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Anni & Dagmar´s
Live-Reisebericht USA West 2005
Website:
www.ShowCreator.com
Auf unserer USA-Website gibt` s unter "Fotoalbum"
weitere USA-Fotos
sowie einen Reisebericht der USA von 2004.
(c) 2005 Texte und Fotos A. Bertrams & D. Rettig

30.08.2005
Vorwort:
Seit meinem Vorwort
vom letzten Jahr bis heute hat sich nicht viel geändert.
Wir sind ein wenig älter geworden, haben festgestellt,
dass wir für spanische Langzeit-Campingplätze immer noch
zu jung sind und außerdem kribbelt es wieder, auf Tour
zu gehen. So werden also zwei betagte Ladies Amerika mal
wieder unsicher machen. Wir – das sind zwei Mädels im
reifen Alter, immer noch flott wenn´s um Reisen,
Fotografieren und Computern geht. Neugierig und
wissbegierig, beizeiten vergesslich, aber nie
langweilig. Wir schätzen nette Leute, nette Gespräche und
ein leckeres Bierchen an den Kneipentheken dieser Welt.
Wir kämpfen ewig mit unseren Pfunden und Büffets sind
unsere persönlichen Gegner –einfach zu lecker. Aber was
soll ich Ihnen sagen – das Leben ist schön und
aufregend. Und unsere Erlebnisse quer durch diese Welt
kann uns auch keiner nehmen.
Gepackt haben wir immer noch nicht, aber aufgeregt sind
wir schon. Viel wichtiger als Packen ist ja auch, ob der
PC richtig bestückt ist und alle Kabel eingepackt sind.
Schließlich wollen wir ja live und wenn´s geht, täglich
berichten.
Eigentlich ist diese
Reise in diesem Jahr ungeplant. Ende 2004 stand der Euro
gut und Dollars waren billig zu kriegen. Ein weiterer
Grund war, dass es im Januar 2005 30% Sonder-Rabatt auf
USA-Automieten gab und Überraschung – einen Flug in
First Comfort mit „Special Promotion“ . Wir haben uns
dann gesagt, dass das dann wohl alles so sein sollte.
Nun stehen wir also in den Startlöchern und freuen uns
tierisch auf unseren Trip. Sie, lieber Leser, möchten
wir teilhaben lassen an dieser 8-Wochen-Reise, deren
Endergebnis wir auch noch nicht kennen. Geplant sind 2
Monate, das Ganze mit PKW und Motel/Hotel, ab Los
Angeles in grober Richtung nach Norden und über Utah und
Las Vegas und wieder zurück nach Los Angeles. Am
Freitag, dem 2.September geht’s los……
Vorplanung:
Alle Vorbereitungen
gingen dieses Mal flott. Wir haben einen gültigen Pass
mit Visum. Unsere Finger- und Gesichts-Bildchen liegen
schon bei den Amis vor und ich hoffe, dass es dieses Mal
auch wieder problemlos abläuft.
Knete haben wir für
diesen Trip auch
genug gebunkert, genauer gesagt Traveller Checks von
American Express. Wie ich letztes Jahr in meinem Bericht
schon schrieb, die billigste Methode ist die über den
ADAC. In deren Sondergutscheinheften den passenden Gutschein raustrennen,
ausfüllen und nach Frankfurt zu American Express faxen –
Nummer steht drauf. Der Vorteil ist, man zahlt nicht die
1% Gebühr, die sonst die Banken erheben. Ab 14:00 wird
der aktuelle Tages-Kurs eingestellt und so rechnet es
sich auch mal, das Ganze vorher im Bildschirmtext zu
verfolgen, bevor man ordert.
Natürlich macht das vorherige "Beobachten" nur Sinn, wenn man entweder
auf Vorrat kauft oder einfach mehr braucht. Ich scheue
immer die Kreditkarte, weil ich da Gebühren und eben
auch den dann aktuellen Kurs bezahlen muss. Wäre
z.B. momentan wesentlich teurer als der Kurs, den wir bezahlt
haben.
Traveller Checks
werden in den USA wie Bargeld behandelt. Einfach in
einen Supermarkt gehen, was einkaufen und an der Kasse
mit dem Scheck bezahlen. Manchmal wird nach der „ID“
gefragt. Ich habe dann immer meinen
Scheckkarten-Führerschein gezückt und die Mädels haben
die Nummer abgeschrieben und das wars. Kein Gefrage,
kein Gerenne, keine Extra-Gebühren. Außerdem sind die
Checks auch versichert, falls mal welche geklaut werden
oder verloren gehen.
Das mit dem Mieten eines USA-Autos ging auch sehr
problemlos. Hier in Deutschland gibt es einen
Gross-Vermieter für Autos namens „Holidayautos“ der
beizeiten Sonderpreise macht. Wir hatten das Glück, 30%
Rabatt abstauben zu können. Das bedeutet, das gemietete
Mittelklasseauto kostet für die 56 Tage schlappe 1.270
Euro – und das in Kalifornien. Es ist ein Alamo-Auto.
Letztes Jahr hatten wir ebenfalls von Alamo zwei mal
einen fast flammneuen Wagen, also nix Schrottkisten und
so. Den Flug haben wir wie so oft bei LTU gebucht. Und
auch da erwischten wir einen dieser Supertage - First
Comfort zu einem Spitzen-Preis. Ich liebe es, in der
ersten Reihe zu sitzen - wenn es bloss nicht immer so
teuer wäre.....Zu Hause sind wir am schönen Niederrhein,
vor den Toren Düsseldorfs und so ist ein Klacks an den
Flughafen zu kommen.
Geplant ist, via
Yosemite und Mono Lake, rüber nach Monterey an die
Küste. Danach in den Norden über San Francisco nach
Oregon. Irgendwie über Mount St. Helen nach Seattle.
Dann rüber nach Yellowstone – und ich hoffe, daß Schnee
liegt – und von dort wieder mit einigen Schlenkern
rechts und links in den Süden nach Utah. Je nachdem, wie
viel Zeit bleibt, noch ein paar Trips rechts und links
der Straße, besonders im Capital Reef NP. Und am
liebsten mit einem „Hummer“Allrad – auch wenn der 30
Liter säuft. In Moab habe ich letztes Jahr einen Händler
gesehen, der die Dinger tage-und stundenweise vermietet.
Von dort nach Las Vegas. Nein, nicht zocken, sondern
lecker Brauerei-Bier trinken und das neue Wynn-Hotel in
Augenschein nehmen. Da Las Vegas ja dieses Jahr 100
Jahre feiert, gibt’s bestimmt einige Highlights an
Shows.
Wohnen werden wir
dort wie im letzten Jahr im Wüstenort „Jean“ – 15 Minuten
jenseits vom Strip, dafür aber die Nacht fürs wirklich
tolle Zimmer für 20.- Dollar! Außer diesem Casinohotel,
einer Post, einem kleinen Privatflughafen und unendlich
viel Wüste rechts und links gibt’s da nix – von der
Interstate nach Vegas mal abgesehen - herrlich. Je
nachdem wieviel Zeit noch bleibt, steht noch ein Trip
nach San Diego auf dem Plan. Wir waren lange nicht mehr
dort.
Aber wie auch immer – Sie werden die ersten sein, die es
erfahren.
Wir werden keinen Bericht über Sehenswürdigkeiten und
Geschichte schreiben - das können andere besser -
sondern über Leid und Freud, über Erlebnisse,
Erfahrungen und neu Gelerntes. Und wir freuen uns über
alle, die diese Berichte lesen und vielleicht das eine
oder andere bei Ihrer eigenen Reise einbauen können. Und
falls Sie Tipps oder Verbesserungsvorschläge haben – nur
zu, wir sind offen für alles.
Ach ja, Bilder zu
unseren Trips finden Sie natürlich auch in unserem
Fotoalbum und nicht nur zwischen den Zeilen......
2.09.2005 gut in
Los Angeles angekommen
In aller
Herrgottsfrühe quälte sich unser lieber Freund Alfred
aus den Federn – trotz Urlaub – um uns nach Düsseldorf
zu fahren. Aufgrund der umfangreichen doppelt und
dreifachen Checkerei zu allen Flügen in die Staaten
reichen 90 Minuten vor Abflug nicht mehr aus. Und so
standen wir um 7:30 am Schalter der LTU. Die Damen hatten
schon am frühen Morgen Stress, weil gleichzeitig 2
USA-Maschinen abgefertigt werden mussten, unsere nach Los
Angeles und die andere nach Miami. Und das ergab dann leider
eine Verspätung von 45 Minuten. Abflug war letztendlich
11:30 Uhr
  
Aber im Einzelnen:
der Check-in in Düsseldorf war problemlos. Ein Vorteil First Comfort zu fliegen
ist, dass man zuerst eingecheckt wird an einem separaten
Schalter – auf rotem Teppich! – und anschließend erst
mal lecker frühstücken geht in einer Lounge. Als wir
endlich in die Maschine durften, wurden wir empfangen
mit einem Gläschen Champagner. Das Sitzen in der ersten
Reihe hatte den Vorteil, dass man niemanden hat, der
einem mit dem Sitz aus der Reihe davor auf den Schoß fällt. Im Gegenteil,
man kann hervorragend seine Beine an der geraden Wand
vor sich ausstrecken und somit ein bisschen vorsorgen von
wegen dicken Beinen und so. Apropos dicke Beine und
Thrombose-Gefahr: Anni hat sich von ihrem Doc eine
Reisespritze empfehlen lassen. Kurz vor Beginn des
Fluges in eine der "Bauchfalten" gespritzt, verdünnt es
das Blut und verhindert vielleicht was Schlimmeres. Ein
bisschen stehen und gehen und turnen sollte man aber
trotzdem während des Fluges. Ich habe mir die Spritze verkniffen.
Mir wird schon schlecht, wenn ich Blut sehe und dann
soll ich mir so ´nen Ding in meinen Rettungsring
spritzen?
Der Flug selbst war eigentlich wie immer
lang, lang, lang, ein bisschen ruppelig bis nach Grönland
und dann nur noch ein „auf die Uhr gucken, wie lange es
noch dauert“. Ich beneide alle Leute, die tief und fest
im Flieger schlafen können und sich den Stress gar nicht
machen.
Die
Daten: insgesamt 9.143 km weit, 11:40 Stunden Flug, im
Durchschnitt war es draußen -50 Grad, der Flieger flog
zwischen 10.000 und 12.500 km hoch und war ungefähr 800
km/h schnell.
Die Route verlief südlich von Grönland, ein bisschen
Kanada und der Rest quer durchs USA-Land.

In Los Angeles gelandet, erwartete uns die erste
Überraschung. Die Maschine rollte über sämtliche Felder
und an allen Gebäuden vorbei bis zur allerhintersten
Ecke. Dort befand sich nur ein Gate und man war raus aus
dem Flieger, rin in den Bus und 10 Minuten später in der
„Abfertigungshalle“. Erst dachte ich, es ist ziemlich
deprimierend, so weit abgeschoben zu werden, aber sooo
schnell waren wir noch nie abgefertigt. Dazu noch ein
netter Immigrations-Officer, der uns das momentane
Oktoberfest in L. A. empfahl und raus waren wir. Noch nie
habe ich es dort erlebt, vor den Koffern da zu sein und
auch noch darauf warten zu müssen!
Auch das Shuttle für das Mietauto stand da wie für uns
bestellt und an einem Freitag, an den halb USA auf Trip
ist und auch noch vor dem anstehenden montäglichen
Feiertag „Labor Day“ – das habe ich auch da noch nicht
erlebt. Selbstredend dauerte auch die Übernahme des
Miet-PKW
keine 10 Minuten.

Naja, danach dauerte dann aber alles länger. Ich schiebe
es natürlich auf meine Müdigkeit, dass ich dauernd die
Bremse mit der nichtvorhandenen Kupplung verwechselte
und es verdammt nötig war, angeschnallt zu sein.
(Amerikanische Autos sind nun mal alles
Automatik-Autos!) Auch
dass ich erst eine Flughafen-Rundfahrt machte, bevor ich
dann das Hotel fand, obwohl ich doch schon mit der Nase
davor war. Ende gut alles gut, dachte ich, als ich das
nötigste Gepäck auspackte für die eine bevorstehende
Nacht. Mitnichten. Anni grinste sich einen und ließ mich
weiterfluchen. Ich hatte das Super 8 Motel von
Deutschland aus gebucht und in weiser Voraussicht ein
Flughafen-nahes ausgesucht. Es war dann auch sehr „nah“.
Auf dem Balkon vor unserem Zimmer stehend, hätte ich die
Flugzeuge berühren können, wäre mein Arm 50 Meter lang
gewesen – so tief kamen die rein. Von dem dazugehörigen
Lärm will ich gar nicht reden. Kurzum, ich konnte die
Flieger, die reinkamen sogar vom Bett aus nicht nur
deutlich sehen, sondern auch bei vielen feststellen, aus
welchen Land die kamen.
Na, dann gute Nacht.

3.09.2005 auf dem
Weg Richtung Monterey
unsere heutige Route:

Wir haben
verständlicherweise nicht soo toll geschlafen. Aber pünktlich
um 7 Uhr sind wir aufgestanden. Geduscht, gepackt und
ab. Ein schönes Frühstück bei „Dennys“ stand an. Daneben
das Hotel „Travelodge“ bot sich als „gutes
Durchschlafen“ an. Kann ich nur empfehlen, als
Alternative zu den großen Hotels direkt am Airport. Es
liegt an der Ecke „Aviation“ und „Century“. Sehr zentral
zum Airport, aber nicht in der Einflugschneise! Nicht
weit von Alamo und den anderen Autovermietern. Und
daneben eben „Dennys“. Leider habe ich das nicht gewußt.

Nach dem ausgiebigen Frühstück, auf das ich mich schon
seit Wochen freue, haben wir noch ein Couponheft
mitgenommen, mit den aktuellen Rabatt-Angeboten der
Hotels. Ich schrieb es letztes Jahr schon in meinem
Bericht, wie man da dran kommt und damit umgeht.
Aufgefallen ist mir auch dabei, dass sich die Preise zum
vergangenen Jahr gewaltig erhöht haben. Auch Frühstücken
geht nicht mehr für $ 4,99 sondern kostet jetzt $ 7,99
für Ham-and-Cheese-Omelett.
Das Super 8 Motel der
vergangenen Nacht war im übrigen ok bis gut. Die
Sicherheit war hier hoch. Die Zimmer begannen erst in
der 1. Etage, alle Zugänge dorthin waren nur per
Zimmerschlüssel erreichbar. Selbst der Lift
funktionierte nur so. Die Fenster der Rezeption waren
allerdings allesamt vergittert....Die Zimmer waren gut
ausgestattet. Sogar
Bügelbrett und -eisen und Kühlschrank, Mikrowelle
und Haarfön waren vorhanden. Kostete an diesem Freitag 74 Dollar und
war komplett ausgebucht.
Nach dem Frühstück haben wir erst mal
beschlossen, die Reise an der Küste fortzusetzen. Es ist
absehbar, dass wir Probleme mit der Müdigkeit kriegen.
Ein Highlight direkt in die ersten 2-3 Tage zu setzen,
war uns darum zu schade. Unsere Weiterfahrt nach dem
Frühstück erfolgte deshalb über die 101
bis nach Santa Monica.
Einen Joke wollte ich aber noch erzählen: gestern hatte
ich bei Alamo 2 ergraute Herren gesehen, denen der
Alamo-Mann unbedingt ein teureres Auto aufschwatzen
wollte, weil das schneller zum Grand Canyon fuhr. Sollte
nur 15 Dollar mehr kosten pro Tag. Die beiden wirkten
ein bisschen unentschlossen und so wurden sie nach
draußen gezerrt, Auto angucken. Tat mir fast ein
bisschen
leid. Klar verstehe ich, dass die Amis versuchen, den
doofen Touris ein teureres Auto anzudrehen. Aber mir
gefällt es nicht. Just diese beiden Typen kamen auch zu
Dennys frühstücken. Ich denke, die waren zum ersten Mal
in den USA, denn denen passierte auch das, was uns vor
Jahren als Anfänger auch passiert ist. Nicht nur dass sie
sich 3 Rühreier plus "Zubehör" bestellt haben, nein,
auch noch Pfannekuchen. Die kamen dann etwas später.
Jeder bekam 3 Stück und jeder Stapel waren je mind.10
Zentimeter hoch. Die Gesichter der beiden waren ein
Gedicht. Und nun weiß ich endlich, wie wir geguckt
haben, als uns dasselbe passierte......


Auf der Weiterfahrt
war zwischenzeitlich
Nebel über dem Meer aufgezogen und die Sonne hatte
mächtig Mühe, da durchzukommen. Auf der US 1 in Richtung
Norden durchfährt man auch die Millionärsgegenden Santa
Barbara und Malibu. Am heutigen Samstag war da echt
„Action“. Nicht nur Surfer aller Art warteten auf die
nächste Welle, auch viele Angler standen am Malibu-Pier
und fingen im samstäglichen Familienverband das
Mittagessen. Und jede Menge Möwen warteten auf die
Angel-Erfolge, damit was für sie abfiel. Im Wasser
standen wieder dutzende von Surfern und warteten auf die
nächste Welle.
Wir kamen fahrerisch noch
bis „Oxnard“, einem kleinen Ort an der "101", dann verließen uns die Kräfte. Es macht
keinen Spaß, als lebende Schlaftablette durch die
Gegend zu wanken. Wir haben dann nur noch ein paar Shops
abgeklappert, auf der Suche nach einer billigen
„Office-Max“ Telefonkarte und einem Cooler für unsere
Lebensmittel, wenn wir dann mal welche haben.

Nächtigen werden wir in einem Motel6 – relativ neu,
modern und abweichend von dem alten Stil. Auch preislich
lebt Motel 6 jetzt auf größerem Fuß –
angemessenerweise. Die Motel6-Kette gehört jetzt zur
"Accor-Gruppe". Vielleicht haben die sich geschämt für
die vielen Bruchbuden. Morgen würden wir gerne San Louis
Obispo
erreichen – ist ca. 200 Meilen von L. A. entfernt. Wir
haben heute davon schlappe 100 Meilen oder so nur
gepackt.
Jetzt geht’s ab ins Heiabett mit möglichst einer guten
Nacht.
4.09.2005 immer
noch auf dem Weg Richtung Monterey
unsere heutige Route:

Wow, gut aber kurz
geschlafen. Dieses Motel ist wirklich eine Empfehlung
wert. Kein Nachbarskrach, kein Wasserrauschen, kein
Duschkrach, kein Getrampele und kein Geschrei. Es war
alles ruhig, trotzdem das Motel proppenvoll war. TOLL
isoliert, dieses neue Motel 6.
Wir waren um 2 Uhr nachts erst mal wach, wenn auch nicht
ausgeschlafen. Bis 6 Uhr haben wir uns rumgequält
zwischen Wachsein und dösen. Dann sind wir beide es satt
gewesen rumzudösen und sind aufgestanden um
weiterzufahren. Gepackt war schnell und weiter ging es
auf der "101" Richtung Norden. Wir suchten ein nettes
Frühstückslokal. Und wir fanden auch eines - allerdings
ungewollt. Ich hatte mich - mal wieder - ein bisschen
verfahren und landete im strahlenden Sonnenschein auf
der "33" Richtung "Ojai". Was ich als erstes sah waren
jede Menge Ölpumpen, und die nicht nur neben der Straße,
sondern im Dutzend auf den sanften Hügeln links und
rechts der Straße. Nein, ich war nicht in Texas und ich
hatte auch keine Halluzinationen. Anni suchte erst mal
die Fototasche und dann ging es knips, knips - glaubt
doch kein Mensch, dass die Pumpen auf Hügeln standen und
auch noch arbeiteten. Wir waren so begeistert, dass wir
kurz darauf in diesem "Ojai" landeten, immer noch in der
Hoffnung, mehr Pumpen zu sehen.

Gesehen haben wir stattdessen "Shandas Cafe" - mit dem
besten Frühstück im Ort. Stimmte! Zum ersten Mal, seit
wir wieder hier sind, hatte ich das Gefühl, angekommen
zu sein. Es geht eben nichts über Dorf-Atmosphäre beim
Frühstück. Anni machte natürlich ein paar Fotos, leider
wurden die nix. Naja, war ja auch noch früh am Morgen -
und auf nüchternen Magen....
Wir sind anschließend wieder zurückgefahren, in die
dicke Nebelsuppe, die sich auch um 8:30 schon einen
Kampf mit der Sonne lieferte. Eine lange Weile verlief
die Strasse sogar quasi als Scheideweg zwischen links
dicker Nebel und rechts strahlend blauer Himmel. In
Santa Barbara war Künstler-Markt. So ne Art Trödelmarkt.
Die Künstler boten dort Ihre Bilder zum Kauf. Waren ein
paar wirklich hübsche Sachen dabei, soweit ich sehen
konnte.
Deprimiert hat mich aber was ganz anderes: am dortigen
Pier hatten sich Eltern, Geschwister, Freunde, Familien
versammelt und für ihre 1.896 bis jetzt im Irak
gefallenen Söhne, Töchter, Freunde, Familienväter im
breiten Sandstrand Kreuze aufzustellen mit dem
jeweiligen Namen des Getöteten. Dazu 3 Tafeln mit den
Bildern dieser jungen Männer und Frauen - ja, die waren
auch unter den Toten. Sonst sieht man solche
Protestaktionen, wenn überhaupt, nur im Fernsehen. Das
als Außenstehender jetzt so mitzubekommen, war schon
bedrückend.

Der Besuch auf der Holzpier war zwar nett, aber dunstig
sowieso und irgendwie nicht mehr so toll. Einzig eine
Gruppe Harley-Fahrer waren auch zu Fuß! ein schöner
Anblick. Naja, ich bin da vielleicht etwas zu
euphorisch, habe halt ne Schwäche dafür.
Die Fahrt ging weiter über Santa Maria - dort gab es
endlich mal einen vernünftigen Lebensmittel-Supermarkt
namens Albertson. Wer meinen Bericht aus dem letzten
Jahr gelesen hat, weiß, dass wir dort "Member" sind. Hat
uns bei unserem heutigen Einkauf cash 7,50 Dollar
eingespart. Ist ne Wohltat bei diesen Preisen dieses Jahr.
Member kann jeder werden. Einfach an der Kasse vorher-
einen Antrag ausfüllen (es ist völlig wurscht ob dort
Petra Rumpelstilzchen Ihren Antrag stellt). Die Märkte
sind nur wirklich an der E-Mail-Adresse interessiert.
Aber ich kann auch sagen, selbst wenn Sie eine
existierende eingeben, ICH habe ein ganzes Jahr nix von
irgendeinem Laden gehört. Aber die Member-Karte
funktioniert immer noch! Bitte beachten Sie auch die
große Auswahl an Chemie-Bier auf einem der Fotos. Wir
haben uns davon auch 2 Flaschen/Dosen mitgenommen.
Selbstverständlich trinken wir nur " Miller High-Life"-der Champagner unter den Bieren, wie die
Eigenwerbung das Bier beschreibt. Aber glauben Sie es
mir, es geht nix über Frischgezapftes aus einer
deutschen Kneipe. Wenn man das Zeug der Amis lang genug
trinkt, werden die Geschmacksnerven so taub, dass die
auch nix mehr merken.
Danach war wieder
Schicht bei uns. Wir haben es noch bis nach Obispo
geschafft. Haben uns aus dem Gutscheinheft ein
Ramada-Hotel ausgeguckt und dieses angefahren. Da morgen
ja "Labour-Day" ist, halten die Jungs die Preise
künstlich oben. Und diese Tatsache hat uns nun 89 Dollar
gekostet. Aber auch hier ist der Laden voll und wir sind
froh, überhaupt was bekommen zu haben. Außerdem hat
dieses Hotel einen Internet-Highspeed-Anschluss -kostenlos
natürlich - und so kann ich mein Geschreibsel und Anni
die dazugehörigen Bilder schnell und problemlos
hochladen, damit SIE Ihrem Spaß haben.
Somit mache ich für
heute Schluss, als nächstes steht nur noch Hunger-Durst
und Schlafen auf dem Programm. Morgen werden wir
voraussichtlich dann doch Monterey erreichen. Nicht nur
das Aquarium lockt, sondern auch einige Kneipen aus dem
letzten Jahr. Wir werden sehen..........
5.09.2005
wir sind in Monterey gelandet
unsere heutige Route:
Welch ein Tag,
ausgeschlafen und Sonne bis zum Abwinken. Kein Wölkchen
trübt den blauen Himmel. In einer Wachphase heute Nacht
habe ich dann nachgelesen, was man in San Louis Obispo
keinesfalls verpassen dürfe und so sind wir heute morgen
nach einem eher kargen Frühstück aufgebrochen um die
"Sehenswürdigkeiten" abzuklappern. Da gibt es das
"Madonna-Inn-Hotel. Für zahlungskräftige Gäste von 150
bis 300 Dollar die Nacht. Ich dachte erst, als wir da
gestern vorbeifuhren, das wäre so ein alternatives Hotel
von jung gebliebenen Flower-Power-Jüngern. Aber die
nehmen wohl keine 300 Euro die Nacht. Hier werden die
Zimmer "thematisch" vermietet. Wollten Sie nicht immer
schon mal wie ein Steinzeitmensch nächtigen? Nicht? dann
vielleicht lieber wie ein Ritter? oder lieber im "roten"
Salon? Lesen Sie doch mal unter: www.madonnainn.com
und vielleicht buchen Sie ja dann doch mal dort. Aber
Scherz beiseite. Auch von außen macht dieser
Hotelkomplex einen tollen Eindruck.

Wir haben uns dann
noch Downtown angesehen. In zwei parallelen Straßen
konnte man sich vorstellen, wie nett und gemütlich es
hier abends zugeht. Viele nette Kneipen und Geschäfte.
Viele Drachenbäume und einfach Atmosphäre.

Wir sind dann weitergefahren bis nach San Simeon. Dort
haben wir an einem kleinen, nur von Hotels gesäumten
Holzsteg die ersten Eindrücke dieser grossartigen Küste
erlebt. Jede Menge Vogelfelsen, Ottern im Wasser und
eine kleine, aber rauhe Küste. Dazwischen Erdhörnchen
und viele blühende Pflanzen. Ich war da kameramässig
wieder voll drauf. Ich liebe es, Tiere und Pflanzen
hautnah zu fotografieren, auch wenn leider nicht immer
alles ein Treffer wird bei 48fachem Zoom.
  
Die Weiterfahrt gestaltete sich in der sonnigen
Wetterlage als Traum. Ausgelassen haben wir "Hearst
Castle". Ich empfinde das dort als Nepp. Man kann nicht
einfach kommen und gucken, nein, es gibt 4!
verschiedenen Führungen durch Teilbereiche des Palastes
und jedes Ticket kostet mind. 20 Euro. Das einzige, was
kostenlos ist, ist der Shuttlebus -na denn. Ich denke,
wir haben in Europa mehr und besseres, als ausgerechnet
den Prunk und Protz von Hearst Castle.
Die Weiterfahrt an
der Küste entlang war toll. Wir haben ja letztes Jahr
die gleiche Tour gemacht. Und ich muß sagen, diese 100
Meilen ab San Simeon finde ich am Schönsten. Da heute
Feiertag ist, war zwar massig Betrieb, aber das Wetter
war auch einfach zu toll. Es gibt viele "Vista Points"
zum gucken und wir hatten die Sonne im Rücken und
konnten dadurch tolle Aufnahmen machen. Toll waren die
fetten, faulen "Elepfant- Seals- in deutsch
Elefanten-Robben. Leider durfte man nicht sooo nah an
die Viecher heran, was sicher auch gut so ist. Die
Bilder sind leider nicht ganz so toll, aber besser so
als gar keine.
  

Aufgefallen ist mir, daß viel und große Teile der
Strasse neu geteert waren. Wir haben überlegt, ob es nun
Ausläufer der Erdbeben im Juli waren, mächtige
Regenfälle, die Erdrutsche verursacht haben oder beides.
Spuren beider Ereignisse fanden sich. Und ebenfalls
aufgefallen ist mir, daß an der gesamten Küste riesige
Algenteppiche waren - im Strandbereich natürlich. Sind
mir im letzten Jahr gar nicht aufgefallen.
Aber auch ganz andere Ereignisse fand ich dort: Unmengen
von kleinen "Rennrad-Armstrongs" tummelten sich an der
gesamten Strecke. Ich wußte gar nicht, daß es so viele
Radfahrer in den USA gibt. Aber die Strecke ist auch zu
schön. Meine Schwester und deren bessere Hälfte sind
leidenschaftliche Radler. Denen kann ich auch wärmsten
die Strecke empfehlen, sind ja nur schlappe 100
Meilen.... zum Trost, 50% der Strecke geht bergab. Auch
standen jede Menge Kühe auf dem doch mittlerweile
braunen Gras herum. Irgendwie träumte ich von einem
riesengrossen Steak.....

Als wir mal eine kleine Pause machten auf einem tollen
Rastplatz, stand neben uns ein Motorrad-Biker, der so
aussah, wie man sich den echten Harley-Fahrer vorstellt.
Ich war ganz neidisch. Er ezählte uns, dass seine
Maschine erst 3 Wochen alt sei und es ein Vergnügen
wäre, damit zu fahren. Als Trost gestattete er Anni ein
Photo von ihm und seiner Maschine zu machen.

Kurz vor Monterey
fährt man durch Carmel. Hier ist es schön, reich und
teuer. Clint Eastwood war oder ist dort noch
Bürgermeister. Sowas wertet auf und verteuert. In dieser
exklusiven Gegend gibt es neben Dutzenden von
Golfplätzen auch wunderschöne Ecken längs der Küste.
Kostete letztes Jahr 8 Dollar Eintritt. Dafür fand ich
den 17-Mile-Drive nicht so berauschend.
Und dann sind wir
endlich in Monterey eingetrudelt. Dieses Mal übernachten
wir in "Seaside" - das liegt etwas außerhalb von
Monterey. Dafür kostet die Übernachtung mit Gutschein
auch nur ab 44 Dollar plus Tax. Und dieses Hotel hier
"Sand Castle Motel" ist jede Empfehlung wert. Es sieht
optisch sehr hübsch aus, hat gepflegte Zimmer und
natürlich Internet-Anschluss. Wir haben hier im Hotel
auch direkt die Tickets fürs Aquarium erworben - ein
2-Tages-Ticket für 21,95 Dollar. Das ist der Preis für
ein 1-Tages-Ticket an der Kasse des Aquariums selbst.
Wie ich vorhin schon sagte, ich bin ein bisschen "gaga",
wenn´s um schöne Naturaufnahmen geht. Und dieses Aquarium
ist so was vom Feinsten - man sollte es keinesfalls
auslassen, wenn man in Kalifornien ist. Die Attraktionen
finden Sie unter der Seite:
www.montereybayaquarium.org. Dieses Jahr gibt es neu
2 Riesen - Oktopusse, die bis 9! Meter lang werden und 100
Pfund sind keine Seltenheit. Da freue ich mich drauf.
Und was es sonst noch Neues gibt - wir lassen uns
überraschen.
Jetzt werden wir in
Ruhe noch ein Bierchen trinken und dann den Tag
beenden.
6.09.2005
Monterey
unser heutiger
Trip:

Endlich ist es uns
mal gelungen, fast normal durchzuschlafen und
dementsprechend gut gelaunt beginnen wir den Tag.
Gefrühstückt wird im Zimmer aus unseren eigenen
Vorräten, Kaffee stammt aus der Rezeption.
Dann geht es erst mal los und als erstes steht TANKEN
auf dem Programm. Wenn man bedenkt, dass wir letztes
Jahr noch mit 2 - 2.50 Dollar pro Gallone
wegkamen, sind es jetzt auch hier um die 3 Dollar. Für
die Amis muss das hart sein. Anders als wir haben die
hier vorwiegend Autos die sehr durstig sind. Das geht
auch hier alles ins Geld. Aber wer verzichtet schon aufs
Auto.

Ich gebe es zu, ich
mag diese Stadt Monterey und es war gestern für mich wie
ein Heimkommen. Die Straßen, Kneipen und
Sehenswürdigkeiten fand ich sofort wieder und irgendwie
ist mir auch der See-Nebel vertraut. Und selbst unser
Hotel kannte ich. Und deshalb möchte ich ein bisschen
Reklame machen für diese Stadt und ein bisschen was
darüber erzählen:
Monterey ist eigentlich eine Halbinsel, mit ca. 30.000
Einwohnern und einer Stadtgebietsgröße um die 30
Quadratkilometer. Die Wurzeln dieser Stadt sind lang.
Bereits 1602 wurde die Gegend erforscht und zu Ehren des
Grafen Monte Rey, der auch Vizekönig war, so genannt.
Monterey war auch mal ne Weile Hauptstadt. Groß und
reich geworden ist die Stadt durch den Sardinenfang und
die Sardinenverarbeitung. Daher stammen auch die alten
Fabrikhallen an der Cannery Row. Richtig berühmt wurde
die Stadt aber erst, als John Steinbeck den Roman "die
Straße der Ölsardinen schrieb" (und nicht nur Ernest
Hemingway hatte seine Stammkneipe!) Heute lebt die Stadt in
erster Linie von den Touris. Die alten Hallen sind heute
Souvenirläden, Parkhäuser, Kneipen oder Hotels. Das
Aquarium -ebenfalls ursprünglich in einer der Hallen
untergebracht- ist eine weitere Attraktion. Dort wird
gebaut und gebaut und somit kommen auch immer mehr neue
tierische Attraktionen dorthin -sehr zu unserer Freude.
Eine weitere Attraktion ist Fishermans Wharf. Natürlich
überhaupt nicht mit San Francisco zu vergleichen. Alles
eine Nummer kleiner und bescheidener. Nur die großen
Brötchen für die Suppe werden auch hier überall
angeboten. Ich
denke allerdings, dass hier die Bootsmieten im Hafen
billiger sind, wenn man so sieht wie viele große
Jachten hier so liegen! Und soo weit ist es ja nicht bis
nach San Francisco. Ansonsten ist das hier für mich ein ganz
normaler Hafen mit ein paar Kneipen, und einem
kleinen, professionellen Fischereibereich.

Das ist aber nicht alles. Monterey besitzt eine hübsche
"Altstadt", ein "Presidio"
ehemaliges "Regierungsgebäude" samt Kirche, und an der gesamten Strandseite viele
hübsche, bunte, villenartige Holzhäuser. Eine
wunderschöne Strasse längst des Meeres, natürlich mit
den obligaten Golfplätzen. Dazu hat man
hier ein Herz für Fußgänger und Biker. Für beide wurde
eine breite "Strandstrasse" gebaut - zum Flanieren,
Spazierengehen, Meer gucken, Frische-Luft-schnappen....

Unser heutiges Ziel ist das Aquarium. Der Himmel ist
wieder zweigeteilt. Während hier am Hotel der Himmel
blau ist, liegt über dem Aquariumsbereich dicker Nebel
und es ist saukalt. Wie gut, dass es im Aquarium
hoffentlich wärmer
ist. Viel möchte ich eigentlich nicht zum Aquarium sagen
- ich denke, die Bilder sprechen für sich. Der verflixte
Nachteil bei der Fische-Fotografiererei ist nur der,
dass die Viecher nicht stillhalten oder sich direkt
verstecken wenn wir kommen. Dabei sind wir doch gar
nicht schlimm. Unser Trick ist der, dass wir morgen noch
mal kostenlos hinkönnen und das eine oder andere noch
mal neu fotografieren können. Unsere besondere Liebe
gehört den Quallen, ja genau denen. "Jellies" klingt im
übrigen viel netter. Und schön sind sie auch -
jedenfalls einige davon. Aber genau die wollen überhaupt
nicht stillhalten beim Fotografieren. Die
Riesen-Oktopusse waren auch sehr schüchtern und
versteckten sich. Das konnte ich allerdings verstehen.
Eine Horde Kinder unternahm alle Anstrengungen, die
Beiden zu erschrecken. Und so hatten dann alle nix
davon. Neu war auch ein Acryltunnel, über dem die
Gezeiten abliefen. Das heißt, jedes Mal wenn die echten
Wellen über den Strand rollen, kam eine Ladung Wasser
über diesen Acrylhimmel runter gelaufen - simuliert
natürlich. Ich suche auch jetzt noch den tieferen
Sinn....Vom Aquarium sind jetzt 15 Bilder eingestellt.
Davon der größte Teil im Fotoalbum auf der Hompage.
Bitte da weitergucken.
  
Nach einem gut zweieinhalbstündigen Aufenthalt im
Aquarium wurde es so voll, dass wir Reiß-Aus genommen
haben.
Da das Wetter immer noch nicht sonniger wurde und uns
der Magen auf Halbmast hing, haben wir nur schnell im
Strandbereich "nach dem rechten" geguckt und sind danach
in eine Art Einkaufs-Mall gefahren.
Ich habe schon letztes Jahr schmunzelnd darüber
berichtet. Hier gibt es einen riesigen Bio-Supermarkt -
"Whoole Foods" mit einer Auswahl, von der ganz Europa
träumt. Alles rein organisch. Lecker anzuschauen und
auch mit Lebensmitteln aus unseren europäischen Ecken.
Dazu Weine aus aller Herren Länder. Selbst Kosmetik
aller Art gibt es da, ebenso Hunde- und Katzenfutter. Ein
Supermarkt eben mit etwas anderen Spielregeln. Natürlich
gibt es auch frisches Brot und eine Ecke, in dem man
Suppen, Salate, auch Sushi oder Fleischgerichte
aussuchen kann, um diese in einer kleinen Nische direkt
verzehren zu können. Saftig sind allerdings auch die
Preise.

Wir haben dann lieber einen Happen bei einem Chinesen
mit Büffet gegessen - kostete mit Getränken 13.50 Dollar
und satt sind wir auch.
Da wir Minimum noch
2 Nächte hier bleiben, gönnen wir uns heute Nachmittag
eine Auszeit und genießen die Sonne vor unserem Zimmer
auf der Bank. Heute am frühen Abend wollen wir
versuchen, an der Küste den Sonnenuntergang
mitzukriegen. Vielleicht fahren wir dann anschließend
nach "Bubba Gump" frische Shrimps aus dem Eimer essen.
Spätestens aber morgen. Und morgen klappern wir die
super Küste bis runter nach Carmel ab -Wetter hin oder
her.
7.09.2005 in
Monterey
unser heutiger Trip:

Leider war heute
morgen nix mit Sonne. Eher kühl und wir zogen erst mal
die Jacken aus dem Koffer. Wenn man bedenkt, dass 50
Meilen östlicher 30 Grad ist, da kommt man schon ins
Grübeln...
Falls Sie sich jetzt über obiges Satellitenbild der
Küste mit dem Rund-Drive, den wir heute gefahren sind,
wundern - ich habe eine Anleihe bei "Google Earth"
gemacht. Ich bin Fan dieser Satellitenbilder und ich
werde noch einige Male Ausschnitte hier einbauen. Wer
das Programm nicht kennt: kostenlos bei Google zu
bekommen. Man braucht nicht einmal Extrakarten, man muss
nur die bestehende Erdkugel lang genug zoomen, dann
kommt eben z.B. obiges Bild dabei raus.
Aber wir hatten uns
ja vorgenommen, noch mal ins Aquarium zu gehen. Haben
wir auch gemacht. Und da es noch so früh am Tag war,
konnten wir einige Fische überreden, endlich
stillzuhalten für ein Foto. Ich denke, bei einigen waren
wir erfolgreich.
  
Gegen 11:30 Uhr sind wir dann
aufgebrochen zu unserer Weiterfahrt an der Küste
entlang. Leider war es nach wie vor neblig und selbst
die wenigen Surfer kamen bibbernd aus dem Wasser - trotz Neoprenanzügen. Und so machte es auch keinen besonderen
Spaß tief in den Carmel-Bereich zu fahren. Ein paar
Fotos haben wir gemacht, aber es fehlt halt die Sonne.
  
Stattdessen haben
wir spontan beschlossen, einen kleinen Trip durch die
Cannery Row zu machen und dann anschliessend nach
"Bubba Gump" essen zu gehen und nicht erst heute abend.
Ich denke, Cannery Row ist attraktiver als Fisherman´s
Wharf. Hier kann man mehr kaufen und Geld ausgeben als
auf der Wharf. Da steht das Essen im Vordergrund.
  
Bubba Gump war auch
schon am frühen Nach-Mittag gerappelt voll. Aber wir
hatten Glück und ergatterten einen Fenstertisch.
Draußen lag faul eine Robbe rum und die war auch so
gnädig still liegen zu bleiben, bis ich mein Foto hatte.
Drinnen stand für Anni die unvergleichlichen und
unverwechselbar frischen Shrimps an, natürlich im
Holz-Eimerchen, ausgeschüttet auf ein Tablett, das mit
einem Blatt Papier der Hauszeitung ausgelegt war. Als
Serviette gab es eine Rolle recycle-tes Küchenpapier und
natürlich wurden die Dinger mit den Fingern gegessen.
Ich habe lieber einen Caesar-Salat mit Chicken gegessen.

  
Jetzt sitzen wir
hier im Zimmer, machen Bilder und Bericht fertig und
werden heute Abend noch einen "Zug um die Häuser"
machen. Nachtleben ist angesagt, da wir morgen
weiterfahren werden. Eines wollte ich noch loswerden,
weil es mir aufgefallen ist: ich habe mich die ganze
Zeit gefragt, was tun eigentlich die Amis für New
Orleans und Umgebung? Dieses Desaster wird tatsächlich
unterstützt von der Bevölkerung und zwar massiv. Man
kriegt es bei uns sicher nicht so viel mit, dass hier in
fast jeder Kneipe und jedem Laden irgendwas gespendet
wird, von dem, was die Leute für Waren oder
Essen/Trinken bezahlen. Gestern Abend kam im TV wohl
eine dieser häufigen Spendensendungen. Aufgefallen ist
mir, dass Stars aller Art sich total engagieren. Aber
auch andere reiche Leute- z. B. der Emir von Katar hat
gestern 100 Millionen! gespendet, oder der
Romanschreiber John Grisham 5 Millionen. Am witzigsten
fand ich die Spende von Ophrah Winfrey, der reichsten
Fernsehtalkerin der Welt- sie schickte 33 Riesen-Trucks
vollgeladen mit all den Dingen, die man im täglichen
Leben braucht, vom Waschbecken über ein neues Klo bis
hin zu Betten und Matratzen. Frauen sind eben
praktischer veranlagt.....
Wir werden morgen
östlich Richtung Yosemite fahren, rüber an den
Mono-Lake, von da Richtung Norden bis Reno, grob
geplant. Das Ziel ist eigentlich der nordwestlich
gelegene "Lassen Volcanic Nationalpark", aber wenn man
schon mal in der Nähe ist.....Möglicherweise gibt es
morgen auch keinen Bericht, das hängt davon ab, wann wir
im Hotel eintreffen. Morgen ist auch nur ein Fahr-Tag
und Sie werden nicht so viel versäumen.
8.09.2005 von
Monterey nach Modesto
unsere heutige Route:

Wieder ein kalter,
nebliger Tag. Und es zieht uns jetzt doch endlich in die
Sonne. Gestern haben wir zwar noch mal im Städtchen nach
dem Rechten gesehen, aber irgendwie wollten wir nur weg.
Heute morgen stand dann erst mal lecker frühstücken in
dem kleinen knuddeligen Ess-Lokal auf dem Plan.
Mannohmann, das Standard-Omelette bestand aus 4! Eiern.
Das war dann doch ne Nummer zu groß. Aber das
Senior-Frühstück bestand nur aus 2 Eiern und das haben
wir dann geordert. Die kleine Kellnerin - saumäßig
flott und alles im Griff - verzog keine Miene. Keine 2
Minuten später stand das Essen dampfend auf dem Tisch
und dies obwohl der Laden ziemlich voll war. "Decaf"
hatte sie extra frisch für uns gebrüht. Wat so´n unechter
Rentner ist, der weis das alles zu schätzen :-))
Anni hat gestern
noch eine Postkarte für die Lieben daheim aus unseren
Bildern gebastelt. Und das alles auf dem Fotochip
gespeichert zum Ausdruck an einem dieser unzähligen
Kodak-Automaten in fast jedem Supermarkt. Zwar kostet da
jeder Postkartenformat-Ausdruck 29 cent. Ist aber
einfach schöner als die gekauften. Leider hat das nicht
geklappt. Möglicherweise hat Anni beim Überspielen etwas
übersehen. Wir werden es weiter probieren.

Mittlerweile war es
schon nach 10:00 Uhr und wir machten uns auf den Weg.
Schnell noch mal voll getankt für $ 3.01 heute morgen und
ab ging es. Bei der Gelegenheit - unser Auto ist ein
Chrysler Sebrink und der braucht bei meiner Fahrweise
umgerechnet ca 8-10 Liter. Auch bei uns gibt es
Arbeitsteilung. Anni ist fürs Filmen zuständig und
natürlich für einen Teil der Fotos, ich fahre die Tour
und mache das "grobe". Entscheidungen treffen wir
entweder einvernehmlich oder mit "Stöckchen" ziehen und
da verliere ich immer.
Jedenfalls sind wir los, erst mal ein Stück die Küste
hoch und dann rüber Richtung Los Banos auf der 156. Es
hat keine 15 Meilen gedauert und die Sonne war voll da.
Herrlich! Rings um uns herum viel Landwirtschaft. Die
Hügel um uns herum braun und das Gras wiegte sich fast
malerisch im Wind - es war aber auch braun und damit war
die Poesie schon wieder weg. Letztes Jahr sind wir
zufällig ebenfalls diese Strecke gefahren und da sah das
alles viel besser aus - oder besser gesagt anders.
  
Reklametafeln rechts und links der Strasse liessen
wieder grüssen und darunter war denn dann auch eine, bei
der es bei mir klingelte: Casa de Fruta! Da war ich
letztes Jahr schon mal drin und siehe da, auch dieser
Laden lag wieder auf unserer Strecke. Dieser
Laden-Komplex ist die Verführung PUR!
  
Vorne an der Eingangshalle sieht alles recht lieb aus,
viel Obst, Gemüse und lauter gesunde Sachen - vor allem
Knoblauch in ungekannter Grösse - wundervoll dekoriert
auf Stapeln, alten Autos oder alten Holzkarren. Danach
Mengen von Schubfächern und Regalen voller getrocknetem
Obst aller Art, schön beleuchtet und attraktiv
aufgebaut.
Weintrauben sind ja auch Obst und das kam dann in
Flaschenform als nächstes an die Reihe - weiß, rot,
rose und das Ganze auch als Sekt - selbstverständlich
zum Probieren. Und drehte man sich gut verköstigt um,
dann erstrahlten hinter einem jede Menge gläserner
Schubfächer mit Nüssen aller Art und die dann auch noch
unterschiedlich "gewürzt" - oder sollen Cashew-Nüsse in
Knoblauch nur von der Kaloriensünden ablenken? Kaum ist
man - in diesem Falle ich - an diesen Leckereien
erfolgreich vorbeigekommen, schon die nächste Prüfung:
Schokolade! Schokolade! Schokolade - in allen
erdenklichen Sorten und Formen, als bunte Kugeln, als
Würfel weiß, braun oder Kakao, als Bruch - sogar einer
zuckerfrei (als ob das noch was reißen würde),
Brausepulver, bunte Lakritze undundund....
  
Als ich dann
dachte, der süße Albtraum wäre vorbei gings um die Ecke
zu den Bonbons - diesen hässlichen, schrecklich süßen
farbenprächtigen Plombenziehern, denen man schon gar
nicht widerstehen kann und auch nicht 20 verschiedenen
Sorten. Dann kam erst die Kasse und als Trost für diesen
Verführungstrip konnte man kostenlos ein Tässchen Kaffee
trinken....
Rausgestolper aus
dem Laden erwartet einen die nächste Attraktion - eine
"Sweety-Stube", als ob man nicht schon genug
süßes Zeug
gesehen hätte. Schräg gegenüber ein weiteres Extra-Haus
mit Wein-Verkostung. Ja, aber auch da gab es Nüsse und
sonstige Leckereien. Letztes Jahr stand da ein
Schweinchen aus Stein, wie eine Bank gestaltet und auf
dieser hatte ich mich niedergelassen. Danach sah die Sau
nur noch gequält mit dem Kopf hinter mir hervor. Meinen
Bruder veranlasste dieses Foto mich zu fragen, ob die
Sau nun platt wäre. Heute wollte ich ihm das Gegenteil
beweisen - aber Oh Schreck, das Schwein ist weg.
Stattdessen stand da ein Holzpferd. Nun grübele ich doch
ein bisschen.
Zu finden war auch noch eine Dampflok und für Kinder
eine kleine Bimmelbahn und jede Menge
Abenteuer-Spielplätze. Ebenso gibt es auf dem Gelände
ein Motel, einen RV-Platz und eine Tankstelle. Ist wie
ne kleine Stadt.
Wir fuhren nach 2
Stunden weiter, vorbei an einer tollen Landschaft,
Rinderherden und vorbei an einem riesigen Stausee. Sogar
Baumwollfelder waren zu sehen, ganz zu schweigen von
Feldern bis zum Horizont voller Tomaten. Ein
ausgeklügeltes Bewässerungssystem mit satt Wasser (die
natürlichen Bäche unterwegs waren da sehr ausgetrocknet
dagegen) sorgt hier für reichlich Nass. Die ganze
Strecke ist ausgewiesen als "Scenic Drive" und das war
sie auch. Langweilig und nur voll mit Autos war dann die
Route 99 in Richtung Modesta. In Merced waren wir noch
in einem Welcome-Center und haben uns eingedeckt mit
Infos aller Art. Und da gab es so eine Lady dort, die
mir unbedingt alle Sehenswürdigkeiten schmackhaft machen
wollte. Sie hat sich richtig ins Zeug gelegt. Fand ich
unheimlich niedlich.

Der nächste Stopp war
schon unser Hotel. Ein neues "Microtel Hotel". Top innen
und außen. Und mit einem richtigen Frühstück (das
wissen wir vom letzten Jahr an anderer Stelle). Und nun
bleibt uns nur noch der Gang zum Essen an der Ecke. Wir
sind hungrig und durstig. Morgen gehts auf jeden Fall
über den Yosemite und runter zum Mono Lake und dann
schaun mer mal.........


Beginn der 2. Woche!
9.09.2005 Heimspiel in
Modesto/Ceres
Eigentlich begann der Tag traumhaft
schön. Vom Zimmer konnte man die Sonne aufgehen sehen
und ich dachte, das sei ein schöner Beginn der 2.
Ferienwoche. Es war 6:00 Uhr in der Frühe und nachdem
ich Anni aus ihrem dem Bett getrommelt hatte, gingen wir
gegen 6:30 zum Frühstück. Himmlisch - Kaffee, Saft,
Toast, Butter, Marmelade, Obst und jede Menge dieser
süßen Frühstücks-Kuchen.
Während ich gerade vergnügt in meinen Toast biss, sprach
mich die Rezeptionistin an, ob ich wüsste, dass mein
Auto ´nen "Flat-Tire" hätte. Ich kannte das Wort nicht,
jedenfalls nicht in dieser Kombination. Darauf ging die
Dame mit mir nach draußen und zeigte mir einen
Plattfuss an unserem Auto. Na Mahlzeit dachte ich und
witterte schon wieder böse Buben, die die Luft aus dem
Reifen gelassen hatten. Aber ich wusste noch nicht, was
mir bevorstand. Erst mal den "AAA", das ist der
amerikanische ADAC, angerufen zwecks Reifenwechsel. Doch
ohne Mitgliedsausweis ging da nix. Anni war schon auf
die Suche gegangen und fand natürlich nichts, und ich
kann auf nüchternen Magen auch noch nicht denken.
Gnädigerweise sagte man mir zu, den Pannendienst zu
schicken, würde aber 45 Minuten dauern. Gut dachte ich,
Zeit zum suchen.
Dann Alamo angerufen. Mit viel Tamtam wurde erst mal an
die Schadensstelle verbunden. Entnervt überließ ich die
sprachliche Feinarbeit der inzwischen eingetroffenen
Tages-Rezeptionistin. Alamo wiederum wollte auch den
Vertrag haben, weil auch bei denen ohne bestimmte Daten
nix ging. Ich frage mich da schon, wofür haben die
eigentlich Computer? Also ,Anni wieder suchen geschickt.
Und Erfolg gehabt.
Fakt war letztendlich, dass ich das Auto hätte tauschen
können in Sacramento - sind ja nur schlappe 100 Meilen.
Oder den Reifen erst mal auf eigene Kosten reparieren zu
lassen, gegen Erstattung der Kosten bei Abgabe des PKW
in 2 Monaten. Wir entschieden uns für eine Reparatur des
Reifens hier im Ort. Das nächste Problem war, wo zum
Teufel ist der nächste Reifenflicker? Der Manager wer
der rettende Engel, er wusste Rat und wir waren erst mal
erleichtert. Im Hotel hatte es sich derweil
rumgesprochen, dass die beiden Mädels aus Germany ´nen
Plattfuss hatten.
  
Zwischenzeitlich war der AAA-Mensch
eingetrudelt und besah sich den Schaden. Da das
Reserverad im Kofferraum liegt, musste natürlich alles
ausgeräumt werden. Es waren eine Menge Hotelgäste da,
die belustigt zusahen und ich fluchte innerlich. Dafür
war der AAA-Mensch richtig erfrischend. Der wechselte in
178 Sekunden den Reifen - hat einer der Zuschauer
mitgestoppt und mir stolz erzählt. Ich hatte ganz andere
Probleme, Anni fand meine ADAC-Karte immer noch nicht
und gab die Suche entnervt auf. Sollte die Karte etwa
noch zu Hause auf dem Tisch liegen? Ich muss wohl die
Panik in den Augen gehabt haben, dieser nette Mensch vom
AAA meinte dann nur: "Honey, let it be, it´s ok",
schwang sich in seinen Abschleppwagen und brauste davon.
Das Trinkgeld nahm er gerade noch so an. Ich denke, der
wollte auch nur so schnell wie möglich weg....
Ich hatte immer noch meine angebissene
Toastscheibe auf dem Teller liegen, aber mir war nicht
mehr nach Frühstück. Da wir nicht wussten, wie lange die
Reifenreparatur dauerte, entschlossen uns dann erst mal,
noch eine Nacht im Hotel zu verlängern. Bloss keinen
Stress mehr. Und wir stehen ja nicht unter Zeitdruck.
Den Reparaturladen gab es eigentlich um die Ecke,
"Big-O-Tires". Also hin und erzählt, was Sache ist. Der
Mann nahm es gelassen und meinte, setzen Sie sich hin
und trinken Sie einen Kaffee. In 30 Minuten ist alles
gelaufen. So war es dann auch. Stress ab 7:30 Uhr und um
9:30 Uhr war alles vorbei. Es war im übrigen mit 15
Dollar erledigt. Ursache war doch tatsächlich eine
Schraube, die voll im Mantel hing. Im Nachhinein fiel
uns auch ein, daß es mal geknallt hatte, wie bei einem
Schuss und wir beide unwillkürlich zur Frontseite
geguckt hatten. Da war aber nix. Nun wussten wir, wo es
statt dessen "geknallt" hatte. Auf all meinen Reisen war
dies mein erster Plattfuss und nun weiss ich also auch,
wie man das hier am besten abwickelt!
Als seelischen Ausgleich nach diesem Morgen gingen wir
erst mal bummeln. Ich glaube einkaufen gehen, beruhigt
noch am meisten die Nerven. Und ist natürlich auch eine
gute Entschuldigung... Anni kaufte Jeans und Bluse und
jede Menge Krimskrams in einem "99-cent-Laden". Nein,
nicht so ein Ramschladen, sondern riesengross wie ein
Kaufhaus. Gut sortiert und alles Top-Ware.
  
Danach fanden wir ein paar Häuser
weiter noch einen Laden dieser Art und noch eine ganze
Menge anderer Läden zum Bummeln. Mittlerweile war es
fast Mittag, die Sonne brannte unbarmherzig vom Himmel
und wir hatten berechtigt Hunger. Also nutzten wir die
Gelegenheit, an einem Pizza-Büffet den Hunger zu
stillen. Erst dachte ich, das war wohl nix, aber
irgendwie lief der Pizzabäcker zur Höchstform auf und
plötzlich gab es toll schmeckende, verschiedene Pizzen.
Dazu noch ein Salatbüffet und 2x Cola dazu und das alles
für 11 Dollar incl. Tax für 2 Personen.
Nun haben wir nach einem
Mittagsschläfchen Lust darauf, Modesto zu besuchen. Für
morgen haben wir hier noch einmal gebucht, weil es
leicht zu schaffen ist, den Yosemite und den Mono Lake -
um den es uns eigentlich geht - zu besuchen. Was wir
übermorgen machen, das verrate ich noch nicht.
Jedenfalls was Unlogisches.....
10.09.2005 Rundreise Yosemite, Mono
Lake und via Sonora-Pass zurück nach Modesto/Ceres
unsere heutige Tour:
Heute war ein Tag zum "Reinbeissen",
sonnig, warm und fast windstill. Und nach den
Aufregungen von gestern und dem anschliessenden
Faulenzertag wurde es höchste Zeit wieder auf die Piste
zu kommen. Das, was wir heute sehen wollten, war
eigentlich "Stoff" für 2 Tage, aber wir wollten es
ausgeruht eben flotter packen. Um 7:45 Uhr sattelten wir
also die Hühner mit der groben Richtung Yosemite-Mono
Lake.
Da wir es beide hassen, ausgetrampelte Touristenpfade zu
fahren, hatten wir uns gestern schon überlegt, wie wir
denn nun fahren. Wir wählten eine Nebenstrasse (132).
Das war goldrichtig und traumhaft schön. Sanfte Hügel
links und rechts der Strasse, jetzt im Herbst goldfarben
mit im Wind sanft wiegenden Gräsern. Dazwischen ein
bisschen Landwirtschaft, viele Rinderherden - mehr als
ich in ganz Texas zusammen gesehen habe - Lamas!,
Ziegen, Pferde. Dann wieder endlose Reihen Obstbäume,
Nussbäume, Wein und Gemüse. Dazwischen ein See mit
klarem Wasser. Wir brauchten 2 Stunden um uns
sattzusehen.
  
Allmählich wurde die Landschaft karger, wir näherten uns
höheren Regionen. Und irgendwie landeten wir dann doch
auf den Touristenpfaden zumindest Richtung Yosemite
Village. Beim "Stöckchenziehen" hatte ich mal wieder
verloren - sehr zu meinem Ärger. Das Village ist wie
befürchtet: eine einzige Baustelle, Trolley-Busse,
Menschenmassen und um diese Jahreszeit absolut für den
A... Das einzige Argument, gegen das ich keine Antwort
hatte, war die Tatsache, daß man z.B. den Halfdome von
unten sehen konnte. Nun ja, das Abenteuer dauerte 2
Stunden und 30 Meilen extra und wir lernten viele
Asiaten mit "klickklick" kennen.
  
Die Weiterfahrt über den Tioga-Pass entschädigte für
alles. Ich hatte es nicht mehr so toll in Erinnerung.
Und jeder von Ihnen, der jemals dort war, weis, wovon
ich rede - Hochwiesen über 3.000 Meter!, Berge und
riesige Fels-Platten links und rechts der Strasse,
abgeschliffen von der Eiszeit. Und viele Wandervögel mit
und ohne Auto. Dazu eine Luft so klar und rein, wie
sonst nicht so schnell in Kalifornien zu finden. Wir
konnten uns nicht satt sehen und fotografierten auch
endlos viel. Eigentlich war unser Ziel ja der Mono Lake.
Aber da das Wetter heute auch noch super war, ließen
wir uns zeitmäßig treiben. Dass wir dabei auch noch
einen Waldbrand hautnah mitkriegten, war nicht geplant.
Am schlimmsten empfanden wir aber anschließend den
beißenden Geruch verbrannten Holzes im Auto. Auf den
High-Meadows befindet sich ein Visitor-Center und wir
ergatterten endlich unseren Stempel im "Passport für
Nationalparks". Einen Pass für die Nationalparks selbst
hatten wir uns für 50 Dollar bereits am Eingang zum Park
besorgt. Und da allein der Eintritt in den Yosemite 20
Dollar gekostet hätte, werden wir diese Kosten schnell
wieder raus haben.
  
Endlich im Tal angekommen, wobei dieses immer noch auf
8000 Feet - ist ca. 2400 Meter liegt, waren wir erst mal
nur hungrig. Es war nach 3 Uhr mittags und wir hatten
uns das redlich verdient. Naja, ein Stück Pizza kostete
3 Dollar, aber es füllte den hohlen Zahn.
Weiter ging die Fahrt via Lee Vining
auf der 395 hin zum Visitor-Center wegen Mono Lake.
Dieser See ist ursprünglich das Überbleibsel eines
Schlackenvulkans und heute ein Salzsee. Bekannt dafür,
dass die Salzkonzentration höher ist - leider - als die
des Meeres. L. A. hat früher sein Wasser von dort bzw.
aus den Zuflüssen bezogen und als der Spiegel aufgrund
des fehlenden Wassers immer mehr sank, sind die
Umweltschützer aktiv geworden und haben den See
gerettet. Nun erholt er sich langsam wieder. Das
besondere ist eigentlich, dass er immer schon der
Rastplatz von Zugvögeln war. Tiere im Wasser können sich
aufgrund des 10% igen Salzgehaltes nicht halten, wohl
aber eine einzige Tiersorte der Welt - die
Salzwasser-Garnele. Das Visitor-Center ist schön
gemacht, aber die Knaben dort meinten doch tatsächlich,
die einzig schöne Stelle sei die ca. 10 Meilen entfernte
Besichtigungs-Plattform. Würde auch nur 3 Dollar pro
Person kosten. Dass 300 Meter in Richtung Bridgeport
ebenfalls eine begehbare Stelle an den Mono Lake für
Null Dollar führte, wurde elegant verschwiegen. Da wir
schon mal da waren, wussten wir das natürlich. Wir also
runter an den See. Der alte Holz-Trampelpfad war immer
noch da und es machte wieder Spaß, wie Tufa-Steine zu
fotografieren. Auch waren eine ganze Menge Vögel da. Das
schöne Wetter zauberte dazu noch Super Bilder. Lediglich
der Rückweg zum Auto endete für mich mit einem Bad im
Mono Lake. An der Stelle, an der die Holzbohlen aufhören
und das Wasser anfängt, war es mir einfach danach volle
Kanne auszurutschen und richtig nass zu werden - auch
wenn es nicht so aussieht. Weh getan habe ich mir nicht
dabei. Befürchtet habe ich allerdings, wegen Erregung
öffentlichen Ärgernisses verknackt zu werden, als ich
mich in der "Öffentlichkeit" umzog um wenigstens
einigermaßen trocken zu sein. Selbst die Dollars in
meiner Hosentasche waren nass...
  
Die Weiterfahrt gestaltete Anni als Driver und wir sind
wiederum eine seltene Strecke zurück gefahren - über den
Sonora-Pass. Vorher tankten wir zu Spitzenpreisen in
Bridgeport noch mal nach - und das war gut so. Rechts
und links der Strasse wieder Rinderherden ohne Ende. Ich
denke, was anderes anbauen kann man auf diesem
Lava/Fels-Boden mit dem kargen Grasbestand auch nicht.
Die Tour über die 108 nach Sonora
zurück war SPITZE! Wer schon alle Wege kennt und die
noch nie gefahren ist, sollte das unbedingt tun. Und
zwar am Nachmittag von der Mono Lake-Seite aus. In
dieser Jahreszeit stand um 17:00 Uhr die Sonne schon
tief und das Farbenspiel war atemberaubend. Hinter der
Abzweigung dahin befinden sich links unendlich viel
Hügel, Felsen, Dome aus Lava, rot gefärbt. Die Strasse
ist im TOP-Zustand, aber schmal und sehr gewunden. Die
26% Steigung taten ihr übriges, aus dieser Strecke ein
Abenteuer zu machen. Und die Einsamkeit - kaum ein Auto
um diese Zeit und Trailer oder LKW sowieso nicht - taten
ihr übriges. Wir möchten es nicht missen. Jenseits des
Passes -gute 3000 Meter hoch - sah die Landschaft
plötzlich wieder aus wie die aus Yosemite. Felsblöcke
bis an die Strasse, fein abgeschmirgelt, Hügel aus Fels
und einsamen Bäumen dann wieder Wälder, sogar mit
auffallend vielen "Redwoods", dann wieder High-Meadows
und so ging es die ganze Strecke bis Sonora runter. Von
den 26% Gefälle brauche ich wohl nicht extra zu
reden......Schade, dass wir so spät dran waren. Schöne
Bilder saßen leider nicht mehr drin - zu dunkel. Aber
diese Strecke werden wir bestimmt in Erinnerung gehalten
und wenn möglich noch mal fahren.
  
Der Rest der Strecke bis zurück zum Hotel war teilweise
mit Tempo 65 mph möglich. Und so konnten wir unsere Tour
abschließen gegen 20:00 Uhr. Wir sind durchgebraust zum
nächsten Supermarkt - der hat hier bis Mitternacht auf -
und haben uns 2 Flaschen Bier gekauft (nein, nicht die
mit 0,5 Liter....). Dass das Hotel uns mit Feuerwerk
empfangen hat, rührte uns dann doch.....
Morgen werden wir geruhsam den Tag
beginnen und nicht nach Reno sondern ins Napa-Valley
düsen. Das Wetter und der Wein und die vielen Weinproben
haben es uns angetan.....Na denn.
11.09.2005 Weiterfahrt ins
Napa-Valley
unser heutiger Trip:
Welch ein herrlicher Tag heute. Mit
Sonne wurden wir wieder begrüßt und kurz entschlossen
entschieden wir uns für kurze Hosen und T-Shirt. Das
alles-wieder-einpacken-ins Auto dauerte etwas länger,
dann aber hatten wir uns nach dem Aus-checken ein
anständiges Frühstück verdient. Die ganze Zeit waren wir
an einem Family-Restaurant vorbeigefahren, ganz aus Holz
und schon von außen gemütlich. Aber diese
Family-Restaurants haben den Nachteil, dass man auch zum
Abendessen nur alkoholfreie Getränke bekommt. Und
eigentlich geht ja nix über das abendliche
Absacker-Bierchen. Aber heute morgen wollten wir dort
richtig frühstücken. Haben wir auch gemacht. KLASSE!
Innen war der Laden komplett auf "Tante Klara auf
dem Sofa" gestylt. Bestickte Rüschengardinen, Tische zum
Ausklappen, damit man da das Besteck drauflegen konnte!
und als allerschärfstes an den Tischen Ohrensessel aus
braunem Imitat-Leder, kopfhoch und mit Rollen, damit man
leichter hin und her rutschen konnte. Dazu an der Decke
unzählige "Miefquirle", mit hübschen
Biedermeier-Lämpchen dazwischen. Und das Frühstück?
unschlagbar lecker und preiswert auch noch. Die
Kellnerin brachte uns auch direkt die
"Senior-Menü"-Karte. Klar war, dass wir natürlich nur
"Decaf" tranken (ist ja auch so) und der war im
Omelette-Preis auch noch drin. Mit 8,84 Dollar für 2
Komplett-Frühstücke zogen wir ne gute halbe Stunde
später wieder ab.

Unsere Fahrt ging weiter auf der
Rennstrecke 99 weiter in Richtung Stockton. Dort
wechselten wir auf die 12, die uns nach Napa-Valley
bringen sollte. Ich kann nur sagen, eine gähnend
langweilige Strecke. Ab und an mal ein bisschen was fürs
Auge - weite Wiesen und Felder auf sanft geschwungenen
Hügeln, manchmal noch wiederum große Rinderherden,
sogar weiße Rinder sahen wir heute und dann wieder nix,
nur Langeweile.
Wir hatten uns gestern schon ein Hotel
ausgeguckt, das Internet-Anschluss hatte. Aber die Stadt
Napa hat da nichts vorzuweisen, außer Luxushotels ab
150 Dollar aufwärts pro Nacht oder B & B - auch nicht
viel billiger. So wie es meist üblich ist, an den
Ausfallstrassen Motelketten vorzufinden, war hier auch
nicht vorzufinden.
Und das von uns ausgeguckte Motel hätte ich auch nicht
genommen, wenn es Mitternacht gewesen wäre. Kurz und
gut, nachdem uns das Visitor-Center auch nicht helfen
konnte, haben wir uns gesagt, wir fahren das Stück nach
Fairfield zurück und gehen da in ein Econo Lodge. Vorher
haben wir uns allerdings noch Downtown Napa angeguckt.
Der einzige Brüller wäre eine Weingut--guckst-du--Fahrt mit der
Bimmelbahn gewesen, aber die war unterwegs und wir
wollten keine 2 Stunden warten, dann wäre es zu spät
geworden. Außerdem mussten wir uns erst die
Preise dafür ausgucken
  
Also sind wir Richtung Fairfield gefahren, natürlich
erst mal mit mächtig Verfahren. Als wir dann endlich da
ankamen, wo das/die Hotel/s waren, konnten wir uns nicht
entschließen, im Econo Lodge zu nächtigen. Ein Holzhaus
auf Stelzen sozusagen, klein, muffig und teuer, wenn
auch sauber. Wir sind letztendlich im Days Inn gelandet.
Diese Kette scheint mittlerweile fest in "indischer
Hand" zu sein. Ich hatte schon letztes Jahr Probleme mit
den asiatischen Gerüchen, die überall hängen und dieses
Jahr ist es nicht besser. Ich denke Motels sind eine
lukrative Sache hier in den USA, und die Inder haben
auch gelernt, während sie gerade dabei sind reich zu
werden: Man riecht in der Rezeption nicht direkt
indische Gewürze und das
Rezeptionisten-Personal ist mittlerweile meist amerikanisch,
selten spanisch/mexikanisch. Das
Putzgeschwader besteht bis jetzt nur noch aus
mexikanischen Frauen, die nicht diese Gerüche
verbreiten. Somit ist es auch kein Problem, sich spanisch zu
verständigen. Aber einen Vorteil hat das mit den
indischen Motel-Pächtern dann doch: mit denen kann man
prächtig die Preise runterhandeln.....
Auch hier ist das so. Allerdings gibt es in allen Räumen
W-Lan und ich war da denn doch erleichtert. Leider
funktioniert meine Netgear MA521 nicht. (Bisheriger
Zugang per Kabel) Ich kriege zwar
astreinen Empfang, aber ich kann nicht online gehen.
Habe Kennwort erhalten, aber es geht einfach nicht. Weis da vielleicht jemand Rat? Bin daher wieder auf die
gute, alte AOL-Methode umgestiegen, Schneckentempo, aber
wenigstens online. Und das geht immer.
Morgen werde ich versuchen, wieder ne gescheite Leitung
zu kriegen, um die Bilder hoch zuladen.
Ja und heute ist dann nichts
Aufregendes mehr passiert. Morgen werden wir die ganze
Weintour durchs Napa-Valley durchziehen, da kommt schon
was zusammen und morgen Abend werden wir bestimmt auch
ein Plätzchen finden für die müden Häupter. Wenn wir es
schaffen bis nach Eureka oder so. Und dann möchte ich
endlich mal raus aus dem teuren Kalifornien. Oregon
erwartet uns doch.....
12.09.2005 Napa-Valley und tolle
Fahrt an die Küste nach Mendocino/Fort Bragg
unsere heutige Tour:
Der Tag begann wie immer - sonnig - und
wir freuten uns schon darauf zu starten. Nach einer
Tasse Kaffee und so nem süßen Labberkuchen fuhren wir
los in Richtung Napa Valley. Zuerst aber suchten wir im
gegenüberliegenden Einkaufs-Zentrum den Supermarkt
zwecks Einkauf und dann das daneben liegende "Target"
auf, um einen erneuten Versuch zu starten, die Postkarte
endlich unter Dach und Fach zu bekommen. Sie erinnern
sich - Anni hat eine eigene Postkarte kreiert für die
Grüsse nach Hause, anstatt gekaufte Postkarten zu
verwenden. Eine
Verkäuferin mit sehr wichtiger Miene erklärte uns, dass
das ein computergesteuertes Gerät wäre und dass sie die
Ausdrucke für uns vornehmen wolle. Wir sahen wohl
technisch nicht
sehr vertrauenserweckend aus....Letztendlich war das gut
so, dass sie das selbst machte, denn sie ließ das Foto 2x auf
einem großen Ausdruck herstellen, anstatt
Postkartengröße - und das 15x = 30 Ausdrucke! Das
wollten wir natürlich nicht haben. Also wurden 15 Karten
neu gemacht, und da die Verkäuferin mit den falschen
Drucken nichts anfangen konnte, verkaufte sie uns diese
für einen Sonderpreis.Wir zahlten somit für alle zusammen umgerechnet 20 cent pro
Stück - Anstatt 39 cent. Wir zogen damit sehr zufrieden
von dannen...

Nun haben wir nun insgesamt 45 selbst gemachte
Postkarten - siehe vorstehendes Muster.
Weiter ging die Fahrt Richtung Napa und
es war ein toller Anblick, wie der Nebel wie ein Finger
über die sonnenüberfluteten Bergkuppen griff. Und gut
war auch, dass wir gestern noch die Stadt Napa
besichtigt hatten, die lag jetzt voll im Nebel. Wir sind
erst ein Stück weit den sog. Silverado-Trail gefahren. Aber
das war nicht soo toll. Nachdem wir dauernd Stress mit
rabiaten Autofahrern bekamen, weil wir anstatt 55
nur 50 mph fuhren, haben wir gequert auf die "andere
Seite" der ganzen Weingüter. Dazwischen lagen 10 Meilen
mit kaum Verkehr und so konnten in
Ruhe die Reben fotografieren, die mittlerweile in
vollster Sonne standen. Es wird langsam Herbst hier, die
Blätter verfärben sich schon an den Rebstöcken.
  
Wir hatten uns bereits gestern vorgenommen, ein Weingut
zu besichtigen und natürlich auch den Wein zu testen -
zumindest Anni, da ich ja Auto fahre.
Und das taten wir dann auch. Das Weingut von Francis
Ford Coppola - Sie wissen schon, dem Starregisseur, der
unter anderem auch den "Paten" gemacht hat oder auch
"Apocalyse now", hatte es uns angetan, wie Hunderten
anderen auch. Dieser F.F. Coppola hatte dieses Traumweingut 1975
aufgekauft, nachdem der ehemalige Besitzer Niebaum bzw.
dessen Familie kein Geld mehr hatte, und es liebevoll wieder so hergerichtet, wie
es ursprünglich mal war. Und ich bin überzeugt, nicht
nur der
Wein gehört mit zu dem Besten, was Tal so bietet.
  
Anni hat natürlich eine Weinprobe gemacht - 5 mal testen
für 15 Dollar. Am liebsten hätten wir 1-2 Flaschen
mitgenommen, aber bei Preisen von 27.- und 65.- Dollar
pro Flasche haben wir es dann lieber gelassen. Dafür
bekamen wir 2! Gläser geschenkt und die Weinliste noch
dazu. Das Weingut hat wirklich edle Räume, man
kann hier auch Events der gehobenen Klasse abhalten.
Eine überaus attraktive Treppe aus Redwood-Holz und ein
übergroßes Mosaik-Wappen schmücken den Eingangsbereich. Überall gibt es
Wein-Probierräume/Probiernischen, aber auch kleine alkoholfreie Probierstuben
für die Driver :-)). Alles wirkt irgendwie liebevoll,
auch wenn das knallharter Kommerz ist. Müssen eine gute
Marketing-Abteilung haben. Im
ersten Stock stehen Requisiten von den bekanntesten
Filmen von Coppola - so auch der Schreibtisch vom Paten
mit dem goldenen Telefon oder auch die 5 Oscars in einer
Vitrine.
  
Auf der Weiterfahrt "trafen" wir dann auch den
"Wine-Train" aus Napa wieder. Wir hatten uns
zwischenzeitlich mal
schlau gemacht, wie das so mit Fahren und Preisen dafür
aussah: Ist bestimmt empfehlenswert, aber uns war das
schlicht zu teuer. Ein 3-Gang-Dinner 75 Dollar, ein
5-Gang-Dinner 85 Dollar, ein 3 Gang-Lunch, dafür mit
Wein-Testen 99 Dollar und ein Abend-Dinner mit Show 120
Dollar. Das Spitzendinner mit 5-Gängen und Weinen aus
der Region kostet 140 Dollar und wird nur 1x monatlich
veranstaltet. Die einfache Fahrt im offenen Wagon kostet
immer noch 40 Dollar und wenn das ganze auch noch mit "Meal"
sein soll
(man beachte die Unterschiede - der eine kriegt ein
Dinner, der andere ein Sandwich) kostet es 65 Dollar. Und das
alles nur gegen telefonische Reservierung 3 Tage in
voraus - es sei, es sind noch Plätze frei.
  
Am Ende der ganzen Weinstrassen liegt der Ort Calistoga.
Bekannt unter anderem für seinen "Old Faithful Geyser".
Kostet pro Nase 6 Dollar Eintritt. Haben wir uns
geschenkt, da wir noch nach Yellowstone kommen und den
wirklichen Old Faithful gucken gehen. Die Weiterfahrt
auf der 128 Richtung Küste gestaltete sich unerwartet
als Highlight. Nicht nur, dass es nach dem Napa-Valley
ein weiteres Tal namens "Alexander-Valley" gibt, sondern
dass dieses auch Größenmäßig nicht schlechter als Napa ist - nur der
ganze Rummel fehlt hier völlig - sondern auch auf der
Weiterfahrt finden sich die golden Hügel wieder, aber auch immer
wieder Alleen mit alten Eichenbäumen. Einige davon voll
mit "Irish Moss", einer Schmarotzerpflanze der Gattung
Ananas, die wie lange Vorhänge an den Bäumen
herunterhängt. Dann wieder diese gewellten Strassen mit
weitem Land und Rinderherden. Und bei diesem
Sonnen-Licht, das wir um diese Jahreszeit haben, ist das einfach
toll - vorausgesetzt, man interessiert sich für die
Natur.
  
Als ich schon dachte, das wars für heute,
kam ein weiterer Höhepunkt: Redwood - Bäume.
Weitab vom touristisch bekannten Redwood-Park ein
weiterer, mir unbekannter Wald namens "Navarro Redwood".
Wir
hatten natürlich wieder Stress mit den anderen
Autofahrern, dabei benutzten wir nur ausgebaute
"Turnouts". Ich glaube, hier im Norden sind die Amis
sowieso unerwarteterweise sehr aggressiv beim
Autofahren. Hängen einem fast am hinteren Nummernschild, blinken
auf oder Hupen.
Zurück zum Wald - die Bäume hier sind nicht so dick vom
Umfang wie im Redwood NP, aber ebenso zahlreich, sehr
schlank und hoch. Bei den meisten war der Umfang nicht
mehr als 2 Meter, aber mind. 50 Meter hoch waren fast
alle. Dazu die Sonne, die schräg einfiel - herrlich. Wer
sich für die Natur interessiert - diese Strecke ist
unsere Empfehlung.

Die Strasse 128 läuft an ihrem Ende in
die 1 der Küste über - und da erwartete uns wieder
schlechtes Wetter. Dicke Wolken, Kälte und hohe
Luftfeuchtigkeit. Eigentlich wollten wir in Mendocino
übernachten - Sie wissen schon, der alte Schlager. Wir waren dort vor
Jahren schon mal. Aber dieses Mal konnten wir uns auch
nicht entschließen unser altes Hotel wieder zu nehmen.
Es liegt direkt an der Küstenstrasse. Stattdessen sind wir ein
bisschen weitergefahren Richtung Fort Bragg. Unser
Quartier für diese Nacht ist ein kleines Motel auf
halber Strecke mit einem riesigen Zimmer und mit
Terrasse und Blick aufs Meer. Davor liegt eine Kneipe -
wie praktisch.
Morgen werden wir weitere, weniger bekannte
Redwood-Regionen aufsuchen. Und je nachdem, wie das
Wetter ist, auch einen Botanischen Garten. Für jetzt und
heute sind wir nur noch müde und faul. Und mit Oregon
morgen wirds auch nix - nun gut.
Heute haben wir erst mal keinen
Internet-Anschluss, aber die Chefin hier hat uns
angeboten, ihren Internet- Anschluss benutzen zu dürfen.
Wenn´s nicht klappt, dann halt erst morgen diesen
Bericht....
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