
eingespart. Ist ne Wohltat bei diesen Preisen dieses Jahr.
Member kann jeder werden. Einfach an der Kasse vorher-
einen Antrag ausfüllen (es ist völlig wurscht ob dort
Petra Rumpelstilzchen Ihren Antrag stellt). Die Märkte
sind nur wirklich an der E-Mail-Adresse interessiert.
Aber ich kann auch sagen, selbst wenn Sie eine
existierende eingeben, ICH habe ein ganzes Jahr nix von
irgendeinem Laden gehört. Aber die Member-Karte
funktioniert immer noch! Bitte beachten Sie auch die
große Auswahl an Chemie-Bier auf einem der Fotos. Wir
haben uns davon auch 2 Flaschen/Dosen mitgenommen.
Selbstverständlich trinken wir nur " Miller High-Life"-der Champagner unter den Bieren, wie die
Eigenwerbung das Bier beschreibt. Aber glauben Sie es
mir, es geht nix über Frischgezapftes aus einer
deutschen Kneipe. Wenn man das Zeug der Amis lang genug
trinkt, werden die Geschmacksnerven so taub, dass die
auch nix mehr merken.
Danach war wieder
Schicht bei uns. Wir haben es noch bis nach Obispo
geschafft. Haben uns aus dem Gutscheinheft ein
Ramada-Hotel ausgeguckt und dieses angefahren. Da morgen
ja "Labour-Day" ist, halten die Jungs die Preise
künstlich oben. Und diese Tatsache hat uns nun 89 Dollar
gekostet. Aber auch hier ist der Laden voll und wir sind
froh, überhaupt was bekommen zu haben. Außerdem hat
dieses Hotel einen Internet-Highspeed-Anschluss -kostenlos
natürlich - und so kann ich mein Geschreibsel und Anni
die dazugehörigen Bilder schnell und problemlos
hochladen, damit SIE Ihrem Spaß haben.
Somit mache ich für
heute Schluss, als nächstes steht nur noch Hunger-Durst
und Schlafen auf dem Programm. Morgen werden wir
voraussichtlich dann doch Monterey erreichen. Nicht nur
das Aquarium lockt, sondern auch einige Kneipen aus dem
letzten Jahr. Wir werden sehen..........
5.09.2005
wir sind in Monterey gelandet
unsere heutige Route:
Welch ein Tag,
ausgeschlafen und Sonne bis zum Abwinken. Kein Wölkchen
trübt den blauen Himmel. In einer Wachphase heute Nacht
habe ich dann nachgelesen, was man in San Louis Obispo
keinesfalls verpassen dürfe und so sind wir heute morgen
nach einem eher kargen Frühstück aufgebrochen um die
"Sehenswürdigkeiten" abzuklappern. Da gibt es das
"Madonna-Inn-Hotel. Für zahlungskräftige Gäste von 150
bis 300 Dollar die Nacht. Ich dachte erst, als wir da
gestern vorbeifuhren, das wäre so ein alternatives Hotel
von jung gebliebenen Flower-Power-Jüngern. Aber die
nehmen wohl keine 300 Euro die Nacht. Hier werden die
Zimmer "thematisch" vermietet. Wollten Sie nicht immer
schon mal wie ein Steinzeitmensch nächtigen? Nicht? dann
vielleicht lieber wie ein Ritter? oder lieber im "roten"
Salon? Lesen Sie doch mal unter: www.madonnainn.com
und vielleicht buchen Sie ja dann doch mal dort. Aber
Scherz beiseite. Auch von außen macht dieser
Hotelkomplex einen tollen Eindruck.

Wir haben uns dann
noch Downtown angesehen. In zwei parallelen Straßen
konnte man sich vorstellen, wie nett und gemütlich es
hier abends zugeht. Viele nette Kneipen und Geschäfte.
Viele Drachenbäume und einfach Atmosphäre.

Wir sind dann weitergefahren bis nach San Simeon. Dort
haben wir an einem kleinen, nur von Hotels gesäumten
Holzsteg die ersten Eindrücke dieser grossartigen Küste
erlebt. Jede Menge Vogelfelsen, Ottern im Wasser und
eine kleine, aber rauhe Küste. Dazwischen Erdhörnchen
und viele blühende Pflanzen. Ich war da kameramässig
wieder voll drauf. Ich liebe es, Tiere und Pflanzen
hautnah zu fotografieren, auch wenn leider nicht immer
alles ein Treffer wird bei 48fachem Zoom.
  
Die Weiterfahrt gestaltete sich in der sonnigen
Wetterlage als Traum. Ausgelassen haben wir "Hearst
Castle". Ich empfinde das dort als Nepp. Man kann nicht
einfach kommen und gucken, nein, es gibt 4!
verschiedenen Führungen durch Teilbereiche des Palastes
und jedes Ticket kostet mind. 20 Euro. Das einzige, was
kostenlos ist, ist der Shuttlebus -na denn. Ich denke,
wir haben in Europa mehr und besseres, als ausgerechnet
den Prunk und Protz von Hearst Castle.
Die Weiterfahrt an
der Küste entlang war toll. Wir haben ja letztes Jahr
die gleiche Tour gemacht. Und ich muß sagen, diese 100
Meilen ab San Simeon finde ich am Schönsten. Da heute
Feiertag ist, war zwar massig Betrieb, aber das Wetter
war auch einfach zu toll. Es gibt viele "Vista Points"
zum gucken und wir hatten die Sonne im Rücken und
konnten dadurch tolle Aufnahmen machen. Toll waren die
fetten, faulen "Elepfant- Seals- in deutsch
Elefanten-Robben. Leider durfte man nicht sooo nah an
die Viecher heran, was sicher auch gut so ist. Die
Bilder sind leider nicht ganz so toll, aber besser so
als gar keine.
  

Aufgefallen ist mir, daß viel und große Teile der
Strasse neu geteert waren. Wir haben überlegt, ob es nun
Ausläufer der Erdbeben im Juli waren, mächtige
Regenfälle, die Erdrutsche verursacht haben oder beides.
Spuren beider Ereignisse fanden sich. Und ebenfalls
aufgefallen ist mir, daß an der gesamten Küste riesige
Algenteppiche waren - im Strandbereich natürlich. Sind
mir im letzten Jahr gar nicht aufgefallen.
Aber auch ganz andere Ereignisse fand ich dort: Unmengen
von kleinen "Rennrad-Armstrongs" tummelten sich an der
gesamten Strecke. Ich wußte gar nicht, daß es so viele
Radfahrer in den USA gibt. Aber die Strecke ist auch zu
schön. Meine Schwester und deren bessere Hälfte sind
leidenschaftliche Radler. Denen kann ich auch wärmsten
die Strecke empfehlen, sind ja nur schlappe 100
Meilen.... zum Trost, 50% der Strecke geht bergab. Auch
standen jede Menge Kühe auf dem doch mittlerweile
braunen Gras herum. Irgendwie träumte ich von einem
riesengrossen Steak.....

Als wir mal eine kleine Pause machten auf einem tollen
Rastplatz, stand neben uns ein Motorrad-Biker, der so
aussah, wie man sich den echten Harley-Fahrer vorstellt.
Ich war ganz neidisch. Er ezählte uns, dass seine
Maschine erst 3 Wochen alt sei und es ein Vergnügen
wäre, damit zu fahren. Als Trost gestattete er Anni ein
Photo von ihm und seiner Maschine zu machen.

Kurz vor Monterey
fährt man durch Carmel. Hier ist es schön, reich und
teuer. Clint Eastwood war oder ist dort noch
Bürgermeister. Sowas wertet auf und verteuert. In dieser
exklusiven Gegend gibt es neben Dutzenden von
Golfplätzen auch wunderschöne Ecken längs der Küste.
Kostete letztes Jahr 8 Dollar Eintritt. Dafür fand ich
den 17-Mile-Drive nicht so berauschend.
Und dann sind wir
endlich in Monterey eingetrudelt. Dieses Mal übernachten
wir in "Seaside" - das liegt etwas außerhalb von
Monterey. Dafür kostet die Übernachtung mit Gutschein
auch nur ab 44 Dollar plus Tax. Und dieses Hotel hier
"Sand Castle Motel" ist jede Empfehlung wert. Es sieht
optisch sehr hübsch aus, hat gepflegte Zimmer und
natürlich Internet-Anschluss. Wir haben hier im Hotel
auch direkt die Tickets fürs Aquarium erworben - ein
2-Tages-Ticket für 21,95 Dollar. Das ist der Preis für
ein 1-Tages-Ticket an der Kasse des Aquariums selbst.
Wie ich vorhin schon sagte, ich bin ein bisschen "gaga",
wenn´s um schöne Naturaufnahmen geht. Und dieses Aquarium
ist so was vom Feinsten - man sollte es keinesfalls
auslassen, wenn man in Kalifornien ist. Die Attraktionen
finden Sie unter der Seite:
www.montereybayaquarium.org. Dieses Jahr gibt es neu
2 Riesen - Oktopusse, die bis 9! Meter lang werden und 100
Pfund sind keine Seltenheit. Da freue ich mich drauf.
Und was es sonst noch Neues gibt - wir lassen uns
überraschen.
Jetzt werden wir in
Ruhe noch ein Bierchen trinken und dann den Tag
beenden.
6.09.2005
Monterey
unser heutiger
Trip:

Endlich ist es uns
mal gelungen, fast normal durchzuschlafen und
dementsprechend gut gelaunt beginnen wir den Tag.
Gefrühstückt wird im Zimmer aus unseren eigenen
Vorräten, Kaffee stammt aus der Rezeption.
Dann geht es erst mal los und als erstes steht TANKEN
auf dem Programm. Wenn man bedenkt, dass wir letztes
Jahr noch mit 2 - 2.50 Dollar pro Gallone
wegkamen, sind es jetzt auch hier um die 3 Dollar. Für
die Amis muss das hart sein. Anders als wir haben die
hier vorwiegend Autos die sehr durstig sind. Das geht
auch hier alles ins Geld. Aber wer verzichtet schon aufs
Auto.

Ich gebe es zu, ich
mag diese Stadt Monterey und es war gestern für mich wie
ein Heimkommen. Die Straßen, Kneipen und
Sehenswürdigkeiten fand ich sofort wieder und irgendwie
ist mir auch der See-Nebel vertraut. Und selbst unser
Hotel kannte ich. Und deshalb möchte ich ein bisschen
Reklame machen für diese Stadt und ein bisschen was
darüber erzählen:
Monterey ist eigentlich eine Halbinsel, mit ca. 30.000
Einwohnern und einer Stadtgebietsgröße um die 30
Quadratkilometer. Die Wurzeln dieser Stadt sind lang.
Bereits 1602 wurde die Gegend erforscht und zu Ehren des
Grafen Monte Rey, der auch Vizekönig war, so genannt.
Monterey war auch mal ne Weile Hauptstadt. Groß und
reich geworden ist die Stadt durch den Sardinenfang und
die Sardinenverarbeitung. Daher stammen auch die alten
Fabrikhallen an der Cannery Row. Richtig berühmt wurde
die Stadt aber erst, als John Steinbeck den Roman "die
Straße der Ölsardinen schrieb" (und nicht nur Ernest
Hemingway hatte seine Stammkneipe!) Heute lebt die Stadt in
erster Linie von den Touris. Die alten Hallen sind heute
Souvenirläden, Parkhäuser, Kneipen oder Hotels. Das
Aquarium -ebenfalls ursprünglich in einer der Hallen
untergebracht- ist eine weitere Attraktion. Dort wird
gebaut und gebaut und somit kommen auch immer mehr neue
tierische Attraktionen dorthin -sehr zu unserer Freude.
Eine weitere Attraktion ist Fishermans Wharf. Natürlich
überhaupt nicht mit San Francisco zu vergleichen. Alles
eine Nummer kleiner und bescheidener. Nur die großen
Brötchen für die Suppe werden auch hier überall
angeboten. Ich
denke allerdings, dass hier die Bootsmieten im Hafen
billiger sind, wenn man so sieht wie viele große
Jachten hier so liegen! Und soo weit ist es ja nicht bis
nach San Francisco. Ansonsten ist das hier für mich ein ganz
normaler Hafen mit ein paar Kneipen, und einem
kleinen, professionellen Fischereibereich.

Das ist aber nicht alles. Monterey besitzt eine hübsche
"Altstadt", ein "Presidio"
ehemaliges "Regierungsgebäude" samt Kirche, und an der gesamten Strandseite viele
hübsche, bunte, villenartige Holzhäuser. Eine
wunderschöne Strasse längst des Meeres, natürlich mit
den obligaten Golfplätzen. Dazu hat man
hier ein Herz für Fußgänger und Biker. Für beide wurde
eine breite "Strandstrasse" gebaut - zum Flanieren,
Spazierengehen, Meer gucken, Frische-Luft-schnappen....

Unser heutiges Ziel ist das Aquarium. Der Himmel ist
wieder zweigeteilt. Während hier am Hotel der Himmel
blau ist, liegt über dem Aquariumsbereich dicker Nebel
und es ist saukalt. Wie gut, dass es im Aquarium
hoffentlich wärmer
ist. Viel möchte ich eigentlich nicht zum Aquarium sagen
- ich denke, die Bilder sprechen für sich. Der verflixte
Nachteil bei der Fische-Fotografiererei ist nur der,
dass die Viecher nicht stillhalten oder sich direkt
verstecken wenn wir kommen. Dabei sind wir doch gar
nicht schlimm. Unser Trick ist der, dass wir morgen noch
mal kostenlos hinkönnen und das eine oder andere noch
mal neu fotografieren können. Unsere besondere Liebe
gehört den Quallen, ja genau denen. "Jellies" klingt im
übrigen viel netter. Und schön sind sie auch -
jedenfalls einige davon. Aber genau die wollen überhaupt
nicht stillhalten beim Fotografieren. Die
Riesen-Oktopusse waren auch sehr schüchtern und
versteckten sich. Das konnte ich allerdings verstehen.
Eine Horde Kinder unternahm alle Anstrengungen, die
Beiden zu erschrecken. Und so hatten dann alle nix
davon. Neu war auch ein Acryltunnel, über dem die
Gezeiten abliefen. Das heißt, jedes Mal wenn die echten
Wellen über den Strand rollen, kam eine Ladung Wasser
über diesen Acrylhimmel runter gelaufen - simuliert
natürlich. Ich suche auch jetzt noch den tieferen
Sinn....Vom Aquarium sind jetzt 15 Bilder eingestellt.
Davon der größte Teil im Fotoalbum auf der Hompage.
Bitte da weitergucken.
  
Nach einem gut zweieinhalbstündigen Aufenthalt im
Aquarium wurde es so voll, dass wir Reiß-Aus genommen
haben.
Da das Wetter immer noch nicht sonniger wurde und uns
der Magen auf Halbmast hing, haben wir nur schnell im
Strandbereich "nach dem rechten" geguckt und sind danach
in eine Art Einkaufs-Mall gefahren.
Ich habe schon letztes Jahr schmunzelnd darüber
berichtet. Hier gibt es einen riesigen Bio-Supermarkt -
"Whoole Foods" mit einer Auswahl, von der ganz Europa
träumt. Alles rein organisch. Lecker anzuschauen und
auch mit Lebensmitteln aus unseren europäischen Ecken.
Dazu Weine aus aller Herren Länder. Selbst Kosmetik
aller Art gibt es da, ebenso Hunde- und Katzenfutter. Ein
Supermarkt eben mit etwas anderen Spielregeln. Natürlich
gibt es auch frisches Brot und eine Ecke, in dem man
Suppen, Salate, auch Sushi oder Fleischgerichte
aussuchen kann, um diese in einer kleinen Nische direkt
verzehren zu können. Saftig sind allerdings auch die
Preise.

Wir haben dann lieber einen Happen bei einem Chinesen
mit Büffet gegessen - kostete mit Getränken 13.50 Dollar
und satt sind wir auch.
Da wir Minimum noch
2 Nächte hier bleiben, gönnen wir uns heute Nachmittag
eine Auszeit und genießen die Sonne vor unserem Zimmer
auf der Bank. Heute am frühen Abend wollen wir
versuchen, an der Küste den Sonnenuntergang
mitzukriegen. Vielleicht fahren wir dann anschließend
nach "Bubba Gump" frische Shrimps aus dem Eimer essen.
Spätestens aber morgen. Und morgen klappern wir die
super Küste bis runter nach Carmel ab -Wetter hin oder
her.
7.09.2005 in
Monterey
unser heutiger Trip:

Leider war heute
morgen nix mit Sonne. Eher kühl und wir zogen erst mal
die Jacken aus dem Koffer. Wenn man bedenkt, dass 50
Meilen östlicher 30 Grad ist, da kommt man schon ins
Grübeln...
Falls Sie sich jetzt über obiges Satellitenbild der
Küste mit dem Rund-Drive, den wir heute gefahren sind,
wundern - ich habe eine Anleihe bei "Google Earth"
gemacht. Ich bin Fan dieser Satellitenbilder und ich
werde noch einige Male Ausschnitte hier einbauen. Wer
das Programm nicht kennt: kostenlos bei Google zu
bekommen. Man braucht nicht einmal Extrakarten, man muss
nur die bestehende Erdkugel lang genug zoomen, dann
kommt eben z.B. obiges Bild dabei raus.
Aber wir hatten uns
ja vorgenommen, noch mal ins Aquarium zu gehen. Haben
wir auch gemacht. Und da es noch so früh am Tag war,
konnten wir einige Fische überreden, endlich
stillzuhalten für ein Foto. Ich denke, bei einigen waren
wir erfolgreich.
  
Gegen 11:30 Uhr sind wir dann
aufgebrochen zu unserer Weiterfahrt an der Küste
entlang. Leider war es nach wie vor neblig und selbst
die wenigen Surfer kamen bibbernd aus dem Wasser - trotz Neoprenanzügen. Und so machte es auch keinen besonderen
Spaß tief in den Carmel-Bereich zu fahren. Ein paar
Fotos haben wir gemacht, aber es fehlt halt die Sonne.
  
Stattdessen haben
wir spontan beschlossen, einen kleinen Trip durch die
Cannery Row zu machen und dann anschliessend nach
"Bubba Gump" essen zu gehen und nicht erst heute abend.
Ich denke, Cannery Row ist attraktiver als Fisherman´s
Wharf. Hier kann man mehr kaufen und Geld ausgeben als
auf der Wharf. Da steht das Essen im Vordergrund.
  
Bubba Gump war auch
schon am frühen Nach-Mittag gerappelt voll. Aber wir
hatten Glück und ergatterten einen Fenstertisch.
Draußen lag faul eine Robbe rum und die war auch so
gnädig still liegen zu bleiben, bis ich mein Foto hatte.
Drinnen stand für Anni die unvergleichlichen und
unverwechselbar frischen Shrimps an, natürlich im
Holz-Eimerchen, ausgeschüttet auf ein Tablett, das mit
einem Blatt Papier der Hauszeitung ausgelegt war. Als
Serviette gab es eine Rolle recycle-tes Küchenpapier und
natürlich wurden die Dinger mit den Fingern gegessen.
Ich habe lieber einen Caesar-Salat mit Chicken gegessen.

  
Jetzt sitzen wir
hier im Zimmer, machen Bilder und Bericht fertig und
werden heute Abend noch einen "Zug um die Häuser"
machen. Nachtleben ist angesagt, da wir morgen
weiterfahren werden. Eines wollte ich noch loswerden,
weil es mir aufgefallen ist: ich habe mich die ganze
Zeit gefragt, was tun eigentlich die Amis für New
Orleans und Umgebung? Dieses Desaster wird tatsächlich
unterstützt von der Bevölkerung und zwar massiv. Man
kriegt es bei uns sicher nicht so viel mit, dass hier in
fast jeder Kneipe und jedem Laden irgendwas gespendet
wird, von dem, was die Leute für Waren oder
Essen/Trinken bezahlen. Gestern Abend kam im TV wohl
eine dieser häufigen Spendensendungen. Aufgefallen ist
mir, dass Stars aller Art sich total engagieren. Aber
auch andere reiche Leute- z. B. der Emir von Katar hat
gestern 100 Millionen! gespendet, oder der
Romanschreiber John Grisham 5 Millionen. Am witzigsten
fand ich die Spende von Ophrah Winfrey, der reichsten
Fernsehtalkerin der Welt- sie schickte 33 Riesen-Trucks
vollgeladen mit all den Dingen, die man im täglichen
Leben braucht, vom Waschbecken über ein neues Klo bis
hin zu Betten und Matratzen. Frauen sind eben
praktischer veranlagt.....
Wir werden morgen
östlich Richtung Yosemite fahren, rüber an den
Mono-Lake, von da Richtung Norden bis Reno, grob
geplant. Das Ziel ist eigentlich der nordwestlich
gelegene "Lassen Volcanic Nationalpark", aber wenn man
schon mal in der Nähe ist.....Möglicherweise gibt es
morgen auch keinen Bericht, das hängt davon ab, wann wir
im Hotel eintreffen. Morgen ist auch nur ein Fahr-Tag
und Sie werden nicht so viel versäumen.
8.09.2005 von
Monterey nach Modesto
unsere heutige Route:

Wieder ein kalter,
nebliger Tag. Und es zieht uns jetzt doch endlich in die
Sonne. Gestern haben wir zwar noch mal im Städtchen nach
dem Rechten gesehen, aber irgendwie wollten wir nur weg.
Heute morgen stand dann erst mal lecker frühstücken in
dem kleinen knuddeligen Ess-Lokal auf dem Plan.
Mannohmann, das Standard-Omelette bestand aus 4! Eiern.
Das war dann doch ne Nummer zu groß. Aber das
Senior-Frühstück bestand nur aus 2 Eiern und das haben
wir dann geordert. Die kleine Kellnerin - saumäßig
flott und alles im Griff - verzog keine Miene. Keine 2
Minuten später stand das Essen dampfend auf dem Tisch
und dies obwohl der Laden ziemlich voll war. "Decaf"
hatte sie extra frisch für uns gebrüht. Wat so´n unechter
Rentner ist, der weis das alles zu schätzen :-))
Anni hat gestern
noch eine Postkarte für die Lieben daheim aus unseren
Bildern gebastelt. Und das alles auf dem Fotochip
gespeichert zum Ausdruck an einem dieser unzähligen
Kodak-Automaten in fast jedem Supermarkt. Zwar kostet da
jeder Postkartenformat-Ausdruck 29 cent. Ist aber
einfach schöner als die gekauften. Leider hat das nicht
geklappt. Möglicherweise hat Anni beim Überspielen etwas
übersehen. Wir werden es weiter probieren.

Mittlerweile war es
schon nach 10:00 Uhr und wir machten uns auf den Weg.
Schnell noch mal voll getankt für $ 3.01 heute morgen und
ab ging es. Bei der Gelegenheit - unser Auto ist ein
Chrysler Sebrink und der braucht bei meiner Fahrweise
umgerechnet ca 8-10 Liter. Auch bei uns gibt es
Arbeitsteilung. Anni ist fürs Filmen zuständig und
natürlich für einen Teil der Fotos, ich fahre die Tour
und mache das "grobe". Entscheidungen treffen wir
entweder einvernehmlich oder mit "Stöckchen" ziehen und
da verliere ich immer.
Jedenfalls sind wir los, erst mal ein Stück die Küste
hoch und dann rüber Richtung Los Banos auf der 156. Es
hat keine 15 Meilen gedauert und die Sonne war voll da.
Herrlich! Rings um uns herum viel Landwirtschaft. Die
Hügel um uns herum braun und das Gras wiegte sich fast
malerisch im Wind - es war aber auch braun und damit war
die Poesie schon wieder weg. Letztes Jahr sind wir
zufällig ebenfalls diese Strecke gefahren und da sah das
alles viel besser aus - oder besser gesagt anders.
  
Reklametafeln rechts und links der Strasse liessen
wieder grüssen und darunter war denn dann auch eine, bei
der es bei mir klingelte: Casa de Fruta! Da war ich
letztes Jahr schon mal drin und siehe da, auch dieser
Laden lag wieder auf unserer Strecke. Dieser
Laden-Komplex ist die Verführung PUR!
  
Vorne an der Eingangshalle sieht alles recht lieb aus,
viel Obst, Gemüse und lauter gesunde Sachen - vor allem
Knoblauch in ungekannter Grösse - wundervoll dekoriert
auf Stapeln, alten Autos oder alten Holzkarren. Danach
Mengen von Schubfächern und Regalen voller getrocknetem
Obst aller Art, schön beleuchtet und attraktiv
aufgebaut.
Weintrauben sind ja auch Obst und das kam dann in
Flaschenform als nächstes an die Reihe - weiß, rot,
rose und das Ganze auch als Sekt - selbstverständlich
zum Probieren. Und drehte man sich gut verköstigt um,
dann erstrahlten hinter einem jede Menge gläserner
Schubfächer mit Nüssen aller Art und die dann auch noch
unterschiedlich "gewürzt" - oder sollen Cashew-Nüsse in
Knoblauch nur von der Kaloriensünden ablenken? Kaum ist
man - in diesem Falle ich - an diesen Leckereien
erfolgreich vorbeigekommen, schon die nächste Prüfung:
Schokolade! Schokolade! Schokolade - in allen
erdenklichen Sorten und Formen, als bunte Kugeln, als
Würfel weiß, braun oder Kakao, als Bruch - sogar einer
zuckerfrei (als ob das noch was reißen würde),
Brausepulver, bunte Lakritze undundund....
  
Als ich dann
dachte, der süße Albtraum wäre vorbei gings um die Ecke
zu den Bonbons - diesen hässlichen, schrecklich süßen
farbenprächtigen Plombenziehern, denen man schon gar
nicht widerstehen kann und auch nicht 20 verschiedenen
Sorten. Dann kam erst die Kasse und als Trost für diesen
Verführungstrip konnte man kostenlos ein Tässchen Kaffee
trinken....
Rausgestolper aus
dem Laden erwartet einen die nächste Attraktion - eine
"Sweety-Stube", als ob man nicht schon genug
süßes Zeug
gesehen hätte. Schräg gegenüber ein weiteres Extra-Haus
mit Wein-Verkostung. Ja, aber auch da gab es Nüsse und
sonstige Leckereien. Letztes Jahr stand da ein
Schweinchen aus Stein, wie eine Bank gestaltet und auf
dieser hatte ich mich niedergelassen. Danach sah die Sau
nur noch gequält mit dem Kopf hinter mir hervor. Meinen
Bruder veranlasste dieses Foto mich zu fragen, ob die
Sau nun platt wäre. Heute wollte ich ihm das Gegenteil
beweisen - aber Oh Schreck, das Schwein ist weg.
Stattdessen stand da ein Holzpferd. Nun grübele ich doch
ein bisschen.
Zu finden war auch noch eine Dampflok und für Kinder
eine kleine Bimmelbahn und jede Menge
Abenteuer-Spielplätze. Ebenso gibt es auf dem Gelände
ein Motel, einen RV-Platz und eine Tankstelle. Ist wie
ne kleine Stadt.
Wir fuhren nach 2
Stunden weiter, vorbei an einer tollen Landschaft,
Rinderherden und vorbei an einem riesigen Stausee. Sogar
Baumwollfelder waren zu sehen, ganz zu schweigen von
Feldern bis zum Horizont voller Tomaten. Ein
ausgeklügeltes Bewässerungssystem mit satt Wasser (die
natürlichen Bäche unterwegs waren da sehr ausgetrocknet
dagegen) sorgt hier für reichlich Nass. Die ganze
Strecke ist ausgewiesen als "Scenic Drive" und das war
sie auch. Langweilig und nur voll mit Autos war dann die
Route 99 in Richtung Modesta. In Merced waren wir noch
in einem Welcome-Center und haben uns eingedeckt mit
Infos aller Art. Und da gab es so eine Lady dort, die
mir unbedingt alle Sehenswürdigkeiten schmackhaft machen
wollte. Sie hat sich richtig ins Zeug gelegt. Fand ich
unheimlich niedlich.

Der nächste Stopp war
schon unser Hotel. Ein neues "Microtel Hotel". Top innen
und außen. Und mit einem richtigen Frühstück (das
wissen wir vom letzten Jahr an anderer Stelle). Und nun
bleibt uns nur noch der Gang zum Essen an der Ecke. Wir
sind hungrig und durstig. Morgen gehts auf jeden Fall
über den Yosemite und runter zum Mono Lake und dann
schaun mer mal.........


Beginn der 2. Woche!
9.09.2005 Heimspiel in
Modesto/Ceres
Eigentlich begann der Tag traumhaft
schön. Vom Zimmer konnte man die Sonne aufgehen sehen
und ich dachte, das sei ein schöner Beginn der 2.
Ferienwoche. Es war 6:00 Uhr in der Frühe und nachdem
ich Anni aus ihrem dem Bett getrommelt hatte, gingen wir
gegen 6:30 zum Frühstück. Himmlisch - Kaffee, Saft,
Toast, Butter, Marmelade, Obst und jede Menge dieser
süßen Frühstücks-Kuchen.
Während ich gerade vergnügt in meinen Toast biss, sprach
mich die Rezeptionistin an, ob ich wüsste, dass mein
Auto ´nen "Flat-Tire" hätte. Ich kannte das Wort nicht,
jedenfalls nicht in dieser Kombination. Darauf ging die
Dame mit mir nach draußen und zeigte mir einen
Plattfuss an unserem Auto. Na Mahlzeit dachte ich und
witterte schon wieder böse Buben, die die Luft aus dem
Reifen gelassen hatten. Aber ich wusste noch nicht, was
mir bevorstand. Erst mal den "AAA", das ist der
amerikanische ADAC, angerufen zwecks Reifenwechsel. Doch
ohne Mitgliedsausweis ging da nix. Anni war schon auf
die Suche gegangen und fand natürlich nichts, und ich
kann auf nüchternen Magen auch noch nicht denken.
Gnädigerweise sagte man mir zu, den Pannendienst zu
schicken, würde aber 45 Minuten dauern. Gut dachte ich,
Zeit zum suchen.
Dann Alamo angerufen. Mit viel Tamtam wurde erst mal an
die Schadensstelle verbunden. Entnervt überließ ich die
sprachliche Feinarbeit der inzwischen eingetroffenen
Tages-Rezeptionistin. Alamo wiederum wollte auch den
Vertrag haben, weil auch bei denen ohne bestimmte Daten
nix ging. Ich frage mich da schon, wofür haben die
eigentlich Computer? Also ,Anni wieder suchen geschickt.
Und Erfolg gehabt.
Fakt war letztendlich, dass ich das Auto hätte tauschen
können in Sacramento - sind ja nur schlappe 100 Meilen.
Oder den Reifen erst mal auf eigene Kosten reparieren zu
lassen, gegen Erstattung der Kosten bei Abgabe des PKW
in 2 Monaten. Wir entschieden uns für eine Reparatur des
Reifens hier im Ort. Das nächste Problem war, wo zum
Teufel ist der nächste Reifenflicker? Der Manager wer
der rettende Engel, er wusste Rat und wir waren erst mal
erleichtert. Im Hotel hatte es sich derweil
rumgesprochen, dass die beiden Mädels aus Germany ´nen
Plattfuss hatten.
  
Zwischenzeitlich war der AAA-Mensch
eingetrudelt und besah sich den Schaden. Da das
Reserverad im Kofferraum liegt, musste natürlich alles
ausgeräumt werden. Es waren eine Menge Hotelgäste da,
die belustigt zusahen und ich fluchte innerlich. Dafür
war der AAA-Mensch richtig erfrischend. Der wechselte in
178 Sekunden den Reifen - hat einer der Zuschauer
mitgestoppt und mir stolz erzählt. Ich hatte ganz andere
Probleme, Anni fand meine ADAC-Karte immer noch nicht
und gab die Suche entnervt auf. Sollte die Karte etwa
noch zu Hause auf dem Tisch liegen? Ich muss wohl die
Panik in den Augen gehabt haben, dieser nette Mensch vom
AAA meinte dann nur: "Honey, let it be, it´s ok",
schwang sich in seinen Abschleppwagen und brauste davon.
Das Trinkgeld nahm er gerade noch so an. Ich denke, der
wollte auch nur so schnell wie möglich weg....
Ich hatte immer noch meine angebissene
Toastscheibe auf dem Teller liegen, aber mir war nicht
mehr nach Frühstück. Da wir nicht wussten, wie lange die
Reifenreparatur dauerte, entschlossen uns dann erst mal,
noch eine Nacht im Hotel zu verlängern. Bloss keinen
Stress mehr. Und wir stehen ja nicht unter Zeitdruck.
Den Reparaturladen gab es eigentlich um die Ecke,
"Big-O-Tires". Also hin und erzählt, was Sache ist. Der
Mann nahm es gelassen und meinte, setzen Sie sich hin
und trinken Sie einen Kaffee. In 30 Minuten ist alles
gelaufen. So war es dann auch. Stress ab 7:30 Uhr und um
9:30 Uhr war alles vorbei. Es war im übrigen mit 15
Dollar erledigt. Ursache war doch tatsächlich eine
Schraube, die voll im Mantel hing. Im Nachhinein fiel
uns auch ein, daß es mal geknallt hatte, wie bei einem
Schuss und wir beide unwillkürlich zur Frontseite
geguckt hatten. Da war aber nix. Nun wussten wir, wo es
statt dessen "geknallt" hatte. Auf all meinen Reisen war
dies mein erster Plattfuss und nun weiss ich also auch,
wie man das hier am besten abwickelt!
Als seelischen Ausgleich nach diesem Morgen gingen wir
erst mal bummeln. Ich glaube einkaufen gehen, beruhigt
noch am meisten die Nerven. Und ist natürlich auch eine
gute Entschuldigung... Anni kaufte Jeans und Bluse und
jede Menge Krimskrams in einem "99-cent-Laden". Nein,
nicht so ein Ramschladen, sondern riesengross wie ein
Kaufhaus. Gut sortiert und alles Top-Ware.
  
Danach fanden wir ein paar Häuser
weiter noch einen Laden dieser Art und noch eine ganze
Menge anderer Läden zum Bummeln. Mittlerweile war es
fast Mittag, die Sonne brannte unbarmherzig vom Himmel
und wir hatten berechtigt Hunger. Also nutzten wir die
Gelegenheit, an einem Pizza-Büffet den Hunger zu
stillen. Erst dachte ich, das war wohl nix, aber
irgendwie lief der Pizzabäcker zur Höchstform auf und
plötzlich gab es toll schmeckende, verschiedene Pizzen.
Dazu noch ein Salatbüffet und 2x Cola dazu und das alles
für 11 Dollar incl. Tax für 2 Personen.
Nun haben wir nach einem
Mittagsschläfchen Lust darauf, Modesto zu besuchen. Für
morgen haben wir hier noch einmal gebucht, weil es
leicht zu schaffen ist, den Yosemite und den Mono Lake -
um den es uns eigentlich geht - zu besuchen. Was wir
übermorgen machen, das verrate ich noch nicht.
Jedenfalls was Unlogisches.....
10.09.2005 Rundreise Yosemite, Mono
Lake und via Sonora-Pass zurück nach Modesto/Ceres
unsere heutige Tour:
Heute war ein Tag zum "Reinbeissen",
sonnig, warm und fast windstill. Und nach den
Aufregungen von gestern und dem anschliessenden
Faulenzertag wurde es höchste Zeit wieder auf die Piste
zu kommen. Das, was wir heute sehen wollten, war
eigentlich "Stoff" für 2 Tage, aber wir wollten es
ausgeruht eben flotter packen. Um 7:45 Uhr sattelten wir
also die Hühner mit der groben Richtung Yosemite-Mono
Lake.
Da wir es beide hassen, ausgetrampelte Touristenpfade zu
fahren, hatten wir uns gestern schon überlegt, wie wir
denn nun fahren. Wir wählten eine Nebenstrasse (132).
Das war goldrichtig und traumhaft schön. Sanfte Hügel
links und rechts der Strasse, jetzt im Herbst goldfarben
mit im Wind sanft wiegenden Gräsern. Dazwischen ein
bisschen Landwirtschaft, viele Rinderherden - mehr als
ich in ganz Texas zusammen gesehen habe - Lamas!,
Ziegen, Pferde. Dann wieder endlose Reihen Obstbäume,
Nussbäume, Wein und Gemüse. Dazwischen ein See mit
klarem Wasser. Wir brauchten 2 Stunden um uns
sattzusehen.
  
Allmählich wurde die Landschaft karger, wir näherten uns
höheren Regionen. Und irgendwie landeten wir dann doch
auf den Touristenpfaden zumindest Richtung Yosemite
Village. Beim "Stöckchenziehen" hatte ich mal wieder
verloren - sehr zu meinem Ärger. Das Village ist wie
befürchtet: eine einzige Baustelle, Trolley-Busse,
Menschenmassen und um diese Jahreszeit absolut für den
A... Das einzige Argument, gegen das ich keine Antwort
hatte, war die Tatsache, daß man z.B. den Halfdome von
unten sehen konnte. Nun ja, das Abenteuer dauerte 2
Stunden und 30 Meilen extra und wir lernten viele
Asiaten mit "klickklick" kennen.
  
Die Weiterfahrt über den Tioga-Pass entschädigte für
alles. Ich hatte es nicht mehr so toll in Erinnerung.
Und jeder von Ihnen, der jemals dort war, weis, wovon
ich rede - Hochwiesen über 3.000 Meter!, Berge und
riesige Fels-Platten links und rechts der Strasse,
abgeschliffen von der Eiszeit. Und viele Wandervögel mit
und ohne Auto. Dazu eine Luft so klar und rein, wie
sonst nicht so schnell in Kalifornien zu finden. Wir
konnten uns nicht satt sehen und fotografierten auch
endlos viel. Eigentlich war unser Ziel ja der Mono Lake.
Aber da das Wetter heute auch noch super war, ließen
wir uns zeitmäßig treiben. Dass wir dabei auch noch
einen Waldbrand hautnah mitkriegten, war nicht geplant.
Am schlimmsten empfanden wir aber anschließend den
beißenden Geruch verbrannten Holzes im Auto. Auf den
High-Meadows befindet sich ein Visitor-Center und wir
ergatterten endlich unseren Stempel im "Passport für
Nationalparks". Einen Pass für die Nationalparks selbst
hatten wir uns für 50 Dollar bereits am Eingang zum Park
besorgt. Und da allein der Eintritt in den Yosemite 20
Dollar gekostet hätte, werden wir diese Kosten schnell
wieder raus haben.
  
Endlich im Tal angekommen, wobei dieses immer noch auf
8000 Feet - ist ca. 2400 Meter liegt, waren wir erst mal
nur hungrig. Es war nach 3 Uhr mittags und wir hatten
uns das redlich verdient. Naja, ein Stück Pizza kostete
3 Dollar, aber es füllte den hohlen Zahn.
Weiter ging die Fahrt via Lee Vining
auf der 395 hin zum Visitor-Center wegen Mono Lake.
Dieser See ist ursprünglich das Überbleibsel eines
Schlackenvulkans und heute ein Salzsee. Bekannt dafür,
dass die Salzkonzentration höher ist - leider - als die
des Meeres. L. A. hat früher sein Wasser von dort bzw.
aus den Zuflüssen bezogen und als der Spiegel aufgrund
des fehlenden Wassers immer mehr sank, sind die
Umweltschützer aktiv geworden und haben den See
gerettet. Nun erholt er sich langsam wieder. Das
besondere ist eigentlich, dass er immer schon der
Rastplatz von Zugvögeln war. Tiere im Wasser können sich
aufgrund des 10% igen Salzgehaltes nicht halten, wohl
aber eine einzige Tiersorte der Welt - die
Salzwasser-Garnele. Das Visitor-Center ist schön
gemacht, aber die Knaben dort meinten doch tatsächlich,
die einzig schöne Stelle sei die ca. 10 Meilen entfernte
Besichtigungs-Plattform. Würde auch nur 3 Dollar pro
Person kosten. Dass 300 Meter in Richtung Bridgeport
ebenfalls eine begehbare Stelle an den Mono Lake für
Null Dollar führte, wurde elegant verschwiegen. Da wir
schon mal da waren, wussten wir das natürlich. Wir also
runter an den See. Der alte Holz-Trampelpfad war immer
noch da und es machte wieder Spaß, wie Tufa-Steine zu
fotografieren. Auch waren eine ganze Menge Vögel da. Das
schöne Wetter zauberte dazu noch Super Bilder. Lediglich
der Rückweg zum Auto endete für mich mit einem Bad im
Mono Lake. An der Stelle, an der die Holzbohlen aufhören
und das Wasser anfängt, war es mir einfach danach volle
Kanne auszurutschen und richtig nass zu werden - auch
wenn es nicht so aussieht. Weh getan habe ich mir nicht
dabei. Befürchtet habe ich allerdings, wegen Erregung
öffentlichen Ärgernisses verknackt zu werden, als ich
mich in der "Öffentlichkeit" umzog um wenigstens
einigermaßen trocken zu sein. Selbst die Dollars in
meiner Hosentasche waren nass...
  
Die Weiterfahrt gestaltete Anni als Driver und wir sind
wiederum eine seltene Strecke zurück gefahren - über den
Sonora-Pass. Vorher tankten wir zu Spitzenpreisen in
Bridgeport noch mal nach - und das war gut so. Rechts
und links der Strasse wieder Rinderherden ohne Ende. Ich
denke, was anderes anbauen kann man auf diesem
Lava/Fels-Boden mit dem kargen Grasbestand auch nicht.
Die Tour über die 108 nach Sonora
zurück war SPITZE! Wer schon alle Wege kennt und die
noch nie gefahren ist, sollte das unbedingt tun. Und
zwar am Nachmittag von der Mono Lake-Seite aus. In
dieser Jahreszeit stand um 17:00 Uhr die Sonne schon
tief und das Farbenspiel war atemberaubend. Hinter der
Abzweigung dahin befinden sich links unendlich viel
Hügel, Felsen, Dome aus Lava, rot gefärbt. Die Strasse
ist im TOP-Zustand, aber schmal und sehr gewunden. Die
26% Steigung taten ihr übriges, aus dieser Strecke ein
Abenteuer zu machen. Und die Einsamkeit - kaum ein Auto
um diese Zeit und Trailer oder LKW sowieso nicht - taten
ihr übriges. Wir möchten es nicht missen. Jenseits des
Passes -gute 3000 Meter hoch - sah die Landschaft
plötzlich wieder aus wie die aus Yosemite. Felsblöcke
bis an die Strasse, fein abgeschmirgelt, Hügel aus Fels
und einsamen Bäumen dann wieder Wälder, sogar mit
auffallend vielen "Redwoods", dann wieder High-Meadows
und so ging es die ganze Strecke bis Sonora runter. Von
den 26% Gefälle brauche ich wohl nicht extra zu
reden......Schade, dass wir so spät dran waren. Schöne
Bilder saßen leider nicht mehr drin - zu dunkel. Aber
diese Strecke werden wir bestimmt in Erinnerung gehalten
und wenn möglich noch mal fahren.
  
Der Rest der Strecke bis zurück zum Hotel war teilweise
mit Tempo 65 mph möglich. Und so konnten wir unsere Tour
abschließen gegen 20:00 Uhr. Wir sind durchgebraust zum
nächsten Supermarkt - der hat hier bis Mitternacht auf -
und haben uns 2 Flaschen Bier gekauft (nein, nicht die
mit 0,5 Liter....). Dass das Hotel uns mit Feuerwerk
empfangen hat, rührte uns dann doch.....
Morgen werden wir geruhsam den Tag
beginnen und nicht nach Reno sondern ins Napa-Valley
düsen. Das Wetter und der Wein und die vielen Weinproben
haben es uns angetan.....Na denn.
11.09.2005 Weiterfahrt ins
Napa-Valley
unser heutiger Trip:
Welch ein herrlicher Tag heute. Mit
Sonne wurden wir wieder begrüßt und kurz entschlossen
entschieden wir uns für kurze Hosen und T-Shirt. Das
alles-wieder-einpacken-ins Auto dauerte etwas länger,
dann aber hatten wir uns nach dem Aus-checken ein
anständiges Frühstück verdient. Die ganze Zeit waren wir
an einem Family-Restaurant vorbeigefahren, ganz aus Holz
und schon von außen gemütlich. Aber diese
Family-Restaurants haben den Nachteil, dass man auch zum
Abendessen nur alkoholfreie Getränke bekommt. Und
eigentlich geht ja nix über das abendliche
Absacker-Bierchen. Aber heute morgen wollten wir dort
richtig frühstücken. Haben wir auch gemacht. KLASSE!
Innen war der Laden komplett auf "Tante Klara auf
dem Sofa" gestylt. Bestickte Rüschengardinen, Tische zum
Ausklappen, damit man da das Besteck drauflegen konnte!
und als allerschärfstes an den Tischen Ohrensessel aus
braunem Imitat-Leder, kopfhoch und mit Rollen, damit man
leichter hin und her rutschen konnte. Dazu an der Decke
unzählige "Miefquirle", mit hübschen
Biedermeier-Lämpchen dazwischen. Und das Frühstück?
unschlagbar lecker und preiswert auch noch. Die
Kellnerin brachte uns auch direkt die
"Senior-Menü"-Karte. Klar war, dass wir natürlich nur
"Decaf" tranken (ist ja auch so) und der war im
Omelette-Preis auch noch drin. Mit 8,84 Dollar für 2
Komplett-Frühstücke zogen wir ne gute halbe Stunde
später wieder ab.

Unsere Fahrt ging weiter auf der
Rennstrecke 99 weiter in Richtung Stockton. Dort
wechselten wir auf die 12, die uns nach Napa-Valley
bringen sollte. Ich kann nur sagen, eine gähnend
langweilige Strecke. Ab und an mal ein bisschen was fürs
Auge - weite Wiesen und Felder auf sanft geschwungenen
Hügeln, manchmal noch wiederum große Rinderherden,
sogar weiße Rinder sahen wir heute und dann wieder nix,
nur Langeweile.
Wir hatten uns gestern schon ein Hotel
ausgeguckt, das Internet-Anschluss hatte. Aber die Stadt
Napa hat da nichts vorzuweisen, außer Luxushotels ab
150 Dollar aufwärts pro Nacht oder B & B - auch nicht
viel billiger. So wie es meist üblich ist, an den
Ausfallstrassen Motelketten vorzufinden, war hier auch
nicht vorzufinden.
Und das von uns ausgeguckte Motel hätte ich auch nicht
genommen, wenn es Mitternacht gewesen wäre. Kurz und
gut, nachdem uns das Visitor-Center auch nicht helfen
konnte, haben wir uns gesagt, wir fahren das Stück nach
Fairfield zurück und gehen da in ein Econo Lodge. Vorher
haben wir uns allerdings noch Downtown Napa angeguckt.
Der einzige Brüller wäre eine Weingut--guckst-du--Fahrt mit der
Bimmelbahn gewesen, aber die war unterwegs und wir
wollten keine 2 Stunden warten, dann wäre es zu spät
geworden. Außerdem mussten wir uns erst die
Preise dafür ausgucken
  
Also sind wir Richtung Fairfield gefahren, natürlich
erst mal mit mächtig Verfahren. Als wir dann endlich da
ankamen, wo das/die Hotel/s waren, konnten wir uns nicht
entschließen, im Econo Lodge zu nächtigen. Ein Holzhaus
auf Stelzen sozusagen, klein, muffig und teuer, wenn
auch sauber. Wir sind letztendlich im Days Inn gelandet.
Diese Kette scheint mittlerweile fest in "indischer
Hand" zu sein. Ich hatte schon letztes Jahr Probleme mit
den asiatischen Gerüchen, die überall hängen und dieses
Jahr ist es nicht besser. Ich denke Motels sind eine
lukrative Sache hier in den USA, und die Inder haben
auch gelernt, während sie gerade dabei sind reich zu
werden: Man riecht in der Rezeption nicht direkt
indische Gewürze und das
Rezeptionisten-Personal ist mittlerweile meist amerikanisch,
selten spanisch/mexikanisch. Das
Putzgeschwader besteht bis jetzt nur noch aus
mexikanischen Frauen, die nicht diese Gerüche
verbreiten. Somit ist es auch kein Problem, sich spanisch zu
verständigen. Aber einen Vorteil hat das mit den
indischen Motel-Pächtern dann doch: mit denen kann man
prächtig die Preise runterhandeln.....
Auch hier ist das so. Allerdings gibt es in allen Räumen
W-Lan und ich war da denn doch erleichtert. Leider
funktioniert meine Netgear MA521 nicht. (Bisheriger
Zugang per Kabel) Ich kriege zwar
astreinen Empfang, aber ich kann nicht online gehen.
Habe Kennwort erhalten, aber es geht einfach nicht. Weis da vielleicht jemand Rat? Bin daher wieder auf die
gute, alte AOL-Methode umgestiegen, Schneckentempo, aber
wenigstens online. Und das geht immer.
Morgen werde ich versuchen, wieder ne gescheite Leitung
zu kriegen, um die Bilder hoch zuladen.
Ja und heute ist dann nichts
Aufregendes mehr passiert. Morgen werden wir die ganze
Weintour durchs Napa-Valley durchziehen, da kommt schon
was zusammen und morgen Abend werden wir bestimmt auch
ein Plätzchen finden für die müden Häupter. Wenn wir es
schaffen bis nach Eureka oder so. Und dann möchte ich
endlich mal raus aus dem teuren Kalifornien. Oregon
erwartet uns doch.....
12.09.2005 Napa-Valley und tolle
Fahrt an die Küste nach Mendocino/Fort Bragg
unsere heutige Tour:
Der Tag begann wie immer - sonnig - und
wir freuten uns schon darauf zu starten. Nach einer
Tasse Kaffee und so nem süßen Labberkuchen fuhren wir
los in Richtung Napa Valley. Zuerst aber suchten wir im
gegenüberliegenden Einkaufs-Zentrum den Supermarkt
zwecks Einkauf und dann das daneben liegende "Target"
auf, um einen erneuten Versuch zu starten, die Postkarte
endlich unter Dach und Fach zu bekommen. Sie erinnern
sich - Anni hat eine eigene Postkarte kreiert für die
Grüsse nach Hause, anstatt gekaufte Postkarten zu
verwenden. Eine
Verkäuferin mit sehr wichtiger Miene erklärte uns, dass
das ein computergesteuertes Gerät wäre und dass sie die
Ausdrucke für uns vornehmen wolle. Wir sahen wohl
technisch nicht
sehr vertrauenserweckend aus....Letztendlich war das gut
so, dass sie das selbst machte, denn sie ließ das Foto 2x auf
einem großen Ausdruck herstellen, anstatt
Postkartengröße - und das 15x = 30 Ausdrucke! Das
wollten wir natürlich nicht haben. Also wurden 15 Karten
neu gemacht, und da die Verkäuferin mit den falschen
Drucken nichts anfangen konnte, verkaufte sie uns diese
für einen Sonderpreis.Wir zahlten somit für alle zusammen umgerechnet 20 cent pro
Stück - Anstatt 39 cent. Wir zogen damit sehr zufrieden
von dannen...

Nun haben wir nun insgesamt 45 selbst gemachte
Postkarten - siehe vorstehendes Muster.
Weiter ging die Fahrt Richtung Napa und
es war ein toller Anblick, wie der Nebel wie ein Finger
über die sonnenüberfluteten Bergkuppen griff. Und gut
war auch, dass wir gestern noch die Stadt Napa
besichtigt hatten, die lag jetzt voll im Nebel. Wir sind
erst ein Stück weit den sog. Silverado-Trail gefahren. Aber
das war nicht soo toll. Nachdem wir dauernd Stress mit
rabiaten Autofahrern bekamen, weil wir anstatt 55
nur 50 mph fuhren, haben wir gequert auf die "andere
Seite" der ganzen Weingüter. Dazwischen lagen 10 Meilen
mit kaum Verkehr und so konnten in
Ruhe die Reben fotografieren, die mittlerweile in
vollster Sonne standen. Es wird langsam Herbst hier, die
Blätter verfärben sich schon an den Rebstöcken.
  
Wir hatten uns bereits gestern vorgenommen, ein Weingut
zu besichtigen und natürlich auch den Wein zu testen -
zumindest Anni, da ich ja Auto fahre.
Und das taten wir dann auch. Das Weingut von Francis
Ford Coppola - Sie wissen schon, dem Starregisseur, der
unter anderem auch den "Paten" gemacht hat oder auch
"Apocalyse now", hatte es uns angetan, wie Hunderten
anderen auch. Dieser F.F. Coppola hatte dieses Traumweingut 1975
aufgekauft, nachdem der ehemalige Besitzer Niebaum bzw.
dessen Familie kein Geld mehr hatte, und es liebevoll wieder so hergerichtet, wie
es ursprünglich mal war. Und ich bin überzeugt, nicht
nur der
Wein gehört mit zu dem Besten, was Tal so bietet.
  
Anni hat natürlich eine Weinprobe gemacht - 5 mal testen
für 15 Dollar. Am liebsten hätten wir 1-2 Flaschen
mitgenommen, aber bei Preisen von 27.- und 65.- Dollar
pro Flasche haben wir es dann lieber gelassen. Dafür
bekamen wir 2! Gläser geschenkt und die Weinliste noch
dazu. Das Weingut hat wirklich edle Räume, man
kann hier auch Events der gehobenen Klasse abhalten.
Eine überaus attraktive Treppe aus Redwood-Holz und ein
übergroßes Mosaik-Wappen schmücken den Eingangsbereich. Überall gibt es
Wein-Probierräume/Probiernischen, aber auch kleine alkoholfreie Probierstuben
für die Driver :-)). Alles wirkt irgendwie liebevoll,
auch wenn das knallharter Kommerz ist. Müssen eine gute
Marketing-Abteilung haben. Im
ersten Stock stehen Requisiten von den bekanntesten
Filmen von Coppola - so auch der Schreibtisch vom Paten
mit dem goldenen Telefon oder auch die 5 Oscars in einer
Vitrine.
  
Auf der Weiterfahrt "trafen" wir dann auch den
"Wine-Train" aus Napa wieder. Wir hatten uns
zwischenzeitlich mal
schlau gemacht, wie das so mit Fahren und Preisen dafür
aussah: Ist bestimmt empfehlenswert, aber uns war das
schlicht zu teuer. Ein 3-Gang-Dinner 75 Dollar, ein
5-Gang-Dinner 85 Dollar, ein 3 Gang-Lunch, dafür mit
Wein-Testen 99 Dollar und ein Abend-Dinner mit Show 120
Dollar. Das Spitzendinner mit 5-Gängen und Weinen aus
der Region kostet 140 Dollar und wird nur 1x monatlich
veranstaltet. Die einfache Fahrt im offenen Wagon kostet
immer noch 40 Dollar und wenn das ganze auch noch mit "Meal"
sein soll
(man beachte die Unterschiede - der eine kriegt ein
Dinner, der andere ein Sandwich) kostet es 65 Dollar. Und das
alles nur gegen telefonische Reservierung 3 Tage in
voraus - es sei, es sind noch Plätze frei.
  
Am Ende der ganzen Weinstrassen liegt der Ort Calistoga.
Bekannt unter anderem für seinen "Old Faithful Geyser".
Kostet pro Nase 6 Dollar Eintritt. Haben wir uns
geschenkt, da wir noch nach Yellowstone kommen und den
wirklichen Old Faithful gucken gehen. Die Weiterfahrt
auf der 128 Richtung Küste gestaltete sich unerwartet
als Highlight. Nicht nur, dass es nach dem Napa-Valley
ein weiteres Tal namens "Alexander-Valley" gibt, sondern
dass dieses auch Größenmäßig nicht schlechter als Napa ist - nur der
ganze Rummel fehlt hier völlig - sondern auch auf der
Weiterfahrt finden sich die golden Hügel wieder, aber auch immer
wieder Alleen mit alten Eichenbäumen. Einige davon voll
mit "Irish Moss", einer Schmarotzerpflanze der Gattung
Ananas, die wie lange Vorhänge an den Bäumen
herunterhängt. Dann wieder diese gewellten Strassen mit
weitem Land und Rinderherden. Und bei diesem
Sonnen-Licht, das wir um diese Jahreszeit haben, ist das einfach
toll - vorausgesetzt, man interessiert sich für die
Natur.
  
Als ich schon dachte, das wars für heute,
kam ein weiterer Höhepunkt: Redwood - Bäume.
Weitab vom touristisch bekannten Redwood-Park ein
weiterer, mir unbekannter Wald namens "Navarro Redwood".
Wir
hatten natürlich wieder Stress mit den anderen
Autofahrern, dabei benutzten wir nur ausgebaute
"Turnouts". Ich glaube, hier im Norden sind die Amis
sowieso unerwarteterweise sehr aggressiv beim
Autofahren. Hängen einem fast am hinteren Nummernschild, blinken
auf oder Hupen.
Zurück zum Wald - die Bäume hier sind nicht so dick vom
Umfang wie im Redwood NP, aber ebenso zahlreich, sehr
schlank und hoch. Bei den meisten war der Umfang nicht
mehr als 2 Meter, aber mind. 50 Meter hoch waren fast
alle. Dazu die Sonne, die schräg einfiel - herrlich. Wer
sich für die Natur interessiert - diese Strecke ist
unsere Empfehlung.

Die Strasse 128 läuft an ihrem Ende in
die 1 der Küste über - und da erwartete uns wieder
schlechtes Wetter. Dicke Wolken, Kälte und hohe
Luftfeuchtigkeit. Eigentlich wollten wir in Mendocino
übernachten - Sie wissen schon, der alte Schlager. Wir waren dort vor
Jahren schon mal. Aber dieses Mal konnten wir uns auch
nicht entschließen unser altes Hotel wieder zu nehmen.
Es liegt direkt an der Küstenstrasse. Stattdessen sind wir ein
bisschen weitergefahren Richtung Fort Bragg. Unser
Quartier für diese Nacht ist ein kleines Motel auf
halber Strecke mit einem riesigen Zimmer und mit
Terrasse und Blick aufs Meer. Davor liegt eine Kneipe -
wie praktisch.
Morgen werden wir weitere, weniger bekannte
Redwood-Regionen aufsuchen. Und je nachdem, wie das
Wetter ist, auch einen Botanischen Garten. Für jetzt und
heute sind wir nur noch müde und faul. Und mit Oregon
morgen wirds auch nix - nun gut.
Heute haben wir erst mal keinen
Internet-Anschluss, aber die Chefin hier hat uns
angeboten, ihren Internet- Anschluss benutzen zu dürfen.
Wenn´s nicht klappt, dann halt erst morgen diesen
Bericht....

13.09.2005 durch das "Valley of the
Giants" mit seinen Redwood-Bäumen nach Eureka
unsere heutige Tour:
Nachdem gestern in diesem Hotel nicht mal
AOL funktionierte und auch der Direktanschluss per
dortigem Modem nicht klappte, mussten wir leider alle
Leser enttäuschen. Aber das wird bestimmt noch mal ab
und zu passieren. Dafür heute 2 Berichte und viele tolle
Bilder.
Heute morgen wieder dicker Nebel und die
Küste grau in grau. Wir sind noch mal nach Mendocino
zurückgefahren zur dortigen Post, haben Briefmarken
gekauft und die selbst gemachten Postkarten eingeworfen.
Porto wird auch immer teurer. Kostet dieses Jahr schon
70 cents. Wir sind noch einmal durchs Städtchen gefahren
und da fiel mir wieder auf, was man schon damals
tuschelte: die Gegend eignet sich gut zum Hanfanbau. Ich
dachte eigentlich, das wäre Schnee von gestern, aber als
ich die vielen ausgemergelten, ungepflegten Typen sah,
die am frühen morgen schon kaum gerade laufen konnten,
oder wie blind über die Strasse tappten, dachte ich nur,
oha, es hat sich nichts geändert. Dann sind wir weitergefahren, so an der Küste
entlang und bei "Caspar" mal runter an den Beach. Ist
zwar schlechtes Wetter, aber man ahnt, dass es hier mit
Sonne wunderschön ist. Hier stehen auch versteckt, oder
direkt an den Dünen viele schnuckelige Häuser und die
gehören bestimmt keinen armen Amis. Aber es ist auch ein
großer RV-Platz da - ein toller Platz für Camper.

Weiter ging die Fahrt auf der 1 an der
Küste weiter. Die Strassen waren dort nur noch "rough
road" und man musste höllisch bei diesen Wellen in den
Kurven aufpassen. Landschaftlich aber trotzdem super.
Viele Zypressen links und rechts der Strasse, die
stellenweise so miteinander verwoben waren, dass es
aussah, als würde man durch einen Tunnel fahren. Dann
wieder tolle Blicke auf wildzerklüftete Felsen, die auch
ohne Sonne bombastisch wirkten. Irgendwann lief die 1
dann ins Landesinnere, nach Leggett. Und plötzlich war
die Sonne wieder da. Die 22 Meilen bis Leggett waren
dann schon der erste Knaller des Tages - von der Strasse
mal abgesehen. Man kann es nicht richtig beschreiben und
fotografieren geht auch fast nicht. Aber es war einfach
toll durch die Gegend zu fahren. Zypressenwälder,
Mischwälder, dann wieder Tannenwälder, dann weite Wiesen
und - na klar- Rinder.
In Leggett wurde aus der 1 wieder die
101. Aber wir wollten diese alternative Route neben der
101 fahren, wegen der Redwood-Bäume. Der Park ist
offiziell der "Humboldt-Redwood-State-Park, kostet keinen
Eintritt und fährt sich ab dem Ort Miranda bis zum Ort
Redcrest einfach toll. In Redcrest gibt es ein Baumhaus,
nein nicht im Baum, sondern eher an der Wurzel....Wir haben fast 4 Stunden für 32
Meilen gebraucht und auch nichts ausgelassen, was
irgendwie nach SUPER aussah. Ein tolles Erlebnis. Und
dabei ist auch dieser Teil noch nicht einmal der
offizielle Redwood NP! Natürlich war es hilfreich, dass
die Sonne zwischen diesen Riesenbäumen durchschien. Und
manchmal standen die Redwoods so dicht, das es richtig
dunkel wurde im Wald. Einen alten Riesen, der 950-1000
Jahre alt sein soll, haben wir versucht zu
fotografieren. Aber die Bäume sind alle so hoch, dass es
schier unmöglich ist, den ganzen Baum auf ein Foto zu
bekommen. Ich hoffe, die Bilder spiegeln ein bisschen
die wahre Größe.
   
  
Weiterfahren wollten wir nicht mehr und
so sind wir in Eureka gelandet, in einem Days Inn mit
High-Speed-Internet. Draussen ist es schon wieder
zugezogen und wir machen die Sachen von heute erst
fertig und dann gehen wir endlich mal nach "Applebee´s"
was vernünftiges essen und trinken, an der Bar
natürlich. Ich träume da so von einem richtig großen
Steak. Anni will lieber Salat. Ich will heute aber mal
nicht diäten und richtig satt einschlafen.
Morgen steht Crescent City auf dem Plan
und alles drumherum, auch Klamath-Falls. Je nachdem wie
das Wetter ist, auch wieder Redwoods. Wir haben noch
nicht so richtig genug von den Riesen....
14.09.2005 Ein Abstecher
nach Ferndale und dann weiter via Redwoods nach Crescent
City
unsere heutige Route:

Wie gestern Abend vorgenommen, haben wir
"Applebee´s" noch heimgesucht. Das Bierchen lief runter
wie Öl. Danach hatte ich allerdings keinen Hunger mehr.
Ich habe mir dann aber doch einen Chicken-Caesar-Salad
bestellt und den kriegte ich nicht mal auf. Ich hatte
wohl zu viel Flüssigkeit im Bauch.... Als wir kamen, war
der Laden gerammelt voll und als wir gingen, war nicht
mehr viel los. Dafür kam ne Lady mit Ihrer
Stretch-Limousine an und ließ sich vom Chauffeur Essen
abholen (man kann dort auch "to go" machen). Naja, wenn
die auch da essen lässt.....

Heute morgen war wieder alles grau in
grau. Vielleicht würde man das hinnehmen, aber wenn dann
hinterm Berg der Himmel knatschblau ist und trotzdem
keine Änderung stattfindet, dann frustriert das schon.
Nichts desto trotz - wir fuhren 15 Meilen zurück nach
Ferndale: Dort ist das meiste der Häuser noch echt
viktorianisch und aus Holz. Und die Uhr scheint da
stehen geblieben zu sein. Ich glaube, die ziehen schon um
16:00 Uhr die Bürgersteige hoch und nicht erst um 20.00
Uhr wie in meinem Dorf. Aber es sieht halt hübsch dort
aus.
  
Die Weiterfahrt ging die grobe Richtung
Crescent City, wo wir auf jeden Fall bleiben wollten.
Aber erst mal machten wir eine Menge Abstecher im
Humboldt-State-Park. Nein, nicht Bäume wie gestern,
sondern "Lagoons". Viele kleine Strassen führten an
verwunschene Küstenteile. Auch wenn das Wetter grau und
diesig war, der Küstenabschnitt dort ist vom Feinsten.
Das Meer klatscht mit einem ungeheuren Getöse an den
Strand, dazu selbst bei Ebbe richtig große Wellen.
Dazwischen felsige Küste und einsame Felsbrocken im
Wasser. Der riesige Sand-Strand - in der Farbe wie
frischer Zement - liegt voller Baumwurzeln oder Äste
oder Kleinholz. Es sieht aus wie auf einem
Baum-Friedhof. Ich möchte nicht wissen, was da bei Flut
oder noch schlimmer, bei Sturm los ist
  
An einer Stelle ging der Schotterweg bis
an den Strand und man konnte im Auto sitzend verfolgen,
wie riesige Wellen an den Strand klatschten. Und man
musste nicht raus in den kalten Wind. Es war einfach
schön. Nicht gefunden und gesehen haben wir irgend ein
Getier, nicht einmal Möwen. Kann ich nachvollziehen, bei
dem sch...önen Wetter.
Unterwegs kreuzte die 101 ein
Indianergebiet. Natürlich mit dem obligatorischen
Casino. Aber auch vielen Pferden und einer
Holzschnitzerei. Fand ich echt toll, was da so
geschnitzt wurde. Leider war der Künstler nicht da.

Eigentlich war ich es satt und wollte
weder Bäume noch Küste noch Indianer noch sonstwas
sehen. Aber die Faszination dieser Landschaft fängt
einen dann doch wieder ein. Diesmal war es ein kleiner
Trail in der Nähe des Visitor-Centers vom Redwood Park.
Wieder so ein kleiner Park am Wegesrand der 101. Dort
standen dann doch Brocken von Bäumen die ziemlich
beeindruckend waren. Irgendwie kann man sich dieser
Situation nicht entziehen. Man steht da, guckt an diesem
langen, dicken Baum hoch, dessen Ende man manchmal nur
ahnen kann und sagt nur: Wahnsinn! Wenn dann das
drumherum noch aussieht wie Dschungel, jede Menge Farne
den Weg säumen und manche Riesen einfach umgekippt sind
und die Wurzel mit dem drumrum dann immer noch größer
ist als mein Wohnzimmer, dann fällt mir eigentlich nix
mehr ein.
  
Aber irgendwie sind wir dann doch in
Crescent Ciry gelandet. Hier gibt es einen kleinen
Fischereihafen, ein paar Hotels, eine Nebelbuhne, die
wir von unserem Zimmer aus hören und sonst nicht so doll
viel. Unser Hotel - Lighthouse Inn - ist klasse und
unerwartet preiswert für all die Leistungen, bzw. das
Hotel selbst. Ich mache morgen noch ein paar Bilder von
innen - irre. Kostet nur 69 Dollar plus Tax. Da war ich
für weniger Qualität aber höhere Preise gewöhnt in den
letzten Tagen. Zur Feier des Tages hat Anni denn nun
endlich ihren frischen Fisch von der Angel im Hafen oder
einem Fischernetz bekommen. Im Hafenbereich gab es eine
Kneipe, die fangfrischen Fisch bot.
  
Mir schmeckte erst mal das Bierchen, das
Essen war zweitrangig. Ich weiss, ich rede immer vom
Biertrinken. Aber erstens ist das wie ein seit Jahren
gepflegtes Ritual und zweitens komme ich aus einer
Biergegend. Also lassen Sie mir meinen Spass....
Nun sitzen wir hier auf dem Zimmer, mit
weitem Blick über den Hafen und das Nebelhorn tutet.
Morgen werden wir anders als geplant uns wieder Richtung
Landesinneres orientieren. Da gibt es noch nen Wald.....
und andere schöne Highlights neben der Strasse, klein
aber fein.
15.09.2005 von Crescent City zum
Crater Lake und weiter nach Bend
unsere heutige Route:
Eine herrliche Nacht: ruhig, kaum Autos,
nur das Nebelhorn tutete. Um 7:00 Uhr aufgestanden,
Morgentoilette durchgezogen und kurz vor 8:00
erwartungsfroh zum Frühstück. Mann-oh-Mann -das war
einsame Spitze. Viele Sorten Brot, Toast, versch. Bagels,
hart gekochte Eier!, einen Riesentopf Philadelphia
Schmierkäse, natürlich die üblichen Frühstücksflocken,
Saft, Kaffee, Tee, Milch im Glas und nicht im
Milchdöschen. Nett gedeckte Tischchen, TV natürlich. Und
richtig satt geworden sind wir auch. Das einzige, was
ich bedauert habe war, dass die Amis nicht die Zähne
auseinanderkriegen, um mal Good Morning zu sagen. Ich
hätte es auf jeden Fall im Hotel noch einen Tag
ausgehalten - im Dorf weniger. Das Ambiente des Hotels
war so nett - im übrigen ein Rotary-Haus mit Rauch - und
Hundeverbot, dass ich auch den Knaben im Eingangsbereich
fotografierte. Nur reden mochte er nicht mit mir....
  
Gegen 9:00 Uhr waren wir wieder auf der Piste. Wir
wollten über die 199 kreuzen um ins Landesinnere zu
fahren. Das Wetter an der Küste deprimiert einen ja. Und
Oregon-Dünen im Nebel bringen auch nichts. Also nix wie
zum Crater Lake. Und siehe da, keine 10 Meilen weiter
östlich schien wieder die Sonne vom strahlend blauen
Himmel. Tat richtig gut.
Die Fahrt auf der 199 durch den Jedediah Smith Park - in
dem natürlich auch Redwoods rumstanden, war eher
langweilig. Man fährt endlos durch Kieferwälder, mal
hier und da nen Redwood, dann wieder verschlafene
Dörfer, dann wieder - ja klar, Rindviecher und dann
wieder Bäume. Die einzige Abwechslung war dann auf dem
Wege zum Crater Lake auf der 62 eine Riesenbaustelle.
Der "Flagman" der einen immer aufhält mit seinem
ömmeligen Stopp-Schildchen war dieses Mal eine Frau. Und
wir hatten das Pech, das erste Auto zu sein. Und da der
Aufenthalt 20 Minuten dauern sollte, bevor das
"Pilot-Car" uns abholte, plapperte die Dame ohne Punkt
und Komma. Wir verstanden zwar nur die Hälfte, da auch
der Dialekt sehr "oregonisch" war, aber wir brauchten
auch kaum was zu sagen. Aber 20 Minuten können verdammt
lang werden. Als wir endlich "abgeholt" wurden, bedankte
sie sich aber für das nette Gespräch und sagte uns noch,
20 Meilen weiter wäre die nächste Baustelle. Na Prost
Mahlzeit dachten wir. Die 2.Baustelle stimmte, die
Warterei auch, aber nur, weil letztendlich unser
dortiger Polit-Car-Mensch - war übrigens auch ne Lady -
dringend auf die Toilette musste. Ich hatte mich vorher
schon lustig gemacht, über das einsame Dixi-Klo mitten
in der Walachei. Nun wusste ich auch wofür. Ladies gehen
eben nicht hinter einen Baum......

Der Crater Lake ist super toll. Vor
allem, weil heute das Licht gut stand und die Pracht
dieses Kratersees so voll zur Geltung kam. Wenn man
bedenkt, dass ein hoher Redwood 100 Meter schafft und
die tiefste Stelle in diesem See über 500 Meter ist ,
kann man sich die Dimensionen vorstellen. Man kann den
See komplett umrunden, aber wir haben uns für den
kürzeren "West-Rim" entschieden. Das Licht stand einfach
optimal für schöne Fotos. Mitten im See ist eine Insel,
die das ganze auflockert, wenn man von den möglichen
Bootsfahrten auf dem See mal absieht. Der Berg ist
vulkanischen Ursprungs und man kann noch wunderbar den
Krater erkennen. Touristisch kann man fast hinter jeder
Kurve stehen bleiben auf gut ausgebauten Plätzen. Die
Fahrt wieder runter ins Tal ging glatt und schnell und
das einzige was knapp wurde, war der Sprit. Das Auto
säuft ganz schön, sobald man in die Berge fährt. Ach ja,
und da war noch der Idiot, der fast die Kurve nicht mehr
gekriegt hat. Ich konnte gerade noch weglenken und
ausweichen, aber Adrenalin floss trotzdem.
  
  
Weiter ging die Fahrt auf der 97 nach
Bend. Wir haben uns die Stadt ausgeguckt, weil sie so
ein Mittelpunkt in Oregon ist und weil hier ein bisschen
was los ist. Gebucht haben wir in einem Holiday Inn und
morgen früh werden wir erst mal den Hauseigenen Jacuzzi
benutzen und die armen, müden Knochen aufwärmen. Heute
Abend war leider im Wasser kein Platz mehr für uns,
alles voll mit Kindern. Morgen werden wir noch hier in
Bend bleiben. In der Nähe gibt es ein Obsidian-Feld,
hübsche Seen, eine Krater-Landschaft und natürlich viele
Lava-Felder und da freuen wir uns drauf.

Wir hatten überlegt, hier im Hotel die 2.
Nacht zu bleiben, aber es ist zu weit vom Schuss und man
muss das Auto mitnehmen wenn man nach Downtown will.
Also sind wir in die Stadt gefahren, auf der Suche nach
einem passenden Hotel. Motel 6 - welch ein Unterschied -
lag für uns ideal. War zwar nur 20 Dollar billiger als
dieses Holiday Inn hier, dafür aber auch mit Highspeed.
  
Und direkt im Anschluss von dort sind wir auf Empfehlung
des Motel 6- Hausherrn in die Kirche um die Ecke
gegangen. Nein, nicht um Sünden abzuarbeiten, sondern um
lecker zu essen. Endlich mal einer, der diese alten
Kirchen nicht verkommen lässt, sondern es umfunktioniert
hat in ein italienisches Restaurant. Und so voll wie
dieses war, macht "in-die-Kirche-gehen" wohl auch den
Einheimischen wieder Spass....
  
Damit ist auch die 2. Woche zu Ende. Ab
morgen können Sie in der 3. Woche - Rubrik unsere
Erlebnisse weiter lesen.....

Beginn der 3. Woche!
16.09.2005 Rundreise an die
Kraterseen, Lava-Kegel und Obsidianfelder in der Nähe
von Bend
Unsere
heutige Tour:

Der Tag begann sehr früh mit dem
Türengeklatsche der Amis, die um 6:00 Uhr den
Hinterausgang zur Abreise benutzten. Dem Krach nach zu
urteilen, muss das eine ganze Reisegruppe gewesen sein.
Ich bin hellwach. Nur Anni schläft weiter, die
Glückliche. Das Wetter draußen ist bezogen -aber ich
habe es geschafft, noch schnell ein Sonnenaufgangs-Photo
zu schießen. Ist nicht ganz scharf, aber ich finde es
trotzdem schön. Laut
Wetterbericht soll es heute auch noch regnen und
gewittern. Schade, ich hoffe, unsere geplante Tour fällt
nicht ganz ins Wasser.

Das ursprünglich geplante Schwimmen im Pool, bzw. das
"Rumaalen" im Whirlpool/Jacuzzi fiel dann auch dem Wetter
zum Opfer. Aber das Super-Frühstück haben wir noch
"mitgenommen". Schade eigentlich, dass wir nun doch
nicht hier geblieben sind - bei dem Wetter. Heute sind
wir zwar mitten in der City zum Übernachten. Aber einen
Jacuzzi gibt es im Motel 6 noch nicht....Beim Aus-checken im Holiday Inn heute morgen sind wir noch
schnell "Member" geworden. Wie in den Supermärkten
rechnet es sich auch Hotelpunkte zu sammeln. Meist ist
die 10. Nacht kostenlos, oder man muss so und so viel
Punkte haben. Unterm Strich ist es fast gleich.

Das, was diese Gegend so auszeichnet,
sind die vielen vulkanischen Spuren. Eine riesige
Caldera hat ihre Spuren hinterlassen und ist ein
Paradies für alle Geologen und Menschen, die sich für
Vulkanismus interessieren. Aber auch für alle
diejenigen, wie z.B. wir, die das einfach toll finden
und gerne so was sehen. Dieses Gebiet hier in der Nähe
von Bend heisst: Newberry National Volcanic Monument.

Gegen 9:00 Uhr machten wir uns dann
auf die Socken, erst mal zurück bis zum Visitor-Center
mit dem "Lava-Butte", dem ersten Besichtigungspunkt. Der
"Butte" ist ein Kegel aus dem seinerzeit ein riesiger
Lavastrom runter geflossen ist. Früher konnte man da mit
einem Shuttle hochfahren, dieses Mal ist es geschlossen
wegen Arbeiten an der Strasse. Unsere Nationalpark-Karte,
die wir neulich gekauft hatten, haben wir beim hiesigen
Ranger aufstocken lassen auf den "Golden Eagle". Kostet
15 Dollar extra, beinhaltet aber auch zusätzlich
sämtliche Monumente. Und die läppern sich auch zusammen
- heute davon z.B. 2 Stück. Somit hat das gute Stück
insgesamt 65 Dollar gekostet, ist 1 Jahr gültig und
deckt alles ab, was bei den meisten Besuchern so an
Parks ansteht. Ausgenommen sind nur State Parks. Wir
hätten ohne Pass bis jetzt auch schon 60 Dollar "gelatzt". Und die
großen Brocken kommen erst noch.
Hinter dem Visitor-Center geht es auch zu Fuß in die
Lava-Landschaft. Ein wunderschönes Gebiet, prima
erschlossen mit Wanderwegen. Die Lava sieht aus wie die
Lava-Felder auf Sizilien, also für uns eigentlich nicht
der Brüller. Aber es war einfach toll, dazwischen
rumzulaufen. Leider war das Wetter eher schlecht, aber
auf dem Rückweg dieser Wandertour wurden wir dann doch
mit ein bisschen Sonne verwöhnt - und siehe da, sofort
strahlten auch die Bilder wieder.
  
  
Weiter ging die Fahrt noch mal ca. 20
Meilen zurück bis zum "Paulina Lake/East Lake". Die
beiden Lakes sind Caldera-Lakes, ebenfalls sehr tief,
mit klarem Wasser und einer reichen Wasser-Tierwelt.
Demzufolge ist es im Sommer ein beliebtes Ziel für alle
Art von Wassersportler, Angler, Camper und Hotelgäste.
Uns reizte in dieser Gegend eigentlich nur ein riesiges
Obsidianfeld, wie ich es sonst noch nirgendwo auf der
Welt gesehen habe. Es ist ca. 1.300 Jahre
alt.
Das reizvolle an diesem Lavafeld
ist, dass es neben dem "tauben" Gestein wahnsinnige
Massen an Obsidian - das ist dieser glänzende schwarze
Stein, aus dem nicht nur die Indianer, sondern auch
unsere Vorfahren ihre Speerspitzen gebastelt haben. Ein
tolles Vulkan-Gestein! Es macht richtig Spaß, den Weg
hinauf zu laufen zwischen diesen Mengen von Steinen und
überall auf dieses glänzende, schwarze Gestein zu
stoßen. Die Fotos geben leider nur einen kleinen Blick
darauf. Man muss das einfach selbst erlebt haben. Auf
halber Strecke fing es an zu regnen, diese dicken
Tropfen, die einen sofort durchnässen. Dazu blies ein
scharfer Wind. Ich habe ganz schön gefroren. Fast oben
angelangt, stand da eine Bank unter einer Mini-Pinie.
Dort haben wir ein Selbstauslöser-Foto mit Annis Kamera
geschossen. Sieht schon lustig aus....Dann machten wir
uns wieder auf den Rückweg. Und auch hier wurden wir
belohnt - auf halber Strecke kam für kurze Zeit die
Sonne hervor.
  
  
Den Rest des Nachmittags haben wir uns
geschenkt. Im Supermarkt haben wir Salat gekauft und uns
auf unserem Zimmer im Motel 6, direkt an der Treppe zum
1. Stock gelegen, einen leckeren Salat gebastelt.

Morgen
fahren wir wieder an die Küste, nach Newport. Dort gibt
es auch ein Aquarium. Von dort geht es dann weiter nach
Portland, wo es u. a. den größten Buchladen der Welt
geben soll - über einen ganzen Straßenzug weg. Das
müssen wir sehen......
Nachtrag: der Schreck in der
Abendstunde
Bereits am Nachmittag beobachteten wir
einen Haufen Polizisten, die hier auf dem Gelände des
Hotels rumschlichen und sogar einen PKW samt Zimmer
kontrollierten. Wir kümmerten uns aber nicht weiter
darum. Gegen 19:00 Uhr klopfte es plötzlich sehr heftig
an der Tür. Draußen stand ein Polizist, der uns
aufforderte, sofort unser Zimmer zu verlassen. Am Pool
läge eine Bombe und die müsste entschärft werden.
Normalerweise liest man so was in der Zeitung, ist aber
nicht selbst betroffen. In diesem Fall waren wir
blitzschnell hier weg, mit PC´s, mit Magenschmerzen und
auch ein bisschen Schiss. Überall Polizeifahrzeuge,
Bombenräumkommandos oder so was, Spezialwagen mit vielen
Strippen, die aus dem Auto raus hingen. Und natürlich
die normale Polizei, die uns vom Gelände ließ. In einer
Stunde sollten wir wiederkommen.
Irgendwie irrten wir ziellos in einem Supermarkt durch
die Regale und schauten immer wieder auf die Uhr. Dann
machten wir uns endlich auf den Heimweg. Der Vollmond
schaute uns bedrohlich an und wir hofften, dass der
Laden nicht in die Luft geflogen war. Als wir hier
ankamen, war alles ruhig - als wäre nichts gewesen.
Keine Polizei, keine Sperren, nichts. War das jetzt
alles nur ein Joke gewesen?
Jedenfalls ist jetzt alles wieder im Lot und auf den
Schrecken gönnen wir uns erst mal ein kaltes
Bierchen........
17.09.2005 Vorbei an
Lavafeldern, Wäldern und Seen nach Eugene
unsere heutige Route: 
Heute nacht hat es geregnet und das
Wasser platschte aus dem Regenrohr vor unserer Tür
lautstark auf den Boden. Hat mich nicht weiter gestört.
Wach wurde ich allerdings, als um 6:30 Uhr sowohl ein
Biker als auch ein Dodge-Ram-Fahrer ihre Maschinen warm
laufen ließen. Man braucht in den USA wirklich keinen
Wecker - nur das richtige Hotel :-))
Zur Belohnung war der Himmel aber blitzblank blau und
wir waren wieder voller Tatendrang. Gestern Abend haben
wir noch festgestellt, dass Oregon eigentlich um diese
Jahreszeit ein wunderhübsches Land ist. Und dass es viel
zu schade ist, jetzt schon weiter nach Washington zu
fahren. Zumal der Herbst hier ein bisschen beginnt. Hier
gibt es zwar vorwiegend Nadelwälder aller Art, aber auch
ne Menge Laubwälder - und genau da wird's jetzt bunt.
Also werden wir erst mal wieder durch sämtliche Wälder
an die Küste zurückfahren und dann sehn wir weiter.
Hängt auch alles vom Wetter ab. Ist doch toll, wenn man
nicht nach Plan leben muss, sondern spontan andere Wege
fahren kann.
  
Nach einer dünnen Tasse Kaffee in der
Motel-Rezeption haben wir uns auf die Socken gemacht -
nicht ohne vorher zu fragen, was denn das ganze
Bomben-Theater gestern sollte. Die Rezeptionistin war
auch ziemlich sauer wegen dem ganzen Aufwand.
Schließlich habe der gelbe Kasten schon den ganzen Tag
da gelegen und keiner habe sich drum gekümmert. Und nun
sollte es plötzlich eine Bombe sein. Diese wurde im
übrigen entsorgt mit einem Roboterarm und dann zu einem
anderen Ort gebracht. So weis natürlich auch keiner, ob
die Herrschaften sich lächerlich gemacht haben......
Auf dem Weg zu unserem Trip haben wir
erst mal wieder getankt. Die Preise liegen in Oregon
momentan bei 2.93 Dollar pro Gallone. Übrigens ist das
Tanken in Oregon immer mit Bedienung! Dann haben wir
noch einen leckeren Kaffee - Anni Cappuccino und ich Cafe
Latte - bei "Starbucks" getrunken, dazu einen
Mini-Strietzel geteilt - das war unser Frühstück.

Wir fuhren dann frohgemut Richtung
Sisters. Ein kleines Örtchen im Cowboyfilm-Stil mit
einem grandiosen Blick auf die "Three Sisters". Nur die
hatten heute morgen keinen Bock und verhüllten sich in
dicken Wolken. Hatten wohl heute Nacht zu viel Schnee
abbekommen, wie man stellenweise sehen konnte. Oder
vielleicht lag es ja auch nur an dem
Stoss-Stangen-Verkehr, der durch das Örtchen rollte?
  
Wir jedenfalls wollten nicht zum
Hindernis werden, damit andere über unser Tempo fluchen
und fuhren direkt ab auf die 20 - einem Scenic by way.
War ne Super-Entscheidung. Kaum ein Auto und dafür ein
Lavafeld, das sich nicht hinter Big Island/Hawaii
verstecken muß. Und Island kommt da nicht mit. Die
Strasse ging über ca. 40 Meilen entweder am Rand dieses
riesigen Lavafeldes vorbei oder oben drüber. Ganz oben
auf dem McKenzie-Pass gab es einen Aussichtspunkt, von
dem man einerseits die 3 Schwestern und andererseits den
Mount Washington hätte sehen können. Nun ja, die 3
vulkanischen Mädels gab es nicht- nur in Wolken.
Kurz entschlossen versuchte wenigstens Anni einen guten
weiblichen Eindruck zu hinterlassen - auch ohne Wolken.
  
  
Wir haben viel, viel fotografiert.
Außerdem waren wir nicht nur beeindruckt, sondern auch
überrascht. Eigentlich hatten wir nirgends gelesen, dass
das so eine außergewöhnliche Strecke ist und genau auf
unserer Wellenlänge liegt.
Am Ende dieser Strecke machten wir
noch einen weiteren "Schlenker" auf die
"19-aufderheide". So stand es da! Ist eine klitzekleine
Abfahrt, die man normalerweise nicht mal wahrnimmt.
Natürlich sind auch wir erst mal vorbeigefahren! Aber
dann haben wir uns zurechtgefunden.
  
Das erste Highlight war eine
riesiges Wasserreservoir - leider auch halb leer - mit
einem Staudamm und einem kleinen Wasserkraftwerk. An dem
Staudamm konnte man locker 20 Meilen lang dran
vorbeifahren. Danach ging es immer nur abwärts. Leider
wissen wir nicht wie hoch in Metern der Damm lag, aber
abwärts waren es auch gute 40 Meilen. Vorbei an
sonnendurchfluteten Laubwäldern, dann wieder durch
dichte Nadelwälder. Aber irgendwann hatten wir dann doch
genug vom Grün und der gesunden, reinen Luft. Und Hunger
hatten wir. Seit dem Teilchen bei "Starbucks" hatten wir
nichts mehr gegessen.
Der Rest der Strecke galt nur noch der
Überlegung auf der I-5 in Eugene zu nächtigen oder
weiterzufahren bis Albany. Ich träumte nur von einem
Hotel - vorne dran ein "Dennys" fürs morgige Frühstück
und hinten dran ein "Outback-Steakhaus" fürs Abendessen.
Eugene war total ausgebucht - wegen einem
Universitäts-Baseball-Spiel in Eugene. Letztendlich
ergatterten wir noch ein Zimmer in einem Motel -naja.
Die Betten sind sauber und das ist das wichtigste. Das
allerwichtigste allerdings ist - hier gibt es
tatsächlich ein "Dennys" und noch überraschender - auch
ein Outback Steakhaus. Wir dorthin wie der Blitz. Es war
auch noch nicht sooo voll, wie sonst. Und an der Bar
waren wir ca. 5 Minuten die ersten Gäste. 15 Minuten
später war auch da alles voll. Wer jemals im Outback
gegessen hat - diese wunderbar saftigen Steaks, die
einem auf der Zunge zergehen, dazu diese gebackenen, in
Salzkrümel gewälzten Backed Potatoes, dazu ein oder zwei
leckere Fosters, der weis wovon ich rede.
  
Jedenfalls sind wir jetzt piepesatt
und auch redlich müde. Sobald dieser Bericht fertig ist,
werde zumindest ich mich aufs Ohr hauen und
Matratzen-Sonderdienst schieben......
Morgen geht's weiter an die Küste
Richtung Newport. Hoffen wir mal, dass dort nicht wieder
Nebel ist.......
18./19.9.2005 Nähe Portland - außergewöhnliche
Ereignisse
Stellvertretend für Dagmar berichte ich, Anni, kurz
über den Verlauf der letzten beiden Tage. Wir haben den
Seehafen Newport nicht erreicht, stattdessen sind wir
jetzt in Portland. Grund: Dagmar bekam in der Nacht vom
17. auf den 18.9. unerwartet, heftige, kolikartige
Bauchschmerzen. Mit dem Taxi haben wir uns dann zum
nächsten "Emergency"-Center in Springfeld bringen
lassen. Dort wurde eine Gallenkolik diagnostiziert.
Mit entsprechenden Medikamenten glaubten wir, die
"Sache" wäre damit erledigt. Mitnichten!
Auf der Fahrt Richtung Norden traten erneut und
verstärkt die Schmerzen auf. Nun liegt Dagmar hier in
Portland (in einem Vorort mit einem riesigen
Krankenhaus) in einem Hospital und wartet auf die
aktuellen Befunde. Der behandelnde Arzt spricht von
einer Operation hier im Krankenhaus, dann wäre
anschließend eine Weiterfahrt durch den Westen der USA
möglich. Alternativ müsste sie zurück nach Deutschland,
um sich dann dort aber ebenfalls operieren zu lassen.
Mit dem ADAC haben wir bereits Kontakt aufgenommen (wir
haben uns über den ADAC für 2 Monate krankenversichert)
bzgl. der Kosten bzw. eines Rückfluges. Eine generelle
Entscheidung ist aber noch nicht getroffen. Ich
werde hier weiterhin zunächst die aktuellen
Ergebnisse mitteilen. Aber es kann nur heißen: Die Fahrt
geht anschließend weiter, oder aber sie wird im nächsten
Jahr hier an dieser Stelle fortgesetzt.
Lassen wir uns mal überraschen und der Dagmar die besten
Genesungswünsche auf diesem Wege zukommen lassen.
19. 9. 2005 Portland Hospital - Dagmar hat die OP
sehr gut überstanden!
Kurzer Zwischenbericht von mir, um allen mitzuteilen,
dass Dagmar heute die Steinchen incl. Gallenblase
per Laparoskopie entfernt wurden. Die OP hat
knappe 60 Minuten gedauert. Der behandelnde Arzt hat
Dagmar die Entscheidung, ob hier oder in Deutschland
eine OP durchgeführt werden soll, gestern noch
abgenommen. Er befürwortete keinesfalls einen Transport
nach Deutschland, da bei einem so langen Flug in ihrem
Fall mit weiteren Komplikationen zu rechnen gewesen
wäre. Und nach der Operation stellte sich dann heraus,
dass diese Entscheidung auch die richtige gewesen sein
muss! Also, Dagmar geht´s zurzeit relativ gut. Ihr
Temperament ist zwar noch stark beeinträchtigt, aber das
wird schon wieder! Auf diesem Wege soll ich mich
vorab bei allen bedanken, die sich bereits per E-Mail,
Gästebucheintrag oder auch im Forum geäußert und
Dagmar gute Besserung gewünscht haben. Also ein großes
Dankeschön!!! Sie hat sich darüber sehr gefreut! Aber
ich denke, sie wird sich bald persönlich wieder melden,
sobald sie wieder aufrecht sitzen kann.
Es ist noch keine Entscheidung darüber gefallen, wie die
Reise fortgesetzt werden soll bzw. kann. Aber das werden
wir rechtzeitig mitteilen. Klar ist aber, dass diesmal
nicht "Stöckchen" gezogen wird, sondern sie entscheidet
letztlich alleine. Wir haben noch nicht konkret darüber
gesprochen, da andere Entscheidungen schließlich
vorrangig waren. Nebenbei bemerkt, muss ich einfach an
dieser Stelle mitteilen, dass der Aufenthalt hier im
Hospital sehr angenehm ist, insbesondere ist das
Personal hilfsbereit, oftmals scherzhaft, aber immer
sorgfältig und korrekt. Ein Lob an das Krankenhaus! Im
Zuge dessen lernen Dagmar und ich hier viele
spezifische Vokabeln, die uns in der Form bisher nicht
geläufig waren. In kritischen, medizinischen Fragen
stand uns bisher ein Dolmetscher zur Verfügung, der
simultan in Gegenwart eines Arztes übersetzte. Das hat
uns doch ein bisschen sicherer gemacht. Darüber hinaus
war der ADAC für uns hilfreich. Es lohnt eben doch, dort
Mitglied zu sein!
Vielleicht können wir morgen schon mehr sagen, ob unsere
Reise doch fortgesetzt wird. Ich hoffe es jedenfalls!
Herzliche Grüße nach Deutschland!
21.9.05 Portland Hospital - Die Reise wird
fortgesetzt
Hallo Deutschland! Hier in Oregon
lacht uns die Sonne zurzeit strahlend an und lässt die
Blätter der Bäume allmählich farbenfroh glänzen. Es ist
ein Genuss hier zu sein. Und Dagmar geht´s von Stunde zu
Stunde besser. Sie strahlt wieder, genießt ebenfalls das
tolle Wetter (allerdings vom Krankenbett aus), und sie
hat spontan heute früh den Wunsch geäußert, die Reise
fortsetzen zu wollen. Daran soll uns nun aber
hoffentlich nichts mehr hindern. Allerdings benötigt sie
noch einige wenige Tage der Erholung. Vermutlich wird
sie in spätestens 2-3 Tagen entlassen. Dann werden wir
hier am Rand von Portland kurze Zeit noch in meinem
jetzigen "Motel 6 "(diesmal wieder zu empfehlen!) an der
I-5 verbringen, um uns dann für den nächsten Abschnitt
startklar zu machen. Sie äußerte den Wunsch, zurück an
die Küste zu fahren, in Newport das Aquarium (wir müssen
einfach immer wieder tolle Aquarien besichtigen!)
zu besuchen, und dann wieder ab in die Wälder. Unser
Ziel ist der Weg und und nicht der Endpunkt. Mal sehen,
wo wir uns einfinden.
Hier an der Stelle vielleicht noch einige Infos bzgl.
außergewöhnlicher Ereignisse. In Deutschland haben wir
erstmalig eine Zusatzversicherung für Krankheitsfälle
über den ADAC abgeschlossen. (In Dagmars Fall 40 Euro
für 2 Monate) Wir wollten kein Risiko eingehen, da
solche Dinge ja meist überraschend und ohne Voranmeldung
eintreten können. Der ADAC bietet eine gute Alternative
zu Privatversicherungen bzw. der Versicherungen über die
Kreditkarten. Der ADAC hat prompt reagiert, sowohl
Deutschland als auch die hiesige Vertretung in
Orlando/Florida, die per Telefon kostenlos und
deutschsprachig erreichbar ist. Wir mussten unsere
Flugtickets, Einreisestempel des Passes, Adresse des
Hausarztes und Namen des hiesigen Arztes bzw.
seinen Bericht per Fax (bzw. Telefon) mitteilen. Der
hier behandelnde Arzt hat sich auf Wunsch telefonisch
noch mit der ADAC Vertretung in Verbindung gesetzt.
Heute kam schon die Bestätigung, dass die (sehr hohen)
Kosten übernommen würden. Zwar ein Tag später als die
Durchführung der Operation (warten war ja nicht
möglich), aber doch sehr zügig und problemlos. Ich
denke, es ist fast schon eine Pflicht, solche
Vorüberlegungen für eine größere Reise mit
einzubeziehen! Und der ADAC ist auf jeden Fall aus
unserer Sicht eine tolle Empfehlung!
Vielleicht noch ein kurzer Hinweis zum Internet. Die
Mitnehmen eines Laptops ist auf jeden Fall sinnvoll.
Alleine schon, um Digitalfotos zu lagern. Modem mit
Telefonkabel oder WiFi-Karte sollten natürlich dabei
sein. Hier im Motel 6 habe ich nur eine AOL-Verbindung,
lieber wäre mir eine WiFi - Verbindung oder direkter
HighSpeed-Zugang per Kabel (kann oftmals im Motel
ausgeliehen werden), aber das kann man sich nicht immer
aussuchen, obwohl wir bei der Motelwahl sehr darauf
achten. Über Internet suchen wir unsere Motels (oftmals
Internetrabatt möglich) oder aber per Coupons (Angabe ob
Internet vorhanden steht in der Regel dabei) und
natürlich auch manchmal spontan, wenn wir lesen
HighSpeed vorhanden. Wenn gar nix mehr geht, gehts über
AOL dann meistens doch noch. (In einem Motel war auf
unserer Reise aber dann doch absolut nichts möglich.)
Kostenlose Ortsgespräche sind fast überall vom Zimmer
aus (mit der Ortsvorwahl und der Ziffer 9) möglich.
Allerdings in der Regel in einem Schneckentempo. Da
kriegt man schon mal die Krise. Vorsichtshalber haben
wir uns über eine amerikanische Test CD von AOL hier ins
Internet eingelockt, allerdings müssen wir nach einer
gewissen Zeit die Testphase wieder (telefonisch)
abmelden. Naja, irgendwie wird´s gehen. Alternativ hätte
man/frau einen Gastzugang über Bekannte wählen können.
Es ist vielleicht gut, von Freunden mal einen Gastzugang
ausgeliehen zu bekommen. Haben wir uns übrigens für den
Notfall vorbehalten. Aber das alles hat Dagmar doch
sicher schon mitgeteilt, oder...?
Jedenfalls sende ich von hier aus herzliche Grüße nach
Deutschland und glaube, dass Dagmar den nächsten Report
übernimmt. Tschüss!
__________________________________________________________________
Meine Gedanken zu
dieser Woche:
Selbst heute, ein
paar Tage später und nach meiner Rückkehr aus dem
Krankenhaus, kann ich so schnell gar nicht realisieren,
was da eigentlich gelaufen ist: Schmerzen - Doktor -
Weiterfahrt Portland - Krankenhaus -Operation -entlassen
-fertig und das alles von Sonntag bis Donnerstag
-WAHNSINN!
Als erstes bleibt
für mich festzuhalten, es ist überhaupt kein Problem in
und mit amerikanischen Krankenhäusern - im Gegenteil!
...wenn Sie versichert sind.
Versicherung: es gibt diesen internationalen
Auslandsschutz - der ist selbst bei der kleinsten Gesellschaft
schon für 12-16 Euro pro Jahr zu bekommen. Sie sollten
ihn unbedingt haben! Die
Abwicklung erfolgt meines Wissens nach sowieso meist
über den ADAC, weil der eben eine funktionierende
Struktur hat und man das Rad ja nicht neu erfinden muss. Aber - alle Schutzbriefe gelten NUR für
45 Tage pro Reise, von den anderen sonstigen
Einschränkungen je Gesellschaft abgesehen.
Aber
was ist mit denen, die eben länger als 45 Tage
wegbleiben? Dafür gibt es halt den ADAC- Langzeittarif
- bis zu 12 Monate, glaube ich. Und man muß nicht mal
Mitglied sein, ist dann halt nur teurer. Die Abwicklung
in meinem Falle ging sauschnell - nicht mal 48 Stunden
nach dem Anruf von Anni zu einer kostenlosen
Telefonnummer in Orlando, war die Zusage der vollen
Kostenübernahme da - und das mit 9 Stunden Zeitdifferenz
zu Deutschland. Nur mein Doc war schneller - er
konnte nicht warten mit der OP, weil meine naseweise
Gallenblase raus wollte.
Krankenhaus: da war ich aber
überrascht! Ich kenne deutsche Krankenhäuser pauschal
ausgedrückt nur unter Kostendruck, Ärztemangel und
fehlender Krankenschwestern. Hier war das alles ganz
anders-fast ein Vergnügen. In diesem Krankenhaus
wohlgemerkt gab es so eine Art Wabe, und davon je 4
Stück pro Etage. Der Mittelpunkt war
ein Rund, in den Ärzte, Schwestern und Hilfspersonal
saßen und via Monitor Patienten überwachten oder per PC
Krankenakten ergänzten oder was weis ich noch alles.
Telefone, Fax, Technik alles da - pro Wabe natürlich.
Ringsherum lagen 15
Einzelzimmer. Diese wiederum mit allem ausgerüstet, was
man so braucht? Das Bett war integriert in eine Einheit
mit Dutzenden von Knöpfen für alles mögliche.
Verstellbar auch vom Patienten aus. Dazu ein kleines
Badezimmer, eine riesengroße Fensterfront für Licht.
Bis dahin ja vielleicht noch normal. Aber jede
Krankenschwester " Nurse" betreute nur max. 5!
Patienten. Und dafür stehen ihr dann direkt eine
Assistentin zur Verfügung und weitere 2-3 Assistenten,
die mit den beiden anderen Schwestern geteilt werden.
Die weiteren Assistenten sind z.B. zuständig, dass das
Frühstück gebracht wird, dass die Kanülen für die OP
gelegt werden, dass die richtigen Medikamente gereicht
werden. Meine Nurse "Cindy" hat nur überwacht, ob ich
Schmerzen habe, aufs Ärmchen muss oder Hilfe brauche.
Sie hat sogar ihren freien Tag verlegt, damit sie da
sein konnte, wenn ich aus dem OP komme! Und wie ich
hörte, hat sie sich doll Sorgen gemacht. Ich danke ihr
für Ihre Fürsorge und Herzlichkeit. Ich habe mich gern
von ihr betütteln lassen.
Eine Kleider-oder Rangordnung gab es zumindest in diesem
Krankenhaus nicht (sichtbar). Und ich grüble immer noch, warum die
Tagesschwestern bunt gekleidet und die Nachtschwestern
grüne Kittelchen anhatten. Die Ärzte kamen bei der
"Visite" im Straßen-Anzug und jeder war nur für sein
Können zuständig-z.B. mein Internist, der mir mitteilte,
er könne zwar verstehen, dass ich nach Hause wolle, aber
meine Gallenblase würde einen Flug nicht überstehen und
warum ich eine Notoperation riskieren wolle. Hier wäre
das in 4 Tagen mit allem drum und dran vom Tisch und im
übrigen hätte ich morgen Vormittag schon meinen
OP-Termin. Dann ging er wieder und ne Stunde später kam
der Chirurg und wollte nur noch wissen, ob ich gegen
irgendwas allergisch sei, ansonsten sähe man sich
morgen noch kurz vor der OP. Ich wusste eigentlich nicht
so recht, wie mir geschah. Aber genauso geschah es.(Vielleicht noch als
letzten Satz: wie ich hörte, kostet der Tag im
Krankenhaus 4.000 Dollar als Privatpatient. Plus der
OP-Kosten. Viel Geld für einen Amerikaner.)

Beginn der 4. Woche!
23.09.2005 ein kleiner Ausflug nach Portland
Der Tag
begann wieder sonnig und warm, nach einer doch
herbstlichen Nachtfrische. Wir dachten, das wäre eine
gute Gelegenheit, ein bisschen Portland zu erkunden. Also
rein ins Auto und los. Als erstes lag der Lake Oswego zu
unseren Füssen, und da Wochenende war, auch massig
Betrieb. Hier scheint jeder mit seinem eigenen Boot auf
Tour zu sein. Ein Stückchen weiter Richtung Stadt trafen
wir dann auf den Williamette-River, der auch mitten
durch die Stadt fließt. Auch hier Idylle überall. An den
vielen Nebenarmen des Flusses Bootsstege, Boote und
Angler. Und dazu ein Traumwetter.
  
Auf der Weiterfahrt nach Portland kamen wir an einer
"Spagetti-Factory" vorbei - umgebaut zu einem
Restaurant. Mein lieber Schwan, was für ein Ambiente
innen drin. Mit Essen habe ich noch so meine Probleme
und deshalb blieben wir draußen - ebenfalls mit Blick
auf den Columbia-River in der Sonne sitzend. Während
dessen fotografierte Anni eine flatternde US-Flagge am
laufenden Band.
  
Portland ist eine Stadt zwischen 2 Flüssen, dem
Williamette-River und dem mächtigen Columbia-River, der
auch gleichzeitig Grenzfluss zwischen Oregon und
Washington ist. Portland ist ein gemütliches Städtchen
mit einem riesigen bewohnten Umland. In Oregon gibt es
laut meinem Reiseführer an die 3,6 Mio Einwohner, 1,6
Mio davon leben im Grossraum Portland. Das Wetter ist
hier ausgesprochen gut und mild - und das kann ich
bestätigen. Und der Lebensqualitäts-Faktor ist hier
sehr, sehr hoch. Soviel zu den Daten. Ich habe da als
erstes festgestellt, dass es an die 10 Brücken gibt -
und zwar in jeder Qualität - die über den
Williamette-River gehen und somit Downtown mit den
anderen Stadtvierteln verbinden.
Es gibt eine kostenlose! Innenstadt-Strassenbahn, "kleine
Wege "zwischen den Sehenswürdigkeiten und viele
Attraktivitäten, sogar ein Convention Center. Am besten
besichtigt man zu Fuß bzw. mit der kostenlosen Bahn
die Innenstadt. Aber das ist für mich heute illusorisch.
Besonders interessiert mich ein Besuch im Museum "am
Ende des Oregon Trails". Aber den ersten Gesamt-Eindruck
fand ich aufregend und wir werden sehen, wie das Wetter
bleibt und meine Fitness sich entwickelt.
24.09.2005 ein Trip an die Küste von Oregon
Das
Wetter ist immer noch aufregend gut und wir
beschließen, an die Küste zu fahren. Wenigstens noch
mal Meer sehen. Und so machten wir uns auf die Tour.
Landschaftlich für alle geschaffen, die Grün, Berge,
Meer und Ruhe suchen. Wir haben uns Tillamook
ausgesucht, weil das als kleiner Rundtrip möglich war. Leider
ist es etwas diesig heute morgen und so kann man den
Mount Hook zwar in seiner Pracht ahnen, aber nicht sooo
toll sehen. Auch hier hat der Herbst durchgeschlagen.
Unten an der 101 Küstenstrasse fuhren wir südlich
Richtung Tillamook. Hier gibt es anders als an der
kalifornischen Küste zumindest in diesem Bereich viele
tiefe Buchten - ein Paradies für Angler, wie man
unschwer sehen kann. Das Meer ist sehr "gischtig" und
ganze Bahnen feuchter Gischt ziehen über die Buchten.
Touristen gibt es hier bestimmt auch mal, aber jetzt
nicht mehr.
  
In
Tillamook meinte Anni, sie müsse sich endlich mal wieder
satt essen. Und so gingen wir in einen am Wegesrand
liegenden "Pizza-Hut". Und glauben Sie ja nicht, dass
das vor mir stehende, lecker aussehende Essen von mir
verzehrt worden wäre........

Danach
ging es wieder durch Wald, Berg, Tal und Stau zurück nach
Portland bzw. dem Vorort mit unserem
Quartier.
25.09.2005 Weiterfahrt zum Mount St. Helens
Gestern
Abend hatten wir noch einen Anruf von der reizenden und
liebenswürdigen Katherine
aus dem Krankenhaus - die uns zu sich nach Hause einlud.
Ihr Mann Dale spricht ein bisschen Deutsch, und entweder
ihm oder uns soll da wohl ne Freude gemacht werden.....
Also haben wir umgeplant, um ihre Einladung am Dienstag
Abend annehmen zu können. Deshalb ziehen wir die
"Krater-Tour" vor. Ist auch alles nicht so weit und
normalerweise als Tagestour abzuhaken.
Als
erstes aber wollten wir richtig frühstücken und ein "
Loghome" aufsuchen, das unserem Motel gegenüber lag. Juhu, 2
Eier habe ich gespeist in Blockhaus-Atmosphäre und so
konnte der Tag eigentlich gut beginnen...
  
Das Oregon-
Trail-Center hatte heute morgen leider geschlossen und
so kam es, dass wir bereits um 14:00 Uhr in Kelso im
Hotel sitzen. Mir ist das sehr recht. Und Anni wohl
auch, denn die tobte durch den Pool und den Spa und
fühlte sich wohl auch sauwohl.
  
Morgen
gehts dann mal wieder ernsthaft auf Tour. Bin gespannt,
was ich berichten kann, da der Berg Mount St. Helens momentan auch schon
wieder grummelt.....
26.09.2005 Tour zum Mount St. Helens
unsere heutige Route:

Am
frühen Morgen begrüßte uns neben dem Autobahn-Lärm auch
ein sonniger Tag. Allerdings war es herbstlich kühl- so
um die 10 Grad. Für Anni alles kein Hindernis - rein ins
kürzärmelige Blüschen und los geht's ( ich habe da nur
leise nachgefragt, ob sie nicht gerade Washington mit
Florida verwechselt?)
Aber nach gutem, kleinen Hotelfrühstück ging es los.
Diese Strecke zum St. Helens ist die, bei der man die
ganze Katastrophe von 1980 sehen kann - oder besser das,
was noch davon übrig ist. Hin und zurück 100 Meilen. Der
untere Teil beginnt auch heute wieder lieblich und durch
Wälder. Erst nach ca. 25 Meilen beginnt die "Blast
Zone".
Als wir 1993 hier waren, sah das schon ein bisschen
anders aus als heute. Damals begann man gerade damit,
alles wieder aufzuforsten. Heute ist alles wieder dicht
bewaldet. Als Vergleich: stellen Sie sich den
Schwarzwald vor, der plötzlich kahl da stünde. Viele
Hügel, alle bis oben hin voller Nadelbäume, in der Mitte
ein Bach, Rindviecher, saftige Weiden und Idylle pur.
Und plötzlich bricht da der doch seit 100 Jahren
friedliche Vulkan einfach aus, reißt innerhalb Sekunden
mit seiner mächtigen Druckwelle alles weg und nieder.
Alle Bäume waren entweder weg oder es standen nur noch
die nackten Stämme von uralten Bäumen da. Als nächstes
platzte da mal eben 400 Meter Berg weg und da es sich
bei St. Helen um einen pyroclastischen, also Aschevulkan,
handelt, kam natürlich auch die "Welle" mit mehr als 400
Sachen den Hang herunter und begrub sämtliche Idylle
unter meterdickem, bis 600 Grad heißen
Asche-Staub-Fluss. Obwohl man eine Weile vorher wusste,
das sich da was tat, sind noch an die 30 Menschen
gestorben, meist Journalisten.
Heute sieht man davon nur noch den "Fluss" durch den die
Welle krachte. Allerdings ist unser Berg momentan wieder
unruhig. Und man sieht sehr schön, dass innerhalb des
weggeplatzten Teils Rauchaktivitäten stattfinden. Ich
möchte nicht da oben sein, sollte es mal wieder krachen.
Da kommst`e nicht mehr weg.
  
Mittlerweile gibt es mehrere Aussichtspunkte, auch
Heli-Flüge sind möglich. Die Strecke ist gut ausgebaut
mit vielen Haltepunkten, an denen man richtig was sehen
kann. Ich kann allerdings empfehlen, diese Tour lieber
nach 14:00 Uhr zu machen. Wir hatten den ganzen Morgen
Gegenlicht, was auch reizvoll, aber nicht gut zum
Fotografieren ist.
  
  
Ich
denke, die wichtigsten Stellen auf der ganzen Tour sind:
1.) Coldwater Ridge Visitor Center und 2.) Johnston
Ridge Observatory.
An ersterem, ziemlich weit oben in der "Blast-Zone"
gelegen, haben Sie einen guten Blick in den Krater und
seine Qualmerei. Man steht auch oberhalb eines Bergsees,
der sich nach der Katastrophe gebildet hat. Und man hat
überhaupt einen sehr guten Überblick. Wir haben an
dieser Stelle festgestellt, dass unser "Golden
Eagle-Pass" zwar für den Karteninhaber galt, Anni musste
aber trotzdem 6 Dollar bezahlen. War gut investiertes
Geld.
Den
Höhepunkt dieser Tour heute fanden wir aber erst am
"Observatory". Von dort aus-vis-a-vis des Berges, wird
alles gemessen und kontrolliert. Man kann sich den
Seismographen, der die ganzen Erschütterungen
aufzeichnet, als Tourist sogar ansehen, bzw. sogar mal
simulieren, wie es wäre wenn. Musste Anni natürlich
sofort ausprobieren. Muss sie wohl beeindruckt haben,
sie war etwas blass um die Nase.....Ferner gab es dort
ein 3D-Modell, wo die fürchterlichen Eruptionen von 1980
erklärt wurden. Natürlich ein Theater al la IMAX und
viele Spielereien, Restaurants und Shops. Außerhalb des
Observatoriums konnte man auf vorgezeichneten Wegen
andere Blickwinkel zum St. Helen bekommen. Im übrigen
war richtig was los auf der Strecke. Schon seit dem
frühen Morgen sahen wir stapelweise Rentner auf Tour.
  
Alles
in allem hat diese Tour bei sehr! gemütlichem Ablauf 7
Stunden bis zurück zu unserem letzten Quartier gedauert
mit insgesamt 150 Meilen. Da es aber bis Portland zurück
nur weitere 42 Meilen sind, haben wir es eben versucht,
in die Richtung zu kommen. Gelandet sind wir in
"Vancouver" - nein, nicht das in Kanada... Unterwegs
"trafen" wir noch einen dieser endlosen Züge. Unserer
hatte 3 Zugmaschinen und 122! Waggons und auf dem
letzten stand das Dixi-Klo -echt! Wir haben uns nun
überlegt, wir der/die Schaffner das wohl machen, wenn
man mal dringend muss. Anni hatte die beste Idee: der,
der muss steigt vorne aus und braucht nur zu warten bis
der letzte Waggon vorbeikommt. Frauenlogik!
Das
Wetter ist schlechter geworden und wir warten ab, was
wir morgen machen. Entweder Portland City oder den
"Oregon Trail", denn morgen abend sind wir ja zum Essen
eingeladen....
27.09.2005 Besuch des "End-of-Oregon-Trails"
Portland
heute morgen war erst mal das Wetter schlecht - sehr
ungewohnt für uns. Nix strahlend blauer Himmel, sondern
tief hängene Regenwolken. Infolgedessen beschlossen wir,
nicht die Columbia-Gorge zu machen, sondern lieber
diesen Oregon Trail.
Eine schlechte Idee. Nun denn, wenn jemand Vorfahren
hat, die mit dem Trail nach hier gekommen sind, oder der
wirklich ein stolzer Oreganer ist - ok. Ansonsten sind 7
Dollar pro Person rausgeschmissenes Geld. Die Anlage
besteht aus 3 überdimensionalen Planwagen. Aber man kann
nur in den ersten ein bisschen rein. Ansonsten wird man
im vorgegebenen Rhythmus von einem Vortrag zum anderen
Film gejagt.
  
  
Wir haben das beste draus gemacht, und da mittlerweile
die Sonne wieder da ist, sind wir zum Einen einen Happen
essen gegangen und zum Anderen haben wir ein
Nachmittagsschläfchen gemacht. Heute Abend sind wir ja
zum Essen eingeladen. Und für uns ist es schon eine Art
Premiere in einen amerikanischen Haushalt eingeladen zu
werden. Wir freuen uns darauf.
Morgen geht es denn nun endgültig Richtung Yellowstone-
Park. Laut Wetterbericht schneit es dort momentan und
vielleicht kriegen wir, wenn wir in ein paar Tagen dort
sind, ja satt Sonne und Schnee....
28.09.2005 Columbia River Gorge Tour mit Tagesstop in
dem Ort " The Dalles"
unsere heutige Route:

Heute morgen fühlte ich mich endlich mal
etwas ausgeschlafener. Ich habe es geschafft, wenigstens
mal 5 Stunden hintereinander zu schlafen. Und schon habe
ich wieder die "Hummeln im Po". Leider ist es
draußen
neblig, aber man sieht, das wird noch was. Gegen 9:00
Uhr sattelten wir unsere Hühner um loszufahren. Gestern
haben wir noch darüber diskutiert, ob man den Columbia
River nördlich von der "Washington-Seite" macht,
oder südlich von der Oregon-Seite. Gemacht haben wir ihn
dann heute von der Washington-Seite, weil es dort eine
Nebenstrasse ohne viel Verkehr ist. War ganz gut so,
weil man hier meist "oben" fuhr und den River unten
besser sehen konnte. Schlecht war allerdings das
Gegenlicht.
Auf die andere Seite gewechselt sind wir an
der ersten Staustufe über eine derart abenteuerliche
Brücke - die dann auch noch 1 Dollar Maut kostete- dass
es allein aus diesem Grunde schon klasse war. Direkt
dahinter liegt der Ort "Cascade Locks". Und von dort
zurück nach Bonneville zum Damm sind es nur 1 Meile.
  
Gesehen haben MUSS man das da mal. Erstens gibt es dort
eine "Hatchery", eine Lachsaufzucht-Station bis zum
bitteren Ende - und das ist dann ca. 50 cm lang und ein
paar Kilos schwer. Allerdings gibt es dort auch Becken,
in dem Lachse bis 1 Meter Länge munter rumschwimmen.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass man die noch für den
Verzehr züchtet, oder war da noch was mit der Brut?
Grübel..... Ich fand es trotzdem interessant, weil hier
nicht nur Lachse für den Verbrauch, sondern auch Lachse
für die Natur gezüchtet und aufgezogen werden.
Allerdings hätte es mich jetzt noch toll gefreut, wenn
wir Lachse hätten springen sehen - die Jahres-Zeit passt
ganz gut. Im in der Nähe liegenden Visitor-Center bemüht
man sich ebenfalls um die Lachse und deren Schutz. Es
wird den Menschen näher gebracht auch in Ausstellungen.
Aber auch hier ist der Renner, dass groß und klein vor
den Schaubecken standen, in denen man quasi
"unterwasser" sehen kann, welchen Stress die Viecher
haben um eine Stufe höher zu springen. Draußen befand
sich dann auch eine künstlich angelegte, mehrstufige
"Springanlage" für die Lachse. Aber leider hatte so
keiner Bock von der untersten Stufe über die anderen
dazwischen in das oberste Becken zu springen. Schade,
aber trotzdem eine absolut sehenswerte Anlage. Hat nix
an Eintritt gekostet!
  
  
Während es landschaftlich bis hierhin so
ausgesehen hatte wie am Rhein - nur die Schlösser
fehlten - veränderte sich die Landschaft plötzlich
abrupt. Nix mehr Wald, Hügel, Riesen-See und grün so
weit das Auge reicht, sondern Lava-Landschaft pur. Auf
der einen Seite steile, bis an die Strasse reichende
"Lava-Geröllfelder" mit goldfarbenem meterlangen Gras
bedeckt und auf der anderen Seite regelrechte kompakte
Platten aus Basalt und vielen herrlichen,
natur belassenen Basaltsäulen- Rosen. Oder ganze Hänge
knallvoll mit schwarzen Säulen. Das Land war rechts und
links nur noch hellbraun bis schwarz und es sah
gigantisch aus. Besonders bei dem Licht, das wir gerade
hatten. Und das steht in keinem Reiseführer.....
  
In dem Ort "The Dallas" haben wir unsere
Reise unterbrochen. Hier gibt es ein ebenfalls absolut
empfehlenswertes Museum, in dem liebevoll die Zeiten der
letzten 100 Jahre zusammengetragen wurden. Und es mutet
schon lustig an, wenn das Dampfboot vom River, neben der
Draisine der Landwirtschaft mit glücklichen Rindern
steht. Es ist alles sehr, sehr liebevoll gestaltet. In
anderen Räumen wird die Entstehungsgeschichte des
Columbia Rivers erzählt, an anderer Stelle wieder über
das Leben der Trapper und Fallensteller usw. Leider war
meine persönliche "Batterie" leer und da ging nix mehr.

  
Wir sind dann hier in einem einheimischen Hotel gelandet
namens" Cousin Country Inn" - Absolut empfehlenswert.
Nettes Hotel mit einem Steakhaus dran, allerdings stehen
vor der Türe noch glückliche Rinder und Schafe. Es
erinnert mich ein bisschen an ein Steakhaus in Amarillo, Texas, das auch liebevoll touristisch
aufgeputzt war und wo sowohl das Nächtigen als auch das
Essen Klasse war. Wir gehen dort nachher essen.
Und ich werde sie an meiner Begeisterung teilhaben
lassen - garantiert. Übrigens verfügt unser Motel über
einen Pool, einen Fitnessraum, Tennisplatz und sogar
HighSpeed-Internet-Anschluss. Super. Und den Preis
haben wir von 79 Dollar auf 59 Dollar drücken können.
Das ist o. k.

Wir überlegen, ob wir morgen noch
hier bleiben sollen und noch mal ein Stück auf der
"Washingtoner Seite" als Tagestrip in diesem herrlichen
Fleckchen Erde machen sollen. Alles hängt vom Wetter ab
und einen Tag früher oder später in Yellowstone ist
nicht sooo wichtig.
29.09.2005 Fahrt bis nach
Spokane auf dem Weg nach Yellowstone
unsere heutige Route:
Wie bereits gestern "angedroht", als
erstes ein Auszug unseres dörflichen Abendessens: Es
gibt eine feine Unterteilung in 2 Bereiche - die Bar mit
Tischen zum Essen-und da sassen nur Männer. Und das
Lokal mit den Tischen und Bänken wie in jedem
Restaurant. Bedient wurden wir von zwei gewichtigen
Damen in langer Schürze, im Rücken über Kreuz gebunden,
einem Plissee-Röckchen und weißen Socken in
Gesundheits-Latschen. Alles sehr bürgerlich.
  
Das übliche Wasser wurde in
Einmachgläsern auf den Tisch gestellt und wir trauten
uns kaum zu fragen, ob wir vielleicht ein Bier haben
könnten? Aber das Essen - einmalig. Ich habe NICHT das
Steak gegessen, das ich wollte, nein ich habe
hervorragende Rinderleber mit Zwiebeln gegessen. Dazu
Kartoffelpüree - wie bei Muttern. Anni hat Lachs
gegessen, der mittags wahrscheinlich noch in unserer
"Hatchery" im Becken schwamm. Wir waren beide piepesatt
- zumal Anni fast die Hälfte von mir noch mitessen
durfte....Bezahlt haben wir in einem Tante-Emma-Laden.
Die Dame an der Kasse hatte eine weiße Schürze an. Die
Chefin allerdings fragte uns, wo wir herkämen. Ihr Sohn
sei seit 2 Jahren in Zweibrücken....jaja, man wird halt
überall verstanden......Was ich nicht verstanden habe
ist, warum mitten im Lokal ein originaler Trecker
stand......grübel....

Heute morgen schien erst mal wieder die
Sonne, aber am Himmel deutete sich schon Wetter-Ungemach
an. Wir also zack zack gepackt, ausgecheckt, zum
nächsten Supermarkt gefahren, für 50 cent einen großen
Becher Kaffee und für 2,99 ein Riesen-Sandwich gekauft -
für jeden natürlich -auf die Schnelle gefrühstückt und
ab. Die Sonne stand traumhaft auf der "Washington-Seite"
und so sind wir rüber über die Brücke und einfach ein
Stück zurückgefahren. Traumhaft - nicht nur das Wetter
zu dieser Zeit sondern auch die Landschaft. Und da wir
beide Natur-Freaks sind, konnten wir mal wieder nicht
genug kriegen. Anni macht gerade ein paar Bilder
"fertig", obwohl man diese ganze Landschaft mit ihren
bizarren Lavaformen überhaupt nicht so rüberbringen
kann. Ca. 20 Meilen sind wir so gefahren bis Bingen! und
haben dort gedreht. Es war uns wichtig, noch eine Weile
auf dieser Seite des Rivers bleiben zu können vor dem
großen Regen. Sicherlich ist und war auch auf der
anderen, der "Oregon-Seite", die Landschaft
großartig.
Aber hier sah man wiederum von oben auf diesen mächtigen
Columbia-River, der stellenweise doppelt so breit ist
wie unser Rhein.
  
  
In "Biggs" verliessen wir den
Columbia-River und fuhren via Goldendale wiederum durch
eine einzigartige Landschaft bis nach Toppenish. Diese
Landschaft dort führt durch Indianergebiet, wobei ich
das erst in Toppenish gemerkt habe, weil da so viele
liebenswürdige Apachen rumliefen, oder waren es
Komantschen? Toppenish zeichnet sich im übrigen durch
seine vielen Wall-/Wandmalereien in den Strassen aus.
Und Anni kurvte ziemlich rum um möglichst viele
ausgefallene Bilder zu finden.
  
Ich hätte gerne länger die Strecke durch das
Indianergebiet genossen. Landschaftlich völlig
ungewöhnlich. Sehr, sehr hügelig, aber vollkommen kahl.
Sah aus wie eine riesige Karst-Landschaft in Europa. Und
plötzlich war das ein Bach, viele Bäume drum herum und
diese Hecken, deren Namen ich nicht weiss, aber die
dermaßen rot sind in ihrer jetzigen Farbe - es ist eine
Augenweide nur rot zu sehen! Leider, leider war der
Himmel schon so zu und es regnete ein bisschen, dass
eine vernünftige Aufnahme unmöglich war. Und halbe
Sachen mag ich nicht.
Die Fahrt ging weiter Richtung Spokane
und auch hier änderte sich die Landschaft wieder.
Endlose Felder für Rinder, bzw. Getreide. Bereits
bearbeitete Felder in braun, auf denen es schon wieder
grün schimmerte - was auch immer da angepflanzt wurde.
Das bombastischste aber wieder war die Größe. Ich weis
nicht, ob es 20 oder 30 Fußballfelder groß war, aber
nicht schnurgerade, sondern hügelig. Was müssen die für
Maschinen haben, mit denen man "um die Ecke" pflügt....
  
Gegen 16:30 sind wir dann in Spokane
eingetrudelt und haben eigentlich das nächst beste Hotel
genommen - ein Days Inn. Seine Flughafennähe macht es
möglich, sogar morgens ab 4! Uhr zu frühstücken. Das ist
für uns allerdings mitten in der Nacht.......
Morgen geht es weiter nach Yellowstone
und dann hoffen wir nur, dass das Wetter wieder sonnig
ist. Und hiermit endet die 4. Woche.

Beginn der 5. Woche!
30.09.2005
Fahrt in Richtung Yellowstone mit Stopp in Butte
unsere heutige Route:

Heute
war ein reinrassiger Fahrtag und das bedeutet für Sie
wenig Neues und wenig Bilder. Aber dennoch war es ein
interessanter Tag.
Heute morgen wusste der Tag wohl auch noch nicht so
richtig, zu welchem Wetter er sich entschließen sollte.
Jedenfalls um 9:00 war noch alles drin. Und während wir
gut gefrühstückt haben und uns auf die Socken machten,
blieb immer noch alles drin. Die Stadt Spokane haben wir
durchfahren und danach erwartete uns erst mal nix - nur
Strasse. Und auf einmal waren wir in Idaho - das ging so
flott, dass wir das nicht mal richtig mitgekriegt haben.
Und was soll ich Ihnen sagen, es schüttete aus allen
Eimern. Wir aber tapfer durch den Regen ins Welcome
Center. Diese Welcome-Center liegen immer an der
Autobahn, meist kurz nach einem "Landeswechsel" und dort
bekommt man alles an Material, was man so braucht oder
auch nicht. Und immer eine freundliche Beratung der
Damen dort über "what to do & what to see". Unsere
schilderte uns mit Begeisterung alle Vorzüge von Idaho
und was man unbedingt gesehen haben sollte. Immer und
immer mehr Karten (u.a.State-Map) kramte sie heraus und nachdem sie
wusste, dass wir deutsche Touristen waren - auch sie ist
mal in Düsseldorf gewesen - überschüttete sie uns
förmlich mit Informationen.
Eigentlich wollten wir nur eine Straßenkarte für die
Durchfahrt. Uns selbst bei bestem Wollen - draußen
schüttete es aus Eimern.....
Unser
nächster Stopp war dann schon in Montana - 3
Bundesstaaten an einem Tag -wow! Da uns aufgefallen war,
dass an jeder Tankstelle mit "Casino" geworben wurde und
wir sowieso Mittag machen wollten, sind wir in St. Regis
runter von der Autobahn und rein ins Paradies. Das
Paradies des Casinos entpuppte sich als klitzekleine
Räumlichkeit mit ein paar Spielautomaten. Aber das Essen
war gut dort. Ich wollte zwar nur 2 Scheiben Toast mit
Schinken und Käse haben, bekam dann aber auch noch
richtige Pommes wie bei uns. Leider esse ich die nicht
und Anni kriegte sie auch nicht mehr rein. Sie meinte,
unbedingt Nudeln essen zu müssen und das meinte sie
schon 2 Stunden lang. So war ich froh, dass auf der
Speisekarte tatsächlich "Italian Meatloaf" stand. Mann,
der Klops war riesig und dazu auch noch richtige
Spagettis. Manchmal wundere ich mich, wie sie das alles
reinkriegt. Nach diesem opulenten Mahl mussten wir uns
noch ein bisschen die Beine vertreten und das taten wir
im angrenzenden Riesen- Souvenirladen. Und dann stand
doch auch so ein Elch einfach rum......
  
Die Weiterfahrt - immer noch im strömenden Regen -
entpuppte sich wieder als eine tolle Strecke, die im
Sonnenschein bei uns wieder Freudenstürme ausgelöst
hätte. Die Landschaft ein bisschen wie gestern.
Dazwischen aber ein dicker breiter Creek und da
ringsherum unzählbare Laubbäume. Die wiederum hatten
auch schon ihr Herbstkleid an und erfreuten die Augen
mit Farben vom tiefen Ocker über Orangegelb bis hin zum
knatschgelb. Bei einer Menge Bäume waren die Kronen noch
grün und dieser gelbgrüne Mischmasch an Farben -
herrlich. Eigentlich wollten wir ja dieses Jahr den
"Indian Summer" im Osten des Landes gemacht haben. Aber
bei Preisen von über 100 Dollar für ein Motel6 beschlich
mich schon so etwas wie der Ausdruck "Nepp". Hier bin
ich jetzt ebenso hochzufrieden und ich hoffe, dass es
uns noch gelingt, ein paar anständige Fotos dieser
Augenweide als Sonnenfotos nachzuliefern.
  
Nach
330 Meilen = über 500 Kilometer, haben wir in "Butte"
Schluss gemacht. Der Regen hat viel Zeit gekostet und
wir waren es auch beide satt weiterzufahren. Nun
nächtigen wir in einem der ganz neuen Motel6, mit
Internetanschluss und allem pipapo. Nun ja, der
Internetanschluss funktioniert nicht und das Telefon ist
dauernd besetzt. Also werden wir morgen früh ins nächste
Days Inn oder Best Western fahren und dort via WiFi die
Berichte nachliefern, in dem wir uns bei denen ins Foyer
setzen.. Im übrigen ist hier die Zeit eine Stunde
weiter. Es trennen uns im Moment nur noch 8 Stunden nach
Deutschland.

Morgen
geht es endgültig zum Yellowstone und wir hoffen
natürlich, dass das Wetter wieder besser wird.......
01.10.2005 Butte bis Yellowstone
unsere heutige Route:

What a
Day - eine Stunde (Mountain Time) früher aufstehen, ein bisschen klarer
Himmel, kein Frühstück, "Butte"-Altstadt heimgesucht,
versucht Kupfer-Bergwerk gucken zu können, Weiterreise
auf einer Traum-Nebenstrasse bis vor die Tore von
West-Yellowstone, auf Anhieb in "West-Yello" ein auch
preislich zufriedenstellendes Hotel gefunden und dann
immer noch bei ein bisschen Sonne flott in den Park. Und
nun sind wir beide platt.
Aber
der Reihe nach: unser Schlafort "Butte" hat einen
riesigen Kupfer-Abbau-Platz und wir dachten, wir könnten
den noch auf die Schnelle mitnehmen. Die Altstadt
"Uppertown" ist ein typisches Arbeiterviertel mit alten
eckigen Häusern und einer Menge alter, schwarzer
Bohrtürme. An die Mine kamen wir nicht mehr heran, da
das Visitor-Center seit heute 1.10. geschlossen hat. Der
Musterstollen war demzufolge auch geschlossen - schade.
  
Wir
also weiter. Ursprünglich wollten wir auf der I-90 bis
Bozeman fahren und dort dann auf der Rennstrecke nach
West-Yello runter. Gottseidank haben wir uns dann anders
entschieden und sind wiederum auf eine Traumstrecke
gestoßen. Irgendwie war mir nicht so richtig bewusst,
dass wir in Montana sind - und der Schlager " in
Montana, in den Bergen...." trifft voll zu. Es ist mir
schon fast peinlich, wieder sagen zu müssen, die Natur
in diesem Land ist einmalig - wenn man sich dafür
interessiert. Sanfte Hügel, Rinderzucht (ich habe hier
schon mehr Rinder gesehen als in ganz Texas zusammen),
dann wieder Landwirtschaft oder einfach gar nichts - nur
Land bis zum Horizont. Mitten drin dann urplötzlich ein
Städtchen namens "Ennis". Nicht nur, dass auch hier die
Zeit stehen geblieben ist, nein, hier war alles Cowboy
pur. Loghomes als Motels, eine Wildwest-Hauptstrasse,
der obligatorische Saloon und viele, viele Holzhäuser
wie im Film.
  
  
Die
Weiterfahrt war wie die Fahrt bis dahin, wenn da nicht
plötzlich die Erde abgesackt wäre und dafür ein riesiger
Creek das neue Tal durchschnitt. Stellen Sie sich vor,
die Hauptstrasse sackt in der Mitte um 100 Meter ab und
sie finden sich auf der unteren Ebene wieder. Tolle
Gegend, die da plötzlich entstanden ist. Ein Stückchen
weiter fand sich dann auch eine Erklärung
-"Earthquake-Area" mit einem Earth-Quake-Lake. Hunderte
tote Bäume standen da noch im Wasser. Weiter hinten
durch, war der See gestaut und zu einem ausgewachsenen
See namens Hebgen-Lake aufgestaut. Und dahinter war
schon West-Yellowstone.
  
Das
Wetter war immer noch stellenweise sonnig und so buchten
wir flott unser Hotel -"Brandin Iron Motel" für 71
Dollar und das für einen Samstag. Allerdings ist hier
auch keine tolle Saison mehr. Nett fand ich, dass im
Zimmer auf jedem Bett ein Beutelchen lag mit der
Notration: Kaugummi, Nussriegel, Shampoo,
Schmerztablette, Zahnpasta, Cornflakes.......
Danach
fuhren wir umgehend zum Park. Wenigstens das für uns
wichtigste wollten wir noch im Sonnenschein gucken und
fotografieren. Und das haben wir dann auch gemacht.
Sogar bis zum "Old Faithfull-Geyser" sind wir noch
durchgefahren, aber dann ging bei uns beiden nix mehr.
Ein paar Bilder zur Einstimmung macht Anni noch für
diesen Bericht fertig. Der Rest und all das andere aus
und über den Park schreibe ich morgen.
  
  
Wir
haben heute schon so viele Bilder gemacht und morgen
werden es bestimmt auch noch ne Menge, dass wir
beschlossen haben, nur wenige in den Bericht zu stellen.
Aber weitere finden Sie in unserem "Foto-Album".
Hoffen
wir, dass das Wetter morgen einigermaßen bleibt.......
02.10.2005 Yellowstone Park mit Weiterfahrt über Grand
Teton nach Jackson Hole
unsere heutige Route:

Heute
morgen gegen 5:00 Uhr wurde ich vom Wasserplätschern aus
der Regenrinne vor dem Hotelzimmer wach. Na Mahlzeit
dachte ich -Regen, drehte mich um und schlief weiter.
Gegen 7:00 Uhr stand ich dann auf und mein erster Blick
ging nach draußen und ich dachte ich bin im falschen
Film: Draußen schneite es wie Teufel, und auf den Autos
lag schon eine Schneeschicht von gut 5 Zentimeter.
Eigentlich hatten wir uns ja Schnee gewünscht,
allerdings mit Sonne. Irgendwas habe ich da dem
Wettergott falsch übermittelt. Nun hatten wir den
Palaver und die bange Frage lautete: kommen wir mit
unseren Sommerreifen durch den Park, der immerhin bis
2.700 Meter hoch ist. Aber alles ging gut und das
Abenteuer konnte beginnen.
Zum
Park selbst möchte ich folgendes in komprimierter Form
sagen: der Yellowstone Park ist der älteste Park und
neben dem Grand Canyon auch der größte mit ca. 10.000
qkm. Er liegt zu 90 % in Wyoming und der Rest in Idaho
und Montana. Er hat Geysire verschiedener Formen, heiße
Quellen, Schlammteiche und einen riesigen See. Ebenso
eine tolle Sinterterrasse im Norden. Dazu eine
ungeheure Tier-Artenvielfalt vom Grizzley bis zum
Kolkraben. Aber auch Wölfe sind dort und natürlich
Bisons und Elche, aber auch ganz normales Rotwild. Dazu
Wald bis zum Abwinken, der auch die Brandkatastrophe vor
guten 10 Jahren gerade übersteht und viel Jungwald hat.
Der Park hat mehrere Zugänge und der Rundweg durch den
gesamten Park ist so eine Art "8". Alle wirklichen
Sehenswürdigkeiten liegen auch dort - einschließlich
der legendären "Old Faithfull Inn". Diese Tour ist gute
220 Kilometer lang und man braucht mehr als nur einen
Tag, um wenigstens das Nötigste zu sehen.
  
Wir
waren schon zweimal in Yellowstone und dieses mal
wollten wir uns nur auf das konzentrieren, was wir
wirklich sehen wollten - die drei Basin-Stufen und den
Rundweg über das Village, weil man da noch an tollen
Blubberlöchern direkt am See vorbeikommt. Und außerdem
sehr viele Tiere zu sehen sind. Gestern hat das toll
geklappt, da die Sonne schien und dann die Geysire ihren
besonderen Reiz haben. Der gute alte "Old Faithfull" hat
auch pünktlich seine Pflicht erledigt und 2 Minuten lang
in die Luft gespuckt. Allerdings wirkte er gestern etwas
alt auf mich, nicht so spritzig wie in früheren Jahren.
Die Old Faithfull Inn konnten wir leider nicht besuchen
- dort wird mächtig umgebaut. Und die zugängliche Lodge
ist halt nicht diese Klasse.
  
Nun ja, heute morgen wurde die Tour dann ein bisschen
anders. Die dicken Jacken an, die Wanderschuhe, die
Ohrenschützer und los ging es. Alles in allem klappte es
recht gut, auch wenn auf manchen Pässen der Schnee dann
doch lag. Anni wollte unbedingt ihren Grizzly oder
wenigstens nen Bären fotografieren- aber außer
"Huckleberry, Blueberry und Blackberry" kein "Bear",
dafür jede Menge Bisons. Ich denke, die vielen Fotos -
auch wenn sie heute nicht sonnig sind - erzählen ihre
eigene Geschichte von der Schönheit dieses Parks. Leider
ist jetzt im Oktober vieles geschlossen, auch die
Visitor Center und es macht sicher Sinn, eine
Besichtigungstour spätestens im September beendet zu
haben.
  
  
Irgendwann nach 14:30 Uhr haben wir uns auf den Weg
gemacht, via Grand Teton nach Jackson (Hole)
weiterzufahren. Und -ein Wunder, im Grand Teton lag so
gut wie kein Schnee und die Sonne versuchte krampfhaft
sich gegen die schwarzen, tief hängenden Wolken
durchzusetzen. Und einige Male ist ihr das auch
gelungen. Für uns ein Glücksfall, denn nun kamen die
riesigen Birkenwälder, die meist in tiefstem gelb
leuchteten, voll zur Geltung. Der Teton hat ja nun mal
den Nachteil, dass er wunderschön für z.B. Wanderer ist,
aber gegen Yellowstone halt nicht so mithalten kann.
Heute schon. Hat mir toll gefallen.
  
Gelandet sind wir in Jackson (Hole). Ebenfalls ein
Cowboystädtchen, aber mit funktionierender Infrastruktur
zum Skilaufen und Liften und dem ganzen Drumherum. Und
so sind dann auch die Preise. Unser Super 8 kostete doch
glatt 62 Dollar plus Tax. Und das war schon unter
Brüdern. Die Preis-Krone setzte sich allerdings eine
hübsche Cowboybar auf, die für 2 kleine
Flaschen-Bierchen 8 Dollar und für 2 Hamburger 18
Dollar, also 26 Dollar für Essen und Trinken für den
hohlen Zahn verlangte. Aber wir waren so ausgehungert,
dass wir nicht erst ein anderes Restaurant suchen
wollten. Aber hübsch war es da, man saß auf echten
Pferdesätteln an der Bar. Haben wir natürlich
getestet......
  
Für
diese Woche ist hier Regen angesagt und so werden wir
morgen schleunigst das Weite suchen - Richtung
Colorado/Utah. Morgen wollen wir wiederholt einen tollen
Dinosaurier-Park besuchen, wo einem noch riesige
Fossilien-Fundstücke aus diesem Grabungs-Gebiet
präsentiert werden und man sich wenigstens ein bisschen
vorstellen kann, wie es wirklich war - außerhalb von
Jurassic Park.......
03.10.2005 Fahrt zum "Craters of the Moon" mit
Übernachtung in Pocatello
unsere heutige Route:
 
Als ich
heute morgen aus dem Fenster schaute, dachte ich, ich
bin schon wieder im falschen Film: auch hier
Schneegestöber und das wohl schon eine ganze Weile, weil
das Auto wieder dick voll Schnee war. Tja, da war guter
Rat teuer. Jackson liegt auf ca. 2.000 Meter und Vernal
unser eigentliches Ziel auf ca. 1.800 Meter. Keine guten
Aussichten, dem Schnee zu entgehen, zumal der
Wetterkanal dauernd Karten zeigte von einer Kaltfront
die runter bis Salt Lake City ging. Bis nach dem relativ
guten Hotelfrühstück klarte es sich ein bisschen auf, aber es
war bitterkalt. Die von uns ausgesuchte Route 191 war
zudem noch eine Nebenstrasse mit Pass. Trotzdem wollten
wir es riskieren, die Tour durchzuziehen. Und dann -
eigentlich ganz spontan haben wir umgeplant.
Eine der kleinen aber feinen "Diamanten" und von
riesigen Touristenströmen meist verschont ist das
"Craters of the Moon" National-Monument. Es liegt in
Idaho und ist eigentlich gut zu erreichen von Süden aus
Salt Lake City über Twin Falls und vom z.B.
Yellowstone-Park aus via Idaho-Falls. Aber halt nur
interessant für Reisende, die sich für Vulkanismus
interessieren. Wir gehören dazu und wir waren vor Jahren
auch schon mal dort. Einfach bizarr die Gegend dort und
für uns jederzeit eine Reise wert.
Aber
der Reihe nach: im strömenden
Regen-/Schneeschauergestöber machen wir uns auf den Weg.
Es ist bitterkalt. Und es tut gut, ganz spontan, die
Kälte zu verlassen, um wieder in lieblichere Gefilde zu
düsen. Wir haben einfach die "26" genommen, am Snake
River entlang Richtung Idaho-Falls. Unserem Wettergott
schien das zu gefallen, denn er schickte uns nach kurzer
Zeit Sonne, die sich durch den Nebel kämpfte. Wiederum
eine tolle, unerwartet schöne Gegend, und wiederum
gesäumt von schwarzstämmigen Erlen am, neben und in der
Nähe des Rivers, der selbst schon eine Augenweide war.
Uns störte nicht, dass es immer noch recht frisch war,
wir hatten wieder was zu gucken...

In
Idaho Falls erwartete uns schon die Sonne und milde Luft
und mindestens 200 Gänse. Die waren gerade im
Landeanflug auf den River. Und die meisten saßen dann
wie auf der Hühnerleiter am Rand des Wassers, bevor
dieses in einem sanften Wasserfall eine Etage tiefer
lief. Irre sah das aus und es waren noch eine Menge
Gänse mehr auf dem Weg, nur der Platz wurde etwas knapp.
Und zu allem schien die Sonne! Da die Motels genau
gegenüber dieses Schauspiels lagen, überlegten wir kurz,
den Tag zu beenden und hier zuzugucken. Sieht man ja
nicht alle Tage, dass Gänse einen Zwischenstopp
einlegen....
  
Letztendlich entschieden wir uns dann doch, zum Crater
weiterzufahren. Das Wetter klarte auf und es sah
wiederum irre aus, die tief hängenden Wolken vor den
Bergen in einer Landschaft, platt wie ein Boden und nur
von Vulkanbergen umgeben, kleinen Vulkankegeln und sonst
nur Vulkanwüste mit Spinifex-Gras, das einem
zwischendurch dramatisch vors Auto rollte, wie im besten
Western-Film. Und natürlich lief hier neben der wirklich
schnurgeraden Strasse nur noch der Oregon-Trail
entlang.... Während am Anfang der Tour noch
Landwirtschaft und Viehzucht stand mit Kühen,
Pferden und Longhorn-Rindern und eigenartigen Scheunen
wie man sie aus Skandinavien/Island kennt, halb
eingegraben, halb draußen, waren die nächsten 50 Meilen
- wie schon gesagt - nur Vulkanlandschaft.
  
  
Aber richtig los ging es, als wir endlich angekommen
waren. Erstens war es ab sofort sonnig und zweitens
waren wir fast mutterseelenallein in dem Park. Er sieht
ein bisschen aus, als wären sie auf Sizilien und auf dem
Ätna ganz oben drauf. Sie sehen 2.000-15.000 Jahre alte
Lavaströme, Kegel, ehemalige bunte Krater. Und das ganze
gut erschlossen auf einer 7 Meilen langen Rundtour.
Natürlich mit Fuß-Strecken und einem Besuch in einer
Lava-Röhre. Eine bizarre Landschaft, einerseits mit
schwarzen und bunten Kegeln, andererseits mit
Brockenlava und Fliess-Lava. Dazwischen übrig gebliebene
Dome. Ein Teil der "Gegend" war schon wieder mit Bäumen
bewachsen. Muss toll sein im Frühjahr, wenn die
Wildblumen blühen. Uns war es so auch recht - zumal die
Sonne wie auf Kommando schien, als wir unsere Tour
begannen. Im Grunde ist dieses Gebiet einmalig, weil es
so leicht zu erkunden und erforschen ist, andererseits
nur die wunderschöne Fortsetzung der ganzen Ebene mit
ihren Vulkanbergen drum herum. Zeit sollte man auf jeden
Fall mitbringen. Ist aber in einem Tag zu schaffen, wenn
man anschließend auf der guten ausgebauten Strecke dran
"zieht". Es darf 65 mph gefahren werden. Mit dem
erweiterten Eagle Pass war der Eintritt kostenlos. Sonst
kostet es um die 3 Dollar. Das Visitor-Center ist
ganzjährig geöffnet, der Zugang halt wie das Wetter ist.
  
  
  
Wir
fuhren am frühen Nachmittag weiter Richtung "Pocatello"
und dort nächtigen wir wiederum in einem Super 8 Motel
mit Gutschein für 49 Dollar plus Tax und mit High Speed.
Morgen werden wir bis Ogden fahren, liegt vor den Toren
von Salt Lake City und einen Faulenzertag machen. Laut
Wetterbericht ist ab Mittwoch wieder Sonne angesagt. Bis
dahin sind wir dann via Interstate in Vernal angekommen.
04.10.2005 Weiterfahrt nach Green River in Utah
unsere heutige Route:
Der
tägliche morgendliche Blick aus dem Fenster wie wohl
heute das Wetter ist, gehört mittlerweile zum Standard.
Nein, heute morgen hat es nur aus Eimern geregnet und es
war sehr kalt. Wir haben dann mal wieder umgeplant.
Aber erst muss ich noch von dem vorzüglichen Frühstück
im Super 8 in Pocatello berichten. Ich habe mich immer
gefragt, wie lange es dauert, bis irgendein Hotel mal
mit den obligatorischen Frühstückseiern anfängt. Gut,
hart gekochte Eier gehören dieses Jahr fast zum
Frühstücks-Standard - aber Omelette mit Käse war neu!
Und sooo simpel. Ein bereits vorgebratenes Omelette mit
Chester-Käse belegt, zusammengefaltet und eingefroren.
Dann braucht man nur noch eine Microwelle und schon ist
die Eierspeise fertig. Anni hat aus lauter Freude 2
Omelettes verdrückt. Ich habe das mal wieder zu spät
kapiert, ich hatte mich schon auf Toast mit Philadelphia
eingeschossen.
Was
unsere Umplanerei angeht: Ziel war ja erst mal Ogden -
100 Meilen weiter südlich und dann dort ausruhen. Aber
bei dem Regen und der Kälte macht ein Hotelzimmer
auch nicht glücklich. Wir haben hin und her überlegt, ob
wir unseren Dinosaurier-Trip in der Nähe von Vernal
durchziehen oder fallen lassen zugunsten südlichem Utah
und Wärme und Sonne. Auslöser für diese Gedanken war
auch ein Foto auf einer Stammtisch-Seite mit Volker und
Freunden, das ich heute morgen im Internet sah - 4
junge Männer, die an einem Hummer-Allrad lehnten in
kurzen Hosen und T-Shirt. Da kam Neid auf :-))
Die komplette Dinosaurier-Route ist gute 300 Meilen lang
und wir wollten nur einen Teil herauspicken - eigentlich
Quatsch, zumal wir genau diesen Anschnitt schon mal
besucht haben. Da das Wetter immer schlechter, kälter,
nebliger und mit Schneegestöber daherkam, haben wir dann
beschlossen, tatsächlich einen anderen Weg zu nehmen -
den nach Green River in Utah.
Unterwegs hatten wir schlechtes Wetter, aber trotzdem
war die Landschaft schön. Anders als im Norden waren
hier plötzlich Steinberge bis an die Strasse, schwarz,
drohend und teilweise von Wolken umhüllt. Phantastisch
anzusehen, aber zu nass für ein Foto. Stellenweise sah
es aus, als wären diese Steinbrocken riesige
Kohlenberge, zumal auch eine Eisenbahn mit Kohlewaggons
an uns vorbeifuhr. In Provo - einem sehr reich
aussehenden Städtchen - überfiel uns der Hunger und wir
haben beschlossen, den nächsten Chinesen heimzusuchen,
wenn dann einer kommt mit Riesen-Büffet für 6 Dollar.
Kaum zu glauben - er kam. 5.99 Dollar pro Person und
jede Menge Essens-Auswahl zum richtig satt werden.

Auf der
Weiterfahrt nach Green River erinnerten wir uns wieder
daran, dass es ca 70 Meilen entfernt die Stadt "Price"
gibt mit einem hervorragenden Museum für Prähistorik -
in diesem Fall in erster Linie Dinosaurier. Und kaum
kamen wir aus dem Gebirge, die Stadt Price vor den
Augen, da schien wieder die Sonne - herrlich. Unser
Besuch im Museum war kostenlos! Und er lohnt sich
wirklich, weil in dieser Gegend eben viele
Dinosaurier-Ausgrabungen stattfinden und riesige
Sammlungen in verschiedenen Städten vorhanden sind. Wir
dachten uns, dieser wiederholte Besuch ist mehr als
Ersatz für den nun nicht mehr stattfindenden Besuch von
Vernal.
  
  
  
Auf der
weiteren Fahrt nach Green River - SONNE satt! Natürlich
kommt man hier in eine ganz andere Gegend als in den
letzten Tagen, aber ebenso schön - auch wenn wir bis
jetzt noch nicht einen einzigen roten Felsen gesehen
haben! Unser Motel 6 kannten wir noch vom vergangenen
Jahr und so hatten wir auch ausgiebig Zeit, mal wieder
Klamottenwechsel vornehmen zu können - sprich alles raus
aus dem Auto, umpacken, einpacken, wegpacken und alles
wieder rein ins Auto.
Da wir
sicher sind, dass wir morgen wieder warmes, sonniges
Wetter haben, werden wir unser Quartier voraussichtlich
ins 50 Meilen entfernte "Moab" verlegen und dann schaun
wir mal, was wir so alles erkunden - z.B. den Arches und
Canyonlands.....
05.10.2005 Fahrt entlang dem Colorado Valley nach Moab
unsere heutige Route:

Richtig
schön ausgeschlafen wachten wir gegen 8:00 morgens auf.
Kein Auto, kein Zug, kein lauter Nachbar und kein
warmlaufendes Auto störte unseren Schönheitsschlaf.
Herrlich. Und die Sonne strahlte vom blauen Himmel - was
will man mehr?
Wir packten und machten uns auf die Socken zu einem
ausgiebigen Trucker-Frühstück. Da wir letztes Jahr schon
fast eine Woche unser "Hauptquartier" in Green River
hatten, war es eigentlich auch nicht verwunderlich, dass
die Kellnerin Anni wieder erkannte. Ach, die Girls aus
Germany - erkennt ihr mich denn auch wieder? Ich habe
mir die Haare ein bisschen gefärbt, schließlich bin ich
27 Jahre verheiratet und muss meinem Mann ja auch mal
wieder was Neues bieten... Wir schmunzelten und
bestätigten, auch sie wieder erkannt zu haben. Und ab da
schwänzelte sie permanent um uns herum wie eine Glucke
und las uns auch Wünsche von den Augen ab, die wir nicht
hatten. So ne nette Person trifft man auch nicht alle
Tage in den USA. Das Frühstück war übrigens vom Feinsten
und preiswert auch noch - halt Trucker-Kost und Menge.

Zu Green River möchte ich noch folgendes sagen: es ist
ein Straßendorf, liegt an der I-70, hat 6 große
Klassiker-Hotels und ein paar Einheimische. Dazu eben
diesen großen Trucker-Platz zum Tanken, Essen, Schlafen.
Die Übernachtung kostet hier ein vielfaches weniger als
in Moab und ist von dort nur 50 Meilen entfernt. Hier
findet keine Abzocke statt, sondern noch Herzlichkeit.
Und dieser Platz eignet sich hervorragend für
Tagestouren in die Gegend.
Wir
machten uns also froh gelaunt nach diesem hervorragenden
Frühstück auf den Weg nach Moab. Die klassische Tour
führt 20 Meilen über die I-70 und geht dann als
Rennstrecke weitere 30 Meilen runter zum Arches und
Canyonlands und Moab. Wir wollten aber genau so nicht
fahren und hatten uns entschieden, ein Stück
weiterzufahren über die I-70 bis nach Cisco (Abfahrt
204) und dann auf der 128 - scenic by way - die 43 Meilen
nach Moab zu fahren.

Tolle Idee! Aus der Hoch-Ebene ging die Strasse
unmerklich immer tiefer. Die Berge rückten immer näher
und wurden höher. Und plötzlich war der Colorado links
von uns. Umsäumt von grünen Bäumen, lehmgelb, voll und
sehr schnell fließend. Während ich noch überrascht
guckte, da sonst der Colorado ne mittlere Pfütze ist,
sah ich aber auch schon den Grund. Es muss vor ein paar
Tagen hier höllisch geregnet haben. Selbst die Strassen
waren überflutet gewesen, allerdings schon wieder
geräumt von dem ganzen Sand und Geröll. Aber überall
standen noch große Pfützen und die Berge ringsrum
wirkten merklich dunkler, roter und nasser als sonst.
Weiter ging die Fahrt und dann war da nur noch links
hohe, rote Wand, ne schmale Strasse, ein reißender Fluss
und rechts wieder roter Fels. Und dazu der
Sonnenschein-herrlich. So ging das eine ganze Weile,
dann wurde das Tal wieder weit, es gab sogar
Landwirtschaft und zwei Lodges.
  
Dann wiederum gab es an einer Stelle Wildwasser-Rafting
und ein paar Mutige schrieen schon vor Freude?, bevor sie
überhaupt im Wasser waren. Und dann kam eine neuer
Hammer: eine Abzweigung zu "Fishers Towers". Eine
rote-Sand-Schotter-mit Steinen-und lauter
Querrillen-Strasse. Ich habe noch überlegt, ob ich
überhaupt in diese Pampas fahre, weil der Weg nach
diesem Regen noch matschig sein konnte. Aber ich konnte
der Versuchung nicht widerstehen - ein toller
Entschluss. Sollten Sie jemals unsere heutige Route
nachfahren - lassen Sie bloß nicht diesen Abzweig aus!
So was von Landschaft - grandios.
Aber mir fahlen da auch schon wieder die Worte - es war
einfach rot, vom Sand, über die Felsen, bis zu den
nassen Pfützen - nur das Klohäuschen war braun-gelb und
ich war froh, dass es da war...Auf die Utahner und ihre
Hygiene ist eben Verlass!
  
  
Weiter
ging die Fahrt, den River entlang bis zur nächsten
Abzweigung - Castle Valley!. Auch diese empfehle ich.
Sie ist asphaltiert und lohnt ganz toll 5-6 Meilen lang
und dann das Stück wieder zurück - was soll ich sagen:
Klasse! - ein bisschen vergleichbar mit Monument Valley!
Ich wundere mich eigentlich immer, dass die
ausländischen Touristen hier so selten fahren. "Koscht
nix" und steht Arches, Canyonlands oder auch Capitol
Reef in nichts nach. Aber mir war es recht, so konnten
wir überall auf der rechten Seite halten und tolle
Photos schießen.
  
Für die
43 Meilen vom Abzweig Cisco bis nach Moab haben wir
letztendlich fast 5 Stunden gebraucht. Und wir wollten
danach weder Arches noch Canyonlands mehr sehen. Das
holen wir in den nächsten Tagen nach. Wir sind wieder
hierher nach Green River gefahren und bleiben auch noch
2 Tage/Nächte. Morgen werden wir uns erst mal das
wunderbare, malerische "San Rafael Reef" vornehmen und
ins Hinterland fahren. Mal sehen, welche
Begeisterungsstürme morgen wieder bei mir
ausbrechen.......
06.10.2005 Canyonlands und Arches Nationalparks
unsere heutige Route:
Ganz
gemütlich sind wir heute morgen - im strahlenden
Sonnenschein - frühstücken gefahren. Dann haben wir
getankt und gegen 10:00 Uhr sind wir dann noch schnell
im Visitor-Center vorbeigehuscht. Und dann kam alles
wieder ganz anders!
Anni fand wieder einen Dinosaurier-Ausgrabungsplatz
unter all den Prospekten. Mitten in der Pampas, nur auf
Schotterwegen zu erreichen und in Fortsetzung der Route,
die wir eigentlich heute fahren wollten. Nur durch
unsere Bummelei war es zu spät, beide Routen unter einen
Hut zu bekommen. Deshalb haben wir mal wieder umgeplant.
Wie schön, wenn man das einfach tun kann!
Also haben wir Canyonlands und Arches vorgezogen und
sind postwendend da hingedüst. Da beide Parks sehr nahe
beieinander liegen, kann man auch beide Parks an einem
Tag "schaffen", wenn die Ansprüche nicht allzu hoch
sind. Extratouren wie Canyon-Allrad-Touren sitzen dann
natürlich nicht drin, dafür braucht man Minimum einen
Tag extra.
Canyonlands ist ein sehr raffinierter Park. Biegt man
dahin ab, eröffnet sich sofort eine "rote, große Welt"
rechts und links der Strasse - bis man das Plateau
erreicht hat und man ist schon mal hin und weg. Nur der
Park selbst liegt noch gute 20 Meilen entfernt und bis
dahin fährt man auf einer endlosen Hochebene immer
geradeaus. Ab und zu ein Highlight, das einen dann
wieder aus der Schläfrigkeit reißt, das aber dann wie
Donnerschlag. Und wenn es dann endlich wieder weitergeht
- Hochebene mit Hügelcharakter aber auch Lüneburger
Heide. Und dann wieder ein Knaller und noch einer und
noch einer. So hält einen der Park dann doch wach und
überrascht immer wieder mit tiefen Schluchten, roten
Stein-Welten oder Weitblick bis zum Horizont. Auch der
Grand Canyon ist stellenweise nicht schöner. Ein
besonderes Highlight hatten wir heute hier auch. Obwohl
wir schon 3-4 mal hier waren, fanden wir heute eine
Offroad-Strecke, die so toll ist, dass allein das ein
Grund ist, wiederzukommen. Sehr kurvig, aber kaum zu
glauben, selbst Radfahrer fanden das sehr schön!
  
  
  
Arches
ist wieder eine ganz andere Kategorie. Während man im
Canyonlands die Landschaft von "oben" sieht, fährt man
im Arches vorwiegend "unten durch". Rechts und links
hohe Formationen an rotem Sandstein, ein weiter Blick
auf die La Sal Mountains und immer wieder Täler mit
neuen Überraschungen. Die bekannteste Überraschung ist
ja nun der "Balanced Rock" und ich hoffe, irgendeiner
schmeißt den balancierenden Stein endlich runter, damit
mal wieder Action in den Park kommt....Kurz hinter dem
Rock geht eine Strasse ab zu den "Windows" - nein, nicht
zu Billyboy Gates, sondern zu Felsen, die durch Erosion,
Wind und Wasser löchrig wurden und sog. "Fenster"
(Arches= Bogen) entstehen ließen. Kann man erwandern,
ist in 30 Minuten zu schaffen. Davor liegt noch der
"Garden of Eden" mit wunderschönen Felsformationen.
Natürlich geht die Strecke noch weiter bis "Devils
Garden". Wir haben uns aber nach unserem Ausflug gedreht
und sind zurückgefahren.
  
  
Am schönsten ist die Tour durch den Arches am
Nachmittag, wenn die Schatten "lang" stehen. Das Rot
leuchtet dann noch intensiver. Allerdings - wir haben
jetzt Herbst und da ist wettermäßig sowieso alles
anders....Ansonsten denke ich, lasse ich heute die
Bilder sprechen. Ich hoffe, dass wenigstens ein bisschen
dieser großartigen Natur rüberkommt. Und wer das hier
schon selbst erlebt hat, kann es sicher
nachempfinden....
Übrigens, ich weiß ja nicht, wie Sie das handhaben -
aber wir haben uns endlich im letzten Jahr mal einen
"Nationalpark-Pass" zugelegt. Ist ein blauer "Pass" mit
allen NPs und man führt eben "Buch", wo man schon
gewesen ist. In jedem Visitor-Center holt man sich sein
"Stempelchen" ab und man kriegt so eine nette Sammlung
im Laufe der Zeit zusammen.
Anni meinte darüber hinaus, sie müsste in Moab auch noch
Ihre Steine-Sammel-Leidenschaft austoben und suchte
einen "Rock-Shop" auf - nein keine fetzige Musik,
bloß
olle Steine......
...und zu guter Letzt: hier in Green River gibt es
schlechte AOL-Verbindungen. Aber macht nix - gegenüber
ist das Holiday-Inn-Hotel und die sind so freundlich,
uns an ihrem Wi-Fi-Netz teilhaben zu lassen.....
  
Morgen also wieder ein neuer Anlauf in das
Schotter-Hinterland des San Rafael Riffs (auch Swell)
genannt.....wenn es nicht regnet. Den morgigen Bericht
finden

Beginn der 6. Woche.
07.10.2005 Ausflug auf Schotterstrassen in das "nördliche" Hinterland des "San Rafael
Reef"
unsere heutige Route:
Heute haben wir wieder Sonne satt und laut Wetterbericht soll es bis 28 Grad
Celsius werden. Unser Tag begann wie immer seit wir hier sind, mit einem
deftigen Trucker-Frühstück. Heute morgen haben wir hier im Motel 6 noch um
weitere 2 Nächte verlängert. Nach einem weiteren Besuch im Visitor Center
und einer kompetenten "Beraterin" dort, haben wir dann erfahren, dass der
"Knochenladen" mit Annis Sauriern nun doch geschlossen ist. Ein bisschen
traurig waren wir nun beide, denn wir waren darauf eingestellt. Trotzdem
beschlossen wir, unsere geplante Tour, dann eben ohne Saurier,
durchzuziehen.
Das San Rafael Reef wird gerne übersehen und auf den ersten Blick ist es
auch nichts weiter als ein weiterer 30 Meilen langer Gebirgszug. Seine
Besonderheit fällt einem auf, wenn man die I-70 Richtung Salt Lake benutzt.
Da wurde nämlich die Strasse mitten durch das Gebirge gesprengt und
plötzlich sieht man dort, dass das gesamte Gebirge gekippt ist. Stellen Sie
sich eine Hochebene vor mit Bäumen, verschiedenen Schichten und Grasland.
Und plötzlich zieht Ihnen jemand den Stuhl unterm Allerwertesten weg und Sie
plumpsen auf die Nase und Po in die Höhe. So sieht das hier auch aus.
Und die Farbenpracht der einzelnen Schichten, die jetzt nicht mehr oben
liegen, sondern in greifbarer Nähe, machen das Ganze noch faszinierender.
Trotzdem bleibt die Gegend weiterhin störrisch und gibt ihre Schönheit nicht
so ohne weiteres preis. Man muss wirklich ins Hinterland fahren um quasi die
Landschaft "von hinten" aufzuarbeiten.

So sind wir denn auf der I-70 bis zur Abfahrt 131 gedüst, dort rechts rum in
die Schotterprärie und denn man los. Ich gebe zu, die ersten 10 Meilen hauen
keinen vom Hocker. Hochlandschaft rechts und links, Schotter, Sand und Staub
und nur am Horizont Berge. Und auch hier - ganz plötzlich - ändert sich die
Landschaft und dann wird es wirklich wieder einsame Spitze für die nächsten
15 Meilen. Sollten Sie diese Strecke jemals fahren, verspreche ich Ihnen,
dass Sie dauernd stoppen werden um zu gucken oder zu fotografieren.
  
  
Und wenn Sie denken das war's, bloß weil da ne alte Holz-Brücke über den San
Rafael River geht - Irrtum. Dann fängt es erst an richtig dramatisch zu
werden. Wir lassen auch hier die Bilder für sich sprechen.
  
  
Und wenn Sie dann denken, ich kann nicht mehr, dann kommen noch die
"Buckhorn -Petroglyphen" - der Ureinwohner, z. T. meterhoch. Und dann, dann
dürfen Sie entspannen. Die Landschaft wird flacher und das Tal breiter und
lieblicher. Und bald kommen Sie an eine Kreuzung. Fahren Sie rechts, sind
Sie 30 Meilen weiter wieder auf der 191 bzw. 6. Fahren Sie links, dann
brauchen Sie entweder nicht mehr als 20 Meilen zurück zur asphaltierten
Strasse oder unendlich mehr Zeit - denn dort geht es dann auch zum
prähistorischen Museum für Dinosaurier.
  
Wir sind rechts rum gefahren, denn das Museum hatte ja zu. 30 endlose Meilen
durch die Pampas. Während Anni schon mal leise schnaufend Augen-Kosmetik
betrieb, hoffte ich, um jede Kurve herum, was Neues, Faszinierendes zu
sehen. Mitnichten. Die ganze Tour ging durch eine Landschaft die aussah wie
die Lüneburger Heide. Selbst die Wacholderbüsche fehlten nicht. Am Horizont
Berge und vor mir eine anstrengend zu fahrende Strasse mit Löchern, Gräben
und Querrillen übersät. Erst ganz zum Schluss, so an die 3 Meilen vor der
Schnellstrasse, eröffnete sich dann unerwartet doch noch mal Schönheit.
Schokoladenfarbene Hügel, gelbe, grüne, rote, braune Hügel - alles da. Dazu
extrem viele und große "Hinkelsteine" rechts und links der Strasse -
Gott sei Dank nicht auf der Strasse und dann war es das dann schon wieder.
Ich kann also diese Strasse nicht so doll empfehlen - zu langweilig, oder
bin ich schon übersättigt? Besser ist es an der Kreuzung "links" zu fahren.
Da erwarten Sie noch viele Abenteuer.....
Wir waren um 15:00 Uhr im Motel und genießen jetzt in der Sonne sitzend die
Wärme. Morgen wollen eben an dieser beschriebenen 131er- Abfahrt in südliche
Richtung und quer durch die Natur bis zur Zufahrt zu den "Trollen" - ins
Goblin Valley.
08.10.2005 Goblin Valley und der "südliche Teil" des San Rafael Reefs
unsere heutige Route:
Auch der heutige Morgen begann mit Sonne. Aber laut Wetterbericht sollte
eine Schlechtwetterfront kommen, die mit ihren Regen-Ausläufern
bis nach Mexiko runter reichen sollte.
Nichts desto Trotz, wir wollten erst mal
gepflegt frühstücken. Nein, nicht bei den Truckern, sondern im Best Western
Restaurant mit Blick auf den Green River. Wenn man bedenkt, dass diese
Pfütze da draußen, in Canyonlands einen riesigen Canyon in Jahrmillionen
"gefräst" hat - kaum zu glauben. Leider funktionierte unsere Frühstückerei
dort nicht. Es standen noch 8 Leute vor uns und warteten auf einen Tisch.
Darunter 4 Deutsche - was die wohl nach Green River verschlagen hat? Oder
haben die meinen Bericht gelesen???
Wir jedenfalls zogen dort ab und haben wieder in unserem Stammlokal
gefrühstückt und sind dann auf die Piste gegangen. Wenn man von hier
Richtung Salt Lake fährt, kommt eine Abfahrt (24), die nach Hanksville
führt, und von dieser Strasse geht dann der Weg nach Goblin Valley ab.
Goblin Valley ist auch so ein Platz, wo ewige Überfüllung herrscht, aber
andere als amerikanische Laute haben wir auch heute dort nicht gehört.
Schade eigentlich, denn das Tal ist putzig und verdient auch öfters mal
ausländische Touristen. Man kann dort problemlos den ganzen Tag rumspazieren
um all diese von Wind und Wetter erodierten "Trolle" bzw. "Hoodoos", wie die
Amis sagen, anzusehen. Natürlich gibt es dort auch Stein-Gesichter, ganze
Stein-Wände, Wälle, mehrere Türme und viele Kraxelmöglichkeiten zwischen
diesen Sandsteinen für große und kleine Kinder. Im Sommer ist es drückend
warm und man sollte Wasser mitnehmen. Jetzt hatten wir eher damit zu
kämpfen, ob die Sonne raus kam für gute Fotos oder ob die Wolken die
Oberhand behielten. Wir sind auch noch mal ne gute Stunde rumgewandert -
auch um zu kontrollieren, ob einige Trolle seit dem letzten Jahr "schlanker"
geworden waren oder sich ganz aufgelöst hatten....
  
  
  
Das Goblin Valley ist ein State Park und der muss auch für
Nationalpark-Karteninhaber extra bezahlt werden - kostete 5 Dollar fürs Auto
mit Inhalt. In der Nähe gibt es noch hübsche Abzweigungen zu verwunschenen
Gegenden im San Rafael Hinterland, den "Muddy River" entlang. Haben wir
heute nicht gemacht. Der Himmel war ziemlich zugezogen und am Horizont sah
man schwarze Wolkenberge. Da wir aber unbedingt noch unsere eigene
Hinterland-Route im San Rafael-Reef fahren wollten, sind wir zügig
aufgebrochen. Denn Regen wollten wir nicht haben.
Gestern sind wir gute 10 Meilen übers Hochland gefahren, bevor es
interessant wurde, heute ist das eher umgekehrt. Wenn man vom Goblin Valley
kommend links abbiegt und an den Campingplätzen vorbeifährt, endet die
geteerte Strasse unvermittelt und es wird haarig.
Der Weg führt aus dem Tal auf die Hochebene und das dauert um die 9 Meilen.
Der Weg ist eng, staubig und von Schlaglöchern übersät. Das schlimmste aber
ist, dass vom letzten Regen vor einiger Zeit tiefe Wasser- Querrillen mit
Geröll, Steinen oder aufgehäuften Sandhügeln übrig geblieben sind. Kein
Problem für einen Allrad oder "Hochbeiner". Für mich im normalen PKW war das
ein bisschen nerviger. Kurz, es war eine "rough road" und ich bin froh, ohne
Schramme und nur zugestaubt der ganzen Strecke entronnen zu sein. Anni sah
das natürlich viel entspannter - sie hätte auch mit mir getauscht, aber dann
hätte ich filmen müssen, und dann kann ich überhaupt nicht richtig. Ist eher
Annis Spezialität.
  
Weiter oben auf dem Plateau war alles wieder normal und es blieb eine tolle
Sicht. Der Unterschied zwischen gestern und heute liegt eher darin, dass man
auf dieser Seite des Reefs sehr schön die Faltung und Absackung des Gebirges
sehen kann.
Nach ungefähr 20 Meilen ist man wieder auf der I-70. Und dann düsen Sie noch
einmal durch das Gebiet, durch das seinerzeit die Interstate 70 gebaut
wurde. Und da Sie von oben runter ins Tal fahren, haben Sie wieder diesen
unvergleichlichen Blick der Schieflage des Reefs. Dort ist auch ein "Scenic
View" - toller Blick auf das ganze San Rafael Reef!
  
Wir machten dann aber den Abflug Richtung Green River, denn es sah aus, als
wolle es jeden Moment aus Eimern schütten. So sind wir denn gegen 15:00 Uhr
wieder im Hotel eingetrudelt.
Morgen machen wir uns früh auf die Socken - Regen hin oder her. Wir wollen
in Hanksville frühstücken bei zwei sehr netten Mormonen-Damen, aber über die
erzähle ich Ihnen morgen. Die Fahrt geht dann durch das Capital Reef, auf
der berühmten 12 in Richtung Bryce Canyon - wenn das Wetter ok ist,
mit einem Abstecher ins Kodakchrome Basin. Ansonsten vorbei an allen
Touristen-Highlights bis in Richtung Kanab. Und dann schaun mer mal.......
09.10.2005 Fahrt von Green River via Capitol Reef und der berühmten "Canyon-Street"
12 nach Kanab
unsere heutige Route:
Da wir heute eine Mammutstrecke von über 300 Meilen geplant hatten, hieß es
früh aufstehen. Das Wetter war klasse - wolkenloser Himmel. Kein Wunder,
wenn Engelchen reisen....
Unseren ersten Stopp machten wir in Hanksville, an die 40 Meilen südwestlich
von Green River. Dort stand -Frühstücken- auf dem Plan. Hanksville ist ein
guter Übernachtungs-Knotenpunkt für die südlichen Routen von Utah, egal ob
es auf Strasse oder Schotter sein soll. Dort gibt's ein Motel, das auch
Internetanschluss hat. Und in Hanksville gibt es einen RV-Park mit
anhängendem Restaurant, das von zwei bezaubernden Mormonen-Damen geführt
wird. Sie sind anders als Kellnerinnen üblicherweise- kein bisschen
professionell. Eher so wie eine besorgte Mutter, die ihre Kinder auch gut
abfüttert sehen will. Man bekommt dort richtige Kaffee-Tassen mit
Untertassen, keine hässlichen Becher, selbst gemachte Marmelade im Schälchen
und mit Essens-Portionen für richtig Hungrige. Und besorgt bringt man auch
sofort einen "Doggy-Bag" falls der Teller nicht leer geputzt ist. Und die
Preise sind auch sehr zivil für amerikanische Verhältnisse. Und wie gesagt,
man fühlt sich dort wohl, weil man umsorgt und gehegt wird. Wir auch.
  
Die Fahrt ging dann weiter auf der -Scenic by way 24- durch ein namenloses,
fantastisches Gebiet mit bunten Hügeln, tief eingeschnittenen Bächen und und
und...
  
  
Und das alles lange vor dem wiederum unschlagbar schönen Capitol Reef NP -
ist mein persönliches Highlight in Utah. Da kann ich mich nicht dran satt
sehen. Auch hier gibt es übrigens sehr schöne "Petroglyphen".
  
  
Abstecher ins Hinterland vom Capitol Reef standen heute nicht an, machen wir
nächstes Jahr in Ruhe und eher im September. Weiter ging die Fahrt bis
Torrey und dort auf die berühmte -scenic by way 12- die man auch die Strasse
der Canyons nennt: "ESCALANTE STAIRCAIRS" Und so ist es auch. Und alle, die
diese Route schon gefahren sind haben erlebt, wie toll das Land sich
verändert - besonders wenn die Sonne scheint wie heute. Ich kann mit Worten
nix draufsetzen, deshalb sollen lieber die Bilder sprechen....
  
  
Ein kurzer Abstecher zum "Kodakchrome Basin" endete vor der dortigen
Ranger-Station. Ist ein State-Park und hätte 5 Dollar Eintritt gekostet. Da
es aber schon 15:00 Uhr war, hätte es nichts gebracht, auf die Schnelle da
durchzurauschen. Dafür ist der Park zu schön. Steht auch für nächstes Jahr
an. Bei der Gelegenheit: es gibt genügend gute und neue Motels auf der 12 -
auch hier vor dem Kodakchrome Basin in Cannonville. Auch in Tropic -
jenseits des Bryce Canyon, aber nur 2-3 Meilen entfernt, oder auch an der
Kreuzung der 89 auf die 12 und 10 Meilen vor Bryce gibt es neue Motels. Man
muss also nicht unbedingt das sehr teure Best Western am Bryce Canyon
nehmen! Hätten wir das gewusst, auch wir hätten anders geplant.
  
Fast am Ende der 12 geht es links ab zum Bryce Canyon. Auch den haben wir
geschlappert, weil wir erst letztes Jahr dort waren. Aber ein paar Bilder
von der Anfahrt zum Bryce von der Tropic-Seite aus habe ich als Einstimmung
für diejenigen, die noch nie hier waren, eingefügt. Und auch vom Red Canyon,
dem kleinen Bruder des Bryce Canyon, der am Fuße desselben liegt, hat Anni
ein paar Fotos eingefügt. Ist auch sehr schön dort, vor allem bei dem
heutigen Licht.
Danach wollten wir beide eigentlich nur noch runter nach Kanab, der Stadt
des wilden Westens Hollywoods.
  
  
Aber das ist eine andere Geschichte.....Morgen warten wir erst mal das
Wetter ab. Mittlerweile schneit es laut Wetterbericht bis fast runter nach
Page-Arizona. Und wir haben auch noch ein paar Höhen zu überwinden auf
unserem weiteren Weg in den Süden. Trotzdem können wir uns nicht beklagen,
das Wetter meint es gut mit uns. Für heute sind wir nur noch müde......
10.10.2005 Tour von Kanab über den Grand Canyon North Rim nach Page
unsere heutige Route:

Eine gute Nacht in unserem Holzhaus-Motel. Sonne weckte uns, aber es war
lausig kalt draußen und ohne Heizung wären wir bestimmt nicht sooo schnell
aufgetaut. Unser Motel gehört übrigens einem Stuntman-besser gesagt den
Erben, der früher für John Wayne Rollen übernommen hat. Bilder vom Hotel
samt Raum finden Sie im gestrigen Bericht im Fotoalbum.
Kurz noch ein bisschen was zu Kanab: dieser Ort atmet Wildwest und dieses
Klischee wird hier auch heftig gehegt und gepflegt. Viele der großen
amerikanischen Wildwest-Schinken entstanden hier und/oder in der Umgebung.
John Wayne, Steve McQueen und wie sie alle heißen, haben hier ihre Karriere
begonnen. Natürlich haben viele der "Kanab-Bewohner" geholfen, den
jeweiligen Film großartig zu machen und so spielten viele davon in den
unterschiedlichsten Rollen mit - siehe unseren Motel-Besitzer. Und natürlich
wurde auch ein Teil der Stadt Attrappe/Kulisse. Und die Spuren davon findet
man noch in einigen Hinterhöfen als eine Art Museum. Alles ist hier immer
noch ausgerichtet auf die Erfolge von damals. Und offensichtlich "verkauft"
sich das auch heute noch gut. Wir finden es im übrigen hier wunderbar und
sind gerne hier.

Gegen 9:00 verließen wir unser gastliches Quartier, in dem wir schon im
letzten Jahr mehrere Tage genächtigt hatten. Vor allem stand Frühstück an.
Und das war deftig, groß und sättigend. Danach tanken und dann unsere
Lieblingsbeschäftigung - shoppen. Ist dieses Jahr noch zu kurz gekommen. In
einem der klassischen Souvenirläden gibt es einen dieser berühmten
"Hinterhöfe" mit einige Kulissen aus der früheren Zeit. Und natürlich ließ
Anni es sich nicht nehmen, ein Pferdegespann zu kutschieren und ich habe
endlich mal einen Stuhl gefunden, der auch für mich zu groß
war....Anschließend noch ein Besuch im Visitor-center, vor dessen Tür immer
noch der Bulle mit den Filmrollen steht.

Dann aber ab in Richtung Arizona, das direkt "vor der Tür" liegt. Da das
Wetter stabil zu bleiben schien und wir mittlerweile temperaturmäßig auf
T-Shirt-Niveau zurückgekehrt waren, wollten wir auf der 89A in Richtung
North Rim des Grand Canyon und dann weiter an den "Vermillion-Cliffs" vorbei
nach Page.
Die Fahrt zum North Rim war noch möglich, die Zufahrt wird erst nächste
Woche wintermäßig geschlossen. Und die 60 Meilen dorthin waren für uns
langweilig. Vielleicht liegt es daran, dass alles eben ist, erst Wälder,
dann Hochwiesen, dann Wüste, dann nix. Vielleicht haben wir aber auch
einfach schon zu viel Tolles gesehen. Jedenfalls kamen wir nach einer
endlosen Stunde dort an. Alles ist auf nett getrimmt und die
Übernachtungshütten sind sehr ansprechend. Auch die Lodge mit ihrem
Aussen-Guck-Bereich und weiten Blick über den Grand Canyon war sehr
ansprechend. Leider stand das Licht nicht soo toll und ein kräftiger Wind
pfiff. Wir hielten uns nicht so sehr lange auf. Aber Anni bekam noch ihren
Cappuccino und ein paar Souvenirs. Mittlerweile war der Himmel mit dunklen
Wolken zugezogen und es wurde auch wieder kalt. Wir machten kurzen Prozess,
stiegen ins Auto und rauschten ab. Der South Rim - also der klassische
Touristenweg - ist unserer Meinung nach auch viel ansprechender. Dieser hier
ist bestimmt ein Traum für Wanderer.
  
  
Auf dem Weg zur Kreuzung der 89A überlegten wir ernsthaft, nach Kanab
zurückzukehren, da es eher nach Regen als nach Sonne aussah. Letztendlich
entschieden wir uns aber doch weiterzufahren nach Page - und das war gut so.
Die Sonne kam wieder und stand mal wieder traumhaft gut für tolles Gucken
und tolle Photos. Wir hielten uns dann auch dran mit Fotografieren. Zwar
meinte Anni mal zwischendurch, sie könne Berge versetzen bzw. Murmeln
verschieben. Aber ich drängte ein bisschen, weil ich das Wetter noch
ausnutzen und nicht Anni beim Schieben der Felsklötze helfen wollte.....
Einen kurzen Stopp machten wir noch an der Brücke über den Colorado River -
mal wieder am Colorado und an ganz anderer Stelle als dieser Tage. Aber die
Sonne stand schon ziemlich tief und die Farben leuchteten nicht mehr so
feurig. Sagen sollte ich noch, dass diese Alternativ-Route 89A auf jeden
Fall zu empfehlen ist, wenn man ein bisschen Zeit hat. Man fährt durch eine
Ebene an diesen wunderbaren "Vermillion-Cliffs" vorbei, die in ihrer Röte
und Wuchtigkeit wie eine schweigende Riesenwelt anmutet und die auch für uns
"Spielwiese" waren.......
  
  
Also machten wir uns endgültig auf die Socken nach Page. Es war bereits nach
17:30 Uhr und wir hatten an die 200 Meilen gefahren. Hier in Page haben wir
mal wieder im Motel 6 Quartier bezogen. Ist eines der neu gebauten Motels
der Accor-Hotel-Gruppe. Allerdings das erste das ich kennen lernte, das in
erdfarben-rot gestrichen war. Aparte Farbe.....
Morgen fahren wir die klassische 89 zurück nach Kanab. Dort bleiben wir
wahrscheinlich noch eine Nacht. Wir werden aufgrund des schlechter werdenden Wetters zurück durch den Zion NP nach St. George fahren und danach runter
Richtung Las Vegas. Aber warten wir's mal ab......
11.10.2005 Fahrt von Page zurück über die 89 nach Kanab
unsere heutige Route:
Ein sonniger, warmer Morgen erwartete uns heute morgen. Wir waren richtig
froh darüber, zumal wir gestern doch ein bisschen mit Frust ins Bett
gegangen sind. Page ist so ne große Stadt und mit allen führenden
Hotels/Motels versorgt. Aber es funktionierte für uns nirgendwo
Internet-Wireless, obwohl 2 Hotels damit warben. Auch AOL hält sich bedeckt
und hat nicht einmal eine einzige Tel. Nr. in Page. Ärgerlich auch für Sie,
da Sie den täglichen Bericht nicht vorfanden. Aber heute ist das alles
anders......
Wir also nach einem selbst gebastelten Frühstück los - Frühstückseier stehen
momentan nicht mehr auf unserem Speiseplan, wird man auch schnell satt mit
den Eiern. Wir fuhren erst mal runter zum Glen Canyon Staudamm. Massig
Betrieb dort mit vielen Bussen. Und da dort immer noch diese alberne
Ganzkörperkontrolle von wegen Sprengstoff etc. vorgenommen wird, staute sich
der Besucherstrom auch in langen Schlangen nach draußen. Anni hat deshalb
nur ein paar Fotos vom Staudamm von der Besucherterrasse aus gemacht und
weiter ging es. Ein paar schöne Überblicke über den Glen Canyon hatten wir
dann doch noch an einem hübschen Aussichtsplatz nicht weit vom Visitor
Center entfernt gehabt.
  
Die eigentliche Tages-Überraschung fanden wir aber in "Big Water", einem
kleinen Ort auf der 89. Dort befindet sich das Visitor Center des "Bureau of
Land Management". Ein kleines, aber feines Center über Dinosaurier. Wir
waren mächtig überrascht, dort eine Ausstellung zu finden mit
Originalknochen von Sauriern, die man um die Ecke im Grand Staircase
Escalante-Gebiet ausgegraben hat und wohl immer noch gräbt. Ein Fachmann
erläuterte uns die Saurierarten, die man dort gefunden hatte, zeigte uns die
kleinen Patscherchen von 70 Zentimeter Durchmesser, ein paar Rippenknochen
in denen sich von der letzten Aller-Mahlzeit des Sauriers noch Zähne eines
anderen Tieres fanden und- als Highlight - ein 3-4 Meter langes Jungtier (!)
namens "Hadrosaurus" von dem ich noch nie gehört hatte. Hat ne gelbe Schnute
wie ne vergrößerte Ente und ist fast vollständig erhalten. An der Rückwand
innen drin ist sehr schön aufgemalt, welche Tiere/Knochen man bis 95
Mio Jahre alt gefunden und datieren konnte. Draußen stehen mehrere Arten von
"Drahtgebilden" von allen möglichen Sauriern/Getieren. Einen Besuch ist es
allemal wert. Und die neuen Erkenntnisse, die wir dort mitbekommen haben,
werden auch in unsere Planung für das nächste Jahr einfließen. Da können wir
also auch im "Escalante" Saurier gucken gehen - haben wir nicht gewusst.
  
  
Unsere weitere Fahrt war sonnig, verkehrsarm und von roten Felsen rechts und
links gesäumt. Abgebogen sind wir von der 89 in den " Johnson Canyon". Sah
gut aus, war aber nur ein Tal mit einer ausgestorbenen Stadt, aber echt!,
mit Longhorn-Rindern, mit vielen Pferden und hübschen Häusern im Schatten
der roten Felsen. Wir haben nach 10 Meilen gedreht, weil da nur noch ein
bisschen Landwirtschaft kam und sonst nichts rechts und links. In unseren
Karten haben wir später gesehen, dass die Strasse am Ende auf eine "Dirt-Road"
stößt und man auf dieser die "Pink Cliffs" abfahren kann. Nun ja....
  
Wir kamen dann wieder in Kanab an und haben erst mal die Berichte und Bilder
von gestern auf die Reise geschickt. Dann haben wir uns ein anderes Motel
mit
Wireless gesucht, das so ein bisschen Mexiko-Indianer-Stil, sowohl innen als
auch außen aufweist. Ganz nett und mal völlig anders, da aus Stein gebaut.
Da wir noch ein bisschen gucken wollten, sind wir eine Strasse etwas
außerhalb von Kanab abgefahren, die nicht in der Straßen-Karte aufgeführt
ist, aber den Namen "Kanab Canyon" bzw. "Angels Canyon"
heißt. Sie führt ursprünglich zu einem Reiterhof. Dort kann man
Reitertouren unternehmen und dort auch wohnen. Wenn man weiterfährt, landet
man automatisch wieder auf roter Erde und Sand. Und wir sind einfach mal
drauflos gefahren, zumal dort sehr viele Koppeln waren, wenn auch keine
Pferde. Schöne Strecke mit abenteuerlichen Felsformationen, sehr zerlöchert,
oder in Scheiben oder in Schichten, Verschiebungen oder Faltungen und alles
farblich in Erdtönen gemischt.
  
Irgendwann sahen wir linkerhand sehr viele riesige Windspiele, die im Wind
ihre Sphären-Musik erklingen ließen. Dazu ein Brunnen und viele Wege und Bäume und
Steinbänke. Erst dachte ich, das sei in 2.000 Meter Höhe der künstlerische
Platz eines Träumers. Irrtum!
Dieser Platz heißt "Angels Rest" und ist ein riesiger Tierfriedhof. Also so
was habe ich auch noch nie gesehen. Wir sind da durchgewandert, haben die
Gräber der Tiere mit und ohne Blumen, mit Bildern oder Kränzen oder als
Tafel an einem Windspiel befestigt, gesehen. Friedlich war es hier und nur
die Musik der Windspiele war zu hören.....

Als wir weiterfahren wollten, stellte Anni fest, dass ihr der Dollar-Packen,
den man so mit sich rumschleppt, bei
einem Fotostopp aus der Hosentasche gefallen waren. Wir sind nicht
weitergefahren, sondern haben gedreht in der Hoffnung, das Geld wieder zu
finden. Ich dachte, dass das unmöglich sei, weil mittlerweile viele Autos
vorbeigefahren waren und die Strecke bis zum Friedhof bestimmt 15
Meilen lang war. Und doch geschah das Wunder. Anni fand das Geld wieder. Es
lag, lose nebeneinander liegend und wie auf einer Perlenkette aufgezogen am Wegesrand. Sie
musste es nur noch einsammeln. Kaum zu glauben! Niemand hatte es aufgehoben.
Und der Wind hatte es auch nicht ins Gebüsch oder den Hang hinunter
geblasen.
Wir sind auf den Schreck hin zurück zum Motel. Und leider weiß ich nun immer noch
nicht, wohin der Weg nach dem Friedhof führte.....
Morgen werden wir weiterfahren durch den Zion NP und dann von dort
wahrscheinlich bis St. George. Aber es hängt mal wieder alles vom Wetter ab.
Lassen wir uns alle mal überraschen.....
12.10.2005 Fahrt von Kanab über den Zion NP und St. George nach Las
Vegas/Jean
unsere heutige Route:
Gut bei Indianers geschlafen, aber leider von schlechtem Wetter geweckt. Da
waren wir dann doch überrascht. Nun gut, kein Drama. Wir haben erst mal
wieder spartanisch gefrühstückt - ein "drüsches" Matschbrötchen und darauf
die letzten Scheiben von Chicken oder so was. Dazu einen Becher lauwarmen
Kaffee. Und bevor ich den Tag beschreibe, noch eine Ehrenrettung für uns:
Zwar fotografieren wir oft eine Mahlzeit oder beschreiben ein Restaurant
oder ähnliches. Das tun wir in erster Linie für Sie, um Ihnen zu zeigen, was
man hier so essen kann. Aber meist ist es die einzige Mahlzeit, die wir so
verputzen. Abends gehen wir kaum essen, meist essen wir nur einen Joghurt.
Und wenn gefrühstückt wurde, dann gibt's mittags ein Matschbrötchen mit
Philadelphia drauf. Oft auch nur Obst. Und haben wir nicht gefrühstückt,
dann gibt es mittags was Gescheites - wenn es möglich ist, so wie z.B.
heute. Also keine Sorge, wir leben hier eher spartanisch und zunehmen können
WIR hier nicht sooo doll.....
Wir machten uns also auf den Weg in den Zion Nationalpark. Ist nicht so weit
weg von Kanab - an die 30 Meilen. Man könnte sogar noch die "Coral Pink
Dunes" mitnehmen, die auf dem Weg liegen und durch eine Schleife wieder auf
die Hauptstrasse zurückführen. Sind große Sanddünen, die ganz nett anzusehen
sind. Ist ein State Park und kostete letztes Jahr 5 Dollar Eintritt.
Aufgrund des trüben Wetters sind wir direkt durchgefahren. Also überrascht
war ich dann doch über den Betrieb auf dem Weg in den Zion. Wie auf der
deutschen Autobahn. Jede Menge Busse und eilige Touristen in vielen
Autos. Man merkt, dass in Europa Herbstferien sind, und man hört es
auch.....
  
  
Der Zion NP war bei uns nicht Liebe auf den ersten Blick, eher auf den
Dritten. Aber es ist auch hier immer wieder faszinierend, durchzufahren.
Wenn man von Richtung Bryce Canyon kommt, dann ist der erste Teil eigentlich
der schönere für uns. Diese toll abgeschliffenen Felsen in schillernden
Farben, dazu jetzt die Herbstfärbung der Bäume -toll, auch ohne Sonne. Nach
den beiden Tunnels werden die Berge dramatisch und riesig. Und die vielen
Steilkurven tragen ihr übriges dazu, alles überdimensioniert zu empfinden.
Im Tal gibt es ein Visitor-Center, groß, informativ und Abfahrts-Station des
Shuttles ins für PKW/Busse gesperrte Tal. Ist ein Paradies für Wanderer. Das
Visitor-Center selbst ist aufgeteilt in eine Ranger-Station, an der man
besonders ausführliche Wander-Informationen erhält und einem
Verkaufsbereich, der ausgesprochen gut sortiert ist mit allem möglichen
Material. Wir haben uns dort z.B. noch 2 DVD´s gekauft, die wir nirgendwo
anders gesehen haben.
  
Auf der Weiterfahrt Richtung St.George bzw. der I-15 kommt man zwangsläufig
durch kleinere Ortschaften, die sich ganz dem Tourismus verschrieben haben.
Darunter aber auch ein Rock-Shop mit wirklich ausgefallen schönen Steinen.
Und da Anni sich da ja bestens auskennt und auch nie genug kriegen kann -
wenigstens von Gucken - mitnehmen ist zu schwer fürs Gepäck, sind heute auch
ein paar Bilder "einheimischer" Steine als Fotos dabei. Vielleicht für
andere Hobbysammler interessant??
  
  
Weiter ging die Fahrt nach St. George, der letzten großen "Bastion" in Utah,
bevor es via Arizona nach Nevada geht. Diese Stadt ist wirklich quirlig und
man findet auf kleinstem Raum alle die Geschäfte, die sonst verstreut oder
an den Ausfahrtsstrassen liegen. Unterwegs dahin knurrte mir der Bauch und
ich malte mir aus, wie es wäre, mal endlich ein "Golden Corral" - Buffet
-Lokal zu finden um mal wieder satt zu werden.... Und, kaum zu glauben, in
St. George gab es tatsächlich eines dieser Kette. Wir also rein. Ohne mit
der Wimper zu zucken stufte uns der Kassierer als Rentner ein und wir
zahlten nur 5,99 Dollar pro Nase fürs Essen. Und in diesem Laden ist es
leicht, bis zum Platzen satt wieder raus zukommen. Üblicherweise wird hier
ein bombastisches Frühstück geboten, ein Mittagessen und nahtlos ab 16:00
das Abendessen. An manchen Tagen gibt es "Specials" wie Lobster & Shrimps
oder Steak & Fish oder sonst was. Diese Auswahl heute Mittag - da fehlt
wirklich nix, sogar Pizza gibt es. Müssen Sie mal ausprobieren, wenn dieser
Laden mal auf Ihrem Weg liegen sollte. Für die anderen: Anni hat Fotos vom
Lokal gemacht......

Da es erst 14:00 Uhr war, sind wir dann doch durchgefahren nach Las Vegas -
sind nur schlappe 100 Meilen weiter. Unser bevorzugtes Casino-Hotel ist das
"Golden Strike" in Jean - liegt südlich direkt an der I-15. Es ist nur 15
Minuten vom Strip entfernt, bietet ebenfalls das "volle Programm", kostet
aber nur 30 Dollar die Nacht fürs Zimmer zwischen Sonntag und Donnerstag -
am Wochenende 49 bzw. 69 Dollar plus Tax.. Wir haben für 9 Nächte gebucht.
Wir waren letztes Jahr schon hier (für 20 Dollar die Nacht!). Und wir haben
es auch damals nicht bereut. Wenn man den ganzen Tag am Strip die Füße platt
gelaufen hat, ist es schön, abends in ruhiger Gegend die Füße hochzulegen,
an der Bar ein kostenloses "Corona" zu schlappern, ein bisschen zu zocken
und mit netten Truckern nette Gespräche zu führen. Man erfährt doch da so
einiges über das wirkliche Leben in den USA.
  
Das Wetter ist hier im übrigen wieder sonnig. Wir werden morgen natürlich an
den Strip fahren und einen kleinen Film über einige Hotels und den Strip als
solchen filmen für zu Hause. Es ist schwer, diese Stadt zu Hause zu
beschreiben - sie ist so verrückt. Ich werde Sie natürlich auf dem Laufenden
halten. Auch was wir hier noch so alles planen - obwohl erst mal NIXTUN
angesagt ist.......
13.10.2005 Schnupperkurs Las Vegas
heute erstmal ohne Karte.....
Ein sonniger Tag nach einer etwas unruhigen Nacht. Draußen ist ein
Truckerplatz und da ist es ein bisschen lebhaft, wenn die Jungs von dannen
ziehen. Ein Zimmer im Nordtower hätten wir lieber gehabt, aber der wird
komplett "remodelt" und so ging nur ein Zimmer im Südturm mit Blick auf den
Pool oder mit Blick in die Wüste aber mit Motorengeräusch. Ich denke, da
gewöhnt man sich aber schnell dran, zumal das wohl nicht jede Nacht so sein
wird.
Festgestellt haben wir dann auch heute morgen, dass wir hier wieder
Los-Angeles-Zeit haben, also jetzt wieder 9 Stunden Differenz zu
Deutschland. Und festgestellt haben wir auch, dass hier nicht nur die
Zimmer 10 Dollar teurer geworden sind, sondern auch das Frühstück. Letztes
Jahr kosteten 3 Eier mit Toast und Hash Browns 1,99 Dollar! - jetzt 2,99
Dollar. Das sind immer noch Preise jenseits von Eden, aber auch hier in
LV/Jean wird eben alles teurer.
Lustig war es gestern noch mit der Zimmerreservierung. Im Internet hatte ich
gesehen, dass die Zimmer 29 Dollar (plus Tax) kosten. Da wir aber nicht
wussten, ob wir gestern oder heute hier eintrudeln, habe ich nicht online
gebucht. An der Rezeption gestern teilte man mir dann mit, ich könne nur
noch maximal 7 Nächte bleiben und die Zimmer würden 39 Dollar kosten. Ich
habe mir die Telefonnummer der Hotel-Reservierung geben lassen - das macht
die Managerin höchstpersönlich, die hinten im Büro sitzt. Ich also
angerufen, musste sehr, sehr lange warten und konnte dann problemlos meine
9! Nächte reservieren zum Preis von 29! Dollar (Ausnahme Freitag und
Samstag, kosten mehr.). Dann sind wir wieder hin zur Rezeption und haben
alles klargemacht. Also umständlicher gehts nimmer. Aber es hat halt
geklappt und das war letztendlich entscheidend. Sollte sich also jemand nach
hier verirren - bitte online buchen:
www.stopatjean.com. Geht auch von Deutschland aus!
Heute morgen also nach dem Frühstück sind wir zu einer ersten
Erkundungsfahrt in die Stadt - sprich LV aufgebrochen. Auf dem Weg dorthin
haben wir Halt gemacht an einem Licor-Store. Dieser Laden hat nun aber auch
alles, was man je so trinken kann. Hunderte Flaschen Weine, sortiert nach
Ländern, viele deutsche Biere - auch z.B. Warsteiner, auch Grolsch für die
Holländer. Und natürlich Schnaps - ich kann es nicht fassen, welche Mengen
hier standen. Sogar Jägermeister in einer 3-Liter!-Flasche. Und natürlich
auch klare Schnäpse wie Aquavit oder Ouzo. Also, falls mal jemand was
anderes trinken will als "Cocktails" - hier wird er fündig!
Auf dem Strip selbst hat sich nicht viel getan. Ein bisschen ist
dazugekommen seit dem letzten Jahr, "Casino-Wynn" ist ja jetzt auch
zugängig. Und einige unbekannte Hotels sind im Bau und werden 2006 eröffnet.
Schön fand ich nur das " South Coast", etwas außerhalb am unteren Strip und
das " Red Canyon", das riesig ist und weit oben auf der "Charleston Strasse"
im Stadtteil Summerlin, mit direktem Blick auf die Red Rocks, die als State
Park direkt vor LV´s Toren liegen. Ist vielleicht ganz gut, große
Hotel-Casinos mal an den Rand der Stadt zu verlagern, um das ganze zu
entzerren.
  
  
Einen Happen gegessen haben wir mal wieder im Bio-Laden " Whole Foods"
-analog zu Monterey am Anfang der Reise. Es ist erstaunlich, wie viele Leute
hier einkaufen, bei doch recht hohen Preisen- 150 Gramm Blue Cheese-Käse
8,50 Dollar! und wie viele hier z.B. ihren Lunch zusammenstellen, z.B. als
Salat. Alle Tische drinnen und draußen, die das Kaufangebot ergänzen, waren
besetzt. Ob die Amerikaner ihrer eigenen Gen-Kost nicht mehr trauen? In
jedem normalen Supermarkt wäre es um ein vielfaches billiger gewesen.
Übrigens - auch der Kaffee dort schmeckte mir besser als der bei "Starbucks".
Das Angebot ist riesig - und ich denke, trotz Bio zeigt sich auch hier die
riesige Verschwendungssucht bzgl. Lebensmittel und deren riesige Mengen
davon, die die Amerikaner ja als normal empfinden.
  
  
Danach haben wir den Tag beendet. Schließlich wollten wir ja heute
faulenzen. Und heute Abend gehen wir ein bisschen zocken und quatschen. Ach
ja, die von Anni gefertigte 2. und 3. Serie der heimatlichen Postkarten
konnten wir heute endlich bei "Target", einem Klamottenladen, ausdrucken
lassen. Das Ergebnis sehen Sie folgend.......
 
Morgen geht's wieder rund. Wir werden uns kontinuierlich durch die Casinos
arbeiten. Anfangen werden wir bei Mandalay und bis max. New York - New York.
Und ich werde Ihnen dann bestimmt Amüsantes zu berichten haben.......Morgen
gehts weiter mit der 7. Woche.

Hier lesen Sie die Berichte der 7. Woche
14.10.2005 Ein Trip in die Casino-Welt von Las Vegas
unsere heutige Casino-Tour:

Heute morgen sind wir beizeiten - ohne Frühstück - auf die Piste
gegangen. Wir hatten uns vorgenommen, 4 nebeneinander liegende
Hotels abzuklappern und im Mandalay zu frühstücken - bzw. zu
Brunchen. Das kann man dort ab 11:00 Uhr. Bei den Entfernungen
innerhalb der einzelnen Casinos und dann noch den Wegen von-bis und
falsch gelaufen, braucht man viel Zeit! Ist ein empfehlenswerter
Trip für Wander-Erprobte oder Menschen mit guter Kondition und
Ausdauer. Wir hatten am Ende unserer Tour beide Schuhgröße 50! - das
nur schon vorweg genommen!
Vor dem Trip nach LV haben wir lediglich der hiesigen Dorf-Post noch
einen Besuch abgestattet mit den letzten Postkarten-Heimat-Grüssen
an die Lieben daheim. Getankt haben wir auch - und kaum zu glauben,
hier geht es auch für 2.65 Dollar!
Geparkt haben wir im kostenlosen Parkhaus des New York- New
York-Hotels. Der Übergang liegt in der 3. Etage und wir fanden ein
Plätzchen in der 4. Etage und konnten so flott und ohne den
unvermeidlichen Aufzug ins Hotel runter.
Ob wohl es erst gegen 9:30 Uhr war, brummte der Laden schon. Nicht
nur Zocker bevölkerten das Casino, auch Scharen von Touristen mit
ihren Trolleys bevölkerten die Rezeption. Es ist nicht nur Freitag,
sondern auch irgendwie eine Art von Ferien der Amis. Es sind so
viele da...
Wir kämpften uns durch und suchten eigentlich den Übergang zum
Excalibur. Dorthin geht eine breite Stein-Brücke mit wundervollen
Blicken auch auf die anderen Hotels ring herum. Warm war es schon
wieder und es wird heute laut Wetterbericht so um die 35 Grad
Celsius. Während das New York - New York den Stil von Manhattan und
seinen Hochhäusern, einschließlich der Freiheitsstatue
repräsentiert, ist das Excalibur ein etwas älteres Hotel mit dem
Aussehen und der Masche von Ritterspielen, die auch allabendlich
stattfinden. Innen drin sind alle Casinos ähnlich. Es klappert und
rappelt und klingelt und quietscht - je nachdem an welcher Maschine
man gerade sein Glück versucht. Dazu dann noch die Zocker-Tische für
Karten- und Würfelspiele. Und viele Geschäfte, Kneipen, Restaurants,
Buffet -Läden und natürlich jede Menge Souvenirläden. Und alle haben
mächtig zu tun.
Einerseits gibt es bereits Spiel-Automaten, die man mit 1(!)-cent
spielen kann, andererseits wird viel Geld in den Läden gelassen,
beim Kauf sowohl von Souvenirs "Made in China" als auch beim Kauf
hochwertiger Klamotten. Mit anderen Worten, ein richtiger Basar. Und
dann nicht zu vergessen, die Abfütter-Tempel. Und da ist sich keiner
zu schade, egal ob McDonald oder Burger King, oder Pizza Hut und wie
sie alle heißen
  
   
Aber ich will nicht lästern. Las Vegas ist eben eine
Business-Maschine, die 24 Stunden lang funktioniert - mit allen
Mitteln. Und für die Touristen ist es schön und bequem und
interessant. Ach ja, es gibt natürlich als Abend-Unterhaltung jede
Menge Shows in allen Hotels. Und seit Siegfried und Roy nicht mehr
die unbestrittenen Platzhirsche sind, kommt auch Abwechslung in die
Angebote. Nicht nur Sangeskünstler reichen sich hier die Hand, auch
Zauberkünstler erster Güte und mittlerweile 3 verschiedene Shows des
berühmten "Cirque de Soleil". Sind auch meine persönlichen
Favoriten. Las Vegas ist eine Stadt - und da meine ich in erster
Linie den "Strip", wo man 14 Tage durchmarschieren könnte und
trotzdem nie fertig würde. Und da muss man nicht mal Zocker sein.
Apropos Zocker. Auch hier macht es Sinn, Member im Casino zu werden.
Manchmal bekommt man für die Mitgliedschaft so genannte "Give a ways",
also kleine Geschenke und sei es nur eine Kappe des jeweiligen
Hotels. Wir haben letztes Jahr unsere "Member-Tour" durchgezogen.
Zu Las Vegas kann und könnte man vieles erzählen und sicher sieht
das jeder anders. Wir haben es folgend irgendwie geschafft, ins
Excalibur zu kommen. Auch dort war es rappelvoll und wir dachten
uns, es würde vielleicht Sinn machen, lieber mit der Tram-Bahn zu
fahren um erst mal ins Luxor zu kommen Wir also mit viel durchfragen
zur Tram gefunden (die Tram ist eine private Bahn, die die Hotels:
Excalibur - Luxor - Mandalay kostenlos miteinander verbindet).
Unsere Tram fuhr allerdings am Luxor vorbei direkt ins Mandalay. War
uns sehr recht, denn wir hatten beide mächtig Hunger.
Das Mandalay ist schon eine Klasse für sich. Es ist nicht nur
momentan das erste Hotel-Casino am südlichen Strip, es ist auch
riesengroß. Und es hat ein zusätzliches Haus für Veranstaltungen, in
dem z.B. große Boxkämpfe stattfinden - die Klitschkos waren auch
schon hier.
Trotzdem wirkt hier im Hotel/Casino alles friedlich, gediegen,
elegant und übersichtlich. Dazu auch zwischen dem ganzen
Automatengeklappere Ruhezonen und auch kleine Cafe´s. Hier gibt es
sehr viele erstklassige Restaurants (auch eines von Wolfgang Puck)
aller Geschmacksrichtungen. Auch eine kleine kostenlose Lesecke, wo
man sich ein Buch ausleihen kann und einfach bei ´ner Tasse Kaffee
liest. Und nicht zu vergessen, ein "Shark Reef" in dem man für 16
Dollar Eintritt eine kleine, aber feine Unterwasserwelt vorfindet,
mit Haien und allem möglichen Getier. Sehr empfehlenswert, wenn auch
in keiner Weise vergleichbar mit einem Aquarium.
  
  
Wir wollten nur an dem ausgezeichneten Büffet Frühstücken und
gleichzeitig Mittagessen. Das ganze ist nicht ganz billig - 15.50
Dollar plus Tax pro Person. Aber auch hier ist der Service top. Eine
richtige Serviette, anständiges, stabiles Besteck und eine
unendliche Auswahl an Speisen. Wir haben Ihnen mal unsere Teller
fotografiert mit einer bescheidenen Auswahl. Anni hatte z. B.: Lachs
geräuchert und gedünstet, Heilbutt, Hering in Sahnesoße,
Jacobsmuscheln, Forelle; ich habe es nicht mit Fisch, deshalb eine
kleine Fleischauswahl: Kasseler, feinstes Steak, italienisches
Chicken und chinesische Fleisch mit Broccoli. Danach war ich
piepesatt. Puter, Pizza, Salatbar, ein riesiges Kuchenbüffet, Obst
bis zum Abwinken und natürlich auch Softeis waren nur ein kleinerer,
weiterer Teil.
Die Kellnerin war so was von eilfertig, hilfsbereit und
zuvorkommend, das man sich richtig wohl fühlte. Und eigentlich hätten
wir auch bis zum Dinner um 16:00 Uhr sitzen bleiben können und dann
weiter essen, es hätte vermutlich keinen gestört.
Klar war uns, dass wir nach diesem opulenten Mahl die berühmten
1.000 Schritte gehen mussten. Und das taten wir denn auch. Dieses
Hotel ist wirklich Spitze. Und wir überlegen ernsthaft, nächstes
Jahr vielleicht mal 1-2 Nächte dort zu verbringen. Ist in seinem
inneren Bereich - auch trotz der vielen netten und ausgefallenen
Kneipen - immer noch ein gepflegter Ruhepool, bei aller Hektik und
Quirligkeit rings herum.
Von Mandalay sind wir dann letztendlich doch zum Luxor rüber
gegangen. Dies geht hier hervorragend mit Endlos-Laufbändern und so
konnten sich unsere mittlerweile qualmenden Socken ein bisschen
abkühlen.
Das Luxor ist ein Kapitel für sich. Wir waren dort mal vor vielen,
vielen Jahren. man konnte damals mit einer "Barke" im Inneren der
Pyramide auf einem künstlichen Fluss rumgerudert werden. Das geht
heute leider nicht mehr (ob die Ruderer alle ins Venetian
abgewandert sind und dort lieber Gondeln rudern?). Aber bombastisch
ist dieses Haus immer noch. Es ist - wie gesagt - eine Pyramide, von
außen ganz in schwarzem Glas und auf der höchsten Spitze einen
Laserstrahl, der des Nachts symbolisch die Sterne erreichen
soll......Innen gibt es an allen 4 Ecken einen Aufzug, der natürlich
schräg nach oben fährt. Und es ist schon ein toller Blick aus einem
der obersten Stockwerke nach unten in das Leben und sein
Automaten-Geklappere. Selbstverständlich finden Sie auch viel und
vieles über das Leben im alten Theben in Form von Pharaonen und
Steinlöwen. Dazu ein ausgefallenes Buffet-Lokal, das aus mehr
ägyptischen Säulen im Innenbereich besteht als Büffet-Tische da
sind. Es gäbe vieles zum Innenleben des Luxor zu sagen. Letztendlich
aber ist es auch nur ein Casino-Hotel. Aber TOLL! Vielleicht sollten
Sie dort mal nächtigen, wenn Sie es nicht schon getan haben.....
  
  
Vom Luxor sind wir dann zurück - wieder auf Laufbändern - Gott sei
dank !- ins Excalibur. Und von dort mehr oder weniger direkt zurück
ins New York - New York. Dieses hatte sich seit dem Morgen noch mehr
gefüllt und nun klapperte und klimperte es an allen Ecken. Da es
dort eine "Strasse" gibt, in der man Essen, Trinken, Kaffee trinken,
Eis essen oder echten irischen Whiskey trinken kann, waren natürlich
viele Menschen in diesem Bereich und es war richtig lebendig dort -
im Gegensatz zum frühen Morgen.
  
  
Da es gut gegen 16:00 Uhr ging, hatten wir aber keine echte Lust
mehr und machten uns auf den Heimweg nach Jean. Welch eine
himmlische Ruhe empfing uns hier - kaum Trucker, noch weniger
Casinobesucher - kurz, richtig langweilig. Genau das richtige für
uns zwei erschöpfte, mit zu großen Füssen ausgestattete ältliche
Ladies.... Nun sitzen wir hier, kühlen unsere Füße von innen mit
eiskaltem Chemiebier und diskutieren, welche Casinos wir morgen mit
unserem Besuch beehren..... die Diskussion ist noch nicht zu Ende,
lassen Sie sich mal überraschen.......
15.10.2005 Las Vegas
unsere heutige Casino-Tour:
Welch ein herrlicher Tag! Draußen ist der Himmel bedeckt und es sind nur 28
Grad Celsius. Eingedenk der qualmenden Socken von gestern, wollen wir heute
alles anders machen. Und unser leichter Muskelkater in den Waden erinnert
auch an die vielen Kilometer, die man so zusammenläuft.
Wieder ohne Frühstück machten wir uns kurz nach 9:00 Uhr auf die Socken. Wir
fuhren bis "Travelodge". Das ist eine ältere Ausgabe der Hotelkette. Dafür
praktischerweise am Strip gelegen, in der 2. Reihe wie im Hinterhof. Dort
konnten wir erst mal in Ruhe parken. Unser erster Gang war dann der Chinese
um die Ecke, bei dem man hervorragend und preiswert Souvenirs kaufen kann.
Dort wurden wir wie immer fündig. Dann aber wurde es ernst. Ein Stückchen
weiter "nördlich" an der Ecke liegt das Harley Davidson Cafe. War leider
noch geschlossen. Wir sind dann "südlich" Richtung MGM-Grand gegangen, nicht
ohne noch weitere Souvenirläden abzuklappern. Der wichtigste Laden auf dem
Weg ist allerdings "Coca Cola"- nicht zu übersehen durch eine riesige Coca
Cola Flasche. Auch dort haben wir wieder fleißig eingekauft.


Allerdings nagte da schon der Hunger an und in uns. Neben Coca Cola gibt es
so einen Laden mit mehreren "Fress-Tempeln" wie Burger King,
Wienerschnitzel, Asian Kitchen usw. Ich war allerdings auf ein anständiges
Büffet eingestellt und nicht auf Fast Food. Und das MGM-Grand lag quasi vor
unserer Nase. Wir also los, denn es war mittlerweile dann doch nach 12.00
Uhr. Anni wollte erst die Löwen gucken, die als Hotel-Attraktion mittenmang
im Casino "ausgestellt" waren. Und gerade spielten auch 2 Trainer mit den
weiblichen Junglöwen und alle guckten und guckten.
  
  
Ich wollte nur zum Buffet und stellte mich da einfach an. Für das "Rainforest
Cafe" hatte ich keinen Blick übrig. Vor mir standen bestimmt 20 Leute und
ich hoffte, nicht allzu lange warten zu müssen. Bis mich Anni sehr unsanft
aus meinen Essensträumen riss: Da heute Wochenende ist, sollte das
Lunch-Buffet 20 Dollar plus Tax kosten. Ist ein Wucherpreis. Und so war es
wieder nix mit essen. Ich wurde langsam ungnädig, gebe ich zu. Es ist nix,
morgens nichts zu essen. Manchmal, so wie heute, klappt es eben nicht mit
Buffet. Und Fast Food wollte ich immer noch nicht.
Langer Rede kurzer Sinn. Wir gingen zurück zum Auto und fuhren ins
Hofbräuhaus. Wo das war wusste ich, und da Anni schon seit Tagen mit ihrem
Sauerkraut rumknatscht, war das die Lösung allen Hungers.
Das Hofbräuhaus wurde letztes Jahr eröffnet. Außer dem Bier und dem Essen,
das original eingeführt wird, ist nichts Deutsch. Beim Gang ins Restaurant
begegnete mir ein sehr wohlgenährter Tuba-Bläser in Sepplhosen. Ich wollte
ihm den Vortritt lassen mit seinem schweren Gerät und sprach ihn in Deutsch
an. Worauf prompt kam, dass er Amerikaner sei und kein Deutsch könne. Als
ich ihn fragte, wie er es denn mit dem deutschen Bier halte, deutete er auf
sich und sagte: "Very Good". Kann ich bestätigen - in der Zeit in der wir
dort waren, hat er dienstlich (! )3 Maßkrüge geleert und weitere, von
amerikanischen Gästen spendierte Gläser standen noch voll da rum! Im übrigen
spielte auch ein Alphornbläser die amerikanische Nationalhymne, worauf alle
Amerikaner frenetisch klatschten. Für mich klang das nicht sehr
gelungen.....
Anni bekam ihre Nürnberger Rostbratwürstchen und ihr Sauerkraut und ich nahm
Leberkäse mit Kartoffelsalat. 10.95 Dollar fand ich zwar happig, aber da 1
Liter Bier 12,95 Dollar kostet (letztes Jahr noch 9.95 Dollar), war das noch
fast geschenkt. Geschmeckt hat es allemal und richtig satt geworden sind wir
auch.
Der netten tschechischen Empfangsdame habe ich noch ein paar Speisekarten
abgeschwatzt. Denn schließlich ist momentan "Oktoberfest" bis zum 31.10. und
Siegfried von Siegfried und Roy hat "o´zapft". Und das ist in einem
Sonderblatt dokumentiert. Das Hofbräuhaus finden Sie übrigens nur wenige
Strassen vom Strip entfernt (Harmon Street, das ist die direkt am Harley
Davidson Shop)! Man nennt das Hofbräuhaus hier auch: Bavarian Restaurant!
  

Danach mussten wir natürlich wieder Bewegung haben. Schräg gegenüber vom
Hofbräuhaus befindet sich das "Hard Rock Cafe" - und nicht nur das, sondern
auch ein Hotel und ein Casino. Dürfte wohl auch einmalig in dieser
Kombination auf der Welt sein. Wir waren natürlich auch im Casino, haben ein
bisschen fotografiert. Anschließend wollten wir im Cafe selbst einen
leckeren Cappuccino trinken. Aber das war wohl nix. Der Laden war brechend
voll mit Lunch-Gästen. Allerdings kamen wir uns altersmäßig auch ein
paar Monate zu alt vor. Also haben wir auf den Cappuccino verzichtet, den es
eh nicht gab......
  

Weitergefahren sind wir dann noch ins Las Vegas Outlet. Dort bekamen wir
unseren Cafe. Das Outlet selbst ist nicht der Brüller - finde ich. Gut, es
gibt ein paar große Namen wie Hilfiger und Samsonite. Aber sonst waren das
eher unbekannte Geschäftes-Namen, die auch einige Markenprodukte führten,
besonders im Schuhbereich. Ach ja, Wrangler und Nike waren auch da. Aber
voll war es trotzdem. Viele Mexikaner aus Las Vegas waren auf den Beinen.
Und gekauft wurde reichlich. Wir haben nichts gekauft. Vielleicht waren wir
zu müde. Oder es gab nichts Interessantes oder wir hatten einfach keine
rechte Lust mehr. Schließlich war es bereits nach 16:00 Uhr. Wir sind dann
nur noch für morgen früh Sandwich fürs Frühstück einkaufen gefahren im nahe
liegenden Supermarkt. Ist nix, hungrig irgendwo hinzufahren und auf Brunch
zu warten - siehe heute...
  
Und morgen bieten wir ja den Chat an und da bleibt hoffentlich keine Zeit
für Brunch - auch nicht hier im Casino. Wir werden morgen erst am späten
Nachmittag raus fahren und das folgende Nachtleben von Vegas einfangen - in
Foto und Film. Und vielleicht kriege ich ja dann doch noch meinen Show-Besuch
bei den "Chippendales" im Rio. Sie wissen schon, wen ich meine. Auch wenn
Anni meint, dafür wären wir nun wirklich zu alt........
Ich würde mich übrigens freuen, wenn Sie morgen mal in den Chat ab 19:00
Uhr deutscher Zeit reinschauen würden......
16.10.2005 Las Vegas
unsere heutige Casino-Tour:
Welch ein schöner Sonntag. Wir danken allen die mitgemacht haben beim Chat.
Wir haben uns sehr darüber gefreut.
Nach der Beendigung des Chat mussten wir die Putzfrau - sprich Room-Maid
hier reinlassen. Da sie aber ihren täglichen Dollar kriegt, war sie gnädig.
Wir sind dann in die Stadt gefahren über die Autobahn, weil wir noch mal
nach Wal-Mart wollten, mir eine weitere Jeans zu kaufen. Die sind hier
konkurrenzlos billig. Da steht zwar nicht Wrangler drin oder drauf, aber
dafür sind sie praktisch, mit Stretch und sehr preiswert. Mit 16.50 Dollar
ist man dabei. Und das ist das weiche Jeans-Material und nicht das unbequeme
"stonewashed", das so hart wird im Material.
Danach war dann doch wieder Lunch angesagt. Und da zufällig ein chinesisches
Super-Büffet gegenüber von Wal-Mart ist und wir letztes Jahr da schon mal
hervorragend gegessen haben, sind wir auch heute wieder hin. Sonntags haben
-neben dem klassischen Buffet auch "Fisch-Tag". Also fertige Scampis,
Shrimps zum Puhlen, Crabs zum Knacken und vieles Fischige mehr. Anni hatte
ganz glückliche Augen und den Teller voll. Allerdings war das nichts gegen
die Portionen, die die Mexikaner vertilgten. Mein Gott geht da was rein -
jedenfalls bei all denen, die um uns herum saßen. Das Lokal war rappelvoll
und 80% davon waren Mexikaner. Nein, Bilder vom Essen gibt's heute
keine.......
Nach dieser Mahlzeit war es nur logisch, wieder ein bisschen zu laufen. Wir
fuhren zum Wynn-Hotel. Das hat erst vor ein paar Monaten seine Pforten
geöffnet und wir waren natürlich neugierig, was da so abgeht. Das Parkhaus
ist in Level 2 zu empfehlen. Da geht die Parkhaus-Tür direkt zum
Casino hin auf. Als erstes erblickt man eine große
Ferrari-Verkaufs-Ausstellung. Und direkt dahinter/daneben die feinsten
Ferraris zum Gucken aus der Ferne. Aber Extrem-Preise haben die für die
Artikel- und so lange ich hier noch nicht meine Million gemacht habe, kann
ich da nicht einkaufen gehen.
Das Hotel sieht sehr elegant aus, überall Kronleuchter und viel Plüsch und
Pomp. Aufgefallen ist mir, dass hier vorwiegend Karten gespielt wird.
Automaten sind zwar auch da, aber längst nicht sooo viele. Und Geld wirft
man hier auch nicht mehr ein, sondern entweder eine Banknote oder man ist
Member mit knallroter Membercard und Kredit/Guthaben.
Klar, wir sind jetzt auch Member und hätten theoretisch 10 Dollar verprassen
können, die man als "Giveaway" bekam. Hätte man die verspielt, hätte es
Punkte gegeben und dafür hätte man wieder was gekauft und so weiter und so
weiter. Wir haben damit noch nicht gezockt - die Zeit und die Muße zum
Spielen haben wir einfach noch nicht gefunden und Zocker sind wir ohnehin
nicht. Natürlich gibt es auch einen Golfplatz und Außenanlagen und ein
Pool-Landschaft, Wasserfälle und was man so als Hotel heutzutage alles so
bieten muss. Und heute habe ich hier auch die erste Rund-Rolltreppe gesehen.
Wusste gar nicht, dass das technisch geht. Unsere Rolltreppen sind immer
gerade ausgelegt. Natürlich gibt es auch die Arkaden, in denen die namhaften
Designer sich die Ehre geben. Teuer natürlich. Gerne hätten wir uns die
Ausstellung mit der Sammlung an namhaften Malern angesehen, die Steven Wynn
schon seit 2 Jahren in Vegas hat. Hier wimmelt es vor Monet, Manet, Degas
und wie sie alle heissen. Aber dazu braucht man Zeit. Und die wollten wir
uns heute nicht gönnen. Aber es ist im Hinterkopf gespeichert. Und 6 Dollar
Eintritt für Lauf-Touristen sind dafür ein Spottpreis.
  
  
  
Natürlich gibt es auch hier im Hotel jede Menge Restaurants, Cafe´s und
diverse Shows im Angebot. Die allerbeste "Show" hätten wir uns gerne
angesehen, aber die ist erst im November. Da boxt der große Klitschko gegen
Rahmann!
Ach ja, 2 Dollar habe ich auch verzockt - bei Keno. Dabei ging´s weniger ums
Zocken als darum, die Stifte und die Gebrauchsanweisung in die Finger zu
bekommen. Und natürlich den Original-Wettschein. Hätte ich alle 10 Kreuzchen
richtig gehabt, dann hätte ich den ausgestellten Ferrari gewonnen. Aber ich
war nah dran - ich hatte 3 Kreuzchen richtig! Anni wird die Bilder dazu
morgen ins Fotoalbum nachreichen......
Und originale Spielkarten haben wir gekauft. Letztes Jahr konnte man in den
meisten Casinos auch noch originale Spiel-Würfel kaufen. Dieses Jahr ist es
fast unmöglich, welche zu bekommen. Sowohl die Karten als auch die Würfel
entwickeln sich in den großen Hotels zu einer sehr teuren Rarität. Meine
Ebay-Kunden werden dieses Jahr richtig traurig und enttäuscht sein.
Wenigstens die Chips gibt es noch zu kaufen.
Gegen 16:30 Uhr machten wir uns wieder auf den Heimweg. Zwar haben wir heute
nur das momentan größte Hotel-Casino "gemacht", aber morgen ist auch noch
ein Tag.
Morgen fahren wir ins Mirage-Parkhaus und klappern von dort das Mirage,
Treasure Island, das neue/alte Caesar´s und das Venetian ab. Danach haben
wir dann mit Sicherheit wieder Schuhgröße 58! .........
17.10.2005 Las Vegas
unsere heutige Casino-Tour:
Welch eine Überraschung heute Nacht um 3:00 Uhr: ein Wüstensturm fegte über
Jean. Es heulte, jaulte und pfiff ganz erbärmlich und an Schlafen war erst
mal nicht zu denken. Wir standen am Fenster und versuchten in der Dunkelheit
was zu sehen. War nicht viel, nur fliegenden Sand. Am Morgen bei Licht war
auch nicht mehr viel, nur die Luft hing voller Sandstaub. Das Wetter verhieß
allerdings nichts Gutes: schwarze Wolken hingen über den Bergen und Regen
kündigte sich an. Als wir gegen 9:30 Uhr Richtung Las Vegas fuhren,
schüttete es hier in Jean schon.
Wir hatten uns nur ein kleines selbst gebasteltes Frühstück gemacht, mit Saft
und Kaffee und Matschbrötchen, denn wir wollten uns einen späten Lunch im
Mirage gönnen.
  
Die Fahrt in die Stadt war wie immer: mal wieder unterwegs tanken, mal
wieder den Fliegern zusehen, die heute über die Stadt reinlandeten - das
bedeutet immer 10 Meter über der Strasse und knapp am Mandalay vorbei und
zusehen, dass wir ins Parkhaus vom Mirage kamen. Die Stadt ist noch immer
überfüllt und wenn dann der 4-spurige Strip auf eine Spur zusammengestrichen
wird wegen Bauarbeiten, dann dauert es lange....
Aber nichts desto trotz, um 10 Uhr begannen wir unseren Rundgang. Das Mirage
ist eines der älteren Hotels, aber mit viel Tradition behaftet. Wir haben in
verschiedenen Jahren dort genächtigt und ich muss sagen, mir macht es immer
wieder Spaß, dieses Hotel zu betreten. Es hat sich seinen besonderen Stil
und Flair erhalten. Auch ohne Siegfried und Roy ist es immer noch
Anziehungspunkt vieler Menschen aus aller Herren Länder. Und es sind sehr
viele Business-Leute darunter. Wir haben die Runde gedreht. Auch hier wird
an einigen Ecken gehämmert und gewerkelt. Es wird auch dem Mirage nicht
erspart bleiben, sich den modernen Gegebenheiten anpassen zu müssen. Heute
morgen hatten wir sogar Glück. Einer der weißen Tiger hatte "Frühschicht"
und so konnten wir einen Blick auf ihn werfen....
  
  
Nach gut einer Stunde sind wir weiter gezogen zum Caesars Palace. Dieses
Hotel hat ebenso viele Jahre auf dem Buckel wie das Mirage. Früher glänzte
es damit, dass es die erste "Shop-Meile" hatte und einen Himmel, der in
Intervallen den frühen Morgen bis Sonnenuntergang simulierte. Und wenn es
"dunkel" war, krächzte Bacchus und Konsorten plötzlich los, nach dem Motto:
Wein, Weib, Gesang. Es war immer eine Überraschung für Unwissende, dass
diese 5-6 Figuren sich plötzlich bewegten. Ist uns beim ersten Mal auch so
gegangen. Heute wird z.B. vom "Aladdin" gegenüber diese "Tag-Nacht"-Nummer"
kopiert.
   
Aber im letzten Jahr hat Caesars außer dem Casino, ganz groß umgebaut und
war noch nicht fertig gestellt, als wir hier waren. Um so neugieriger waren
wir natürlich, was sich da nun getan hat. Und ich muss sagen, wir waren
sehr, sehr überrascht. Der Eingang zu den Shop´s war eine Ecke weiter und
dafür so was von bombastisch, dass wir den Mund nicht zukriegten. Gestern
hatte ich meine erste "Rund-Roll-Treppe" im Wynn gesehen, hier waren es dann
direkt 4 Stück davon! Dazu eine 3-stöckige Halle, mit Säulen, Figuren,
Decken- und Wandgemälden, Wasserspielen und viel Platz für die ganzen Shops.
Beeindruckend. Und dann gab es da vom obersten Stock die normale Rolltreppe,
die einen nahtlos wieder in die alte Anlage überführte.
  
Der Unterschied, der dann folgte war der, dass Bacchus zwar immer noch
rumkrähte und alle Leute begeistert klatschten, aber dass dahinter nicht das
Casino wie früher anfing, sondern eine riesige Shoppingmeile neu angebaut
worden war. Es dauerte über eine Stunde, bis wir das Ende dieser
Shop-Strasse - in der sich natürlich sehr viele der Weltmarken mit z.B.
Klamotten, Schuhen, Uhren und Schmuck befanden, erreicht hatten. Dort befand
sich eine Art Rund-Aquarium mit ganz vielen, großen und kleinen flotten
Fischen. Es war bunt und lebhaft und viele Menschen saßen einfach vor den
Glasscheiben und schauten dem bunten Treiben zu. Daneben gab es natürlich
auch hier und "unterwegs" jede Menge große und kleine Restaurants - auch von
namhaften Köchen wie das "Spago" von Puck.
  
Der beste Renner aber am Ende dieser Runde war die Ausstellung von Ferrari!,
Maserati, Lotus, Mercedes, einiger Oldies und absolut ausgefallene
Motorräder. Ich kann nach diesem Trip in den neuen Bereich von Caesars nicht
sagen, dass "Wynn" besser oder aufregender ist. Caesars hat sich ungeheuer
gemausert, vor allem, wenn man den Vergleich zu früher ziehen kann.
  
Da auch ein "Colloseum" gebaut worden war, wollten wir nun wissen, wo es ist
und wofür es steht. Jetzt wissen wir es: Es ist die künstlerische Heimat von
Celine Dion, die hier ihre abendlichen Shows absolviert. Und wenn sie nicht
hier ist, dann kommt z.B. Elton John auf ein Gastspiel. Und die Leute
standen heute Schlange, um noch ein Ticket für die Show von Celine Dion für
heute Abend an der Tageskasse zu ergattern.
Es war mittlerweile 13:30 Uhr und das geplante Essen im Mirage fiel dem
Regen, der mittlerweile Las Vegas überschüttete, zum Opfer. Aber auch im
Caesars gibt es ein Büffet - klein, fein und auf Fisch-Esser ausgelegt. Pech
für mich, aber ich bin trotzdem satt geworden. Anni strahlte wieder: Crabs,
bereits fertig "gepulte" Shrimps, noch irgendwelche gut schmeckenden
Meerestiere und als Krönung auf dem selben Teller - wie ein Ami - Prime-Rib.
Ja, satt geworden ist Anni auch und Nachtisch passte nicht mehr in ihren
Bauch. Auch wenn das alles wieder nach Völlerei klingt - Essen ist ja auch
was Feines - das war´s dann auch für heute. Jetzt sitzen wir brav hier,
nuckeln am Chemiebier und gucken in die TV-Röhre.
  
Eigentlich wollten wir noch zum "Venetian". Aber das Wetter war so schlimm -
das Wasser stürzte förmlich vom Himmel. Muss man sich mal vorstellen -
mitten in der Wüste regnet es aus Eimern. Wir sind dann ein paar Meter durch
den Regen geflitzt, um wieder an den Durchgang zum Mirage zu kommen. Da es
bereits nach 15:00 Uhr war, beschlossen wir, es für heute genug sein zu
lassen. Anni wollte noch packen, einpacken, umpacken, zusammenpacken und was
weiß ich nicht noch alles. Wir zocken hier zwar nicht, oder nur ein
bisschen, aber einkaufen tun wir sehr wohl. Und das muss ja auch alles
verstaut und verpackt werden. Und Anni ist diesbezüglich die absolute
Meisterin (wie praktisch für mich.....).
Kaum waren wir durch den Regen fahrend gegen 16:00 Uhr hier in Jean endlich
eingetroffen, hörte es genau für 10 Minuten auf zu regnen. Aber kaum waren
wir in unserem Zimmer, das ging hier ein Gewitter ab, es war nicht zu
glauben. Erst regnete es senkrecht in Strömen und dann fiel im ganzen Ort
das Licht aus, nur der Notstrom im Hotel funktionierte noch. Ganz schön
gespenstisch. Ich war froh, jetzt nicht auf dem Strip zu sein, denn denen
stand unser Regen ja noch bevor. Jedenfalls ist es jetzt nach mehr als einer
Stunde "-Thunderstorm" draußen, wieder ruhig. Es ist kühl und die Luft
riecht richtig frisch. Auch der Wüsten-Staub der vergangenen Nacht ist
wieder weg aus der Luft. Und die Lampen brennen auch alle wieder.
Morgen wollten wir eigentlich ins "Valley of the Fire" fahren. Aber bei
diesem Wetter macht das wenig Sinn. Wir werden heute Abend noch überlegen,
was wir morgen unternehmen. Ich lasse mich auch mal überraschen......
18.10.2005 Regen - Gewitter und ein bisschen nasses Las Vegas
unsere heutige Casino-Tour:
Ich hatte es ja gestern schon gesagt: das Wetter ist lausig. Völlig
ungewohnt und für Las Vegas und Wüsten-Umgebung einerseits sicher gut wegen
des Wassers, aber schlecht für´s Geschäft.
Gestern Abend fand ich es noch aufregend, dass das Wasser senkrecht und fast
geräuschlos vom Himmel fiel - so wie bei uns Wolkenbrüche. Dazu ringsum
Gewitter. Aber als es sich die ganze Nacht dranhielt, war der Schlaf ein
bisschen kurz, zumal immer wieder zwischendurch regelrechte Stürme draußen
tobten. Heute morgen hätte es eigentlich hell draußen sein sollen, aber es
war weiterhin pechschwarzer Himmel und nur die Blitze zeigten, dass es
eigentlich schon Tag war. Stromausfall hatten wir auch einige Male.
Wir haben es trotzdem gelassen genommen. Bei sooo viel Urlaub sind auch ein
paar Regentage kein Beinbruch. Wir sind gegen 9:00 Uhr runter ins Casino,
bzw. zum Frühstücken gegangen. Und dann haben wir beschlossen, jeder 1
Dollar zu investieren und zu spielen. Anni spielte an dem 1-cent-Automaten
und ich spielte lieber Karten am Automaten. Und wie das Leben manchmal so
ist, wir üben gerade an unserer Million, die wir noch gewinnen wollen: Anni
gewann 12 Dollar mit ihren 1-cent-Dingern und ich 20 Dollar mit meinen
Karten. Somit hatte der Tag schon mal positiv angefangen. Und den Rest zur
Million schaffen wir auch noch........
Gegen 11:30 Uhr, als es gerade mal etwas weniger regnete, machten wir uns
auf die Socken in die Stadt. Es regnete und regnete und regnete auch dort.
Kaum ein Mensch auf der Strasse, selbst die Autoschlangen waren kürzer als
sonst. Der Flugverkehr lief wieder und die Casino-Reklame an all den großen
Häusern blinkte und blitzte auch tapfer - auch wenn kaum jemand da war, um
hinzugucken.
Wir fuhren direkt ins Parkhaus des "Venetian" und landeten so trocken im
Gebäude und erst mal in den unzähligen Shop-Arkaden. Witzigerweise fuhren
heute keine Gondeln. Wasser hätten sie doch wohl genug gehabt - und das auch
noch kostenlos.....Aber irgendwas Technisches stand heute im Weg und da war
es nix mit der Gondelage innen und außen. Es hielt aber die Touristen nicht
ab, trotzdem die Restaurants zu bevölkern, den Minnesängern zuzuhören und
die Zauberer und Jongleure zu bewundern. War auch ein schöner Anblick.

Wir bewunderten mal wieder den Regen vom Balkon aus. Und die schöne
Innentreppe mit ihren prunkvollen Deckengemälden. Dieser wohlgenährte Tenor
aus Italien - Luciano Pavarotti stand auch vom letzten Jahr als Wachsfigur
noch rum. Wollte ihn wohl keiner engagieren?
Im Casino haben wir nur die Runde gedreht wegen der Chips. Würfel gab es
auch hier keine mehr zu kaufen. Ich muss sagen, ich habe eigentlich genug
von all diesen Casinos und ich wünschte, morgen wäre wieder eitel
Sonnenschein und man könnte mal was anderes unternehmen. Anni geht es
ähnlich.
  
  
Außerdem zwicken ganz unplanmäßig meine amerikanischen "Einschusslöcher" von
der Gallenoperation, und ich habe dann natürlich auch keine Lust, noch
weiter durch irgendwelche anderen Casinos zu schlurfen. Wir fuhren also
zurück nach Jean. Das Mittagschläfchen hat dann richtig gut getan und gegen
17:00 Uhr meldete sich dann auch der Hunger wieder.
Und da Anni immer noch auf ihr Lieblings-Fleisch-Gericht "Prime Rib"
wartete, sind wir also runter ins Casino und haben lecker Mittag -und Abend
gegessen. Mir reichten 4 Hühnerbeine, die man komischerweise mit
Salat-Dressing isst. Habe ich da mal irgendwas verpasst, weil ich das nicht
wusste? Es schmeckte übrigens gut mit dem Ranch-Dressing.
Als wir wieder auf´s Zimmer kamen, regnete es draußen schon wieder in
Strömen und es ist kalt! Macht einen richtig müde und unlustig. Im
amerikanischen Fernsehen gibt´s auch nur Schwachsinn. Und viele Sender gibt
es hier sowieso nicht, denn schließlich sollen die Leute ja zocken und nicht
Fernsehen gucken.
Am Freitag fahren wir endlich weiter - mit oder ohne Besichtigung von
"Valley of the Fire".
Wir haben in Kingman/AZ gebucht und zwar 2 Nächte kostenlos in einem Days
Inn. Geht ganz einfach. Wir sind letztes Jahr "Member" geworden in einem
Club namens "Tripreward". Kann man auch von Deutschland aus werden. Dort
sind eine Menge der klassischen Motels vereinigt. Und bei jeder Übernachtung
in einem dieser Mitglieder-Motels gibt´s Punkte. Und das läppert sich für
Langzeit-Urlauber schon zusammen. So können wir dieses Jahr 2 Nächte
kostenlos übernachten. Es gingen auch Flugmeilen-Erwerb oder kleine
Geschenke statt dessen, aber für uns sind Übernachtungen natürlich
interessanter. Ist vielleicht mal ein Tipp für Interessierte.
Tja, was morgen sein wird? Wir wissen es nicht. Geplant wird erst
morgen........

19.10.2005 und wieder Las Vegas
unsere heutige Casino-Tour:
Mein erster Blick heute morgen galt dem Wetter: und siehe da - blauer Himmel
bis kurz vor Vegas. Da hing eine dicke Nebelglocke. Aber mein Optimismus
sagte mir, dass das in 3 Stunden vom Tisch ist. War zwar ein Irrtum, dazu
aber später mehr.
Es liegt mir noch am Herzen, was loszuwerden. In den letzten Tagen und
sicherlich auch in den folgenden finden Sie auch weiterhin immer wieder
Bilder mit Essen vor. Klar, Sie sollen einfach sehen, was man hier alles so
Tolles essen kann. Aber es macht auch Spaß, gerade hier in Las Vegas die
Casino-Büffet´s abzuklappern. Und Anni meinte vorhin auf meinen Protest,
dass schon wieder Essens-Bilder im heutigen Bericht sind, ich sähe das alles
falsch und viel zu eng. Hiermit würden doch nur Feinschmecker-Qualitäten
dokumentiert.....
Wir kauten also wieder auf unserem Zimmer unser morgendliches Matschbrötchen
und tranken den lauwarmen Kaffee und machten uns dann auf den Weg.
Bedauerlicherweise war das Wetter in Las Vegas, anders als hier in Jean,
sehr! bescheiden. Es regnete zwar nicht mehr, aber es war kalt und
ungemütlich. Ursprünglich wollten wir in das Parkhaus des Casinos "Paris"
fahren, verpassten aber die Abfahrt dahin. Und da nichts Zufall ist,
landeten wir im nächsten Parkhaus, und das war das vom "Flamingo". Ich muss
sagen, ich war von den Socken. Jahrelang sind wir daran vorbei gegangen,
oder allenfalls innen durch - vorne rein und geradeaus hinten raus.
Das Flamingo ist eines der ältesten Hotels der Stadt und war der Traum von
Bugsy Siegel, dem damaligen Oberganoven. Seine Herzens-Flamme hieß mit
Kosenamen "Flamingo", und so entstand dieses Hotel um 1946 eben mit diesem
Namen. Ich empfand es immer als kitschig mit der großen Blüte und den
Flamingos vorne dran.
Heute landeten wir also im Parkhaus vom Flamingo. So sah ich zum ersten Mal
diese tolle Welt hinter diesem Hotel-Klotz, der vorne an der Strasse steht.
Es gibt eine riesige Badelandschaft, eine Menge Park-Wege durch einen
exotischen Garten mit Wasserfällen, Brunnen mit künstlichen Flamingos, aber
auch mit Teichen in denen sich Koi´s ungeahnter Größe tummelten. Dazu eine
kleine Kolonie Pinguine, viel, viel Grün, Palmen und Ruhe. Nichts war vom
Straßenlärm zu hören. Da war ich dann erst mal überrascht. Wir gingen auch
durch Teile des Casinos, mit vielen Ruhezonen, netten Cafes, "Kantinen"
-Frühstücksbereiche (macht das Essen billig), und natürlich die
unvermeidlichen Casino-Spielbereiche. Auch gibt es einen direkten Anschluss
an die Monorail-Bahn, dazu aber später mehr. Ich habe mir mal so die
Hotelpreise des Flamingo im Internet angesehen - Überraschung: momentan
läuft eine Promotion mit 59 Dollar pro Nacht pro Zimmer für den November -
und das für ein 4-Sterne-Hotel direkt am Strip. Werde ich mir fürs nächste
Jahr merken. Man lernt ja nie aus!

  
Aber unser Ziel war ja "Paris - Aladdin - Bellagio". Und so gingen wir dann
zum Casino/Hotel "Paris". Es ist kein riesiges Haus, aber der Eiffelturm ist
unübersehbar. Und man kann sogar hochfahren, da sich dort oben ein
Restaurant befindet. Mir gefällt das Hotel, weil es so ein bisschen Pariser
Flair und Atmosphäre vermittelt - besonders im "Verpflegungssektor". Da gibt
es an vielen Stellen diese kleinen Cafes, wo man aus großen Tassen Kaffee
trinkt und das Croissant hineinstiebt. Oder kleine verwunschene Ecken zum
Sitzen und Champagner schlürfen. Oder auch ein Restaurant mit Büffet!, das
riesengroß ist. Dazwischen kleine Geschäfte und keine Endlos - Malls. Alles
ist überschaubar, auch der "Zockerbereich". Mittendrin sieht man in der
Decke die drei Stützen des Eiffelturms verschwinden und alles ist licht
mäßig ein bisschen "dezent dunkel" gestellt. Macht Spaß, dort zu flanieren.
Ist fast wie in Europa. Und natürlich fehlte draußen, fast im Hintergrund,
auch nicht der "Arc de Triomphe" und der Ballon aus: in
80-Tagen-um-die-Welt.
  
  
  
Nur ein paar Schritte weiter befindet sich das "Aladdin", ein sehr großes
Haus mit einer riesigen Shop-Meile. Stellenweise im Stil eines
orientalischen Basars. Es war nicht viel los dort, weder beim Shopping, noch
im Casino selbst. Wir haben uns beide nicht so wohl da gefühlt und sind nach
einem Rundgang wieder raus um ins gegenüberliegende "Bellagio" zu kommen.

Das Bellagio war bis vor der Eröffnung des "Wynn" das neueste, größte und
modernste Haus am Strip - wenn man mal davon absieht, dass denen letztes
Jahr - just als wir dort waren, der Strom komplett ausfiel. Eine ganze lange
Woche lang. Die Verluste gingen laut TV in die Milliarden. Ich fand es
damals nur bewundernswert, wie ruhig und gelassen die Evakuierung der Gäste
und das Sperren des Casino-Teils vor sich ging. Die besondere Attraktion im
Außenbereich des Hotels sind die Wasserspiele, die besonders im Dunkeln
volle Wirkung zeigen. Aber auch tagsüber sieht es Klasse aus- zumal immer
ein bekanntes Lied die Vorlage für die verschiedenen Wasserspiele sind -
heute war es "Time to say Good bye". Hinter dem Rezeptionskomplex im Haus
selbst gibt es einen wunderschönen kleinen "Garten", der immer der
Jahreszeit entsprechend dekoriert ist. Heute war es das Thema Herbst.
Ansonsten - wie gehabt, ein Casino vom Feinsten, groß mit viel Plüsch. Auch
hier die berühmten Einkaufs-Meilen mit den namhaften Designern unserer Zeit,
die Show-Angebote und natürlich viele Restaurant - und ein Büffet, und das
heißt auch so!


Da es mittlerweile nach 13:00 Uhr war, stand halt wieder Essen auf dem Plan.
Ich denke, nirgendwo ist das Angebot und die Auswahl an Büffets in den
großen Häusern so vielfältig und ausgefallen am Strip. Früher allerdings
kostete ein Lunch 7,99 Dollar und das war schon teuer. Heute geht unter
17.95 Dollar plus Tax kaum was. Ich muss sagen, ich bin trotzdem froh, wenn
wir am Freitag abreisen. Büffets sind anstrengend.....Anni war es wieder
recht. Es gab wieder Fisch in allen Variationen bis zum Abwinken. Es gab
auch reichlich Fleisch, aber ich mag kein Lamm und auch kein Roastbeef. Und
Hähnchen und chinesische Küche samt italienischer Pizza hängt mir zum Halse
raus - aber satt werde ich trotzdem immer. Wenn ich wieder zu Hause bin,
möchte ich mal wieder ein richtig schönes, großes Schnitzel mit
Bratkartoffeln und Erbsen.....

  
Nach diesem mächtigen Essen machten wir uns auf den Weg zurück zum Flamingo.
Aber eigentlich hatten wir noch keine Lust nach Hause zu fahren. So nutzten
wir die Gelegenheit, vom Flamingo aus die Monorail-Bahn zu benutzen. Im
Eingangsbereich des Hotels stand ein Automat für die Tickets. Es gibt
Einfach-Tickets für 3 Dollar, Tagestickets für 10 Dollar oder
3-Tages-Tickets für 25 Dollar. Wir nahmen das Einzelticket. Und da wir kein
passendes Kleingeld hatten, sondern nur die "grünen Scheine", wechselte uns
der Automat anstandslos unseren 20-iger. Wir bekamen 14x 1-Dollar-Münzen
ausbezahlt! Grosse Überraschung. Ich wusste gar nicht, dass diese noch so
richtig im Umlauf waren. Als Sammlerstücke ja, aber als richtiges Geld?? Wir
haben uns richtig gefreut. Die ollen, vergammelten Münzen haben wir später
getauscht, die guten Münzen behalten wir - als Sammlerstücke!
Nun gut, wir fuhren dann bis Endstation - das ist das "Sahara". Vorgestellt
hatten wir uns, dass wir dann mit dem Trolley, der straßenmäßig die Hotels
anfährt, wieder zurück zum Flamingo fahren würden. Pustekuchen. Gerade das
Sahara wird nicht vom Trolley angefahren. Wir also kurz entschlossen an der
Endstation gedreht und wieder zurückgefahren mit der Monorail. (Hätten wir
noch mal bezahlen müssen??) Unterwegs konnten wir dann auch einen Blick von
oben auf den sagenhaften Golfplatz des "Wynn"-Hotels werfen. Man muss schon
sehr, sehr reich sein, um mitten in der Stadt auf bestem Baugelände für
mindestens 5 weitere Hotelkomplexe, statt dessen einen Golfplatz zu bauen.
  
  
Wir sattelten unser Auto und fuhren zurück, da es mittlerweile doch an die
17:00 Uhr geworden war. Nun haben wir immer noch keine Nachtaufnahmen vom
Strip und wir wissen nicht, ob das Wetter morgen "Valley of the Fire"
zulässt. Wenn nicht, dann hat es eben nicht sollen sein, dann wird Anni
bestimmt morgen ausgerechnet vor dem Riesen-Büffet im "Paris" wieder ihren
Hunger bekommen....... Lassen wir uns überraschen......
20.10.2005 Las Vegas
unsere heutige Casino-Tour:
Heute war wieder ein strahlender Sonnentag. Blauer Himmel bis zum Horizont
und wir waren wild entschlossen, endlich mal wieder "Valley of the Fire"
aufzusuchen. Ein schnelles Frühstück und ab ging es.
Danach ging so manches nicht mehr. Die Strassen, auch die um Las Vegas
herum, waren proppenvoll vor allem mit Lastern aller Größen. Dann erwischte
ich fast die Abfahrt nach Henderson nicht, nur um dann festzustellen, dass
es die falsche Abfahrt war. Wir wollten ja nicht zum Hoover Dam. Dann
versuchte ich wieder zu "drehen", was aber auch nicht klappte, weil ich mich
schon wieder auf einer anderen, neu gebauten Brückenabfahrt befand und
wieder auf dem Weg nach Vegas war. Und die Abfahrt, die wir suchten, tauchte
einfach nicht (mehr) auf. Ich sah dann den "Charleston Blv." - ist mir vom
Einkaufen bekannt, nur war das die falsche Seite mit der Hausnummer 1000 und
wir mussten, um wenigstens auf die I-15 zu kommen, mind. bis Hausnummer
12.000 fahren.
Und soll ich Ihnen was sagen: wir hatten keine Lust mehr. Wir kennen uns
eigentlich sehr gut aus in Vegas, aber halt nur "eigentlich" - das haben wir
heute gemerkt. Also nutzten wir unsere Unlust für Besichtigungen und gingen
statt dessen shoppen.
Irgendwie kriegt man nie das Richtige gekauft, oder man hat immer noch nicht
alles an Souvenirs zusammen. Zumal ich ja eine Menge für mein Ebay brauche.
Und so suchten wir uns durch alles Geschäfte, besonders die der Inder. Die
haben eigentlich immer irgendwas Hübsches und manchmal ist es auch nicht
"Made in China". Gegen 14:00 Uhr waren wir es aber auch satt mit der
Shopperei und überlegten, wem am Strip wir noch die Ehre geben.
Und da fiel uns eigentlich nur noch das "Monte Carlo" ein. Ist auch ein
Riesentempel, kurz hinter dem New York, aber nicht sooo bekannt. Das
besondere in diesem Hotel ist für uns nur die Tatsache, dass es dort eine
Brauerei mit wirklich leckerem Bier gibt. (ich frage mich NICHT, wo der
Braumeister sein Handwerk gelernt hat....)
Nach einem Kurzbesuch im Casino und den angeschlossenen Shops sind wir dann
dorthin geschlendert - für ein leckeres Bierchen für Anni ( ich hatte heute
Fahrdienst) und vielleicht einem "Caesar Salad" für jeden von uns. Aber 12
Dollar für den Salat fanden wir dann doch happig. Also zurück zum
Lunch-Büffet. Das kostete 11.95 plus Tax. Das Essen war gut, aber sicherlich
kein Vergleich mit den Büffet´s der Vortage. Es fehlte eigentlich komplett
das Fischbüffet. Gut für mich, schlecht für Anni.....Aber sie hat sich dann
dreimal Eis geholt und ausnahmsweise auch ein Stück Kuchen und dann passte
es bei Ihr auch wieder..... Auf das Bierchen hat Anni auch verzichtet. Ich
muss Ihnen allerdings sagen, ich bin sooo froh, dass wir morgen
weiterreisen. Kein Büffet mehr, kein Casino mit seinem Gebimmele und keine
Hunderte von Kilometern mehr zu Fuss - herrlich die Aussicht.
  
  
Nach dem Monte Carlo fuhren wir Richtung Jean. Anni wollte noch unsere
Einkäufe sorgsam verpacken, damit auch alles wieder ins Auto passt. Ich
hoffe nur, dass wir nächsten Freitag nicht so wahnsinnig viel Übergepäck
haben ...
Jetzt gehen wir gleich noch an der Casinokasse unten ein paar Traveller -
Checks tauschen. Die haben sich auch dieses Jahr wieder problemlos bewährt.
Und dann war es das für dieses Jahr hier.
Anni´s Lieblings - Casinos sind: Paris - Caesars - Luxor. Von den Büffets,
die wir getestet haben, mag sie das vom Bellagio am liebsten - wegen dem
ganzen Fisch. Meine liebsten Hotels sind: Mandalay - Mirage - Paris. Und ich
war am liebsten am Mandalay - Büffet. Natürlich ist das subjektiv. Verzockt
haben wir nichts, weil zur rechten Zeit immer irgendwelche Kleingewinne
kamen. Und übernachten werden wir nächstes Jahr mal im Flamingo, falls das
klappt.
Dass wir jetzt weder das Death Valley wegen dem Regen, noch heute das Valley
of the Fire wegen Unlust besucht haben, ist kein Beinbruch. Wir kennen beide
Parks. Und nächstes Jahr gibt es wieder eine neue Möglichkeit. Und dass wir
LV bei Nacht nicht fotografiert haben, können wir auch verschmerzend. Bilder
dazu gibt´s ja in unserem Bericht 2004. Und wir sind nicht mit dem Trolley
gefahren. Aber gesehen haben wir ihn vielfach. Ist übrigens wieder teurer
geworden!
Morgen werden wir also weiterdüsen nach Kingman - Arizona. Dort wollen wir 2
Nächte -kostenlos - verbringen und an beiden Tagen fehlende Teile der Route
66 abfahren, bzw. noch mal hoch nach Oatman und noch mal die "Wüstentour"
der Route 66 machen.....

8. und letzte Woche unseres USA-Aufenthaltes
21.10.2005 Abfahrt Las Vegas über ein Stück wunderbare "Route 66" von
Topock über Oatman nach Kingmann
unsere heutige Route:
Wenn man es sich so richtig überlegt - unsere Zeit in den USA für
dieses Jahr ist bis auf eine Woche abgelaufen. Erlebt haben wir eine
Menge, Spaß haben wir bis jetzt auch an unserem Trip, und es stehen
ja auch noch ein paar Erlebnisse aus.....
Heute morgen ging wie immer der erste Blick zum Himmel. Dieser war
bewölkt. Aber uns war es erst mal egal, heute ging es endlich
weiter. Las Vegas ist immer wieder Pflicht-Teil aber immer wieder
geht es einem auch beizeiten auf den Wecker und man ist froh, wieder
weg zu können.
Heute morgen wurde also gepackt, und das war ziemlich chaotisch. Man
braucht ja schon ne Menge Sachen für 2 Monate, aber wenn dann noch
stapelweise Souvenirs dazukommen, muss man jemanden haben, der
trotzdem noch "so eng" packt, dass alles erst ins Auto und später in
den Flieger passt.

Gegen 10:00 Uhr kamen wir dann aber doch los - ohne Frühstück.
Irgendwie war uns beiden heute nicht danach und wir wollten lieber
unterwegs mal was essen. Naja, nach der Völlerei der letzten Tage
hat uns ein knurrender Magen nicht geschadet.....
Wir also los über die 95 - einer "wüsten" Parallelstrasse zur
Autobahn Richtung California und der I-15/40. Die Strecke da hin ist
fast kerzengrade und sagenhaft gut ausgebaut und man darf 70 mph
fahren. Bis Needles - das ist da, wo es ungefähr auf die Autobahn
I-40 geht sind es 90 flotte Meilen, wenn man davon absieht, dass im
kalifornischen Teil der Strecke die Strassen wieder Berg -und
Tal-Bahnen waren. Wir sind dann weitergefahren bis Exit 1 auf der
Arizona-Seite. Das geht da alles nahtlos ineinander über, alles kein
Stress. Dort bogen wir ab Richtung Topock, das bereits auf der alten
Route 66 liegt. Klar hatten wir da Hunger und es war ja auch schon
spät, aber die dortigen Restaurants gefielen uns nicht - wir sind ja
schließlich verwöhnt...
Also fuhren wir weiter. Für mich ist die Strecke in diese Richtung
Oatman schöner als wenn man von Kingman kommt. Hier hat man die
mächtigen Vulkanberge vor sich und das Licht im Rücken und das
bringt es natürlich an tollen Bildern. Diese Strecke ist für mich
aber auch die härteste Tour, die die Jungs damals gebaut haben.
Nichts als Wüste rechts und links und im Sommer locker 50 Grad
Celsius. Wie gut, dass es erst vor kurzen geregnet hat, die Kakteen
mit erblühen, bzw. mit "in-grün-ausschlagen" beschäftigt sind und
die Temperaturen nur um die 22 Grad liegen. Und zur Not gibts ja
auch noch Klima-Anlage im Auto.....
  
Von Topock bis Oatman sind es vielleicht 20 Meilen und dann geht die
Post ab. Oatman ist und war immer der "Nabel der Route 66-Biker".
Ein Esel-Dorf mitten in den Bergen. Im Umfeld leben an die 1.500
wilde Esel, von denen einige immer wieder in die Stadt kommen, sich
füttern und fotografieren lassen und dann wieder abhauen. Anni sagt
immer, die "hatten heute Dienst". Natürlich gibt es dort alles zu
kaufen, was sich irgendwie als Route 66 vermarkten lässt, und auch
wir kaufen jedes mal wieder irgendwas.
  

Es gibt dort eine Kneipe, und in dieser haben wir dann endlich was
zu essen bekommen - nach fast 40 Minuten Wartezeit. Ist lang, wenn
es 15:00 Uhr ist und man Hunger hat. War was Typisches: Sandwich für
mich und Hamburger für Anni. Das Herausragende an dieser
"Salon-Kneipe" war aber, dass vorne auf einer kleinen Bühne so ein -
auf den ersten Blick - alter Kauz Musik machte. Mit seinen langen
Haaren, dem Schlapphut und dem Bart sah er aus wie Willy Nelson, der
Country-Sänger. Aber die Musik, die er machte, war einsame Spitze.
Natürlich war auch Country-Musik dabei. Aber dieser Mann hat eine
Stimme mit der er in Deutschland Hallen füllen könnte. Ich war so
begeistert und ganz glücklich, eine CD mit seinen Songs kaufen zu
können. "Tom Woodard" heißt dieses Sänger-Talent - und wie ich in
einem anderen Laden erfuhr, hat er im August 2006 einige Konzerte in
Deutschland - München, Schweiz und Österreich mit seiner Band "
Bittercreek Outlaws". Soll doch mal einer sagen, Oatman ist bloß ein
Esel-Dorf.....
Die CD jedenfalls ist ein Mitbringsel für unseren lieben Alfred, der
auch gerne Country -Musik hört.
  

Den Höhepunkt von Oatman fanden wir im "The Oatman Hotel". Nicht
nur, dass es dort vor Tradition strotzt, nein, es ist das einzige
Hotel mit Restaurant und Bar, das ich kenne, in dem die Gäste die
gesamten Wände mit 1-Dollar-Scheinen tapezieren. Sie glauben es
einfach nicht. Das muss man gesehen haben! Und als Höhepunkt stehen
in einem Teil des Restaurants noch echte alte Harley Davidson
Maschinen rum. Mein Herz schlug richtig höher. Und ich habe mir
vorgestellt, Besitzer eines solchen Motorrades zu sein.
  
Leider habe ich ein gestörtes Verhältnis nach einem Unfall zu allen,
was nur 2 Räder hat. Und so kann ich immer nur traurig gucken. Mit
einer Ausnahme: als wir heute aus eben diesem Restaurant
herauskamen, traute ich meinen Augen nicht! Vor der Tür stand ein
absolut heiße Maschine, knallrot und mit 3! Rädern.
Gefahren von einer Braut die nur um Zählbares jünger war, trotz der
blonden Haare. Was habe ich die beneidet!! Und sie war so nett und
ließ mich mal in den Sattel steigen. Die Maschine stammt von VW und
das Chassis wurde in USA angefertigt - keine Serie. Ihr Mann fuhr
übrigens ne normale Maschine.
  
Gegen 16:30 Uhr machten wir uns auf den Weg, auf der anderen Seite
von Oatman runter zu fahren nach Kingman. Sind so was um 25 Meilen.
Auch hier jetzt im Sonnenlicht eine tolle Kulisse der Vulkanberge.
An der Stelle, an der man wieder ins Tal runter fährt, steht eine
alte, originale Tankstelle. Und dann sieht man nur noch die endlose
Ebene vor sich. Wir wollten dann auch nur noch ins Hotel und Füße
hoch und Bilder gucken.
Ein Erlebnis der weniger angenehmen Art hatten wir dann doch noch
auf unserem Weg. Wir trafen eine Klapperschlange - oder umgekehrt.
Nichts Ungewöhnliches in dieser Gegend. Aber es sollte uns, und
besonders Anni, daran erinnern, nicht dauern irgendwo ins Gebüsch zu
treten, nur um bessere Fotos zu machen. Ihnen davon ein paar Fotos
von dem possierlichen Tierchen vor unserer Nase auf der Strasse und
am Wegesrand.
Diese gesamte Strecke heute ist auch als Tagestour von Vegas aus zu
machen. Wir sind knapp 200 Meilen gefahren mit "Schlenker".
  
Morgen werden wir einen anderen Teil der Route 66 fahren, den wir
bei unserem letzten Besuch hier aus Zeitgründen "geschlappert"
haben. Wir sind nun mal beide Fan´s der Route 66 und da sollte man
seine Touren auch ordentlich fahren......
22.10.2005 Ausflug zur Route 66 nach Seligman und zurück über
Hackberry nach Kingman
unsere heutige Route:

Der Tag begann wieder sonnig, wenn auch nicht unbedingt warm. Wir
gönnten uns erst mal ein anständiges Frühstück bei "Dennys" - auch
vor dem Hintergrund, dass es vor 17:00 Uhr nichts mehr zu essen
gäbe.
Danach düsten wir auf der I-40 an die 70 Meilen Richtung
Flagstaff - genau gesagt nach Seligman. Dies ist noch ein kleines,
verschnarchtes, touristisch aufpoliertes Örtchen an der
Original-Route 66. Es sind nur noch wenige Häuser in "Betrieb",
dafür aber jede Menge Souvenir-Läden, von aufgemotzt bis
geschmacklos und andererseits liebevoll hergerichtet. Auf jeden Fall
kommen auch Busse. Heute war es einer voller schnatternder Asiaten.
Früher war das einfacher, die auseinander zu halten, da gab es nur
Japaner. Wir wissen nicht, wo sie herkamen, und sie verschwanden
auch genau so schnell wie sie da gewesen waren. Dafür kam eine
4er-Gruppe Deutscher. Und nicht mit dem Bike sondern ganz normal mit
dem Auto....
  
  
Wir machten uns wieder auf die Socken, von Seligman die echte Route
66 Richtung Kingman abzufahren. Diese Strasse ist lang, immer
geradeaus und rechts und links wechseln sich unendliche
Graslandschaften ab, oder es herrscht "Lüneburger Heide" vor. Mit
anderen Worten - langweilig für uns. Und gerade, als bei uns beiden
die ersten Gähner begannen, wurde es spannend.
In "Hackberry" ungefähr nach Zweidritteln der Strecke geht dann
wieder die Post ab. Liebevoll gesammelte Altertümer, von der
Wurlitzer über alte Bilder, alte Sitzgruppen, alte Theken und all
dem Schnickschnack, der damals modern war. Ich fühlte mich da
richtig wohl. Und natürlich gab es auch Kaffee oder kalte Getränke.
Oder ausgefallene Souvenirs.
  

Und die 4 Deutschen von Seligman trafen wir da auch wieder. Ein
kleiner Plausch und ein Austausch von Informationen folgte. Einer
der beiden Männer hätte soo gerne ein Frischgezapftes getrunken.
Schließlich war es schon 13:00 Uhr und die Kehle trocken. Aber
leider gab es nur "Root-Bier" und das schmeckt eher wie Malzbier,
wie er sagte. Wir ließen ihn mit seinem Wunsch allein und fuhren
weiter. Vielleicht 5-6 Meilen. Und da gab es dann auf der rechten
Seite "Outpost" - ein wirklicher Außenposten für durstige Kehlen,
denn es gab dort frisch gezapftes Bier. Und optisch machte der Laden
innen und außen mächtig was her. Ich dachte noch, wäre was für den
durstigen Gesellen von vorhin - und da kamen sie denn auch schon.
Was soll ich sagen, so viele Germans hatte der Laden wohl auch schon
lange nicht mehr gesehen. Einen Amerikaner - einen Biker- motivierte
das so, dass er eine Lokal-Runde schmiss. Und alle waren glücklich,
außer mir, ich trank nur Cola, weil heute der Fahrer. Aber wir
hatten alle unseren Spaß miteinander und haben uns ausgetauscht und
von tollen Reisen geschwärmt.
  
  
Gegen 15:30 Uhr fuhren zumindest wir dann weiter. Nach Kingman waren
es noch gute 20 Meilen. Zu Kingman kann man nicht viel sagen außer,
dass die Route 66 mittendurch läuft. Vorne rein und hinten raus
sozusagen. Von der einen Seiten von Seligman kommend und auf der
anderen Seite nach Oatman gehend. Natürlich wird das werblich
überall herausgestellt und man ist ja froh, was Hübsches von der
Route 66 zu sehen, denn es gibt nicht mehr sooo viele echte und
erhaltene Teile der Strasse. In Kingman selbst gibt es alle
klassischen Hotels/Motels und da der Ort an der I-40 liegt, ist er
in erster Linie Schlafplatz für Trucker und Reisende. Das
allernervigste hier ist allerdings der "Santa-Fee-Express".
Permanent fährt in beide Richtungen irgend einer dieser
Endlos-Züge von irgendwoher nach irgendwohin. Hier in der Regel mit
4! Lokomotiven vorne dran. Und an jedem Bahnübergang heult und tutet
dieser verflixte Zug. Und seien Sie sicher, es gibt hier verdammt
viele Bahnübergänge....Ich weiß nicht, ob man wirklich hier leben
muss.
Wir jedenfalls fuhren noch mal ins Museum und den in der Nähe
liegenden Sehenswürdigkeiten der Route 66. Und dann gönnten wir uns
einen Besuch in einem "Steakhaus". Nun ja, ich habe dort Salat
gegessen und Anni eine Art Stück Fleisch mit vielen Zwiebeln.
Geärgert hat mich, dass die Bedienung so dreist war, auf die
Rechnung gleich 18% Tip aufzuschlagen. Das sind Touristen - Nepp
-Methoden, die ich nicht leiden kann. Aber da sie sowieso fast den
Tipp-Betrag bekommen hätte, habe ich nichts gesagt. Nur werde
ich dort nie mehr essen gehen - mag die Kneipe selbst auch noch so
schön und das Essen lecker gewesen sein.

Anni fügt jetzt gleich noch die Bilder in diesen Bericht ein und
dann beginnt aufs neue das Abenteuer "versenden". Zwar haben wir
hier im Motel "Days Inn" Wireless -Anschluss, aber der ist instabil
und funktioniert eigentlich nur vor Zimmer 212, in dem jemand
anderes wohnt - wir wohnen 201. Nebenan im Holidays Inn ist die
Verbindung noch schlechter. Gestern Abend waren wir gegenüber im
Best Western und da hat die Verbindung tadellos geklappt - unseren
Dank an BW. Heute versuchen wir es direkt von dort - welch ein
Stress. Und hoffentlich klappt es, sonst haben Sie morgen keinen
Bericht!
Anmerken wollte ich noch, dass uns die Strecke Needles-Oatman bzw.
Kingmann-Oatmann um ein vielfaches besser gefallen hat als unsere
heutige Tour.

Morgen fahren wir weiter Richtung Palm Springs/ Kalifornien. Vorher
besichtigen wir noch den NP Joshua Tree, mit unendlich viel Kakteen.
Diese Sehenswürdigkeit hatten wir dieses Jahr noch nicht. Und da
einige Kakteen witzigerweise um diese Jahreszeit schon wieder blühen bzw. ausschlagen,
wird das vielleicht ganz nett sein.......
23.10.2005 Fahrt von Kingman über die Route 66 und den Joshua Tree NP
nach Palm Springs
unsere heutige Route:
Nach einem kleinen Hotelfrühstück heute morgen wollten wir nur noch los. Der
Tag war sonnig und warm und tanken stand zuerst an, bevor es über die
Autobahn I-40 gehen sollte. Und siehe da, Benzin gibt es auch für 2.65
Dollar pro Gallone - nix 3 Dollar und mehr. Hat uns richtig gefreut.
Wir sind dann auf die Autobahn Richtung Los Angeles-Barstow abgebogen.
Theoretisch hätten wir auch noch mal über Oatman fahren können. Aber das
wäre dann zuviel Zeitaufwand gewesen. Also bretterten wir gute 100 Meilen
auf einem Autobahnstück, auf dem sich die LKW´s gegenseitige spannende
Überholtouren lieferten, mit 80 mph und mehr. Wir haben immer nur die Lücken
benutzt um "nicht zwischen die Räder" zu geraten. Aber irgendwann ging
unsere Strasse von der Autobahn ab. Ausgewiesen als " Old National Trail
Highway", aber zu unserer Überraschung war das ein weiteres Stück der Route
66. Das freute uns natürlich besonders. Wir stellten dann fest, dass es die
asphaltierte Verlängerung der Schotterstrasse von dem Ort "Geoff" war.
Allerdings ist die Strasse eine Strecke, die kerzengerade durch die Wüste
führt. Die einzige Unterbrechung dieser endlosen Tour sind die "Dips", die
in schöner Regelmässigkeit die Strasse in Berg - und Talbahnen verwandelt.
Unser ständiger Begleiter auf dieser Fahrt war der Zug. Ellenlang,
immer laut tutend und einfach nicht loszuwerden. Ich hatte dann an einer
Brücke mal Mitleid und habe ihn fotografiert in seiner ganzen Pracht. Und
was kriegte ich zur Belohnung? Getute, ohrenbetäubend!

  
Mitten in der Walachei liegt der Ort "Amboy" - so was von einsam, dass dort
sogar Hase und Fuchs Freunde sind. Eine - ich denke eher unbeachtete -
Attraktion gibt es aber trotzdem: einen Lavakegel, schwarz und drohend in
den Himmel ragend. Ringsherum Spuren von ehemaligen Lavaflüssen in der
unendlichen Wüste. Laut Prospekt! ist dieses einer der jüngsten Vulkane in
ganz Amerika und er hatte seinen letzten Ausbruch vor 500 Jahren. Ist ja
nix, ist ja wie gestern...
  
  
Wir fuhren hin, schon um ein paar Lavasteinchen mitzunehmen. Diese waren
schwerer als sonst übliche Lavabrocken - und ich denke schon wieder mit
Grausen an unser Übergepäck. Das Gebiet selbst ist erschlossen und ein
Paradies für Wanderer. Man braucht 1 Stunde bis zum Lavakegel hin und 3
Stunden, um drum herum zu kommen. Allerdings ist das nur was für
strapazierfähige Hiker: es kann bis 50 Grad Celsius an den Füssen warm
werden dort.
Wir guckten nur. Das Licht stand auch ungünstig für attraktive Aufnahmen.
Unsere Weiterfahrt brachte die nächste Überraschung. In Amboy trennt sich
die Route 66 und geht weiter Richtung Barstow. Unsere Strasse wurde die 62
und sollte uns auf direktem Weg zum Joshua Tree NP bringen. Davor aber
durchquerten wir eine Salzwüste, die aktiv betrieben wird. Überall sind
aufgeschüttete Erdwälle und dazwischen Wasserbecken in denen das Wasser
verdunstet und das kristalline Salz übrig bleibt. Gibt es z.B. auch in
Spanien - nur nicht so groß. Es wurde allerdings auf einmal unerträglich
heiß und wir wundern uns immer noch, dass kein einziger Autofahrer außer
uns, mal gehalten hat um zu gucken oder zu fotografieren. Alle bretterten
mit locker 80 mph vorbei. Oder lag es an dem Schild auf dem stand, dass hier
" Chloride" gefördert wurden? Wir machten uns dann auch auf die Socken. Und
es war kaum zu glauben, obwohl wir nur kurz dort waren und nur 2-3 mal
ausgestiegen waren, war unsere Haut und auch die Lippen salzig. Und mir
tränten die Augen.
  
Wir also weiter nach "29Palms" - was für ein Name für einen Ort. Dort haben
wir in Ermangelung besseren mal bei McDo je einen Hamburger verdrückt und
sind dann weitergefahren in den Nationalpark. Nicht ohne Fotos. Dieses
Palmendorf hatte an vielen Wänden Gemälde - auch eines, bei dem mal wieder
die US-Army verherrlicht wird. Ich frage mich nur was die über 2.000 Mütter
über so was denken, deren Söhne jetzt tote "Heros" sind? Nun ja.
  
Wir also los durch den Joshua Tree Park. Der Name dieser Kakteen stammt - so
habe ich es mal gelesen - von einem Mormonen, der beim Anblick der
vielarmigen Bäume eben an "Joshua" dachte...
Mir gefiel in dem Park weniger die Kakteen, sondern eher die grandiose
Landschaft. Die Berge hatten von allem etwas: große, kugelige Steine,
flache, schräg gestellte Platten, wie hingeschmissene Murmeln oder
Vulkankegel und das alles in tollen Farben. Wir sahen viele Kletterer und
Wanderer. Und wir fuhren aus Neugier mal durch einen
Super-Stellplatz/Campingplatz. Supertolle Lage, direkt in den " Jumbo-Rocks!
Aber ich denke, einen 500-Meilen-Umweg vom Süden oder aus L.A. hätte das
ganze nicht gelohnt. Wir haben die "attraktivere" Tour oben rum gemacht, und
nicht die Tour, die durch den ganzen Park geht und auf der I-10 endet.
  
  
Wir fuhren weiter in Richtung Palm Springs. Ich kenne Palm Springs nur als
den Ort, an dem die Millionäre aus L.A. zu Hause sind. Hier wohnte Bob Hope
genau so wie Frank Sinatra. Hier war Sonny Bono von "Sonny und Cher" ein
paar Jahre Bürgermeister, bevor er verstarb und hier war früher nie irgend
etwas billig. Als wir hier ankamen, drehten wir erst mal ein paar
Ehrenrunden, bis wir die richtige Strasse fanden und waren sehr erstaunt.
Als wir vor 15 Jahren mit einem Wohnmobil mal hier waren, gab es eine sehr
attraktive, teure und mondäne Hauptstrasse. Am Ende dieser Strasse gab es
einen Campingplatz und direkt daneben einen Botanischen Garten. Der
Campingplatz ist weg, der Garten existiert noch und den werden wir morgen
besuchen.
Aber ansonsten ist hier nichts wieder zuerkennen. Und "Downtown" wie es
heute heißt, lädt wirklich zum bummeln, flanieren, einkaufen und lecker
essen ein. Und jetzt ist es auch nicht so heiß - nur 25 Grad Celsius, da
macht das auch alles Spaß. Eines kann ich heute schon korrigieren: die
Motels/Hotels sind so was von billig - warum weiß ich nicht. Viele sind
hier mit Coupon unter 50 Dollar zu bekommen! Wir wohnen in einem
schnuckeligen Haus - ohne Coupon! - für 39 Dollar incl. Highspeed-Internet.
Und gegenüber das Best Western ist für den selben Preis zu haben - ohne
Internet vermutlich.
Ach übrigens, auf dem Weg hierher, sind wir über die berühmte "San
Andreas-Spalte" gefahren. Meist redet man von dieser nur im Zusammenhang von
Erdbeben und Los Angeles. Und wir wussten auch nicht, dass sie so weit in
den Süden reicht. Und gemerkt haben wir auch nichts davon.....
  
Morgen werden wir erst mal in den botanischen Garten gehen - ein Paradies
von Kakteen. Und dann werden wir überlegen, ob wir uns noch zeitlich eine
weitere Nacht hier gönnen. Wenn nicht, geht es weiter nach San Diego und
dann sehen wir weiter......
24.10.2005 Palm Springs
unsere heutigen Trips durch Palm Springs:

Der Tag begann warm und sonnig und mit einem Hotel-Frühstück, das richtig
gut war. Danach haben wir dann hier um eine Nacht verlängert. Anschließend
sind wir in die City von Palm Springs gefahren, genauer gesagt, auf die
Hauptstrasse und die dortige Plaza.
Schön war es da und noch relativ ruhig. Viele Cafes hatten geöffnet und
viele Leute saßen draußen und tranken Kaffee und lasen Zeitung oder hatten
ihr Frühstück in der Mache. An einem Brunnen saß eine Messingfigur von Sonny
Bono, dem beliebtesten Bürgermeister und auch Initiator vieler
Attraktivitäten hier. Schade, dass er verstorben ist. Die Leute haben ihn
aber nicht vergessen, wie man auch an den blanken Stellen an der Figur
feststellen konnte.
Wir tranken einen Kaffee bei "Starbucks". Wir wären auch besser in eines der
namenlosen, aber gut besuchten Cafe´s gegangen...
  
Wir bummelten anschließend noch ein bisschen und entschlossen uns dann, erst
mal den Botanischen Garten, der genau gegenüber unserem Motel liegt - haben
wir heute morgen festgestellt - einen Besuch abzustatten. Ja, er ist immer
noch einen Besuch wert und 3 Dollar sind angemessen. Die Kakteen sind
ebenfalls groß und älter geworden, da stehen wir uns in nichts nach. 15
Jahre nagen eben an Mensch und Pflanze....
  
  
Anschließend sind wir rüber ins Hotel, um die vielen Fotos schon mal
abzuladen. Dabei kamen wir dann der Zimmer-Maid ins Gehege und deshalb
verdrückten wir uns schnell wieder.
Da unsere Strasse ins Palmen-Valley führt, beschlossen wir, dort mal nach
dem Rechten zu sehen. Der Eintritt von 8 Dollar normal und 6 Dollar für
Rentner ist aber keinesfalls angemessen. Zu sehen bekommt man einen
stellenweise sehr engen Canyon in dem - dank reichlich Wasser - Palmen
wachsen. Sieht hübsch aus, ist aber für reine Autofahrer ein teurer 2,5
Meilen-Trip. Anders für Wanderer. Selbst geführte Ranger-Touren - gegen
Extragebühr, versteht sich - werden angeboten. Und es gibt auch große,
kleine, leichte und anspruchsvolle Touren in die Gegend - (vor Taranteln
wird allerdings gewarnt...). Das Gebiet selbst gehört den Mesquite-Indianern
und sie sind auch die Ranger hier. Wir kauften ein bisschen ein in der
"Trading-Post" und erfreuten uns an sehr vielen kleinen "Hummingbirds" - das
sind diese kleinen Kolibris, die diesen so unglaublich schnellen
Flügelschlag haben. Auf ein paar Fotos haben wir die Vögel aber trotzdem
"erwischt".
  

  
Nach all dieser Schwitzerei - hier waren es dann doch an die 30 Grad, auch
wenn sehr angenehm - hatten wir uns einen Happen verdient. Anni hatte ein
Lokal namens "Rock Garden Cafe" ausgeguckt, bei dem man gekühlt wurde. Tolle
Technik. Rund um die Sitzplätze im Freien läuft eine Wasserleitung und aus
hauchdünnen Düsen kommt feuchter Nebel, der dann, ohne zu belästigen, die
gesamte Garten-Terrasse kühlt und erfrischt. Wir haben natürlich prompt
überlegt, wie man diese Technik auch zu Hause umsetzen könnte. Ach ja,
gegessen haben wir auch - Anni "Cat-Fish" und ich Salat, und das war´s dann.
  
Danach fuhren wir zurück ins Hotel. Endgültiges Kofferpacken stand an und
das hat über 3 Stunden gedauert und Anni nervlich gestresst.
Nun werden wir noch einen Zug um die Häuser machen. Draußen sind es immer
noch angenehme 20 Grad und ich denke, da warten viele Kneipen mit
Sitzplätzen im Freien auf uns.....
Morgen fahren wir Richtung San Diego. Und dann "schaun ´mer mal", was da so
alles am Wegesrand auf uns wartet......
25.10.2005 von Palm Springs nach San Diego
unser heutiger Trip:

Erstmal der Nachtrag zu unserem gestrigen "Zug um die Häuser": das war wohl
nix. Es gibt unglaublich tolle Restaurants, auch am Abend sehr attraktiv
aufgemacht, und die meisten auch gut gefüllt bis brechend voll mit Gästen.
Aber eben nicht auf ein Bierchen, sondern richtig mit Dinner. Zu spät
dachten wir daran, im Lokal einfach an die Bar zu gehen und dort ein
Bierchen zu trinken.
Wir sind dann in einen Licor-Store gefahren und haben uns ein paar Dosen
Bier geholt. Leider hatte der Laden keine Sandwiches oder sonst was Essbares
für den kleinen Hunger. Also sind wir auch noch in einen offenen Supermarkt
gefahren - hier ist halt alles möglich - und haben ein Sandwich geholt.
Danach war dieser Tag aber auch gelaufen.
Heute morgen haben wir die von Anni gepackte Taschen wieder ins Auto
gehievt. Irgendwie ist plötzlich mehr Platz im Kofferraum als vorher. Na ja,
um so besser, kann man ja noch auffüllen.....
Nach einem Frühstück im Motel haben wir uns dann aufgemacht. Dieses Motel
beherbergt eine Menge Deutsche und leider hatte ich keine Gelegenheit
nachzufragen, warum man ausgerechnet in Palm Springs Urlaub macht und dann
in diesem eigentlich unbekannten Motel. Die meisten Touristen haben ja nur
max. 3 Wochen Zeit. Und es gibt doch so viel zu gucken in USA.
Nichts desto Trotz - dieses Motel " Royal Sun Inn" ist eine absolute
Empfehlung! Ab 39 Dollar das Zimmer und perfekt ausgestattet. Das muss man
auch erst mal suchen! Und es liegt am Ende von Palm Springs, ruhig, mit
Blick auf die Indian Mountains.
Was das wert war, merkten wir, als wir aus Palm Springs raus an andere Ende
fuhren. Wind, Wind, Wind. Gut für die unendlich vielen Windräder, die die
ganze Natur verschandeln und die dort in 10er-Reihen hintereinander und
voreinander stehen. Aber in den USA gibt es ja genug Natur. Der Wind war so
stark, dass er den Sand der umliegenden Wüste in dichten Schwaden über die
Strasse peitschte. Und wenn man sich dann rechts und links umguckt, sieht
man, dass dieser Wind normal ist und immer so an dieser Stelle pfeift.
Bei der Weiterfahrt auf der I-10 Richtung Ost war der ganze Himmel vor uns
rötlich-gelb-dunstig. Es sah aus wir ein Smogdeckel, aber es war Sand und
den bekamen wir noch öfters zu spüren.
  
  
Wir fuhren bald südlich und eigentlich wollten wir durch die Berge, aber
irgendwie hatten wir keine Lust mehr auf Natur und sind einfach auf der
interstate-artigen Schnellstrasse quer durch die Wüste weitergefahren bis
"El Centro". Von dort ging es direkt auf die I-8 und deren Ende ist auch
prompt in San Diego an Seaworld. Wie praktisch! Landschaftlich wurde es noch
mal nett durch die Berge, aber es kamen Wolken auf und der Himmel war
richtig dunkel und es wurde kalt. Also nix wie an die Küste.
Das einzig aufregende auf dieser ganzen Strecke war nur noch die "Border-Patrol",
die mal kurzerhand die Interstate sperrte und in jedem Auto
"Gesichtskontrolle" durchführte. Wir sahen wohl nicht sehr mexikanisch aus,
wir wurden weitergewinkt.
Was uns noch besonders auffiel, hier wird auch fast nur spanisch gesprochen.
Egal, ob im Supermarkt oder im Hotel oder beim Essen - spanisch ist hier
"Hauptsprache". Ich muss wohl doch endlich mal spanisch lernen....
Gelandet sind wir in einem "Comfort Inn", direkt an der I-8. Hier bleiben
wir jetzt 2 Nächte, bevor der Endspurt beginnt. Hier im Hotel sind
erstaunlich viele Deutsche, die ebenso wie wir Seaworld besuchen wollen. Wir
wiederum haben eine gute Internet-Leitung und machen heute nur noch auf
faul.
Morgen gehts dann nach Seaworld. Hoffentlich bleibt das Wetter schön. Der
Wetterbericht ist nicht sooo berauschend......
26.10.2005 Seaworld in San Diego
unsere heutige Karte:

Heute stand als großes End-Highlight noch der Besuch von Seaworld in San
Diego auf dem Plan. Wir kennen Seaworld aus Orlando/Florida und Anni wollte
unbedingt wissen, ob die Parks wirklich so identisch sind. Im groben ja,
aber dieser hier hatte auch seine "Feinheiten".
Der Preis beträgt für ein Tagesticket 50,95 Dollar. Wären wir 2 Tage hier
geblieben, dann hätte es auch nicht mehr gekostet als ein Tagesticket. Auch
im Motel war es nicht billiger zu bekommen. Jetzt in der Winterzeit öffnet
der Park von 10-17 Uhr. Überrascht war ich wiederum, wie viele Deutsche doch
unterwegs waren. Aber schon gestern hörten wir von einigen, dass
ursprünglich Florida auf dem Plan stand, man dann aber umgebucht habe wegen
dem Hurrikan "Wilma". Das trifft wohl auch für die Amis zu, denn ich hörte
heute morgen beim Frühstück, dass auch da ne Menge Umbuchungen stattgefunden
hatten.
Zum Seaworld hinzufinden heute morgen, war leicht, da die Autobahn I 8 da mehr
oder weniger endet. Die Parkgebühren von 8! Dollar fand ich nun sehr happig
außerhalb der Saison. Das Ticket, wie schon gesagt für knapp 51 Dollar pro
Nase - ein teurer Beginn.
Um 10 Uhr öffneten die Pforten und wir fanden sofort die Brauerei bzw. das
Gestüt von Anheuser-Busch. Das ist der größte Bierfabrikant in den USA. Und
es sah schon niedlich aus, eine Mini-Bierleitung zu sehen, eine kleine
Theke, viele Tische, ein Deli-Ess-Laden und natürlich den unvermeidlichen
Souvenirladen. Lustig war nur, dass es einen "Sampler" der Biersorten -
wohlgemerkt 1! Sampler (das sind diese Minigläser) erst ab 11:30 Uhr ( bis
13:30 Uhr) geben
sollte. Natürlich nix für einen gestandenen Deutschen, der sich im Bier
auskennt.....
Wir zogen also weiter. Es gibt sehr viele Attraktionen und
Sehenswürdigkeiten, dass ich sie einzeln gar nicht alle aufzählen möchte.
Anni stellt gerade eine Auswahl an Bildern zusammen, die sicherlich mehr
aussagen als Worte.
Die Sonne machte zwar am Vormittag noch Schwierigkeiten, aber am Nachmittag
hatten wir Sonne satt. Gegen 15:30 Uhr hatten wir bis auf Kleinigkeiten
alles "durch" und Hunger. Wir haben allerdings nur was Kleines gegessen, da
wir heute Abend nebenan noch mal richtig was Amerikanisches essen wollen.
  
  
  
  
  
  
   
  
  
Mit lahm gelaufenen Füssen zogen wir gegen 16:30 Uhr die Bremse. Es war sehr
ruhig geworden im Park, da dieser ja im 17:00 Uhr schließt. Natürlich
konnten wir es uns nicht verkneifen, noch ganz kleine Souvenirs zu kaufen
und dann ab ins Motel.
Morgen fahren wir in Richtung Los Angeles-Vorort zum Schlafen und
Vorbereiten unseres Heimfluges, und unsere Zeit hier läuft damit ab. Ich
denke, morgen werde ich nichts Großartiges mehr zu berichten haben. Aber wir
werden von zu Hause aus die letzten Stunden noch nacharbeiten.
Auch den Text und die Bilder werden wir ggfs. aktualisieren, erweitern oder
austauschen. Ebenso liefern wir noch Zahlen und Daten, wie z.B. die Kosten
der Reise nach. Auch einige wichtige, aktuelle Infos, die wir während
unserer Reise erlebten, fassen wir noch einmal zusammen. Unsere Homepage-USA
Seite wird auch weiterhin bestehen bleiben bzw. um andere Reisen erweitert
werden.
Ihnen möchte ich schon an dieser Stelle DANKE sagen für Ihre Begleitung auf
unserer Tour. Oft haben wir keine Lust gehabt, wirklich noch was am Abend zu
schreiben. Und oft war es auch ein mühsames Suchen von Online-Verbindungen
an und vor anderen Hotels. Und doch hätte uns etwas gefehlt, wenn wir Sie
nicht auf dem Laufenden gehalten hätten. So haben auch wir unsere Reise viel
intensiver erlebt.
Gefreut haben wir uns auch über die vielen E-Mails und
Gästebuch-Eintragungen, auch wenn wir aus Zeitgründen bei den meisten keine
Rück-Mail geschickt haben. Gelesen haben wir alle und Motivation haben wir
auch daraus gezogen.
Ich bedanke mich auch noch mal besonders für die guten Wünsche als ich mich
plötzlich im Krankenhaus wiederfand. Ich hatte schon "das arme Tier" und ich
wollte auch nach Hause. Aber ich hätte mich schwarz geärgert, hätte ich es
getan. Was wäre mir doch alles entgangen!
Natürlich planen wir im Kopf auch schon für nächstes Jahr einen
Amerika-Trip. Und ich hoffe, es klappt. Und ich hoffe natürlich auch, dass
Sie uns alle wieder begleiten. Uns würde sonst wirklich was fehlen.....
27.10.2005 San Diego mit kleiner Stadtrundfahrt und Fahrt nach Los
Angeles
unsere heutige Route:
Unerwarteter weise haben wir heute doch Internet zur Verfügung, und so
können wir Sie doch noch auf dem Laufenden halten, was unseren letzten
Urlaubstag angeht.
Der Morgen fing erst mal mit Stress an. Da wollte die Rezeptionistin in
unserem Hotel doch glatt 99,95 Dollar plus Tax pro Nacht. Unsere Proteste,
wir hätten 69,95 Dollar vereinbart ignorierte sie mit dem Hinweis, es
stünden erstens nur begrenzte Kapazitäten zu diesem Sonderpreis zur
Verfügung und zweitens ich hätte ja schließlich die Anmeldung zu diesem
Preis unterschrieben. Das stimmte auch, aber ich hatte das gar nicht
gesehen. Gott sei Dank waren da zwei nette deutsche Ladies, die von "Wilma"
nach Kalifornien verschlagen worden waren. Die beiden waren nach uns
gekommen und hatten den Preis von 69,95 Dollar auf ihrer Anmeldung stehen.
Also musste der Sonderpreis zu unserer Zeit ja auch zur Verfügung gestanden
haben. Erst mit diesen Tatsachen konfrontiert, war die Rezeptionistin
bereit, den Preis zu korrigieren. Schade, solche Geschichten machen einen
guten Motel-Ruf völlig kaputt, denn solche Nummern durchzuziehen, spricht
sich rum - auch unter Deutschen. Und ein Comfort -Inn ist ja nicht
irgendwelche Bruchbude. Die beiden Ladies haben eine Einladung bei uns
offen. Ich hoffe, sie besuchen uns mal....
Wir sind also aufgebrochen, noch mal auf die Schnelle eine Rundfahrt durch
San Diego zu machen. Die "Schnelle" dauerte dann doch an die 4 Stunden, und
wir wissen, dass wir noch nicht mal die Hälfte gesehen haben. Irgendwie
hoffe ich, dass wir nächstes Jahr die Zeit finden, doch noch mal nach San
Diego zu kommen. Für diejenigen, die dort hin fahren: In der "Altstadt"
namens "Old Market" kann man mit einem knallroten Trolley eine Art
Stadtrundfahrt machen. Es gibt einen Plan davon, wie und wo der Bus fährt.
Und man kann mit seinem Ticket überall aussteigen und wieder einsteigen.
Fast hätten wir die 2-Stunden-Fahrt ohne Aussteigen auch noch gemacht, aber
wir hätten letztendlich keinen Spaß gehabt - unter unserem Zeitdruck. Aber
wir sind noch durch dieses alte Viertel gebummelt, haben die Kirche besucht
und natürlich ein paar Souvenirläden. In einem fanden wir tolle mexikanische
Souvenirs aus Ton und in Handarbeit gefertigt. Wir wollten dann auch noch
wenigstens einen Blick in den Hafen werfen - ohne zu wissen, was uns dort
erwartete.
  
  
  
Ein bisschen verfahren haben wir uns und wir haben bei der Gelegenheit auch
einen Blick in San Diegos "Hinterhof" geworfen. Wie so ist diese Stadt
eigentlich amerikanisch und nicht mexikanisch?
Als wir endlich den Hafen fanden, gab es da 2 Highlights - ein Kriegsschiff
der Marine, genauer gesagt ein riesiger Flugzeugträger, den man sogar
besichtigen konnte. Auf Deck standen eine Menge dieser Flugzeuge die dort
starten und landen. Und ein Stück weiter lag ein Segel-zwei-Master, die "
Star of India" in ihrer ganzen Grösse und Pracht, die man ebenfalls
besichtigen konnte. Daneben lag noch ein kleinerer Einmaster. Und gegenüber
ist ein Holiday Inn-Hotel - und das merke ich mir für´s nächste Jahr!
  
Wir sind dann noch ein bisschen durch die Geschäftsstrassen mit ihren
Hochhäusern gefahren. Unterm Strich könnte man in San Diego durchaus 3-4
Tage verbringen, wenn man z.B. auch den Zoo, La Jolla und die Missionen
besuchen will. Und bestimmt gibt es noch viel mehr Punkte, die man gesehen
haben muss.
Wir können für uns nur festhalten, dass San Diego eine lebhafte Stadt mit
viel Verkehr und vielen Sehenswürdigkeiten ist. Schade, dass uns die Zeit
ausging.
Die Weiterfahrt auf der I-5 Richtung Los Angeles war ein bisschen ungewohnt
nach 7 Wochen Urlaub in der weiten Pampas. Und wenn ich daran denke, dass
man sich dort stellenweise gegrüßt hat, bloß weil man mal ein
anderes Auto sah, dann war das heute wieder eine Heimkehr in fast
europäische Verkehrs-Verhältnisse. In z. T. 5-er-Reihen Auto an Auto, in
beide Richtungen. Und es war noch nicht mal "Rush-Our". Wie früh müssen
eigentlich die Menschen morgens aufstehen, wenn sie außerhalb wohnen und um
8 Uhr in L.A. zur Arbeit müssen??? Ob 5 Uhr morgens reicht?? Wir jedenfalls
brauchten für die schlappen 100 Meilen sehr lange bis wir endlich in
Flughafen-Nähe ankamen.
  
Wir wohnen in dem Travelodge, von dem ich schon am Anfang der Reise
gesprochen habe - sauber, modern, teuer, aber nahe an den Autovermietern
zwecks Rückgabe des Leihwagens. Und eigentlich noch verhältnismäßig ruhig,
wenn man das Glück hat, ein Zimmer "im Hof" - sprich zur Pool-Seite zu
ergattern. Bezahlt haben wir mit sämtlichen Rabatten, die man akzeptiert hat
69,95 Dollar plus Tax. Nebenan ist "Dennys" und so wird das letzte Frühstück
für dieses Jahr für uns auch von dort kommen.
  
Unser Flieger geht gegen 15:00 Uhr, falls wir pünktlich wegkommen und ab
12:00 Uhr können wir einchecken. Zeit genug also für unser Frühstück und das
Auto wegbringen. Von uns hören Sie wieder aus good Old Germany und dann
berichten wir sicher auch über unsere Abenteuer auf dem Airport.......
28.10.2005 Rückreise nach Deutschland
Die Nacht im Travelodge war ziemlich laut - weniger von den Flugzeugen
her, sondern hinten raus mit dem LKW-Verkehr die ganze Nacht. Aber was
sollte es, wir waren sowieso aufgeregt. Unser Frühstück bekamen wir gegen
Gutschein im Hotel und es war nicht mal schlecht. Aber auch hier war kein
großer Hunger bei uns vorhanden, da die Aufregung wirkte.
Wir fuhren als erstes zurück zu "Alamo", um den Wagen abzugeben. Da unser
Gepäck aus 4 Riesen-Reise-Taschen
und dazu 2 PC-Taschen, 2 kleinen Rucksäcke und 2 Fototaschen bestand, grauste
uns schon davor, das alles raus aus dem PKW
und rein in den Shuttle-Bus und dann wieder da raus und 2 Wägelchen holen
und dann rein in den Airport.
Der Shuttle-Bus-Fahrer hatte Mitleid mit uns und transportierte unser Gepäck
nicht nur rein in den Bus, sondern auch wieder raus.
Zwei Wägelchen fanden wir auch, und frohgemut wollten wir in den Airport
rein - wenn da nicht Hunderte und endlos lange Schlangen
von Asiaten gestanden hätten.
Laut Flugplan gingen innerhalb von 4 Stunden 20! Maschinen Richtung Asien.
Aber irgendwie schlängelten wir uns dann doch durch und fanden sogar eine
Bank zum Warten und mit Blick zum
LTU-Schalter.
Gegen 11:00 Uhr wurde es unruhig und die ersten LTU-Reisenden trafen ein -
und verschwanden auch gleich wieder.
Die Sicherheitsbestimmungen schreiben vor, dass man die Koffer durchleuchten
lassen muss, bevor man damit an den
Schalter darf. Ich brauche Ihnen wohl nicht zu schildern, wie das bei uns
mit unserem Gepäck ablief.....
Eine Stunde später standen wir wieder am Schalter. Unser Gepäck wurde
bewacht wie Fort Knox, und erst wenn man am Schalter stand,
wurde es gebracht und auf die Waage gestellt und dahinter stand wieder einer
von der Security und schnappte sich wiederum
die Koffer.
Der LTU-Mann interessierte sich nur dafür, ob wir auch ja nicht mehr als 4
Gepäckstücke hatten - und das war gut so.Das Gewicht unseres Gepäckes war mächtig zu hoch......
Nach all diesen Hürden hatten wir uns ein ruhiges Plätzchen in einer Lounge
verdient. Entspannen, was essen und trinken
und viel Ruhe - so stellten wir uns das vor. Die Lounge war proppenvoll, und
es war nicht mal ein Stuhl frei. Also wieder warten,
bis endlich einige Reisende verschwanden. Dann haben wir lecker Schampus
getrunken und Brötchen gegessen und die Zeit mit Zeitung lesen rumgebracht
Einige Deutsche fanden sich auch ein und so konnte man ein bisschen
miteinander reden. Dann wurde es Zeit und der Endspurt
zum Gate begann - endlos lang, gute 10 Minuten weit. Und als wir dann
endlich in den Flieger einsteigen konnten, schmerzten
nicht nur die Arme vom Tragen des "Handgepäcks".Aber ab da wurde es für die nächsten 10 Stunden und 10 Minuten recht nett.
Wir saßen in der ersten Reihe - aber wirklich! - und die beiden
Stewardessen waren so was von nett - da können sich so manche
andere Gesellschaften schon was abgucken.
Den meisten Spaß hatten wir aber, als es nach dem Abendessen den "Absacker"
geben sollte. Keiner wollte so richtig
noch ein Verdauungsschnäpschen trinken, und die beiden Stewardessen redeten
mit Engelszungen auf uns alle ein.
Bis wir dann bereit waren, einen "Killepitsch" zu trinken.
Für Nicht-Düsseldorfer - das ist ein sehr würziger und angenehm zu
trinkender Kräuterschnaps. Lecker ist er auf Eis
und er schmeckt vielleicht ein bisschen wie Jägermeister.
Als wir Killepitsch orderten, wollten die beiden hinter uns auch einen, die
in der Mitte daneben - aus
dem Harz stammend - wollten das mal probieren und die beiden Stuttgarter
neben uns in der Mitte wollten
dann natürlich auch probieren. Und selbstverständlich auch die auf der
anderen Seite. Effekt: die beiden Stewardessen
waren voll beschäftigt und die beiden Flaschen nach einer Weile leer.
Nein, ein Schlafmittel waren die Schnäpse nicht und so wurde nicht viel aus
der "Schlafphase". Aber Spaß hatten wir allemal.
Übermüdet in Düsseldorf angekommen, ging für uns alles nur noch schnell.
Taschen auf 2 Wägelchen, raus in die Halle
und rein in das Auto. Alfred war so lieb und hatte uns wieder abgeholt.
Und dann stand nur noch Schlafen an. Und ich hoffe - heute ist bereits
Dienstag - dass wir es bald mit der Zeitumstellung
geschafft haben. Das normale TV-Nachtprogramm ist nicht der Brüller und nur
die politischen Highlights machen das
nächtliche Sitzen auf der Couch abwechslungsreich. Lieber würde ich
allerdings nachts schlafen und tags wach sein - aber
so was kennen Sie ja auch von Ihren Reisen......
Ach ja, wir freuen uns schon auf unsere nächste USA-Reise! Begleiten Sie
uns wieder?
seit 29.10.2005 ZURÜCK IN DEUTSCHLAND
Hier die Zahlen, Daten und Fakten unserer Reise.
|
Abrechnungszeitraum 55 Tage USA
2.9.-29.10.2005 |
| Bezeichnung |
Gallone= 3,8 Liter
Meile =1,61 km |
Hinweis
(Zahlen wurden gerundet) |
Dollar gesamt
(1 Euro = ca.>1,25 Dollar getauscht per Travelercheck) |
Euro
|
| Benzin |
7775 Meilen/295 Gallonen
12500 km/1120 Liter |
Durchschnitt: 9 Liter/100
km |
865,00 |
650,00 |
| Motels |
(meistens mit High Speed!)
(teilweise mit Coupons!) |
Durchschnitt je ca.
55 $,
2 Nächte gratis durch "TRIPREWARDS" |
3 030,00 |
2 270,00 |
| Restaurants |
u.a. Buffets / Fastfood |
|
1 000,00 |
750,00 |
| Tip Trinkgeld |
Motels, Essen... |
|
> 120,00 |
100,00 |
| Flug |
LTU |
für 2 Personen
( + Upgrade First Class) |
|
1 500,00 |
| PKW-Miete |
Alamo incl. Vollkasko u.
unbegrenzter Kilometer! |
Holyday Autos
-20 % Rabatt erhalten |
|
1 270,00 |
| Eintrittskarten |
|
u.a. Nationalpark-Pass 50 $;
Eintritt Seaworld 50 $... |
270,00 |
200,00 |
| Sonstiges |
|
Lebensmittel, Souvenirs... |
|
760,00 |
| GESAMT |
|
für 2 Personen!
Woche < 500 Euro/Person |
|
7 500,00 |
| Themen |
Hinweise und Tipps aufgrund
unserer Erfahrungen 2004/2005 |
| Geld |
-unbedingt Kreditkarte mitnehmen zur Hinterlegung
der Autokaution, für Internetbuchungen der Motels, für
Motels selbst, wenn man länger bleibt
-mit der Mastercard/EC-Karte kann man an einigen Banken
bares Geld bekommen
- sinnvoll sind US-Travellerchecks, die vergünstigt über
den ADAC zu bekommen sind, Travellerchecks können
gebührenfrei eingesetzt werden bei Motels, Tankstellen
und Supermärkten, evtl. wird ID (z.B. Führerschein) als
Ausweis verlangt, Restgeld wird bar ausgezahlt. |
| Internet |
Laptop ist sinnvoll, großer Teil der Motels bietet
Wireless (kabellos) an, deshalb von Deutschland
entsprechende Karte (z.B. Netgear) mitnehmen und auf
"USA -Code" installieren, oder evtl. Modem mit
entsprechendem Kabel und via Telefon-Leitung AOL
benutzen (Testversion oder über Gastzugang eines
Bekannten, da Ortsgespräche vom Zimmer aus in USA i. d.
R. kostenlos sind.)
Einige Motels bieten einen Internetanschluss in der
Rezeption an. Jeder Ort hat eine Library, in der man
kostenlos Internet benutzen kann. |
| Supermärkte |
In großen Märkten kann man kostenlos Mitglied werden
, dadurch bekommt man besondere Rabatte. Lohnt immer!
Haben keine Nachteile gesehen. |
| Ärzte |
Im Notfall Emergency aufsuchen. Oder Rufnummer 911.
Ärztliche Leistungen, Krankenhäuser sind extrem teuer.
Sinnvoll ist eine Zusatzkrankenversicherung. Wir haben
die allerbesten Erfahrungen mit dem ADAC gemacht. (Siehe
auch Bericht.) Übersetzer stehen zur Verfügung. Kontakt
mit dem ADAC in USA ist deutschsprachig und kostenlos.
Elekronischer Translator ist immer angebracht
mitzunehmen. Aber auch eine gewisse Hausapotheke gehört
ins Reisegepäck. |
| Einreise |
Mit Visum ist sinnvoll. Geht aber auch ohne. Evtl.
Botschaft kontaktieren! Auf jeden Fall werden bei der
Einreise Foto und Fingerabdrücke gemacht. Keine
Pflanzen, keine Fleischprodukte einführen. Manchmal
Hundekontrollen! Strenge Sitten dort!!!
Sinnvoll ist, wenn man bereits bei der Einreise das
Motel der ersten Nacht angeben kann. Über Internet
leicht zu buchen. (Namen siehe unten.) Um zum Auto zu
kommen, Busshuttle der entsprechenden Gesellschaft am
Flughafen kostenlos nutzen! (In Orlando nicht nötig, da
im Airport-Parkhaus gegenüber.) |
| ADAC |
Karte mitnehmen, ADAC bzw. AAA-Mitglieder haben
Vergünstigungen z.B. bei der Motelmiete. ADAC Mitglieder
haben auch dort Verkehrsschutz.
Sinnvoll eine ADAC (oder entsprechende)-
Auslandskrankenversicherung, da die Kosten in USA extrem
hoch sind. Merkblatt mit Telefonnummern von Deutschland
aus mitnehmen! |
| Adapter |
für Stromversorgung unbedingt mitnehmen!!! Besser
auch Ersatz. Sinnvoll ist auch eine Stromsteckleiste für
mehrere Anschlußmöglichkeiten. Batterien nicht
vergessen.
Daran denken, dass in USA nicht 220 Volt besteht. Geräte
sollten darauf eingestellt sein. (Fön und Wasserkochen
waren extrem langsam.) |
| Telefonkarte |
Billigster Einsatz für Gespräche nach
Deutschland ist die Telefonkarte. In vielen Märkten und
Souvenirläden zu kaufen. (Angebene Nummer wählen, dann
011 für Übersee, dann 49 für Deutschland und die
deutsche Ortskennzahl (ohne die 0) und die Rufnummer des
Teilnehmers wählen.) Fertig. Kosten: ca. 2-4 cent pro
Minute.
Wir haben bei OfficeMax (Bürosupermarkt) gekauft. 500
Minuten (250 Minuten für Deutschland) ca. 25 Dollar
incl. Steuer. Triband-Handy ist möglich, aber nicht
überall Empfang. SMS sind ebenfalls möglich. Handy muss
natürlich auf USA umgestellt sein. |
| Trinkgeld |
Tip. In Restaurants (15-20%) und Motels (1 $ /Nacht)
üblich. Buffets und richtiges Frühstück i.d.R.. 1 $
/Person. Fastfood nix. (Continental Frühstück im Motel
auch nix. Ist ja auch nix.) Einmal war das Trinkgeld
bereits mit 18 % im Rechnungsbetrag enthalten. Ist aber
nicht üblich. (Wir beschweren uns über diese Art.) |
| Motels |
Preise i. d. R. zwischen 40 und 100 Dollar zuzüglich
Steuer (Tax). Motel 6 ist preiswert, Qualität wird immer
besser, 2 große Betten, jedoch keine Sonderausstattung
und selten Frühstück.
Übrige Motels können oftmals mit sogenannten Coupons zu
vergünstigten Preisen gebucht (oder auch über Internet
vorgebucht) werden. (Couponhefte z.B. bei Dennys oder MC
Donald zu finden.) Z.B. Ramada, Days Inn, Best Western,
Comfort Inn, Holiday Inn Express, Super 8, Microtel,
Travelodge........
Freitag und Samstag sind alle Motels i.d.R. immer
teurer! Zweite Person kostet 5-20 $ mehr. Manchmal gibts
Rabatte wegen ADAC/Triple A oder Seniorenrabatt.
Nichtraucher und Raucherzimmer möglich. Trend geht zu
Hotelbauten.
Rechnungen kontrollieren. Fehler kommen vor!
Californische Motels waren übrigens am teuersten!
Zu empfehlen ist die Mitgliedschaft bei
www.Triprewards.com. Hier können Hotelpunkte
gesammelt werden. 6000 Punkte gibt eine kostenlose
Nacht, die selbst gewählt werden kann. Leicht über
Internet zu machen. Vorher in Deutschland Mitglied
werden. Ist sinnvoll, wenn....man länger dort ist und
eine bestimmte Motelgruppe wählt. |
| Cooler |
sinnvoll, um Lebensmittel zu kühlen. In allen Motels
gibt es kostenlos Eiswürfel. Styropor-Cooler werden
relativ schnell naß- keine Empfehlung. Cooler kann auf
Rückflug als "Schutztresor" für zerbrechliche Sachen
verwendet werden. |
| Automiete |
Haben bei Holliday Autos über Internet gebucht.
Günstigen Rabatt-Zeitpunkt abgewartet, d.h. 20 % Rabatt
erhalten. Autos sind in USA von Alamo. Wir hatten sehr
gute Autos. Vollkasko und unbegrenzte Kilometerzahl
inbegriffen. Alamo versuchte uns ein Upgrade
aufzuschwatzen. Wäre 500 $ teurer geworden.
Nicht den kleinsten Wagen nehmen. 4 Türen ist sinnvoll!
Die Strecken sind lang und das Gepäck ist viel. Großer
Kofferraum ist immer wichtig. Nur Automatik -Autos.
Wichtig: In USA gilt an Kreuzungen ohne Ampeln nicht
Rechts vor Links- sondern, der der zuerst das
Stoppschild erreicht hat die Vorfahrt. Und i.d.R. ist
das Rechtsabbiegen an roten Ampeln erlaubt.
Kleinere Reparaturen (z:B. Autoreifenpanne) bis 20 $ vor
bezahlen, größere Beträge mit Verleihfirma abklären!
Kontraktnummer angeben. |
| Zimmer |
Überflüssig waren Fön und Heißwasserkocher. Es gab
fast überall Föns und Mikrowelle im Zimmer. Oft auch
Kühlschrank, Bügelbrett und Bügeleisen. Oft auch
Waschmaschine und Trockner im Hotel. Zimmer haben alle
Klimaanlage ...mal mehr mal weniger gut.
Gute Zimmer/Motels kann man außen an Klimaanlage und
Fenster erkennen... alt, laut, schmutzig erkennt man
sofort! |
| Tax |
Alle Preise sind ohne Steuer ausgewiesen. (Außer
Benzin) Jeder Staat hat eigenen Steuersatz. Tax kommt
also überall noch dazu!!! Übrigens ist Soft-und
Hardware relativ teuer. Wir haben (fast) nichts gekauft-
alleine schon wegen der Stromanschlüsse. Märkte: CompUSA
und Best Buy |
| Fragen? |
Bitte Dagmar kontaktieren unter:
rettig4net@gmx.de |

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