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Anni & Dagmar´s Live-Reisebericht USA West 2005

Website: www.ShowCreator.com
Auf unserer USA-Website gibt` s unter "Fotoalbum" weitere USA-Fotos
sowie einen Reisebericht der USA von 2004.
(c) 2005 Texte und Fotos A. Bertrams & D. Rettig

30.08.2005

Vorwort:

Seit meinem Vorwort vom letzten Jahr bis heute hat sich nicht viel geändert. Wir sind ein wenig älter geworden, haben festgestellt, dass wir für spanische Langzeit-Campingplätze immer noch zu jung sind und außerdem kribbelt es wieder, auf Tour zu gehen. So werden also zwei betagte Ladies Amerika mal wieder unsicher machen. Wir – das sind zwei Mädels im reifen Alter, immer noch flott wenn´s um Reisen, Fotografieren und Computern geht. Neugierig und wissbegierig, beizeiten vergesslich, aber nie langweilig. Wir schätzen nette Leute, nette Gespräche und ein leckeres Bierchen an den Kneipentheken dieser Welt. Wir kämpfen ewig mit unseren Pfunden und Büffets sind unsere persönlichen Gegner –einfach zu lecker. Aber was soll ich Ihnen sagen – das Leben ist schön und aufregend. Und unsere Erlebnisse quer durch diese Welt kann uns auch keiner nehmen.
Gepackt haben wir immer noch nicht, aber aufgeregt sind wir schon. Viel wichtiger als Packen ist ja auch, ob der PC richtig bestückt ist und alle Kabel eingepackt sind. Schließlich wollen wir ja live und wenn´s geht, täglich berichten.  

Eigentlich ist diese Reise in diesem Jahr ungeplant. Ende 2004 stand der Euro gut und Dollars waren billig zu kriegen. Ein weiterer Grund war, dass es im Januar 2005  30% Sonder-Rabatt auf USA-Automieten gab und Überraschung – einen Flug in First Comfort  mit „Special Promotion“ . Wir haben uns dann gesagt, dass das dann wohl alles so sein sollte.  
Nun stehen wir also in den Startlöchern und freuen uns tierisch auf unseren Trip. Sie, lieber Leser, möchten wir teilhaben lassen an dieser  8-Wochen-Reise, deren Endergebnis wir auch noch nicht kennen. Geplant sind 2 Monate, das Ganze mit PKW und Motel/Hotel, ab Los Angeles in grober Richtung nach Norden und über Utah und Las Vegas und wieder zurück nach Los Angeles. Am Freitag, dem 2.September  geht’s los……

Vorplanung:

Alle Vorbereitungen gingen dieses Mal flott. Wir haben einen gültigen Pass mit Visum. Unsere Finger- und Gesichts-Bildchen liegen schon bei den Amis vor und ich hoffe, dass es dieses Mal auch wieder problemlos abläuft.

Knete haben wir für diesen Trip auch genug gebunkert, genauer gesagt Traveller Checks von American Express. Wie ich letztes Jahr in meinem Bericht schon schrieb, die billigste Methode ist die über den ADAC. In deren Sondergutscheinheften den passenden Gutschein raustrennen, ausfüllen und nach Frankfurt zu American Express faxen – Nummer steht drauf. Der Vorteil ist, man zahlt nicht die 1% Gebühr, die sonst die Banken erheben. Ab 14:00 wird der aktuelle Tages-Kurs eingestellt und so rechnet es sich auch mal, das Ganze vorher im Bildschirmtext zu verfolgen, bevor man ordert.
Natürlich macht das vorherige "Beobachten" nur Sinn, wenn man entweder auf Vorrat kauft oder einfach mehr braucht. Ich scheue immer die Kreditkarte, weil ich da Gebühren und eben auch den dann aktuellen Kurs bezahlen muss. Wäre z.B. momentan wesentlich teurer als der Kurs, den wir bezahlt haben. 

Traveller Checks werden in den USA wie Bargeld behandelt. Einfach in einen Supermarkt gehen, was einkaufen und an der Kasse mit dem Scheck bezahlen. Manchmal wird nach der „ID“ gefragt. Ich habe dann immer meinen Scheckkarten-Führerschein gezückt und die Mädels haben die Nummer abgeschrieben und das wars. Kein Gefrage, kein Gerenne, keine Extra-Gebühren. Außerdem sind die Checks auch versichert, falls mal welche geklaut werden oder verloren gehen. 
Das mit dem Mieten eines USA-Autos ging auch sehr problemlos. Hier in Deutschland gibt es einen Gross-Vermieter für Autos namens „Holidayautos“ der beizeiten Sonderpreise macht. Wir hatten das Glück, 30% Rabatt abstauben zu können. Das bedeutet, das gemietete Mittelklasseauto kostet für die 56 Tage schlappe 1.270 Euro – und das in Kalifornien. Es ist ein Alamo-Auto. Letztes Jahr hatten wir ebenfalls von Alamo zwei mal einen fast flammneuen Wagen, also nix Schrottkisten und so. Den Flug haben wir wie so oft bei LTU gebucht. Und auch da erwischten wir einen dieser Supertage -  First Comfort zu einem Spitzen-Preis. Ich liebe es, in der ersten Reihe zu sitzen - wenn es bloss nicht immer so teuer wäre.....Zu Hause sind wir am schönen Niederrhein, vor den Toren Düsseldorfs und so ist ein Klacks an den Flughafen zu kommen.

Geplant ist, via Yosemite und Mono Lake, rüber nach Monterey an die Küste. Danach in den Norden über San Francisco nach Oregon. Irgendwie  über Mount St. Helen nach Seattle. Dann rüber nach Yellowstone – und ich hoffe, daß Schnee liegt – und von dort wieder mit einigen Schlenkern rechts und links in den Süden nach Utah. Je nachdem, wie viel Zeit bleibt, noch ein paar Trips rechts und links der Straße, besonders im Capital Reef NP. Und am liebsten mit einem „Hummer“Allrad – auch wenn der 30 Liter säuft. In Moab habe ich letztes Jahr einen Händler gesehen, der die Dinger tage-und stundenweise vermietet.  Von dort nach Las Vegas. Nein, nicht zocken, sondern lecker Brauerei-Bier trinken und das neue Wynn-Hotel in Augenschein nehmen. Da Las Vegas ja dieses Jahr 100 Jahre feiert, gibt’s bestimmt einige Highlights an Shows.
Wohnen werden wir dort wie im letzten Jahr im Wüstenort „Jean“ – 15 Minuten jenseits vom Strip, dafür aber die Nacht fürs wirklich tolle Zimmer für 20.- Dollar! Außer diesem Casinohotel, einer Post, einem kleinen Privatflughafen und unendlich viel Wüste rechts und links gibt’s da nix – von der Interstate nach Vegas mal abgesehen - herrlich. Je nachdem wieviel Zeit noch bleibt, steht noch ein Trip nach San Diego auf dem Plan. Wir waren lange nicht mehr dort.
Aber wie auch immer – Sie werden die ersten sein, die es erfahren.
Wir werden keinen Bericht über Sehenswürdigkeiten und Geschichte schreiben - das können andere besser - sondern über Leid und Freud, über Erlebnisse, Erfahrungen und neu Gelerntes. Und wir freuen uns über alle, die diese Berichte lesen und vielleicht das eine oder andere bei Ihrer eigenen Reise einbauen können. Und falls Sie Tipps oder Verbesserungsvorschläge haben – nur zu, wir sind offen für alles. 

Ach ja, Bilder zu unseren Trips finden Sie natürlich auch in unserem Fotoalbum und nicht nur zwischen den Zeilen......

 

2.09.2005 gut in Los Angeles angekommen

In aller Herrgottsfrühe quälte sich unser lieber Freund Alfred aus den Federn – trotz Urlaub – um uns nach Düsseldorf zu fahren. Aufgrund der umfangreichen doppelt und dreifachen Checkerei zu allen Flügen in die Staaten reichen 90 Minuten vor Abflug nicht mehr aus. Und so standen wir um 7:30 am Schalter der LTU. Die Damen hatten schon am frühen Morgen Stress, weil gleichzeitig 2 USA-Maschinen abgefertigt werden mussten, unsere nach Los Angeles und die andere nach Miami. Und das ergab dann leider eine Verspätung von 45 Minuten. Abflug war letztendlich 11:30 Uhr
 


Aber im Einzelnen: der Check-in  in Düsseldorf war problemlos. Ein Vorteil First Comfort zu fliegen ist, dass man zuerst eingecheckt wird an einem separaten Schalter – auf rotem Teppich! – und anschließend erst mal lecker frühstücken geht in einer Lounge. Als wir endlich in die Maschine durften, wurden wir empfangen mit einem Gläschen Champagner. Das Sitzen in der ersten Reihe hatte den Vorteil, dass man niemanden hat, der einem mit dem Sitz aus der Reihe davor auf den Schoß fällt. Im Gegenteil, man kann hervorragend seine Beine an der geraden Wand vor sich ausstrecken und somit ein bisschen vorsorgen von wegen dicken Beinen und so. Apropos dicke Beine und Thrombose-Gefahr: Anni hat sich von ihrem Doc eine Reisespritze empfehlen lassen. Kurz vor Beginn des Fluges in eine der "Bauchfalten" gespritzt, verdünnt es das Blut und verhindert vielleicht was Schlimmeres. Ein bisschen stehen und gehen und turnen sollte man aber trotzdem während des Fluges. Ich habe mir die Spritze verkniffen. Mir wird schon schlecht, wenn ich Blut sehe und dann soll ich mir so ´nen Ding in meinen Rettungsring spritzen?

Der Flug selbst war eigentlich wie immer lang, lang, lang, ein bisschen ruppelig bis nach Grönland und dann nur noch ein „auf die Uhr gucken, wie lange es noch dauert“. Ich beneide alle Leute, die tief und fest im Flieger schlafen können und sich den Stress gar nicht machen.
Die Daten: insgesamt 9.143 km weit, 11:40 Stunden Flug, im Durchschnitt war es draußen -50 Grad, der Flieger flog zwischen 10.000 und 12.500 km hoch und war ungefähr 800 km/h schnell. Die Route verlief südlich von Grönland, ein bisschen Kanada und der Rest quer durchs USA-Land.
                                                     
In Los Angeles gelandet, erwartete uns die erste Überraschung. Die Maschine rollte über sämtliche Felder und an allen Gebäuden vorbei bis zur allerhintersten Ecke. Dort befand sich nur ein Gate und man war raus aus dem Flieger, rin in den Bus und 10 Minuten später in der „Abfertigungshalle“. Erst dachte ich, es ist ziemlich deprimierend, so weit abgeschoben zu werden, aber sooo schnell waren wir noch nie abgefertigt. Dazu noch ein netter Immigrations-Officer, der uns das momentane Oktoberfest in L. A. empfahl und raus waren wir. Noch nie habe ich es dort erlebt, vor den Koffern da zu sein und auch noch darauf warten zu müssen!
Auch das Shuttle für das Mietauto stand da wie für uns bestellt und an einem Freitag, an den halb USA auf Trip ist und auch noch vor dem anstehenden montäglichen Feiertag „Labor Day“ – das habe ich auch da noch nicht erlebt. Selbstredend dauerte auch die Übernahme des Miet-PKW keine 10 Minuten.
                                            

Naja, danach dauerte dann aber alles länger. Ich schiebe es natürlich auf meine Müdigkeit, dass ich dauernd die Bremse mit der nichtvorhandenen Kupplung verwechselte und es verdammt nötig war, angeschnallt  zu sein. (Amerikanische Autos sind nun mal alles Automatik-Autos!) Auch dass ich erst eine Flughafen-Rundfahrt machte, bevor ich dann das Hotel fand, obwohl ich doch schon mit der Nase davor war. Ende gut alles gut, dachte ich, als ich das nötigste Gepäck auspackte für die eine bevorstehende Nacht. Mitnichten. Anni grinste sich einen und ließ mich weiterfluchen. Ich hatte das Super 8 Motel von Deutschland aus gebucht und in weiser Voraussicht ein Flughafen-nahes ausgesucht. Es war dann auch sehr „nah“. Auf dem Balkon vor unserem Zimmer stehend, hätte ich die Flugzeuge berühren können, wäre mein Arm 50 Meter lang gewesen – so tief kamen die rein. Von dem dazugehörigen Lärm will ich gar nicht reden. Kurzum, ich konnte die Flieger, die reinkamen sogar vom Bett aus nicht nur deutlich sehen, sondern auch bei vielen feststellen, aus welchen Land die kamen.

Na, dann gute Nacht.

3.09.2005 auf dem Weg Richtung Monterey

             unsere heutige Route:                      

Wir haben verständlicherweise nicht soo toll geschlafen. Aber pünktlich um 7 Uhr sind wir aufgestanden. Geduscht, gepackt und ab. Ein schönes Frühstück bei „Dennys“ stand an. Daneben das Hotel „Travelodge“ bot sich als „gutes Durchschlafen“ an. Kann ich nur empfehlen, als Alternative zu den großen Hotels direkt am Airport. Es liegt an der Ecke „Aviation“ und „Century“. Sehr zentral zum Airport, aber nicht in der Einflugschneise! Nicht weit von Alamo und den anderen Autovermietern. Und daneben eben „Dennys“. Leider habe ich das nicht gewußt.
                                                    
Nach dem ausgiebigen Frühstück, auf das ich mich schon seit Wochen freue, haben wir noch ein Couponheft mitgenommen, mit den aktuellen Rabatt-Angeboten der Hotels. Ich schrieb es letztes Jahr schon in meinem Bericht, wie man da dran kommt und damit umgeht.
Aufgefallen ist mir auch dabei, dass sich die Preise zum vergangenen Jahr gewaltig erhöht haben. Auch Frühstücken geht nicht mehr für $ 4,99 sondern kostet jetzt $ 7,99  für Ham-and-Cheese-Omelett.
Das Super 8 Motel der vergangenen Nacht war im übrigen ok bis gut. Die Sicherheit war hier hoch. Die Zimmer begannen erst in der 1. Etage, alle Zugänge dorthin waren nur per Zimmerschlüssel erreichbar. Selbst der Lift funktionierte nur so. Die Fenster der Rezeption waren allerdings allesamt vergittert....Die Zimmer waren gut ausgestattet. Sogar Bügelbrett und -eisen und Kühlschrank, Mikrowelle und Haarfön waren vorhanden. Kostete an diesem Freitag 74 Dollar und war komplett ausgebucht.

Nach dem Frühstück haben wir erst mal beschlossen, die Reise an der Küste fortzusetzen. Es ist absehbar, dass wir Probleme mit der Müdigkeit kriegen. Ein Highlight direkt in die ersten 2-3 Tage zu setzen, war uns darum zu schade. Unsere Weiterfahrt nach dem Frühstück erfolgte deshalb über die 101 bis nach Santa Monica.
Einen Joke wollte ich aber noch erzählen: gestern hatte ich bei Alamo 2 ergraute Herren gesehen, denen der Alamo-Mann unbedingt ein teureres Auto aufschwatzen wollte, weil das schneller zum Grand Canyon fuhr. Sollte nur 15 Dollar mehr kosten pro Tag. Die beiden wirkten ein bisschen unentschlossen und so wurden sie nach draußen gezerrt, Auto angucken. Tat mir fast ein bisschen leid. Klar verstehe ich, dass die Amis versuchen, den doofen Touris ein teureres Auto anzudrehen. Aber mir gefällt es nicht. Just diese beiden Typen kamen auch zu Dennys frühstücken. Ich denke, die waren zum ersten Mal in den USA, denn denen passierte auch das, was uns vor Jahren als Anfänger auch passiert ist. Nicht nur dass sie sich 3 Rühreier plus "Zubehör" bestellt haben, nein, auch noch Pfannekuchen. Die kamen dann etwas später. Jeder bekam 3 Stück und jeder Stapel waren je mind.10 Zentimeter hoch. Die Gesichter der beiden waren ein Gedicht. Und nun weiß ich endlich, wie wir geguckt haben, als uns dasselbe passierte......
                              
                              

Auf der Weiterfahrt war zwischenzeitlich Nebel über dem Meer aufgezogen und die Sonne hatte mächtig Mühe, da durchzukommen. Auf der US 1 in Richtung Norden durchfährt man auch die Millionärsgegenden Santa Barbara und Malibu. Am heutigen Samstag war da echt „Action“. Nicht nur Surfer aller Art warteten auf die nächste Welle, auch viele Angler standen am Malibu-Pier und fingen im samstäglichen Familienverband das Mittagessen. Und jede Menge Möwen warteten auf die Angel-Erfolge, damit was für sie abfiel. Im Wasser standen wieder dutzende von Surfern und warteten auf die nächste Welle.

Wir kamen fahrerisch noch bis „Oxnard“, einem kleinen Ort an der "101", dann verließen uns die Kräfte. Es macht keinen Spaß, als lebende Schlaftablette durch die Gegend zu wanken. Wir haben dann nur noch ein paar Shops abgeklappert, auf der Suche nach einer billigen „Office-Max“ Telefonkarte  und einem Cooler für unsere Lebensmittel, wenn wir dann mal welche haben.
                                
Nächtigen werden wir in einem Motel6 – relativ neu, modern und abweichend von dem alten Stil. Auch preislich lebt Motel 6 jetzt auf größerem Fuß – angemessenerweise. Die Motel6-Kette gehört jetzt zur "Accor-Gruppe". Vielleicht haben die sich geschämt für die vielen Bruchbuden. Morgen würden wir gerne San Louis Obispo erreichen – ist ca. 200 Meilen von L. A. entfernt. Wir haben heute davon schlappe 100 Meilen oder so nur gepackt.
Jetzt geht’s ab ins Heiabett mit möglichst einer guten Nacht.

4.09.2005 immer noch auf dem Weg Richtung Monterey

                   unsere heutige Route:                    

Wow, gut aber kurz geschlafen. Dieses Motel ist wirklich eine Empfehlung wert. Kein Nachbarskrach, kein Wasserrauschen, kein Duschkrach, kein Getrampele und kein Geschrei. Es war alles ruhig, trotzdem das Motel proppenvoll war. TOLL isoliert, dieses neue Motel 6.
Wir waren um 2 Uhr nachts erst mal wach, wenn auch nicht ausgeschlafen. Bis 6 Uhr haben wir uns rumgequält zwischen Wachsein und dösen. Dann sind wir beide es satt gewesen  rumzudösen und sind aufgestanden um weiterzufahren. Gepackt war schnell und weiter ging es auf der "101" Richtung Norden. Wir suchten ein nettes Frühstückslokal. Und wir fanden auch eines - allerdings ungewollt. Ich hatte mich - mal wieder - ein bisschen verfahren und landete im strahlenden Sonnenschein auf der "33" Richtung "Ojai". Was ich als erstes sah waren jede Menge Ölpumpen, und die nicht nur neben der Straße, sondern im Dutzend auf den sanften Hügeln links und rechts der Straße. Nein, ich war nicht in Texas und ich hatte auch keine Halluzinationen. Anni suchte erst mal die Fototasche und dann ging es knips, knips - glaubt doch kein Mensch, dass die Pumpen auf Hügeln standen und auch noch arbeiteten. Wir waren so begeistert, dass wir kurz darauf in diesem "Ojai" landeten, immer noch in der Hoffnung, mehr Pumpen zu sehen.
                                                                      
Gesehen haben wir stattdessen "Shandas Cafe" - mit dem besten Frühstück im Ort. Stimmte! Zum ersten Mal, seit wir wieder hier sind, hatte ich das Gefühl, angekommen zu sein. Es geht eben nichts über Dorf-Atmosphäre beim Frühstück. Anni machte natürlich ein paar Fotos, leider wurden die nix. Naja, war ja auch noch früh am Morgen - und auf nüchternen Magen....
Wir sind anschließend wieder zurückgefahren, in die dicke Nebelsuppe, die sich auch um 8:30 schon einen Kampf mit der Sonne lieferte. Eine lange Weile verlief die Strasse sogar quasi als Scheideweg zwischen links dicker Nebel und rechts strahlend blauer Himmel. In Santa Barbara war Künstler-Markt. So ne Art Trödelmarkt. Die Künstler boten dort Ihre Bilder zum Kauf. Waren ein paar wirklich hübsche Sachen dabei, soweit ich sehen konnte.
Deprimiert hat mich aber was ganz anderes: am dortigen Pier hatten sich Eltern, Geschwister, Freunde, Familien versammelt und für ihre 1.896 bis jetzt im Irak gefallenen Söhne, Töchter, Freunde, Familienväter im breiten Sandstrand Kreuze aufzustellen mit dem jeweiligen Namen des Getöteten. Dazu 3 Tafeln mit den Bildern dieser jungen Männer und Frauen - ja, die waren auch unter den Toten. Sonst sieht man solche Protestaktionen, wenn überhaupt, nur im Fernsehen. Das als Außenstehender jetzt so mitzubekommen, war schon bedrückend.
                                     
Der Besuch auf der Holzpier war zwar nett, aber dunstig sowieso und irgendwie nicht mehr so toll. Einzig eine Gruppe Harley-Fahrer waren auch zu Fuß! ein schöner Anblick. Naja, ich bin da vielleicht etwas zu euphorisch, habe halt ne Schwäche dafür.
Die Fahrt ging weiter über Santa Maria - dort gab es endlich mal einen vernünftigen Lebensmittel-Supermarkt namens Albertson. Wer meinen Bericht aus dem letzten Jahr gelesen hat, weiß, dass wir dort "Member" sind. Hat uns bei unserem heutigen Einkauf cash 7,50 Dollar eingespart. Ist ne Wohltat bei diesen Preisen dieses Jahr. Member kann jeder werden. Einfach an der Kasse vorher- einen Antrag ausfüllen (es ist völlig wurscht ob dort Petra Rumpelstilzchen Ihren Antrag stellt). Die Märkte sind nur wirklich an der E-Mail-Adresse interessiert. Aber ich kann auch sagen, selbst wenn Sie eine existierende eingeben, ICH habe ein ganzes Jahr nix von irgendeinem Laden gehört. Aber die Member-Karte funktioniert immer noch! Bitte beachten Sie auch die große Auswahl an Chemie-Bier auf einem der Fotos. Wir haben uns davon auch 2 Flaschen/Dosen mitgenommen. Selbstverständlich trinken wir nur " Miller High-Life"-der Champagner unter den Bieren, wie die Eigenwerbung das Bier beschreibt. Aber glauben Sie es mir, es geht nix über Frischgezapftes aus einer deutschen Kneipe. Wenn man das Zeug der Amis lang genug trinkt, werden die Geschmacksnerven so taub, dass die auch nix mehr merken.

Danach war wieder Schicht bei uns. Wir haben es noch bis nach Obispo geschafft. Haben uns aus dem Gutscheinheft ein Ramada-Hotel ausgeguckt und dieses angefahren. Da morgen ja "Labour-Day" ist, halten die Jungs die Preise künstlich oben. Und diese Tatsache hat uns nun 89 Dollar gekostet. Aber auch hier ist der Laden voll und wir sind froh, überhaupt was bekommen zu haben. Außerdem hat dieses Hotel einen Internet-Highspeed-Anschluss -kostenlos natürlich - und so kann ich mein Geschreibsel und Anni die dazugehörigen Bilder schnell und problemlos hochladen, damit SIE Ihrem Spaß haben.

Somit mache ich für heute Schluss, als nächstes steht nur noch Hunger-Durst und Schlafen auf dem Programm. Morgen werden wir voraussichtlich dann doch Monterey erreichen. Nicht nur das Aquarium lockt, sondern auch einige Kneipen aus dem letzten Jahr. Wir werden sehen..........

5.09.2005  wir sind in Monterey gelandet

                    unsere heutige Route:               

Welch ein Tag, ausgeschlafen und Sonne bis zum Abwinken. Kein Wölkchen trübt den blauen Himmel. In einer Wachphase heute Nacht habe ich dann nachgelesen, was man in San Louis Obispo keinesfalls verpassen dürfe und so sind wir heute morgen nach einem eher kargen Frühstück aufgebrochen um die "Sehenswürdigkeiten" abzuklappern. Da gibt es das "Madonna-Inn-Hotel. Für zahlungskräftige Gäste von 150 bis 300 Dollar die Nacht. Ich dachte erst, als wir da gestern vorbeifuhren, das wäre so ein alternatives Hotel von jung gebliebenen Flower-Power-Jüngern. Aber die nehmen wohl keine 300 Euro die Nacht. Hier werden die Zimmer "thematisch" vermietet. Wollten Sie nicht immer schon mal wie ein Steinzeitmensch nächtigen? Nicht? dann vielleicht lieber wie ein Ritter? oder lieber im "roten" Salon? Lesen Sie doch mal unter: www.madonnainn.com und vielleicht buchen Sie ja dann doch mal dort. Aber Scherz beiseite. Auch von außen macht dieser Hotelkomplex einen tollen Eindruck.
                                

Wir haben uns dann noch Downtown angesehen. In zwei parallelen Straßen konnte man sich vorstellen, wie nett und gemütlich es hier abends zugeht. Viele nette Kneipen und Geschäfte. Viele Drachenbäume und einfach Atmosphäre.
                                 

Wir sind dann weitergefahren bis nach San Simeon. Dort haben wir an einem kleinen, nur von Hotels gesäumten Holzsteg die ersten Eindrücke dieser grossartigen Küste erlebt. Jede Menge Vogelfelsen, Ottern im Wasser und eine kleine, aber rauhe Küste. Dazwischen Erdhörnchen und viele blühende Pflanzen. Ich war da kameramässig wieder voll drauf. Ich liebe es, Tiere und Pflanzen hautnah zu fotografieren, auch wenn leider nicht immer alles ein Treffer wird bei 48fachem Zoom.


Die Weiterfahrt gestaltete sich in der sonnigen Wetterlage als Traum. Ausgelassen haben wir "Hearst Castle". Ich empfinde das dort als Nepp. Man kann nicht einfach kommen und gucken, nein, es gibt 4! verschiedenen Führungen durch Teilbereiche des Palastes und jedes Ticket kostet mind. 20 Euro. Das einzige, was kostenlos ist, ist der Shuttlebus -na denn. Ich denke, wir haben in Europa mehr und besseres, als ausgerechnet den Prunk und Protz von Hearst Castle.

Die Weiterfahrt an der Küste entlang war toll. Wir haben ja letztes Jahr die gleiche Tour gemacht. Und ich muß sagen, diese 100 Meilen ab San Simeon finde ich am Schönsten. Da heute Feiertag ist, war zwar massig Betrieb, aber das Wetter war auch einfach zu toll. Es gibt viele "Vista Points" zum gucken und wir hatten die Sonne im Rücken und konnten dadurch tolle Aufnahmen machen. Toll waren die fetten, faulen "Elepfant- Seals- in deutsch Elefanten-Robben. Leider durfte man nicht sooo nah an die Viecher heran, was sicher auch gut so ist. Die Bilder sind leider nicht ganz so toll, aber besser so als gar keine.


                      
Aufgefallen ist mir, daß viel und große Teile der Strasse neu geteert waren. Wir haben überlegt, ob es nun Ausläufer der Erdbeben im Juli waren, mächtige Regenfälle, die Erdrutsche verursacht haben oder beides. Spuren beider Ereignisse fanden sich. Und ebenfalls aufgefallen ist mir, daß an der gesamten Küste riesige Algenteppiche waren - im Strandbereich natürlich. Sind mir im letzten Jahr gar nicht aufgefallen.
Aber auch ganz andere Ereignisse fand ich dort: Unmengen von kleinen "Rennrad-Armstrongs" tummelten sich an der gesamten Strecke. Ich wußte gar nicht, daß es so viele Radfahrer in den USA gibt. Aber die Strecke ist auch zu schön. Meine Schwester und deren bessere Hälfte sind leidenschaftliche Radler. Denen kann ich auch wärmsten die Strecke empfehlen, sind ja nur schlappe 100 Meilen.... zum Trost, 50% der Strecke geht bergab. Auch standen jede Menge Kühe auf dem doch mittlerweile braunen Gras herum. Irgendwie träumte ich von einem riesengrossen Steak.....
                                        
Als wir mal eine kleine Pause machten auf einem tollen Rastplatz, stand neben uns ein Motorrad-Biker, der so aussah, wie man sich den echten Harley-Fahrer vorstellt. Ich war ganz neidisch. Er ezählte uns, dass seine Maschine erst 3 Wochen alt sei und es ein Vergnügen wäre, damit zu fahren. Als Trost gestattete er Anni ein Photo von ihm und seiner Maschine zu machen.
                                                                                   
Kurz vor Monterey fährt man durch Carmel. Hier ist es schön, reich und teuer. Clint Eastwood war oder ist dort noch Bürgermeister. Sowas wertet auf und verteuert. In dieser exklusiven Gegend gibt es neben Dutzenden von Golfplätzen auch wunderschöne Ecken längs der Küste. Kostete letztes Jahr 8 Dollar Eintritt. Dafür fand ich den 17-Mile-Drive nicht so berauschend.

Und dann sind wir endlich in Monterey eingetrudelt. Dieses Mal übernachten wir in "Seaside" - das liegt etwas außerhalb von Monterey. Dafür kostet die Übernachtung mit Gutschein auch nur ab 44 Dollar plus Tax. Und dieses Hotel hier "Sand Castle Motel" ist jede Empfehlung wert. Es sieht optisch sehr hübsch aus, hat gepflegte Zimmer und natürlich Internet-Anschluss. Wir haben hier im Hotel auch direkt die Tickets fürs Aquarium erworben - ein 2-Tages-Ticket für 21,95 Dollar. Das ist der Preis für ein 1-Tages-Ticket an der Kasse des Aquariums selbst. Wie ich vorhin schon sagte, ich bin ein bisschen "gaga", wenn´s um schöne Naturaufnahmen geht. Und dieses Aquarium ist so was vom Feinsten - man sollte es keinesfalls auslassen, wenn man in Kalifornien ist. Die Attraktionen finden Sie unter der Seite: www.montereybayaquarium.org. Dieses Jahr gibt es neu 2 Riesen - Oktopusse, die bis 9! Meter lang werden und 100 Pfund sind keine Seltenheit. Da freue ich mich drauf. Und was es sonst noch Neues gibt - wir lassen uns überraschen.

Jetzt werden wir in Ruhe noch ein Bierchen trinken und dann den Tag  beenden.

6.09.2005  Monterey

                          unser heutiger Trip:               

Endlich ist es uns mal gelungen, fast normal durchzuschlafen und dementsprechend gut gelaunt beginnen wir den Tag. Gefrühstückt wird im Zimmer aus unseren eigenen Vorräten, Kaffee stammt aus der Rezeption. Dann geht es erst mal los und als erstes steht TANKEN auf dem Programm. Wenn man bedenkt, dass wir letztes Jahr noch mit 2 - 2.50 Dollar pro Gallone  wegkamen, sind es jetzt auch hier um die 3 Dollar. Für die Amis muss das hart sein. Anders als wir haben die hier vorwiegend Autos die sehr durstig sind. Das geht auch hier alles ins Geld. Aber wer verzichtet schon aufs Auto.        

                                                                                                    

Ich gebe es zu, ich mag diese Stadt Monterey und es war gestern für mich wie ein Heimkommen. Die Straßen, Kneipen und Sehenswürdigkeiten fand ich sofort wieder und irgendwie ist mir auch der See-Nebel vertraut. Und selbst unser Hotel kannte ich. Und deshalb möchte ich ein bisschen Reklame machen für diese Stadt und ein bisschen was darüber erzählen:
Monterey ist eigentlich eine Halbinsel, mit ca. 30.000 Einwohnern und einer Stadtgebietsgröße um die 30 Quadratkilometer. Die Wurzeln dieser Stadt sind lang. Bereits 1602 wurde die Gegend erforscht und zu Ehren des Grafen Monte Rey, der auch Vizekönig war, so genannt. Monterey war auch mal ne Weile Hauptstadt. Groß und reich geworden ist die Stadt durch den Sardinenfang und die Sardinenverarbeitung. Daher stammen auch die alten Fabrikhallen an der Cannery Row. Richtig berühmt wurde die Stadt aber erst, als John Steinbeck den Roman "die Straße der Ölsardinen schrieb" (und nicht nur Ernest Hemingway hatte seine Stammkneipe!) Heute lebt die Stadt in erster Linie von den Touris. Die alten Hallen sind heute Souvenirläden, Parkhäuser, Kneipen oder Hotels. Das Aquarium -ebenfalls ursprünglich in einer der Hallen untergebracht- ist eine weitere Attraktion. Dort wird gebaut und gebaut und somit kommen auch immer mehr neue tierische Attraktionen dorthin -sehr zu unserer Freude.
Eine weitere Attraktion ist Fishermans Wharf. Natürlich überhaupt nicht mit San Francisco zu vergleichen. Alles eine Nummer kleiner und bescheidener. Nur die großen Brötchen für die Suppe werden auch hier überall angeboten. Ich denke allerdings, dass hier die Bootsmieten im Hafen billiger sind, wenn man so sieht wie viele große Jachten hier so liegen! Und soo weit ist es ja nicht bis nach San Francisco. Ansonsten ist das hier für mich ein ganz normaler Hafen mit ein paar Kneipen, und einem kleinen, professionellen Fischereibereich.
                                         
Das ist aber nicht alles. Monterey besitzt eine hübsche "Altstadt", ein "Presidio" ehemaliges "Regierungsgebäude" samt Kirche, und an der gesamten Strandseite viele hübsche, bunte, villenartige Holzhäuser. Eine wunderschöne Strasse längst des Meeres, natürlich mit den obligaten Golfplätzen. Dazu hat man hier ein Herz für Fußgänger und Biker. Für beide wurde eine breite "Strandstrasse" gebaut - zum Flanieren, Spazierengehen, Meer gucken, Frische-Luft-schnappen....
                                           
Unser heutiges Ziel ist das Aquarium. Der Himmel ist wieder zweigeteilt. Während hier am Hotel der Himmel blau ist, liegt über dem Aquariumsbereich dicker Nebel und es ist saukalt. Wie gut, dass es im Aquarium hoffentlich wärmer ist. Viel möchte ich eigentlich nicht zum Aquarium sagen - ich denke, die Bilder sprechen für sich. Der verflixte Nachteil bei der Fische-Fotografiererei ist nur der, dass die Viecher nicht stillhalten oder sich direkt verstecken wenn wir kommen. Dabei sind wir doch gar nicht schlimm. Unser Trick ist der, dass wir morgen noch mal kostenlos hinkönnen und das eine oder andere noch mal neu fotografieren können. Unsere besondere Liebe gehört den Quallen, ja genau denen. "Jellies" klingt im übrigen viel netter. Und schön sind sie auch - jedenfalls einige davon. Aber genau die wollen überhaupt nicht stillhalten beim Fotografieren. Die Riesen-Oktopusse waren auch sehr schüchtern und versteckten sich. Das konnte ich allerdings verstehen. Eine Horde Kinder unternahm alle Anstrengungen, die Beiden zu erschrecken. Und so hatten dann alle nix davon. Neu war auch ein Acryltunnel, über dem die Gezeiten abliefen. Das heißt, jedes Mal wenn die echten Wellen über den Strand rollen, kam eine Ladung Wasser über diesen Acrylhimmel runter gelaufen - simuliert natürlich. Ich suche auch jetzt noch den tieferen Sinn....Vom Aquarium sind jetzt 15 Bilder eingestellt. Davon der größte Teil im Fotoalbum auf der Hompage. Bitte da weitergucken.

Nach einem gut zweieinhalbstündigen Aufenthalt im Aquarium wurde es so voll, dass wir Reiß-Aus genommen haben.
Da das Wetter immer noch nicht sonniger wurde und uns der Magen auf Halbmast hing, haben wir nur schnell im Strandbereich "nach dem rechten" geguckt und sind danach in eine Art Einkaufs-Mall gefahren. Ich habe schon letztes Jahr schmunzelnd darüber berichtet. Hier gibt es einen riesigen Bio-Supermarkt - "Whoole Foods" mit einer Auswahl, von der ganz Europa träumt. Alles rein organisch. Lecker anzuschauen und auch mit Lebensmitteln aus unseren europäischen Ecken. Dazu Weine aus aller Herren Länder. Selbst Kosmetik aller Art gibt es da, ebenso Hunde- und Katzenfutter. Ein Supermarkt eben mit etwas anderen Spielregeln. Natürlich gibt es auch frisches Brot und eine Ecke, in dem man Suppen, Salate, auch Sushi oder Fleischgerichte aussuchen kann, um diese in einer kleinen Nische direkt verzehren zu können. Saftig sind allerdings auch die Preise.
                                      
Wir haben dann lieber einen Happen bei einem Chinesen mit Büffet gegessen - kostete mit Getränken 13.50 Dollar und satt sind wir auch.

Da wir Minimum noch 2 Nächte hier bleiben, gönnen wir uns heute Nachmittag eine Auszeit und genießen die Sonne vor unserem Zimmer auf der Bank. Heute am frühen Abend wollen wir versuchen, an der Küste den Sonnenuntergang mitzukriegen. Vielleicht fahren wir dann anschließend nach "Bubba Gump" frische Shrimps aus dem Eimer essen. Spätestens aber morgen. Und morgen klappern wir die super Küste bis runter nach Carmel ab -Wetter hin oder her.

7.09.2005 in Monterey

 

              unser heutiger Trip:  

Leider war heute morgen nix mit Sonne. Eher kühl und wir zogen erst mal die Jacken aus dem Koffer. Wenn man bedenkt, dass 50 Meilen östlicher 30 Grad ist, da kommt man schon ins Grübeln...
Falls Sie sich jetzt über obiges Satellitenbild der Küste mit dem Rund-Drive, den wir heute gefahren sind, wundern - ich habe eine Anleihe bei "Google Earth" gemacht. Ich bin Fan dieser Satellitenbilder und ich werde noch einige Male Ausschnitte hier einbauen. Wer das Programm nicht kennt: kostenlos bei Google zu bekommen. Man braucht nicht einmal Extrakarten, man muss nur die bestehende Erdkugel lang genug zoomen, dann kommt eben z.B. obiges Bild dabei raus.

Aber wir hatten uns ja vorgenommen, noch mal ins Aquarium zu gehen. Haben wir auch gemacht. Und da es noch so früh am Tag war, konnten wir einige Fische überreden, endlich stillzuhalten für ein Foto. Ich denke, bei einigen waren wir erfolgreich.

Gegen 11:30 Uhr sind wir dann aufgebrochen zu unserer Weiterfahrt an der Küste entlang. Leider war es nach wie vor neblig und selbst die wenigen Surfer kamen bibbernd aus dem Wasser - trotz Neoprenanzügen. Und so machte es auch keinen besonderen Spaß tief in den Carmel-Bereich zu fahren. Ein paar Fotos haben wir gemacht, aber es fehlt halt die Sonne.

Stattdessen haben wir spontan beschlossen, einen kleinen Trip durch die Cannery Row zu machen und dann anschliessend  nach "Bubba Gump" essen zu gehen und nicht erst heute abend. Ich denke, Cannery Row ist attraktiver als Fisherman´s Wharf. Hier kann man mehr kaufen und Geld ausgeben als auf der Wharf. Da steht das Essen im Vordergrund.

Bubba Gump war auch schon am frühen Nach-Mittag gerappelt voll. Aber wir hatten Glück und ergatterten einen Fenstertisch. Draußen lag faul eine Robbe rum und die war auch so gnädig still liegen zu bleiben, bis ich mein Foto hatte. Drinnen stand für Anni die unvergleichlichen und unverwechselbar frischen Shrimps an, natürlich im Holz-Eimerchen, ausgeschüttet auf ein Tablett, das mit einem Blatt Papier der Hauszeitung ausgelegt war. Als Serviette gab es eine Rolle recycle-tes Küchenpapier und natürlich wurden die Dinger mit den Fingern gegessen. Ich habe lieber einen Caesar-Salat mit Chicken gegessen. 
                                                                               

 

Jetzt sitzen wir hier im Zimmer, machen Bilder und Bericht fertig und werden heute Abend noch einen "Zug um die Häuser" machen. Nachtleben ist angesagt, da wir morgen weiterfahren werden. Eines wollte ich noch loswerden, weil es mir aufgefallen ist: ich habe mich die ganze Zeit gefragt, was tun eigentlich die Amis für New Orleans und Umgebung? Dieses Desaster wird tatsächlich unterstützt von der Bevölkerung und zwar massiv. Man kriegt es bei uns sicher nicht so viel mit, dass hier in fast jeder Kneipe und jedem Laden irgendwas gespendet wird, von dem, was die Leute für Waren oder Essen/Trinken bezahlen. Gestern Abend kam im TV wohl eine dieser häufigen Spendensendungen. Aufgefallen ist mir, dass Stars aller Art sich total engagieren. Aber auch andere reiche Leute- z. B. der Emir von Katar hat gestern 100 Millionen! gespendet, oder der Romanschreiber John Grisham 5 Millionen. Am witzigsten fand ich die Spende von Ophrah Winfrey, der reichsten Fernsehtalkerin der Welt- sie schickte 33 Riesen-Trucks vollgeladen mit all den Dingen, die man im täglichen Leben braucht, vom Waschbecken über ein neues Klo bis hin zu Betten und Matratzen. Frauen sind eben praktischer veranlagt.....

Wir werden morgen östlich Richtung Yosemite fahren, rüber an den Mono-Lake, von da Richtung Norden bis Reno, grob geplant. Das Ziel ist eigentlich der nordwestlich gelegene "Lassen Volcanic Nationalpark", aber wenn man schon mal in der Nähe ist.....Möglicherweise gibt es morgen auch keinen Bericht, das hängt davon ab, wann wir im Hotel eintreffen. Morgen ist auch nur ein Fahr-Tag und Sie werden nicht so viel versäumen.


           

8.09.2005 von Monterey nach Modesto

                            unsere heutige Route:

Wieder ein kalter, nebliger Tag. Und es zieht uns jetzt doch endlich in die Sonne. Gestern haben wir zwar noch mal im Städtchen nach dem Rechten gesehen, aber irgendwie wollten wir nur weg. Heute morgen stand dann erst mal lecker frühstücken in dem kleinen knuddeligen Ess-Lokal auf dem Plan. Mannohmann, das Standard-Omelette bestand aus 4! Eiern. Das war dann doch ne Nummer zu groß. Aber das Senior-Frühstück bestand nur aus 2 Eiern und das haben wir dann geordert. Die kleine Kellnerin - saumäßig flott und alles im Griff - verzog keine Miene. Keine 2 Minuten später stand das Essen dampfend auf dem Tisch und dies obwohl der Laden ziemlich voll war. "Decaf" hatte sie extra frisch für uns gebrüht. Wat so´n unechter Rentner ist, der weis das alles zu schätzen :-))

Anni hat gestern noch eine Postkarte für die Lieben daheim aus unseren Bildern gebastelt. Und das alles auf dem Fotochip gespeichert zum Ausdruck an einem dieser unzähligen Kodak-Automaten in fast jedem Supermarkt. Zwar kostet da jeder Postkartenformat-Ausdruck 29 cent. Ist aber einfach schöner als die gekauften. Leider hat das nicht geklappt. Möglicherweise hat Anni beim Überspielen etwas übersehen. Wir werden es weiter probieren.
                                                              

Mittlerweile war es schon nach 10:00 Uhr und wir machten uns auf den Weg. Schnell noch mal voll getankt für $ 3.01 heute morgen und ab ging es. Bei der Gelegenheit - unser Auto ist ein Chrysler Sebrink und der braucht bei meiner Fahrweise umgerechnet ca 8-10 Liter. Auch bei uns gibt es Arbeitsteilung. Anni ist fürs Filmen zuständig und natürlich für einen Teil der Fotos, ich fahre die Tour und mache das "grobe". Entscheidungen treffen wir entweder einvernehmlich oder mit "Stöckchen" ziehen und da verliere ich immer.
Jedenfalls sind wir los, erst mal ein Stück die Küste hoch und dann rüber Richtung Los Banos auf der 156. Es hat keine 15 Meilen gedauert und die Sonne war voll da. Herrlich! Rings um uns herum viel Landwirtschaft. Die Hügel um uns herum braun und das Gras wiegte sich fast malerisch im Wind - es war aber auch braun und damit war die Poesie schon wieder weg. Letztes Jahr sind wir zufällig ebenfalls diese Strecke gefahren und da sah das alles viel besser aus - oder besser gesagt anders.


Reklametafeln rechts und links der Strasse liessen wieder grüssen und darunter war denn dann auch eine, bei der es bei mir klingelte: Casa de Fruta! Da war ich letztes Jahr schon mal drin und siehe da, auch dieser Laden lag wieder auf unserer Strecke. Dieser Laden-Komplex ist die Verführung PUR!

Vorne an der Eingangshalle sieht alles recht lieb aus, viel Obst, Gemüse und lauter gesunde Sachen - vor allem Knoblauch in ungekannter Grösse - wundervoll dekoriert auf Stapeln, alten Autos oder alten Holzkarren. Danach Mengen von Schubfächern und Regalen voller getrocknetem Obst aller Art, schön beleuchtet und attraktiv aufgebaut.
Weintrauben sind ja auch Obst und das kam dann in Flaschenform als nächstes an die Reihe - weiß, rot, rose und das Ganze auch als Sekt - selbstverständlich zum Probieren. Und drehte man sich gut verköstigt um, dann erstrahlten hinter einem jede Menge gläserner Schubfächer mit Nüssen aller Art und die dann auch noch unterschiedlich "gewürzt" - oder sollen Cashew-Nüsse in Knoblauch nur von der Kaloriensünden ablenken? Kaum ist man - in diesem Falle ich - an diesen Leckereien erfolgreich vorbeigekommen, schon die nächste Prüfung: Schokolade! Schokolade! Schokolade - in allen erdenklichen Sorten und Formen, als bunte Kugeln, als Würfel weiß, braun oder Kakao, als Bruch - sogar einer zuckerfrei (als ob das noch was reißen würde), Brausepulver, bunte Lakritze undundund....

Als ich dann dachte, der süße Albtraum wäre vorbei gings um die Ecke zu den Bonbons - diesen hässlichen, schrecklich süßen farbenprächtigen Plombenziehern, denen man schon gar nicht widerstehen kann und auch nicht 20 verschiedenen Sorten. Dann kam erst die Kasse und als Trost für diesen Verführungstrip konnte man kostenlos ein Tässchen Kaffee trinken....
Rausgestolper aus dem Laden erwartet einen die nächste Attraktion - eine "Sweety-Stube", als ob man nicht schon genug süßes Zeug gesehen hätte. Schräg gegenüber ein weiteres Extra-Haus mit Wein-Verkostung. Ja, aber auch da gab es Nüsse und sonstige Leckereien. Letztes Jahr stand da ein Schweinchen aus Stein, wie eine Bank gestaltet und auf dieser hatte ich mich niedergelassen. Danach sah die Sau nur noch gequält mit dem Kopf hinter mir hervor. Meinen Bruder veranlasste dieses Foto mich zu fragen, ob die Sau nun platt wäre. Heute wollte ich ihm das Gegenteil beweisen - aber Oh Schreck, das Schwein ist weg. Stattdessen stand da ein Holzpferd. Nun grübele ich doch ein bisschen.
Zu finden war auch noch eine Dampflok und für Kinder eine kleine Bimmelbahn und jede Menge Abenteuer-Spielplätze. Ebenso gibt es auf dem Gelände ein Motel, einen RV-Platz und eine Tankstelle. Ist wie ne kleine Stadt.

Wir fuhren nach 2 Stunden weiter, vorbei an einer tollen Landschaft, Rinderherden und vorbei an einem riesigen Stausee. Sogar Baumwollfelder waren zu sehen, ganz zu schweigen von Feldern bis zum Horizont voller Tomaten. Ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem mit satt Wasser (die natürlichen Bäche unterwegs waren da sehr ausgetrocknet dagegen) sorgt hier für reichlich Nass. Die ganze Strecke ist ausgewiesen als "Scenic Drive" und das war sie auch. Langweilig und nur voll mit Autos war dann die Route 99 in Richtung Modesta. In Merced waren wir noch in einem Welcome-Center und haben uns eingedeckt mit Infos aller Art. Und da gab es so eine Lady dort, die mir unbedingt alle Sehenswürdigkeiten schmackhaft machen wollte. Sie hat sich richtig ins Zeug gelegt. Fand ich unheimlich niedlich.
                                                

Der nächste Stopp war schon unser Hotel. Ein neues "Microtel Hotel". Top innen und außen. Und mit einem richtigen Frühstück (das wissen wir vom letzten Jahr an anderer Stelle). Und nun bleibt uns nur noch der Gang zum Essen an der Ecke. Wir sind hungrig und durstig. Morgen gehts auf jeden Fall über den Yosemite und runter zum Mono Lake und dann schaun mer mal.........

                                                                       


Beginn der 2. Woche!


9.09.2005 Heimspiel in Modesto/Ceres

Eigentlich begann der Tag traumhaft schön. Vom Zimmer konnte man die Sonne aufgehen sehen und ich dachte, das sei ein schöner Beginn der 2. Ferienwoche. Es war 6:00 Uhr in der Frühe und nachdem ich Anni aus ihrem dem Bett getrommelt hatte, gingen wir gegen 6:30 zum Frühstück. Himmlisch - Kaffee, Saft, Toast, Butter, Marmelade, Obst und jede Menge dieser süßen Frühstücks-Kuchen.
Während ich gerade vergnügt in meinen Toast biss, sprach mich die Rezeptionistin an, ob ich wüsste, dass mein Auto ´nen "Flat-Tire" hätte. Ich kannte das Wort nicht, jedenfalls nicht in dieser Kombination. Darauf ging die Dame mit mir nach draußen und zeigte mir einen Plattfuss an unserem Auto. Na Mahlzeit dachte ich und witterte schon wieder böse Buben, die die Luft aus dem Reifen gelassen hatten. Aber ich wusste noch nicht, was mir bevorstand. Erst mal den "AAA", das ist der amerikanische ADAC, angerufen zwecks Reifenwechsel. Doch ohne Mitgliedsausweis ging da nix. Anni war schon auf die Suche gegangen und fand natürlich nichts, und ich kann auf nüchternen Magen auch noch nicht denken. Gnädigerweise sagte man mir zu, den Pannendienst zu schicken, würde aber 45 Minuten dauern. Gut dachte ich, Zeit zum suchen.
Dann Alamo angerufen. Mit viel Tamtam wurde erst mal an die Schadensstelle verbunden. Entnervt überließ ich die sprachliche Feinarbeit der inzwischen eingetroffenen Tages-Rezeptionistin. Alamo wiederum wollte auch den Vertrag haben, weil auch bei denen ohne bestimmte Daten nix ging. Ich frage mich da schon, wofür haben die eigentlich Computer? Also ,Anni wieder suchen geschickt. Und Erfolg gehabt.
Fakt war letztendlich, dass ich das Auto hätte tauschen können in Sacramento - sind ja nur schlappe 100 Meilen. Oder den Reifen erst mal auf eigene Kosten reparieren zu lassen, gegen Erstattung der Kosten bei Abgabe des PKW in 2 Monaten. Wir entschieden uns für eine Reparatur des Reifens hier im Ort. Das nächste Problem war, wo zum Teufel ist der nächste Reifenflicker? Der Manager wer der rettende Engel, er wusste Rat und wir waren erst mal erleichtert. Im Hotel hatte es sich derweil rumgesprochen, dass die beiden Mädels aus Germany ´nen Plattfuss hatten.

Zwischenzeitlich war der AAA-Mensch eingetrudelt und besah sich den Schaden. Da das Reserverad im Kofferraum liegt, musste natürlich alles ausgeräumt werden. Es waren eine Menge Hotelgäste da, die belustigt zusahen und ich fluchte innerlich. Dafür war der AAA-Mensch richtig erfrischend. Der wechselte in 178 Sekunden den Reifen - hat einer der Zuschauer mitgestoppt und mir stolz erzählt. Ich hatte ganz andere Probleme, Anni fand meine ADAC-Karte immer noch nicht und gab die Suche entnervt auf. Sollte die Karte etwa noch zu Hause auf dem Tisch liegen? Ich muss wohl die Panik in den Augen gehabt haben, dieser nette Mensch vom AAA meinte dann nur: "Honey, let it be, it´s ok", schwang sich in seinen Abschleppwagen und brauste davon. Das Trinkgeld nahm er gerade noch so an. Ich denke, der wollte auch nur so schnell wie möglich weg....

Ich hatte immer noch meine angebissene Toastscheibe auf dem Teller liegen, aber mir war nicht mehr nach Frühstück. Da wir nicht wussten, wie lange die Reifenreparatur dauerte, entschlossen uns dann erst mal, noch eine Nacht im Hotel zu verlängern. Bloss keinen Stress mehr. Und wir stehen ja nicht unter Zeitdruck. Den Reparaturladen gab es eigentlich um die Ecke, "Big-O-Tires". Also hin und erzählt, was Sache ist. Der Mann nahm es gelassen und meinte, setzen Sie sich hin und trinken Sie einen Kaffee. In 30 Minuten ist alles gelaufen. So war es dann auch. Stress ab 7:30 Uhr und um 9:30 Uhr war alles vorbei. Es war im übrigen mit 15 Dollar erledigt. Ursache war doch tatsächlich eine Schraube, die voll im Mantel hing. Im Nachhinein fiel uns auch ein, daß es mal geknallt hatte, wie bei einem Schuss und wir beide unwillkürlich zur Frontseite geguckt hatten. Da war aber nix. Nun wussten wir, wo es statt dessen "geknallt" hatte. Auf all meinen Reisen war dies mein erster Plattfuss und nun weiss ich also auch, wie man das hier am besten abwickelt!
Als seelischen Ausgleich nach diesem Morgen gingen wir erst mal bummeln. Ich glaube einkaufen gehen, beruhigt noch am meisten die Nerven. Und ist natürlich auch eine gute Entschuldigung... Anni kaufte Jeans und Bluse und jede Menge Krimskrams in einem "99-cent-Laden". Nein, nicht so ein Ramschladen, sondern riesengross wie ein Kaufhaus. Gut sortiert und alles Top-Ware.

Danach fanden wir ein paar Häuser weiter noch einen Laden dieser Art und noch eine ganze Menge anderer Läden zum Bummeln. Mittlerweile war es fast Mittag, die Sonne brannte unbarmherzig vom Himmel und wir hatten berechtigt Hunger. Also nutzten wir die Gelegenheit, an einem Pizza-Büffet den Hunger zu stillen. Erst dachte ich, das war wohl nix, aber irgendwie lief der Pizzabäcker zur Höchstform auf und plötzlich gab es toll schmeckende, verschiedene Pizzen. Dazu noch ein Salatbüffet und 2x Cola dazu und das alles für 11 Dollar incl. Tax für 2 Personen.

Nun haben wir nach einem Mittagsschläfchen Lust darauf, Modesto zu besuchen. Für morgen haben wir hier noch einmal gebucht, weil es leicht zu schaffen ist, den Yosemite und den Mono Lake - um den es uns eigentlich geht - zu besuchen. Was wir übermorgen machen, das verrate ich noch nicht. Jedenfalls was Unlogisches.....

10.09.2005 Rundreise Yosemite, Mono Lake und via Sonora-Pass zurück nach Modesto/Ceres


                     unsere heutige Tour:

 

Heute war ein Tag zum "Reinbeissen", sonnig, warm und fast windstill. Und nach den Aufregungen von gestern und dem anschliessenden Faulenzertag wurde es höchste Zeit wieder auf die Piste zu kommen. Das, was wir heute sehen wollten, war eigentlich "Stoff" für 2 Tage, aber wir  wollten es ausgeruht eben flotter packen. Um 7:45 Uhr sattelten wir also die Hühner mit der groben Richtung Yosemite-Mono Lake.
Da wir es beide hassen, ausgetrampelte Touristenpfade zu fahren, hatten wir uns gestern schon überlegt, wie wir denn nun fahren. Wir wählten eine Nebenstrasse (132). Das war goldrichtig und traumhaft schön. Sanfte Hügel links und rechts der Strasse, jetzt im Herbst goldfarben mit im Wind sanft wiegenden Gräsern. Dazwischen ein bisschen Landwirtschaft, viele Rinderherden - mehr als ich in ganz Texas zusammen gesehen habe - Lamas!, Ziegen, Pferde. Dann wieder endlose Reihen Obstbäume, Nussbäume, Wein und Gemüse. Dazwischen ein See mit klarem Wasser. Wir brauchten 2 Stunden um uns sattzusehen.


Allmählich wurde die Landschaft karger, wir näherten uns höheren Regionen. Und irgendwie landeten wir dann doch auf den Touristenpfaden zumindest Richtung Yosemite Village. Beim "Stöckchenziehen" hatte ich mal wieder verloren - sehr zu meinem Ärger. Das Village ist wie befürchtet: eine einzige Baustelle, Trolley-Busse, Menschenmassen und um diese Jahreszeit absolut für den A... Das einzige Argument, gegen das ich keine Antwort hatte, war die Tatsache, daß man z.B. den Halfdome von unten sehen konnte. Nun ja, das Abenteuer dauerte 2 Stunden und 30 Meilen extra und wir lernten viele Asiaten mit "klickklick" kennen.


Die Weiterfahrt über den Tioga-Pass entschädigte für alles. Ich hatte es nicht mehr so toll in Erinnerung. Und jeder von Ihnen, der jemals dort war, weis, wovon ich rede - Hochwiesen über 3.000 Meter!, Berge und riesige Fels-Platten links und rechts der Strasse, abgeschliffen von der Eiszeit. Und viele Wandervögel mit und ohne Auto. Dazu eine Luft so klar und rein, wie sonst nicht so schnell in Kalifornien zu finden. Wir konnten uns nicht satt sehen und fotografierten auch endlos viel. Eigentlich war unser Ziel ja der Mono Lake. Aber da das Wetter heute auch noch super war, ließen wir uns zeitmäßig treiben. Dass wir dabei auch noch einen Waldbrand hautnah mitkriegten, war nicht geplant. Am schlimmsten empfanden wir aber anschließend den beißenden Geruch verbrannten Holzes im Auto. Auf den High-Meadows befindet sich ein Visitor-Center und wir ergatterten endlich unseren Stempel im "Passport für Nationalparks". Einen Pass für die Nationalparks selbst hatten wir uns für 50 Dollar bereits am Eingang zum Park besorgt. Und da allein der Eintritt in den Yosemite 20 Dollar gekostet hätte, werden wir diese Kosten schnell wieder raus haben.


Endlich im Tal angekommen, wobei dieses immer noch auf 8000 Feet - ist ca. 2400 Meter liegt, waren wir erst mal nur hungrig. Es war nach 3 Uhr mittags und wir hatten uns das redlich verdient. Naja, ein Stück Pizza kostete 3 Dollar, aber es füllte den hohlen Zahn.

Weiter ging die Fahrt via Lee Vining auf der 395 hin zum Visitor-Center wegen Mono Lake. Dieser See ist ursprünglich das Überbleibsel eines Schlackenvulkans und heute ein Salzsee. Bekannt dafür, dass die Salzkonzentration höher ist - leider - als die des Meeres. L. A. hat früher sein Wasser von dort bzw. aus den Zuflüssen bezogen und als der Spiegel aufgrund des fehlenden Wassers immer mehr sank, sind die Umweltschützer aktiv geworden und haben den See gerettet. Nun erholt er sich langsam wieder. Das besondere ist eigentlich, dass er immer schon der Rastplatz von Zugvögeln war. Tiere im Wasser können sich aufgrund des 10% igen Salzgehaltes nicht halten, wohl aber eine einzige Tiersorte der Welt - die Salzwasser-Garnele. Das Visitor-Center ist schön gemacht, aber die Knaben dort meinten doch tatsächlich, die einzig schöne Stelle sei die ca. 10 Meilen entfernte Besichtigungs-Plattform. Würde auch nur 3 Dollar pro Person kosten. Dass 300 Meter in Richtung Bridgeport ebenfalls eine begehbare Stelle an den Mono Lake für Null Dollar führte, wurde elegant verschwiegen. Da wir schon mal da waren, wussten wir das natürlich. Wir also runter an den See. Der alte Holz-Trampelpfad war immer noch da und es machte wieder Spaß, wie Tufa-Steine zu fotografieren. Auch waren eine ganze Menge Vögel da. Das schöne Wetter zauberte dazu noch Super Bilder. Lediglich der Rückweg zum Auto endete für mich mit einem Bad im Mono Lake. An der Stelle, an der die Holzbohlen aufhören und das Wasser anfängt, war es mir einfach danach volle Kanne auszurutschen und richtig nass zu werden - auch wenn es nicht so aussieht. Weh getan habe ich mir nicht dabei. Befürchtet habe ich allerdings, wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses verknackt zu werden, als ich mich in der "Öffentlichkeit" umzog um wenigstens einigermaßen trocken zu sein. Selbst die Dollars in meiner Hosentasche waren nass...
           
Die Weiterfahrt gestaltete Anni als Driver und wir sind wiederum eine seltene Strecke zurück gefahren - über den Sonora-Pass. Vorher tankten wir zu Spitzenpreisen in Bridgeport noch mal nach - und das war gut so. Rechts und links der Strasse wieder Rinderherden ohne Ende. Ich denke, was anderes anbauen kann man auf diesem Lava/Fels-Boden mit dem kargen Grasbestand auch nicht.

Die Tour über die 108 nach Sonora zurück war SPITZE! Wer schon alle Wege kennt und die noch nie gefahren ist, sollte das unbedingt tun. Und zwar am Nachmittag von der Mono Lake-Seite aus. In dieser Jahreszeit stand um 17:00 Uhr die Sonne schon tief und das Farbenspiel war atemberaubend. Hinter der Abzweigung dahin befinden sich links unendlich viel Hügel, Felsen, Dome aus Lava, rot gefärbt. Die Strasse ist im TOP-Zustand, aber schmal und sehr gewunden. Die 26% Steigung taten ihr übriges, aus dieser Strecke ein Abenteuer zu machen. Und die Einsamkeit - kaum ein Auto um diese Zeit und Trailer oder LKW sowieso nicht - taten ihr übriges. Wir möchten es nicht missen. Jenseits des Passes -gute 3000 Meter hoch - sah die Landschaft plötzlich wieder aus wie die aus Yosemite. Felsblöcke bis an die Strasse, fein abgeschmirgelt, Hügel aus Fels und einsamen Bäumen dann wieder Wälder, sogar mit auffallend vielen "Redwoods", dann wieder High-Meadows und so ging es die ganze Strecke bis Sonora runter. Von den 26% Gefälle brauche ich wohl nicht extra zu reden......Schade, dass wir so spät dran waren. Schöne Bilder saßen leider nicht mehr drin - zu dunkel. Aber diese Strecke werden wir bestimmt in Erinnerung gehalten und wenn möglich noch mal fahren.


Der Rest der Strecke bis zurück zum Hotel war teilweise mit Tempo 65 mph möglich. Und so konnten wir unsere Tour abschließen gegen 20:00 Uhr. Wir sind durchgebraust zum nächsten Supermarkt - der hat hier bis Mitternacht auf - und haben uns 2 Flaschen Bier gekauft (nein, nicht die mit 0,5 Liter....). Dass das Hotel uns mit Feuerwerk empfangen hat, rührte uns dann doch.....

Morgen werden wir geruhsam den Tag beginnen und nicht nach Reno sondern ins Napa-Valley düsen. Das Wetter und der Wein und die vielen Weinproben haben es uns angetan.....Na denn.

11.09.2005 Weiterfahrt ins Napa-Valley

 unser heutiger Trip:                  
                                                                                        

Welch ein herrlicher Tag heute. Mit Sonne wurden wir wieder begrüßt und kurz entschlossen entschieden wir uns für kurze Hosen und T-Shirt. Das alles-wieder-einpacken-ins Auto dauerte etwas länger, dann aber hatten wir uns nach dem Aus-checken ein anständiges Frühstück verdient. Die ganze Zeit waren wir an einem Family-Restaurant vorbeigefahren, ganz aus Holz und schon von außen gemütlich. Aber diese Family-Restaurants haben den Nachteil, dass man auch zum Abendessen nur alkoholfreie Getränke bekommt. Und eigentlich geht ja nix über das abendliche Absacker-Bierchen. Aber heute morgen wollten wir dort richtig frühstücken. Haben wir auch gemacht. KLASSE! Innen war der Laden komplett auf  "Tante Klara auf dem Sofa" gestylt. Bestickte Rüschengardinen, Tische zum Ausklappen, damit man da das Besteck drauflegen konnte! und als allerschärfstes an den Tischen Ohrensessel aus braunem Imitat-Leder, kopfhoch und mit Rollen, damit man leichter hin und her rutschen konnte. Dazu an der Decke unzählige "Miefquirle", mit hübschen Biedermeier-Lämpchen dazwischen. Und das Frühstück? unschlagbar lecker und preiswert auch noch. Die Kellnerin brachte uns auch direkt die "Senior-Menü"-Karte. Klar war, dass wir natürlich nur "Decaf" tranken (ist ja auch so) und der war im Omelette-Preis auch noch drin. Mit 8,84 Dollar für 2 Komplett-Frühstücke zogen wir ne gute halbe Stunde später wieder ab.      
                                                             

Unsere Fahrt ging weiter auf der Rennstrecke 99 weiter in Richtung Stockton. Dort wechselten wir auf die 12, die uns nach Napa-Valley bringen sollte. Ich kann nur sagen, eine gähnend langweilige Strecke. Ab und an mal ein bisschen was fürs Auge - weite Wiesen und Felder auf sanft geschwungenen Hügeln, manchmal noch wiederum große Rinderherden, sogar weiße Rinder sahen wir heute und dann wieder nix, nur Langeweile.

Wir hatten uns gestern schon ein Hotel ausgeguckt, das Internet-Anschluss hatte. Aber die Stadt Napa hat da nichts vorzuweisen, außer Luxushotels ab 150 Dollar aufwärts pro Nacht oder B & B - auch nicht viel billiger. So wie es meist üblich ist, an den Ausfallstrassen Motelketten vorzufinden, war hier auch nicht vorzufinden.
Und das von uns ausgeguckte Motel hätte ich auch nicht genommen, wenn es Mitternacht gewesen wäre. Kurz und gut, nachdem uns das Visitor-Center auch nicht helfen konnte, haben wir uns gesagt, wir fahren das Stück nach Fairfield zurück und gehen da in ein Econo Lodge. Vorher haben wir uns allerdings noch Downtown Napa angeguckt. Der einzige Brüller wäre eine Weingut--guckst-du--Fahrt mit der Bimmelbahn gewesen, aber die war unterwegs und wir wollten keine 2 Stunden warten, dann wäre es zu spät geworden.  Außerdem mussten wir uns erst die Preise dafür ausgucken 

Also sind wir Richtung Fairfield gefahren, natürlich erst mal mit mächtig Verfahren. Als wir dann endlich da ankamen, wo das/die Hotel/s waren, konnten wir uns nicht entschließen, im Econo Lodge zu nächtigen. Ein Holzhaus auf Stelzen sozusagen, klein, muffig und teuer, wenn auch sauber. Wir sind letztendlich im Days Inn gelandet. Diese Kette scheint mittlerweile fest in "indischer Hand" zu sein. Ich hatte schon letztes Jahr Probleme mit den asiatischen Gerüchen, die überall hängen und dieses Jahr ist es nicht besser. Ich denke Motels sind eine lukrative Sache hier in den USA, und die Inder haben auch gelernt, während sie gerade dabei sind reich zu werden: Man riecht in der Rezeption nicht direkt indische Gewürze und das Rezeptionisten-Personal ist mittlerweile meist amerikanisch, selten spanisch/mexikanisch. Das Putzgeschwader besteht bis jetzt nur noch aus mexikanischen Frauen, die nicht diese Gerüche verbreiten. Somit ist es auch kein Problem, sich spanisch zu verständigen. Aber einen Vorteil hat das mit den indischen Motel-Pächtern dann doch: mit denen kann man prächtig die Preise runterhandeln.....
Auch hier ist das so. Allerdings gibt es in allen Räumen W-Lan und ich war da denn doch erleichtert. Leider funktioniert meine Netgear MA521 nicht. (Bisheriger Zugang per Kabel) Ich kriege zwar astreinen Empfang, aber ich kann nicht online gehen. Habe Kennwort erhalten, aber es geht einfach nicht. Weis da vielleicht jemand Rat? Bin daher wieder auf die gute, alte AOL-Methode umgestiegen, Schneckentempo, aber wenigstens online. Und das geht immer.
Morgen werde ich versuchen, wieder ne gescheite Leitung zu kriegen, um die Bilder hoch zuladen.

Ja und heute ist dann nichts Aufregendes mehr passiert. Morgen werden wir die ganze Weintour durchs Napa-Valley durchziehen, da kommt schon was zusammen und morgen Abend werden wir bestimmt auch ein Plätzchen finden für die müden Häupter. Wenn wir es schaffen bis nach Eureka oder so. Und dann möchte ich endlich mal raus aus dem teuren Kalifornien. Oregon erwartet uns doch.....


12.09.2005  Napa-Valley und tolle Fahrt an die Küste nach Mendocino/Fort Bragg

 

                                       unsere heutige Tour:

Der Tag begann wie immer - sonnig - und wir freuten uns schon darauf zu starten. Nach einer Tasse Kaffee und so nem süßen Labberkuchen fuhren wir los in Richtung Napa Valley. Zuerst aber suchten wir im gegenüberliegenden Einkaufs-Zentrum den Supermarkt zwecks Einkauf und dann das daneben liegende "Target" auf, um einen erneuten Versuch zu starten, die Postkarte endlich unter Dach und Fach zu bekommen. Sie erinnern sich - Anni hat eine eigene Postkarte kreiert für die Grüsse nach Hause, anstatt gekaufte Postkarten zu verwenden. Eine Verkäuferin mit sehr wichtiger Miene erklärte uns, dass das ein computergesteuertes Gerät wäre und dass sie die Ausdrucke für uns vornehmen wolle. Wir sahen wohl technisch nicht sehr vertrauenserweckend aus....Letztendlich war das gut so, dass sie das selbst machte, denn sie ließ das Foto 2x auf einem großen Ausdruck herstellen, anstatt Postkartengröße - und das 15x = 30 Ausdrucke! Das wollten wir natürlich nicht haben. Also wurden 15 Karten neu gemacht, und da die Verkäuferin mit den falschen Drucken nichts anfangen konnte, verkaufte sie uns diese für einen Sonderpreis.Wir zahlten somit für alle zusammen umgerechnet 20 cent pro Stück - Anstatt 39 cent. Wir zogen damit sehr zufrieden von dannen...
                                              

Nun haben wir nun insgesamt 45 selbst gemachte Postkarten - siehe vorstehendes Muster.

Weiter ging die Fahrt Richtung Napa und es war ein toller Anblick, wie der Nebel wie ein Finger über die sonnenüberfluteten Bergkuppen griff. Und gut war auch, dass wir gestern noch die Stadt Napa besichtigt hatten, die lag jetzt voll im Nebel. Wir sind erst ein Stück weit den sog. Silverado-Trail gefahren. Aber das war nicht soo toll. Nachdem wir dauernd Stress mit rabiaten Autofahrern bekamen, weil wir anstatt 55  nur 50 mph fuhren, haben wir gequert auf die "andere Seite" der ganzen Weingüter. Dazwischen lagen 10 Meilen mit kaum Verkehr und so konnten in Ruhe die Reben fotografieren, die mittlerweile in vollster Sonne standen. Es wird langsam Herbst hier, die Blätter verfärben sich schon an den Rebstöcken.

Wir hatten uns bereits gestern vorgenommen, ein Weingut zu besichtigen und natürlich auch den Wein zu testen - zumindest Anni, da ich ja Auto fahre. Und das taten wir dann auch. Das Weingut von Francis Ford Coppola - Sie wissen schon, dem Starregisseur, der unter anderem auch den "Paten" gemacht hat oder auch "Apocalyse now", hatte es uns angetan, wie Hunderten anderen auch. Dieser F.F. Coppola hatte dieses Traumweingut 1975 aufgekauft, nachdem der ehemalige Besitzer Niebaum bzw. dessen Familie kein Geld mehr hatte, und es liebevoll wieder so hergerichtet, wie es ursprünglich mal war. Und ich bin überzeugt, nicht nur der Wein gehört mit zu dem Besten, was Tal so bietet.
           
Anni hat natürlich eine Weinprobe gemacht  - 5 mal testen für 15 Dollar. Am liebsten hätten wir 1-2 Flaschen mitgenommen, aber bei Preisen von 27.- und 65.- Dollar pro Flasche haben wir es dann lieber gelassen. Dafür bekamen wir 2! Gläser geschenkt und die Weinliste noch dazu.  Das Weingut hat wirklich edle Räume, man kann hier auch Events der gehobenen Klasse abhalten. Eine überaus attraktive Treppe aus Redwood-Holz und ein übergroßes Mosaik-Wappen schmücken den Eingangsbereich. Überall gibt es Wein-Probierräume/Probiernischen, aber auch kleine alkoholfreie Probierstuben für die Driver :-)). Alles wirkt irgendwie liebevoll, auch wenn das knallharter Kommerz ist. Müssen eine gute Marketing-Abteilung haben. Im ersten Stock stehen Requisiten von den bekanntesten Filmen von Coppola - so auch der Schreibtisch vom Paten mit dem goldenen Telefon oder auch die 5 Oscars in einer Vitrine.
            
Auf der Weiterfahrt "trafen" wir dann auch den "Wine-Train" aus Napa wieder. Wir hatten uns zwischenzeitlich mal schlau gemacht, wie das so mit Fahren und Preisen dafür aussah: Ist bestimmt empfehlenswert, aber uns war das schlicht zu teuer. Ein 3-Gang-Dinner 75 Dollar, ein 5-Gang-Dinner 85 Dollar, ein 3 Gang-Lunch, dafür mit Wein-Testen 99 Dollar und ein Abend-Dinner mit Show 120 Dollar. Das Spitzendinner mit 5-Gängen und Weinen aus der Region kostet 140 Dollar und wird nur 1x monatlich veranstaltet. Die einfache Fahrt im offenen Wagon kostet immer noch 40 Dollar und wenn das ganze auch noch mit "Meal" sein soll (man beachte die Unterschiede - der eine kriegt ein Dinner, der andere ein Sandwich) kostet es 65 Dollar. Und das alles nur gegen telefonische Reservierung 3 Tage in voraus - es sei, es sind noch Plätze frei.

Am Ende der ganzen Weinstrassen liegt der Ort Calistoga. Bekannt unter anderem für seinen "Old Faithful Geyser". Kostet pro Nase 6 Dollar Eintritt. Haben wir uns geschenkt, da wir noch nach Yellowstone kommen und den wirklichen Old Faithful gucken gehen. Die Weiterfahrt auf der 128 Richtung Küste gestaltete sich unerwartet als Highlight. Nicht nur, dass es nach dem Napa-Valley ein weiteres Tal namens "Alexander-Valley" gibt, sondern dass dieses auch Größenmäßig nicht schlechter als Napa ist - nur der ganze Rummel fehlt hier völlig - sondern auch auf der Weiterfahrt finden sich die golden Hügel wieder, aber auch immer wieder Alleen mit alten Eichenbäumen. Einige davon voll mit "Irish Moss", einer Schmarotzerpflanze der Gattung Ananas, die wie lange Vorhänge an den Bäumen herunterhängt. Dann wieder diese gewellten Strassen mit weitem Land und Rinderherden. Und bei diesem Sonnen-Licht, das wir um diese Jahreszeit haben, ist das einfach toll - vorausgesetzt, man interessiert sich für die Natur.
       

Als ich schon dachte, das wars für heute, kam   ein weiterer Höhepunkt: Redwood - Bäume. Weitab vom touristisch bekannten Redwood-Park ein weiterer, mir unbekannter Wald namens "Navarro Redwood".
Wir hatten natürlich wieder Stress mit den anderen Autofahrern, dabei benutzten wir nur ausgebaute "Turnouts". Ich glaube, hier im Norden sind die Amis sowieso unerwarteterweise sehr aggressiv beim Autofahren. Hängen einem fast am hinteren Nummernschild, blinken auf oder Hupen.
Zurück zum Wald - die Bäume hier sind nicht so dick vom Umfang wie im Redwood NP, aber ebenso zahlreich, sehr schlank und hoch. Bei den meisten war der Umfang nicht mehr als 2 Meter, aber mind. 50 Meter hoch waren fast alle. Dazu die Sonne, die schräg einfiel - herrlich. Wer sich für die Natur interessiert - diese Strecke ist unsere Empfehlung.
                                              

Die Strasse 128 läuft an ihrem Ende in die 1 der Küste über - und da erwartete uns wieder schlechtes Wetter. Dicke Wolken, Kälte und hohe Luftfeuchtigkeit. Eigentlich wollten wir in Mendocino übernachten - Sie wissen schon, der alte Schlager. Wir waren dort vor Jahren schon mal. Aber dieses Mal konnten wir uns auch nicht entschließen unser altes Hotel wieder zu nehmen. Es liegt direkt an der Küstenstrasse. Stattdessen sind wir ein bisschen weitergefahren Richtung Fort Bragg. Unser Quartier für diese Nacht ist ein kleines Motel auf halber Strecke mit einem riesigen Zimmer und mit Terrasse und Blick aufs Meer. Davor liegt eine Kneipe - wie praktisch. Morgen werden wir weitere, weniger bekannte Redwood-Regionen aufsuchen. Und je nachdem, wie das Wetter ist, auch einen Botanischen Garten. Für jetzt und heute sind wir nur noch müde und faul. Und mit Oregon morgen wirds auch nix - nun gut.

Heute haben wir erst mal keinen Internet-Anschluss, aber die Chefin hier hat uns angeboten, ihren Internet- Anschluss benutzen zu dürfen. Wenn´s nicht klappt, dann halt erst morgen diesen Bericht....