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Anni & Dagmar´s Live-Reisebericht USA West 2005

Website: www.ShowCreator.com
Auf unserer USA-Website gibt` s unter "Fotoalbum" weitere USA-Fotos
sowie einen Reisebericht der USA von 2004.
(c) 2005 Texte und Fotos A. Bertrams & D. Rettig

30.08.2005

Vorwort:

Seit meinem Vorwort vom letzten Jahr bis heute hat sich nicht viel geändert. Wir sind ein wenig älter geworden, haben festgestellt, dass wir für spanische Langzeit-Campingplätze immer noch zu jung sind und außerdem kribbelt es wieder, auf Tour zu gehen. So werden also zwei betagte Ladies Amerika mal wieder unsicher machen. Wir – das sind zwei Mädels im reifen Alter, immer noch flott wenn´s um Reisen, Fotografieren und Computern geht. Neugierig und wissbegierig, beizeiten vergesslich, aber nie langweilig. Wir schätzen nette Leute, nette Gespräche und ein leckeres Bierchen an den Kneipentheken dieser Welt. Wir kämpfen ewig mit unseren Pfunden und Büffets sind unsere persönlichen Gegner –einfach zu lecker. Aber was soll ich Ihnen sagen – das Leben ist schön und aufregend. Und unsere Erlebnisse quer durch diese Welt kann uns auch keiner nehmen.
Gepackt haben wir immer noch nicht, aber aufgeregt sind wir schon. Viel wichtiger als Packen ist ja auch, ob der PC richtig bestückt ist und alle Kabel eingepackt sind. Schließlich wollen wir ja live und wenn´s geht, täglich berichten.  

Eigentlich ist diese Reise in diesem Jahr ungeplant. Ende 2004 stand der Euro gut und Dollars waren billig zu kriegen. Ein weiterer Grund war, dass es im Januar 2005  30% Sonder-Rabatt auf USA-Automieten gab und Überraschung – einen Flug in First Comfort  mit „Special Promotion“ . Wir haben uns dann gesagt, dass das dann wohl alles so sein sollte.  
Nun stehen wir also in den Startlöchern und freuen uns tierisch auf unseren Trip. Sie, lieber Leser, möchten wir teilhaben lassen an dieser  8-Wochen-Reise, deren Endergebnis wir auch noch nicht kennen. Geplant sind 2 Monate, das Ganze mit PKW und Motel/Hotel, ab Los Angeles in grober Richtung nach Norden und über Utah und Las Vegas und wieder zurück nach Los Angeles. Am Freitag, dem 2.September  geht’s los……

Vorplanung:

Alle Vorbereitungen gingen dieses Mal flott. Wir haben einen gültigen Pass mit Visum. Unsere Finger- und Gesichts-Bildchen liegen schon bei den Amis vor und ich hoffe, dass es dieses Mal auch wieder problemlos abläuft.

Knete haben wir für diesen Trip auch genug gebunkert, genauer gesagt Traveller Checks von American Express. Wie ich letztes Jahr in meinem Bericht schon schrieb, die billigste Methode ist die über den ADAC. In deren Sondergutscheinheften den passenden Gutschein raustrennen, ausfüllen und nach Frankfurt zu American Express faxen – Nummer steht drauf. Der Vorteil ist, man zahlt nicht die 1% Gebühr, die sonst die Banken erheben. Ab 14:00 wird der aktuelle Tages-Kurs eingestellt und so rechnet es sich auch mal, das Ganze vorher im Bildschirmtext zu verfolgen, bevor man ordert.
Natürlich macht das vorherige "Beobachten" nur Sinn, wenn man entweder auf Vorrat kauft oder einfach mehr braucht. Ich scheue immer die Kreditkarte, weil ich da Gebühren und eben auch den dann aktuellen Kurs bezahlen muss. Wäre z.B. momentan wesentlich teurer als der Kurs, den wir bezahlt haben. 

Traveller Checks werden in den USA wie Bargeld behandelt. Einfach in einen Supermarkt gehen, was einkaufen und an der Kasse mit dem Scheck bezahlen. Manchmal wird nach der „ID“ gefragt. Ich habe dann immer meinen Scheckkarten-Führerschein gezückt und die Mädels haben die Nummer abgeschrieben und das wars. Kein Gefrage, kein Gerenne, keine Extra-Gebühren. Außerdem sind die Checks auch versichert, falls mal welche geklaut werden oder verloren gehen. 
Das mit dem Mieten eines USA-Autos ging auch sehr problemlos. Hier in Deutschland gibt es einen Gross-Vermieter für Autos namens „Holidayautos“ der beizeiten Sonderpreise macht. Wir hatten das Glück, 30% Rabatt abstauben zu können. Das bedeutet, das gemietete Mittelklasseauto kostet für die 56 Tage schlappe 1.270 Euro – und das in Kalifornien. Es ist ein Alamo-Auto. Letztes Jahr hatten wir ebenfalls von Alamo zwei mal einen fast flammneuen Wagen, also nix Schrottkisten und so. Den Flug haben wir wie so oft bei LTU gebucht. Und auch da erwischten wir einen dieser Supertage -  First Comfort zu einem Spitzen-Preis. Ich liebe es, in der ersten Reihe zu sitzen - wenn es bloss nicht immer so teuer wäre.....Zu Hause sind wir am schönen Niederrhein, vor den Toren Düsseldorfs und so ist ein Klacks an den Flughafen zu kommen.

Geplant ist, via Yosemite und Mono Lake, rüber nach Monterey an die Küste. Danach in den Norden über San Francisco nach Oregon. Irgendwie  über Mount St. Helen nach Seattle. Dann rüber nach Yellowstone – und ich hoffe, daß Schnee liegt – und von dort wieder mit einigen Schlenkern rechts und links in den Süden nach Utah. Je nachdem, wie viel Zeit bleibt, noch ein paar Trips rechts und links der Straße, besonders im Capital Reef NP. Und am liebsten mit einem „Hummer“Allrad – auch wenn der 30 Liter säuft. In Moab habe ich letztes Jahr einen Händler gesehen, der die Dinger tage-und stundenweise vermietet.  Von dort nach Las Vegas. Nein, nicht zocken, sondern lecker Brauerei-Bier trinken und das neue Wynn-Hotel in Augenschein nehmen. Da Las Vegas ja dieses Jahr 100 Jahre feiert, gibt’s bestimmt einige Highlights an Shows.
Wohnen werden wir dort wie im letzten Jahr im Wüstenort „Jean“ – 15 Minuten jenseits vom Strip, dafür aber die Nacht fürs wirklich tolle Zimmer für 20.- Dollar! Außer diesem Casinohotel, einer Post, einem kleinen Privatflughafen und unendlich viel Wüste rechts und links gibt’s da nix – von der Interstate nach Vegas mal abgesehen - herrlich. Je nachdem wieviel Zeit noch bleibt, steht noch ein Trip nach San Diego auf dem Plan. Wir waren lange nicht mehr dort.
Aber wie auch immer – Sie werden die ersten sein, die es erfahren.
Wir werden keinen Bericht über Sehenswürdigkeiten und Geschichte schreiben - das können andere besser - sondern über Leid und Freud, über Erlebnisse, Erfahrungen und neu Gelerntes. Und wir freuen uns über alle, die diese Berichte lesen und vielleicht das eine oder andere bei Ihrer eigenen Reise einbauen können. Und falls Sie Tipps oder Verbesserungsvorschläge haben – nur zu, wir sind offen für alles. 

Ach ja, Bilder zu unseren Trips finden Sie natürlich auch in unserem Fotoalbum und nicht nur zwischen den Zeilen......

 

2.09.2005 gut in Los Angeles angekommen

In aller Herrgottsfrühe quälte sich unser lieber Freund Alfred aus den Federn – trotz Urlaub – um uns nach Düsseldorf zu fahren. Aufgrund der umfangreichen doppelt und dreifachen Checkerei zu allen Flügen in die Staaten reichen 90 Minuten vor Abflug nicht mehr aus. Und so standen wir um 7:30 am Schalter der LTU. Die Damen hatten schon am frühen Morgen Stress, weil gleichzeitig 2 USA-Maschinen abgefertigt werden mussten, unsere nach Los Angeles und die andere nach Miami. Und das ergab dann leider eine Verspätung von 45 Minuten. Abflug war letztendlich 11:30 Uhr
 


Aber im Einzelnen: der Check-in  in Düsseldorf war problemlos. Ein Vorteil First Comfort zu fliegen ist, dass man zuerst eingecheckt wird an einem separaten Schalter – auf rotem Teppich! – und anschließend erst mal lecker frühstücken geht in einer Lounge. Als wir endlich in die Maschine durften, wurden wir empfangen mit einem Gläschen Champagner. Das Sitzen in der ersten Reihe hatte den Vorteil, dass man niemanden hat, der einem mit dem Sitz aus der Reihe davor auf den Schoß fällt. Im Gegenteil, man kann hervorragend seine Beine an der geraden Wand vor sich ausstrecken und somit ein bisschen vorsorgen von wegen dicken Beinen und so. Apropos dicke Beine und Thrombose-Gefahr: Anni hat sich von ihrem Doc eine Reisespritze empfehlen lassen. Kurz vor Beginn des Fluges in eine der "Bauchfalten" gespritzt, verdünnt es das Blut und verhindert vielleicht was Schlimmeres. Ein bisschen stehen und gehen und turnen sollte man aber trotzdem während des Fluges. Ich habe mir die Spritze verkniffen. Mir wird schon schlecht, wenn ich Blut sehe und dann soll ich mir so ´nen Ding in meinen Rettungsring spritzen?

Der Flug selbst war eigentlich wie immer lang, lang, lang, ein bisschen ruppelig bis nach Grönland und dann nur noch ein „auf die Uhr gucken, wie lange es noch dauert“. Ich beneide alle Leute, die tief und fest im Flieger schlafen können und sich den Stress gar nicht machen.
Die Daten: insgesamt 9.143 km weit, 11:40 Stunden Flug, im Durchschnitt war es draußen -50 Grad, der Flieger flog zwischen 10.000 und 12.500 km hoch und war ungefähr 800 km/h schnell. Die Route verlief südlich von Grönland, ein bisschen Kanada und der Rest quer durchs USA-Land.
                                                     
In Los Angeles gelandet, erwartete uns die erste Überraschung. Die Maschine rollte über sämtliche Felder und an allen Gebäuden vorbei bis zur allerhintersten Ecke. Dort befand sich nur ein Gate und man war raus aus dem Flieger, rin in den Bus und 10 Minuten später in der „Abfertigungshalle“. Erst dachte ich, es ist ziemlich deprimierend, so weit abgeschoben zu werden, aber sooo schnell waren wir noch nie abgefertigt. Dazu noch ein netter Immigrations-Officer, der uns das momentane Oktoberfest in L. A. empfahl und raus waren wir. Noch nie habe ich es dort erlebt, vor den Koffern da zu sein und auch noch darauf warten zu müssen!
Auch das Shuttle für das Mietauto stand da wie für uns bestellt und an einem Freitag, an den halb USA auf Trip ist und auch noch vor dem anstehenden montäglichen Feiertag „Labor Day“ – das habe ich auch da noch nicht erlebt. Selbstredend dauerte auch die Übernahme des Miet-PKW keine 10 Minuten.
                                            

Naja, danach dauerte dann aber alles länger. Ich schiebe es natürlich auf meine Müdigkeit, dass ich dauernd die Bremse mit der nichtvorhandenen Kupplung verwechselte und es verdammt nötig war, angeschnallt  zu sein. (Amerikanische Autos sind nun mal alles Automatik-Autos!) Auch dass ich erst eine Flughafen-Rundfahrt machte, bevor ich dann das Hotel fand, obwohl ich doch schon mit der Nase davor war. Ende gut alles gut, dachte ich, als ich das nötigste Gepäck auspackte für die eine bevorstehende Nacht. Mitnichten. Anni grinste sich einen und ließ mich weiterfluchen. Ich hatte das Super 8 Motel von Deutschland aus gebucht und in weiser Voraussicht ein Flughafen-nahes ausgesucht. Es war dann auch sehr „nah“. Auf dem Balkon vor unserem Zimmer stehend, hätte ich die Flugzeuge berühren können, wäre mein Arm 50 Meter lang gewesen – so tief kamen die rein. Von dem dazugehörigen Lärm will ich gar nicht reden. Kurzum, ich konnte die Flieger, die reinkamen sogar vom Bett aus nicht nur deutlich sehen, sondern auch bei vielen feststellen, aus welchen Land die kamen.

Na, dann gute Nacht.

3.09.2005 auf dem Weg Richtung Monterey

             unsere heutige Route:                      

Wir haben verständlicherweise nicht soo toll geschlafen. Aber pünktlich um 7 Uhr sind wir aufgestanden. Geduscht, gepackt und ab. Ein schönes Frühstück bei „Dennys“ stand an. Daneben das Hotel „Travelodge“ bot sich als „gutes Durchschlafen“ an. Kann ich nur empfehlen, als Alternative zu den großen Hotels direkt am Airport. Es liegt an der Ecke „Aviation“ und „Century“. Sehr zentral zum Airport, aber nicht in der Einflugschneise! Nicht weit von Alamo und den anderen Autovermietern. Und daneben eben „Dennys“. Leider habe ich das nicht gewußt.
                                                    
Nach dem ausgiebigen Frühstück, auf das ich mich schon seit Wochen freue, haben wir noch ein Couponheft mitgenommen, mit den aktuellen Rabatt-Angeboten der Hotels. Ich schrieb es letztes Jahr schon in meinem Bericht, wie man da dran kommt und damit umgeht.
Aufgefallen ist mir auch dabei, dass sich die Preise zum vergangenen Jahr gewaltig erhöht haben. Auch Frühstücken geht nicht mehr für $ 4,99 sondern kostet jetzt $ 7,99  für Ham-and-Cheese-Omelett.
Das Super 8 Motel der vergangenen Nacht war im übrigen ok bis gut. Die Sicherheit war hier hoch. Die Zimmer begannen erst in der 1. Etage, alle Zugänge dorthin waren nur per Zimmerschlüssel erreichbar. Selbst der Lift funktionierte nur so. Die Fenster der Rezeption waren allerdings allesamt vergittert....Die Zimmer waren gut ausgestattet. Sogar Bügelbrett und -eisen und Kühlschrank, Mikrowelle und Haarfön waren vorhanden. Kostete an diesem Freitag 74 Dollar und war komplett ausgebucht.

Nach dem Frühstück haben wir erst mal beschlossen, die Reise an der Küste fortzusetzen. Es ist absehbar, dass wir Probleme mit der Müdigkeit kriegen. Ein Highlight direkt in die ersten 2-3 Tage zu setzen, war uns darum zu schade. Unsere Weiterfahrt nach dem Frühstück erfolgte deshalb über die 101 bis nach Santa Monica.
Einen Joke wollte ich aber noch erzählen: gestern hatte ich bei Alamo 2 ergraute Herren gesehen, denen der Alamo-Mann unbedingt ein teureres Auto aufschwatzen wollte, weil das schneller zum Grand Canyon fuhr. Sollte nur 15 Dollar mehr kosten pro Tag. Die beiden wirkten ein bisschen unentschlossen und so wurden sie nach draußen gezerrt, Auto angucken. Tat mir fast ein bisschen leid. Klar verstehe ich, dass die Amis versuchen, den doofen Touris ein teureres Auto anzudrehen. Aber mir gefällt es nicht. Just diese beiden Typen kamen auch zu Dennys frühstücken. Ich denke, die waren zum ersten Mal in den USA, denn denen passierte auch das, was uns vor Jahren als Anfänger auch passiert ist. Nicht nur dass sie sich 3 Rühreier plus "Zubehör" bestellt haben, nein, auch noch Pfannekuchen. Die kamen dann etwas später. Jeder bekam 3 Stück und jeder Stapel waren je mind.10 Zentimeter hoch. Die Gesichter der beiden waren ein Gedicht. Und nun weiß ich endlich, wie wir geguckt haben, als uns dasselbe passierte......
                              
                              

Auf der Weiterfahrt war zwischenzeitlich Nebel über dem Meer aufgezogen und die Sonne hatte mächtig Mühe, da durchzukommen. Auf der US 1 in Richtung Norden durchfährt man auch die Millionärsgegenden Santa Barbara und Malibu. Am heutigen Samstag war da echt „Action“. Nicht nur Surfer aller Art warteten auf die nächste Welle, auch viele Angler standen am Malibu-Pier und fingen im samstäglichen Familienverband das Mittagessen. Und jede Menge Möwen warteten auf die Angel-Erfolge, damit was für sie abfiel. Im Wasser standen wieder dutzende von Surfern und warteten auf die nächste Welle.

Wir kamen fahrerisch noch bis „Oxnard“, einem kleinen Ort an der "101", dann verließen uns die Kräfte. Es macht keinen Spaß, als lebende Schlaftablette durch die Gegend zu wanken. Wir haben dann nur noch ein paar Shops abgeklappert, auf der Suche nach einer billigen „Office-Max“ Telefonkarte  und einem Cooler für unsere Lebensmittel, wenn wir dann mal welche haben.
                                
Nächtigen werden wir in einem Motel6 – relativ neu, modern und abweichend von dem alten Stil. Auch preislich lebt Motel 6 jetzt auf größerem Fuß – angemessenerweise. Die Motel6-Kette gehört jetzt zur "Accor-Gruppe". Vielleicht haben die sich geschämt für die vielen Bruchbuden. Morgen würden wir gerne San Louis Obispo erreichen – ist ca. 200 Meilen von L. A. entfernt. Wir haben heute davon schlappe 100 Meilen oder so nur gepackt.
Jetzt geht’s ab ins Heiabett mit möglichst einer guten Nacht.

4.09.2005 immer noch auf dem Weg Richtung Monterey

                   unsere heutige Route:                    

Wow, gut aber kurz geschlafen. Dieses Motel ist wirklich eine Empfehlung wert. Kein Nachbarskrach, kein Wasserrauschen, kein Duschkrach, kein Getrampele und kein Geschrei. Es war alles ruhig, trotzdem das Motel proppenvoll war. TOLL isoliert, dieses neue Motel 6.
Wir waren um 2 Uhr nachts erst mal wach, wenn auch nicht ausgeschlafen. Bis 6 Uhr haben wir uns rumgequält zwischen Wachsein und dösen. Dann sind wir beide es satt gewesen  rumzudösen und sind aufgestanden um weiterzufahren. Gepackt war schnell und weiter ging es auf der "101" Richtung Norden. Wir suchten ein nettes Frühstückslokal. Und wir fanden auch eines - allerdings ungewollt. Ich hatte mich - mal wieder - ein bisschen verfahren und landete im strahlenden Sonnenschein auf der "33" Richtung "Ojai". Was ich als erstes sah waren jede Menge Ölpumpen, und die nicht nur neben der Straße, sondern im Dutzend auf den sanften Hügeln links und rechts der Straße. Nein, ich war nicht in Texas und ich hatte auch keine Halluzinationen. Anni suchte erst mal die Fototasche und dann ging es knips, knips - glaubt doch kein Mensch, dass die Pumpen auf Hügeln standen und auch noch arbeiteten. Wir waren so begeistert, dass wir kurz darauf in diesem "Ojai" landeten, immer noch in der Hoffnung, mehr Pumpen zu sehen.
                                                                      
Gesehen haben wir stattdessen "Shandas Cafe" - mit dem besten Frühstück im Ort. Stimmte! Zum ersten Mal, seit wir wieder hier sind, hatte ich das Gefühl, angekommen zu sein. Es geht eben nichts über Dorf-Atmosphäre beim Frühstück. Anni machte natürlich ein paar Fotos, leider wurden die nix. Naja, war ja auch noch früh am Morgen - und auf nüchternen Magen....
Wir sind anschließend wieder zurückgefahren, in die dicke Nebelsuppe, die sich auch um 8:30 schon einen Kampf mit der Sonne lieferte. Eine lange Weile verlief die Strasse sogar quasi als Scheideweg zwischen links dicker Nebel und rechts strahlend blauer Himmel. In Santa Barbara war Künstler-Markt. So ne Art Trödelmarkt. Die Künstler boten dort Ihre Bilder zum Kauf. Waren ein paar wirklich hübsche Sachen dabei, soweit ich sehen konnte.
Deprimiert hat mich aber was ganz anderes: am dortigen Pier hatten sich Eltern, Geschwister, Freunde, Familien versammelt und für ihre 1.896 bis jetzt im Irak gefallenen Söhne, Töchter, Freunde, Familienväter im breiten Sandstrand Kreuze aufzustellen mit dem jeweiligen Namen des Getöteten. Dazu 3 Tafeln mit den Bildern dieser jungen Männer und Frauen - ja, die waren auch unter den Toten. Sonst sieht man solche Protestaktionen, wenn überhaupt, nur im Fernsehen. Das als Außenstehender jetzt so mitzubekommen, war schon bedrückend.
                                     
Der Besuch auf der Holzpier war zwar nett, aber dunstig sowieso und irgendwie nicht mehr so toll. Einzig eine Gruppe Harley-Fahrer waren auch zu Fuß! ein schöner Anblick. Naja, ich bin da vielleicht etwas zu euphorisch, habe halt ne Schwäche dafür.
Die Fahrt ging weiter über Santa Maria - dort gab es endlich mal einen vernünftigen Lebensmittel-Supermarkt namens Albertson. Wer meinen Bericht aus dem letzten Jahr gelesen hat, weiß, dass wir dort "Member" sind. Hat uns bei unserem heutigen Einkauf cash 7,50 Dollar eingespart. Ist ne Wohltat bei diesen Preisen dieses Jahr. Member kann jeder werden. Einfach an der Kasse vorher- einen Antrag ausfüllen (es ist völlig wurscht ob dort Petra Rumpelstilzchen Ihren Antrag stellt). Die Märkte sind nur wirklich an der E-Mail-Adresse interessiert. Aber ich kann auch sagen, selbst wenn Sie eine existierende eingeben, ICH habe ein ganzes Jahr nix von irgendeinem Laden gehört. Aber die Member-Karte funktioniert immer noch! Bitte beachten Sie auch die große Auswahl an Chemie-Bier auf einem der Fotos. Wir haben uns davon auch 2 Flaschen/Dosen mitgenommen. Selbstverständlich trinken wir nur " Miller High-Life"-der Champagner unter den Bieren, wie die Eigenwerbung das Bier beschreibt. Aber glauben Sie es mir, es geht nix über Frischgezapftes aus einer deutschen Kneipe. Wenn man das Zeug der Amis lang genug trinkt, werden die Geschmacksnerven so taub, dass die auch nix mehr merken.

Danach war wieder Schicht bei uns. Wir haben es noch bis nach Obispo geschafft. Haben uns aus dem Gutscheinheft ein Ramada-Hotel ausgeguckt und dieses angefahren. Da morgen ja "Labour-Day" ist, halten die Jungs die Preise künstlich oben. Und diese Tatsache hat uns nun 89 Dollar gekostet. Aber auch hier ist der Laden voll und wir sind froh, überhaupt was bekommen zu haben. Außerdem hat dieses Hotel einen Internet-Highspeed-Anschluss -kostenlos natürlich - und so kann ich mein Geschreibsel und Anni die dazugehörigen Bilder schnell und problemlos hochladen, damit SIE Ihrem Spaß haben.

Somit mache ich für heute Schluss, als nächstes steht nur noch Hunger-Durst und Schlafen auf dem Programm. Morgen werden wir voraussichtlich dann doch Monterey erreichen. Nicht nur das Aquarium lockt, sondern auch einige Kneipen aus dem letzten Jahr. Wir werden sehen..........

5.09.2005  wir sind in Monterey gelandet

                    unsere heutige Route:               

Welch ein Tag, ausgeschlafen und Sonne bis zum Abwinken. Kein Wölkchen trübt den blauen Himmel. In einer Wachphase heute Nacht habe ich dann nachgelesen, was man in San Louis Obispo keinesfalls verpassen dürfe und so sind wir heute morgen nach einem eher kargen Frühstück aufgebrochen um die "Sehenswürdigkeiten" abzuklappern. Da gibt es das "Madonna-Inn-Hotel. Für zahlungskräftige Gäste von 150 bis 300 Dollar die Nacht. Ich dachte erst, als wir da gestern vorbeifuhren, das wäre so ein alternatives Hotel von jung gebliebenen Flower-Power-Jüngern. Aber die nehmen wohl keine 300 Euro die Nacht. Hier werden die Zimmer "thematisch" vermietet. Wollten Sie nicht immer schon mal wie ein Steinzeitmensch nächtigen? Nicht? dann vielleicht lieber wie ein Ritter? oder lieber im "roten" Salon? Lesen Sie doch mal unter: www.madonnainn.com und vielleicht buchen Sie ja dann doch mal dort. Aber Scherz beiseite. Auch von außen macht dieser Hotelkomplex einen tollen Eindruck.
                                

Wir haben uns dann noch Downtown angesehen. In zwei parallelen Straßen konnte man sich vorstellen, wie nett und gemütlich es hier abends zugeht. Viele nette Kneipen und Geschäfte. Viele Drachenbäume und einfach Atmosphäre.
                                 

Wir sind dann weitergefahren bis nach San Simeon. Dort haben wir an einem kleinen, nur von Hotels gesäumten Holzsteg die ersten Eindrücke dieser grossartigen Küste erlebt. Jede Menge Vogelfelsen, Ottern im Wasser und eine kleine, aber rauhe Küste. Dazwischen Erdhörnchen und viele blühende Pflanzen. Ich war da kameramässig wieder voll drauf. Ich liebe es, Tiere und Pflanzen hautnah zu fotografieren, auch wenn leider nicht immer alles ein Treffer wird bei 48fachem Zoom.


Die Weiterfahrt gestaltete sich in der sonnigen Wetterlage als Traum. Ausgelassen haben wir "Hearst Castle". Ich empfinde das dort als Nepp. Man kann nicht einfach kommen und gucken, nein, es gibt 4! verschiedenen Führungen durch Teilbereiche des Palastes und jedes Ticket kostet mind. 20 Euro. Das einzige, was kostenlos ist, ist der Shuttlebus -na denn. Ich denke, wir haben in Europa mehr und besseres, als ausgerechnet den Prunk und Protz von Hearst Castle.

Die Weiterfahrt an der Küste entlang war toll. Wir haben ja letztes Jahr die gleiche Tour gemacht. Und ich muß sagen, diese 100 Meilen ab San Simeon finde ich am Schönsten. Da heute Feiertag ist, war zwar massig Betrieb, aber das Wetter war auch einfach zu toll. Es gibt viele "Vista Points" zum gucken und wir hatten die Sonne im Rücken und konnten dadurch tolle Aufnahmen machen. Toll waren die fetten, faulen "Elepfant- Seals- in deutsch Elefanten-Robben. Leider durfte man nicht sooo nah an die Viecher heran, was sicher auch gut so ist. Die Bilder sind leider nicht ganz so toll, aber besser so als gar keine.


                      
Aufgefallen ist mir, daß viel und große Teile der Strasse neu geteert waren. Wir haben überlegt, ob es nun Ausläufer der Erdbeben im Juli waren, mächtige Regenfälle, die Erdrutsche verursacht haben oder beides. Spuren beider Ereignisse fanden sich. Und ebenfalls aufgefallen ist mir, daß an der gesamten Küste riesige Algenteppiche waren - im Strandbereich natürlich. Sind mir im letzten Jahr gar nicht aufgefallen.
Aber auch ganz andere Ereignisse fand ich dort: Unmengen von kleinen "Rennrad-Armstrongs" tummelten sich an der gesamten Strecke. Ich wußte gar nicht, daß es so viele Radfahrer in den USA gibt. Aber die Strecke ist auch zu schön. Meine Schwester und deren bessere Hälfte sind leidenschaftliche Radler. Denen kann ich auch wärmsten die Strecke empfehlen, sind ja nur schlappe 100 Meilen.... zum Trost, 50% der Strecke geht bergab. Auch standen jede Menge Kühe auf dem doch mittlerweile braunen Gras herum. Irgendwie träumte ich von einem riesengrossen Steak.....
                                        
Als wir mal eine kleine Pause machten auf einem tollen Rastplatz, stand neben uns ein Motorrad-Biker, der so aussah, wie man sich den echten Harley-Fahrer vorstellt. Ich war ganz neidisch. Er ezählte uns, dass seine Maschine erst 3 Wochen alt sei und es ein Vergnügen wäre, damit zu fahren. Als Trost gestattete er Anni ein Photo von ihm und seiner Maschine zu machen.
                                                                                   
Kurz vor Monterey fährt man durch Carmel. Hier ist es schön, reich und teuer. Clint Eastwood war oder ist dort noch Bürgermeister. Sowas wertet auf und verteuert. In dieser exklusiven Gegend gibt es neben Dutzenden von Golfplätzen auch wunderschöne Ecken längs der Küste. Kostete letztes Jahr 8 Dollar Eintritt. Dafür fand ich den 17-Mile-Drive nicht so berauschend.

Und dann sind wir endlich in Monterey eingetrudelt. Dieses Mal übernachten wir in "Seaside" - das liegt etwas außerhalb von Monterey. Dafür kostet die Übernachtung mit Gutschein auch nur ab 44 Dollar plus Tax. Und dieses Hotel hier "Sand Castle Motel" ist jede Empfehlung wert. Es sieht optisch sehr hübsch aus, hat gepflegte Zimmer und natürlich Internet-Anschluss. Wir haben hier im Hotel auch direkt die Tickets fürs Aquarium erworben - ein 2-Tages-Ticket für 21,95 Dollar. Das ist der Preis für ein 1-Tages-Ticket an der Kasse des Aquariums selbst. Wie ich vorhin schon sagte, ich bin ein bisschen "gaga", wenn´s um schöne Naturaufnahmen geht. Und dieses Aquarium ist so was vom Feinsten - man sollte es keinesfalls auslassen, wenn man in Kalifornien ist. Die Attraktionen finden Sie unter der Seite: www.montereybayaquarium.org. Dieses Jahr gibt es neu 2 Riesen - Oktopusse, die bis 9! Meter lang werden und 100 Pfund sind keine Seltenheit. Da freue ich mich drauf. Und was es sonst noch Neues gibt - wir lassen uns überraschen.

Jetzt werden wir in Ruhe noch ein Bierchen trinken und dann den Tag  beenden.

6.09.2005  Monterey

                          unser heutiger Trip:               

Endlich ist es uns mal gelungen, fast normal durchzuschlafen und dementsprechend gut gelaunt beginnen wir den Tag. Gefrühstückt wird im Zimmer aus unseren eigenen Vorräten, Kaffee stammt aus der Rezeption. Dann geht es erst mal los und als erstes steht TANKEN auf dem Programm. Wenn man bedenkt, dass wir letztes Jahr noch mit 2 - 2.50 Dollar pro Gallone  wegkamen, sind es jetzt auch hier um die 3 Dollar. Für die Amis muss das hart sein. Anders als wir haben die hier vorwiegend Autos die sehr durstig sind. Das geht auch hier alles ins Geld. Aber wer verzichtet schon aufs Auto.        

                                                                                                    

Ich gebe es zu, ich mag diese Stadt Monterey und es war gestern für mich wie ein Heimkommen. Die Straßen, Kneipen und Sehenswürdigkeiten fand ich sofort wieder und irgendwie ist mir auch der See-Nebel vertraut. Und selbst unser Hotel kannte ich. Und deshalb möchte ich ein bisschen Reklame machen für diese Stadt und ein bisschen was darüber erzählen:
Monterey ist eigentlich eine Halbinsel, mit ca. 30.000 Einwohnern und einer Stadtgebietsgröße um die 30 Quadratkilometer. Die Wurzeln dieser Stadt sind lang. Bereits 1602 wurde die Gegend erforscht und zu Ehren des Grafen Monte Rey, der auch Vizekönig war, so genannt. Monterey war auch mal ne Weile Hauptstadt. Groß und reich geworden ist die Stadt durch den Sardinenfang und die Sardinenverarbeitung. Daher stammen auch die alten Fabrikhallen an der Cannery Row. Richtig berühmt wurde die Stadt aber erst, als John Steinbeck den Roman "die Straße der Ölsardinen schrieb" (und nicht nur Ernest Hemingway hatte seine Stammkneipe!) Heute lebt die Stadt in erster Linie von den Touris. Die alten Hallen sind heute Souvenirläden, Parkhäuser, Kneipen oder Hotels. Das Aquarium -ebenfalls ursprünglich in einer der Hallen untergebracht- ist eine weitere Attraktion. Dort wird gebaut und gebaut und somit kommen auch immer mehr neue tierische Attraktionen dorthin -sehr zu unserer Freude.
Eine weitere Attraktion ist Fishermans Wharf. Natürlich überhaupt nicht mit San Francisco zu vergleichen. Alles eine Nummer kleiner und bescheidener. Nur die großen Brötchen für die Suppe werden auch hier überall angeboten. Ich denke allerdings, dass hier die Bootsmieten im Hafen billiger sind, wenn man so sieht wie viele große Jachten hier so liegen! Und soo weit ist es ja nicht bis nach San Francisco. Ansonsten ist das hier für mich ein ganz normaler Hafen mit ein paar Kneipen, und einem kleinen, professionellen Fischereibereich.
                                         
Das ist aber nicht alles. Monterey besitzt eine hübsche "Altstadt", ein "Presidio" ehemaliges "Regierungsgebäude" samt Kirche, und an der gesamten Strandseite viele hübsche, bunte, villenartige Holzhäuser. Eine wunderschöne Strasse längst des Meeres, natürlich mit den obligaten Golfplätzen. Dazu hat man hier ein Herz für Fußgänger und Biker. Für beide wurde eine breite "Strandstrasse" gebaut - zum Flanieren, Spazierengehen, Meer gucken, Frische-Luft-schnappen....
                                           
Unser heutiges Ziel ist das Aquarium. Der Himmel ist wieder zweigeteilt. Während hier am Hotel der Himmel blau ist, liegt über dem Aquariumsbereich dicker Nebel und es ist saukalt. Wie gut, dass es im Aquarium hoffentlich wärmer ist. Viel möchte ich eigentlich nicht zum Aquarium sagen - ich denke, die Bilder sprechen für sich. Der verflixte Nachteil bei der Fische-Fotografiererei ist nur der, dass die Viecher nicht stillhalten oder sich direkt verstecken wenn wir kommen. Dabei sind wir doch gar nicht schlimm. Unser Trick ist der, dass wir morgen noch mal kostenlos hinkönnen und das eine oder andere noch mal neu fotografieren können. Unsere besondere Liebe gehört den Quallen, ja genau denen. "Jellies" klingt im übrigen viel netter. Und schön sind sie auch - jedenfalls einige davon. Aber genau die wollen überhaupt nicht stillhalten beim Fotografieren. Die Riesen-Oktopusse waren auch sehr schüchtern und versteckten sich. Das konnte ich allerdings verstehen. Eine Horde Kinder unternahm alle Anstrengungen, die Beiden zu erschrecken. Und so hatten dann alle nix davon. Neu war auch ein Acryltunnel, über dem die Gezeiten abliefen. Das heißt, jedes Mal wenn die echten Wellen über den Strand rollen, kam eine Ladung Wasser über diesen Acrylhimmel runter gelaufen - simuliert natürlich. Ich suche auch jetzt noch den tieferen Sinn....Vom Aquarium sind jetzt 15 Bilder eingestellt. Davon der größte Teil im Fotoalbum auf der Hompage. Bitte da weitergucken.

Nach einem gut zweieinhalbstündigen Aufenthalt im Aquarium wurde es so voll, dass wir Reiß-Aus genommen haben.
Da das Wetter immer noch nicht sonniger wurde und uns der Magen auf Halbmast hing, haben wir nur schnell im Strandbereich "nach dem rechten" geguckt und sind danach in eine Art Einkaufs-Mall gefahren. Ich habe schon letztes Jahr schmunzelnd darüber berichtet. Hier gibt es einen riesigen Bio-Supermarkt - "Whoole Foods" mit einer Auswahl, von der ganz Europa träumt. Alles rein organisch. Lecker anzuschauen und auch mit Lebensmitteln aus unseren europäischen Ecken. Dazu Weine aus aller Herren Länder. Selbst Kosmetik aller Art gibt es da, ebenso Hunde- und Katzenfutter. Ein Supermarkt eben mit etwas anderen Spielregeln. Natürlich gibt es auch frisches Brot und eine Ecke, in dem man Suppen, Salate, auch Sushi oder Fleischgerichte aussuchen kann, um diese in einer kleinen Nische direkt verzehren zu können. Saftig sind allerdings auch die Preise.
                                      
Wir haben dann lieber einen Happen bei einem Chinesen mit Büffet gegessen - kostete mit Getränken 13.50 Dollar und satt sind wir auch.

Da wir Minimum noch 2 Nächte hier bleiben, gönnen wir uns heute Nachmittag eine Auszeit und genießen die Sonne vor unserem Zimmer auf der Bank. Heute am frühen Abend wollen wir versuchen, an der Küste den Sonnenuntergang mitzukriegen. Vielleicht fahren wir dann anschließend nach "Bubba Gump" frische Shrimps aus dem Eimer essen. Spätestens aber morgen. Und morgen klappern wir die super Küste bis runter nach Carmel ab -Wetter hin oder her.

7.09.2005 in Monterey

 

              unser heutiger Trip:  

Leider war heute morgen nix mit Sonne. Eher kühl und wir zogen erst mal die Jacken aus dem Koffer. Wenn man bedenkt, dass 50 Meilen östlicher 30 Grad ist, da kommt man schon ins Grübeln...
Falls Sie sich jetzt über obiges Satellitenbild der Küste mit dem Rund-Drive, den wir heute gefahren sind, wundern - ich habe eine Anleihe bei "Google Earth" gemacht. Ich bin Fan dieser Satellitenbilder und ich werde noch einige Male Ausschnitte hier einbauen. Wer das Programm nicht kennt: kostenlos bei Google zu bekommen. Man braucht nicht einmal Extrakarten, man muss nur die bestehende Erdkugel lang genug zoomen, dann kommt eben z.B. obiges Bild dabei raus.

Aber wir hatten uns ja vorgenommen, noch mal ins Aquarium zu gehen. Haben wir auch gemacht. Und da es noch so früh am Tag war, konnten wir einige Fische überreden, endlich stillzuhalten für ein Foto. Ich denke, bei einigen waren wir erfolgreich.

Gegen 11:30 Uhr sind wir dann aufgebrochen zu unserer Weiterfahrt an der Küste entlang. Leider war es nach wie vor neblig und selbst die wenigen Surfer kamen bibbernd aus dem Wasser - trotz Neoprenanzügen. Und so machte es auch keinen besonderen Spaß tief in den Carmel-Bereich zu fahren. Ein paar Fotos haben wir gemacht, aber es fehlt halt die Sonne.

Stattdessen haben wir spontan beschlossen, einen kleinen Trip durch die Cannery Row zu machen und dann anschliessend  nach "Bubba Gump" essen zu gehen und nicht erst heute abend. Ich denke, Cannery Row ist attraktiver als Fisherman´s Wharf. Hier kann man mehr kaufen und Geld ausgeben als auf der Wharf. Da steht das Essen im Vordergrund.

Bubba Gump war auch schon am frühen Nach-Mittag gerappelt voll. Aber wir hatten Glück und ergatterten einen Fenstertisch. Draußen lag faul eine Robbe rum und die war auch so gnädig still liegen zu bleiben, bis ich mein Foto hatte. Drinnen stand für Anni die unvergleichlichen und unverwechselbar frischen Shrimps an, natürlich im Holz-Eimerchen, ausgeschüttet auf ein Tablett, das mit einem Blatt Papier der Hauszeitung ausgelegt war. Als Serviette gab es eine Rolle recycle-tes Küchenpapier und natürlich wurden die Dinger mit den Fingern gegessen. Ich habe lieber einen Caesar-Salat mit Chicken gegessen. 
                                                                               

 

Jetzt sitzen wir hier im Zimmer, machen Bilder und Bericht fertig und werden heute Abend noch einen "Zug um die Häuser" machen. Nachtleben ist angesagt, da wir morgen weiterfahren werden. Eines wollte ich noch loswerden, weil es mir aufgefallen ist: ich habe mich die ganze Zeit gefragt, was tun eigentlich die Amis für New Orleans und Umgebung? Dieses Desaster wird tatsächlich unterstützt von der Bevölkerung und zwar massiv. Man kriegt es bei uns sicher nicht so viel mit, dass hier in fast jeder Kneipe und jedem Laden irgendwas gespendet wird, von dem, was die Leute für Waren oder Essen/Trinken bezahlen. Gestern Abend kam im TV wohl eine dieser häufigen Spendensendungen. Aufgefallen ist mir, dass Stars aller Art sich total engagieren. Aber auch andere reiche Leute- z. B. der Emir von Katar hat gestern 100 Millionen! gespendet, oder der Romanschreiber John Grisham 5 Millionen. Am witzigsten fand ich die Spende von Ophrah Winfrey, der reichsten Fernsehtalkerin der Welt- sie schickte 33 Riesen-Trucks vollgeladen mit all den Dingen, die man im täglichen Leben braucht, vom Waschbecken über ein neues Klo bis hin zu Betten und Matratzen. Frauen sind eben praktischer veranlagt.....

Wir werden morgen östlich Richtung Yosemite fahren, rüber an den Mono-Lake, von da Richtung Norden bis Reno, grob geplant. Das Ziel ist eigentlich der nordwestlich gelegene "Lassen Volcanic Nationalpark", aber wenn man schon mal in der Nähe ist.....Möglicherweise gibt es morgen auch keinen Bericht, das hängt davon ab, wann wir im Hotel eintreffen. Morgen ist auch nur ein Fahr-Tag und Sie werden nicht so viel versäumen.


           

8.09.2005 von Monterey nach Modesto

                            unsere heutige Route:

Wieder ein kalter, nebliger Tag. Und es zieht uns jetzt doch endlich in die Sonne. Gestern haben wir zwar noch mal im Städtchen nach dem Rechten gesehen, aber irgendwie wollten wir nur weg. Heute morgen stand dann erst mal lecker frühstücken in dem kleinen knuddeligen Ess-Lokal auf dem Plan. Mannohmann, das Standard-Omelette bestand aus 4! Eiern. Das war dann doch ne Nummer zu groß. Aber das Senior-Frühstück bestand nur aus 2 Eiern und das haben wir dann geordert. Die kleine Kellnerin - saumäßig flott und alles im Griff - verzog keine Miene. Keine 2 Minuten später stand das Essen dampfend auf dem Tisch und dies obwohl der Laden ziemlich voll war. "Decaf" hatte sie extra frisch für uns gebrüht. Wat so´n unechter Rentner ist, der weis das alles zu schätzen :-))

Anni hat gestern noch eine Postkarte für die Lieben daheim aus unseren Bildern gebastelt. Und das alles auf dem Fotochip gespeichert zum Ausdruck an einem dieser unzähligen Kodak-Automaten in fast jedem Supermarkt. Zwar kostet da jeder Postkartenformat-Ausdruck 29 cent. Ist aber einfach schöner als die gekauften. Leider hat das nicht geklappt. Möglicherweise hat Anni beim Überspielen etwas übersehen. Wir werden es weiter probieren.
                                                              

Mittlerweile war es schon nach 10:00 Uhr und wir machten uns auf den Weg. Schnell noch mal voll getankt für $ 3.01 heute morgen und ab ging es. Bei der Gelegenheit - unser Auto ist ein Chrysler Sebrink und der braucht bei meiner Fahrweise umgerechnet ca 8-10 Liter. Auch bei uns gibt es Arbeitsteilung. Anni ist fürs Filmen zuständig und natürlich für einen Teil der Fotos, ich fahre die Tour und mache das "grobe". Entscheidungen treffen wir entweder einvernehmlich oder mit "Stöckchen" ziehen und da verliere ich immer.
Jedenfalls sind wir los, erst mal ein Stück die Küste hoch und dann rüber Richtung Los Banos auf der 156. Es hat keine 15 Meilen gedauert und die Sonne war voll da. Herrlich! Rings um uns herum viel Landwirtschaft. Die Hügel um uns herum braun und das Gras wiegte sich fast malerisch im Wind - es war aber auch braun und damit war die Poesie schon wieder weg. Letztes Jahr sind wir zufällig ebenfalls diese Strecke gefahren und da sah das alles viel besser aus - oder besser gesagt anders.


Reklametafeln rechts und links der Strasse liessen wieder grüssen und darunter war denn dann auch eine, bei der es bei mir klingelte: Casa de Fruta! Da war ich letztes Jahr schon mal drin und siehe da, auch dieser Laden lag wieder auf unserer Strecke. Dieser Laden-Komplex ist die Verführung PUR!

Vorne an der Eingangshalle sieht alles recht lieb aus, viel Obst, Gemüse und lauter gesunde Sachen - vor allem Knoblauch in ungekannter Grösse - wundervoll dekoriert auf Stapeln, alten Autos oder alten Holzkarren. Danach Mengen von Schubfächern und Regalen voller getrocknetem Obst aller Art, schön beleuchtet und attraktiv aufgebaut.
Weintrauben sind ja auch Obst und das kam dann in Flaschenform als nächstes an die Reihe - weiß, rot, rose und das Ganze auch als Sekt - selbstverständlich zum Probieren. Und drehte man sich gut verköstigt um, dann erstrahlten hinter einem jede Menge gläserner Schubfächer mit Nüssen aller Art und die dann auch noch unterschiedlich "gewürzt" - oder sollen Cashew-Nüsse in Knoblauch nur von der Kaloriensünden ablenken? Kaum ist man - in diesem Falle ich - an diesen Leckereien erfolgreich vorbeigekommen, schon die nächste Prüfung: Schokolade! Schokolade! Schokolade - in allen erdenklichen Sorten und Formen, als bunte Kugeln, als Würfel weiß, braun oder Kakao, als Bruch - sogar einer zuckerfrei (als ob das noch was reißen würde), Brausepulver, bunte Lakritze undundund....

Als ich dann dachte, der süße Albtraum wäre vorbei gings um die Ecke zu den Bonbons - diesen hässlichen, schrecklich süßen farbenprächtigen Plombenziehern, denen man schon gar nicht widerstehen kann und auch nicht 20 verschiedenen Sorten. Dann kam erst die Kasse und als Trost für diesen Verführungstrip konnte man kostenlos ein Tässchen Kaffee trinken....
Rausgestolper aus dem Laden erwartet einen die nächste Attraktion - eine "Sweety-Stube", als ob man nicht schon genug süßes Zeug gesehen hätte. Schräg gegenüber ein weiteres Extra-Haus mit Wein-Verkostung. Ja, aber auch da gab es Nüsse und sonstige Leckereien. Letztes Jahr stand da ein Schweinchen aus Stein, wie eine Bank gestaltet und auf dieser hatte ich mich niedergelassen. Danach sah die Sau nur noch gequält mit dem Kopf hinter mir hervor. Meinen Bruder veranlasste dieses Foto mich zu fragen, ob die Sau nun platt wäre. Heute wollte ich ihm das Gegenteil beweisen - aber Oh Schreck, das Schwein ist weg. Stattdessen stand da ein Holzpferd. Nun grübele ich doch ein bisschen.
Zu finden war auch noch eine Dampflok und für Kinder eine kleine Bimmelbahn und jede Menge Abenteuer-Spielplätze. Ebenso gibt es auf dem Gelände ein Motel, einen RV-Platz und eine Tankstelle. Ist wie ne kleine Stadt.

Wir fuhren nach 2 Stunden weiter, vorbei an einer tollen Landschaft, Rinderherden und vorbei an einem riesigen Stausee. Sogar Baumwollfelder waren zu sehen, ganz zu schweigen von Feldern bis zum Horizont voller Tomaten. Ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem mit satt Wasser (die natürlichen Bäche unterwegs waren da sehr ausgetrocknet dagegen) sorgt hier für reichlich Nass. Die ganze Strecke ist ausgewiesen als "Scenic Drive" und das war sie auch. Langweilig und nur voll mit Autos war dann die Route 99 in Richtung Modesta. In Merced waren wir noch in einem Welcome-Center und haben uns eingedeckt mit Infos aller Art. Und da gab es so eine Lady dort, die mir unbedingt alle Sehenswürdigkeiten schmackhaft machen wollte. Sie hat sich richtig ins Zeug gelegt. Fand ich unheimlich niedlich.
                                                

Der nächste Stopp war schon unser Hotel. Ein neues "Microtel Hotel". Top innen und außen. Und mit einem richtigen Frühstück (das wissen wir vom letzten Jahr an anderer Stelle). Und nun bleibt uns nur noch der Gang zum Essen an der Ecke. Wir sind hungrig und durstig. Morgen gehts auf jeden Fall über den Yosemite und runter zum Mono Lake und dann schaun mer mal.........

                                                                       


Beginn der 2. Woche!


9.09.2005 Heimspiel in Modesto/Ceres

Eigentlich begann der Tag traumhaft schön. Vom Zimmer konnte man die Sonne aufgehen sehen und ich dachte, das sei ein schöner Beginn der 2. Ferienwoche. Es war 6:00 Uhr in der Frühe und nachdem ich Anni aus ihrem dem Bett getrommelt hatte, gingen wir gegen 6:30 zum Frühstück. Himmlisch - Kaffee, Saft, Toast, Butter, Marmelade, Obst und jede Menge dieser süßen Frühstücks-Kuchen.
Während ich gerade vergnügt in meinen Toast biss, sprach mich die Rezeptionistin an, ob ich wüsste, dass mein Auto ´nen "Flat-Tire" hätte. Ich kannte das Wort nicht, jedenfalls nicht in dieser Kombination. Darauf ging die Dame mit mir nach draußen und zeigte mir einen Plattfuss an unserem Auto. Na Mahlzeit dachte ich und witterte schon wieder böse Buben, die die Luft aus dem Reifen gelassen hatten. Aber ich wusste noch nicht, was mir bevorstand. Erst mal den "AAA", das ist der amerikanische ADAC, angerufen zwecks Reifenwechsel. Doch ohne Mitgliedsausweis ging da nix. Anni war schon auf die Suche gegangen und fand natürlich nichts, und ich kann auf nüchternen Magen auch noch nicht denken. Gnädigerweise sagte man mir zu, den Pannendienst zu schicken, würde aber 45 Minuten dauern. Gut dachte ich, Zeit zum suchen.
Dann Alamo angerufen. Mit viel Tamtam wurde erst mal an die Schadensstelle verbunden. Entnervt überließ ich die sprachliche Feinarbeit der inzwischen eingetroffenen Tages-Rezeptionistin. Alamo wiederum wollte auch den Vertrag haben, weil auch bei denen ohne bestimmte Daten nix ging. Ich frage mich da schon, wofür haben die eigentlich Computer? Also ,Anni wieder suchen geschickt. Und Erfolg gehabt.
Fakt war letztendlich, dass ich das Auto hätte tauschen können in Sacramento - sind ja nur schlappe 100 Meilen. Oder den Reifen erst mal auf eigene Kosten reparieren zu lassen, gegen Erstattung der Kosten bei Abgabe des PKW in 2 Monaten. Wir entschieden uns für eine Reparatur des Reifens hier im Ort. Das nächste Problem war, wo zum Teufel ist der nächste Reifenflicker? Der Manager wer der rettende Engel, er wusste Rat und wir waren erst mal erleichtert. Im Hotel hatte es sich derweil rumgesprochen, dass die beiden Mädels aus Germany ´nen Plattfuss hatten.

Zwischenzeitlich war der AAA-Mensch eingetrudelt und besah sich den Schaden. Da das Reserverad im Kofferraum liegt, musste natürlich alles ausgeräumt werden. Es waren eine Menge Hotelgäste da, die belustigt zusahen und ich fluchte innerlich. Dafür war der AAA-Mensch richtig erfrischend. Der wechselte in 178 Sekunden den Reifen - hat einer der Zuschauer mitgestoppt und mir stolz erzählt. Ich hatte ganz andere Probleme, Anni fand meine ADAC-Karte immer noch nicht und gab die Suche entnervt auf. Sollte die Karte etwa noch zu Hause auf dem Tisch liegen? Ich muss wohl die Panik in den Augen gehabt haben, dieser nette Mensch vom AAA meinte dann nur: "Honey, let it be, it´s ok", schwang sich in seinen Abschleppwagen und brauste davon. Das Trinkgeld nahm er gerade noch so an. Ich denke, der wollte auch nur so schnell wie möglich weg....

Ich hatte immer noch meine angebissene Toastscheibe auf dem Teller liegen, aber mir war nicht mehr nach Frühstück. Da wir nicht wussten, wie lange die Reifenreparatur dauerte, entschlossen uns dann erst mal, noch eine Nacht im Hotel zu verlängern. Bloss keinen Stress mehr. Und wir stehen ja nicht unter Zeitdruck. Den Reparaturladen gab es eigentlich um die Ecke, "Big-O-Tires". Also hin und erzählt, was Sache ist. Der Mann nahm es gelassen und meinte, setzen Sie sich hin und trinken Sie einen Kaffee. In 30 Minuten ist alles gelaufen. So war es dann auch. Stress ab 7:30 Uhr und um 9:30 Uhr war alles vorbei. Es war im übrigen mit 15 Dollar erledigt. Ursache war doch tatsächlich eine Schraube, die voll im Mantel hing. Im Nachhinein fiel uns auch ein, daß es mal geknallt hatte, wie bei einem Schuss und wir beide unwillkürlich zur Frontseite geguckt hatten. Da war aber nix. Nun wussten wir, wo es statt dessen "geknallt" hatte. Auf all meinen Reisen war dies mein erster Plattfuss und nun weiss ich also auch, wie man das hier am besten abwickelt!
Als seelischen Ausgleich nach diesem Morgen gingen wir erst mal bummeln. Ich glaube einkaufen gehen, beruhigt noch am meisten die Nerven. Und ist natürlich auch eine gute Entschuldigung... Anni kaufte Jeans und Bluse und jede Menge Krimskrams in einem "99-cent-Laden". Nein, nicht so ein Ramschladen, sondern riesengross wie ein Kaufhaus. Gut sortiert und alles Top-Ware.

Danach fanden wir ein paar Häuser weiter noch einen Laden dieser Art und noch eine ganze Menge anderer Läden zum Bummeln. Mittlerweile war es fast Mittag, die Sonne brannte unbarmherzig vom Himmel und wir hatten berechtigt Hunger. Also nutzten wir die Gelegenheit, an einem Pizza-Büffet den Hunger zu stillen. Erst dachte ich, das war wohl nix, aber irgendwie lief der Pizzabäcker zur Höchstform auf und plötzlich gab es toll schmeckende, verschiedene Pizzen. Dazu noch ein Salatbüffet und 2x Cola dazu und das alles für 11 Dollar incl. Tax für 2 Personen.

Nun haben wir nach einem Mittagsschläfchen Lust darauf, Modesto zu besuchen. Für morgen haben wir hier noch einmal gebucht, weil es leicht zu schaffen ist, den Yosemite und den Mono Lake - um den es uns eigentlich geht - zu besuchen. Was wir übermorgen machen, das verrate ich noch nicht. Jedenfalls was Unlogisches.....

10.09.2005 Rundreise Yosemite, Mono Lake und via Sonora-Pass zurück nach Modesto/Ceres


                     unsere heutige Tour:

 

Heute war ein Tag zum "Reinbeissen", sonnig, warm und fast windstill. Und nach den Aufregungen von gestern und dem anschliessenden Faulenzertag wurde es höchste Zeit wieder auf die Piste zu kommen. Das, was wir heute sehen wollten, war eigentlich "Stoff" für 2 Tage, aber wir  wollten es ausgeruht eben flotter packen. Um 7:45 Uhr sattelten wir also die Hühner mit der groben Richtung Yosemite-Mono Lake.
Da wir es beide hassen, ausgetrampelte Touristenpfade zu fahren, hatten wir uns gestern schon überlegt, wie wir denn nun fahren. Wir wählten eine Nebenstrasse (132). Das war goldrichtig und traumhaft schön. Sanfte Hügel links und rechts der Strasse, jetzt im Herbst goldfarben mit im Wind sanft wiegenden Gräsern. Dazwischen ein bisschen Landwirtschaft, viele Rinderherden - mehr als ich in ganz Texas zusammen gesehen habe - Lamas!, Ziegen, Pferde. Dann wieder endlose Reihen Obstbäume, Nussbäume, Wein und Gemüse. Dazwischen ein See mit klarem Wasser. Wir brauchten 2 Stunden um uns sattzusehen.


Allmählich wurde die Landschaft karger, wir näherten uns höheren Regionen. Und irgendwie landeten wir dann doch auf den Touristenpfaden zumindest Richtung Yosemite Village. Beim "Stöckchenziehen" hatte ich mal wieder verloren - sehr zu meinem Ärger. Das Village ist wie befürchtet: eine einzige Baustelle, Trolley-Busse, Menschenmassen und um diese Jahreszeit absolut für den A... Das einzige Argument, gegen das ich keine Antwort hatte, war die Tatsache, daß man z.B. den Halfdome von unten sehen konnte. Nun ja, das Abenteuer dauerte 2 Stunden und 30 Meilen extra und wir lernten viele Asiaten mit "klickklick" kennen.


Die Weiterfahrt über den Tioga-Pass entschädigte für alles. Ich hatte es nicht mehr so toll in Erinnerung. Und jeder von Ihnen, der jemals dort war, weis, wovon ich rede - Hochwiesen über 3.000 Meter!, Berge und riesige Fels-Platten links und rechts der Strasse, abgeschliffen von der Eiszeit. Und viele Wandervögel mit und ohne Auto. Dazu eine Luft so klar und rein, wie sonst nicht so schnell in Kalifornien zu finden. Wir konnten uns nicht satt sehen und fotografierten auch endlos viel. Eigentlich war unser Ziel ja der Mono Lake. Aber da das Wetter heute auch noch super war, ließen wir uns zeitmäßig treiben. Dass wir dabei auch noch einen Waldbrand hautnah mitkriegten, war nicht geplant. Am schlimmsten empfanden wir aber anschließend den beißenden Geruch verbrannten Holzes im Auto. Auf den High-Meadows befindet sich ein Visitor-Center und wir ergatterten endlich unseren Stempel im "Passport für Nationalparks". Einen Pass für die Nationalparks selbst hatten wir uns für 50 Dollar bereits am Eingang zum Park besorgt. Und da allein der Eintritt in den Yosemite 20 Dollar gekostet hätte, werden wir diese Kosten schnell wieder raus haben.


Endlich im Tal angekommen, wobei dieses immer noch auf 8000 Feet - ist ca. 2400 Meter liegt, waren wir erst mal nur hungrig. Es war nach 3 Uhr mittags und wir hatten uns das redlich verdient. Naja, ein Stück Pizza kostete 3 Dollar, aber es füllte den hohlen Zahn.

Weiter ging die Fahrt via Lee Vining auf der 395 hin zum Visitor-Center wegen Mono Lake. Dieser See ist ursprünglich das Überbleibsel eines Schlackenvulkans und heute ein Salzsee. Bekannt dafür, dass die Salzkonzentration höher ist - leider - als die des Meeres. L. A. hat früher sein Wasser von dort bzw. aus den Zuflüssen bezogen und als der Spiegel aufgrund des fehlenden Wassers immer mehr sank, sind die Umweltschützer aktiv geworden und haben den See gerettet. Nun erholt er sich langsam wieder. Das besondere ist eigentlich, dass er immer schon der Rastplatz von Zugvögeln war. Tiere im Wasser können sich aufgrund des 10% igen Salzgehaltes nicht halten, wohl aber eine einzige Tiersorte der Welt - die Salzwasser-Garnele. Das Visitor-Center ist schön gemacht, aber die Knaben dort meinten doch tatsächlich, die einzig schöne Stelle sei die ca. 10 Meilen entfernte Besichtigungs-Plattform. Würde auch nur 3 Dollar pro Person kosten. Dass 300 Meter in Richtung Bridgeport ebenfalls eine begehbare Stelle an den Mono Lake für Null Dollar führte, wurde elegant verschwiegen. Da wir schon mal da waren, wussten wir das natürlich. Wir also runter an den See. Der alte Holz-Trampelpfad war immer noch da und es machte wieder Spaß, wie Tufa-Steine zu fotografieren. Auch waren eine ganze Menge Vögel da. Das schöne Wetter zauberte dazu noch Super Bilder. Lediglich der Rückweg zum Auto endete für mich mit einem Bad im Mono Lake. An der Stelle, an der die Holzbohlen aufhören und das Wasser anfängt, war es mir einfach danach volle Kanne auszurutschen und richtig nass zu werden - auch wenn es nicht so aussieht. Weh getan habe ich mir nicht dabei. Befürchtet habe ich allerdings, wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses verknackt zu werden, als ich mich in der "Öffentlichkeit" umzog um wenigstens einigermaßen trocken zu sein. Selbst die Dollars in meiner Hosentasche waren nass...
           
Die Weiterfahrt gestaltete Anni als Driver und wir sind wiederum eine seltene Strecke zurück gefahren - über den Sonora-Pass. Vorher tankten wir zu Spitzenpreisen in Bridgeport noch mal nach - und das war gut so. Rechts und links der Strasse wieder Rinderherden ohne Ende. Ich denke, was anderes anbauen kann man auf diesem Lava/Fels-Boden mit dem kargen Grasbestand auch nicht.

Die Tour über die 108 nach Sonora zurück war SPITZE! Wer schon alle Wege kennt und die noch nie gefahren ist, sollte das unbedingt tun. Und zwar am Nachmittag von der Mono Lake-Seite aus. In dieser Jahreszeit stand um 17:00 Uhr die Sonne schon tief und das Farbenspiel war atemberaubend. Hinter der Abzweigung dahin befinden sich links unendlich viel Hügel, Felsen, Dome aus Lava, rot gefärbt. Die Strasse ist im TOP-Zustand, aber schmal und sehr gewunden. Die 26% Steigung taten ihr übriges, aus dieser Strecke ein Abenteuer zu machen. Und die Einsamkeit - kaum ein Auto um diese Zeit und Trailer oder LKW sowieso nicht - taten ihr übriges. Wir möchten es nicht missen. Jenseits des Passes -gute 3000 Meter hoch - sah die Landschaft plötzlich wieder aus wie die aus Yosemite. Felsblöcke bis an die Strasse, fein abgeschmirgelt, Hügel aus Fels und einsamen Bäumen dann wieder Wälder, sogar mit auffallend vielen "Redwoods", dann wieder High-Meadows und so ging es die ganze Strecke bis Sonora runter. Von den 26% Gefälle brauche ich wohl nicht extra zu reden......Schade, dass wir so spät dran waren. Schöne Bilder saßen leider nicht mehr drin - zu dunkel. Aber diese Strecke werden wir bestimmt in Erinnerung gehalten und wenn möglich noch mal fahren.


Der Rest der Strecke bis zurück zum Hotel war teilweise mit Tempo 65 mph möglich. Und so konnten wir unsere Tour abschließen gegen 20:00 Uhr. Wir sind durchgebraust zum nächsten Supermarkt - der hat hier bis Mitternacht auf - und haben uns 2 Flaschen Bier gekauft (nein, nicht die mit 0,5 Liter....). Dass das Hotel uns mit Feuerwerk empfangen hat, rührte uns dann doch.....

Morgen werden wir geruhsam den Tag beginnen und nicht nach Reno sondern ins Napa-Valley düsen. Das Wetter und der Wein und die vielen Weinproben haben es uns angetan.....Na denn.

11.09.2005 Weiterfahrt ins Napa-Valley

 unser heutiger Trip:                  
                                                                                        

Welch ein herrlicher Tag heute. Mit Sonne wurden wir wieder begrüßt und kurz entschlossen entschieden wir uns für kurze Hosen und T-Shirt. Das alles-wieder-einpacken-ins Auto dauerte etwas länger, dann aber hatten wir uns nach dem Aus-checken ein anständiges Frühstück verdient. Die ganze Zeit waren wir an einem Family-Restaurant vorbeigefahren, ganz aus Holz und schon von außen gemütlich. Aber diese Family-Restaurants haben den Nachteil, dass man auch zum Abendessen nur alkoholfreie Getränke bekommt. Und eigentlich geht ja nix über das abendliche Absacker-Bierchen. Aber heute morgen wollten wir dort richtig frühstücken. Haben wir auch gemacht. KLASSE! Innen war der Laden komplett auf  "Tante Klara auf dem Sofa" gestylt. Bestickte Rüschengardinen, Tische zum Ausklappen, damit man da das Besteck drauflegen konnte! und als allerschärfstes an den Tischen Ohrensessel aus braunem Imitat-Leder, kopfhoch und mit Rollen, damit man leichter hin und her rutschen konnte. Dazu an der Decke unzählige "Miefquirle", mit hübschen Biedermeier-Lämpchen dazwischen. Und das Frühstück? unschlagbar lecker und preiswert auch noch. Die Kellnerin brachte uns auch direkt die "Senior-Menü"-Karte. Klar war, dass wir natürlich nur "Decaf" tranken (ist ja auch so) und der war im Omelette-Preis auch noch drin. Mit 8,84 Dollar für 2 Komplett-Frühstücke zogen wir ne gute halbe Stunde später wieder ab.      
                                                             

Unsere Fahrt ging weiter auf der Rennstrecke 99 weiter in Richtung Stockton. Dort wechselten wir auf die 12, die uns nach Napa-Valley bringen sollte. Ich kann nur sagen, eine gähnend langweilige Strecke. Ab und an mal ein bisschen was fürs Auge - weite Wiesen und Felder auf sanft geschwungenen Hügeln, manchmal noch wiederum große Rinderherden, sogar weiße Rinder sahen wir heute und dann wieder nix, nur Langeweile.

Wir hatten uns gestern schon ein Hotel ausgeguckt, das Internet-Anschluss hatte. Aber die Stadt Napa hat da nichts vorzuweisen, außer Luxushotels ab 150 Dollar aufwärts pro Nacht oder B & B - auch nicht viel billiger. So wie es meist üblich ist, an den Ausfallstrassen Motelketten vorzufinden, war hier auch nicht vorzufinden.
Und das von uns ausgeguckte Motel hätte ich auch nicht genommen, wenn es Mitternacht gewesen wäre. Kurz und gut, nachdem uns das Visitor-Center auch nicht helfen konnte, haben wir uns gesagt, wir fahren das Stück nach Fairfield zurück und gehen da in ein Econo Lodge. Vorher haben wir uns allerdings noch Downtown Napa angeguckt. Der einzige Brüller wäre eine Weingut--guckst-du--Fahrt mit der Bimmelbahn gewesen, aber die war unterwegs und wir wollten keine 2 Stunden warten, dann wäre es zu spät geworden.  Außerdem mussten wir uns erst die Preise dafür ausgucken 

Also sind wir Richtung Fairfield gefahren, natürlich erst mal mit mächtig Verfahren. Als wir dann endlich da ankamen, wo das/die Hotel/s waren, konnten wir uns nicht entschließen, im Econo Lodge zu nächtigen. Ein Holzhaus auf Stelzen sozusagen, klein, muffig und teuer, wenn auch sauber. Wir sind letztendlich im Days Inn gelandet. Diese Kette scheint mittlerweile fest in "indischer Hand" zu sein. Ich hatte schon letztes Jahr Probleme mit den asiatischen Gerüchen, die überall hängen und dieses Jahr ist es nicht besser. Ich denke Motels sind eine lukrative Sache hier in den USA, und die Inder haben auch gelernt, während sie gerade dabei sind reich zu werden: Man riecht in der Rezeption nicht direkt indische Gewürze und das Rezeptionisten-Personal ist mittlerweile meist amerikanisch, selten spanisch/mexikanisch. Das Putzgeschwader besteht bis jetzt nur noch aus mexikanischen Frauen, die nicht diese Gerüche verbreiten. Somit ist es auch kein Problem, sich spanisch zu verständigen. Aber einen Vorteil hat das mit den indischen Motel-Pächtern dann doch: mit denen kann man prächtig die Preise runterhandeln.....
Auch hier ist das so. Allerdings gibt es in allen Räumen W-Lan und ich war da denn doch erleichtert. Leider funktioniert meine Netgear MA521 nicht. (Bisheriger Zugang per Kabel) Ich kriege zwar astreinen Empfang, aber ich kann nicht online gehen. Habe Kennwort erhalten, aber es geht einfach nicht. Weis da vielleicht jemand Rat? Bin daher wieder auf die gute, alte AOL-Methode umgestiegen, Schneckentempo, aber wenigstens online. Und das geht immer.
Morgen werde ich versuchen, wieder ne gescheite Leitung zu kriegen, um die Bilder hoch zuladen.

Ja und heute ist dann nichts Aufregendes mehr passiert. Morgen werden wir die ganze Weintour durchs Napa-Valley durchziehen, da kommt schon was zusammen und morgen Abend werden wir bestimmt auch ein Plätzchen finden für die müden Häupter. Wenn wir es schaffen bis nach Eureka oder so. Und dann möchte ich endlich mal raus aus dem teuren Kalifornien. Oregon erwartet uns doch.....


12.09.2005  Napa-Valley und tolle Fahrt an die Küste nach Mendocino/Fort Bragg

 

                                       unsere heutige Tour:

Der Tag begann wie immer - sonnig - und wir freuten uns schon darauf zu starten. Nach einer Tasse Kaffee und so nem süßen Labberkuchen fuhren wir los in Richtung Napa Valley. Zuerst aber suchten wir im gegenüberliegenden Einkaufs-Zentrum den Supermarkt zwecks Einkauf und dann das daneben liegende "Target" auf, um einen erneuten Versuch zu starten, die Postkarte endlich unter Dach und Fach zu bekommen. Sie erinnern sich - Anni hat eine eigene Postkarte kreiert für die Grüsse nach Hause, anstatt gekaufte Postkarten zu verwenden. Eine Verkäuferin mit sehr wichtiger Miene erklärte uns, dass das ein computergesteuertes Gerät wäre und dass sie die Ausdrucke für uns vornehmen wolle. Wir sahen wohl technisch nicht sehr vertrauenserweckend aus....Letztendlich war das gut so, dass sie das selbst machte, denn sie ließ das Foto 2x auf einem großen Ausdruck herstellen, anstatt Postkartengröße - und das 15x = 30 Ausdrucke! Das wollten wir natürlich nicht haben. Also wurden 15 Karten neu gemacht, und da die Verkäuferin mit den falschen Drucken nichts anfangen konnte, verkaufte sie uns diese für einen Sonderpreis.Wir zahlten somit für alle zusammen umgerechnet 20 cent pro Stück - Anstatt 39 cent. Wir zogen damit sehr zufrieden von dannen...
                                              

Nun haben wir nun insgesamt 45 selbst gemachte Postkarten - siehe vorstehendes Muster.

Weiter ging die Fahrt Richtung Napa und es war ein toller Anblick, wie der Nebel wie ein Finger über die sonnenüberfluteten Bergkuppen griff. Und gut war auch, dass wir gestern noch die Stadt Napa besichtigt hatten, die lag jetzt voll im Nebel. Wir sind erst ein Stück weit den sog. Silverado-Trail gefahren. Aber das war nicht soo toll. Nachdem wir dauernd Stress mit rabiaten Autofahrern bekamen, weil wir anstatt 55  nur 50 mph fuhren, haben wir gequert auf die "andere Seite" der ganzen Weingüter. Dazwischen lagen 10 Meilen mit kaum Verkehr und so konnten in Ruhe die Reben fotografieren, die mittlerweile in vollster Sonne standen. Es wird langsam Herbst hier, die Blätter verfärben sich schon an den Rebstöcken.

Wir hatten uns bereits gestern vorgenommen, ein Weingut zu besichtigen und natürlich auch den Wein zu testen - zumindest Anni, da ich ja Auto fahre. Und das taten wir dann auch. Das Weingut von Francis Ford Coppola - Sie wissen schon, dem Starregisseur, der unter anderem auch den "Paten" gemacht hat oder auch "Apocalyse now", hatte es uns angetan, wie Hunderten anderen auch. Dieser F.F. Coppola hatte dieses Traumweingut 1975 aufgekauft, nachdem der ehemalige Besitzer Niebaum bzw. dessen Familie kein Geld mehr hatte, und es liebevoll wieder so hergerichtet, wie es ursprünglich mal war. Und ich bin überzeugt, nicht nur der Wein gehört mit zu dem Besten, was Tal so bietet.
           
Anni hat natürlich eine Weinprobe gemacht  - 5 mal testen für 15 Dollar. Am liebsten hätten wir 1-2 Flaschen mitgenommen, aber bei Preisen von 27.- und 65.- Dollar pro Flasche haben wir es dann lieber gelassen. Dafür bekamen wir 2! Gläser geschenkt und die Weinliste noch dazu.  Das Weingut hat wirklich edle Räume, man kann hier auch Events der gehobenen Klasse abhalten. Eine überaus attraktive Treppe aus Redwood-Holz und ein übergroßes Mosaik-Wappen schmücken den Eingangsbereich. Überall gibt es Wein-Probierräume/Probiernischen, aber auch kleine alkoholfreie Probierstuben für die Driver :-)). Alles wirkt irgendwie liebevoll, auch wenn das knallharter Kommerz ist. Müssen eine gute Marketing-Abteilung haben. Im ersten Stock stehen Requisiten von den bekanntesten Filmen von Coppola - so auch der Schreibtisch vom Paten mit dem goldenen Telefon oder auch die 5 Oscars in einer Vitrine.
            
Auf der Weiterfahrt "trafen" wir dann auch den "Wine-Train" aus Napa wieder. Wir hatten uns zwischenzeitlich mal schlau gemacht, wie das so mit Fahren und Preisen dafür aussah: Ist bestimmt empfehlenswert, aber uns war das schlicht zu teuer. Ein 3-Gang-Dinner 75 Dollar, ein 5-Gang-Dinner 85 Dollar, ein 3 Gang-Lunch, dafür mit Wein-Testen 99 Dollar und ein Abend-Dinner mit Show 120 Dollar. Das Spitzendinner mit 5-Gängen und Weinen aus der Region kostet 140 Dollar und wird nur 1x monatlich veranstaltet. Die einfache Fahrt im offenen Wagon kostet immer noch 40 Dollar und wenn das ganze auch noch mit "Meal" sein soll (man beachte die Unterschiede - der eine kriegt ein Dinner, der andere ein Sandwich) kostet es 65 Dollar. Und das alles nur gegen telefonische Reservierung 3 Tage in voraus - es sei, es sind noch Plätze frei.

Am Ende der ganzen Weinstrassen liegt der Ort Calistoga. Bekannt unter anderem für seinen "Old Faithful Geyser". Kostet pro Nase 6 Dollar Eintritt. Haben wir uns geschenkt, da wir noch nach Yellowstone kommen und den wirklichen Old Faithful gucken gehen. Die Weiterfahrt auf der 128 Richtung Küste gestaltete sich unerwartet als Highlight. Nicht nur, dass es nach dem Napa-Valley ein weiteres Tal namens "Alexander-Valley" gibt, sondern dass dieses auch Größenmäßig nicht schlechter als Napa ist - nur der ganze Rummel fehlt hier völlig - sondern auch auf der Weiterfahrt finden sich die golden Hügel wieder, aber auch immer wieder Alleen mit alten Eichenbäumen. Einige davon voll mit "Irish Moss", einer Schmarotzerpflanze der Gattung Ananas, die wie lange Vorhänge an den Bäumen herunterhängt. Dann wieder diese gewellten Strassen mit weitem Land und Rinderherden. Und bei diesem Sonnen-Licht, das wir um diese Jahreszeit haben, ist das einfach toll - vorausgesetzt, man interessiert sich für die Natur.
       

Als ich schon dachte, das wars für heute, kam   ein weiterer Höhepunkt: Redwood - Bäume. Weitab vom touristisch bekannten Redwood-Park ein weiterer, mir unbekannter Wald namens "Navarro Redwood".
Wir hatten natürlich wieder Stress mit den anderen Autofahrern, dabei benutzten wir nur ausgebaute "Turnouts". Ich glaube, hier im Norden sind die Amis sowieso unerwarteterweise sehr aggressiv beim Autofahren. Hängen einem fast am hinteren Nummernschild, blinken auf oder Hupen.
Zurück zum Wald - die Bäume hier sind nicht so dick vom Umfang wie im Redwood NP, aber ebenso zahlreich, sehr schlank und hoch. Bei den meisten war der Umfang nicht mehr als 2 Meter, aber mind. 50 Meter hoch waren fast alle. Dazu die Sonne, die schräg einfiel - herrlich. Wer sich für die Natur interessiert - diese Strecke ist unsere Empfehlung.
                                              

Die Strasse 128 läuft an ihrem Ende in die 1 der Küste über - und da erwartete uns wieder schlechtes Wetter. Dicke Wolken, Kälte und hohe Luftfeuchtigkeit. Eigentlich wollten wir in Mendocino übernachten - Sie wissen schon, der alte Schlager. Wir waren dort vor Jahren schon mal. Aber dieses Mal konnten wir uns auch nicht entschließen unser altes Hotel wieder zu nehmen. Es liegt direkt an der Küstenstrasse. Stattdessen sind wir ein bisschen weitergefahren Richtung Fort Bragg. Unser Quartier für diese Nacht ist ein kleines Motel auf halber Strecke mit einem riesigen Zimmer und mit Terrasse und Blick aufs Meer. Davor liegt eine Kneipe - wie praktisch. Morgen werden wir weitere, weniger bekannte Redwood-Regionen aufsuchen. Und je nachdem, wie das Wetter ist, auch einen Botanischen Garten. Für jetzt und heute sind wir nur noch müde und faul. Und mit Oregon morgen wirds auch nix - nun gut.

Heute haben wir erst mal keinen Internet-Anschluss, aber die Chefin hier hat uns angeboten, ihren Internet- Anschluss benutzen zu dürfen. Wenn´s nicht klappt, dann halt erst morgen diesen Bericht....

13.09.2005 durch das "Valley of the Giants" mit seinen Redwood-Bäumen nach Eureka

                                      unsere heutige Tour:
 

Nachdem gestern in diesem Hotel nicht mal AOL funktionierte und auch der Direktanschluss per dortigem Modem nicht klappte, mussten wir leider alle Leser enttäuschen. Aber das wird bestimmt noch mal ab und zu passieren. Dafür heute 2 Berichte und viele tolle Bilder.

Heute morgen wieder dicker Nebel und die Küste grau in grau. Wir sind noch mal nach Mendocino zurückgefahren zur dortigen Post, haben Briefmarken gekauft und die selbst gemachten Postkarten eingeworfen. Porto wird auch immer teurer. Kostet dieses Jahr schon 70 cents. Wir sind noch einmal durchs Städtchen gefahren und da fiel mir wieder auf, was man schon damals tuschelte: die Gegend eignet sich gut zum Hanfanbau. Ich dachte eigentlich, das wäre Schnee von gestern, aber als ich die vielen ausgemergelten, ungepflegten Typen sah, die am frühen morgen schon kaum gerade laufen konnten, oder wie blind über die Strasse tappten, dachte ich nur, oha, es hat sich nichts geändert. Dann sind wir weitergefahren, so an der Küste entlang und bei "Caspar" mal runter an den Beach. Ist zwar schlechtes Wetter, aber man ahnt, dass es hier mit Sonne wunderschön ist. Hier stehen auch versteckt, oder direkt an den Dünen viele schnuckelige Häuser und die gehören bestimmt keinen armen Amis. Aber es ist auch ein großer RV-Platz da - ein toller Platz für Camper.   
                                                 

Weiter ging die Fahrt auf der 1 an der Küste weiter. Die Strassen waren dort nur noch "rough road" und man musste höllisch bei diesen Wellen in den Kurven aufpassen. Landschaftlich aber trotzdem super. Viele Zypressen links und rechts der Strasse, die stellenweise so miteinander verwoben waren, dass es aussah, als würde man durch einen Tunnel fahren. Dann wieder tolle Blicke auf wildzerklüftete Felsen, die auch ohne Sonne bombastisch wirkten. Irgendwann lief die 1 dann ins Landesinnere, nach Leggett. Und plötzlich war die Sonne wieder da. Die 22 Meilen bis Leggett waren dann schon der erste Knaller des Tages - von der Strasse mal abgesehen. Man kann es nicht richtig beschreiben und fotografieren geht auch fast nicht. Aber es war einfach toll durch die Gegend zu fahren. Zypressenwälder, Mischwälder, dann wieder Tannenwälder, dann weite Wiesen und - na klar- Rinder.
In Leggett wurde aus der 1 wieder die 101. Aber wir wollten diese alternative Route neben der 101 fahren, wegen der Redwood-Bäume. Der Park ist offiziell der "Humboldt-Redwood-State-Park, kostet keinen Eintritt und fährt sich ab dem Ort Miranda bis zum Ort Redcrest einfach toll. In Redcrest gibt es ein Baumhaus, nein nicht im Baum, sondern eher an der Wurzel....Wir haben fast 4 Stunden für 32 Meilen gebraucht und auch nichts ausgelassen, was irgendwie nach SUPER aussah. Ein tolles Erlebnis. Und dabei ist auch dieser Teil noch nicht einmal der offizielle Redwood NP! Natürlich war es hilfreich, dass die Sonne zwischen diesen Riesenbäumen durchschien. Und manchmal standen die Redwoods so dicht, das es richtig dunkel wurde im Wald. Einen alten Riesen, der 950-1000 Jahre alt sein soll, haben wir versucht zu fotografieren. Aber die Bäume sind alle so hoch, dass es schier unmöglich ist, den ganzen Baum auf ein Foto zu bekommen. Ich hoffe, die Bilder spiegeln ein bisschen die wahre Größe.

Weiterfahren wollten wir nicht mehr und so sind wir in Eureka gelandet, in einem Days Inn mit High-Speed-Internet. Draussen ist es schon wieder zugezogen und wir machen die Sachen von heute erst fertig und dann gehen wir endlich mal nach "Applebee´s" was vernünftiges essen und trinken, an der Bar natürlich. Ich träume da so von einem richtig großen Steak. Anni will lieber Salat. Ich will heute aber mal nicht diäten und richtig satt einschlafen.

Morgen steht Crescent City auf dem Plan und alles drumherum, auch Klamath-Falls. Je nachdem wie das Wetter ist, auch wieder Redwoods. Wir haben noch nicht so richtig genug von den Riesen....

 

 

14.09.2005   Ein Abstecher nach Ferndale und dann weiter via Redwoods nach Crescent City

 

unsere heutige Route:   

Wie gestern Abend vorgenommen, haben wir "Applebee´s" noch heimgesucht. Das Bierchen lief runter wie Öl. Danach hatte ich allerdings keinen Hunger mehr. Ich habe mir dann aber doch einen Chicken-Caesar-Salad bestellt und den kriegte ich nicht mal auf. Ich hatte wohl zu viel Flüssigkeit im Bauch.... Als wir kamen, war der Laden gerammelt voll und als wir gingen, war nicht mehr viel los. Dafür kam ne Lady mit Ihrer Stretch-Limousine an und ließ sich vom Chauffeur Essen abholen (man kann dort auch "to go" machen). Naja, wenn die auch da essen lässt.....
                                      

Heute morgen war wieder alles grau in grau. Vielleicht würde man das hinnehmen, aber wenn dann hinterm Berg der Himmel knatschblau ist und trotzdem keine Änderung stattfindet, dann frustriert das schon. Nichts desto trotz - wir fuhren 15 Meilen zurück nach Ferndale: Dort ist das meiste der Häuser noch echt viktorianisch und aus Holz. Und die Uhr scheint da stehen geblieben zu sein. Ich glaube, die ziehen schon um 16:00 Uhr die Bürgersteige hoch und nicht erst um 20.00 Uhr wie in meinem Dorf. Aber es sieht halt hübsch dort aus.

Die Weiterfahrt ging die grobe Richtung Crescent City, wo wir auf jeden Fall bleiben wollten. Aber erst mal machten wir eine Menge Abstecher im Humboldt-State-Park. Nein, nicht Bäume wie gestern, sondern "Lagoons". Viele kleine Strassen führten an verwunschene Küstenteile. Auch wenn das Wetter grau und diesig war, der Küstenabschnitt dort ist vom Feinsten. Das Meer klatscht mit einem ungeheuren Getöse an den Strand, dazu selbst bei Ebbe richtig große Wellen. Dazwischen felsige Küste und einsame Felsbrocken im Wasser. Der riesige Sand-Strand - in der Farbe wie frischer Zement - liegt voller Baumwurzeln oder Äste oder Kleinholz. Es sieht aus wie auf einem Baum-Friedhof. Ich möchte nicht wissen, was da bei Flut oder noch schlimmer, bei Sturm los ist

An einer Stelle ging der Schotterweg bis an den Strand und man konnte im Auto sitzend verfolgen, wie riesige Wellen an den Strand klatschten. Und man musste nicht raus in den kalten Wind. Es war einfach schön. Nicht gefunden und gesehen haben wir irgend ein Getier, nicht einmal Möwen. Kann ich nachvollziehen, bei dem sch...önen Wetter.

Unterwegs kreuzte die 101 ein Indianergebiet. Natürlich mit dem obligatorischen Casino. Aber auch vielen Pferden und einer Holzschnitzerei. Fand ich echt toll, was da so geschnitzt wurde. Leider war der Künstler nicht da.
                                                                                  

Eigentlich war ich es satt und wollte weder Bäume noch Küste noch Indianer noch sonstwas sehen. Aber die Faszination dieser Landschaft fängt einen dann doch wieder ein. Diesmal war es ein kleiner Trail in der Nähe des Visitor-Centers vom Redwood Park. Wieder so ein kleiner Park am Wegesrand der 101. Dort standen dann doch Brocken von Bäumen die ziemlich beeindruckend waren. Irgendwie kann man sich dieser Situation nicht entziehen. Man steht da, guckt an diesem langen, dicken Baum hoch, dessen Ende man manchmal nur ahnen kann und sagt nur: Wahnsinn! Wenn dann das drumherum noch aussieht wie Dschungel, jede Menge Farne den Weg säumen und manche Riesen einfach umgekippt sind und die Wurzel mit dem drumrum dann immer noch größer ist als mein Wohnzimmer, dann fällt mir eigentlich nix mehr ein.

Aber irgendwie sind wir dann doch in Crescent Ciry gelandet. Hier gibt es einen kleinen Fischereihafen, ein paar Hotels, eine Nebelbuhne, die wir von unserem Zimmer aus hören und sonst nicht so doll viel. Unser Hotel - Lighthouse Inn - ist klasse und unerwartet preiswert für all die Leistungen, bzw. das Hotel selbst. Ich mache morgen noch ein paar Bilder von innen - irre. Kostet nur 69 Dollar plus Tax. Da war ich für weniger Qualität aber höhere Preise gewöhnt in den letzten Tagen. Zur Feier des Tages hat Anni denn nun endlich ihren frischen Fisch von der Angel im Hafen oder einem Fischernetz bekommen. Im Hafenbereich gab es eine Kneipe, die fangfrischen Fisch bot.
             

Mir schmeckte erst mal das Bierchen, das Essen war zweitrangig. Ich weiss, ich rede immer vom Biertrinken. Aber erstens ist das wie ein seit Jahren gepflegtes Ritual und zweitens komme ich aus einer Biergegend. Also lassen Sie mir meinen Spass....

Nun sitzen wir hier auf dem Zimmer, mit weitem Blick über den Hafen und das Nebelhorn tutet. Morgen werden wir anders als geplant uns wieder Richtung Landesinneres orientieren. Da gibt es noch nen Wald..... und andere schöne Highlights neben der Strasse, klein aber fein.

15.09.2005  von Crescent City zum Crater Lake und weiter nach Bend

 

                          unsere heutige Route:

Eine herrliche Nacht: ruhig, kaum Autos, nur das Nebelhorn tutete. Um 7:00 Uhr aufgestanden, Morgentoilette durchgezogen und kurz vor 8:00 erwartungsfroh zum Frühstück. Mann-oh-Mann -das war einsame Spitze. Viele Sorten Brot, Toast, versch. Bagels, hart gekochte Eier!, einen Riesentopf Philadelphia Schmierkäse, natürlich die üblichen Frühstücksflocken, Saft, Kaffee, Tee, Milch im Glas und nicht im Milchdöschen. Nett gedeckte Tischchen, TV natürlich. Und richtig satt geworden sind wir auch. Das einzige, was ich bedauert habe war, dass die Amis nicht die Zähne auseinanderkriegen, um mal Good Morning zu sagen. Ich hätte es auf jeden Fall im Hotel noch einen Tag ausgehalten - im Dorf weniger. Das Ambiente des Hotels war so nett - im übrigen ein Rotary-Haus mit Rauch - und Hundeverbot, dass ich auch den Knaben im Eingangsbereich fotografierte. Nur reden mochte er nicht mit mir....
              


Gegen 9:00 Uhr waren wir wieder auf der Piste. Wir wollten über die 199 kreuzen um ins Landesinnere zu fahren. Das Wetter an der Küste deprimiert einen ja. Und Oregon-Dünen im Nebel bringen auch nichts. Also nix wie zum Crater Lake. Und siehe da, keine 10 Meilen weiter östlich schien wieder die Sonne vom strahlend blauen Himmel. Tat richtig gut.
Die Fahrt auf der 199 durch den Jedediah Smith Park - in dem natürlich auch Redwoods rumstanden, war eher langweilig. Man fährt endlos durch Kieferwälder, mal hier und da nen Redwood, dann wieder verschlafene Dörfer, dann wieder - ja klar, Rindviecher und dann wieder Bäume. Die einzige Abwechslung war dann auf dem Wege zum Crater Lake auf der 62 eine Riesenbaustelle. Der "Flagman" der einen immer aufhält mit seinem ömmeligen Stopp-Schildchen war dieses Mal eine Frau. Und wir hatten das Pech, das erste Auto zu sein. Und da der Aufenthalt 20 Minuten dauern sollte, bevor das "Pilot-Car" uns abholte, plapperte die Dame ohne Punkt und Komma. Wir verstanden zwar nur die Hälfte, da auch der Dialekt sehr "oregonisch" war, aber wir brauchten auch kaum was zu sagen. Aber 20 Minuten können verdammt lang werden. Als wir endlich "abgeholt" wurden, bedankte sie sich aber für das nette Gespräch und sagte uns noch, 20 Meilen weiter wäre die nächste Baustelle. Na Prost Mahlzeit dachten wir. Die 2.Baustelle stimmte, die Warterei auch, aber nur, weil letztendlich unser dortiger Polit-Car-Mensch - war übrigens auch ne Lady - dringend auf die Toilette musste. Ich hatte mich vorher schon lustig gemacht, über das einsame Dixi-Klo mitten in der Walachei. Nun wusste ich auch wofür. Ladies gehen eben nicht hinter einen Baum......
                                                                                 
Der Crater Lake ist super toll. Vor allem, weil heute das Licht gut stand und die Pracht dieses Kratersees so voll zur Geltung kam. Wenn man bedenkt, dass ein hoher Redwood 100 Meter schafft und die tiefste Stelle in diesem See über 500 Meter ist , kann man sich die Dimensionen vorstellen. Man kann den See komplett umrunden, aber wir haben uns für den kürzeren "West-Rim" entschieden. Das Licht stand einfach optimal für schöne Fotos. Mitten im See ist eine Insel, die das ganze auflockert, wenn man von den möglichen Bootsfahrten auf dem See mal absieht. Der Berg ist vulkanischen Ursprungs und man kann noch wunderbar den Krater erkennen. Touristisch kann man fast hinter jeder Kurve stehen bleiben auf gut ausgebauten Plätzen. Die Fahrt wieder runter ins Tal ging glatt und schnell und das einzige was knapp wurde, war der Sprit. Das Auto säuft ganz schön, sobald man in die Berge fährt. Ach ja, und da war noch der Idiot, der fast die Kurve nicht mehr gekriegt hat. Ich konnte gerade noch weglenken und ausweichen, aber Adrenalin floss trotzdem.

Weiter ging die Fahrt auf der 97 nach Bend. Wir haben uns die Stadt ausgeguckt, weil sie so ein Mittelpunkt in Oregon ist und weil hier ein bisschen was los ist. Gebucht haben wir in einem Holiday Inn und morgen früh werden wir erst mal den Hauseigenen Jacuzzi benutzen und die armen, müden Knochen aufwärmen. Heute Abend war leider im Wasser kein Platz mehr für uns, alles voll mit Kindern. Morgen werden wir noch hier in Bend bleiben. In der Nähe gibt es ein Obsidian-Feld, hübsche Seen, eine Krater-Landschaft und natürlich viele Lava-Felder und da freuen wir uns drauf.
                                                                              
Wir hatten überlegt, hier im Hotel die 2. Nacht zu bleiben, aber es ist zu weit vom Schuss und man muss das Auto mitnehmen wenn man nach Downtown will. Also sind wir in die Stadt gefahren, auf der Suche nach einem passenden Hotel. Motel 6 - welch ein Unterschied - lag für uns ideal. War zwar nur 20 Dollar billiger als dieses Holiday Inn hier, dafür aber auch mit Highspeed.
           
Und direkt im Anschluss von dort sind wir auf Empfehlung des Motel 6- Hausherrn in die Kirche um die Ecke gegangen. Nein, nicht um Sünden abzuarbeiten, sondern um lecker zu essen. Endlich mal einer, der diese alten Kirchen nicht verkommen lässt, sondern es umfunktioniert hat in ein italienisches Restaurant. Und so voll wie dieses war, macht "in-die-Kirche-gehen" wohl auch den Einheimischen wieder Spass....

Damit ist auch die 2. Woche zu Ende. Ab morgen können Sie in der 3. Woche - Rubrik unsere Erlebnisse weiter lesen.....
 

Beginn der 3. Woche!
 

16.09.2005 Rundreise an die Kraterseen, Lava-Kegel und Obsidianfelder in der Nähe von Bend
                Unsere heutige Tour:    

Der Tag begann sehr früh mit dem Türengeklatsche der Amis, die um 6:00 Uhr den Hinterausgang zur Abreise benutzten. Dem Krach nach zu urteilen, muss das eine ganze Reisegruppe gewesen sein. Ich bin hellwach. Nur Anni schläft weiter, die Glückliche. Das Wetter draußen ist bezogen -aber ich habe es geschafft, noch schnell ein Sonnenaufgangs-Photo zu schießen. Ist nicht ganz scharf, aber ich finde es trotzdem schön. Laut Wetterbericht soll es heute auch noch regnen und gewittern. Schade, ich hoffe, unsere geplante Tour fällt nicht ganz ins Wasser.
                                                                           
Das ursprünglich geplante Schwimmen im Pool, bzw. das "Rumaalen" im Whirlpool/Jacuzzi fiel dann auch dem Wetter zum Opfer. Aber das Super-Frühstück haben wir noch "mitgenommen". Schade eigentlich, dass wir nun doch nicht hier geblieben sind - bei dem Wetter. Heute sind wir zwar mitten in der City zum Übernachten. Aber einen Jacuzzi gibt es im Motel 6 noch nicht....Beim Aus-checken im Holiday Inn heute morgen sind wir noch schnell "Member" geworden. Wie in den  Supermärkten rechnet es sich auch Hotelpunkte zu sammeln. Meist ist die 10. Nacht kostenlos, oder man muss so und so viel Punkte haben. Unterm Strich ist es fast gleich.
                                                                           

Das, was diese Gegend so auszeichnet, sind die vielen vulkanischen Spuren. Eine riesige Caldera hat ihre Spuren hinterlassen und ist ein Paradies für alle Geologen und Menschen, die sich für Vulkanismus interessieren. Aber auch für alle diejenigen, wie z.B. wir, die das einfach toll finden und gerne so was sehen. Dieses Gebiet hier in der Nähe von Bend heisst: Newberry National Volcanic Monument.

        

Gegen 9:00 Uhr machten wir uns dann auf die Socken, erst mal zurück bis zum Visitor-Center mit dem "Lava-Butte", dem ersten Besichtigungspunkt. Der "Butte" ist ein Kegel aus dem seinerzeit ein riesiger Lavastrom runter geflossen ist. Früher konnte man da mit einem Shuttle hochfahren, dieses Mal ist es geschlossen wegen Arbeiten an der Strasse. Unsere Nationalpark-Karte, die wir neulich gekauft hatten, haben wir beim hiesigen Ranger aufstocken lassen auf den "Golden Eagle". Kostet 15 Dollar extra, beinhaltet aber auch zusätzlich sämtliche Monumente. Und die läppern sich auch zusammen - heute davon z.B. 2 Stück. Somit hat das gute Stück insgesamt 65 Dollar gekostet, ist 1 Jahr gültig und deckt alles ab, was bei den meisten Besuchern so an Parks ansteht. Ausgenommen sind nur State Parks. Wir hätten ohne Pass bis jetzt auch schon  60 Dollar "gelatzt". Und die großen Brocken kommen erst noch. Hinter dem Visitor-Center geht es auch zu Fuß in die Lava-Landschaft. Ein wunderschönes Gebiet, prima erschlossen mit Wanderwegen. Die Lava sieht aus wie die Lava-Felder auf Sizilien, also für uns eigentlich nicht der Brüller. Aber es war einfach toll, dazwischen rumzulaufen. Leider war das Wetter eher schlecht, aber auf dem Rückweg dieser Wandertour wurden wir dann doch mit ein bisschen Sonne verwöhnt - und siehe da, sofort strahlten auch die Bilder wieder.

Weiter ging die Fahrt noch mal ca. 20 Meilen zurück bis zum "Paulina Lake/East Lake". Die beiden Lakes sind Caldera-Lakes, ebenfalls sehr tief, mit klarem Wasser und einer reichen Wasser-Tierwelt. Demzufolge ist es im Sommer ein beliebtes Ziel für alle Art von Wassersportler, Angler, Camper und Hotelgäste. Uns reizte in dieser Gegend eigentlich nur ein riesiges Obsidianfeld, wie ich es sonst noch nirgendwo auf der Welt gesehen habe. Es ist ca. 1.300 Jahre alt. Das reizvolle  an diesem  Lavafeld ist, dass es neben dem "tauben" Gestein wahnsinnige Massen an Obsidian - das ist dieser glänzende schwarze Stein, aus dem nicht nur die Indianer, sondern auch unsere Vorfahren ihre Speerspitzen gebastelt haben. Ein tolles Vulkan-Gestein! Es macht richtig Spaß, den Weg hinauf zu laufen zwischen diesen Mengen von Steinen und überall auf dieses glänzende, schwarze Gestein zu stoßen. Die Fotos geben leider nur einen kleinen Blick darauf. Man muss das einfach selbst erlebt haben. Auf halber Strecke fing es an zu regnen, diese dicken Tropfen, die einen sofort durchnässen. Dazu blies ein scharfer Wind. Ich habe ganz schön gefroren. Fast oben angelangt, stand da eine Bank unter einer Mini-Pinie. Dort haben wir ein Selbstauslöser-Foto mit Annis Kamera geschossen. Sieht schon lustig aus....Dann machten wir uns wieder auf den Rückweg. Und auch hier wurden wir belohnt - auf halber Strecke kam für kurze Zeit die Sonne hervor.

Den Rest des Nachmittags haben wir uns geschenkt. Im Supermarkt haben wir Salat gekauft und uns auf unserem Zimmer im Motel 6, direkt an der Treppe zum 1. Stock gelegen, einen leckeren Salat gebastelt.
 
                                                                              
 Morgen fahren wir wieder an die Küste, nach Newport. Dort gibt es auch ein Aquarium. Von dort geht es dann weiter nach Portland, wo es u. a. den größten Buchladen der Welt geben soll - über einen ganzen Straßenzug weg. Das müssen wir sehen......
                                                                                 

Nachtrag: der Schreck in der Abendstunde

Bereits am Nachmittag beobachteten wir einen Haufen Polizisten, die hier auf dem Gelände des Hotels rumschlichen und sogar einen PKW samt Zimmer kontrollierten. Wir kümmerten uns aber nicht weiter darum. Gegen 19:00 Uhr klopfte es plötzlich sehr heftig an der Tür. Draußen stand ein Polizist, der uns aufforderte, sofort unser Zimmer zu verlassen. Am Pool läge eine Bombe und die müsste entschärft werden.
Normalerweise liest man so was in der Zeitung, ist aber nicht selbst betroffen. In diesem Fall waren wir blitzschnell hier weg, mit PC´s, mit Magenschmerzen und auch ein bisschen Schiss. Überall Polizeifahrzeuge, Bombenräumkommandos oder so was, Spezialwagen mit vielen Strippen, die aus dem Auto raus hingen. Und natürlich die normale Polizei, die uns vom Gelände ließ. In einer Stunde sollten wir wiederkommen.
Irgendwie irrten wir ziellos in einem Supermarkt durch die Regale und schauten immer wieder auf die Uhr. Dann machten wir uns endlich auf den Heimweg. Der Vollmond schaute uns bedrohlich an und wir hofften, dass der Laden nicht in die Luft geflogen war. Als wir hier ankamen, war alles ruhig - als wäre nichts gewesen. Keine Polizei, keine Sperren, nichts. War das jetzt alles nur ein Joke gewesen?
Jedenfalls ist jetzt alles wieder im Lot und auf den Schrecken gönnen wir uns erst mal ein kaltes Bierchen........

 

17.09.2005  Vorbei an Lavafeldern, Wäldern und Seen nach Eugene

 

unsere heutige Route:

Heute nacht hat es geregnet und das Wasser platschte aus dem Regenrohr vor unserer Tür lautstark auf den Boden. Hat mich nicht weiter gestört. Wach wurde ich allerdings, als um 6:30 Uhr sowohl ein Biker als auch ein Dodge-Ram-Fahrer ihre Maschinen warm laufen ließen. Man braucht in den USA wirklich keinen Wecker - nur das richtige Hotel :-))
Zur Belohnung war der Himmel aber blitzblank blau und wir waren wieder voller Tatendrang. Gestern Abend haben wir noch festgestellt, dass Oregon eigentlich um diese Jahreszeit ein wunderhübsches Land ist. Und dass es viel zu schade ist, jetzt schon weiter nach Washington zu fahren. Zumal der Herbst hier ein bisschen beginnt. Hier gibt es zwar vorwiegend Nadelwälder aller Art, aber auch ne Menge Laubwälder - und genau da wird's jetzt bunt. Also werden wir erst mal wieder durch sämtliche Wälder an die Küste zurückfahren und dann sehn wir weiter. Hängt auch alles vom Wetter ab. Ist doch toll, wenn man nicht nach Plan leben muss, sondern spontan andere Wege fahren kann.

Nach einer dünnen Tasse Kaffee in der Motel-Rezeption haben wir uns auf die Socken gemacht - nicht ohne vorher zu fragen, was denn das ganze Bomben-Theater gestern sollte. Die Rezeptionistin war auch ziemlich sauer wegen dem ganzen Aufwand. Schließlich habe der gelbe Kasten schon den ganzen Tag da gelegen und keiner habe sich drum gekümmert. Und nun sollte es plötzlich eine Bombe sein. Diese wurde im übrigen entsorgt mit einem Roboterarm und dann zu einem anderen Ort gebracht. So weis natürlich auch keiner, ob die Herrschaften sich lächerlich gemacht haben......

Auf dem Weg zu unserem Trip haben wir erst mal wieder getankt. Die Preise liegen in Oregon momentan bei 2.93 Dollar pro Gallone. Übrigens ist das Tanken in Oregon immer mit Bedienung! Dann haben wir noch einen leckeren Kaffee - Anni Cappuccino und ich Cafe Latte - bei "Starbucks" getrunken, dazu einen Mini-Strietzel geteilt - das war unser Frühstück.
                                                                        

Wir fuhren dann frohgemut Richtung Sisters. Ein kleines Örtchen im Cowboyfilm-Stil mit einem grandiosen Blick auf die "Three Sisters". Nur die hatten heute morgen keinen Bock und verhüllten sich in dicken Wolken. Hatten wohl heute Nacht zu viel Schnee abbekommen, wie man stellenweise sehen konnte. Oder vielleicht lag es ja auch nur an dem Stoss-Stangen-Verkehr, der durch das Örtchen rollte?


Wir jedenfalls wollten nicht zum Hindernis werden, damit andere über unser Tempo fluchen und fuhren direkt ab auf die 20 - einem Scenic by way. War ne Super-Entscheidung. Kaum ein Auto und dafür ein Lavafeld, das sich nicht hinter Big Island/Hawaii verstecken muß. Und Island kommt da nicht mit. Die Strasse ging über ca. 40 Meilen entweder am Rand dieses riesigen Lavafeldes vorbei oder oben drüber. Ganz oben auf dem McKenzie-Pass gab es einen Aussichtspunkt, von dem man einerseits die 3 Schwestern und andererseits den Mount Washington hätte sehen können. Nun ja, die 3 vulkanischen Mädels gab es nicht- nur in Wolken. Kurz entschlossen versuchte wenigstens Anni einen guten weiblichen Eindruck zu hinterlassen - auch ohne Wolken.


Wir haben viel, viel fotografiert. Außerdem waren wir nicht nur beeindruckt, sondern auch überrascht. Eigentlich hatten wir nirgends gelesen, dass das so eine außergewöhnliche Strecke ist und genau auf unserer Wellenlänge liegt.

Am Ende dieser Strecke machten wir noch einen weiteren "Schlenker" auf die "19-aufderheide". So stand es da! Ist eine klitzekleine Abfahrt, die man normalerweise nicht mal wahrnimmt. Natürlich sind auch wir erst mal vorbeigefahren! Aber dann haben wir uns zurechtgefunden.
           

 Das erste Highlight war eine riesiges Wasserreservoir - leider auch halb leer - mit einem Staudamm und einem kleinen Wasserkraftwerk. An dem Staudamm konnte man locker 20 Meilen lang dran vorbeifahren. Danach ging es immer nur abwärts. Leider wissen wir nicht wie hoch in Metern der Damm lag, aber abwärts waren es auch gute 40 Meilen. Vorbei an sonnendurchfluteten Laubwäldern, dann wieder durch dichte Nadelwälder. Aber irgendwann hatten wir dann doch genug vom Grün und der gesunden, reinen Luft. Und Hunger hatten wir. Seit dem Teilchen bei "Starbucks" hatten wir nichts mehr gegessen.

Der Rest der Strecke galt nur noch der Überlegung auf der I-5 in Eugene zu nächtigen oder weiterzufahren bis Albany. Ich träumte nur von einem Hotel - vorne dran ein "Dennys" fürs morgige Frühstück und hinten dran ein "Outback-Steakhaus" fürs Abendessen. Eugene war total ausgebucht - wegen einem Universitäts-Baseball-Spiel in Eugene. Letztendlich ergatterten wir noch ein Zimmer in einem Motel -naja. Die Betten sind sauber und das ist das wichtigste. Das allerwichtigste allerdings ist - hier gibt es tatsächlich ein "Dennys" und noch überraschender - auch ein Outback Steakhaus. Wir dorthin wie der Blitz. Es war auch noch nicht sooo voll, wie sonst. Und an der Bar waren wir ca. 5 Minuten die ersten Gäste. 15 Minuten später war auch da alles voll. Wer jemals im Outback gegessen hat - diese wunderbar saftigen Steaks, die einem auf der Zunge zergehen, dazu diese gebackenen, in Salzkrümel gewälzten Backed Potatoes, dazu ein oder zwei leckere Fosters, der weis wovon ich rede.

Jedenfalls sind wir jetzt piepesatt und auch redlich müde. Sobald dieser Bericht fertig ist, werde zumindest ich mich aufs Ohr hauen und Matratzen-Sonderdienst schieben......

Morgen geht's weiter an die Küste Richtung Newport. Hoffen wir mal, dass dort nicht wieder Nebel ist.......

18./19.9.2005 Nähe Portland - außergewöhnliche Ereignisse

Stellvertretend für Dagmar berichte ich, Anni, kurz über den Verlauf der letzten beiden Tage. Wir haben den Seehafen Newport nicht erreicht, stattdessen sind wir jetzt in Portland. Grund: Dagmar bekam in der Nacht vom 17. auf den 18.9. unerwartet, heftige, kolikartige Bauchschmerzen. Mit dem Taxi haben wir uns dann zum nächsten "Emergency"-Center in Springfeld bringen lassen.  Dort wurde eine Gallenkolik diagnostiziert. Mit entsprechenden Medikamenten glaubten wir, die "Sache" wäre damit erledigt. Mitnichten!
Auf der Fahrt Richtung Norden traten erneut und verstärkt die Schmerzen auf. Nun liegt Dagmar hier in Portland (in einem Vorort mit einem riesigen Krankenhaus) in einem Hospital und wartet auf die aktuellen Befunde. Der behandelnde Arzt spricht von einer Operation hier im Krankenhaus, dann wäre anschließend eine Weiterfahrt durch den Westen der USA möglich. Alternativ müsste sie zurück nach Deutschland, um sich dann dort aber ebenfalls operieren zu lassen. Mit dem ADAC haben wir bereits Kontakt aufgenommen (wir haben uns über den ADAC für 2 Monate krankenversichert) bzgl. der Kosten bzw. eines Rückfluges. Eine generelle Entscheidung  ist aber noch nicht getroffen. Ich werde   hier weiterhin zunächst die aktuellen Ergebnisse mitteilen. Aber es kann nur heißen: Die Fahrt geht anschließend weiter, oder aber sie wird im nächsten Jahr hier an dieser Stelle fortgesetzt.
Lassen wir uns mal überraschen und der Dagmar die besten Genesungswünsche auf diesem Wege zukommen lassen.

                                                                    
19. 9. 2005 Portland Hospital - Dagmar hat die OP sehr gut überstanden!

Kurzer Zwischenbericht von mir, um allen mitzuteilen, dass Dagmar heute die Steinchen  incl. Gallenblase per Laparoskopie entfernt wurden. Die OP hat  knappe 60 Minuten gedauert. Der behandelnde Arzt hat Dagmar die Entscheidung, ob hier oder in Deutschland eine OP durchgeführt werden soll, gestern noch abgenommen. Er befürwortete keinesfalls einen Transport nach Deutschland, da bei einem so langen Flug in ihrem Fall mit weiteren Komplikationen zu rechnen gewesen wäre. Und nach der Operation stellte sich dann heraus, dass diese Entscheidung auch die richtige gewesen sein muss! Also, Dagmar geht´s zurzeit relativ gut. Ihr Temperament ist zwar noch stark beeinträchtigt, aber das wird schon wieder! Auf diesem Wege  soll ich mich vorab bei allen bedanken, die sich bereits per E-Mail, Gästebucheintrag oder auch im Forum geäußert  und Dagmar gute Besserung gewünscht haben. Also ein großes Dankeschön!!! Sie hat sich darüber sehr gefreut! Aber ich denke, sie wird sich bald persönlich wieder melden, sobald sie wieder aufrecht sitzen kann.
Es ist noch keine Entscheidung darüber gefallen, wie die Reise fortgesetzt werden soll bzw. kann. Aber das werden  wir rechtzeitig mitteilen. Klar ist aber, dass diesmal nicht "Stöckchen" gezogen wird, sondern sie entscheidet letztlich alleine. Wir haben noch nicht konkret darüber gesprochen, da andere Entscheidungen schließlich vorrangig waren. Nebenbei bemerkt, muss ich einfach an dieser Stelle mitteilen, dass der Aufenthalt hier im Hospital sehr angenehm ist, insbesondere ist das Personal hilfsbereit, oftmals scherzhaft, aber immer sorgfältig und korrekt. Ein Lob an das Krankenhaus! Im Zuge dessen  lernen Dagmar und ich hier viele spezifische Vokabeln, die uns in der Form bisher nicht geläufig waren. In kritischen, medizinischen Fragen stand uns bisher ein Dolmetscher zur Verfügung, der simultan in Gegenwart eines Arztes übersetzte. Das hat uns doch ein bisschen sicherer gemacht. Darüber hinaus war der ADAC für uns hilfreich. Es lohnt eben doch, dort Mitglied zu sein!
Vielleicht können wir morgen schon mehr sagen, ob unsere Reise doch fortgesetzt wird. Ich hoffe es jedenfalls! Herzliche Grüße nach Deutschland!
                                                
                                                          

21.9.05 Portland Hospital - Die Reise wird fortgesetzt

Hallo Deutschland! Hier in Oregon lacht uns die Sonne zurzeit strahlend an und lässt die Blätter der Bäume allmählich farbenfroh glänzen. Es ist ein Genuss hier zu sein. Und Dagmar geht´s von Stunde zu Stunde besser. Sie strahlt wieder, genießt ebenfalls das tolle Wetter (allerdings vom Krankenbett aus), und sie hat spontan heute früh den Wunsch geäußert, die Reise fortsetzen zu wollen. Daran soll uns nun aber hoffentlich nichts mehr hindern. Allerdings benötigt sie noch einige wenige Tage der Erholung. Vermutlich wird sie in spätestens 2-3 Tagen entlassen. Dann werden wir hier am Rand von Portland kurze Zeit noch in meinem jetzigen "Motel 6 "(diesmal wieder zu empfehlen!) an der I-5 verbringen, um uns dann für den nächsten Abschnitt startklar zu machen. Sie äußerte den Wunsch, zurück an die Küste zu fahren, in Newport das Aquarium (wir müssen einfach immer wieder tolle Aquarien besichtigen!)  zu besuchen, und dann wieder ab in die Wälder. Unser Ziel ist der Weg und und nicht der Endpunkt. Mal sehen, wo wir uns einfinden.

Hier an der Stelle vielleicht noch einige Infos bzgl. außergewöhnlicher Ereignisse. In Deutschland haben wir erstmalig eine Zusatzversicherung für Krankheitsfälle über den ADAC abgeschlossen. (In Dagmars Fall 40 Euro für 2 Monate) Wir wollten kein Risiko eingehen, da solche Dinge ja meist überraschend und ohne Voranmeldung eintreten können. Der ADAC bietet eine gute Alternative zu Privatversicherungen bzw. der Versicherungen über die Kreditkarten. Der ADAC hat prompt reagiert, sowohl Deutschland als auch die hiesige Vertretung in Orlando/Florida, die per Telefon kostenlos und deutschsprachig erreichbar ist. Wir mussten unsere Flugtickets, Einreisestempel des Passes, Adresse des Hausarztes  und Namen des hiesigen Arztes bzw. seinen Bericht per Fax (bzw. Telefon) mitteilen. Der hier behandelnde Arzt hat sich auf Wunsch telefonisch noch mit der ADAC Vertretung in Verbindung gesetzt. Heute kam schon die Bestätigung, dass die (sehr hohen) Kosten übernommen würden. Zwar ein Tag später als die Durchführung der Operation  (warten war ja nicht möglich), aber doch sehr zügig und problemlos. Ich denke, es ist fast schon eine Pflicht, solche Vorüberlegungen für eine größere Reise mit einzubeziehen! Und der ADAC ist auf jeden Fall aus unserer Sicht eine tolle Empfehlung!

Vielleicht noch ein kurzer Hinweis zum Internet. Die Mitnehmen eines Laptops ist auf jeden Fall sinnvoll. Alleine schon, um Digitalfotos zu lagern. Modem mit Telefonkabel oder WiFi-Karte sollten natürlich dabei sein. Hier im Motel 6 habe ich nur eine AOL-Verbindung, lieber wäre mir eine WiFi - Verbindung oder direkter HighSpeed-Zugang  per Kabel (kann oftmals im Motel ausgeliehen werden), aber das kann man sich nicht immer aussuchen, obwohl wir bei der Motelwahl sehr darauf achten. Über Internet suchen wir unsere Motels (oftmals Internetrabatt möglich) oder aber per Coupons (Angabe ob Internet vorhanden steht  in der Regel dabei) und natürlich auch manchmal spontan, wenn wir lesen HighSpeed vorhanden. Wenn gar nix mehr geht, gehts über AOL dann meistens doch noch. (In einem Motel war auf unserer Reise aber dann doch absolut nichts möglich.) Kostenlose Ortsgespräche sind fast überall vom Zimmer aus (mit der Ortsvorwahl und der Ziffer 9) möglich. Allerdings in der Regel in einem Schneckentempo. Da kriegt man schon mal die Krise. Vorsichtshalber haben wir uns über eine amerikanische Test CD von AOL hier ins Internet eingelockt, allerdings müssen wir nach einer gewissen Zeit die Testphase wieder (telefonisch) abmelden. Naja, irgendwie wird´s gehen. Alternativ hätte man/frau einen Gastzugang über Bekannte wählen können. Es ist vielleicht gut, von Freunden mal einen Gastzugang ausgeliehen zu bekommen. Haben wir uns übrigens für den Notfall vorbehalten. Aber das alles hat Dagmar doch sicher schon mitgeteilt, oder...?
Jedenfalls sende ich von hier aus herzliche Grüße nach Deutschland und glaube, dass Dagmar den nächsten Report übernimmt. Tschüss!
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Meine Gedanken zu dieser Woche:

Selbst heute, ein paar Tage später und nach meiner Rückkehr aus dem Krankenhaus, kann ich so schnell gar nicht realisieren, was da eigentlich gelaufen ist: Schmerzen - Doktor - Weiterfahrt Portland - Krankenhaus -Operation -entlassen -fertig und das alles von Sonntag bis Donnerstag -WAHNSINN!

Als erstes bleibt für mich festzuhalten, es ist überhaupt kein Problem in und mit amerikanischen Krankenhäusern - im Gegenteil! ...wenn Sie versichert sind.

Versicherung: es gibt diesen internationalen Auslandsschutz - der ist selbst bei der kleinsten Gesellschaft schon für 12-16 Euro pro Jahr zu bekommen. Sie sollten ihn unbedingt haben! Die Abwicklung erfolgt meines Wissens nach sowieso meist über den ADAC, weil der eben eine funktionierende Struktur hat und man das Rad ja nicht neu erfinden muss. Aber - alle Schutzbriefe gelten NUR für 45 Tage pro Reise, von den anderen sonstigen Einschränkungen je Gesellschaft abgesehen.
Aber was ist mit denen, die eben länger als 45 Tage wegbleiben? Dafür gibt es halt den ADAC- Langzeittarif  - bis zu 12 Monate, glaube ich. Und man muß nicht mal Mitglied sein, ist dann halt nur teurer. Die Abwicklung in meinem Falle ging sauschnell - nicht mal 48 Stunden nach dem Anruf von Anni zu einer kostenlosen Telefonnummer in Orlando, war die Zusage der vollen Kostenübernahme da - und das mit 9 Stunden Zeitdifferenz zu Deutschland. Nur mein Doc war schneller - er konnte nicht warten mit der OP, weil meine naseweise Gallenblase raus wollte.

Krankenhaus:  da war ich aber überrascht! Ich kenne deutsche Krankenhäuser pauschal ausgedrückt nur unter Kostendruck, Ärztemangel und fehlender Krankenschwestern. Hier war das alles ganz anders-fast ein Vergnügen. In diesem Krankenhaus wohlgemerkt gab es so eine Art Wabe, und davon je 4 Stück pro Etage. Der Mittelpunkt war ein Rund, in den Ärzte, Schwestern und Hilfspersonal saßen und via Monitor Patienten überwachten oder per PC Krankenakten ergänzten oder was weis ich noch alles. Telefone, Fax, Technik alles da - pro Wabe natürlich.

Ringsherum lagen 15 Einzelzimmer. Diese wiederum mit allem ausgerüstet, was man so braucht? Das Bett war integriert in eine Einheit mit Dutzenden von Knöpfen für alles mögliche. Verstellbar auch vom Patienten aus. Dazu ein kleines Badezimmer, eine riesengroße Fensterfront für Licht. Bis dahin ja vielleicht noch normal. Aber jede Krankenschwester " Nurse" betreute nur max. 5! Patienten. Und dafür stehen ihr dann direkt eine Assistentin zur Verfügung und weitere 2-3 Assistenten, die mit den beiden anderen Schwestern geteilt werden. Die weiteren Assistenten sind z.B. zuständig, dass das Frühstück gebracht wird, dass die Kanülen für die OP gelegt werden, dass die richtigen Medikamente gereicht werden. Meine Nurse "Cindy" hat nur überwacht, ob ich Schmerzen habe, aufs Ärmchen muss oder Hilfe brauche. Sie hat sogar ihren freien Tag verlegt, damit sie da sein konnte, wenn ich aus dem OP komme! Und wie ich hörte, hat sie sich doll Sorgen gemacht. Ich danke ihr für Ihre Fürsorge und Herzlichkeit. Ich habe mich gern von ihr betütteln lassen.
Eine Kleider-oder Rangordnung gab es zumindest in diesem Krankenhaus nicht (sichtbar). Und ich grüble immer noch, warum die Tagesschwestern bunt gekleidet und die Nachtschwestern grüne Kittelchen anhatten. Die Ärzte kamen bei der "Visite" im Straßen-Anzug und jeder war nur für sein Können zuständig-z.B. mein Internist, der mir mitteilte, er könne zwar verstehen, dass ich nach Hause wolle, aber meine Gallenblase würde einen Flug nicht überstehen und warum ich eine Notoperation riskieren wolle. Hier wäre das in 4 Tagen mit allem drum und dran vom Tisch und im übrigen hätte ich morgen Vormittag schon meinen OP-Termin. Dann ging er wieder und ne Stunde später kam der Chirurg und wollte nur noch wissen, ob ich gegen irgendwas allergisch sei, ansonsten sähe man sich morgen noch kurz vor der OP. Ich wusste eigentlich nicht so recht, wie mir geschah. Aber genauso geschah es.(Vielleicht noch als letzten Satz: wie ich hörte, kostet der Tag im Krankenhaus 4.000 Dollar als Privatpatient. Plus der OP-Kosten. Viel Geld für einen Amerikaner.)

 

Beginn der 4. Woche!
 

23.09.2005  ein kleiner Ausflug nach Portland

Der Tag begann wieder sonnig und warm, nach einer doch herbstlichen Nachtfrische. Wir dachten, das wäre eine gute Gelegenheit, ein bisschen Portland zu erkunden. Also rein ins Auto und los. Als erstes lag der Lake Oswego zu unseren Füssen, und da Wochenende war, auch massig Betrieb. Hier scheint jeder mit seinem eigenen Boot auf Tour zu sein. Ein Stückchen weiter Richtung Stadt trafen wir dann auf den Williamette-River, der auch mitten durch die Stadt fließt. Auch hier Idylle überall. An den vielen Nebenarmen des Flusses Bootsstege, Boote und Angler. Und dazu ein Traumwetter.


Auf der Weiterfahrt nach Portland kamen wir an einer "Spagetti-Factory" vorbei - umgebaut zu einem Restaurant. Mein lieber Schwan, was für ein Ambiente innen drin. Mit Essen habe ich noch so meine Probleme und deshalb blieben wir draußen - ebenfalls mit Blick auf den Columbia-River in der Sonne sitzend. Während dessen fotografierte Anni eine flatternde US-Flagge am laufenden Band.

Portland ist eine Stadt zwischen 2 Flüssen, dem Williamette-River und dem mächtigen Columbia-River, der auch gleichzeitig Grenzfluss zwischen Oregon und Washington ist. Portland ist ein gemütliches Städtchen mit einem riesigen bewohnten Umland. In Oregon gibt es laut meinem Reiseführer an die 3,6 Mio Einwohner, 1,6 Mio davon leben im Grossraum Portland. Das Wetter ist hier ausgesprochen gut und mild - und das kann ich bestätigen. Und der Lebensqualitäts-Faktor ist hier sehr, sehr hoch. Soviel zu den Daten. Ich habe da als erstes festgestellt, dass es an die 10 Brücken gibt - und zwar in jeder Qualität - die über den Williamette-River gehen und somit Downtown mit den anderen Stadtvierteln verbinden.
Es gibt eine kostenlose! Innenstadt-Strassenbahn, "kleine Wege "zwischen den Sehenswürdigkeiten und viele Attraktivitäten, sogar ein Convention Center. Am besten besichtigt man zu Fuß bzw. mit der kostenlosen Bahn die Innenstadt. Aber das ist für mich heute illusorisch. Besonders interessiert mich ein Besuch im Museum "am Ende des Oregon Trails". Aber den ersten Gesamt-Eindruck fand ich aufregend und wir werden sehen, wie das Wetter bleibt und meine Fitness sich entwickelt.

24.09.2005 ein Trip an die Küste von Oregon

Das Wetter ist immer noch aufregend gut und wir beschließen, an die Küste zu fahren. Wenigstens noch mal Meer sehen. Und so machten wir uns auf die Tour. Landschaftlich für alle geschaffen, die Grün, Berge, Meer und Ruhe suchen. Wir haben uns Tillamook ausgesucht, weil das als kleiner Rundtrip möglich war. Leider ist es etwas diesig heute morgen und so kann man den Mount Hook zwar in seiner Pracht ahnen, aber nicht sooo toll sehen. Auch hier hat der Herbst durchgeschlagen. Unten an der 101 Küstenstrasse fuhren wir südlich Richtung Tillamook. Hier gibt es anders als an der kalifornischen Küste zumindest in diesem Bereich viele tiefe Buchten - ein Paradies für Angler, wie man unschwer sehen kann. Das Meer ist sehr "gischtig" und ganze Bahnen feuchter Gischt ziehen über die Buchten. Touristen gibt es hier bestimmt auch mal, aber jetzt nicht mehr.

In Tillamook meinte Anni, sie müsse sich endlich mal wieder satt essen. Und so gingen wir in einen am Wegesrand liegenden "Pizza-Hut". Und glauben Sie ja nicht, dass das vor mir stehende, lecker aussehende Essen von mir verzehrt worden wäre........
                  

Danach ging es wieder durch Wald, Berg, Tal und Stau zurück nach Portland bzw. dem Vorort mit unserem Quartier.


25.09.2005 Weiterfahrt zum Mount St. Helens

Gestern Abend hatten wir noch einen Anruf von der reizenden und liebenswürdigen Katherine aus dem Krankenhaus - die uns zu sich nach Hause einlud. Ihr Mann Dale spricht ein bisschen Deutsch, und entweder ihm oder uns soll da wohl ne Freude gemacht werden..... Also haben wir umgeplant, um ihre Einladung am Dienstag Abend annehmen zu können. Deshalb ziehen wir die "Krater-Tour" vor. Ist auch alles nicht so weit und normalerweise als Tagestour abzuhaken.

Als erstes aber wollten wir richtig frühstücken und ein " Loghome"  aufsuchen, das unserem Motel gegenüber lag. Juhu, 2 Eier habe ich gespeist in Blockhaus-Atmosphäre und so konnte der Tag eigentlich gut beginnen...

Das Oregon- Trail-Center hatte heute morgen leider geschlossen und so kam es, dass wir bereits um 14:00 Uhr in Kelso im Hotel sitzen. Mir ist das sehr recht. Und Anni wohl auch, denn die tobte durch den Pool und den Spa und fühlte sich wohl auch sauwohl.

Morgen gehts dann mal wieder ernsthaft auf Tour. Bin gespannt, was ich berichten kann, da der Berg Mount St. Helens momentan auch schon wieder grummelt.....

26.09.2005  Tour zum Mount St. Helens

unsere heutige Route:                              

Am frühen Morgen begrüßte uns neben dem Autobahn-Lärm auch ein sonniger Tag. Allerdings war es herbstlich kühl- so um die 10 Grad. Für Anni alles kein Hindernis - rein ins kürzärmelige Blüschen und los geht's ( ich habe da nur leise nachgefragt, ob sie nicht gerade Washington mit Florida verwechselt?)
Aber nach gutem, kleinen Hotelfrühstück ging es los. Diese Strecke zum St. Helens ist die, bei der man die ganze Katastrophe von 1980 sehen kann - oder besser das, was noch davon übrig ist. Hin und zurück 100 Meilen. Der untere Teil beginnt auch heute wieder lieblich und durch Wälder. Erst nach ca. 25 Meilen beginnt die "Blast Zone".
Als wir 1993 hier waren, sah das schon ein bisschen anders aus als heute. Damals begann man gerade damit, alles wieder aufzuforsten. Heute ist alles wieder dicht bewaldet. Als Vergleich: stellen Sie sich den Schwarzwald vor, der plötzlich kahl da stünde. Viele Hügel, alle bis oben hin voller Nadelbäume, in der Mitte ein Bach, Rindviecher, saftige Weiden und Idylle pur. Und plötzlich bricht da der doch seit 100 Jahren friedliche Vulkan einfach aus, reißt innerhalb Sekunden mit seiner mächtigen Druckwelle alles weg und nieder. Alle Bäume waren entweder weg oder es standen nur noch die nackten Stämme von uralten Bäumen da. Als nächstes platzte da mal eben 400 Meter Berg weg und da es sich bei St. Helen um einen pyroclastischen, also Aschevulkan, handelt, kam natürlich auch die "Welle" mit mehr als 400 Sachen den Hang herunter und begrub sämtliche Idylle unter meterdickem, bis 600 Grad heißen Asche-Staub-Fluss. Obwohl man eine Weile vorher wusste, das sich da was tat, sind noch an die 30 Menschen gestorben, meist Journalisten.
Heute sieht man davon nur noch den "Fluss" durch den die Welle krachte. Allerdings ist unser Berg momentan wieder unruhig. Und man sieht sehr schön, dass innerhalb des weggeplatzten Teils Rauchaktivitäten stattfinden. Ich möchte nicht da oben sein, sollte es mal wieder krachen. Da kommst`e nicht mehr weg.

Mittlerweile gibt es mehrere Aussichtspunkte, auch Heli-Flüge sind möglich. Die Strecke ist gut ausgebaut mit vielen Haltepunkten, an denen man richtig was sehen kann. Ich kann allerdings empfehlen, diese Tour lieber nach 14:00 Uhr zu machen. Wir hatten den ganzen Morgen Gegenlicht, was auch reizvoll, aber nicht gut zum Fotografieren ist.

Ich denke, die wichtigsten Stellen auf der ganzen Tour sind: 1.) Coldwater Ridge Visitor Center und 2.) Johnston Ridge Observatory.
An ersterem, ziemlich weit oben in der "Blast-Zone" gelegen, haben Sie einen guten Blick in den Krater und seine Qualmerei. Man steht auch oberhalb eines Bergsees, der sich nach der Katastrophe gebildet hat. Und man hat überhaupt einen sehr guten Überblick. Wir haben an dieser Stelle festgestellt, dass unser "Golden Eagle-Pass" zwar für den Karteninhaber galt, Anni musste aber trotzdem 6 Dollar bezahlen. War gut investiertes Geld.

Den Höhepunkt dieser Tour heute fanden wir aber erst am "Observatory". Von dort aus-vis-a-vis des Berges, wird alles gemessen und kontrolliert. Man kann sich den Seismographen, der die ganzen Erschütterungen aufzeichnet, als Tourist sogar ansehen, bzw. sogar mal simulieren, wie es wäre wenn. Musste Anni natürlich sofort ausprobieren. Muss sie wohl beeindruckt haben, sie war etwas blass um die Nase.....Ferner gab es dort ein 3D-Modell, wo die fürchterlichen Eruptionen von 1980 erklärt wurden. Natürlich ein Theater al la IMAX und viele Spielereien, Restaurants und Shops. Außerhalb des Observatoriums konnte man auf vorgezeichneten Wegen andere Blickwinkel zum St. Helen bekommen. Im übrigen war richtig was los auf der Strecke. Schon seit dem frühen Morgen sahen wir stapelweise Rentner auf Tour.

Alles in allem hat diese Tour bei sehr! gemütlichem Ablauf 7 Stunden bis zurück zu unserem letzten Quartier gedauert mit insgesamt 150 Meilen. Da es aber bis Portland zurück nur weitere 42 Meilen sind, haben wir es eben versucht, in die Richtung zu kommen. Gelandet sind wir in "Vancouver" - nein, nicht das in Kanada... Unterwegs "trafen" wir noch einen dieser endlosen Züge. Unserer hatte 3 Zugmaschinen und 122! Waggons und auf dem letzten stand das Dixi-Klo -echt! Wir haben uns nun überlegt, wir der/die Schaffner das wohl machen, wenn man mal dringend muss. Anni hatte die beste Idee: der, der muss steigt vorne aus und braucht nur zu warten bis der letzte Waggon vorbeikommt. Frauenlogik!

Das Wetter ist schlechter geworden und wir warten ab, was wir morgen machen. Entweder Portland City oder den "Oregon Trail", denn morgen abend sind wir ja zum Essen eingeladen....

27.09.2005 Besuch des "End-of-Oregon-Trails" Portland

heute morgen war erst mal das Wetter schlecht - sehr ungewohnt für uns. Nix strahlend blauer Himmel, sondern tief hängene Regenwolken. Infolgedessen beschlossen wir, nicht die Columbia-Gorge zu machen, sondern lieber diesen Oregon Trail.
Eine schlechte Idee. Nun denn, wenn jemand Vorfahren hat, die mit dem Trail nach hier gekommen sind, oder der wirklich ein stolzer Oreganer ist - ok. Ansonsten sind 7 Dollar pro Person rausgeschmissenes Geld. Die Anlage besteht aus 3 überdimensionalen Planwagen. Aber man kann nur in den ersten ein bisschen rein. Ansonsten wird man im vorgegebenen Rhythmus von einem Vortrag zum anderen Film gejagt.


Wir haben das beste draus gemacht, und da mittlerweile die Sonne wieder da ist, sind wir zum Einen einen Happen essen gegangen und zum Anderen haben wir ein  Nachmittagsschläfchen gemacht. Heute Abend sind wir ja zum Essen eingeladen. Und für uns ist es schon eine Art Premiere in einen amerikanischen Haushalt eingeladen zu werden. Wir freuen uns darauf.
Morgen geht es denn nun endgültig Richtung Yellowstone- Park. Laut Wetterbericht schneit es dort momentan und vielleicht kriegen wir, wenn wir in ein paar Tagen dort sind, ja satt Sonne und Schnee....

28.09.2005 Columbia River Gorge Tour mit Tagesstop in dem Ort " The Dalles"

unsere heutige Route:

Heute morgen fühlte ich mich endlich mal etwas ausgeschlafener. Ich habe es geschafft, wenigstens mal 5 Stunden hintereinander zu schlafen. Und schon habe ich wieder die "Hummeln im Po". Leider ist es draußen neblig, aber man sieht, das wird noch was. Gegen 9:00 Uhr sattelten wir unsere Hühner um loszufahren. Gestern haben wir noch darüber diskutiert, ob man den Columbia River nördlich von der "Washington-Seite" macht, oder südlich von der Oregon-Seite. Gemacht haben wir ihn dann heute von der Washington-Seite, weil es dort eine Nebenstrasse ohne viel Verkehr ist. War ganz gut so, weil man hier meist "oben" fuhr und den River unten besser sehen konnte. Schlecht war allerdings das Gegenlicht.
                
Auf die andere Seite gewechselt sind wir an der ersten Staustufe über eine derart abenteuerliche Brücke - die dann auch noch 1 Dollar Maut kostete- dass es allein aus diesem Grunde schon klasse war. Direkt dahinter liegt der Ort "Cascade Locks". Und von dort zurück nach Bonneville zum Damm sind es nur 1 Meile.

Gesehen haben MUSS man das da mal. Erstens gibt es dort eine "Hatchery", eine Lachsaufzucht-Station bis zum bitteren Ende - und das ist dann ca. 50 cm lang und ein paar Kilos schwer. Allerdings gibt es dort auch Becken, in dem Lachse bis 1 Meter Länge munter rumschwimmen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man die noch für den Verzehr züchtet, oder war da noch was mit der Brut? Grübel..... Ich fand es trotzdem interessant, weil hier nicht nur Lachse für den Verbrauch, sondern auch Lachse für die Natur gezüchtet und aufgezogen werden. Allerdings hätte es mich jetzt noch toll gefreut, wenn wir Lachse hätten springen sehen - die Jahres-Zeit passt ganz gut. Im in der Nähe liegenden Visitor-Center bemüht man sich ebenfalls um die Lachse und deren Schutz. Es wird den Menschen näher gebracht auch in Ausstellungen. Aber auch hier ist der Renner, dass groß und klein vor den Schaubecken standen, in denen man quasi "unterwasser" sehen kann, welchen Stress die Viecher haben um eine Stufe höher zu springen. Draußen befand sich dann auch eine künstlich angelegte, mehrstufige "Springanlage" für die Lachse. Aber leider hatte so keiner Bock von der untersten Stufe über die anderen dazwischen in das oberste Becken zu springen. Schade, aber trotzdem eine absolut sehenswerte Anlage. Hat nix an Eintritt gekostet!

Während es landschaftlich bis hierhin so ausgesehen hatte wie am Rhein - nur die Schlösser fehlten - veränderte sich die Landschaft plötzlich abrupt. Nix mehr Wald, Hügel, Riesen-See und grün so weit das Auge reicht, sondern Lava-Landschaft pur. Auf der einen Seite steile, bis an die Strasse reichende "Lava-Geröllfelder" mit goldfarbenem meterlangen Gras bedeckt und auf der anderen Seite regelrechte kompakte Platten aus Basalt und vielen herrlichen, natur belassenen Basaltsäulen- Rosen. Oder ganze Hänge knallvoll mit schwarzen Säulen. Das Land war rechts und links nur noch hellbraun bis schwarz und es sah gigantisch aus. Besonders bei dem Licht, das wir gerade hatten. Und das steht in keinem Reiseführer.....

In dem Ort "The Dallas" haben wir unsere Reise unterbrochen. Hier gibt es ein ebenfalls absolut empfehlenswertes Museum, in dem liebevoll die Zeiten der letzten 100 Jahre zusammengetragen wurden. Und es mutet schon lustig an, wenn das Dampfboot vom River, neben der Draisine der Landwirtschaft mit glücklichen Rindern steht. Es ist alles sehr, sehr liebevoll gestaltet. In anderen Räumen wird die Entstehungsgeschichte des Columbia Rivers erzählt, an anderer Stelle wieder über das Leben der Trapper und Fallensteller usw. Leider war meine persönliche "Batterie" leer und da ging nix mehr.

          

Wir sind dann hier in einem einheimischen Hotel gelandet namens" Cousin Country Inn" - Absolut empfehlenswert. Nettes Hotel mit einem Steakhaus dran, allerdings stehen vor der Türe noch glückliche Rinder und Schafe. Es erinnert mich ein bisschen an ein Steakhaus in Amarillo, Texas, das auch liebevoll touristisch aufgeputzt war und wo sowohl das Nächtigen als auch das Essen Klasse war.  Wir gehen dort nachher essen. Und ich werde sie an meiner Begeisterung teilhaben lassen - garantiert. Übrigens verfügt unser Motel über einen Pool, einen Fitnessraum, Tennisplatz und sogar HighSpeed-Internet-Anschluss. Super. Und den Preis haben wir von 79 Dollar auf 59 Dollar drücken können. Das ist o. k.
                                                                               

Wir überlegen, ob wir morgen noch hier bleiben sollen und noch mal ein Stück auf der "Washingtoner Seite" als Tagestrip in diesem herrlichen Fleckchen Erde machen sollen. Alles hängt vom Wetter ab und einen Tag früher oder später in Yellowstone ist nicht sooo wichtig.

29.09.2005  Fahrt bis nach Spokane auf dem Weg nach Yellowstone

unsere heutige Route:           

Wie bereits gestern "angedroht", als erstes ein Auszug unseres dörflichen Abendessens: Es gibt eine feine Unterteilung in 2 Bereiche - die Bar mit Tischen zum Essen-und da sassen nur Männer. Und das Lokal mit den Tischen und Bänken wie in jedem Restaurant. Bedient wurden wir von zwei gewichtigen Damen in langer Schürze, im Rücken über Kreuz gebunden, einem Plissee-Röckchen und weißen Socken in Gesundheits-Latschen. Alles sehr bürgerlich.

Das übliche Wasser wurde in Einmachgläsern auf den Tisch gestellt und wir trauten uns kaum zu fragen, ob wir vielleicht ein Bier haben könnten? Aber das Essen - einmalig. Ich habe NICHT das Steak gegessen, das ich wollte, nein ich habe hervorragende Rinderleber mit Zwiebeln gegessen. Dazu Kartoffelpüree - wie bei Muttern. Anni hat Lachs gegessen, der mittags wahrscheinlich noch in unserer "Hatchery" im Becken schwamm. Wir waren beide piepesatt - zumal Anni fast die Hälfte von mir noch mitessen durfte....Bezahlt haben wir in einem Tante-Emma-Laden. Die Dame an der Kasse hatte eine weiße Schürze an. Die Chefin allerdings fragte uns, wo wir herkämen. Ihr Sohn sei seit 2 Jahren in Zweibrücken....jaja, man wird halt überall verstanden......Was ich nicht verstanden habe ist, warum mitten im Lokal ein originaler Trecker stand......grübel....
                    

Heute morgen schien erst mal wieder die Sonne, aber am Himmel deutete sich schon Wetter-Ungemach an. Wir also zack zack gepackt, ausgecheckt, zum nächsten Supermarkt gefahren, für 50 cent einen großen Becher Kaffee und für 2,99 ein Riesen-Sandwich gekauft - für jeden natürlich -auf die Schnelle gefrühstückt und ab. Die Sonne stand traumhaft auf der "Washington-Seite" und so sind wir rüber über die Brücke und einfach ein Stück zurückgefahren. Traumhaft - nicht nur das Wetter zu dieser Zeit sondern auch die Landschaft. Und da wir beide Natur-Freaks sind, konnten wir mal wieder nicht genug kriegen. Anni macht gerade ein paar Bilder "fertig", obwohl man diese ganze Landschaft mit ihren bizarren Lavaformen überhaupt nicht so rüberbringen kann. Ca. 20 Meilen sind wir so gefahren bis Bingen! und haben dort gedreht. Es war uns wichtig, noch eine Weile auf dieser Seite des Rivers bleiben zu können vor dem großen Regen. Sicherlich ist und war auch auf der anderen, der "Oregon-Seite", die Landschaft großartig. Aber hier sah man wiederum von oben auf diesen mächtigen Columbia-River, der stellenweise doppelt so breit ist wie unser Rhein.

In "Biggs" verliessen wir den Columbia-River und fuhren via Goldendale wiederum durch eine einzigartige Landschaft bis nach Toppenish. Diese Landschaft dort führt durch Indianergebiet, wobei ich das erst in Toppenish gemerkt habe, weil da so viele liebenswürdige Apachen rumliefen, oder waren es Komantschen? Toppenish zeichnet sich im übrigen durch seine vielen Wall-/Wandmalereien in den Strassen aus. Und Anni kurvte ziemlich rum um möglichst viele ausgefallene Bilder zu finden.

Ich hätte gerne länger die Strecke durch das Indianergebiet genossen. Landschaftlich völlig ungewöhnlich. Sehr, sehr hügelig, aber vollkommen kahl. Sah aus wie eine riesige Karst-Landschaft in Europa. Und plötzlich war das ein Bach, viele Bäume drum herum und diese Hecken, deren Namen ich nicht weiss, aber die dermaßen rot sind in ihrer jetzigen Farbe - es ist eine Augenweide nur rot zu sehen! Leider, leider war der Himmel schon so zu und es regnete ein bisschen, dass eine vernünftige Aufnahme unmöglich war. Und halbe Sachen mag ich nicht.

Die Fahrt ging weiter Richtung Spokane und auch hier änderte sich die Landschaft wieder. Endlose Felder für Rinder, bzw. Getreide. Bereits bearbeitete Felder in braun, auf denen es schon wieder grün schimmerte - was auch immer da angepflanzt wurde. Das bombastischste aber wieder war die Größe. Ich weis nicht, ob es 20 oder 30 Fußballfelder groß war, aber nicht schnurgerade, sondern hügelig. Was müssen die für Maschinen haben, mit denen man "um die Ecke" pflügt....

Gegen 16:30 sind wir dann in Spokane eingetrudelt und haben eigentlich das nächst beste Hotel genommen - ein Days Inn. Seine Flughafennähe macht es möglich, sogar morgens ab 4! Uhr zu frühstücken. Das ist für uns allerdings mitten in der Nacht.......

Morgen geht es weiter nach Yellowstone und dann hoffen wir nur, dass das Wetter wieder sonnig ist. Und hiermit endet die 4. Woche.

 


Beginn der 5. Woche!
 

30.09.2005  Fahrt in Richtung Yellowstone mit Stopp in Butte

unsere heutige Route:       

Heute war ein reinrassiger Fahrtag und das bedeutet für Sie wenig Neues und wenig Bilder. Aber dennoch war es ein interessanter Tag.
Heute morgen wusste der Tag wohl auch noch nicht so richtig, zu welchem Wetter er sich entschließen sollte. Jedenfalls um 9:00 war noch alles drin. Und während wir gut gefrühstückt haben und uns auf die Socken machten, blieb immer noch alles drin. Die Stadt Spokane haben wir durchfahren und danach erwartete uns erst mal nix - nur Strasse. Und auf einmal waren wir in Idaho - das ging so flott, dass wir das nicht mal richtig mitgekriegt haben. Und was soll ich Ihnen sagen, es schüttete aus allen Eimern. Wir aber tapfer durch den Regen ins Welcome Center. Diese Welcome-Center liegen immer an der Autobahn, meist kurz nach einem "Landeswechsel" und dort bekommt man alles an Material, was man so braucht oder auch nicht. Und immer eine freundliche Beratung der Damen dort über "what to do & what to see". Unsere schilderte uns mit Begeisterung alle Vorzüge von Idaho und was man unbedingt gesehen haben sollte. Immer und immer mehr Karten (u.a.State-Map) kramte sie heraus und nachdem sie wusste, dass wir deutsche Touristen waren - auch sie ist mal in Düsseldorf gewesen - überschüttete sie uns förmlich mit Informationen.
Eigentlich wollten wir nur eine Straßenkarte für die Durchfahrt. Uns selbst bei bestem Wollen - draußen schüttete es aus Eimern.....

Unser nächster Stopp war dann schon in Montana - 3 Bundesstaaten an einem Tag -wow! Da uns aufgefallen war, dass an jeder Tankstelle mit "Casino" geworben wurde und wir sowieso Mittag machen wollten, sind wir in St. Regis runter von der Autobahn und rein ins Paradies. Das Paradies des Casinos entpuppte sich als klitzekleine Räumlichkeit mit ein paar Spielautomaten. Aber das Essen war gut dort. Ich wollte zwar nur 2 Scheiben Toast mit Schinken und Käse haben, bekam dann aber auch noch richtige Pommes wie bei uns. Leider esse ich die nicht und Anni kriegte sie auch nicht mehr rein. Sie meinte, unbedingt Nudeln essen zu müssen und das meinte sie schon 2 Stunden lang. So war ich froh, dass auf der Speisekarte tatsächlich "Italian Meatloaf" stand. Mann, der Klops war riesig und dazu auch noch richtige Spagettis. Manchmal wundere ich mich, wie sie das alles reinkriegt. Nach diesem opulenten Mahl mussten wir uns noch ein bisschen die Beine vertreten und das taten wir im angrenzenden Riesen- Souvenirladen. Und dann stand doch auch so ein Elch einfach rum......

Die Weiterfahrt - immer noch im strömenden Regen - entpuppte sich wieder als eine tolle Strecke, die im Sonnenschein bei uns wieder Freudenstürme ausgelöst hätte. Die Landschaft ein bisschen wie gestern. Dazwischen aber ein dicker breiter Creek und da ringsherum unzählbare Laubbäume. Die wiederum hatten auch schon ihr Herbstkleid an und erfreuten die Augen mit Farben vom tiefen Ocker über Orangegelb bis hin zum knatschgelb. Bei einer Menge Bäume waren die Kronen noch grün und dieser gelbgrüne Mischmasch an Farben - herrlich. Eigentlich wollten wir ja dieses Jahr den "Indian Summer" im Osten des Landes gemacht haben. Aber bei Preisen von über 100 Dollar für ein Motel6 beschlich mich schon so etwas wie der Ausdruck "Nepp". Hier bin ich jetzt ebenso hochzufrieden und ich hoffe, dass es uns noch gelingt, ein paar anständige Fotos dieser Augenweide als Sonnenfotos nachzuliefern.

Nach 330 Meilen = über 500 Kilometer, haben wir in "Butte" Schluss gemacht. Der Regen hat viel Zeit gekostet und wir waren es auch beide satt weiterzufahren. Nun nächtigen wir in einem der ganz neuen Motel6, mit Internetanschluss und allem pipapo. Nun ja, der Internetanschluss funktioniert nicht und das Telefon ist dauernd besetzt. Also werden wir morgen früh ins nächste Days Inn oder Best Western fahren und dort via WiFi die Berichte nachliefern, in dem wir uns bei denen ins Foyer setzen.. Im übrigen ist hier die Zeit eine Stunde weiter. Es trennen uns im Moment nur noch 8 Stunden nach Deutschland.
                                                                              

Morgen geht es endgültig zum Yellowstone und wir hoffen natürlich, dass das Wetter wieder besser wird.......

01.10.2005 Butte bis Yellowstone

unsere heutige Route: 

What a Day - eine Stunde (Mountain Time) früher aufstehen, ein bisschen klarer Himmel, kein Frühstück, "Butte"-Altstadt heimgesucht, versucht Kupfer-Bergwerk gucken zu können, Weiterreise auf einer Traum-Nebenstrasse bis vor die Tore von West-Yellowstone, auf Anhieb in "West-Yello" ein auch preislich zufriedenstellendes Hotel gefunden und dann immer noch bei ein bisschen Sonne flott in den Park. Und nun sind wir beide platt.

Aber der Reihe nach: unser Schlafort "Butte" hat einen riesigen Kupfer-Abbau-Platz und wir dachten, wir könnten den noch auf die Schnelle mitnehmen. Die Altstadt "Uppertown" ist ein typisches Arbeiterviertel mit alten eckigen Häusern und einer Menge alter, schwarzer Bohrtürme. An die Mine kamen wir nicht mehr heran, da das Visitor-Center seit heute 1.10. geschlossen hat. Der Musterstollen war demzufolge auch geschlossen - schade.

Wir also weiter. Ursprünglich wollten wir auf der I-90 bis Bozeman fahren und dort dann auf der Rennstrecke nach West-Yello runter. Gottseidank haben wir uns dann anders entschieden und sind wiederum auf eine Traumstrecke gestoßen. Irgendwie war mir nicht so richtig bewusst, dass wir in Montana sind - und der Schlager " in Montana, in den Bergen...." trifft voll zu. Es ist mir schon fast peinlich, wieder sagen zu müssen, die Natur in diesem Land ist einmalig - wenn man sich dafür interessiert. Sanfte Hügel, Rinderzucht (ich habe hier schon mehr Rinder gesehen als in ganz Texas zusammen), dann wieder Landwirtschaft oder einfach gar nichts - nur Land bis zum Horizont. Mitten drin dann urplötzlich ein Städtchen namens "Ennis". Nicht nur, dass auch hier die Zeit stehen geblieben ist, nein, hier war alles Cowboy pur. Loghomes als Motels, eine Wildwest-Hauptstrasse, der obligatorische Saloon und viele, viele Holzhäuser wie im Film.

Die Weiterfahrt war wie die Fahrt bis dahin, wenn da nicht plötzlich die Erde abgesackt wäre und dafür ein riesiger Creek das neue Tal durchschnitt. Stellen Sie sich vor, die Hauptstrasse sackt in der Mitte um 100 Meter ab und sie finden sich auf der unteren Ebene wieder. Tolle Gegend, die da plötzlich entstanden ist. Ein Stückchen weiter fand sich dann auch eine Erklärung -"Earthquake-Area" mit einem Earth-Quake-Lake. Hunderte tote Bäume standen da noch im Wasser. Weiter hinten durch, war der See gestaut und zu einem ausgewachsenen See namens Hebgen-Lake aufgestaut. Und dahinter war schon West-Yellowstone.

Das Wetter war immer noch stellenweise sonnig und so buchten wir flott unser Hotel -"Brandin Iron Motel" für 71 Dollar und das für einen Samstag. Allerdings ist hier auch keine tolle Saison mehr. Nett fand ich, dass im Zimmer auf jedem Bett ein Beutelchen lag mit der Notration: Kaugummi, Nussriegel, Shampoo, Schmerztablette, Zahnpasta, Cornflakes.......
Danach fuhren wir umgehend zum Park. Wenigstens das für uns wichtigste wollten wir noch im Sonnenschein gucken und fotografieren. Und das haben wir dann auch gemacht. Sogar bis zum "Old Faithfull-Geyser" sind wir noch durchgefahren, aber dann ging bei uns beiden nix mehr.
Ein paar Bilder zur Einstimmung macht Anni noch für diesen Bericht fertig. Der Rest und all das andere aus und über den Park schreibe ich morgen.

Wir haben heute schon so viele Bilder gemacht und morgen werden es bestimmt auch noch ne Menge, dass wir beschlossen haben, nur wenige in den Bericht zu stellen. Aber weitere finden Sie in unserem "Foto-Album".

Hoffen wir, dass das Wetter morgen einigermaßen bleibt.......

02.10.2005 Yellowstone Park mit Weiterfahrt über Grand Teton nach Jackson Hole

unsere heutige Route:

Heute morgen gegen 5:00 Uhr wurde ich vom Wasserplätschern aus der Regenrinne vor dem Hotelzimmer wach. Na Mahlzeit dachte ich -Regen, drehte mich um und schlief weiter. Gegen 7:00 Uhr stand ich dann auf und mein erster Blick ging nach draußen und ich dachte ich bin im falschen Film: Draußen schneite es wie Teufel, und auf den Autos lag schon eine Schneeschicht von gut 5 Zentimeter.
Eigentlich hatten wir uns ja Schnee gewünscht, allerdings mit Sonne. Irgendwas habe ich da dem Wettergott falsch übermittelt. Nun hatten wir den Palaver und die bange Frage lautete: kommen wir mit unseren Sommerreifen durch den Park, der immerhin bis 2.700 Meter hoch ist. Aber alles ging gut und das Abenteuer konnte beginnen.

Zum Park selbst möchte ich folgendes in komprimierter Form sagen: der Yellowstone Park ist der älteste Park und neben dem Grand Canyon auch der größte mit ca. 10.000 qkm. Er liegt zu 90 % in Wyoming und der Rest in Idaho und Montana. Er hat Geysire verschiedener Formen, heiße Quellen, Schlammteiche und einen riesigen See. Ebenso eine tolle Sinterterrasse im Norden. Dazu eine ungeheure Tier-Artenvielfalt vom Grizzley bis zum Kolkraben. Aber auch Wölfe sind dort und natürlich Bisons und Elche, aber auch ganz normales Rotwild. Dazu Wald bis zum Abwinken, der auch die Brandkatastrophe vor guten 10 Jahren gerade übersteht und viel Jungwald hat. Der Park hat mehrere Zugänge und der Rundweg durch den gesamten Park ist so eine Art "8". Alle wirklichen Sehenswürdigkeiten liegen auch dort - einschließlich der legendären "Old Faithfull Inn". Diese Tour ist gute 220 Kilometer lang und man braucht mehr als nur einen Tag, um wenigstens das Nötigste zu sehen.

Wir waren schon zweimal in Yellowstone und dieses mal wollten wir uns nur auf das konzentrieren, was wir wirklich sehen wollten - die drei Basin-Stufen und den Rundweg über das Village, weil man da noch an tollen Blubberlöchern direkt am See vorbeikommt. Und außerdem sehr viele Tiere zu sehen sind. Gestern hat das toll geklappt, da die Sonne schien und dann die Geysire ihren besonderen Reiz haben. Der gute alte "Old Faithfull" hat auch pünktlich seine Pflicht erledigt und 2 Minuten lang in die Luft gespuckt. Allerdings wirkte er gestern etwas alt auf mich, nicht so spritzig wie in früheren Jahren. Die Old Faithfull Inn konnten wir leider nicht besuchen - dort wird mächtig umgebaut. Und die zugängliche Lodge ist halt nicht diese Klasse.

Nun ja, heute morgen wurde die Tour dann ein bisschen anders. Die dicken Jacken an, die Wanderschuhe, die Ohrenschützer und los ging es. Alles in allem klappte es recht gut, auch wenn auf manchen Pässen der Schnee dann doch lag. Anni wollte unbedingt ihren Grizzly oder wenigstens nen Bären fotografieren- aber außer "Huckleberry, Blueberry und Blackberry" kein "Bear", dafür jede Menge Bisons. Ich denke, die vielen Fotos - auch wenn sie heute nicht sonnig sind - erzählen ihre eigene Geschichte von der Schönheit dieses Parks. Leider ist jetzt im Oktober vieles geschlossen, auch die Visitor Center und es macht sicher Sinn, eine Besichtigungstour spätestens im September beendet zu haben.


Irgendwann nach 14:30 Uhr haben wir uns auf den Weg gemacht, via Grand Teton nach Jackson (Hole) weiterzufahren. Und -ein Wunder, im Grand Teton lag so gut wie kein Schnee und die Sonne versuchte krampfhaft sich gegen die schwarzen, tief hängenden Wolken durchzusetzen. Und einige Male ist ihr das auch gelungen. Für uns ein Glücksfall, denn nun kamen die riesigen Birkenwälder, die meist in tiefstem gelb leuchteten, voll zur Geltung. Der Teton hat ja nun mal den Nachteil, dass er wunderschön für z.B. Wanderer ist, aber gegen Yellowstone halt nicht so mithalten kann. Heute schon. Hat mir toll gefallen.

Gelandet sind wir in Jackson (Hole). Ebenfalls ein Cowboystädtchen, aber mit funktionierender Infrastruktur zum Skilaufen und Liften und dem ganzen Drumherum. Und so sind dann auch die Preise. Unser Super 8 kostete doch glatt 62 Dollar plus Tax. Und das war schon unter Brüdern. Die Preis-Krone setzte sich allerdings eine hübsche Cowboybar auf, die für 2 kleine Flaschen-Bierchen 8 Dollar und für 2 Hamburger 18 Dollar, also 26 Dollar für Essen und Trinken für den hohlen Zahn verlangte. Aber wir waren so ausgehungert, dass wir nicht erst ein anderes Restaurant suchen wollten. Aber hübsch war es da, man saß auf echten Pferdesätteln an der Bar. Haben wir natürlich getestet......

Für diese Woche ist hier Regen angesagt und so werden wir morgen schleunigst das Weite suchen - Richtung Colorado/Utah. Morgen wollen wir wiederholt einen tollen Dinosaurier-Park besuchen, wo einem noch riesige Fossilien-Fundstücke aus diesem Grabungs-Gebiet präsentiert werden und man sich wenigstens ein bisschen vorstellen kann, wie es wirklich war - außerhalb von Jurassic Park.......

03.10.2005  Fahrt zum "Craters of the Moon" mit Übernachtung in Pocatello

unsere heutige Route:

Als ich heute morgen aus dem Fenster schaute, dachte ich, ich bin schon wieder im falschen Film: auch hier Schneegestöber und das wohl schon eine ganze Weile, weil das Auto wieder dick voll Schnee war. Tja, da war guter Rat teuer. Jackson liegt auf ca. 2.000 Meter und Vernal unser eigentliches Ziel auf ca. 1.800 Meter. Keine guten Aussichten, dem Schnee zu entgehen, zumal der Wetterkanal dauernd Karten zeigte von einer Kaltfront die runter bis Salt Lake City ging. Bis nach dem relativ guten Hotelfrühstück klarte es sich ein bisschen auf, aber es war bitterkalt. Die von uns ausgesuchte Route 191 war zudem noch eine Nebenstrasse mit Pass. Trotzdem wollten wir es riskieren, die Tour durchzuziehen. Und dann - eigentlich ganz spontan haben wir umgeplant.
Eine der kleinen aber feinen "Diamanten" und von riesigen Touristenströmen meist verschont ist das "Craters of the Moon" National-Monument. Es liegt in Idaho und ist eigentlich gut zu erreichen von Süden aus Salt Lake City über Twin Falls und vom z.B. Yellowstone-Park aus via Idaho-Falls. Aber halt nur interessant für Reisende, die sich für Vulkanismus interessieren. Wir gehören dazu und wir waren vor Jahren auch schon mal dort. Einfach bizarr die Gegend dort und für uns jederzeit eine Reise wert.

Aber der Reihe nach: im strömenden Regen-/Schneeschauergestöber machen wir uns auf den Weg. Es ist bitterkalt. Und es tut gut, ganz spontan, die Kälte zu verlassen, um wieder in lieblichere Gefilde zu düsen. Wir haben einfach die "26" genommen, am Snake River entlang Richtung Idaho-Falls. Unserem Wettergott schien das zu gefallen, denn er schickte uns nach kurzer Zeit Sonne, die sich durch den Nebel kämpfte. Wiederum eine tolle, unerwartet schöne Gegend, und wiederum gesäumt von schwarzstämmigen Erlen am, neben und in der Nähe des Rivers, der selbst schon eine Augenweide war. Uns störte nicht, dass es immer noch recht frisch war, wir hatten wieder was zu gucken...
           

In Idaho Falls erwartete uns schon die Sonne und milde Luft und mindestens 200 Gänse. Die waren gerade im Landeanflug auf den River. Und die meisten saßen dann wie auf der Hühnerleiter am Rand des Wassers, bevor dieses in einem sanften Wasserfall eine Etage tiefer lief. Irre sah das aus und es waren noch eine Menge Gänse mehr auf dem Weg, nur der Platz wurde etwas knapp. Und zu allem schien die Sonne! Da die Motels genau gegenüber dieses Schauspiels lagen, überlegten wir kurz, den Tag zu beenden und hier zuzugucken. Sieht man ja nicht alle Tage, dass Gänse einen Zwischenstopp einlegen....

Letztendlich entschieden wir uns dann doch, zum Crater weiterzufahren. Das Wetter klarte auf und es sah wiederum irre aus, die tief hängenden Wolken vor den Bergen in einer Landschaft, platt wie ein Boden und nur von Vulkanbergen umgeben, kleinen Vulkankegeln und sonst nur Vulkanwüste mit Spinifex-Gras, das einem zwischendurch dramatisch vors Auto rollte, wie im besten Western-Film. Und natürlich lief hier neben der wirklich schnurgeraden Strasse nur noch der Oregon-Trail entlang.... Während am Anfang der Tour noch Landwirtschaft und Viehzucht stand  mit Kühen, Pferden und Longhorn-Rindern und eigenartigen Scheunen wie man sie aus Skandinavien/Island kennt, halb eingegraben, halb draußen, waren die nächsten 50 Meilen - wie schon gesagt - nur Vulkanlandschaft.


Aber richtig los ging es, als wir endlich angekommen waren. Erstens war es ab sofort sonnig und zweitens waren wir fast mutterseelenallein in dem Park. Er sieht ein bisschen aus, als wären sie auf Sizilien und auf dem Ätna ganz oben drauf. Sie sehen 2.000-15.000 Jahre alte Lavaströme, Kegel, ehemalige bunte Krater. Und das ganze gut erschlossen auf einer 7 Meilen langen Rundtour. Natürlich mit Fuß-Strecken und einem Besuch in einer Lava-Röhre. Eine bizarre Landschaft, einerseits mit schwarzen und bunten Kegeln, andererseits mit Brockenlava und Fliess-Lava. Dazwischen übrig gebliebene Dome. Ein Teil der "Gegend" war schon wieder mit Bäumen bewachsen. Muss toll sein im Frühjahr, wenn die Wildblumen blühen. Uns war es so auch recht - zumal die Sonne wie auf Kommando schien, als wir unsere Tour begannen. Im Grunde ist dieses Gebiet einmalig, weil es so leicht zu erkunden und erforschen ist, andererseits nur die wunderschöne Fortsetzung der ganzen Ebene mit ihren Vulkanbergen drum herum. Zeit sollte man auf jeden Fall mitbringen. Ist aber in einem Tag zu schaffen, wenn man anschließend auf der guten ausgebauten Strecke dran "zieht". Es darf 65 mph gefahren werden. Mit dem erweiterten Eagle Pass war der Eintritt kostenlos. Sonst kostet es um die 3 Dollar. Das Visitor-Center ist ganzjährig geöffnet, der Zugang halt wie das Wetter ist.




Wir fuhren am frühen Nachmittag weiter Richtung "Pocatello" und dort nächtigen wir wiederum in einem Super 8 Motel mit Gutschein für 49 Dollar plus Tax und mit High Speed. Morgen werden wir bis Ogden fahren, liegt vor den Toren von Salt Lake City und einen Faulenzertag machen. Laut Wetterbericht ist ab Mittwoch wieder Sonne angesagt. Bis dahin sind wir dann via Interstate in Vernal angekommen.

04.10.2005 Weiterfahrt nach Green River in Utah

unsere heutige Route:

Der tägliche morgendliche Blick aus dem Fenster wie wohl heute das Wetter ist, gehört mittlerweile zum Standard. Nein, heute morgen hat es nur aus Eimern geregnet und es war sehr kalt. Wir haben dann mal wieder umgeplant.
Aber erst muss ich noch von dem vorzüglichen Frühstück im Super 8 in Pocatello berichten. Ich habe mich immer gefragt, wie lange es dauert, bis irgendein Hotel mal mit den obligatorischen Frühstückseiern anfängt. Gut, hart gekochte Eier gehören dieses Jahr fast zum Frühstücks-Standard - aber Omelette mit Käse war neu! Und sooo simpel. Ein bereits vorgebratenes Omelette mit Chester-Käse belegt, zusammengefaltet und eingefroren. Dann braucht man nur noch eine Microwelle und schon ist die Eierspeise fertig. Anni hat aus lauter Freude 2 Omelettes verdrückt. Ich habe das mal wieder zu spät kapiert, ich hatte mich schon auf Toast mit Philadelphia eingeschossen.

Was unsere Umplanerei angeht: Ziel war ja erst mal Ogden - 100 Meilen weiter südlich und dann dort ausruhen. Aber bei dem Regen und der Kälte macht  ein Hotelzimmer auch nicht glücklich. Wir haben hin und her überlegt, ob wir unseren Dinosaurier-Trip in der Nähe von Vernal durchziehen oder fallen lassen zugunsten südlichem Utah und Wärme und Sonne. Auslöser für diese Gedanken war auch ein Foto auf einer Stammtisch-Seite mit Volker und Freunden, das ich heute morgen im Internet sah  - 4 junge Männer, die an einem Hummer-Allrad lehnten in kurzen Hosen und T-Shirt. Da kam Neid auf :-))
Die komplette Dinosaurier-Route ist gute 300 Meilen lang und wir wollten nur einen Teil herauspicken - eigentlich Quatsch, zumal wir genau diesen Anschnitt schon mal besucht haben. Da das Wetter immer schlechter, kälter, nebliger und mit Schneegestöber daherkam, haben wir dann beschlossen, tatsächlich einen anderen Weg zu nehmen - den nach Green River in Utah.
Unterwegs hatten wir schlechtes Wetter, aber trotzdem war die Landschaft schön. Anders als im Norden waren hier plötzlich Steinberge bis an die Strasse, schwarz, drohend und teilweise von Wolken umhüllt. Phantastisch anzusehen, aber zu nass für ein Foto. Stellenweise sah es aus, als wären diese Steinbrocken riesige Kohlenberge, zumal auch eine Eisenbahn mit Kohlewaggons an uns vorbeifuhr. In Provo - einem sehr reich aussehenden Städtchen - überfiel uns der Hunger und wir haben beschlossen, den nächsten Chinesen heimzusuchen, wenn dann einer kommt mit Riesen-Büffet für 6 Dollar. Kaum zu glauben - er kam. 5.99 Dollar pro Person und jede Menge Essens-Auswahl zum richtig satt werden.

Auf der Weiterfahrt nach Green River erinnerten wir uns wieder daran, dass es ca 70 Meilen entfernt die Stadt "Price" gibt mit einem hervorragenden Museum für Prähistorik - in diesem Fall in erster Linie Dinosaurier. Und kaum kamen wir aus dem Gebirge, die Stadt Price vor den Augen, da schien wieder die Sonne - herrlich. Unser Besuch im Museum war kostenlos! Und er lohnt sich wirklich, weil in dieser Gegend eben viele Dinosaurier-Ausgrabungen stattfinden und riesige Sammlungen in verschiedenen Städten vorhanden sind. Wir dachten uns, dieser wiederholte Besuch ist mehr als Ersatz für den nun nicht mehr stattfindenden Besuch von Vernal.


Auf der weiteren Fahrt nach Green River - SONNE satt! Natürlich kommt man hier in eine ganz andere Gegend als in den letzten Tagen, aber ebenso schön - auch wenn wir bis jetzt noch nicht einen einzigen roten Felsen gesehen haben! Unser Motel 6 kannten wir noch vom vergangenen Jahr und so hatten wir auch ausgiebig Zeit, mal wieder Klamottenwechsel vornehmen zu können - sprich alles raus aus dem Auto, umpacken, einpacken, wegpacken und alles wieder rein ins Auto.

Da wir sicher sind, dass wir morgen wieder warmes, sonniges Wetter haben, werden wir unser Quartier voraussichtlich ins 50 Meilen entfernte "Moab" verlegen und dann schaun wir mal, was wir so alles erkunden - z.B. den Arches und Canyonlands.....

05.10.2005 Fahrt entlang dem Colorado Valley nach Moab

unsere heutige Route:   

Richtig schön ausgeschlafen wachten wir gegen 8:00 morgens auf. Kein Auto, kein Zug, kein lauter Nachbar und kein warmlaufendes Auto störte unseren Schönheitsschlaf. Herrlich. Und die Sonne strahlte vom blauen Himmel - was will man mehr?
Wir packten und machten uns auf die Socken zu einem ausgiebigen Trucker-Frühstück. Da wir letztes Jahr schon fast eine Woche unser "Hauptquartier" in Green River hatten, war es eigentlich auch nicht verwunderlich, dass die Kellnerin Anni wieder erkannte. Ach, die Girls aus Germany - erkennt ihr mich denn auch wieder? Ich habe mir die Haare ein bisschen gefärbt, schließlich bin ich 27 Jahre verheiratet und muss meinem Mann ja auch mal wieder was Neues bieten... Wir schmunzelten und bestätigten, auch sie wieder erkannt zu haben. Und ab da schwänzelte sie permanent um uns herum wie eine Glucke und las uns auch Wünsche von den Augen ab, die wir nicht hatten. So ne nette Person trifft man auch nicht alle Tage in den USA. Das Frühstück war übrigens vom Feinsten und preiswert auch noch - halt Trucker-Kost und Menge.
                          
Zu Green River möchte ich noch folgendes sagen: es ist ein Straßendorf, liegt an der I-70, hat 6 große Klassiker-Hotels und ein paar Einheimische. Dazu eben diesen großen Trucker-Platz zum Tanken, Essen, Schlafen. Die Übernachtung kostet hier ein vielfaches weniger als in Moab und ist von dort nur 50 Meilen entfernt. Hier findet keine Abzocke statt, sondern noch Herzlichkeit. Und dieser Platz eignet sich hervorragend für Tagestouren in die Gegend.

Wir machten uns also froh gelaunt nach diesem hervorragenden Frühstück auf den Weg nach Moab. Die klassische Tour führt 20 Meilen über die I-70 und geht dann als Rennstrecke weitere 30 Meilen runter zum Arches und Canyonlands und Moab. Wir wollten aber genau so nicht fahren und hatten uns entschieden, ein Stück weiterzufahren über die I-70 bis nach Cisco (Abfahrt 204) und dann auf der 128 - scenic by way - die 43 Meilen nach Moab zu fahren.
                   
Tolle Idee! Aus der Hoch-Ebene ging die Strasse unmerklich immer tiefer. Die Berge rückten immer näher und wurden höher. Und plötzlich war der Colorado links von uns. Umsäumt von grünen Bäumen, lehmgelb, voll und sehr schnell fließend. Während ich noch überrascht guckte, da sonst der Colorado ne mittlere Pfütze ist, sah ich aber auch schon den Grund. Es muss vor ein paar Tagen hier höllisch geregnet haben. Selbst die Strassen waren überflutet gewesen, allerdings schon wieder geräumt von dem ganzen Sand und Geröll. Aber überall standen noch große Pfützen und die Berge ringsrum wirkten merklich dunkler, roter und nasser als sonst. Weiter ging die Fahrt und dann war da nur noch links hohe, rote Wand, ne schmale Strasse, ein reißender Fluss und rechts wieder roter Fels. Und dazu der Sonnenschein-herrlich. So ging das eine ganze Weile, dann wurde das Tal wieder weit, es gab sogar Landwirtschaft und zwei Lodges.

Dann wiederum gab es an einer Stelle Wildwasser-Rafting und ein paar Mutige schrieen schon vor Freude?, bevor sie überhaupt im Wasser waren. Und dann kam eine neuer Hammer: eine Abzweigung zu "Fishers Towers". Eine rote-Sand-Schotter-mit Steinen-und lauter Querrillen-Strasse. Ich habe noch überlegt, ob ich überhaupt in diese Pampas fahre, weil der Weg nach diesem Regen noch matschig sein konnte. Aber ich konnte der Versuchung nicht widerstehen - ein toller Entschluss. Sollten Sie jemals unsere heutige Route nachfahren - lassen Sie bloß nicht diesen Abzweig aus! So was von Landschaft - grandios.
Aber mir fahlen da auch schon wieder die Worte - es war einfach rot, vom Sand, über die Felsen, bis zu den nassen Pfützen - nur das Klohäuschen war braun-gelb und ich war froh, dass es da war...Auf die Utahner und ihre Hygiene ist eben Verlass!

Weiter ging die Fahrt, den River entlang bis zur nächsten Abzweigung - Castle Valley!. Auch diese empfehle ich. Sie ist asphaltiert und lohnt ganz toll 5-6 Meilen lang und dann das Stück wieder zurück - was soll ich sagen: Klasse! - ein bisschen vergleichbar mit Monument Valley!  Ich wundere mich eigentlich immer, dass die ausländischen Touristen hier so selten fahren. "Koscht nix" und steht Arches, Canyonlands oder auch Capitol Reef in nichts nach. Aber mir war es recht, so konnten wir überall auf der rechten Seite halten und tolle Photos schießen.

Für die 43 Meilen vom Abzweig Cisco bis nach Moab haben wir letztendlich fast 5 Stunden gebraucht. Und wir wollten danach weder Arches noch Canyonlands mehr sehen. Das holen wir in den nächsten Tagen nach. Wir sind wieder hierher nach Green River gefahren und bleiben auch noch 2 Tage/Nächte. Morgen werden wir uns erst mal das wunderbare, malerische "San Rafael Reef" vornehmen und ins Hinterland fahren. Mal sehen, welche Begeisterungsstürme morgen wieder bei mir ausbrechen.......
 

06.10.2005 Canyonlands und Arches Nationalparks

unsere heutige Route:

Ganz gemütlich sind wir heute morgen - im strahlenden Sonnenschein - frühstücken gefahren. Dann haben wir getankt und gegen 10:00 Uhr sind wir dann noch schnell im Visitor-Center vorbeigehuscht. Und dann kam alles wieder ganz anders!
Anni fand wieder einen Dinosaurier-Ausgrabungsplatz unter all den Prospekten. Mitten in der Pampas, nur auf Schotterwegen zu erreichen und in Fortsetzung der Route, die wir eigentlich heute fahren wollten. Nur durch unsere Bummelei war es zu spät, beide Routen unter einen Hut zu bekommen. Deshalb haben wir mal wieder umgeplant. Wie schön, wenn man das einfach tun kann!
Also haben wir Canyonlands und Arches vorgezogen und sind postwendend da hingedüst. Da beide Parks sehr nahe beieinander liegen, kann man auch beide Parks an einem Tag "schaffen", wenn die Ansprüche nicht allzu hoch sind. Extratouren wie Canyon-Allrad-Touren sitzen dann natürlich nicht drin, dafür braucht man Minimum einen Tag extra.
Canyonlands ist ein sehr raffinierter Park. Biegt man dahin ab, eröffnet sich sofort eine "rote, große Welt" rechts und links der Strasse - bis man das Plateau erreicht hat und man ist schon mal hin und weg. Nur der Park selbst liegt noch gute 20 Meilen entfernt und bis dahin fährt man auf einer endlosen Hochebene immer geradeaus. Ab und zu ein Highlight, das einen dann wieder aus der Schläfrigkeit reißt, das aber dann wie Donnerschlag. Und wenn es dann endlich wieder weitergeht - Hochebene mit Hügelcharakter aber auch Lüneburger Heide. Und dann wieder ein Knaller und noch einer und noch einer. So hält einen der Park dann doch wach und überrascht immer wieder mit tiefen Schluchten, roten Stein-Welten oder Weitblick bis zum Horizont. Auch der Grand Canyon ist stellenweise nicht schöner. Ein besonderes Highlight hatten wir heute hier auch. Obwohl wir schon 3-4 mal hier waren, fanden wir heute eine Offroad-Strecke, die so toll ist, dass allein das ein Grund ist, wiederzukommen. Sehr kurvig, aber kaum zu glauben, selbst Radfahrer fanden das sehr schön!


Arches ist wieder eine ganz andere Kategorie. Während man im Canyonlands die Landschaft von "oben" sieht, fährt man im Arches vorwiegend "unten durch". Rechts und links hohe Formationen an rotem Sandstein, ein weiter Blick auf die La Sal Mountains und immer wieder Täler mit neuen Überraschungen. Die bekannteste Überraschung ist ja nun der "Balanced Rock" und ich hoffe, irgendeiner schmeißt den balancierenden Stein endlich runter, damit mal wieder Action in den Park kommt....Kurz hinter dem Rock geht eine Strasse ab zu den "Windows" - nein, nicht zu Billyboy Gates, sondern zu Felsen, die durch Erosion, Wind und Wasser löchrig wurden und sog. "Fenster" (Arches= Bogen) entstehen ließen. Kann man erwandern, ist in 30 Minuten zu schaffen. Davor liegt noch der "Garden of Eden" mit wunderschönen Felsformationen. Natürlich geht die Strecke noch weiter bis "Devils Garden". Wir haben uns aber nach unserem Ausflug gedreht und sind zurückgefahren.


Am schönsten ist die Tour durch den Arches am Nachmittag, wenn die Schatten "lang" stehen. Das Rot leuchtet dann noch intensiver. Allerdings - wir haben jetzt Herbst und da ist wettermäßig sowieso alles anders....Ansonsten denke ich, lasse ich heute die Bilder sprechen. Ich hoffe, dass wenigstens ein bisschen dieser großartigen Natur rüberkommt. Und wer das hier schon selbst erlebt hat, kann es sicher nachempfinden....

Übrigens, ich weiß ja nicht, wie Sie das handhaben - aber wir haben uns endlich im letzten Jahr mal einen "Nationalpark-Pass" zugelegt. Ist ein blauer "Pass" mit allen NPs und man führt eben "Buch", wo man schon gewesen ist. In jedem Visitor-Center holt man sich sein "Stempelchen" ab und man kriegt so eine nette Sammlung im Laufe der Zeit zusammen.
Anni meinte darüber hinaus, sie müsste in Moab auch noch Ihre Steine-Sammel-Leidenschaft austoben und suchte einen "Rock-Shop" auf - nein keine fetzige Musik, bloß olle Steine......
...und zu guter Letzt: hier in Green River gibt es schlechte AOL-Verbindungen. Aber macht nix - gegenüber ist das Holiday-Inn-Hotel und die sind so freundlich, uns an ihrem Wi-Fi-Netz teilhaben zu lassen.....

Morgen also wieder ein neuer Anlauf in das Schotter-Hinterland des San Rafael Riffs (auch Swell) genannt.....wenn es nicht regnet. Den morgigen Bericht finden


Beginn der 6. Woche.
 

07.10.2005 Ausflug auf Schotterstrassen in das "nördliche" Hinterland des "San Rafael Reef"

unsere heutige Route:

Heute haben wir wieder Sonne satt und laut Wetterbericht soll es bis 28 Grad Celsius werden. Unser Tag begann wie immer seit wir hier sind, mit einem deftigen Trucker-Frühstück. Heute morgen haben wir hier im Motel 6 noch um weitere 2 Nächte verlängert. Nach einem weiteren Besuch im Visitor Center und einer kompetenten "Beraterin" dort, haben wir dann erfahren, dass der "Knochenladen" mit Annis Sauriern nun doch geschlossen ist. Ein bisschen traurig waren wir nun beide, denn wir waren darauf eingestellt. Trotzdem beschlossen wir, unsere geplante Tour, dann eben ohne Saurier, durchzuziehen.

Das San Rafael Reef wird gerne übersehen und auf den ersten Blick ist es auch nichts weiter als ein weiterer 30 Meilen langer Gebirgszug. Seine Besonderheit fällt einem auf, wenn man die I-70 Richtung Salt Lake benutzt. Da wurde nämlich die Strasse mitten durch das Gebirge gesprengt und plötzlich sieht man dort, dass das gesamte Gebirge gekippt ist. Stellen Sie sich eine Hochebene vor mit Bäumen, verschiedenen Schichten und Grasland. Und plötzlich zieht Ihnen jemand den Stuhl unterm Allerwertesten weg und Sie plumpsen auf die Nase und Po in die Höhe. So sieht das hier auch aus.  Und die Farbenpracht der einzelnen Schichten, die jetzt nicht mehr oben liegen, sondern in greifbarer Nähe, machen das Ganze noch faszinierender. Trotzdem bleibt die Gegend weiterhin störrisch und gibt ihre Schönheit nicht so ohne weiteres preis. Man muss wirklich ins Hinterland fahren um quasi die Landschaft "von hinten" aufzuarbeiten.
                                                       

So sind wir denn auf der I-70 bis zur Abfahrt 131 gedüst, dort rechts rum in die Schotterprärie und denn man los. Ich gebe zu, die ersten 10 Meilen hauen keinen vom Hocker. Hochlandschaft rechts und links, Schotter, Sand und Staub und nur am Horizont Berge. Und auch hier - ganz plötzlich - ändert sich die Landschaft und dann wird es wirklich wieder einsame Spitze für die nächsten 15 Meilen. Sollten Sie diese Strecke jemals fahren, verspreche ich Ihnen, dass Sie dauernd stoppen werden um zu gucken oder zu fotografieren.


Und wenn Sie denken das war's, bloß weil da ne alte Holz-Brücke über den San Rafael River geht - Irrtum. Dann fängt es erst an richtig dramatisch zu werden. Wir lassen auch hier die Bilder für sich sprechen.


Und wenn Sie dann denken, ich kann nicht mehr, dann kommen noch die "Buckhorn -Petroglyphen" - der Ureinwohner, z. T. meterhoch. Und dann, dann dürfen Sie entspannen. Die Landschaft wird flacher und das Tal breiter und lieblicher. Und bald kommen Sie an eine Kreuzung. Fahren Sie rechts, sind Sie 30 Meilen weiter wieder auf der 191 bzw. 6. Fahren Sie links, dann brauchen Sie entweder nicht mehr als 20 Meilen zurück zur asphaltierten Strasse oder unendlich mehr Zeit - denn dort geht es dann auch zum prähistorischen Museum für Dinosaurier.

Wir sind rechts rum gefahren, denn das Museum hatte ja zu. 30 endlose Meilen durch die Pampas. Während Anni schon mal leise schnaufend Augen-Kosmetik betrieb, hoffte ich, um jede Kurve herum, was Neues, Faszinierendes zu sehen. Mitnichten. Die ganze Tour ging durch eine Landschaft die aussah wie die Lüneburger Heide. Selbst die Wacholderbüsche fehlten nicht. Am Horizont Berge und vor mir eine anstrengend zu fahrende Strasse mit Löchern, Gräben und Querrillen übersät. Erst ganz zum Schluss, so an die 3 Meilen vor der Schnellstrasse, eröffnete sich dann unerwartet doch noch mal Schönheit. Schokoladenfarbene Hügel, gelbe, grüne, rote, braune Hügel - alles da. Dazu extrem viele und große "Hinkelsteine" rechts und links der Strasse - Gott sei Dank nicht auf der Strasse und dann war es das dann schon wieder.
Ich kann also diese Strasse nicht so doll empfehlen - zu langweilig, oder bin ich schon übersättigt? Besser ist es an der Kreuzung "links" zu fahren. Da erwarten Sie noch viele Abenteuer.....

Wir waren um 15:00 Uhr im Motel und genießen jetzt in der Sonne sitzend die Wärme. Morgen wollen eben an dieser beschriebenen 131er- Abfahrt in südliche Richtung und quer durch die Natur bis zur Zufahrt zu den "Trollen" - ins Goblin Valley.

08.10.2005 Goblin Valley und der "südliche Teil" des San Rafael Reefs

unsere heutige Route:

Auch der heutige Morgen begann mit Sonne. Aber laut Wetterbericht sollte eine Schlechtwetterfront kommen, die mit ihren Regen-Ausläufern bis nach Mexiko runter reichen sollte. Nichts desto Trotz, wir wollten erst mal gepflegt frühstücken. Nein, nicht bei den Truckern, sondern im Best Western Restaurant mit Blick auf den Green River. Wenn man bedenkt, dass diese Pfütze da draußen, in Canyonlands einen riesigen Canyon in Jahrmillionen "gefräst" hat - kaum zu glauben. Leider funktionierte unsere Frühstückerei dort nicht. Es standen noch 8 Leute vor uns und warteten auf einen Tisch. Darunter 4 Deutsche - was die wohl nach Green River verschlagen hat? Oder haben die meinen Bericht gelesen???
Wir jedenfalls zogen dort ab und haben wieder in unserem Stammlokal gefrühstückt und sind dann auf die Piste gegangen. Wenn man von hier Richtung Salt Lake fährt, kommt eine Abfahrt (24), die nach Hanksville führt, und von dieser Strasse geht dann der Weg nach Goblin Valley ab. Goblin Valley ist auch so ein Platz, wo ewige Überfüllung herrscht, aber andere als amerikanische Laute haben wir auch heute dort nicht gehört. Schade eigentlich, denn das Tal ist putzig und verdient auch öfters mal ausländische Touristen. Man kann dort problemlos den ganzen Tag rumspazieren um all diese von Wind und Wetter erodierten "Trolle" bzw. "Hoodoos", wie die Amis sagen, anzusehen. Natürlich gibt es dort auch Stein-Gesichter, ganze Stein-Wände, Wälle, mehrere Türme und viele Kraxelmöglichkeiten zwischen diesen Sandsteinen für große und kleine Kinder. Im Sommer ist es drückend warm und man sollte Wasser mitnehmen. Jetzt hatten wir eher damit zu kämpfen, ob die Sonne raus kam für gute Fotos oder ob die Wolken die Oberhand behielten. Wir sind auch noch mal ne gute Stunde rumgewandert - auch um zu kontrollieren, ob einige Trolle seit dem letzten Jahr "schlanker" geworden waren oder sich ganz aufgelöst hatten....



Das Goblin Valley ist ein State Park und der muss auch für Nationalpark-Karteninhaber extra bezahlt werden - kostete 5 Dollar fürs Auto mit Inhalt. In der Nähe gibt es noch hübsche Abzweigungen zu verwunschenen Gegenden im San Rafael Hinterland, den "Muddy River" entlang. Haben wir heute nicht gemacht. Der Himmel war ziemlich zugezogen und am Horizont sah man schwarze Wolkenberge. Da wir aber unbedingt noch unsere eigene Hinterland-Route im San Rafael-Reef fahren wollten, sind wir zügig aufgebrochen. Denn Regen wollten wir nicht haben.
Gestern sind wir gute 10 Meilen übers Hochland gefahren, bevor es interessant wurde, heute ist das eher umgekehrt. Wenn man vom Goblin Valley kommend links abbiegt und an den Campingplätzen vorbeifährt, endet die geteerte Strasse unvermittelt und es wird haarig.
Der Weg führt aus dem Tal auf die Hochebene und das dauert um die 9 Meilen. Der Weg ist eng, staubig und von Schlaglöchern übersät. Das schlimmste aber ist, dass vom letzten Regen vor einiger Zeit tiefe Wasser- Querrillen mit Geröll, Steinen oder aufgehäuften Sandhügeln übrig geblieben sind. Kein Problem für einen Allrad oder "Hochbeiner". Für mich im normalen PKW war das ein bisschen nerviger. Kurz, es war eine "rough road" und ich bin froh, ohne Schramme und nur zugestaubt der ganzen Strecke entronnen zu sein. Anni sah das natürlich viel entspannter - sie hätte auch mit mir getauscht, aber dann hätte ich filmen müssen, und dann kann ich überhaupt nicht richtig. Ist eher Annis Spezialität.

Weiter oben auf dem Plateau war alles wieder normal und es blieb eine tolle Sicht. Der Unterschied zwischen gestern und heute liegt eher darin, dass man auf dieser Seite des Reefs sehr schön die Faltung und Absackung des Gebirges sehen kann.
Nach ungefähr 20 Meilen ist man wieder auf der I-70. Und dann düsen Sie noch einmal durch das Gebiet, durch das seinerzeit die Interstate 70 gebaut wurde. Und da Sie von oben runter ins Tal fahren, haben Sie wieder diesen unvergleichlichen Blick der Schieflage des Reefs. Dort ist auch ein "Scenic View"  - toller Blick auf das ganze San Rafael Reef!

Wir machten dann aber den Abflug Richtung Green River, denn es sah aus, als wolle es jeden Moment aus Eimern schütten. So sind wir denn gegen 15:00 Uhr wieder im Hotel eingetrudelt.

Morgen machen wir uns früh auf die Socken - Regen hin oder her. Wir wollen in Hanksville frühstücken bei zwei sehr netten Mormonen-Damen, aber über die erzähle ich Ihnen morgen. Die Fahrt geht dann durch das Capital Reef, auf der berühmten 12  in Richtung Bryce Canyon - wenn das Wetter ok ist, mit einem Abstecher ins Kodakchrome Basin. Ansonsten vorbei an allen Touristen-Highlights bis in Richtung Kanab. Und dann schaun mer mal.......

09.10.2005 Fahrt von Green River via Capitol Reef und der berühmten "Canyon-Street" 12 nach Kanab

unsere heutige Route:

Da wir heute eine Mammutstrecke von über 300 Meilen geplant hatten, hieß es früh aufstehen. Das Wetter war klasse - wolkenloser Himmel. Kein Wunder, wenn Engelchen reisen....
Unseren ersten Stopp machten wir in Hanksville, an die 40 Meilen südwestlich von Green River. Dort stand -Frühstücken- auf dem Plan. Hanksville ist ein guter Übernachtungs-Knotenpunkt für die südlichen Routen von Utah, egal ob es auf Strasse oder Schotter sein soll. Dort gibt's ein Motel, das auch Internetanschluss hat. Und in Hanksville gibt es einen RV-Park mit anhängendem Restaurant, das von zwei bezaubernden Mormonen-Damen geführt wird. Sie sind anders als Kellnerinnen üblicherweise- kein bisschen professionell. Eher so wie eine besorgte Mutter, die ihre Kinder auch gut abfüttert sehen will. Man bekommt dort richtige Kaffee-Tassen mit Untertassen, keine hässlichen Becher, selbst gemachte Marmelade im Schälchen und mit Essens-Portionen für richtig Hungrige. Und besorgt bringt man auch sofort einen "Doggy-Bag" falls der Teller nicht leer geputzt ist. Und die Preise sind auch sehr zivil für amerikanische Verhältnisse. Und wie gesagt, man fühlt sich dort wohl, weil man umsorgt und gehegt wird. Wir auch.

Die Fahrt ging dann weiter auf der -Scenic by way 24- durch ein namenloses, fantastisches Gebiet mit bunten Hügeln, tief eingeschnittenen Bächen und und und...


Und das alles lange vor dem wiederum unschlagbar schönen Capitol Reef NP - ist mein persönliches Highlight in Utah. Da kann ich mich nicht dran satt sehen. Auch hier gibt es übrigens sehr schöne "Petroglyphen".


Abstecher ins Hinterland vom Capitol Reef standen heute nicht an, machen wir nächstes Jahr in Ruhe und eher im September. Weiter ging die Fahrt bis Torrey und dort auf die berühmte -scenic by way 12- die man auch die Strasse der Canyons nennt: "ESCALANTE STAIRCAIRS" Und so ist es auch. Und alle, die diese Route schon gefahren sind haben erlebt, wie toll das Land sich verändert - besonders wenn die Sonne scheint wie heute. Ich kann mit Worten nix draufsetzen, deshalb sollen lieber die Bilder sprechen....

Ein kurzer Abstecher zum "Kodakchrome Basin" endete vor der dortigen Ranger-Station. Ist ein State-Park und hätte 5 Dollar Eintritt gekostet. Da es aber schon 15:00 Uhr war, hätte es nichts gebracht, auf die Schnelle da durchzurauschen. Dafür ist der Park zu schön. Steht auch für nächstes Jahr an. Bei der Gelegenheit: es gibt genügend gute und neue Motels auf der 12 - auch hier vor dem Kodakchrome Basin in Cannonville. Auch in Tropic - jenseits des Bryce Canyon, aber nur 2-3 Meilen entfernt, oder auch an der Kreuzung der 89 auf die 12 und 10 Meilen vor Bryce gibt es neue Motels. Man muss also nicht unbedingt das sehr teure Best Western am Bryce Canyon nehmen! Hätten wir das gewusst, auch wir hätten anders geplant.

Fast am Ende der 12 geht es links ab zum Bryce Canyon. Auch den haben wir geschlappert, weil wir erst letztes Jahr dort waren. Aber ein paar Bilder von der Anfahrt zum Bryce von der Tropic-Seite aus habe ich als Einstimmung für diejenigen, die noch nie hier waren, eingefügt. Und auch vom Red Canyon, dem kleinen Bruder des Bryce Canyon, der am Fuße desselben liegt, hat Anni ein paar Fotos eingefügt. Ist auch sehr schön dort, vor allem bei dem heutigen Licht.
Danach wollten wir beide eigentlich nur noch runter nach Kanab, der Stadt des wilden Westens Hollywoods.

Aber das ist eine andere Geschichte.....Morgen warten wir erst mal das Wetter ab. Mittlerweile schneit es laut Wetterbericht bis fast runter nach Page-Arizona. Und wir haben auch noch ein paar Höhen zu überwinden auf unserem weiteren Weg in den Süden. Trotzdem können wir uns nicht beklagen, das Wetter meint es gut mit uns. Für heute sind wir nur noch müde......

10.10.2005 Tour von Kanab über den Grand Canyon North Rim nach Page

unsere heutige Route:

Eine gute Nacht in unserem Holzhaus-Motel. Sonne weckte uns, aber es war lausig kalt draußen und ohne Heizung wären wir bestimmt nicht sooo schnell aufgetaut. Unser Motel gehört übrigens einem Stuntman-besser gesagt den Erben, der früher für John Wayne Rollen übernommen hat. Bilder vom Hotel samt Raum finden Sie im gestrigen Bericht im Fotoalbum.
Kurz noch ein bisschen was zu Kanab: dieser Ort atmet Wildwest und dieses Klischee wird hier auch heftig gehegt und gepflegt. Viele der großen amerikanischen Wildwest-Schinken entstanden hier und/oder in der Umgebung. John Wayne, Steve McQueen und wie sie alle heißen, haben hier ihre Karriere begonnen. Natürlich haben viele der "Kanab-Bewohner" geholfen, den jeweiligen Film großartig zu machen und so spielten viele davon in den unterschiedlichsten Rollen mit - siehe unseren Motel-Besitzer. Und natürlich wurde auch ein Teil der Stadt Attrappe/Kulisse. Und die Spuren davon findet man noch in einigen Hinterhöfen als eine Art Museum. Alles ist hier immer noch ausgerichtet auf die Erfolge von damals. Und offensichtlich "verkauft" sich das auch heute noch gut. Wir finden es im übrigen hier wunderbar und sind gerne hier.

           
                   
Gegen 9:00 verließen wir unser gastliches Quartier, in dem wir schon im letzten Jahr mehrere Tage genächtigt hatten. Vor allem stand Frühstück an. Und das war deftig, groß und sättigend. Danach tanken und dann unsere Lieblingsbeschäftigung - shoppen. Ist dieses Jahr noch zu kurz gekommen. In einem der klassischen Souvenirläden gibt es einen dieser berühmten "Hinterhöfe" mit einige Kulissen aus der früheren Zeit. Und natürlich ließ Anni es sich nicht nehmen, ein Pferdegespann zu kutschieren und ich habe endlich mal einen Stuhl gefunden, der auch für mich zu groß war....Anschließend noch ein Besuch im Visitor-center, vor dessen Tür immer noch der Bulle mit den Filmrollen steht.
           
Dann aber ab in Richtung Arizona, das direkt "vor der Tür" liegt. Da das Wetter stabil zu bleiben schien und wir mittlerweile temperaturmäßig auf T-Shirt-Niveau zurückgekehrt waren, wollten wir auf der 89A in Richtung North Rim des Grand Canyon und dann weiter an den "Vermillion-Cliffs" vorbei nach Page.
Die Fahrt zum North Rim war noch möglich, die Zufahrt wird erst nächste Woche wintermäßig geschlossen. Und die 60 Meilen dorthin waren für uns langweilig. Vielleicht liegt es daran, dass alles eben ist, erst Wälder, dann Hochwiesen, dann Wüste, dann nix. Vielleicht haben wir aber auch einfach schon zu viel Tolles gesehen. Jedenfalls kamen wir nach einer endlosen Stunde dort an. Alles ist auf nett getrimmt und die Übernachtungshütten sind sehr ansprechend. Auch die Lodge mit ihrem Aussen-Guck-Bereich und weiten Blick über den Grand Canyon war sehr ansprechend. Leider stand das Licht nicht soo toll und ein kräftiger Wind pfiff. Wir hielten uns nicht so sehr lange auf. Aber Anni bekam noch ihren Cappuccino und ein paar Souvenirs. Mittlerweile war der Himmel mit dunklen Wolken zugezogen und es wurde auch wieder kalt. Wir machten kurzen Prozess, stiegen ins Auto und rauschten ab. Der South Rim - also der klassische Touristenweg - ist unserer Meinung nach auch viel ansprechender. Dieser hier ist bestimmt ein Traum für Wanderer.


Auf dem Weg zur Kreuzung der 89A überlegten wir ernsthaft, nach Kanab zurückzukehren, da es eher nach Regen als nach Sonne aussah. Letztendlich entschieden wir uns aber doch weiterzufahren nach Page - und das war gut so. Die Sonne kam wieder und stand mal wieder traumhaft gut für tolles Gucken und tolle Photos. Wir hielten uns dann auch dran mit Fotografieren. Zwar meinte Anni mal zwischendurch, sie könne Berge versetzen bzw. Murmeln verschieben. Aber ich drängte ein bisschen, weil ich das Wetter noch ausnutzen und nicht Anni beim Schieben der Felsklötze helfen wollte.....
Einen kurzen Stopp machten wir noch an der Brücke über den Colorado River - mal wieder am Colorado und an ganz anderer Stelle als dieser Tage. Aber die Sonne stand schon ziemlich tief und die Farben leuchteten nicht mehr so feurig. Sagen sollte ich noch, dass diese Alternativ-Route 89A auf jeden Fall zu empfehlen ist, wenn man ein bisschen Zeit hat. Man fährt durch eine Ebene an diesen wunderbaren "Vermillion-Cliffs" vorbei, die in ihrer Röte und Wuchtigkeit wie eine schweigende Riesenwelt anmutet und die auch für uns "Spielwiese" waren.......


Also machten wir uns endgültig auf die Socken nach Page. Es war bereits nach 17:30 Uhr und wir hatten an die 200 Meilen gefahren. Hier in Page haben wir mal wieder im Motel 6 Quartier bezogen. Ist eines der neu gebauten Motels der Accor-Hotel-Gruppe. Allerdings das erste das ich kennen lernte, das in erdfarben-rot gestrichen war. Aparte Farbe.....

Morgen fahren wir die klassische 89 zurück nach Kanab. Dort bleiben wir wahrscheinlich noch eine Nacht. Wir werden aufgrund des schlechter werdenden Wetters zurück durch den Zion NP nach St. George fahren und danach runter Richtung Las Vegas. Aber warten wir's mal ab......

11.10.2005 Fahrt von Page zurück über die 89 nach Kanab

unsere heutige Route:

Ein sonniger, warmer Morgen erwartete uns heute morgen. Wir waren richtig froh darüber, zumal wir gestern doch ein bisschen mit Frust ins Bett gegangen sind. Page ist so ne große Stadt und mit allen führenden Hotels/Motels versorgt. Aber es funktionierte für uns nirgendwo Internet-Wireless, obwohl 2 Hotels damit warben. Auch AOL hält sich bedeckt und hat nicht einmal eine einzige Tel. Nr. in Page. Ärgerlich auch für Sie, da Sie den täglichen Bericht nicht vorfanden. Aber heute ist das alles anders......
Wir also nach einem selbst gebastelten Frühstück los - Frühstückseier stehen momentan nicht mehr auf unserem Speiseplan, wird man auch schnell satt mit den Eiern. Wir fuhren erst mal runter zum Glen Canyon Staudamm. Massig Betrieb dort mit vielen Bussen. Und da dort immer noch diese alberne Ganzkörperkontrolle von wegen Sprengstoff etc. vorgenommen wird, staute sich der Besucherstrom auch in langen Schlangen nach draußen. Anni hat deshalb nur ein paar Fotos vom Staudamm von der Besucherterrasse aus gemacht und weiter ging es. Ein paar schöne Überblicke über den Glen Canyon hatten wir dann doch noch an einem hübschen Aussichtsplatz nicht weit vom Visitor Center entfernt gehabt.

Die eigentliche Tages-Überraschung fanden wir aber in "Big Water", einem kleinen Ort auf der 89. Dort befindet sich das Visitor Center des "Bureau of Land Management". Ein kleines, aber feines Center über Dinosaurier. Wir waren mächtig überrascht, dort eine Ausstellung zu finden mit Originalknochen von Sauriern, die man um die Ecke im Grand Staircase Escalante-Gebiet ausgegraben hat und wohl immer noch gräbt. Ein Fachmann erläuterte uns die Saurierarten, die man dort gefunden hatte, zeigte uns die kleinen Patscherchen von 70 Zentimeter Durchmesser, ein paar Rippenknochen in denen sich von der letzten Aller-Mahlzeit des Sauriers noch Zähne eines anderen Tieres fanden und- als Highlight - ein 3-4 Meter langes Jungtier (!) namens "Hadrosaurus" von dem ich noch nie gehört hatte. Hat ne gelbe Schnute wie ne vergrößerte Ente und ist fast vollständig erhalten. An der Rückwand innen drin ist sehr schön aufgemalt, welche Tiere/Knochen man bis  95 Mio Jahre alt gefunden und datieren konnte. Draußen stehen mehrere Arten von "Drahtgebilden" von allen möglichen Sauriern/Getieren. Einen Besuch ist es allemal wert. Und die neuen Erkenntnisse, die wir dort mitbekommen haben, werden auch in unsere Planung für das nächste Jahr einfließen. Da können wir also auch im "Escalante" Saurier gucken gehen - haben wir nicht gewusst.


Unsere weitere Fahrt war sonnig, verkehrsarm und von roten Felsen rechts und links gesäumt. Abgebogen sind wir von der 89 in den " Johnson Canyon". Sah gut aus, war aber nur ein Tal mit einer ausgestorbenen Stadt, aber echt!, mit Longhorn-Rindern, mit vielen Pferden und hübschen Häusern im Schatten der roten Felsen. Wir haben nach 10 Meilen gedreht, weil da nur noch ein bisschen Landwirtschaft kam und sonst nichts rechts und links. In unseren Karten haben wir später gesehen, dass die Strasse am Ende auf eine "Dirt-Road" stößt und man auf dieser die "Pink Cliffs" abfahren kann. Nun ja....

Wir kamen dann wieder in Kanab an und haben erst mal die Berichte und Bilder von gestern auf die Reise geschickt. Dann haben wir uns ein anderes Motel mit
Wireless gesucht, das so ein bisschen Mexiko-Indianer-Stil, sowohl innen als auch außen aufweist. Ganz nett und mal völlig anders, da aus Stein gebaut.

Da wir noch ein bisschen gucken wollten, sind wir eine Strasse etwas außerhalb von Kanab abgefahren, die nicht in der Straßen-Karte aufgeführt ist, aber den Namen "Kanab Canyon" bzw. "Angels Canyon" heißt. Sie führt ursprünglich zu einem Reiterhof. Dort kann man Reitertouren unternehmen und dort auch wohnen. Wenn man weiterfährt, landet man automatisch wieder auf roter Erde und Sand. Und wir sind einfach mal drauflos gefahren, zumal dort sehr viele Koppeln waren, wenn auch keine Pferde. Schöne Strecke mit abenteuerlichen Felsformationen, sehr zerlöchert, oder in Scheiben oder in Schichten, Verschiebungen oder Faltungen und alles farblich in Erdtönen gemischt.

Irgendwann sahen wir linkerhand sehr viele riesige Windspiele, die im Wind ihre Sphären-Musik erklingen ließen. Dazu ein Brunnen und viele Wege und Bäume und Steinbänke. Erst dachte ich, das sei in 2.000 Meter Höhe der künstlerische Platz eines Träumers. Irrtum!
Dieser Platz heißt "Angels Rest" und ist ein riesiger Tierfriedhof. Also so was habe ich auch noch nie gesehen. Wir sind da durchgewandert, haben die Gräber der Tiere mit und ohne Blumen, mit Bildern oder Kränzen oder als Tafel an einem Windspiel befestigt, gesehen. Friedlich war es hier und nur die Musik der Windspiele war zu hören.....
             
Als wir weiterfahren wollten, stellte Anni fest, dass ihr der Dollar-Packen, den man so mit sich rumschleppt, bei einem Fotostopp aus der Hosentasche gefallen waren. Wir sind nicht weitergefahren, sondern haben gedreht in der Hoffnung, das Geld wieder zu finden. Ich dachte, dass das unmöglich sei, weil mittlerweile viele Autos vorbeigefahren waren und die Strecke bis zum Friedhof  bestimmt 15 Meilen lang war. Und doch geschah das Wunder. Anni fand das Geld wieder. Es lag, lose nebeneinander liegend und wie auf einer Perlenkette aufgezogen am Wegesrand. Sie musste es nur noch einsammeln. Kaum zu glauben! Niemand hatte es aufgehoben. Und der Wind hatte es auch nicht ins Gebüsch oder den Hang hinunter geblasen.
Wir sind auf den Schreck hin zurück zum Motel. Und leider weiß ich nun immer noch nicht, wohin der Weg nach dem Friedhof führte.....

Morgen werden wir weiterfahren durch den Zion NP und dann von dort wahrscheinlich bis St. George. Aber es hängt mal wieder alles vom Wetter ab. Lassen wir uns alle mal überraschen.....
 

12.10.2005 Fahrt von Kanab über den Zion NP und St. George nach Las Vegas/Jean

unsere heutige Route:

Gut bei Indianers geschlafen, aber leider von schlechtem Wetter geweckt. Da waren wir dann doch überrascht. Nun gut, kein Drama. Wir haben erst mal wieder spartanisch gefrühstückt - ein "drüsches" Matschbrötchen und darauf die letzten Scheiben von Chicken oder so was. Dazu einen Becher lauwarmen Kaffee. Und bevor ich den Tag beschreibe, noch eine Ehrenrettung für uns: Zwar fotografieren wir oft eine Mahlzeit oder beschreiben ein Restaurant oder ähnliches. Das tun wir in erster Linie für Sie, um Ihnen zu zeigen, was man hier so essen kann. Aber meist ist es die einzige Mahlzeit, die wir so verputzen. Abends gehen wir kaum essen, meist essen wir nur einen Joghurt. Und wenn gefrühstückt wurde, dann gibt's mittags ein Matschbrötchen mit Philadelphia drauf. Oft auch nur Obst. Und haben wir nicht gefrühstückt, dann gibt es mittags was Gescheites - wenn es möglich ist, so wie z.B. heute. Also keine Sorge, wir leben hier eher spartanisch und zunehmen können WIR hier nicht sooo doll.....
Wir machten uns also auf den Weg in den Zion Nationalpark. Ist nicht so weit weg von Kanab - an die 30 Meilen. Man könnte sogar noch die "Coral Pink Dunes" mitnehmen, die auf dem Weg liegen und durch eine Schleife wieder auf die Hauptstrasse zurückführen. Sind große Sanddünen, die ganz nett anzusehen sind. Ist ein State Park und kostete letztes Jahr 5 Dollar Eintritt. Aufgrund des trüben Wetters sind wir direkt durchgefahren. Also überrascht war ich dann doch über den Betrieb auf dem Weg in den Zion. Wie auf der deutschen Autobahn. Jede Menge Busse und eilige Touristen in  vielen Autos. Man merkt, dass in Europa Herbstferien sind, und man hört es auch.....


Der Zion NP war bei uns nicht Liebe auf den ersten Blick, eher auf den Dritten. Aber es ist auch hier immer wieder faszinierend, durchzufahren. Wenn man von Richtung Bryce Canyon kommt, dann ist der erste Teil eigentlich der schönere für uns. Diese toll abgeschliffenen Felsen in schillernden Farben, dazu jetzt die Herbstfärbung der Bäume -toll, auch ohne Sonne. Nach den beiden Tunnels werden die Berge dramatisch und riesig. Und die vielen Steilkurven tragen ihr übriges dazu, alles überdimensioniert zu empfinden. Im Tal gibt es ein Visitor-Center, groß, informativ und Abfahrts-Station des Shuttles ins für PKW/Busse gesperrte Tal. Ist ein Paradies für Wanderer. Das Visitor-Center selbst ist aufgeteilt in eine Ranger-Station, an der man besonders ausführliche Wander-Informationen erhält und einem Verkaufsbereich, der ausgesprochen gut sortiert ist mit allem möglichen Material. Wir haben uns dort z.B. noch 2 DVD´s gekauft, die wir nirgendwo anders gesehen haben.

Auf der Weiterfahrt Richtung St.George bzw. der I-15 kommt man zwangsläufig durch kleinere Ortschaften, die sich ganz dem Tourismus verschrieben haben. Darunter aber auch ein Rock-Shop mit wirklich ausgefallen schönen Steinen. Und da Anni sich da ja bestens auskennt und auch nie genug kriegen kann - wenigstens von Gucken - mitnehmen ist zu schwer fürs Gepäck, sind heute auch ein paar Bilder "einheimischer" Steine als Fotos dabei. Vielleicht für andere Hobbysammler interessant??


Weiter ging die Fahrt nach St. George, der letzten großen "Bastion" in Utah, bevor es via Arizona nach Nevada geht. Diese Stadt ist wirklich quirlig und man findet auf kleinstem Raum alle die Geschäfte, die sonst verstreut oder an den Ausfahrtsstrassen liegen. Unterwegs dahin knurrte mir der Bauch und ich malte mir aus, wie es wäre, mal endlich ein "Golden Corral" - Buffet -Lokal zu finden um mal wieder satt zu werden.... Und, kaum zu glauben, in St. George gab es tatsächlich eines dieser Kette. Wir also rein. Ohne mit der Wimper zu zucken stufte uns der Kassierer als Rentner ein und wir zahlten nur 5,99 Dollar pro Nase fürs Essen. Und in diesem Laden ist es leicht, bis zum Platzen satt wieder raus zukommen. Üblicherweise wird hier ein bombastisches Frühstück geboten, ein Mittagessen und nahtlos ab 16:00 das Abendessen. An manchen Tagen gibt es "Specials" wie Lobster & Shrimps oder Steak & Fish oder sonst was. Diese Auswahl heute Mittag - da fehlt wirklich nix, sogar Pizza gibt es. Müssen Sie mal ausprobieren, wenn dieser Laden mal auf Ihrem Weg liegen sollte. Für die anderen: Anni hat Fotos vom Lokal gemacht......

     
Da es erst 14:00 Uhr war, sind wir dann doch durchgefahren nach Las Vegas - sind nur schlappe 100 Meilen weiter. Unser bevorzugtes Casino-Hotel ist das "Golden Strike" in Jean - liegt südlich direkt an der I-15. Es ist nur 15 Minuten vom Strip entfernt, bietet ebenfalls das "volle Programm", kostet aber nur 30 Dollar die Nacht fürs Zimmer zwischen Sonntag und Donnerstag - am Wochenende 49 bzw. 69 Dollar plus Tax.. Wir haben für 9 Nächte gebucht. Wir waren letztes Jahr schon hier (für 20 Dollar die Nacht!). Und wir haben es auch damals nicht bereut. Wenn man den ganzen Tag am Strip die Füße platt gelaufen hat, ist es schön, abends in ruhiger Gegend die Füße hochzulegen, an der Bar ein kostenloses "Corona" zu schlappern, ein bisschen zu zocken und mit netten Truckern nette Gespräche zu führen. Man erfährt doch da so einiges über das wirkliche Leben in den USA.

Das Wetter ist hier im übrigen wieder sonnig. Wir werden morgen natürlich an den Strip fahren und einen kleinen Film über einige Hotels und den Strip als solchen filmen für zu Hause. Es ist schwer, diese Stadt zu Hause zu beschreiben - sie ist so verrückt. Ich werde Sie natürlich auf dem Laufenden halten. Auch was wir hier noch so alles planen - obwohl erst mal NIXTUN angesagt ist.......

13.10.2005 Schnupperkurs Las Vegas

heute erstmal ohne Karte.....

Ein sonniger Tag nach einer etwas unruhigen Nacht. Draußen ist ein Truckerplatz und da ist es ein bisschen lebhaft, wenn die Jungs von dannen ziehen. Ein Zimmer im Nordtower hätten wir lieber gehabt, aber der wird komplett "remodelt" und so ging nur ein Zimmer im Südturm mit Blick auf den Pool oder mit Blick in die Wüste aber mit Motorengeräusch. Ich denke, da gewöhnt man sich aber schnell dran, zumal das wohl nicht jede Nacht so sein wird.
Festgestellt haben wir dann auch heute morgen, dass wir hier wieder Los-Angeles-Zeit haben, also jetzt wieder 9 Stunden Differenz zu Deutschland. Und festgestellt haben wir auch, dass hier nicht nur die Zimmer 10 Dollar teurer geworden sind, sondern auch das Frühstück. Letztes Jahr kosteten 3 Eier mit Toast und Hash Browns 1,99 Dollar! - jetzt 2,99 Dollar. Das sind immer noch Preise jenseits von Eden, aber auch hier in LV/Jean wird eben alles teurer.
Lustig war es gestern noch mit der Zimmerreservierung. Im Internet hatte ich gesehen, dass die Zimmer 29 Dollar (plus Tax) kosten. Da wir aber nicht wussten, ob wir gestern oder heute hier eintrudeln, habe ich nicht online gebucht. An der Rezeption gestern teilte man mir dann mit, ich könne nur noch maximal 7 Nächte bleiben und die Zimmer würden 39 Dollar kosten. Ich habe mir die Telefonnummer der Hotel-Reservierung geben lassen - das macht die Managerin höchstpersönlich, die hinten im Büro sitzt. Ich also angerufen, musste sehr, sehr lange warten und konnte dann problemlos meine 9! Nächte reservieren zum Preis von 29! Dollar (Ausnahme Freitag und Samstag, kosten mehr.). Dann sind wir wieder hin zur Rezeption und haben alles klargemacht. Also umständlicher gehts nimmer. Aber es hat halt geklappt und das war letztendlich entscheidend. Sollte sich also jemand nach hier verirren - bitte online buchen: www.stopatjean.com. Geht auch von Deutschland aus!

Heute morgen also nach dem Frühstück sind wir zu einer ersten Erkundungsfahrt in die Stadt - sprich LV aufgebrochen. Auf dem Weg dorthin haben wir Halt gemacht an einem Licor-Store. Dieser Laden hat nun aber auch alles, was man je so trinken kann. Hunderte Flaschen Weine, sortiert nach Ländern, viele deutsche Biere - auch z.B. Warsteiner, auch Grolsch für die Holländer. Und natürlich Schnaps - ich kann es nicht fassen, welche Mengen hier standen. Sogar Jägermeister in einer 3-Liter!-Flasche. Und natürlich auch klare Schnäpse wie Aquavit oder Ouzo. Also, falls mal jemand was anderes trinken will als "Cocktails" - hier wird er fündig!
Auf dem Strip selbst hat sich nicht viel getan. Ein bisschen ist dazugekommen seit dem letzten Jahr, "Casino-Wynn" ist ja jetzt auch zugängig. Und einige unbekannte Hotels sind im Bau und werden 2006 eröffnet. Schön fand ich nur das " South Coast", etwas außerhalb am unteren Strip und das " Red Canyon", das riesig ist und weit oben auf der "Charleston Strasse" im Stadtteil Summerlin, mit direktem Blick auf die Red Rocks, die als State Park direkt vor LV´s Toren liegen. Ist vielleicht ganz gut, große Hotel-Casinos mal an den Rand der Stadt zu verlagern, um das ganze zu entzerren.



Einen Happen gegessen haben wir mal wieder im Bio-Laden " Whole Foods" -analog zu Monterey am Anfang der Reise. Es ist erstaunlich, wie viele Leute hier einkaufen, bei doch recht hohen Preisen- 150 Gramm Blue Cheese-Käse 8,50 Dollar! und wie viele hier z.B. ihren Lunch zusammenstellen, z.B. als Salat. Alle Tische drinnen und draußen, die das Kaufangebot ergänzen, waren besetzt. Ob die Amerikaner ihrer eigenen Gen-Kost nicht mehr trauen? In jedem normalen Supermarkt wäre es um ein vielfaches billiger gewesen. Übrigens - auch der Kaffee dort schmeckte mir besser als der bei "Starbucks". Das Angebot ist riesig - und ich denke, trotz Bio zeigt sich auch hier die riesige Verschwendungssucht bzgl. Lebensmittel und deren riesige Mengen davon, die die Amerikaner ja als normal empfinden.



Danach haben wir den Tag beendet. Schließlich wollten wir ja heute faulenzen. Und heute Abend gehen wir ein bisschen zocken und quatschen. Ach ja, die von Anni gefertigte 2. und 3. Serie der heimatlichen Postkarten konnten wir heute endlich bei "Target", einem Klamottenladen, ausdrucken lassen. Das Ergebnis sehen Sie folgend.......

Morgen geht's wieder rund. Wir werden uns kontinuierlich durch die Casinos arbeiten. Anfangen werden wir bei Mandalay und bis max. New York - New York. Und ich werde Ihnen dann bestimmt Amüsantes zu berichten haben.......Morgen gehts weiter mit der 7. Woche.

 

Hier lesen Sie die Berichte der 7. Woche
 

14.10.2005 Ein Trip in die Casino-Welt von Las Vegas


unsere heutige Casino-Tour:

Heute morgen sind wir beizeiten - ohne Frühstück - auf die Piste gegangen. Wir hatten uns vorgenommen, 4 nebeneinander liegende Hotels abzuklappern und im Mandalay zu frühstücken - bzw. zu Brunchen. Das kann man dort ab 11:00 Uhr. Bei den Entfernungen innerhalb der einzelnen Casinos und dann noch den Wegen von-bis und falsch gelaufen, braucht man viel Zeit! Ist ein empfehlenswerter Trip für Wander-Erprobte oder Menschen mit guter Kondition und Ausdauer. Wir hatten am Ende unserer Tour beide Schuhgröße 50! - das nur schon vorweg genommen!
Vor dem Trip nach LV haben wir lediglich der hiesigen Dorf-Post noch einen Besuch abgestattet mit den letzten Postkarten-Heimat-Grüssen an die Lieben daheim. Getankt haben wir auch - und kaum zu glauben, hier geht es auch für 2.65 Dollar!

Geparkt haben wir im kostenlosen Parkhaus des New York- New York-Hotels. Der Übergang liegt in der 3. Etage und wir fanden ein Plätzchen in der 4. Etage und konnten so flott und ohne den unvermeidlichen Aufzug ins Hotel runter.
Ob wohl es erst gegen 9:30 Uhr war, brummte der Laden schon. Nicht nur Zocker bevölkerten das Casino, auch Scharen von Touristen mit ihren Trolleys bevölkerten die Rezeption. Es ist nicht nur Freitag, sondern auch irgendwie eine Art von Ferien der Amis. Es sind so viele da...

Wir kämpften uns durch und suchten eigentlich den Übergang zum Excalibur. Dorthin geht eine breite Stein-Brücke mit wundervollen Blicken auch auf die anderen Hotels ring herum. Warm war es schon wieder und es wird heute laut Wetterbericht so um die 35 Grad Celsius. Während das New York - New York den Stil von Manhattan und seinen Hochhäusern, einschließlich der Freiheitsstatue repräsentiert, ist das Excalibur ein etwas älteres Hotel mit dem Aussehen und der Masche von Ritterspielen, die auch allabendlich stattfinden. Innen drin sind alle Casinos ähnlich. Es klappert und rappelt und klingelt und quietscht - je nachdem an welcher Maschine man gerade sein Glück versucht. Dazu dann noch die Zocker-Tische für Karten- und Würfelspiele. Und viele Geschäfte, Kneipen, Restaurants, Buffet -Läden und natürlich jede Menge Souvenirläden. Und alle haben mächtig zu tun.
Einerseits gibt es bereits Spiel-Automaten, die man mit 1(!)-cent spielen kann, andererseits wird viel Geld in den Läden gelassen, beim Kauf sowohl von Souvenirs "Made in China" als auch beim Kauf hochwertiger Klamotten. Mit anderen Worten, ein richtiger Basar. Und dann nicht zu vergessen, die Abfütter-Tempel. Und da ist sich keiner zu schade, egal ob McDonald oder Burger King, oder Pizza Hut und wie sie alle heißen

Aber ich will nicht lästern. Las Vegas ist eben eine Business-Maschine, die 24 Stunden lang funktioniert - mit allen Mitteln. Und für die Touristen ist es schön und bequem und interessant. Ach ja, es gibt natürlich als Abend-Unterhaltung jede Menge Shows in allen Hotels. Und seit Siegfried und Roy nicht mehr die unbestrittenen Platzhirsche sind, kommt auch Abwechslung in die Angebote. Nicht nur Sangeskünstler reichen sich hier die Hand, auch Zauberkünstler erster Güte und mittlerweile 3 verschiedene Shows des berühmten "Cirque de Soleil". Sind auch meine persönlichen Favoriten. Las Vegas ist eine Stadt - und da meine ich in erster Linie den "Strip", wo man 14 Tage durchmarschieren könnte und trotzdem nie fertig würde. Und da muss man nicht mal Zocker sein.
Apropos Zocker. Auch hier macht es Sinn, Member im Casino zu werden. Manchmal bekommt man für die Mitgliedschaft so genannte "Give a ways", also kleine Geschenke und sei es nur eine Kappe des jeweiligen Hotels. Wir haben letztes Jahr unsere "Member-Tour" durchgezogen.

Zu Las Vegas kann und könnte man vieles erzählen und sicher sieht das jeder anders. Wir haben es folgend irgendwie geschafft, ins Excalibur zu kommen. Auch dort war es rappelvoll und wir dachten uns, es würde vielleicht Sinn machen, lieber mit der Tram-Bahn zu fahren um erst mal ins Luxor zu kommen Wir also mit viel durchfragen zur Tram gefunden (die Tram ist eine private Bahn, die die Hotels: Excalibur - Luxor - Mandalay kostenlos miteinander verbindet). Unsere Tram fuhr allerdings am Luxor vorbei direkt ins Mandalay. War uns sehr recht, denn wir hatten beide mächtig Hunger.
Das Mandalay ist schon eine Klasse für sich. Es ist nicht nur momentan das erste Hotel-Casino am südlichen Strip, es ist auch riesengroß. Und es hat ein zusätzliches Haus für Veranstaltungen, in dem z.B. große Boxkämpfe stattfinden - die Klitschkos waren auch schon hier.
Trotzdem wirkt hier im Hotel/Casino alles friedlich, gediegen, elegant und übersichtlich. Dazu auch zwischen dem ganzen Automatengeklappere Ruhezonen und auch kleine Cafe´s. Hier gibt es sehr viele erstklassige Restaurants (auch eines von Wolfgang Puck) aller Geschmacksrichtungen. Auch eine kleine kostenlose Lesecke, wo man sich ein Buch ausleihen kann und einfach bei ´ner Tasse Kaffee liest. Und nicht zu vergessen, ein "Shark Reef" in dem man für 16 Dollar Eintritt eine kleine, aber feine Unterwasserwelt vorfindet, mit Haien und allem möglichen Getier. Sehr empfehlenswert, wenn auch in keiner Weise vergleichbar mit einem Aquarium.


Wir wollten nur an dem ausgezeichneten Büffet Frühstücken und gleichzeitig Mittagessen. Das ganze ist nicht ganz billig - 15.50 Dollar plus Tax pro Person. Aber auch hier ist der Service top. Eine richtige Serviette, anständiges, stabiles Besteck und eine unendliche Auswahl an Speisen. Wir haben Ihnen mal unsere Teller fotografiert mit einer bescheidenen Auswahl. Anni hatte z. B.: Lachs geräuchert und gedünstet, Heilbutt, Hering in Sahnesoße, Jacobsmuscheln, Forelle; ich habe es nicht mit Fisch, deshalb eine kleine Fleischauswahl: Kasseler, feinstes Steak, italienisches Chicken und chinesische Fleisch mit Broccoli. Danach war ich piepesatt. Puter, Pizza, Salatbar, ein riesiges Kuchenbüffet, Obst bis zum Abwinken und natürlich auch Softeis waren nur ein kleinerer, weiterer Teil.
Die Kellnerin war so was von eilfertig, hilfsbereit und zuvorkommend, das man sich richtig wohl fühlte. Und eigentlich hätten wir auch bis zum Dinner um 16:00 Uhr sitzen bleiben können und dann weiter essen, es hätte vermutlich keinen gestört.

Klar war uns, dass wir nach diesem opulenten Mahl die berühmten 1.000 Schritte gehen mussten. Und das taten wir denn auch. Dieses Hotel ist wirklich Spitze. Und wir überlegen ernsthaft, nächstes Jahr vielleicht mal 1-2 Nächte dort zu verbringen. Ist in seinem inneren Bereich - auch trotz der vielen netten und ausgefallenen Kneipen - immer noch ein gepflegter Ruhepool, bei aller Hektik und Quirligkeit rings herum.
Von Mandalay sind wir dann letztendlich doch zum Luxor rüber gegangen. Dies geht hier hervorragend mit Endlos-Laufbändern und so konnten sich unsere mittlerweile qualmenden Socken ein bisschen abkühlen.
Das Luxor ist ein Kapitel für sich. Wir waren dort mal vor vielen, vielen Jahren. man konnte damals mit einer "Barke" im Inneren der Pyramide auf einem künstlichen Fluss rumgerudert werden. Das geht heute leider nicht mehr (ob die Ruderer alle ins Venetian abgewandert sind und dort lieber Gondeln rudern?). Aber bombastisch ist dieses Haus immer noch. Es ist - wie gesagt - eine Pyramide, von außen ganz in schwarzem Glas und auf der höchsten Spitze einen Laserstrahl, der des Nachts symbolisch die Sterne erreichen soll......Innen gibt es an allen 4 Ecken einen Aufzug, der natürlich schräg nach oben fährt. Und es ist schon ein toller Blick aus einem der obersten Stockwerke nach unten in das Leben und sein Automaten-Geklappere. Selbstverständlich finden Sie auch viel und vieles über das Leben im alten Theben in Form von Pharaonen und Steinlöwen. Dazu ein ausgefallenes Buffet-Lokal, das aus mehr ägyptischen Säulen im Innenbereich besteht als Büffet-Tische da sind. Es gäbe vieles zum Innenleben des Luxor zu sagen. Letztendlich aber ist es auch nur ein Casino-Hotel. Aber TOLL! Vielleicht sollten Sie dort mal nächtigen, wenn Sie es nicht schon getan haben.....

Vom Luxor sind wir dann zurück - wieder auf Laufbändern - Gott sei dank !- ins Excalibur. Und von dort mehr oder weniger direkt zurück ins New York - New York. Dieses hatte sich seit dem Morgen noch mehr gefüllt und nun klapperte und klimperte es an allen Ecken. Da es dort eine "Strasse" gibt, in der man Essen, Trinken, Kaffee trinken, Eis essen oder echten irischen Whiskey trinken kann, waren natürlich viele Menschen in diesem Bereich und es war richtig lebendig dort - im Gegensatz zum frühen Morgen.



Da es gut gegen 16:00 Uhr ging, hatten wir aber keine echte Lust mehr und machten uns auf den Heimweg nach Jean. Welch eine himmlische Ruhe empfing uns hier - kaum Trucker, noch weniger Casinobesucher - kurz, richtig langweilig. Genau das richtige für uns zwei erschöpfte, mit zu großen Füssen ausgestattete ältliche Ladies.... Nun sitzen wir hier, kühlen unsere Füße von innen mit eiskaltem Chemiebier und diskutieren, welche Casinos wir morgen mit unserem Besuch beehren..... die Diskussion ist noch nicht zu Ende, lassen Sie sich mal überraschen.......

15.10.2005 Las Vegas

unsere heutige Casino-Tour:

Welch ein herrlicher Tag! Draußen ist der Himmel bedeckt und es sind nur 28 Grad Celsius. Eingedenk der qualmenden Socken von gestern, wollen wir heute alles anders machen. Und unser leichter Muskelkater in den Waden erinnert auch an die vielen Kilometer, die man so zusammenläuft.
Wieder ohne Frühstück machten wir uns kurz nach 9:00 Uhr auf die Socken. Wir fuhren bis "Travelodge". Das ist eine ältere Ausgabe der Hotelkette. Dafür praktischerweise am Strip gelegen, in der 2. Reihe wie im Hinterhof. Dort konnten wir erst mal in Ruhe parken. Unser erster Gang war dann der Chinese um die Ecke, bei dem man hervorragend und preiswert Souvenirs kaufen kann. Dort wurden wir wie immer fündig. Dann aber wurde es ernst. Ein Stückchen weiter "nördlich" an der Ecke liegt das Harley Davidson Cafe. War leider noch geschlossen. Wir sind dann "südlich" Richtung MGM-Grand gegangen, nicht ohne noch weitere Souvenirläden abzuklappern. Der wichtigste Laden auf dem Weg ist allerdings "Coca Cola"- nicht zu übersehen durch eine riesige Coca Cola Flasche. Auch dort haben wir wieder fleißig eingekauft.
      
      

Allerdings nagte da schon der Hunger an und in uns. Neben Coca Cola gibt es so einen Laden mit mehreren "Fress-Tempeln" wie Burger King, Wienerschnitzel, Asian Kitchen usw. Ich war allerdings auf ein anständiges Büffet eingestellt und nicht auf Fast Food. Und das MGM-Grand lag quasi vor unserer Nase. Wir also los, denn es war mittlerweile dann doch nach 12.00 Uhr. Anni wollte erst die Löwen gucken, die als Hotel-Attraktion mittenmang im Casino "ausgestellt" waren. Und gerade spielten auch 2 Trainer mit den weiblichen Junglöwen und alle guckten und guckten.


Ich wollte nur zum Buffet und stellte mich da einfach an. Für das "Rainforest Cafe" hatte ich keinen Blick übrig. Vor mir standen bestimmt 20 Leute und ich hoffte, nicht allzu lange warten zu müssen. Bis mich Anni sehr unsanft aus meinen Essensträumen riss: Da heute Wochenende ist, sollte das Lunch-Buffet 20 Dollar plus Tax kosten. Ist ein Wucherpreis. Und so war es wieder nix mit essen. Ich wurde langsam ungnädig, gebe ich zu. Es ist nix, morgens nichts zu essen. Manchmal, so wie heute, klappt es eben nicht mit Buffet. Und Fast Food wollte ich immer noch nicht.
Langer Rede kurzer Sinn. Wir gingen zurück zum Auto und fuhren ins Hofbräuhaus. Wo das war wusste ich, und da Anni schon seit Tagen mit ihrem Sauerkraut rumknatscht, war das die Lösung allen Hungers.
Das Hofbräuhaus wurde letztes Jahr eröffnet. Außer dem Bier und dem Essen, das original eingeführt wird, ist nichts Deutsch. Beim Gang ins Restaurant begegnete mir ein sehr wohlgenährter Tuba-Bläser in Sepplhosen. Ich wollte ihm den Vortritt lassen mit seinem schweren Gerät und sprach ihn in Deutsch an. Worauf prompt kam, dass er Amerikaner sei und kein Deutsch könne. Als ich ihn fragte, wie er es denn mit dem deutschen Bier halte, deutete er auf sich und sagte: "Very Good". Kann ich bestätigen - in der Zeit in der wir dort waren, hat er dienstlich (! )3 Maßkrüge geleert und weitere, von amerikanischen Gästen spendierte Gläser standen noch voll da rum! Im übrigen spielte auch ein Alphornbläser die amerikanische Nationalhymne, worauf alle Amerikaner frenetisch klatschten. Für mich klang das nicht sehr gelungen.....
Anni bekam ihre Nürnberger Rostbratwürstchen und ihr Sauerkraut und ich nahm Leberkäse mit Kartoffelsalat. 10.95 Dollar fand ich zwar happig, aber da 1 Liter Bier 12,95 Dollar kostet (letztes Jahr noch 9.95 Dollar), war das noch fast geschenkt. Geschmeckt hat es allemal und richtig satt geworden sind wir auch.
Der netten tschechischen Empfangsdame habe ich noch ein paar Speisekarten abgeschwatzt. Denn schließlich ist momentan "Oktoberfest" bis zum 31.10. und Siegfried von Siegfried und Roy hat "o´zapft". Und das ist in einem Sonderblatt dokumentiert. Das Hofbräuhaus finden Sie übrigens nur wenige Strassen vom Strip entfernt (Harmon Street, das ist die direkt am Harley Davidson Shop)! Man nennt das Hofbräuhaus hier auch: Bavarian Restaurant!

                 

Danach mussten wir natürlich wieder Bewegung haben. Schräg gegenüber vom Hofbräuhaus befindet sich das "Hard Rock Cafe" - und nicht nur das, sondern auch ein Hotel und ein Casino. Dürfte wohl auch einmalig in dieser Kombination auf der Welt sein. Wir waren natürlich auch im Casino, haben ein bisschen fotografiert. Anschließend wollten wir im Cafe selbst einen leckeren Cappuccino trinken. Aber das war wohl nix. Der Laden war brechend voll mit Lunch-Gästen. Allerdings kamen wir uns altersmäßig  auch ein paar Monate zu alt vor. Also haben wir auf den Cappuccino verzichtet, den es eh nicht gab......


        
Weitergefahren sind wir dann noch ins Las Vegas Outlet. Dort bekamen wir unseren Cafe. Das Outlet selbst ist nicht der Brüller - finde ich. Gut, es gibt ein paar große Namen wie Hilfiger und Samsonite. Aber sonst waren das eher unbekannte Geschäftes-Namen, die auch einige Markenprodukte führten, besonders im Schuhbereich. Ach ja, Wrangler und Nike waren auch da. Aber voll war es trotzdem. Viele Mexikaner aus Las Vegas waren auf den Beinen. Und gekauft wurde reichlich. Wir haben nichts gekauft. Vielleicht waren wir zu müde. Oder es gab nichts Interessantes oder wir hatten einfach keine rechte Lust mehr. Schließlich war es bereits nach 16:00 Uhr. Wir sind dann nur noch für morgen früh Sandwich fürs Frühstück einkaufen gefahren im nahe liegenden Supermarkt. Ist nix, hungrig irgendwo hinzufahren und auf Brunch zu warten - siehe heute...


Und morgen bieten wir ja den Chat an und da bleibt hoffentlich keine Zeit für Brunch - auch nicht hier im Casino. Wir werden morgen erst am späten Nachmittag raus fahren und das folgende Nachtleben von Vegas einfangen - in Foto und Film. Und vielleicht kriege ich ja dann doch noch meinen Show-Besuch bei den "Chippendales" im Rio. Sie wissen schon, wen ich meine. Auch wenn Anni meint, dafür wären wir nun wirklich zu alt........
Ich würde mich übrigens freuen, wenn Sie morgen mal in den Chat ab 19:00 Uhr deutscher Zeit reinschauen würden......

16.10.2005 Las Vegas

unsere heutige Casino-Tour:

Welch ein schöner Sonntag. Wir danken allen die mitgemacht haben beim Chat. Wir haben uns sehr darüber gefreut.
Nach der Beendigung des Chat mussten wir die Putzfrau - sprich Room-Maid hier reinlassen. Da sie aber ihren täglichen Dollar kriegt, war sie gnädig. Wir sind dann in die Stadt gefahren über die Autobahn, weil wir noch mal nach Wal-Mart wollten, mir eine weitere Jeans zu kaufen. Die sind hier konkurrenzlos billig. Da steht zwar nicht Wrangler drin oder drauf, aber dafür sind sie praktisch, mit Stretch und sehr preiswert. Mit 16.50 Dollar ist man dabei. Und das ist das weiche Jeans-Material und nicht das unbequeme "stonewashed", das so hart wird im Material.
Danach war dann doch wieder Lunch angesagt. Und da zufällig ein chinesisches Super-Büffet gegenüber von Wal-Mart ist und wir letztes Jahr da schon mal hervorragend gegessen haben, sind wir auch heute wieder hin. Sonntags haben -neben dem klassischen Buffet auch "Fisch-Tag". Also fertige Scampis, Shrimps zum Puhlen, Crabs zum Knacken und vieles Fischige mehr. Anni hatte ganz glückliche Augen und den Teller voll. Allerdings war das nichts gegen die Portionen, die die Mexikaner vertilgten. Mein Gott geht da was rein - jedenfalls bei all denen, die um uns herum saßen. Das Lokal war rappelvoll und 80% davon waren Mexikaner. Nein, Bilder vom Essen gibt's heute keine.......

Nach dieser Mahlzeit war es nur logisch, wieder ein bisschen zu laufen. Wir fuhren zum Wynn-Hotel. Das hat erst vor ein paar Monaten seine Pforten geöffnet und wir waren natürlich neugierig, was da so abgeht. Das Parkhaus ist in  Level 2 zu empfehlen. Da geht die Parkhaus-Tür direkt zum Casino hin auf. Als erstes erblickt man eine große Ferrari-Verkaufs-Ausstellung. Und direkt dahinter/daneben die feinsten Ferraris zum Gucken aus der Ferne. Aber Extrem-Preise haben die für die Artikel- und so lange ich hier noch nicht meine Million gemacht habe, kann ich da nicht einkaufen gehen.
Das Hotel sieht sehr elegant aus, überall Kronleuchter und viel Plüsch und Pomp. Aufgefallen ist mir, dass hier vorwiegend Karten gespielt wird. Automaten sind zwar auch da, aber längst nicht sooo viele. Und Geld wirft man hier auch nicht mehr ein, sondern entweder eine Banknote oder man ist Member mit knallroter Membercard und  Kredit/Guthaben.
Klar, wir sind jetzt auch Member und hätten theoretisch 10 Dollar verprassen können, die man als "Giveaway" bekam. Hätte man die verspielt, hätte es Punkte gegeben und dafür hätte man wieder was gekauft und so weiter und so weiter. Wir haben damit noch nicht gezockt - die Zeit und die Muße zum Spielen haben wir einfach noch nicht gefunden und Zocker sind wir ohnehin nicht. Natürlich gibt es auch einen Golfplatz und Außenanlagen und ein Pool-Landschaft, Wasserfälle und was man so als Hotel heutzutage alles so bieten muss. Und heute habe ich hier auch die erste Rund-Rolltreppe gesehen. Wusste gar nicht, dass das technisch geht. Unsere Rolltreppen sind immer gerade ausgelegt. Natürlich gibt es auch die Arkaden, in denen die namhaften Designer sich die Ehre geben. Teuer natürlich. Gerne hätten wir uns die Ausstellung mit der Sammlung an namhaften Malern angesehen, die Steven Wynn schon seit 2 Jahren in Vegas hat. Hier wimmelt es vor Monet, Manet, Degas und wie sie alle heissen. Aber dazu braucht man Zeit. Und die wollten wir uns heute nicht gönnen. Aber es ist im Hinterkopf gespeichert. Und 6 Dollar Eintritt für Lauf-Touristen sind dafür ein Spottpreis.





Natürlich gibt es auch hier im Hotel jede Menge Restaurants, Cafe´s und diverse Shows im Angebot. Die allerbeste "Show" hätten wir uns gerne angesehen, aber die ist erst im November. Da boxt der große Klitschko gegen Rahmann!
Ach ja, 2 Dollar habe ich auch verzockt - bei Keno. Dabei ging´s weniger ums Zocken als darum, die Stifte und die Gebrauchsanweisung in die Finger zu bekommen. Und natürlich den Original-Wettschein. Hätte ich alle 10 Kreuzchen richtig gehabt, dann hätte ich den ausgestellten Ferrari gewonnen. Aber ich war nah dran - ich hatte 3 Kreuzchen richtig! Anni wird die Bilder dazu morgen ins Fotoalbum nachreichen......
Und originale Spielkarten haben wir gekauft. Letztes Jahr konnte man in den meisten Casinos auch noch originale Spiel-Würfel kaufen. Dieses Jahr ist es fast unmöglich, welche zu bekommen. Sowohl die Karten als auch die Würfel entwickeln sich in den großen Hotels zu einer sehr teuren Rarität. Meine Ebay-Kunden werden dieses Jahr richtig traurig und enttäuscht sein. Wenigstens die Chips gibt es noch zu kaufen.

Gegen 16:30 Uhr machten wir uns wieder auf den Heimweg. Zwar haben wir heute nur das momentan größte Hotel-Casino "gemacht", aber morgen ist auch noch ein Tag.
Morgen fahren wir ins Mirage-Parkhaus und klappern von dort das Mirage, Treasure Island, das neue/alte Caesar´s und das Venetian ab. Danach haben wir dann mit Sicherheit wieder Schuhgröße 58! .........

17.10.2005 Las Vegas

unsere heutige Casino-Tour:

Welch eine Überraschung heute Nacht um 3:00 Uhr: ein Wüstensturm fegte über Jean. Es heulte, jaulte und pfiff ganz erbärmlich und an Schlafen war erst mal nicht zu denken. Wir standen am Fenster und versuchten in der Dunkelheit was zu sehen. War nicht viel, nur fliegenden Sand. Am Morgen bei Licht war auch nicht mehr viel, nur die Luft hing voller Sandstaub. Das Wetter verhieß allerdings nichts Gutes: schwarze Wolken hingen über den Bergen und Regen kündigte sich an. Als wir gegen 9:30 Uhr Richtung Las Vegas fuhren, schüttete es hier in Jean schon.
Wir hatten uns nur ein kleines selbst gebasteltes Frühstück gemacht, mit Saft und Kaffee und Matschbrötchen, denn wir wollten uns einen späten Lunch im Mirage gönnen.


Die Fahrt in die Stadt war wie immer: mal wieder unterwegs tanken, mal wieder den Fliegern zusehen, die heute über die Stadt reinlandeten - das bedeutet immer 10 Meter über der Strasse und knapp am Mandalay vorbei und zusehen, dass wir ins Parkhaus vom Mirage kamen. Die Stadt ist noch immer überfüllt und wenn dann der 4-spurige Strip auf eine Spur zusammengestrichen wird wegen Bauarbeiten, dann dauert es lange....
Aber nichts desto trotz, um 10 Uhr begannen wir unseren Rundgang. Das Mirage ist eines der älteren Hotels, aber mit viel Tradition behaftet. Wir haben in verschiedenen Jahren dort genächtigt und ich muss sagen, mir macht es immer wieder Spaß, dieses Hotel zu betreten. Es hat sich seinen besonderen Stil und Flair erhalten. Auch ohne Siegfried und Roy ist es immer noch Anziehungspunkt vieler Menschen aus aller Herren Länder. Und es sind sehr viele Business-Leute darunter. Wir haben die Runde gedreht. Auch hier wird an einigen Ecken gehämmert und gewerkelt. Es wird auch dem Mirage nicht erspart bleiben, sich den modernen Gegebenheiten anpassen zu müssen. Heute morgen hatten wir sogar Glück. Einer der weißen Tiger hatte "Frühschicht" und so konnten wir einen Blick auf ihn werfen....

Nach gut einer Stunde sind wir weiter gezogen zum Caesars Palace. Dieses Hotel hat ebenso viele Jahre auf dem Buckel wie das Mirage. Früher glänzte es damit, dass es die erste "Shop-Meile" hatte und einen Himmel, der in Intervallen den frühen Morgen bis Sonnenuntergang simulierte. Und wenn es "dunkel" war, krächzte Bacchus und Konsorten plötzlich los, nach dem Motto: Wein, Weib, Gesang. Es war immer eine Überraschung für Unwissende, dass diese 5-6 Figuren sich plötzlich bewegten. Ist uns beim ersten Mal auch so gegangen. Heute wird z.B. vom "Aladdin" gegenüber diese "Tag-Nacht"-Nummer" kopiert.

Aber im letzten Jahr hat Caesars außer dem Casino, ganz groß umgebaut und war noch nicht fertig gestellt, als wir hier waren. Um so neugieriger waren wir natürlich, was sich da nun getan hat. Und ich muss sagen, wir waren sehr, sehr überrascht. Der Eingang zu den Shop´s war eine Ecke weiter und dafür so was von bombastisch, dass wir den Mund nicht zukriegten. Gestern hatte ich meine erste "Rund-Roll-Treppe" im Wynn gesehen, hier waren es dann direkt 4 Stück davon! Dazu eine 3-stöckige Halle, mit Säulen, Figuren, Decken- und Wandgemälden, Wasserspielen und viel Platz für die ganzen Shops. Beeindruckend. Und dann gab es da vom obersten Stock die normale Rolltreppe, die einen nahtlos wieder in die alte Anlage überführte.

Der Unterschied, der dann folgte war der, dass Bacchus zwar immer noch rumkrähte und alle Leute begeistert klatschten, aber dass dahinter nicht das Casino wie früher anfing, sondern eine riesige Shoppingmeile neu angebaut worden war. Es dauerte über eine Stunde, bis wir das Ende dieser Shop-Strasse - in der sich natürlich sehr viele der Weltmarken mit z.B. Klamotten, Schuhen, Uhren und Schmuck befanden, erreicht hatten. Dort befand sich eine Art Rund-Aquarium mit ganz vielen, großen und kleinen flotten Fischen. Es war bunt und lebhaft und viele Menschen saßen einfach vor den Glasscheiben und schauten dem bunten Treiben zu. Daneben gab es natürlich auch hier und "unterwegs" jede Menge große und kleine Restaurants - auch von namhaften Köchen wie das "Spago" von Puck.

Der beste Renner aber am Ende dieser Runde war die Ausstellung von Ferrari!, Maserati, Lotus, Mercedes, einiger Oldies und absolut ausgefallene Motorräder. Ich kann nach diesem Trip in den neuen Bereich von Caesars nicht sagen, dass "Wynn" besser oder aufregender ist. Caesars hat sich ungeheuer gemausert, vor allem, wenn man den Vergleich zu früher ziehen kann.

Da auch ein "Colloseum" gebaut worden war, wollten wir nun wissen, wo es ist und wofür es steht. Jetzt wissen wir es: Es ist die künstlerische Heimat von Celine Dion, die hier ihre abendlichen Shows absolviert. Und wenn sie nicht hier ist, dann kommt z.B. Elton John auf ein Gastspiel. Und die Leute standen heute Schlange, um noch ein Ticket für die Show von Celine Dion für heute Abend an der Tageskasse zu ergattern.
Es war mittlerweile 13:30 Uhr und das geplante Essen im Mirage fiel dem Regen, der mittlerweile Las Vegas überschüttete, zum Opfer. Aber auch im Caesars gibt es ein Büffet - klein, fein und auf Fisch-Esser ausgelegt. Pech für mich, aber ich bin trotzdem satt geworden. Anni strahlte wieder: Crabs, bereits fertig "gepulte" Shrimps, noch irgendwelche gut schmeckenden Meerestiere und als Krönung auf dem selben Teller - wie ein Ami - Prime-Rib. Ja, satt geworden ist Anni auch und Nachtisch passte nicht mehr in ihren Bauch. Auch wenn das alles wieder nach Völlerei klingt - Essen ist ja auch was Feines - das war´s dann auch für heute. Jetzt sitzen wir brav hier, nuckeln am Chemiebier und gucken in die TV-Röhre.


Eigentlich wollten wir noch zum "Venetian". Aber das Wetter war so schlimm - das Wasser stürzte förmlich vom Himmel. Muss man sich mal vorstellen - mitten in der Wüste regnet es aus Eimern. Wir sind dann ein paar Meter durch den Regen geflitzt, um wieder an den Durchgang zum Mirage zu kommen. Da es bereits nach 15:00 Uhr war, beschlossen wir, es für heute genug sein zu lassen. Anni wollte noch packen, einpacken, umpacken, zusammenpacken und was weiß ich nicht noch alles. Wir zocken hier zwar nicht, oder nur ein bisschen, aber einkaufen tun wir sehr wohl. Und das muss ja auch alles verstaut und verpackt werden. Und Anni ist diesbezüglich die absolute Meisterin (wie praktisch für mich.....).

Kaum waren wir durch den Regen fahrend gegen 16:00 Uhr hier in Jean endlich eingetroffen, hörte es genau für 10 Minuten auf zu regnen. Aber kaum waren wir in unserem Zimmer, das ging hier ein Gewitter ab, es war nicht zu glauben. Erst regnete es senkrecht in Strömen und dann fiel im ganzen Ort das Licht aus, nur der Notstrom im Hotel funktionierte noch. Ganz schön gespenstisch. Ich war froh, jetzt nicht auf dem Strip zu sein, denn denen stand unser Regen ja noch bevor. Jedenfalls ist es jetzt nach mehr als einer Stunde "-Thunderstorm" draußen, wieder ruhig. Es ist kühl und die Luft riecht richtig frisch. Auch der Wüsten-Staub der vergangenen Nacht ist wieder weg aus der Luft. Und die Lampen brennen auch alle wieder.

Morgen wollten wir eigentlich ins "Valley of the Fire" fahren. Aber bei diesem Wetter macht das wenig Sinn. Wir werden heute Abend noch überlegen, was wir morgen unternehmen. Ich lasse mich auch mal überraschen......
 

18.10.2005 Regen - Gewitter und ein bisschen nasses Las Vegas

 unsere heutige Casino-Tour:    

Ich hatte es ja gestern schon gesagt: das Wetter ist lausig. Völlig ungewohnt und für Las Vegas und Wüsten-Umgebung einerseits sicher gut wegen des Wassers, aber schlecht für´s Geschäft.
Gestern Abend fand ich es noch aufregend, dass das Wasser senkrecht und fast geräuschlos vom Himmel fiel - so wie bei uns Wolkenbrüche. Dazu ringsum Gewitter. Aber als es sich die ganze Nacht dranhielt, war der Schlaf ein bisschen kurz, zumal immer wieder zwischendurch regelrechte Stürme draußen tobten. Heute morgen hätte es eigentlich hell draußen sein sollen, aber es war weiterhin pechschwarzer Himmel und nur die Blitze zeigten, dass es eigentlich schon Tag war. Stromausfall hatten wir auch einige Male.
Wir haben es trotzdem gelassen genommen. Bei sooo viel Urlaub sind auch ein paar Regentage kein Beinbruch. Wir sind gegen 9:00 Uhr runter ins Casino, bzw. zum Frühstücken gegangen. Und dann haben wir beschlossen, jeder 1 Dollar zu investieren und zu spielen. Anni spielte an dem 1-cent-Automaten und ich spielte lieber Karten am Automaten. Und wie das Leben manchmal so ist, wir üben gerade an unserer Million, die wir noch gewinnen wollen: Anni gewann 12 Dollar mit ihren 1-cent-Dingern und ich 20 Dollar mit meinen Karten. Somit hatte der Tag schon mal positiv angefangen. Und den Rest zur Million schaffen wir auch noch........
Gegen 11:30 Uhr, als es gerade mal etwas weniger regnete, machten wir uns auf die Socken in die Stadt. Es regnete und regnete und regnete auch dort. Kaum ein Mensch auf der Strasse, selbst die Autoschlangen waren kürzer als sonst. Der Flugverkehr lief wieder und die Casino-Reklame an all den großen Häusern blinkte und blitzte auch tapfer - auch wenn kaum jemand da war, um hinzugucken.
Wir fuhren direkt ins Parkhaus des "Venetian" und landeten so trocken im Gebäude und erst mal in den unzähligen Shop-Arkaden. Witzigerweise fuhren heute keine Gondeln. Wasser hätten sie doch wohl genug gehabt - und das auch noch kostenlos.....Aber irgendwas Technisches stand heute im Weg und da war es nix mit der Gondelage innen und außen. Es hielt aber die Touristen nicht ab, trotzdem die Restaurants zu bevölkern, den Minnesängern zuzuhören und die Zauberer und Jongleure zu bewundern. War auch ein schöner Anblick. 
     
Wir bewunderten mal wieder den Regen vom Balkon aus. Und die schöne Innentreppe mit ihren prunkvollen Deckengemälden. Dieser wohlgenährte Tenor aus Italien - Luciano Pavarotti stand auch vom letzten Jahr als Wachsfigur noch rum. Wollte ihn wohl keiner engagieren?
Im Casino haben wir nur die Runde gedreht wegen der Chips. Würfel gab es auch hier keine mehr zu kaufen. Ich muss sagen, ich habe eigentlich genug von all diesen Casinos und ich wünschte, morgen wäre wieder eitel Sonnenschein und man könnte mal was anderes unternehmen. Anni geht es ähnlich.



Außerdem zwicken ganz unplanmäßig meine amerikanischen "Einschusslöcher" von der Gallenoperation, und ich habe dann natürlich auch keine Lust, noch weiter durch irgendwelche anderen Casinos zu schlurfen. Wir fuhren also zurück nach Jean. Das Mittagschläfchen hat dann richtig gut getan und gegen 17:00 Uhr meldete sich dann auch der Hunger wieder.
Und da Anni immer noch auf ihr Lieblings-Fleisch-Gericht "Prime Rib" wartete, sind wir also runter ins Casino und haben lecker Mittag -und Abend gegessen. Mir reichten 4 Hühnerbeine, die man komischerweise mit Salat-Dressing isst. Habe ich da mal irgendwas verpasst, weil ich das nicht wusste? Es schmeckte übrigens gut mit dem Ranch-Dressing.
Als wir wieder auf´s Zimmer kamen, regnete es draußen schon wieder in Strömen und es ist kalt! Macht einen richtig müde und unlustig. Im amerikanischen Fernsehen gibt´s auch nur Schwachsinn. Und viele Sender gibt es hier sowieso nicht, denn schließlich sollen die Leute ja zocken und nicht Fernsehen gucken.
Am Freitag fahren wir endlich weiter - mit oder ohne Besichtigung von "Valley of the Fire".
Wir haben in Kingman/AZ gebucht und zwar 2 Nächte kostenlos in einem Days Inn. Geht ganz einfach. Wir sind letztes Jahr "Member" geworden in einem Club namens "Tripreward". Kann man auch von Deutschland aus werden. Dort sind eine Menge der klassischen Motels vereinigt. Und bei jeder Übernachtung in einem dieser Mitglieder-Motels gibt´s Punkte. Und das läppert sich für Langzeit-Urlauber schon zusammen. So können wir dieses Jahr 2 Nächte kostenlos übernachten. Es gingen auch Flugmeilen-Erwerb oder kleine Geschenke statt dessen, aber für uns sind Übernachtungen natürlich interessanter. Ist vielleicht mal ein Tipp für Interessierte.
Tja, was morgen sein wird? Wir wissen es nicht. Geplant wird erst morgen........

                    

19.10.2005  und wieder Las Vegas

unsere heutige Casino-Tour:

Mein erster Blick heute morgen galt dem Wetter: und siehe da - blauer Himmel bis kurz vor Vegas. Da hing eine dicke Nebelglocke. Aber mein Optimismus sagte mir, dass das in 3 Stunden vom Tisch ist. War zwar ein Irrtum, dazu aber später mehr.
Es liegt mir noch am Herzen, was loszuwerden. In den letzten Tagen und sicherlich auch in den folgenden finden Sie auch weiterhin immer wieder Bilder mit Essen vor. Klar, Sie sollen einfach sehen, was man hier alles so Tolles essen kann. Aber es macht auch Spaß, gerade hier in Las Vegas die Casino-Büffet´s abzuklappern. Und Anni meinte vorhin auf meinen Protest, dass schon wieder Essens-Bilder im heutigen Bericht sind, ich sähe das alles falsch und viel zu eng. Hiermit würden doch nur Feinschmecker-Qualitäten dokumentiert.....
Wir kauten also wieder auf unserem Zimmer unser morgendliches Matschbrötchen und tranken den lauwarmen Kaffee und machten uns dann auf den Weg. Bedauerlicherweise war das Wetter in Las Vegas, anders als hier in Jean, sehr! bescheiden. Es regnete zwar nicht mehr, aber es war kalt und ungemütlich. Ursprünglich wollten wir in das Parkhaus des Casinos "Paris" fahren, verpassten aber die Abfahrt dahin. Und da nichts Zufall ist, landeten wir im nächsten Parkhaus, und das war das vom "Flamingo". Ich muss sagen, ich war von den Socken. Jahrelang sind wir daran vorbei gegangen, oder allenfalls innen durch - vorne rein und geradeaus hinten raus.
Das Flamingo ist eines der ältesten Hotels der Stadt und war der Traum von Bugsy Siegel, dem damaligen Oberganoven. Seine Herzens-Flamme hieß mit Kosenamen "Flamingo", und so entstand dieses Hotel um 1946 eben mit diesem Namen. Ich empfand es immer als kitschig mit der großen Blüte und den Flamingos vorne dran.
Heute landeten wir also im Parkhaus vom Flamingo. So sah ich zum ersten Mal diese tolle Welt hinter diesem Hotel-Klotz, der vorne an der Strasse steht. Es gibt eine riesige Badelandschaft, eine Menge Park-Wege durch einen exotischen Garten mit Wasserfällen, Brunnen mit künstlichen Flamingos, aber auch mit Teichen in denen sich Koi´s ungeahnter Größe tummelten. Dazu eine kleine Kolonie Pinguine, viel, viel Grün, Palmen und Ruhe. Nichts war vom Straßenlärm zu hören. Da war ich dann erst mal überrascht. Wir gingen auch durch Teile des Casinos, mit vielen Ruhezonen, netten Cafes, "Kantinen" -Frühstücksbereiche (macht das Essen billig), und natürlich die unvermeidlichen Casino-Spielbereiche. Auch gibt es einen direkten Anschluss an die Monorail-Bahn, dazu aber später mehr. Ich habe mir mal so die Hotelpreise des Flamingo im Internet angesehen - Überraschung: momentan läuft eine Promotion mit 59 Dollar pro Nacht pro Zimmer für den November - und das für ein 4-Sterne-Hotel direkt am Strip. Werde ich mir fürs nächste Jahr merken. Man lernt ja nie aus!
            

Aber unser Ziel war ja "Paris - Aladdin - Bellagio". Und so gingen wir dann zum Casino/Hotel "Paris". Es ist kein riesiges Haus, aber der Eiffelturm ist unübersehbar. Und man kann sogar hochfahren, da sich dort oben ein Restaurant befindet. Mir gefällt das Hotel, weil es so ein bisschen Pariser Flair und Atmosphäre vermittelt - besonders im "Verpflegungssektor". Da gibt es an vielen Stellen diese kleinen Cafes, wo man aus großen Tassen Kaffee trinkt und das Croissant hineinstiebt. Oder kleine verwunschene Ecken zum Sitzen und Champagner schlürfen. Oder auch ein Restaurant mit Büffet!, das riesengroß ist. Dazwischen kleine Geschäfte und keine Endlos - Malls. Alles ist überschaubar, auch der "Zockerbereich". Mittendrin sieht man in der Decke die drei Stützen des Eiffelturms verschwinden und alles ist licht mäßig ein bisschen "dezent dunkel" gestellt. Macht Spaß, dort zu flanieren. Ist fast wie in Europa. Und natürlich fehlte draußen, fast im Hintergrund, auch nicht der "Arc de Triomphe" und der Ballon aus: in 80-Tagen-um-die-Welt.




Nur ein paar Schritte weiter befindet sich das "Aladdin", ein sehr großes Haus mit einer riesigen Shop-Meile. Stellenweise im Stil eines orientalischen Basars. Es war nicht viel los dort, weder beim Shopping, noch im Casino selbst. Wir haben uns beide nicht so wohl da gefühlt und sind nach einem Rundgang wieder raus um ins gegenüberliegende "Bellagio" zu kommen.
          
Das Bellagio war bis vor der Eröffnung des "Wynn" das neueste, größte und modernste Haus am Strip - wenn man mal davon absieht, dass denen letztes Jahr - just als wir dort waren, der Strom komplett ausfiel. Eine ganze lange Woche lang. Die Verluste gingen laut TV in die Milliarden. Ich fand es damals nur bewundernswert, wie ruhig und gelassen die Evakuierung der Gäste und das Sperren des Casino-Teils vor sich ging. Die besondere Attraktion im Außenbereich des Hotels sind die Wasserspiele, die besonders im Dunkeln volle Wirkung zeigen. Aber auch tagsüber sieht es Klasse aus- zumal immer ein bekanntes Lied die Vorlage für die verschiedenen Wasserspiele sind - heute war es "Time to say Good bye". Hinter dem Rezeptionskomplex im Haus selbst gibt es einen wunderschönen kleinen "Garten", der immer der Jahreszeit entsprechend dekoriert ist. Heute war es das Thema Herbst.
Ansonsten - wie gehabt, ein Casino vom Feinsten, groß mit viel Plüsch. Auch hier die berühmten Einkaufs-Meilen mit den namhaften Designern unserer Zeit, die Show-Angebote und natürlich viele Restaurant - und ein Büffet, und das heißt auch so!
               
                        
Da es mittlerweile nach 13:00 Uhr war, stand halt wieder Essen auf dem Plan. Ich denke, nirgendwo ist das Angebot und die Auswahl an Büffets in den großen Häusern so vielfältig und ausgefallen am Strip. Früher allerdings kostete ein Lunch 7,99 Dollar und das war schon teuer. Heute geht unter 17.95 Dollar plus Tax kaum was. Ich muss sagen, ich bin trotzdem froh, wenn wir am Freitag abreisen. Büffets sind anstrengend.....Anni war es wieder recht. Es gab wieder Fisch in allen Variationen bis zum Abwinken. Es gab auch reichlich Fleisch, aber ich mag kein Lamm und auch kein Roastbeef. Und Hähnchen und chinesische Küche samt italienischer Pizza hängt mir zum Halse raus - aber satt werde ich trotzdem immer. Wenn ich wieder zu Hause bin, möchte ich mal wieder ein richtig schönes, großes Schnitzel mit Bratkartoffeln und Erbsen.....

                  

Nach diesem mächtigen Essen machten wir uns auf den Weg zurück zum Flamingo. Aber eigentlich hatten wir noch keine Lust nach Hause zu fahren. So nutzten wir die Gelegenheit, vom Flamingo aus die Monorail-Bahn zu benutzen. Im Eingangsbereich des Hotels stand ein Automat für die Tickets. Es gibt Einfach-Tickets für 3 Dollar, Tagestickets für 10 Dollar oder 3-Tages-Tickets für 25 Dollar. Wir nahmen das Einzelticket. Und da wir kein passendes Kleingeld hatten, sondern nur die "grünen Scheine", wechselte uns der Automat anstandslos unseren 20-iger. Wir bekamen 14x 1-Dollar-Münzen ausbezahlt! Grosse Überraschung. Ich wusste gar nicht, dass diese noch so richtig im Umlauf waren. Als Sammlerstücke ja, aber als richtiges Geld?? Wir haben uns richtig gefreut. Die ollen, vergammelten Münzen haben wir später getauscht, die guten Münzen behalten wir - als Sammlerstücke!
Nun gut, wir fuhren dann bis Endstation - das ist das "Sahara". Vorgestellt hatten wir uns, dass wir dann mit dem Trolley, der straßenmäßig die Hotels anfährt, wieder zurück zum Flamingo fahren würden. Pustekuchen. Gerade das Sahara wird nicht vom Trolley angefahren. Wir also kurz entschlossen an der Endstation gedreht und wieder zurückgefahren mit der Monorail. (Hätten wir noch mal bezahlen müssen??) Unterwegs konnten wir dann auch einen Blick von oben auf den sagenhaften Golfplatz des "Wynn"-Hotels werfen. Man muss schon sehr, sehr reich sein, um mitten in der Stadt auf bestem Baugelände für mindestens 5 weitere Hotelkomplexe, statt dessen einen Golfplatz zu bauen.

Wir sattelten unser Auto und fuhren zurück, da es mittlerweile doch an die 17:00 Uhr geworden war. Nun haben wir immer noch keine Nachtaufnahmen vom Strip und wir wissen nicht, ob das Wetter morgen "Valley of the Fire" zulässt. Wenn nicht, dann hat es eben nicht sollen sein, dann wird Anni bestimmt morgen ausgerechnet vor dem Riesen-Büffet im "Paris" wieder ihren Hunger bekommen....... Lassen wir uns überraschen......

20.10.2005 Las Vegas

unsere heutige Casino-Tour:
 

Heute war wieder ein strahlender Sonnentag. Blauer Himmel bis zum Horizont und wir waren wild entschlossen, endlich mal wieder "Valley of the Fire" aufzusuchen. Ein schnelles Frühstück und ab ging es.
Danach ging so manches nicht mehr. Die Strassen, auch die um Las Vegas herum, waren proppenvoll vor allem mit Lastern aller Größen. Dann erwischte ich fast die Abfahrt nach Henderson nicht, nur um dann festzustellen, dass es die falsche Abfahrt war. Wir wollten ja nicht zum Hoover Dam. Dann versuchte ich wieder zu "drehen", was aber auch nicht klappte, weil ich mich schon wieder auf einer anderen, neu gebauten Brückenabfahrt befand und wieder auf dem Weg nach Vegas war. Und die Abfahrt, die wir suchten, tauchte einfach nicht (mehr) auf. Ich sah dann den "Charleston Blv." - ist mir vom Einkaufen bekannt, nur war das die falsche Seite mit der Hausnummer 1000 und wir mussten, um wenigstens auf die I-15 zu kommen, mind. bis Hausnummer 12.000 fahren.
Und soll ich Ihnen was sagen: wir hatten keine Lust mehr. Wir kennen uns eigentlich sehr gut aus in Vegas, aber halt nur "eigentlich" - das haben wir heute gemerkt. Also nutzten wir unsere Unlust für Besichtigungen und gingen statt dessen shoppen.
Irgendwie kriegt man nie das Richtige gekauft, oder man hat immer noch nicht alles an Souvenirs zusammen. Zumal ich ja eine Menge für mein Ebay brauche. Und so suchten wir uns durch alles Geschäfte, besonders die der Inder. Die haben eigentlich immer irgendwas Hübsches und manchmal ist es auch nicht "Made in China". Gegen 14:00 Uhr waren wir es aber auch satt mit der Shopperei und überlegten, wem am Strip wir noch die Ehre geben.

Und da fiel uns eigentlich nur noch das "Monte Carlo" ein. Ist auch ein Riesentempel, kurz hinter dem New York, aber nicht sooo bekannt. Das besondere in diesem Hotel ist für uns nur die Tatsache, dass es dort eine Brauerei mit wirklich leckerem Bier gibt. (ich frage mich NICHT, wo der Braumeister sein Handwerk gelernt hat....)
Nach einem Kurzbesuch im Casino und den angeschlossenen Shops sind wir dann dorthin geschlendert - für ein leckeres Bierchen für Anni ( ich hatte heute Fahrdienst) und vielleicht einem "Caesar Salad" für jeden von uns. Aber 12 Dollar für den Salat fanden wir dann doch happig. Also zurück zum Lunch-Büffet. Das kostete 11.95 plus Tax. Das Essen war gut, aber sicherlich kein Vergleich mit den Büffet´s der Vortage. Es fehlte eigentlich komplett das Fischbüffet. Gut für mich, schlecht für Anni.....Aber sie hat sich dann dreimal Eis geholt und ausnahmsweise auch ein Stück Kuchen und dann passte es bei Ihr auch wieder..... Auf das Bierchen hat Anni auch verzichtet. Ich muss Ihnen allerdings sagen, ich bin sooo froh, dass wir morgen weiterreisen. Kein Büffet mehr, kein Casino mit seinem Gebimmele und keine Hunderte von Kilometern mehr zu Fuss - herrlich die Aussicht.



Nach dem Monte Carlo fuhren wir Richtung Jean. Anni wollte noch unsere Einkäufe sorgsam verpacken, damit auch alles wieder ins Auto passt. Ich hoffe nur, dass wir nächsten Freitag nicht so wahnsinnig viel Übergepäck haben ...
Jetzt gehen wir gleich noch an der Casinokasse unten ein paar Traveller - Checks tauschen. Die haben sich auch dieses Jahr wieder problemlos bewährt. Und dann war es das für dieses Jahr hier.
Anni´s Lieblings - Casinos sind: Paris - Caesars - Luxor. Von den Büffets, die wir getestet haben, mag sie das vom Bellagio am liebsten - wegen dem ganzen Fisch. Meine liebsten Hotels sind: Mandalay - Mirage - Paris. Und ich war am liebsten am Mandalay - Büffet. Natürlich ist das subjektiv. Verzockt haben wir nichts, weil zur rechten Zeit immer irgendwelche Kleingewinne kamen. Und übernachten werden wir nächstes Jahr mal im Flamingo, falls das klappt.
Dass wir jetzt weder das Death Valley wegen dem Regen, noch heute das Valley of the Fire wegen Unlust besucht haben, ist kein Beinbruch. Wir kennen beide Parks. Und nächstes Jahr gibt es wieder eine neue Möglichkeit. Und dass wir LV bei Nacht nicht fotografiert haben, können wir auch verschmerzend. Bilder dazu gibt´s ja in unserem Bericht 2004. Und wir sind nicht mit dem Trolley gefahren. Aber gesehen haben wir ihn vielfach. Ist übrigens wieder teurer geworden!
                                    

Morgen werden wir also weiterdüsen nach Kingman - Arizona. Dort wollen wir 2 Nächte -kostenlos - verbringen und an beiden Tagen fehlende Teile der Route 66 abfahren, bzw. noch mal hoch nach Oatman und noch mal die "Wüstentour" der Route 66 machen.....

 


                                                                               8. und letzte Woche unseres USA-Aufenthaltes
                                                    

21.10.2005 Abfahrt Las Vegas über ein Stück wunderbare "Route 66" von Topock über Oatman nach Kingmann

unsere heutige Route:                                           

Wenn man es sich so richtig überlegt - unsere Zeit in den USA für dieses Jahr ist bis auf eine Woche abgelaufen. Erlebt haben wir eine Menge, Spaß haben wir bis jetzt auch an unserem Trip, und es stehen ja auch noch ein paar Erlebnisse aus.....
Heute morgen ging wie immer der erste Blick zum Himmel. Dieser war bewölkt. Aber uns war es erst mal egal, heute ging es endlich weiter. Las Vegas ist immer wieder Pflicht-Teil aber immer wieder geht es einem auch beizeiten auf den Wecker und man ist froh, wieder weg zu können.
Heute morgen wurde also gepackt, und das war ziemlich chaotisch. Man braucht ja schon ne Menge Sachen für 2 Monate, aber wenn dann noch stapelweise Souvenirs dazukommen, muss man jemanden haben, der trotzdem noch "so eng" packt, dass alles erst ins Auto und später in den Flieger passt.
                                                                           
Gegen 10:00 Uhr kamen wir dann aber doch los - ohne Frühstück. Irgendwie war uns beiden heute nicht danach und wir wollten lieber unterwegs mal was essen. Naja, nach der Völlerei der letzten Tage hat uns ein knurrender Magen nicht geschadet.....
Wir also los über die 95 - einer "wüsten" Parallelstrasse zur Autobahn Richtung California und der I-15/40. Die Strecke da hin ist fast kerzengrade und sagenhaft gut ausgebaut und man darf 70 mph fahren. Bis Needles - das ist da, wo es ungefähr auf die Autobahn I-40 geht sind es 90 flotte Meilen, wenn man davon absieht, dass im kalifornischen Teil der Strecke die Strassen wieder Berg -und Tal-Bahnen waren. Wir sind dann weitergefahren bis Exit 1 auf der Arizona-Seite. Das geht da alles nahtlos ineinander über, alles kein Stress. Dort bogen wir ab Richtung Topock, das bereits auf der alten Route 66 liegt. Klar hatten wir da Hunger und es war ja auch schon spät, aber die dortigen Restaurants gefielen uns nicht - wir sind ja schließlich verwöhnt...
Also fuhren wir weiter. Für mich ist die Strecke in diese Richtung Oatman schöner als wenn man von Kingman kommt. Hier hat man die mächtigen Vulkanberge vor sich und das Licht im Rücken und das bringt es natürlich an tollen Bildern. Diese Strecke ist für mich aber auch die härteste Tour, die die Jungs damals gebaut haben. Nichts als Wüste rechts und links und im Sommer locker 50 Grad Celsius. Wie gut, dass es erst vor kurzen geregnet hat, die Kakteen mit erblühen, bzw. mit "in-grün-ausschlagen" beschäftigt sind und die Temperaturen nur um die 22 Grad liegen. Und zur Not gibts ja auch noch Klima-Anlage im Auto.....

Von Topock bis Oatman sind es vielleicht 20 Meilen und dann geht die Post ab. Oatman ist und war immer der "Nabel der Route 66-Biker". Ein Esel-Dorf mitten in den Bergen. Im Umfeld leben an die 1.500 wilde Esel, von denen einige immer wieder in die Stadt kommen, sich füttern und fotografieren lassen und dann wieder abhauen. Anni sagt immer, die "hatten heute Dienst". Natürlich gibt es dort alles zu kaufen, was sich irgendwie als Route 66 vermarkten lässt, und auch wir kaufen jedes mal wieder irgendwas.


          

Es gibt dort eine Kneipe, und in dieser haben wir dann endlich was zu essen bekommen - nach fast 40 Minuten Wartezeit. Ist lang, wenn es 15:00 Uhr ist und man Hunger hat. War was Typisches: Sandwich für mich und Hamburger für Anni. Das Herausragende an dieser "Salon-Kneipe" war aber, dass vorne auf einer kleinen Bühne so ein - auf den ersten Blick - alter Kauz Musik machte. Mit seinen langen Haaren, dem Schlapphut und dem Bart sah er aus wie Willy Nelson, der Country-Sänger. Aber die Musik, die er machte, war einsame Spitze. Natürlich war auch Country-Musik dabei. Aber dieser Mann hat eine Stimme mit der er in Deutschland Hallen füllen könnte. Ich war so begeistert und ganz glücklich, eine CD mit seinen Songs kaufen zu können. "Tom Woodard" heißt dieses Sänger-Talent - und wie ich in einem anderen Laden erfuhr, hat er im August 2006 einige Konzerte in Deutschland - München, Schweiz und Österreich mit seiner Band " Bittercreek Outlaws". Soll doch mal einer sagen, Oatman ist bloß ein Esel-Dorf.....
Die CD jedenfalls ist ein Mitbringsel für unseren lieben Alfred, der auch gerne Country -Musik hört.

        
Den Höhepunkt von Oatman fanden wir im "The Oatman Hotel". Nicht nur, dass es dort vor Tradition strotzt, nein, es ist das einzige Hotel mit Restaurant und Bar, das ich kenne, in dem die Gäste die gesamten Wände mit 1-Dollar-Scheinen tapezieren. Sie glauben es einfach nicht. Das muss man gesehen haben! Und als Höhepunkt stehen in einem Teil des Restaurants noch echte alte Harley Davidson Maschinen rum. Mein Herz schlug richtig höher. Und ich habe mir vorgestellt, Besitzer eines solchen Motorrades zu sein.

Leider habe ich ein gestörtes Verhältnis nach einem Unfall zu allen, was nur 2 Räder hat. Und so kann ich immer nur traurig gucken. Mit einer Ausnahme: als wir heute aus eben diesem Restaurant herauskamen, traute ich meinen Augen nicht! Vor der Tür stand ein absolut heiße Maschine, knallrot und mit 3! Rädern.
Gefahren von einer Braut die nur um Zählbares jünger war, trotz der blonden Haare. Was habe ich die beneidet!! Und sie war so nett und ließ mich mal in den Sattel steigen. Die Maschine stammt von VW und das Chassis wurde in USA angefertigt - keine Serie. Ihr Mann fuhr übrigens ne normale Maschine.

Gegen 16:30 Uhr machten wir uns auf den Weg, auf der anderen Seite von Oatman runter zu fahren nach Kingman. Sind so was um 25 Meilen. Auch hier jetzt im Sonnenlicht eine tolle Kulisse der Vulkanberge. An der Stelle, an der man wieder ins Tal runter fährt, steht eine alte, originale Tankstelle. Und dann sieht man nur noch die endlose Ebene vor sich. Wir wollten dann auch nur noch ins Hotel und Füße hoch und Bilder gucken.
Ein Erlebnis der weniger angenehmen Art hatten wir dann doch noch auf unserem Weg. Wir trafen eine Klapperschlange - oder umgekehrt. Nichts Ungewöhnliches in dieser Gegend. Aber es sollte uns, und besonders Anni, daran erinnern, nicht dauern irgendwo ins Gebüsch zu treten, nur um bessere Fotos zu machen. Ihnen davon ein paar Fotos von dem possierlichen Tierchen vor unserer Nase auf der Strasse und am Wegesrand.
Diese gesamte Strecke heute ist auch als Tagestour von Vegas aus zu machen. Wir sind knapp 200 Meilen gefahren mit "Schlenker".

Morgen werden wir einen anderen Teil der Route 66 fahren, den wir bei unserem letzten Besuch hier aus Zeitgründen "geschlappert" haben. Wir sind nun mal beide Fan´s der Route 66 und da sollte man seine Touren auch ordentlich fahren......

22.10.2005 Ausflug zur Route 66 nach Seligman und zurück über Hackberry nach Kingman

unsere heutige Route:                          

Der Tag begann wieder sonnig, wenn auch nicht unbedingt warm. Wir gönnten uns erst mal ein anständiges Frühstück bei "Dennys" - auch vor dem Hintergrund, dass es vor 17:00 Uhr nichts mehr zu essen gäbe.
Danach düsten wir auf der I-40  an die 70 Meilen Richtung Flagstaff - genau gesagt nach Seligman. Dies ist noch ein kleines, verschnarchtes, touristisch aufpoliertes Örtchen an der Original-Route 66. Es sind nur noch wenige Häuser in "Betrieb", dafür aber jede Menge Souvenir-Läden, von aufgemotzt bis geschmacklos und andererseits liebevoll hergerichtet. Auf jeden Fall kommen auch Busse. Heute war es einer voller schnatternder Asiaten. Früher war das einfacher, die auseinander zu halten, da gab es nur Japaner. Wir wissen nicht, wo sie herkamen, und sie verschwanden auch genau so schnell wie sie da gewesen waren. Dafür kam eine 4er-Gruppe Deutscher. Und nicht mit dem Bike sondern ganz normal mit dem Auto....



Wir machten uns wieder auf die Socken, von Seligman die echte Route 66 Richtung Kingman abzufahren. Diese Strasse ist lang, immer geradeaus und rechts und links wechseln sich unendliche Graslandschaften ab, oder es herrscht "Lüneburger Heide" vor. Mit anderen Worten - langweilig für uns. Und gerade, als bei uns beiden die ersten Gähner begannen, wurde es spannend.
In "Hackberry" ungefähr nach Zweidritteln der Strecke geht dann wieder die Post ab. Liebevoll gesammelte Altertümer, von der Wurlitzer über alte Bilder, alte Sitzgruppen, alte Theken und all dem Schnickschnack, der damals modern war. Ich fühlte mich da richtig wohl. Und natürlich gab es auch Kaffee oder kalte Getränke. Oder ausgefallene Souvenirs.

       
Und die 4 Deutschen von Seligman trafen wir da auch wieder. Ein kleiner Plausch und ein Austausch von Informationen folgte. Einer der beiden Männer hätte soo gerne ein Frischgezapftes getrunken. Schließlich war es schon 13:00 Uhr und die Kehle trocken. Aber leider gab es nur "Root-Bier" und das schmeckt eher wie Malzbier, wie er sagte. Wir ließen ihn mit seinem Wunsch allein und fuhren weiter. Vielleicht 5-6 Meilen. Und da gab es dann auf der rechten Seite "Outpost" - ein wirklicher Außenposten für durstige Kehlen, denn es gab dort frisch gezapftes Bier. Und optisch machte der Laden innen und außen mächtig was her. Ich dachte noch, wäre was für den durstigen Gesellen von vorhin - und da kamen sie denn auch schon.
Was soll ich sagen, so viele Germans hatte der Laden wohl auch schon lange nicht mehr gesehen. Einen Amerikaner - einen Biker- motivierte das so, dass er eine Lokal-Runde schmiss. Und alle waren glücklich, außer mir, ich trank nur Cola, weil heute der Fahrer. Aber wir hatten alle unseren Spaß miteinander und haben uns ausgetauscht und von tollen Reisen geschwärmt.



Gegen 15:30 Uhr fuhren zumindest wir dann weiter. Nach Kingman waren es noch gute 20 Meilen. Zu Kingman kann man nicht viel sagen außer, dass die Route 66 mittendurch läuft. Vorne rein und hinten raus sozusagen. Von der einen Seiten von Seligman kommend und auf der anderen Seite nach Oatman gehend. Natürlich wird das werblich überall herausgestellt und man ist ja froh, was Hübsches von der Route 66 zu sehen, denn es gibt nicht mehr sooo viele echte und erhaltene Teile der Strasse. In Kingman selbst gibt es alle klassischen Hotels/Motels und da der Ort an der I-40 liegt, ist er in erster Linie Schlafplatz für Trucker und Reisende. Das allernervigste hier ist allerdings der "Santa-Fee-Express". Permanent fährt in beide Richtungen irgend einer dieser  Endlos-Züge von irgendwoher nach irgendwohin. Hier in der Regel mit 4! Lokomotiven vorne dran. Und an jedem Bahnübergang heult und tutet dieser verflixte Zug. Und seien Sie sicher, es gibt hier verdammt viele Bahnübergänge....Ich weiß nicht, ob man wirklich hier leben muss.
Wir jedenfalls fuhren noch mal ins Museum und den in der Nähe liegenden Sehenswürdigkeiten der Route 66. Und dann gönnten wir uns einen Besuch in einem "Steakhaus". Nun ja, ich habe dort Salat gegessen und Anni eine Art Stück Fleisch mit vielen Zwiebeln. Geärgert hat mich, dass die Bedienung so dreist war, auf die Rechnung gleich 18% Tip aufzuschlagen. Das sind Touristen - Nepp -Methoden, die ich nicht leiden kann. Aber da sie sowieso fast den Tipp-Betrag  bekommen hätte, habe ich nichts gesagt. Nur werde ich dort nie mehr essen gehen - mag die Kneipe selbst auch noch so schön und das Essen lecker gewesen sein.
        

Anni fügt jetzt gleich noch die Bilder in diesen Bericht ein und dann beginnt aufs neue das Abenteuer "versenden". Zwar haben wir hier im Motel "Days Inn" Wireless -Anschluss, aber der ist instabil und funktioniert eigentlich nur vor Zimmer 212, in dem jemand anderes wohnt - wir wohnen 201. Nebenan im Holidays Inn ist die Verbindung noch schlechter. Gestern Abend waren wir gegenüber im Best Western und da hat die Verbindung tadellos geklappt - unseren Dank an BW. Heute versuchen wir es direkt von dort - welch ein Stress. Und hoffentlich klappt es, sonst haben Sie morgen keinen Bericht!

Anmerken wollte ich noch, dass uns die Strecke Needles-Oatman bzw. Kingmann-Oatmann um ein vielfaches besser gefallen hat als unsere heutige Tour.


Morgen fahren wir weiter Richtung Palm Springs/ Kalifornien. Vorher besichtigen wir noch den NP Joshua Tree, mit unendlich viel Kakteen. Diese Sehenswürdigkeit hatten wir dieses Jahr noch nicht. Und da einige Kakteen witzigerweise um diese Jahreszeit schon wieder blühen bzw. ausschlagen, wird das vielleicht ganz nett sein.......

23.10.2005 Fahrt von Kingman über die Route 66 und den Joshua Tree NP nach Palm Springs

unsere heutige Route:

Nach einem kleinen Hotelfrühstück heute morgen wollten wir nur noch los. Der Tag war sonnig und warm und tanken stand zuerst an, bevor es über die Autobahn I-40 gehen sollte. Und siehe da, Benzin gibt es auch für 2.65 Dollar pro Gallone - nix 3 Dollar und mehr. Hat uns richtig gefreut.
Wir sind dann auf die Autobahn Richtung Los Angeles-Barstow abgebogen. Theoretisch hätten wir auch noch mal über Oatman fahren können. Aber das wäre dann zuviel Zeitaufwand gewesen. Also bretterten wir gute 100 Meilen auf einem Autobahnstück, auf dem sich die LKW´s gegenseitige spannende Überholtouren lieferten, mit 80 mph und mehr. Wir haben immer nur die Lücken benutzt um "nicht zwischen die Räder" zu geraten. Aber irgendwann ging unsere Strasse von der Autobahn ab. Ausgewiesen als " Old National Trail Highway", aber zu unserer Überraschung war das ein weiteres Stück der Route 66. Das freute uns natürlich besonders. Wir stellten dann fest, dass es die asphaltierte Verlängerung der Schotterstrasse von dem Ort "Geoff"  war. Allerdings ist die Strasse eine Strecke, die kerzengerade durch die Wüste führt. Die einzige Unterbrechung dieser endlosen Tour sind die "Dips", die in schöner Regelmässigkeit die Strasse in Berg - und Talbahnen verwandelt.
Unser ständiger  Begleiter auf dieser Fahrt war der Zug. Ellenlang, immer laut tutend und einfach nicht loszuwerden. Ich hatte dann an einer Brücke mal Mitleid und habe ihn fotografiert in seiner ganzen Pracht. Und was kriegte ich zur Belohnung? Getute, ohrenbetäubend!

      

Mitten in der Walachei liegt der Ort "Amboy" - so was von einsam, dass dort sogar Hase und Fuchs Freunde sind. Eine - ich denke eher unbeachtete - Attraktion gibt es aber trotzdem: einen Lavakegel, schwarz und drohend in den Himmel ragend. Ringsherum Spuren von ehemaligen Lavaflüssen in der unendlichen Wüste. Laut Prospekt! ist dieses einer der jüngsten Vulkane in ganz Amerika und er hatte seinen letzten Ausbruch vor 500 Jahren. Ist ja nix, ist ja wie gestern...

Wir fuhren hin, schon um ein paar Lavasteinchen mitzunehmen. Diese waren schwerer als sonst übliche Lavabrocken - und ich denke schon wieder mit Grausen an unser Übergepäck. Das Gebiet selbst ist erschlossen und ein Paradies für Wanderer. Man braucht 1 Stunde bis zum Lavakegel hin und 3 Stunden, um drum herum zu kommen. Allerdings ist das nur was für strapazierfähige Hiker: es kann bis 50 Grad Celsius an den Füssen warm werden dort.
Wir guckten nur. Das Licht stand auch ungünstig für attraktive Aufnahmen.

Unsere Weiterfahrt brachte die nächste Überraschung. In Amboy trennt sich die Route 66 und geht weiter Richtung Barstow. Unsere Strasse wurde die 62 und sollte uns auf direktem Weg zum Joshua Tree NP bringen. Davor aber durchquerten wir eine Salzwüste, die aktiv betrieben wird. Überall sind aufgeschüttete Erdwälle und dazwischen Wasserbecken in denen das Wasser verdunstet und das kristalline Salz übrig bleibt. Gibt es z.B. auch in Spanien - nur nicht so groß. Es wurde allerdings auf einmal unerträglich heiß und wir wundern uns immer noch, dass kein einziger Autofahrer außer uns, mal gehalten hat um zu gucken oder zu fotografieren. Alle bretterten mit locker 80 mph vorbei. Oder lag es an dem Schild auf dem stand, dass hier " Chloride" gefördert wurden? Wir machten uns dann auch auf die Socken. Und es war kaum zu glauben, obwohl wir nur kurz dort waren und nur 2-3 mal ausgestiegen waren, war unsere Haut und auch die Lippen salzig. Und mir tränten die Augen.

Wir also weiter nach "29Palms" - was für ein Name für einen Ort. Dort haben wir in Ermangelung besseren mal bei McDo je einen Hamburger verdrückt und sind dann weitergefahren in den Nationalpark. Nicht ohne Fotos. Dieses Palmendorf hatte an vielen Wänden Gemälde - auch eines, bei dem mal wieder die US-Army verherrlicht wird. Ich frage mich nur was die über 2.000 Mütter über so was denken, deren Söhne jetzt tote "Heros" sind? Nun ja.

Wir also los durch den Joshua Tree Park. Der Name dieser Kakteen stammt - so habe ich es mal gelesen - von einem Mormonen, der beim Anblick der vielarmigen Bäume eben an "Joshua" dachte...
Mir gefiel in dem Park weniger die Kakteen, sondern eher die grandiose Landschaft. Die Berge hatten von allem etwas: große, kugelige Steine, flache, schräg gestellte Platten, wie hingeschmissene Murmeln oder Vulkankegel und das alles in tollen Farben. Wir sahen viele Kletterer und Wanderer. Und wir fuhren aus Neugier mal durch einen Super-Stellplatz/Campingplatz. Supertolle Lage, direkt in den " Jumbo-Rocks!
Aber ich denke, einen 500-Meilen-Umweg vom Süden oder aus L.A. hätte das ganze nicht gelohnt. Wir haben die "attraktivere" Tour oben rum gemacht, und nicht die Tour, die durch den ganzen Park geht und auf der I-10 endet.



Wir fuhren weiter in Richtung Palm Springs. Ich kenne Palm Springs nur als den Ort, an dem die Millionäre aus L.A. zu Hause sind. Hier wohnte Bob Hope genau so wie Frank Sinatra. Hier war Sonny Bono von "Sonny und Cher" ein paar Jahre Bürgermeister, bevor er verstarb und hier war früher nie irgend etwas billig. Als wir hier ankamen, drehten wir erst mal ein paar Ehrenrunden, bis wir die richtige Strasse fanden und waren sehr erstaunt. Als wir vor 15 Jahren mit einem Wohnmobil mal hier waren, gab es eine sehr attraktive, teure und mondäne Hauptstrasse. Am Ende dieser Strasse gab es einen Campingplatz und direkt daneben einen Botanischen Garten. Der Campingplatz ist weg, der Garten existiert noch und den werden wir morgen besuchen.
Aber ansonsten ist hier nichts wieder zuerkennen. Und "Downtown" wie es heute heißt, lädt wirklich zum bummeln, flanieren, einkaufen und lecker essen ein. Und jetzt ist es auch nicht so heiß - nur 25 Grad Celsius, da macht das auch alles Spaß. Eines kann ich heute schon korrigieren: die Motels/Hotels sind so was von billig - warum weiß ich nicht. Viele sind hier mit Coupon unter 50 Dollar zu bekommen! Wir wohnen in einem schnuckeligen Haus - ohne Coupon! - für 39 Dollar incl. Highspeed-Internet. Und gegenüber das Best Western ist für den selben Preis zu haben - ohne Internet vermutlich.
Ach übrigens, auf dem Weg hierher, sind wir über die berühmte "San Andreas-Spalte" gefahren. Meist redet man von dieser nur im Zusammenhang von Erdbeben und Los Angeles. Und wir wussten auch nicht, dass sie so weit in den Süden reicht. Und gemerkt haben wir auch nichts davon.....


Morgen werden wir erst mal in den botanischen Garten gehen - ein Paradies von Kakteen. Und dann werden wir überlegen, ob wir uns noch zeitlich eine weitere Nacht hier gönnen. Wenn nicht, geht es weiter nach San Diego und dann sehen wir weiter......

24.10.2005 Palm Springs

unsere heutigen Trips durch Palm Springs:  

Der Tag begann warm und sonnig und mit einem Hotel-Frühstück, das richtig gut war. Danach haben wir dann hier um eine Nacht verlängert. Anschließend sind wir in die City von Palm Springs gefahren, genauer gesagt, auf die Hauptstrasse und die dortige Plaza.
Schön war es da und noch relativ ruhig. Viele Cafes hatten geöffnet und viele Leute saßen draußen und tranken Kaffee und lasen Zeitung oder hatten ihr Frühstück in der Mache. An einem Brunnen saß eine Messingfigur von Sonny Bono, dem beliebtesten Bürgermeister und auch Initiator vieler Attraktivitäten hier. Schade, dass er verstorben ist. Die Leute haben ihn aber nicht vergessen, wie man auch an den blanken Stellen an der Figur feststellen konnte.
Wir tranken einen Kaffee bei "Starbucks". Wir wären auch besser in eines der namenlosen, aber gut besuchten Cafe´s gegangen...

Wir bummelten anschließend noch ein bisschen und entschlossen uns dann, erst mal den Botanischen Garten, der genau gegenüber unserem Motel liegt - haben wir heute morgen festgestellt - einen Besuch abzustatten. Ja, er ist immer noch einen Besuch wert und 3 Dollar sind angemessen. Die Kakteen sind ebenfalls groß und älter geworden, da stehen wir uns in nichts nach. 15 Jahre nagen eben an Mensch und Pflanze....



Anschließend sind wir rüber ins Hotel, um die vielen Fotos schon mal abzuladen. Dabei kamen wir dann der Zimmer-Maid ins Gehege und deshalb verdrückten wir uns schnell wieder.
Da unsere Strasse ins Palmen-Valley führt, beschlossen wir, dort mal nach dem Rechten zu sehen. Der Eintritt von 8 Dollar normal und 6 Dollar für Rentner ist aber keinesfalls angemessen. Zu sehen bekommt man einen stellenweise sehr engen Canyon in dem - dank reichlich Wasser - Palmen wachsen. Sieht hübsch aus, ist aber für reine Autofahrer ein teurer 2,5 Meilen-Trip. Anders für Wanderer. Selbst geführte Ranger-Touren - gegen Extragebühr, versteht sich - werden angeboten. Und es gibt auch große, kleine, leichte und anspruchsvolle Touren in die Gegend - (vor Taranteln wird allerdings gewarnt...). Das Gebiet selbst gehört den Mesquite-Indianern und sie sind auch die Ranger hier. Wir kauften ein bisschen ein in der "Trading-Post" und erfreuten uns an sehr vielen kleinen "Hummingbirds" - das sind diese kleinen Kolibris, die diesen so unglaublich schnellen Flügelschlag haben. Auf ein paar Fotos haben wir die Vögel aber trotzdem "erwischt".

                  

Nach all dieser Schwitzerei - hier waren es dann doch an die 30 Grad, auch wenn sehr angenehm - hatten wir uns einen Happen verdient. Anni hatte ein Lokal namens "Rock Garden Cafe" ausgeguckt, bei dem man gekühlt wurde. Tolle Technik. Rund um die Sitzplätze im Freien läuft eine Wasserleitung und aus hauchdünnen Düsen kommt feuchter Nebel, der dann, ohne zu belästigen, die gesamte Garten-Terrasse kühlt und erfrischt. Wir haben natürlich prompt überlegt, wie man diese Technik auch zu Hause umsetzen könnte. Ach ja, gegessen haben wir auch - Anni "Cat-Fish" und ich Salat, und das war´s dann.

Danach fuhren wir zurück ins Hotel. Endgültiges Kofferpacken stand an und das hat über 3 Stunden gedauert und Anni nervlich gestresst.
Nun werden wir noch einen Zug um die Häuser machen. Draußen sind es immer noch angenehme 20 Grad und ich denke, da warten viele Kneipen mit Sitzplätzen im Freien auf uns.....

Morgen fahren wir Richtung San Diego. Und dann "schaun ´mer mal", was da so alles am Wegesrand auf uns wartet......


25.10.2005 von Palm Springs nach San Diego

unser heutiger Trip:

Erstmal der Nachtrag zu unserem gestrigen "Zug um die Häuser": das war wohl nix. Es gibt unglaublich tolle Restaurants, auch am Abend sehr attraktiv aufgemacht, und die meisten auch gut gefüllt bis brechend voll mit Gästen. Aber eben nicht auf ein Bierchen, sondern richtig mit Dinner. Zu spät dachten wir daran, im Lokal einfach an die Bar zu gehen und dort ein Bierchen zu trinken.
Wir sind dann in einen Licor-Store gefahren und haben uns ein paar Dosen Bier geholt. Leider hatte der Laden keine Sandwiches oder sonst was Essbares für den kleinen Hunger. Also sind wir auch noch in einen offenen Supermarkt gefahren - hier ist halt alles möglich - und haben ein Sandwich geholt. Danach war dieser Tag aber auch gelaufen.
Heute morgen haben wir die von Anni gepackte Taschen wieder ins Auto gehievt. Irgendwie ist plötzlich mehr Platz im Kofferraum als vorher. Na ja, um so besser, kann man ja noch auffüllen.....
Nach einem Frühstück im Motel haben wir uns dann aufgemacht. Dieses Motel beherbergt eine Menge Deutsche und leider hatte ich keine Gelegenheit nachzufragen, warum man ausgerechnet in Palm Springs Urlaub macht und dann in diesem eigentlich unbekannten Motel. Die meisten Touristen haben ja nur max. 3 Wochen Zeit. Und es gibt doch so viel zu gucken in USA.
Nichts desto Trotz - dieses Motel " Royal Sun Inn" ist eine absolute Empfehlung! Ab 39 Dollar das Zimmer und perfekt ausgestattet. Das muss man auch erst mal suchen! Und es liegt am Ende von Palm Springs, ruhig, mit Blick auf die Indian Mountains.
Was das wert war, merkten wir, als wir aus Palm Springs raus an andere Ende fuhren. Wind, Wind, Wind. Gut für die unendlich vielen Windräder, die die ganze Natur verschandeln und die dort in 10er-Reihen hintereinander und voreinander stehen. Aber in den USA gibt es ja genug Natur. Der Wind war so stark, dass er den Sand der umliegenden Wüste in dichten Schwaden über die Strasse peitschte. Und wenn man sich dann rechts und links umguckt, sieht man, dass dieser Wind normal ist und immer so an dieser Stelle pfeift.
Bei der Weiterfahrt auf der I-10 Richtung Ost war der ganze Himmel vor uns rötlich-gelb-dunstig. Es sah aus wir ein Smogdeckel, aber es war Sand und den bekamen wir noch öfters zu spüren.



Wir fuhren bald südlich und eigentlich wollten wir durch die Berge, aber irgendwie hatten wir keine Lust mehr auf Natur und sind einfach auf der interstate-artigen Schnellstrasse quer durch die Wüste weitergefahren bis "El Centro". Von dort ging es direkt auf die I-8 und deren Ende ist auch prompt in San Diego an Seaworld. Wie praktisch! Landschaftlich wurde es noch mal nett durch die Berge, aber es kamen Wolken auf und der Himmel war richtig dunkel und es wurde kalt. Also nix wie an die Küste.
Das einzig aufregende auf dieser ganzen Strecke war nur noch die "Border-Patrol", die mal kurzerhand die Interstate sperrte und in jedem Auto "Gesichtskontrolle" durchführte. Wir sahen wohl nicht sehr mexikanisch aus, wir wurden weitergewinkt.
Was uns noch besonders auffiel, hier wird auch fast nur spanisch gesprochen. Egal, ob im Supermarkt oder im Hotel oder beim Essen - spanisch ist hier "Hauptsprache". Ich muss wohl doch endlich mal spanisch lernen....

Gelandet sind wir in einem "Comfort Inn", direkt an der I-8. Hier bleiben wir jetzt 2 Nächte, bevor der Endspurt beginnt. Hier im Hotel sind erstaunlich viele Deutsche, die ebenso wie wir Seaworld besuchen wollen. Wir wiederum haben eine gute Internet-Leitung und machen heute nur noch auf faul.

Morgen gehts dann nach Seaworld. Hoffentlich bleibt das Wetter schön. Der Wetterbericht ist nicht sooo berauschend......
 

26.10.2005  Seaworld in San Diego

unsere heutige Karte:

Heute stand als großes End-Highlight noch der Besuch von Seaworld in San Diego auf dem Plan. Wir kennen Seaworld aus Orlando/Florida und Anni wollte unbedingt wissen, ob die Parks wirklich so identisch sind. Im groben ja, aber dieser hier hatte auch seine "Feinheiten".
Der Preis beträgt für ein Tagesticket 50,95 Dollar. Wären wir 2 Tage hier geblieben, dann hätte es auch nicht mehr gekostet als ein Tagesticket. Auch im Motel war es nicht billiger zu bekommen. Jetzt in der Winterzeit öffnet der Park von 10-17 Uhr. Überrascht war ich wiederum, wie viele Deutsche doch unterwegs waren. Aber schon gestern hörten wir von einigen, dass ursprünglich Florida auf dem Plan stand, man dann aber umgebucht habe wegen dem Hurrikan "Wilma". Das trifft wohl auch für die Amis zu, denn ich hörte heute morgen beim Frühstück, dass auch da ne Menge Umbuchungen stattgefunden hatten.
 

Zum Seaworld hinzufinden heute morgen, war leicht, da die Autobahn I 8 da mehr oder weniger endet. Die Parkgebühren von 8! Dollar fand ich nun sehr happig außerhalb der Saison. Das Ticket, wie schon gesagt für knapp 51 Dollar pro Nase - ein teurer Beginn.
Um 10 Uhr öffneten die Pforten und wir fanden sofort die Brauerei bzw. das Gestüt von Anheuser-Busch. Das ist der größte Bierfabrikant in den USA. Und es sah schon niedlich aus, eine Mini-Bierleitung zu sehen, eine kleine Theke, viele Tische, ein Deli-Ess-Laden und natürlich den unvermeidlichen Souvenirladen. Lustig war nur, dass es einen "Sampler" der Biersorten - wohlgemerkt 1! Sampler (das sind diese Minigläser) erst ab 11:30 Uhr ( bis 13:30 Uhr) geben sollte. Natürlich nix für einen gestandenen Deutschen, der sich im Bier auskennt.....
Wir zogen also weiter. Es gibt sehr viele Attraktionen und Sehenswürdigkeiten, dass ich sie einzeln gar nicht alle aufzählen möchte. Anni stellt gerade eine Auswahl an Bildern zusammen, die sicherlich mehr aussagen als Worte.
Die Sonne machte zwar am Vormittag noch Schwierigkeiten, aber am Nachmittag hatten wir Sonne satt. Gegen 15:30 Uhr hatten wir bis auf Kleinigkeiten alles "durch" und Hunger. Wir haben allerdings nur was Kleines gegessen, da wir heute Abend nebenan noch mal richtig was Amerikanisches essen wollen.









 

Mit lahm gelaufenen Füssen zogen wir gegen 16:30 Uhr die Bremse. Es war sehr ruhig geworden im Park, da dieser ja im 17:00 Uhr schließt. Natürlich konnten wir es uns nicht verkneifen, noch ganz kleine Souvenirs zu kaufen und dann ab ins Motel.

Morgen fahren wir in Richtung Los Angeles-Vorort zum Schlafen und Vorbereiten unseres Heimfluges, und unsere Zeit hier läuft damit ab. Ich denke, morgen werde ich nichts Großartiges mehr zu berichten haben. Aber wir werden von zu Hause aus die letzten Stunden noch nacharbeiten.
Auch den Text und die Bilder werden wir ggfs. aktualisieren, erweitern oder austauschen. Ebenso liefern wir noch Zahlen und Daten, wie z.B. die Kosten der Reise nach. Auch einige wichtige, aktuelle Infos, die wir während unserer Reise erlebten, fassen wir noch einmal zusammen. Unsere Homepage-USA Seite wird auch weiterhin bestehen bleiben bzw. um andere Reisen erweitert werden.

Ihnen möchte ich schon an dieser Stelle DANKE sagen für Ihre Begleitung auf unserer Tour. Oft haben wir keine Lust gehabt, wirklich noch was am Abend zu schreiben. Und oft war es auch ein mühsames Suchen von Online-Verbindungen an und vor anderen Hotels. Und doch hätte uns etwas gefehlt, wenn wir Sie nicht auf dem Laufenden gehalten hätten. So haben auch wir unsere Reise viel intensiver erlebt.
Gefreut haben wir uns auch über die vielen E-Mails und Gästebuch-Eintragungen, auch wenn wir aus Zeitgründen bei den meisten keine Rück-Mail geschickt haben. Gelesen haben wir alle und Motivation haben wir auch daraus gezogen.
Ich bedanke mich auch noch mal besonders für die guten Wünsche als ich mich plötzlich im Krankenhaus wiederfand. Ich hatte schon "das arme Tier" und ich wollte auch nach Hause. Aber ich hätte mich schwarz geärgert, hätte ich es getan. Was wäre mir doch alles entgangen!
Natürlich planen wir im Kopf auch schon für nächstes Jahr einen Amerika-Trip. Und ich hoffe, es klappt. Und ich hoffe natürlich auch, dass Sie uns alle wieder begleiten. Uns würde sonst wirklich was fehlen.....
 

27.10.2005 San Diego mit kleiner Stadtrundfahrt und Fahrt nach Los Angeles

unsere heutige Route:

Unerwarteter weise haben wir heute doch Internet zur Verfügung, und so können wir Sie doch noch auf dem Laufenden halten, was unseren letzten Urlaubstag angeht.
Der Morgen fing erst mal mit Stress an. Da wollte die Rezeptionistin in unserem Hotel doch glatt 99,95 Dollar plus Tax pro Nacht. Unsere Proteste, wir hätten 69,95 Dollar vereinbart ignorierte sie mit dem Hinweis, es stünden erstens  nur begrenzte Kapazitäten zu diesem Sonderpreis zur Verfügung und zweitens ich hätte ja schließlich die Anmeldung zu diesem Preis unterschrieben. Das stimmte auch, aber ich hatte das gar nicht gesehen. Gott sei Dank waren da zwei nette deutsche Ladies, die von "Wilma" nach Kalifornien verschlagen worden waren. Die beiden waren nach uns gekommen und hatten den Preis von 69,95 Dollar auf ihrer Anmeldung stehen. Also musste der Sonderpreis zu unserer Zeit ja auch zur Verfügung gestanden haben. Erst mit diesen Tatsachen konfrontiert, war die Rezeptionistin bereit, den Preis zu korrigieren. Schade, solche Geschichten machen einen guten Motel-Ruf völlig kaputt, denn solche Nummern durchzuziehen, spricht sich rum - auch unter Deutschen. Und ein Comfort -Inn ist ja nicht irgendwelche Bruchbude. Die beiden Ladies haben eine Einladung bei uns offen. Ich hoffe, sie besuchen uns mal....

Wir sind also aufgebrochen, noch mal auf die Schnelle eine Rundfahrt durch San Diego zu machen. Die "Schnelle" dauerte dann doch an die 4 Stunden, und wir wissen, dass wir noch nicht mal die Hälfte gesehen haben. Irgendwie hoffe ich, dass wir nächstes Jahr die Zeit finden, doch noch mal nach San Diego zu kommen. Für diejenigen, die dort hin fahren: In der "Altstadt" namens "Old Market" kann man mit einem knallroten Trolley eine Art Stadtrundfahrt machen. Es gibt einen Plan davon, wie und wo der Bus fährt. Und man kann mit seinem Ticket überall aussteigen und wieder einsteigen. Fast hätten wir die 2-Stunden-Fahrt ohne Aussteigen auch noch gemacht, aber wir hätten letztendlich keinen Spaß gehabt - unter unserem Zeitdruck. Aber wir sind noch durch dieses alte Viertel gebummelt, haben die Kirche besucht und natürlich ein paar Souvenirläden. In einem fanden wir tolle mexikanische Souvenirs aus Ton und in Handarbeit gefertigt. Wir wollten dann auch noch wenigstens einen Blick in den Hafen werfen - ohne zu wissen, was uns dort erwartete.




Ein bisschen verfahren haben wir uns und wir haben bei der Gelegenheit auch einen Blick in San Diegos "Hinterhof" geworfen. Wie so ist diese Stadt eigentlich amerikanisch und nicht mexikanisch?
Als wir endlich den Hafen fanden, gab es da 2 Highlights - ein Kriegsschiff der Marine, genauer gesagt ein riesiger Flugzeugträger, den man sogar besichtigen konnte. Auf Deck standen eine Menge dieser Flugzeuge die dort starten und landen. Und ein Stück weiter lag ein Segel-zwei-Master, die " Star of India" in ihrer ganzen Grösse und Pracht, die man ebenfalls besichtigen konnte. Daneben lag noch ein kleinerer Einmaster. Und gegenüber ist ein Holiday Inn-Hotel - und das merke ich mir für´s nächste Jahr!


Wir sind dann noch ein bisschen durch die Geschäftsstrassen mit ihren Hochhäusern gefahren. Unterm Strich könnte man in San Diego durchaus 3-4 Tage verbringen, wenn man z.B. auch den Zoo, La Jolla und die Missionen besuchen will. Und bestimmt gibt es noch viel mehr Punkte, die man gesehen haben muss.
Wir können für uns nur festhalten, dass San Diego eine lebhafte Stadt mit viel Verkehr und vielen Sehenswürdigkeiten ist. Schade, dass uns die Zeit ausging.

Die Weiterfahrt auf der I-5 Richtung Los Angeles war ein bisschen ungewohnt nach 7 Wochen Urlaub in der weiten Pampas. Und wenn ich daran denke, dass man sich  dort  stellenweise gegrüßt hat, bloß weil man mal ein anderes Auto sah, dann war das heute wieder eine Heimkehr in fast europäische Verkehrs-Verhältnisse. In z. T. 5-er-Reihen Auto an Auto, in beide Richtungen. Und es war noch nicht mal "Rush-Our". Wie früh müssen eigentlich die Menschen morgens aufstehen, wenn sie außerhalb wohnen und um 8 Uhr in L.A. zur Arbeit müssen??? Ob 5 Uhr morgens reicht?? Wir jedenfalls brauchten für die schlappen 100 Meilen sehr lange bis wir endlich in Flughafen-Nähe ankamen.

Wir wohnen in dem Travelodge, von dem ich schon am Anfang der Reise gesprochen habe - sauber, modern, teuer, aber nahe an den Autovermietern zwecks Rückgabe des Leihwagens. Und eigentlich noch verhältnismäßig ruhig, wenn man das Glück hat, ein Zimmer "im Hof" - sprich zur Pool-Seite zu ergattern. Bezahlt haben wir mit sämtlichen Rabatten, die man akzeptiert hat 69,95 Dollar plus Tax. Nebenan ist "Dennys" und so wird das letzte Frühstück für dieses Jahr für uns auch von dort kommen.


Unser Flieger geht gegen 15:00 Uhr, falls wir pünktlich wegkommen und ab 12:00 Uhr können wir einchecken. Zeit genug also für unser Frühstück und das Auto wegbringen. Von uns hören Sie wieder aus good Old Germany und dann berichten wir sicher auch über unsere Abenteuer auf dem Airport.......

28.10.2005 Rückreise nach Deutschland

Die Nacht im Travelodge war ziemlich laut - weniger von den Flugzeugen her, sondern hinten raus mit dem LKW-Verkehr die ganze Nacht. Aber was sollte es, wir waren sowieso aufgeregt. Unser Frühstück bekamen wir gegen Gutschein im Hotel und es war nicht mal schlecht. Aber auch hier war kein großer Hunger bei uns vorhanden, da die Aufregung wirkte.

Wir fuhren als erstes zurück zu "Alamo", um den Wagen abzugeben. Da unser Gepäck aus 4 Riesen-Reise-Taschen und dazu 2 PC-Taschen, 2 kleinen Rucksäcke und 2 Fototaschen bestand, grauste uns schon davor, das alles raus aus dem PKW und rein in den Shuttle-Bus und dann wieder da raus und 2 Wägelchen holen und dann rein in den Airport. Der Shuttle-Bus-Fahrer hatte Mitleid mit uns und transportierte unser Gepäck nicht nur rein in den Bus, sondern auch wieder raus. Zwei Wägelchen fanden wir auch, und frohgemut wollten wir in den Airport rein - wenn da nicht Hunderte und endlos lange Schlangen
von Asiaten gestanden hätten. Laut Flugplan gingen innerhalb von 4 Stunden 20! Maschinen Richtung Asien.
Aber irgendwie schlängelten wir uns dann doch durch und fanden sogar eine Bank zum Warten und mit Blick zum
LTU-Schalter. Gegen 11:00 Uhr wurde es unruhig und die ersten LTU-Reisenden trafen ein - und verschwanden auch gleich wieder.
Die Sicherheitsbestimmungen schreiben vor, dass man die Koffer durchleuchten lassen muss, bevor man damit an den
Schalter darf. Ich brauche Ihnen wohl nicht zu schildern, wie das bei uns mit unserem Gepäck ablief.....

Eine Stunde später standen wir wieder am Schalter. Unser Gepäck wurde bewacht wie Fort Knox, und erst wenn man am Schalter stand, wurde es gebracht und auf die Waage gestellt und dahinter stand wieder einer von der Security und schnappte sich wiederum die Koffer. Der LTU-Mann interessierte sich nur dafür, ob wir auch ja nicht mehr als 4 Gepäckstücke hatten - und das war gut so.Das Gewicht unseres Gepäckes war mächtig zu hoch......

Nach all diesen Hürden hatten wir uns ein ruhiges Plätzchen in einer Lounge verdient. Entspannen, was essen und trinken und viel Ruhe - so stellten wir uns das vor. Die Lounge war proppenvoll, und es war nicht mal ein Stuhl frei. Also wieder warten, bis endlich einige Reisende verschwanden. Dann haben wir lecker Schampus getrunken und Brötchen gegessen und die Zeit mit Zeitung lesen rumgebracht
Einige Deutsche fanden sich auch ein und so konnte man ein bisschen miteinander reden. Dann wurde es Zeit und der Endspurt zum Gate begann - endlos lang, gute 10 Minuten weit. Und als wir dann endlich in den Flieger einsteigen konnten, schmerzten nicht nur die Arme vom Tragen des "Handgepäcks".Aber ab da wurde es für die nächsten 10 Stunden und 10 Minuten recht nett.
Wir saßen in der ersten Reihe - aber wirklich! - und die beiden Stewardessen waren so was von nett - da können sich so manche andere Gesellschaften schon was abgucken. Den meisten Spaß hatten wir aber, als es nach dem Abendessen den "Absacker" geben sollte. Keiner wollte so richtig noch ein Verdauungsschnäpschen trinken, und die beiden Stewardessen redeten mit Engelszungen auf uns alle ein. Bis wir dann bereit waren, einen "Killepitsch" zu trinken. Für Nicht-Düsseldorfer - das ist ein sehr würziger und angenehm zu trinkender Kräuterschnaps. Lecker ist er auf Eis und er schmeckt vielleicht ein bisschen wie Jägermeister. Als wir Killepitsch orderten, wollten die beiden hinter uns auch einen, die in der Mitte daneben - aus dem Harz stammend - wollten das mal probieren und die beiden Stuttgarter neben uns in der Mitte wollten dann natürlich auch probieren. Und selbstverständlich auch die auf der anderen Seite. Effekt: die beiden Stewardessen waren voll beschäftigt und die beiden Flaschen nach einer Weile leer.
Nein, ein Schlafmittel waren die Schnäpse nicht und so wurde nicht viel aus der "Schlafphase". Aber Spaß hatten wir allemal.

Übermüdet in Düsseldorf angekommen, ging für uns alles nur noch schnell. Taschen auf 2 Wägelchen, raus in die Halle und rein in das Auto. Alfred war so lieb und hatte uns wieder abgeholt.
Und dann stand nur noch Schlafen an. Und ich hoffe - heute ist bereits Dienstag - dass wir es bald mit der Zeitumstellung geschafft haben. Das normale TV-Nachtprogramm ist nicht der Brüller und nur die politischen Highlights machen das nächtliche Sitzen auf der Couch abwechslungsreich. Lieber würde ich allerdings nachts schlafen und tags wach sein - aber so was kennen Sie ja auch von Ihren Reisen......
 

Ach ja, wir freuen uns schon auf unsere nächste USA-Reise! Begleiten Sie uns wieder?  


seit 29.10.2005   ZURÜCK IN DEUTSCHLAND

   
Hier die Zahlen, Daten und Fakten  unserer Reise.

Abrechnungszeitraum 55 Tage USA 2.9.-29.10.2005

Bezeichnung Gallone= 3,8 Liter
Meile =1,61 km

Hinweis
(Zahlen wurden gerundet)

Dollar gesamt
(1 Euro = ca.>1,25 Dollar getauscht per Travelercheck)
 

Euro

 

Benzin 7775 Meilen/295 Gallonen
12500 km/1120 Liter
Durchschnitt: 9 Liter/100 km    865,00    650,00
Motels (meistens mit High Speed!)
(teilweise mit Coupons!)
 Durchschnitt je ca. 55 $,
2 Nächte gratis durch "TRIPREWARDS"
3 030,00 2 270,00
Restaurants u.a. Buffets  / Fastfood   1 000,00    750,00
Tip Trinkgeld Motels, Essen...   >  120,00   100,00
Flug LTU für 2 Personen
( + Upgrade First Class)
  1 500,00
PKW-Miete Alamo incl. Vollkasko u. unbegrenzter Kilometer! Holyday Autos
 -20 % Rabatt erhalten
  1 270,00
Eintrittskarten   u.a. Nationalpark-Pass 50 $; Eintritt Seaworld 50 $...   270,00   200,00
Sonstiges   Lebensmittel, Souvenirs...     760,00
GESAMT    für 2 Personen!
Woche < 500 Euro/Person
  7 500,00
Themen Hinweise und Tipps aufgrund unserer Erfahrungen 2004/2005
Geld -unbedingt Kreditkarte mitnehmen zur Hinterlegung der Autokaution, für Internetbuchungen der Motels, für Motels selbst, wenn man länger bleibt
-mit der Mastercard/EC-Karte kann man an einigen Banken bares Geld bekommen
- sinnvoll sind US-Travellerchecks, die vergünstigt über den ADAC zu bekommen sind, Travellerchecks können gebührenfrei eingesetzt werden bei Motels, Tankstellen und Supermärkten, evtl. wird ID (z.B. Führerschein) als Ausweis verlangt, Restgeld wird bar ausgezahlt.
Internet Laptop ist sinnvoll, großer Teil der Motels bietet Wireless (kabellos) an, deshalb von Deutschland entsprechende Karte (z.B. Netgear) mitnehmen und auf "USA -Code" installieren, oder evtl. Modem mit entsprechendem Kabel und via Telefon-Leitung AOL benutzen (Testversion oder über Gastzugang  eines Bekannten, da Ortsgespräche vom Zimmer aus in USA i. d. R. kostenlos sind.)
Einige Motels bieten einen Internetanschluss in der Rezeption an. Jeder Ort hat eine Library, in der man kostenlos Internet benutzen kann.
Supermärkte In großen Märkten kann man kostenlos Mitglied werden , dadurch bekommt man besondere Rabatte. Lohnt immer! Haben keine Nachteile gesehen.
Ärzte Im Notfall Emergency aufsuchen. Oder Rufnummer 911. Ärztliche Leistungen, Krankenhäuser sind extrem teuer. Sinnvoll ist eine Zusatzkrankenversicherung. Wir haben die allerbesten Erfahrungen mit dem ADAC gemacht. (Siehe auch Bericht.) Übersetzer stehen zur Verfügung. Kontakt mit dem ADAC in USA ist deutschsprachig und kostenlos.
Elekronischer Translator ist immer angebracht mitzunehmen. Aber auch eine gewisse Hausapotheke gehört ins Reisegepäck.
Einreise Mit Visum ist sinnvoll. Geht aber auch ohne. Evtl. Botschaft kontaktieren! Auf jeden Fall werden bei der Einreise Foto und Fingerabdrücke gemacht. Keine Pflanzen, keine Fleischprodukte einführen. Manchmal Hundekontrollen! Strenge Sitten dort!!!
Sinnvoll ist, wenn man bereits bei der Einreise das Motel der ersten Nacht angeben kann. Über Internet leicht zu buchen. (Namen siehe unten.) Um zum Auto zu kommen, Busshuttle der entsprechenden Gesellschaft am Flughafen kostenlos nutzen! (In Orlando nicht nötig, da im Airport-Parkhaus gegenüber.)
ADAC Karte mitnehmen, ADAC bzw. AAA-Mitglieder haben Vergünstigungen z.B. bei der Motelmiete. ADAC Mitglieder haben auch dort Verkehrsschutz.
Sinnvoll eine ADAC (oder entsprechende)- Auslandskrankenversicherung, da die Kosten in USA extrem hoch sind. Merkblatt mit Telefonnummern von Deutschland aus mitnehmen!
Adapter für Stromversorgung unbedingt mitnehmen!!! Besser auch Ersatz. Sinnvoll ist auch eine Stromsteckleiste für mehrere Anschlußmöglichkeiten. Batterien nicht vergessen.
Daran denken, dass in USA nicht 220 Volt besteht. Geräte sollten darauf eingestellt sein. (Fön und Wasserkochen waren extrem langsam.)
Telefonkarte Billigster Einsatz für  Gespräche nach Deutschland ist die Telefonkarte. In vielen Märkten und Souvenirläden zu kaufen. (Angebene Nummer wählen, dann 011 für Übersee, dann 49 für Deutschland und die deutsche Ortskennzahl (ohne die 0) und die Rufnummer des Teilnehmers wählen.) Fertig. Kosten: ca. 2-4 cent pro Minute.
Wir haben bei OfficeMax (Bürosupermarkt) gekauft. 500 Minuten (250 Minuten für Deutschland) ca. 25 Dollar incl. Steuer. Triband-Handy ist möglich, aber nicht überall Empfang. SMS sind ebenfalls möglich. Handy muss natürlich auf USA umgestellt sein.
Trinkgeld Tip. In Restaurants (15-20%) und Motels (1 $ /Nacht) üblich. Buffets und richtiges Frühstück i.d.R.. 1 $ /Person. Fastfood nix. (Continental Frühstück im Motel auch nix. Ist ja auch nix.) Einmal war das Trinkgeld bereits mit 18 % im Rechnungsbetrag enthalten. Ist aber nicht üblich. (Wir beschweren uns über diese Art.)
Motels Preise i. d. R. zwischen 40 und 100 Dollar zuzüglich Steuer (Tax). Motel 6 ist preiswert, Qualität wird immer besser, 2 große Betten, jedoch keine Sonderausstattung und selten Frühstück.
Übrige Motels können oftmals mit sogenannten Coupons zu vergünstigten Preisen gebucht (oder auch über Internet vorgebucht) werden. (Couponhefte z.B. bei Dennys oder MC Donald zu finden.) Z.B. Ramada, Days Inn, Best Western, Comfort Inn, Holiday Inn Express, Super 8, Microtel, Travelodge........
Freitag und Samstag sind alle Motels i.d.R. immer teurer! Zweite Person kostet 5-20 $ mehr. Manchmal gibts Rabatte wegen ADAC/Triple A oder Seniorenrabatt. Nichtraucher und Raucherzimmer möglich. Trend geht zu Hotelbauten.
Rechnungen kontrollieren. Fehler kommen vor! Californische Motels waren übrigens am teuersten!
Zu empfehlen ist die Mitgliedschaft bei www.Triprewards.com. Hier können Hotelpunkte gesammelt werden. 6000 Punkte gibt eine kostenlose Nacht, die selbst gewählt werden kann. Leicht über Internet zu machen. Vorher in Deutschland Mitglied werden. Ist sinnvoll, wenn....man länger dort ist und eine bestimmte Motelgruppe wählt.
Cooler sinnvoll, um Lebensmittel zu kühlen. In allen Motels gibt es kostenlos Eiswürfel. Styropor-Cooler werden relativ schnell naß- keine Empfehlung. Cooler kann auf Rückflug als "Schutztresor" für zerbrechliche Sachen verwendet werden.
Automiete Haben bei Holliday Autos über Internet gebucht. Günstigen Rabatt-Zeitpunkt abgewartet, d.h. 20 % Rabatt erhalten. Autos sind in USA von Alamo. Wir hatten sehr gute Autos. Vollkasko und unbegrenzte Kilometerzahl inbegriffen. Alamo versuchte uns ein Upgrade aufzuschwatzen. Wäre 500 $ teurer geworden.
Nicht den kleinsten Wagen nehmen. 4 Türen ist sinnvoll! Die Strecken sind lang und das Gepäck ist viel. Großer Kofferraum ist immer wichtig. Nur Automatik -Autos.
Wichtig: In USA gilt an Kreuzungen ohne Ampeln nicht Rechts vor Links- sondern, der der zuerst das Stoppschild erreicht hat die Vorfahrt. Und i.d.R. ist das Rechtsabbiegen an roten Ampeln erlaubt.
Kleinere Reparaturen (z:B. Autoreifenpanne) bis 20 $ vor bezahlen, größere Beträge mit Verleihfirma abklären! Kontraktnummer angeben.
Zimmer Überflüssig waren Fön und Heißwasserkocher. Es gab fast überall Föns und Mikrowelle im Zimmer. Oft auch Kühlschrank, Bügelbrett und Bügeleisen. Oft auch Waschmaschine und Trockner im Hotel. Zimmer haben alle Klimaanlage ...mal mehr mal weniger gut.
Gute Zimmer/Motels kann man außen an Klimaanlage und Fenster erkennen... alt, laut, schmutzig erkennt man sofort!
Tax Alle Preise sind ohne Steuer ausgewiesen. (Außer Benzin) Jeder Staat hat eigenen Steuersatz. Tax kommt also überall noch dazu!!! Übrigens ist Soft-und Hardware relativ teuer. Wir haben (fast) nichts gekauft- alleine schon wegen der Stromanschlüsse. Märkte: CompUSA und Best Buy
Fragen? Bitte Dagmar kontaktieren unter: rettig4net@gmx.de